Lieber Angsthase,
Deine Gedanken verstehe ich, glaube ich, sehr sehr gut.
Ich antworte Dir mal aus meiner Sicht. Nicht alles was ich sage muss richtig sein.
Jedoch habe ich einiges an Erfahrung. Du solltest manches in Deinen Gedanken deshalb
gelegentlich einmal selbst versuchen zu hinterfragen.
Zitat von Angst27: ich leide seit einiger Zeit an einer Angststörung, Depression und Hypochondrie.
Du kannst davon ausgehen, dass dies nicht drei einzelne Krankheitsbilder sind.
Diese Krankheitsbilder hängen mit Sicherheit alle zusammen.
Zitat von Angst27: Ich hatte schon vor vielen Krankheiten Angst und bin auch immer untersucht worden ohne jemals einen Befund zu haben.
Vermutlich konnte man das auch schon ohne Untersuchungen erkennen. Du selbst kannst es aber
bisher noch nicht erkennen.
Zitat von Angst27: Es ist ein Teufelskreis daraus geworden ständig meinen Puls und Blutdruck zu beobachten.
Diesen Teufeskreis wirst Du Dir selbst gebildet haben. Es scheint Deine Vorstellunge zu überfordern,
dass unsere Psyche so viele starke und angstmachende körperliche Symptome auslöst,
das Du Dich ernsthaft krank fühlst.
Der Professor für Psychologie, Stefan Kölsch, schreibt dazu.
Zitat:
Die Tatsache, dass das Unterbewusste sowohl ein Denk- als auch ein Gefühlssystem ist,
ist wichtig für unsere Gesundheit.
Das Orbitofrontalhirn hat direkte Nervenverbindungen ins hormonelle System und ins
vegetative Nervensystem. Diese Systeme regeln die Aktivität aller Organe im Körper
und führen dazu, dass wir Gefühle auch körperlich empfinden.
Über diese Verbindungen kann uns das Unterbewusste jedoch auch krank machen, weil es
die hormonelle Aktivität und die Aktivität von Organen aus der Balance bringen kann.
Zitat Ende.
Damit sagt er aus. Heute wissen Fachleute, wie dieser Zusammenhang ist.
Allerdings können sich Betroffene leider kaum vorstellen, warum unser Psyche soetwas
machen kann.
Zitat von Angst27: Angefangen hat alles nach einer stressigen beruflichen Phase mit sehr starken Kopfschmerzen, Herzstolpern und Herzklopfen
Gut dass Du das weißt. Begonnen hat es also mit einer Zeit, in der Du sehr gestresst und
überlastet warst.
Das bedeutet, nun solltest Du Dich wieder gedanklich so verhalten, wie wenn Du nicht
gestresst und überlastet bist. Also in Deiner Freizeit langsam leben, Dir möglichst oft Ruhe antun, Dich entspannen,lernen Deine Ängste zu erkennen und sie versuchen zu verstehen.Dies sind alles Dinge für Dein Gehirn. Für Deinen Körper scheinst Du ja einiges Gutes zu machen.Zitat von Angst27: Ich habe versucht mich mit etwas Kraftsport/Cardiotraining abzulenken aber es wurde nur noch schlimmer da ich nur Abends trainieren kann.
Bitte frage mal Sportmediziner, ob die empfehlen, abends zu trainieren.
Und mit Ablenken kannst Du Deine psychischen Dinge kaum zur Ruhe bringen.
Ablenken funktioniert doch wie beide Augen schließen, wenn Du eigentlich Deine Wohnung
aufräumen müsstest.
Wenn Du Deine Augen schließt (Dich ablenkst), siehst Du die Unordnung nicht.
Machst Du Deine Augen wieder auf, ist die Unordnung immer noch da.
Ist Ablenken also eine gute Methode?
Zitat von Angst27: Was dann folgt ist wieder die Erschöpfung und Kraftlosigkeit.
Wundert Dich das?
Wenn Du Dein Gehirn nicht immer wieder zwischendurch mal versuchst zu beruhigen und zu entspannen,dann wirst Du Dich natürlich oft saft- und kraftlos fühlen.Deinem Körper gibst Du doch auch ständig Ruhphasen.
Du glaubst wahrscheinlich, Dein Gehirn hat seine Ruhephase, wenn Du schläfst.
Das wird aber nie ausreichend sein für eine Erholung und Entspannung Deines Gehirns.Denn.
Dein Unterbewusstsein ruht nicht, wenn Du schläfst.
Wie Dein Herz, Deine Lunge, und andere Organe, arbeitet auch Dein Unterbewusstsein
ohne Pause 24 Stunden durch.
Nun frage ich Dich.
Wann, wann bekommt Dein Unterbewusstsein mal seine verdiente Ruhezeit bei Dir?Möglicherweis nicht in der Nacht. Und sehr wahrscheinlich auch nicht tagsüber, weil es ja ständig, von morgens bis abends, Deinen Körper nach möglichen Krankheiten absucht.Könnte ich hier und da Recht haben?
Viele Grüße
Bernhard