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Meine Therapeutin will nun auch in der Therapie Augenmerk darauf richten. Weil sie, wie fast alle Therapeuten, meint, da liegt das Übel begraben. Aber nur mal zur Erklärung:
Zitat:
Ein ausbalanciertes Leben(auch genannt „Work Life Balance“), bei dem Sie beruflich und privat ausgeglichen und damit für stressige Situationen besser gewappnet sind, basiert auf 4 Säulen.

Säule 1:
Ausreichend Bewegung: Sport und Bewegung reduzieren die im Körper befindlichen Stresshormone. Doch oft hat man, wenn man zu viel arbeitet, keine Zeit oder keine Kraft mehr für Bewegung – und bei mangelnder Bewegung bleiben die Stresshormone im Körper und richten Schaden an!

Säule 2:
Ein gesundes soziales Umfeld - Familie, Freunde oder der Partner geben Halt, sorgen für Spaß und Ablenkung, dienen als Kummerkasten. Fehlt das soziale Netz, so kann Stress durch Einsamkeit, fehlende Anerkennung oder mangelnde Unterstützung in schweren Zeiten entstehen oder verstärkt werden. Hat man Ärger oder Streit mit anderen, kostet dies viel Energie. Der Teufelskreis beginnt, wenn man häufig Treffen mit Freunden absagt, weil man zu lange gearbeitet hat – und sich der Freundeskreis dann abwendet.

Säule 3:
Entspannung und Schlaf – Sich zu erholen, ausreichend zu schlafen und sich zu entspannen ist wichtig, um Stress abzubauen und Energie aufzutanken. Doch meist kommt dies zu kurz, die Sorge um den Arbeitsplatz, die Gedanken um das neue Projekt o.Ä. führen zu Schlaflosigkeit.

Säule 4:
Berufliche Zufriedenheit – Ein sicheres Arbeitsverhältnis, geregeltes Einkommen, die Berufung gefunden zu haben, Spaß an der Arbeit u.Ä. mindern Stress, während Angst vor Arbeitsplatzverlust, der falsche Job oder Ärger in der Firma zu Stress führen.

Werden mehrere Säulen vernachlässigt, weil man seine gesamte Energie z.B. in den Beruf steckt, so entsteht ein Ungleichgewicht.

Werden mehrere Säulen vernachlässigt, weil man seine gesamte Energie z.B. in den Beruf steckt, so entsteht ein Ungleichgewicht.

Beispiel: Alle Säulen werden „beachtet“, oder Drei Säulen sind unterentwickelt, das Leben ist in Balance der Beruf nimmt die Hauptstellung im Leben ein. Um ausgeglichen zu sein, sollten Sie Energie in alle 4 Säulen investieren.

Die Vernachlässigung mehrerer Säulen bzw. die Konzentration nur auf die berufliche Säule hat verschiedene Nachteile:

- Sie erhalten Ihre Anerkennung ausschließlich aus dem beruflichen Umfeld. Das macht Sie abhängig von Ihrem Job. Würden Sie Anerkennung auch woanders bekommen, wäre eine Niederlage im Beruf leichter wegzustecken und würde weniger Stress verursachen. Verkrampft halten Sie dann am Beruf fest, da Sie sonst keine anderweitigen stützenden Säulen mehr im Leben haben.

- Sie können keine Kraft beim Sport, im Freundskreis oder während des Schlafs schöpfen, wenn diese Säulen unterentwickelt sind – Burnout droht, weil Sie keine Möglichkeiten haben, neu aufzutanken.

Tipp: versuchen Sie, aus diesem Teufelskreis herauszukommen. Notieren Sie sich, welche Säule bei Ihnen unterentwickelt ist.

Welche Säule sollte stärker ausgeprägt sein, als sie es jetzt ist? Ist eine Säule stark unterentwickelt, versuchen Sie, hier schnell geeignete Maßnahmen zu ergreifen!

Ich hab darüber schon häufiger nachgedacht und auch mit Leuten darüber gesprochen. Wirklich überzeugt von einer machbaren Realisation ist keiner. Und man muss auch mal sagen, bei wem ist denn alles so superduper ausgeglichen?

Und ich bin mir auch nicht sicher, ob Defizite an den Säulen und deren Beseitigung wirklich IMMER helfen.

Ich hatte letztes Jahr ein paar neue Leute kennengelernt, wir haben viel unternommen, aber egal was, wirklich gut ging es mir nie. Gute Arbeit hatte ich, aber trotzdem fingen meine Beschwerden zu der Zeit an, daran lag es 100pro nicht.

Es ist egal, ob ich mich täglich mit Leuten treffe, Kino, Restaurant, Zoo oder was auch immer, es hilft nichts. Verreisen, da geht es mir auch nicht anders.

Bleibt Beziehung über. Aber ich bin eigentlich bewusst und gern ohne, war früher anders, aber jetzt hab ich mir das so ausgesucht.

Ob es wirklich so der Knüller ist, Augenmerk so auf die Säulen zu richten? Und ist es nicht auch naiv? Super tolle Beziehung, tollste Arbeit, mega super soziales Umfeld, tolle Hobbys, immer genug Entspannung? Also für mich klingt das wie ein Märchen.

Und mal gesponnen, was ist, wenn jemand keinen Bock hat (Arbeit), sich nicht ständig mit dem Sülz anderer Leute befassen will (soz. Umfeld), lieber allein ist (Beziehung)? Wenn die Persönlichkeitsstruktur aktuell so aussieht, dann würde man nur wiederwillig an den Säulen arbeiten und wahrscheinlich geht es einem dann noch schlechter.

Natürlich muss man bereit sein, was zu ändern. Aber wenn man kein Verlangen hat? Müsste man da nicht erstmal fragen, warum das so ist?

29.05.2010 15:31 • 04.06.2010 #1


28 Antworten ↓


Wenn man kein Verlangen nach einer Änderung hat - dann ist es eben Depression.

gedichte-gedanken-zitate-weisheiten-f53/altlasten-t28099-20.html#p237564

Der lähmende Zustand ist IMHO eine Art Selbstschutz. Also erst Depression behandeln, weil um die Ecke zu springen geht bekanntlich nicht, und Depression hat für mich auch viel mit Schwerkraft zu tun. Die Säulen des Lebens sind nicht das Leben selbst, das Gebäude, das durch sie getragen wird. Ohne Säulen kein Bauwerk. Und sie alleine sind nutzlos, das ist wahr!

Zitat:
Ich hatte letztes Jahr ein paar neue Leute kennengelernt, wir haben viel unternommen, aber egal was, wirklich gut ging es mir nie. Gute Arbeit hatte ich, aber trotzdem fingen meine Beschwerden zu der Zeit an, daran lag es 100pro nicht.
Depression - behandeln lassen! Einen guten Therapeuten finden und an der Ursache arbeiten. - Ist aber leicht gesagt, nicht?

29.05.2010 17:12 • #2



Die Säulen des Lebens. Wichtig oder naiv?

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Meine Therapeutin geht von einer reinen Panikstörung aus. Ein Neurologe und eine andere Psychiaterin redeten zwar auch schon mal von maskierter Depression, aber meine Therapeutin sieht es anders. Sie meint halt, für eine Depression fehlen mir zu viele Symptome und wenn ich halt mal so eine Art depressive Stimmung hab, dann wegen der Panikstörung.

Also ich hab gerade letztes Jahr echt viel gemacht/unternommen, aber es hat mich eigentlich wenig interessiert, häufig genervt und irgendwie geschafft. Ich wurde da viel mitgerissen, aber wenn ich es mir hätte aussuchen können, dann hätte ich nichts gemacht.

Ich hab meiner Therapeutin gerade vorgestern gesagt, eigentlich hab ich zu nichts Lust, mich interessiert wenig. Wenn ich keinen Hund hätte, würde ich wahrscheinlich tagelang die Wohnung nicht verlassen. Panikstörung, meint sie. Na ja...

29.05.2010 17:25 • #3


Es kommt vielleicht darauf an, aus welchem Grund man nicht rausgeht. Ob weil es draußen zu langweilig ist, oder eben aus Angst vor der Attacke.

Wenn man - so wie du scheinbar - keine großen Erwartungen hat und sich selbst keinen Druck macht, werden PA's nicht automatisch seltener?

Ich denke das Ausmaß der stützenden Basis kann man nicht pauschalisieren. Was das soziale Umfeld betrifft: jemandem reicht es vollkommen draußen Smalltalk zu halten, für den Anderen ist sogar das schon zu persönlich, ihm reicht nur unter Menschen zu sein. Und widerum ein Anderer braucht mehrere Freunde oder einen größeren Bekanntenkreis um sich wohl zu fühlen. Da gibt es sicher keine Norm, nach der man sich richten oder ggf. verbiegen müsste.

29.05.2010 21:59 • #4


Ich bin mir nicht sicher, ob die individuellen Bedürfnisse bei Therapeuten immer so beachtet werden. In der relativ kurzen Zeit meiner Beschwerden (1,5 Jahre) hab ich mit 2 verschiedenen Psychologinnen zu tun gehabt (eine aktuell), etwas mit einer Psychiaterin, länger mit einer anderen Psychiaterin, noch ne andere in der Tagesklinik, einem Neurologen. Also etliche verschiedene Ärzte und Psychologen auf dem Gebiet. Wenn ich ehrlich sein soll, irgendwie gehen die alle nach Schema X.

Ich hab da wirklich die schärfsten Sachen erlebt. Allein das Aufnahmegespräch bei der Oberärztin in der Tagesklinik. In den ersten 2 Minuten sagte ich ihr, ich hab im Moment keine Beziehung, Arbeit hab ich auch. Da sagt sie: "Na dann sind doch Ihre Beschwerden kein Wunder, da muss man doch krank werden, kommen Sie mal in die Klinik, wir bekommen das schon hin". Das war alles, 5 Minuten dauerte das Gespräch. Und auch die Therapeutin dort tickte dann später ähnlich, wollte mich unheimlich in Richtung Beziehung bewegen. Das ich kein Interesse hab, interessierte nicht.

Danach war ich bei einer Psychiaterin, aber nur 1 mal. Das war mir das Schärfste, was ich je erlebt hab. Sie sagte gleich am Anfang (Und das ist kein Witz!): "Auch wenn Sie gerade Ihre Arbeit verloren haben, Sie sollten sich wieder Arbeit suchen, dann wird es Ihnen auch besser gehen. Und wissen Sie, Sie sind krank, aber vergessen Sie nicht, Sie leben auch von meinen Steuergeldern, liegen dem Staat auf der Tasche". Ich dachte, ich hab einen Hörfehler! Zu der Zeit ging es mir übelst und ich war froh, überhaupt was auf die Reihe zu bekommen.

Trotzdem hab ich letztes Jahr einiges geändert und probiert. Vieles was mir aus Therapeutensicht hätte gut tun müssen, tat mir nicht wirklich gut. Allerdings waren das fast alles Sachen, wo ich quasi mitgezogen wurde. Richtig Bock hatte ich nicht. War zwar z.B. toll, mal mit paar Leuten in einen Freizeitpark zu fahren, aber mich hat es letztlich nur genervt. Wegen einer Cola 30 Minuten anstehen, zu viele Leute, man konnte kaum treten, laut. Irgendwann ging es mir bei solchen Aktionen dann nur noch schlecht und ich war froh, wenn ich wieder meine Ruhe zu Hause hatte.

Ich war ja auch schon immer so, ist doch nichts, was mit meinen Beschwerden anfing. Nur wenn ich eben heute was mit Widerwillen mache, dann geht es mir schlecht, körperliche Symptome.

Häufiger wurde dann auch gesagt, dann mach doch, was dir Spaß macht. Das Problem ist, ich weiß nicht, was mir Spaß macht. Und auch das war schon immer so. Klingt sicher heftig, ist aber so. Ich kann mich für nichts interessieren und wenn, dann nur für den Moment.

Und selbst wenn gesagt wird, im Job z.B. bekommt man Anerkennung, hat das Gefühl, gebraucht zu werden. Mir war das immer egal, berührt mich nicht, ob der Chef mich gelobt hat oder nicht.

Ich war schon als Kind so, hatte aber ne super Kindheit, keine Probleme, Eltern super und nie Stress. Daran kann es nicht liegen. Ich hatte schon als Kind und Jugendlicher abgeflachte Emotionen, war interessenlos, hatte zu nichts Lust, hab mir kaum Gedanken gemacht. Hab aber immer Leute kennengelernt, die mich mitzogen. Geändert an mir hat es nichts.

Und da sollen nun die Säulen in der Therapie was ändern... (?)

29.05.2010 23:08 • #5


Crazy, die Psychiaterin würde ich bei der Ärztekammer melden. Manche haben sich vielleicht entweder behandlungsbedürftige Berufskrankheiten zugezogen oder eben den Beruf aus Beweggründen gewählt, über die nachzudenken sich wahrscheinlich nicht lohnt.

Zitat von crazy030:
Ich war schon als Kind so, hatte aber ne super Kindheit, keine Probleme, Eltern super und nie Stress. Daran kann es nicht liegen. Ich hatte schon als Kind und Jugendlicher abgeflachte Emotionen, war interessenlos, hatte zu nichts Lust, hab mir kaum Gedanken gemacht. Hab aber immer Leute kennengelernt, die mich mitzogen. Geändert an mir hat es nichts.

Und da sollen nun die Säulen in der Therapie was ändern... (?)

Da würde ich mir ein paar Fragen stellen, wie z. B. - was stört dich an deiner Situation? Worin besteht der Leidensdruck? Cola im Freizeitpark ist zwar eindeutig kein Brüller, aber das ist schließlich nicht alles, was das gesellschaftliche Leben zu bieten hat oder was überhaupt am Erlebnispotential vorhanden wäre, wenn... usw.

Panik entsteht doch im Grunde aufgrund der Diskrepanz zwischen Wunschvorstellung (einem Zwang) und subjektiv empfundener Realität?

Die Frage für mich wäre, ob ich etwas ändern will, und wenn, dann was. Erstmal erkennen, was genau das Problem ist. Wenn auch kein Interesse daran entsteht, das Problem zu suchen, dann.... weiß ich nicht. Dann bin ich mit meinem Latein am Ende. Ich denke dann ist der Leidensdruck nicht groß genug... Mal abwarten!... (Witz).

30.05.2010 11:24 • #6


Hallo crazy030

Ähnliche 08/15 Erfahrungen mache ich mit Psychiatern, Psychologen und in Kliniken auch schon seit vielen Jahren.
Allerdings habe ich einen solchen Härtefall, wie deine Ex-Psychologin, dabei zum Glück noch nicht erleben müssen. Das ist echt ein Fall für die Ärztekammer.

Zu den 4 Säulen möchte ich folgendes sagen:

Säule 1 lässt sich für jeden und jederzeit immer realisieren.

Säule 2 ist immer abhängig von anderen Menschen.

Säule 3 ist abhängig von dem Zustand von Säule 2 und 4.

Säule 4 ist heutzutage für fast niemanden mehr wirklich zu realisieren.

Viele Sonntagsgrüsse, Der Beobachter

30.05.2010 12:41 • #7


Zitat von vent:
Da würde ich mir ein paar Fragen stellen, wie z. B. - was stört dich an deiner Situation? Worin besteht der Leidensdruck?
Das ist doch das Problem! Die Oberärztin letztes Jahr in der Tagesklinik fragte mich irgendwann ja auch, was mich eigentlich stört an meiner Situation, was sich ändern muss. Ich sagte ihr, eigentlich müssen nur meine täglichen Kopfschmerzen weggehen und die anderen körperlichen Symptome, mehr interessiert mich nicht. Da sah die mich an, als wenn ich vom Mond komme.
Mir ist natürlich klar, was sie hören wollte. "Hach Frau Dr., mir geht es so schlecht, ich fühle mich so einsam und allein ohne Beziehung und Job, es ist alles so schrecklich". Das konnte ich aber so nicht sagen, weil ich es so nicht empfinde.

Im September 2009 hatte ich ein Erstgespräch bei einem Psychologen wegen Therapie. Der fragte mich auch diese Fragen und ich hab es ihm so gesagt, wie vorher der OÄrztin. Er sagte mir dann: "Ich hab das Gefühl, Sie wollen nichts ändern. Wegen Ihren körperlichen Beschwerden können Sie aber gern zu einem Arzt gehen, ich kann mit Ihnen nicht arbeiten".
Die 2. Versuch bei einer anderen Psychologin scheiterte auch daran. Sie sagte mir 1 Woche später am Telefon, sie traut sich die Arbeit mit mir nicht zu. Auch nicht schlecht.

Meine jetzige Therapeutin meinte ziemlich am Anfang noch, Änderungen an den Säulen wird an meinem Zustand nichts ändern. Und nun redet sie auch davon. Das verwirrt mich, weil ich nicht begreife, warum sie mir am Anfang was völlig anderes sagte.
Zitat von Beobachter:
Zu den 4 Säulen möchte ich folgendes sagen:
Säule 1 lässt sich für jeden und jederzeit immer realisieren.

Säule 2 ist immer abhängig von anderen Menschen.

Säule 3 ist abhängig von dem Zustand von Säule 2 und 4.

Säule 4 ist heutzutage für fast niemanden mehr wirklich zu realisieren.

Zu Säule 1 muss ich sagen, daran hab ich schon viel geändert. Hab mir einen Hund angeschafft, bewege mich wirklich viel, 15 kg abgenommen. Die noch vor 1 Jahr schlechten Blutwerte (Leber, Cholesterin etc.), Blutdruck, Herzfrequenz, alles super heute. Durch den Hund hab ich auch etliche Leute kennengelernt, wenn auch nur für SmallTalk, aber immerhin. Ich bin beschäftig, hab ne Aufgabe, tue meinem Körper Gutes. Geändert hat es wenig oder nichts.

Säule 2, auch letztes Jahr hatte ich paar Leute kennengelernt, wie ich ja schon schrieb. War viel unterwegs, Kino, Grillen, Party, Natur, Gespräche und und und. Änderte auch nichts, im Gegenteil. Häufig war ich froh, wenn ich wieder meine Ruhe hab und bin z.T. nicht ans Telefon. Hab heute keinen Kontakt mehr zu denen, in einem Fall bewusst abgebrochen, weil es mich nur noch nervte.

Säule 3, Schlafstörungen hab ich nicht, schlafe im Schnitt 7-10 Stunden/Tag. Trotzdem stehe ich seit Monaten jeden Morgen schon mich übelsten Kopfschmerzen auf.

Säule 4, bin seit 1 Jahr arbeitslos, seit 6 Monaten per Gutachter nicht mehr erwerbsfähig, was aber demnächst wieder geprüft wird, 40% Schwerbeschädigung. Zum Thema Job hab ich ja, wie gesagt, schon viele Meinungen von Psychiatern und Psychologen gehört, z.B.: "Wenn Sie arbeiten, fühlen Sie sich doch besser, weil Sie können Ihre Miete selber zahlen, sich was leisten, kommen unter Menschen, ernten Anerkennung".
Na ja, also ich hab zwar genug gearbeitet, aber wenn ich ehrlich bin, hab ich das nur als Last empfunden. Und wenn ich überlege, was ich vor 20 Jahren verdient hab und was heute, also da vergeht mir die Lust und auf den Rest pfeife ich. Für vielleicht 900€ netto ärgere ich mich den ganzen Tag mit den Leuten rum, sitze da über 8 Stunden, quäle mich dann noch 2 Stunden am Tag durch den Berliner Stadtverkehr. Dann komme ich nach Hause und irgendwie nervt alles nur. Und da will ich dann auch mit keinem reden, keine Beziehung, keine Bekannten, die dann vielleicht noch anrufen und Probleme haben. Leisten kann ich mir dann auch bloß nichts weiter, außer das blanke Überleben. Neee.

Wenn ich das meiner Therapeutin nächste Woche alles so sagen würde, ich glaube, die würde mich dann verabschieden.

30.05.2010 13:43 • #8


Hallo crazy030

Vieles von dem was du schreibst kenne ich (mit kleinen Unterschieden) genau so.
Egal ob es sich um die komischen Therapieerfahrungen handelt, oder um diese Säulen des Lebens.

Bei mir treten eben nur keine körperlichen Symotome auf, und mein Hund der mich zur körperlichen Aktivität bewegt, ist das Fehlen eines Fahrzeuges.

Die Hauptsache warum ich aber jetzt schreibe, ist die Sache mit dem "sozialen Umfeld".

Leute kennenlernen und mit ihnen viel zu unternehmen war (und wäre auch jetzt) kein Problem für mich.
Aber an meinem psychischen Befinden hat das in der Vergangenheit, ähnlich wie bei dir, auch nicht sehr viel verändert/verbessert.

Ja, und erzähle deinen letzten Beitrag wirklich nicht deinem Psychologen.
Ich habe diesen Fehler einmal bei meiner Verwandschaft gemacht, seit dem bin ich nicht nur das schwarze Familienschaf und der Familienpsychopath, sondern auch noch die Faule Sau.

Schönen Restsonntag, Der Beobachter

30.05.2010 17:37 • #9


Neee, werde ich ihr auch nicht so sagen. Meine Einstellung zu vielen Dingen kennt sie aber und so weit liegen wir da nicht immer auseinander. Aber was ihr im Gespräch letzte Woche wichtig war und das ist auch für sie Voraussetzung, im muss mich davon verabschieden, dass das mit meinen körperlichen Symptomen eine psychische Ursache hat, keine körperliche. Aber auch wenn ich kein Hypochonder bin, richtig überzeugt bin ich davon nicht.

Mein Hauptproblem sind chronische Spannungskopfschmerzen, die bei mir täglich spätestens 10 Minuten nach dem Aufstehen früh beginnen. Das geht nun über 1 Jahr. Und irgendwann im Laufe des Tages kommen dann noch andere Symptome dazu, die ich aber schon einer Angststörung zuordnen würde.
Ich bin mir jedenfalls nicht sicher, ob die täglichen Kopfschmerzen zur Angststörung gehören oder ob die Angststörung von den Kopfschmerzen kommt.
Zitat:
Chronischer Spannungskopfschmerz verursacht Stress, Angst und Depressionen
http://www.innovations-report.de/html/berichte/medizin_gesundheit/bericht-838.html

Wenn ich z.B. eine Kopfschmerztablette nehme, dann gehen die Kopfschmerzen weg und alle anderen Symptome kommen auch nicht. Also ist da für mich ein Zusammenhang da. Meiner Therapeutin hab ich das mal so gesagt und da meinte sie, klar, Schmerztabletten wirken auch auf das zentrale Nervensystem und darum kommen dann auch keine Angstsymptome. Das mag irgendwo zutreffen, aber Paracetamol unterdrückt ganz sicher keine Angst. Und meistens nehme ich Aspirin und die wirken nicht auf das Nervensystem.

Meine Therapeutin kann ich das aber auch wieder nicht so sagen, denn ich SOLL ja von einer psychischen Ursache überzeugt sein, auch wegen der Kopfschmerzen.

30.05.2010 18:08 • #10


So so, der Patient soll sich der Diagnose anpassen? Das ist doch eine gute Idee - dann kann dem Therapieerfolg gar nichts mehr im Weg stehen!? In dem Link steht, dass 80 % Spannungskopfschmerzpatienten nicht zum Arzt gehen. Hast du dich durchchecken lassen? Beim Orthopäden kann man sich Physiotherapie verschreiben lassen - Rückenmassagen und -gymnastik, - hilft garantiert!

Mit den Säulen deiner Psychotherapeutin habe ich mich heute den ganzen Tag lang beschäftigt. Ist eine seltsame Sache - ich bin nämlich ebenso darauf gekommen, dass ich keine brauche. Außer Nr. 1 - aber nicht unbedingt wegen Stressabbau. Aggressiv zu sein habe ich mir schon so abgewöhnt - bringt doch sowieso nichts außer Ärger.

Also wenn du Lust hast, kannst ja deiner Therapeutin bei der nächsten Sitzung darüber berichten, dass wir uns im Forum darauf geeingt haben, dass das Säulen-Konzept nicht realisierbar und auch gar nicht notwendig ist... !!...

30.05.2010 22:37 • #11


Na ich will es mal so sagen, alles Symptome, ausser die Kopfschmerzen, mögen ja auch psychisch sein. Da gehe ich sogar mit. Ich könnte mir aber aus vielen Gründen denken, die Symptome der Angststörung haben als Ursache die Kopfschmerzen. Nun ist natürlich die Frage, haben die Kopfschmerzen psychische Gründe, dann wäre alles psychisch und die Kopfschmerzen KÖNNTEN ebenfalls zur Angststörung gehören.

Meine Therapeutin geht scheinbar generell von psychischen Ursachen aus, Kopfschmerzen, Angststörung (oder wie sie sagt: aufgesetzte Panikstörung).

Befunde gibt es viele, meine Therapeutin kennt alle (aus Gesprächen). Erstmalig traten die Kopfschmerzen vor 1 Jahr auf, zusammen mit beginnenden Ohrengeräuschen, geplatzten Blutgefäßen im Auge (hatte 1 Woche ein völlig blutunterlaufenes Auge). War dann gleich bei der Augenärztin und sie meinte, wahrscheinlich Hörsturz. Dann HNO, wahrscheinlich Hörsturz und man kann wohl von Tinnitus ausgehen, eingeschränktes Gehör linkes Ohr wurde auch festgestellt in 3 Tests.

Kopfschmerzen und Tinnitus (manchmal sehr nervig, gerade beim Einschlafen) blieben, bis heute. Am Anfang waren die Kopfschmerzen nicht täglich, seit gut 4-5 Monaten aber täglich. Ich stehe schon früh auf und hab Kopfschmerzen, als wenn ich ständig einen Hammer vor den Kopf bekomme.

Dann war ich beim Neurologen. Neben verminderten Reflexen in den Beinen meinte er, ich soll mal noch etwas warten wegen der Kopfschmerzen und auch keine Schmerztabletten nehmen. Nach 2 Monaten sollte ich wieder hin, keine Besserung und da meinte er, es sind wohl chronische Spannungskopfschmerzen. Er redete dann auch von Leben vielleicht was ändern, entspannen etc. Aber Orthopäde wäre auch gut.

Hab mir dann vom Hausarzt 6 Mass. verschreiben lassen, null Wirkung.

Bin dann wieder zur HNO Ärztin und sie verschrieb mir eine Privatbehandlung mit Ginko und Sauerstoff, wegen Tinnitus. Musste 85€ bezahlen. Erfolg gleich null. Sie schickte mich dann noch zum MRT HWS und LWS.

Die 2 MRT sind nicht wirklich toll. 1 großer Bandscheibenvorfall LWS, 1 kleiner, Fehlstellung, Abnutzung, Einengung Nervenkanal. Riss Rückenmarkhaut. Hatte auch vor 2 Jahren mal einen übelsten Hexenschuss, konnte mich 1 Woche nicht bewegen. MRT HWS auch nicht toll, Abnutzung, Blockaden etc.

Zum Orthopäden und er meinte, nicht toll, aber die Masse mit solchen MRT Befunden hat keine Beschwerden. Wenn neurologisch alles i.O. ist, dann müssen sie sich keinen Kopf machen. Machen sie Sport.

Wieder zum Neurologen und die MRT Befunde mitgenommen. Der war über die Aussage des Orthopäden erstaunt und meinte, natürlich können die Befunde der Grund für die Beschwerden sein, gerade wegen der HWS und den Dauerkopfschmerzen. Gemacht hat er dann aber auch nichts und meinte nur, Amitriptilin (AD) wegen der Kopfschmerzen wäre einen Versuch wert. Will ich aber nicht.

Dann hatte ich die Nase voll und hab seit fast 4 Monaten jetzt nichts mehr gemacht, kein Orthopäde mehr, kein Neurologe und HNO war ich auch nicht mehr.

Aber es ist ja eh alles psychisch... Was mir nur nicht einleuchtet, warum sind die Kopfschmerzen nicht mal einen Tag weg, wenn ich z.B. entspanne, mit dem Hund im Wald laufe, mir Gutes tue, in den Urlaub fahre? Selbst Schlaf bringt nichts.

31.05.2010 10:23 • #12


Hallo

Irgendwie ist dies auch etwas mein derzeitiges Problem, wenngleich auch nicht mit Physiodoktoren.

Mein Psychologe hat, so denke ich, auch vorgefasste Meinungen und wenig Zeit und Lust zu einer umfangreichen Untersuchung oder Gesprächen.

Meine Angst ist dabei, wenn man nachfragt oder sich sogar leise etwas beschwert, dann verärgert man damit automatisch den jeweiligen Arzt, und kann vielleicht von ihm überhaupt kein aufrechtes Interesse oder Hilfe mehr erwarten.

Auch ich passe mich daher zu oft den Worten und Wünschen meines Arztes an, und stelle dabei mein eigentliches Anliegen und mein wahres Problem in den Hintergrund.

So geht natürlich nichts wirklich vorwärts, ausser dass die Frustration immer grösser und die Hoffnung immer kleiner wird.

Auch ängstliche Grüsse, Der Beobachter

31.05.2010 16:22 • #13


Aus Sicht der Psychologen muss man folgendes sagen, sie wollen und können nur mit Menschen arbeiten, wenn es sich 1. um ein ausschließlich psychologisches Problem handelt und 2., wenn der Patient davon zu 100% überzeugt ist.

Mal ein Beispiel. Wenn jemand nachweislich viel zu hohen Blutdruck hat und den nicht behandeln lässt, dann ist das ein Problem, weil der Hohe Blutdruck kann auch Symptome machen, die durchaus einer Angststörung zugeordnet werden können. Ebenso ist es eigentlich mit meinen Kopfschmerzen und dazu dann der MRT Befund. Normalerweise müsste man da erstmal richtig nachsehen, ob sich mit bestimmten Behandlungen was verbessern lässt. Wenn ja, dann müsste abgewartet werden, ob mit den schwindenden Kopfschmerzen auch die anderen Symptome verschwinden. Muss nicht, kann aber.

Es könnte die Gefahr bestehen, ich krempele nun mein ganzes Leben um, soweit das geht, weil meine Psychologin da die Ursache sieht. Wenn ich Pech hab und so geht es ja eigentlich schon über 1 Jahr, denn ich hab ja schon genug probiert und verändert, dann hilft mir das alles nichts. Wäre zumindest denkbar.

31.05.2010 17:35 • #14


Hallo crazy,

du hast die Kopfschmerzen wirklich auch im Urlaub, also ich meine, wenn du ganz woanders schläfst?

Ich wollte dich nämlich sonst fragen, ob es sein kann, dass dein Schlafplatz, bes. der Kopfteil, seit ca. 1 Jahr durch irgendetwas stark belastet sein könnte. Z.B. durch ein neues schnurloses Telefon von dir oder deinen Nachbarn, ein in der Nähe liegendes nicht ausgeschaltetes Hyndy, einen Computer direkt unterhalb deines Kopfes, ein aktiver WLAN irgendwo in der näheren Nachbarschaft, ein neuer oder stärkerer Sendemast in eurer Nähe oder ähnliches?
Hast du das schon mal überprüft?

Auch elektrische, elektronische oder massive metallene Geräte und Dinge mit bestimmter Form neben oder auch unter deinem Bett - auch in dem Raum darunter! - können eine üble Wirkung entfalten. Ich bin darin sehr sensibel und nehme sowas extrem wahr. In meinem Urlaubs-Bett, in dem ich jahrelang immer bestens geschlafen hatte, wachte ich z.B. eines Morgens total gerädert auf, ich konnte mich vor Schmerzen am ganzen Rücken kaum aufrichten. Als das am nächsten Morgen wieder so war, wurde ich stutzig und fing ich an zu recherchieren und entdeckte im Kellerraum darunter etwas unter meinem Bett, das genauso aussah wie ich mich am Morgen gefühlt hatte, bzw. ich hatte mich genau so gefühlt als hätte ich direkt darauf geschlafen. Ich schob es wieder weg, und dann konnte ich wieder bestens schlafen.

Es muss nicht so etwas bei dir sein. Aber es kann sein. Daher würde ich alles recherchieren, was nur geht, und gegebenenfalls einige Versuche machen. Immer noch besser als jahrelang Ärzte und Psychologen nach falschen Gründen suchen und Säulen bauen lassen.


Abgesehen davon kenne ich morgens entstehende Kopfschmerzen durch zu niedrigen Blutdruck am Morgen. Ist das schon mal gecheckt worden?

01.06.2010 22:01 • #15


@ GastB

Also ich hab darüber auch schon nachgedacht. WLan hab ich abgeschafft, aber auch erst vor 2 Wochen. Im Umkreis sehe ich auf dem Rechner 2 WLan's, aber die sind so schwach, kann man vergessen. Meine Karte im Rechner hab ich aus. Ich hab nur noch ein DECT Telefon in der Wohnung und sicher noch ein einige in der Nachbarschaft. Aber das kann man wahrscheinlich auch alles vergessen. Handy hab ich natürlich.
Gedanken hab ich mir aber schon mal über das Bett gemacht, weil es ist so ein hohes Kopfteil aus Metall dran, über dem Kopf hab ich 4 Stahlrohre, wie Antennen. Rein theoretisch könnten sich da irgendwelche Strahlungen bündeln.

Klingt alles irgendwie daneben, aber es gab ja dann doch schon genug Berichte im TV, wo Leuten von allen möglichen Strahlen krank wurden.

Blutdruck ist ok.

02.06.2010 06:46 • #16


Gleich nochmal ein Nachtrag, weil ich heute Therapie hatte. Ich war heute etwas verwirrt, weil letzte Woche noch die Säulen Thema waren und es müsse auf meiner großen Bühne mehr stattfinden.

Heute hab ich meiner Therapeutin noch einige Dinge zu meiner Sicht der Dinge gesagt. Klitzekleine Details kannte meine Therapeutin noch nicht, fand ich aber auch nicht wichtig und alles fällt einem ja auch nicht immer gleich ein.
Und nun ist es ja eigentlich so, sagte meine Therapeutin dann auch, es ist ja eigentlich fast umgekehrt. Heute und schon seit gut 1 Jahr passiert ja bei mir wesentlich mehr, als vorher. Allein schon durch den Hund hab ich einen völlig anderen Tagesablauf, bin viel unterwegs, treffe mich mit anderen Hundehalten und lerne ständig neue kennen, wenn auch nur für SmallTalk.

Letztes Jahr hatte ich sehr viel unternommen, ein wirklich buntes Programm und ständig kamen neue Leute dazu. Das hat sich heute etwas verflüchtigt, aber mir ging es zu der zeit auch nicht gut.
Arbeit hatt ich auch, als die Beschwerden anfingen.

Nun sieht es nämlich so aus, so schlecht sah es mit den Säulen nicht aus. Und trotzdem fingen mit all diesen Veränderungen meine Beschwerden an, quasi je mehr ich die Säulen pflegte.

Wir haben das heute mal zeitlich genau analysiert . Im September 2008 fing ich an zu arbeiten, was ich auch absolut wollte (!). Vom Arzt bekam ich erstmalig Blutdruckmedikamente, hab die aber nicht vertragen, mich echt rumgequält. Ebenfalls im September 2008 hatte ich erstmalig Angstzustände in der U-Bahn, hier sich aber in Grenzen. Das ging dann bis Januar 2009, wegen der Blutdruckmedikamente ging es mir die ganzen Monate mies, nur Schwindel und so. Aber immer brav arbeiten gegangen. Die Arbeit war aber echt easy (Büro). Dann Ende Januar erste PA. Die nächsten 6 Monate bleib das so, ausserdem Krankenhausaufenthalt, Tagesklinik Psychiatrie, alle denkbaren Untersuchungen.

Und zusätzlich noch die ganzen vielen Veränderungen 2009.

Nun war natürlich die wichtige Frage heute beim Gespräch, was war denn vor dem Job, vor den Blutdruckmedikamenten, vor den neuen Bekanntschaften, vor den Veränderungen? Ich hatte zwar darüber mit meiner Therapeutin schon mehrfach gesprochen, aber scheinbar hat sie das zeitlich nicht abgegrenzt.

Gut, also vor September 2008 war ich 2, 5 Jahre arbeitslos, hatte bis auf einen Kumpel, mit dem ich aber auch nur telefoniere, keine Kontakte. 1-2 mal die Woche ging ich in den Supermarkt, ansonsten bin ich kaum raus, weil ich keine Lust hatte. Ich lebte in den Tag, schlief bis Mittags, trank viel Alk.. Vermisst hab ich eigentlich nichts. Ich hatte 20 kg Übergewicht und wie sich ja dann im August rausstellte, sehr hohen Blutdruck, übelste Leberwerte, Zuckerwerte grenzwertig, Cholesterin hoch.
Aber, ich fühlte mich körperlich absolut super! Ich hatte nie Kopfschmerzen, nie irgendwo Angstzustände, nie PA, nie Schwindel oder Übelkeit. Nichts.

Dann fingen die Veränderungen an, an allen diesen Säulen wurde gearbeitet. Arbeit, soz. Kontakte, Einkommen, Freizeit, Gesundheit. Zusätzlich muss ich noch sagen, ich trinke seit 1 Jahr keinen Alk. mehr (null), hab aktuell 16 kg abgenommen (in 10 Monaten), meine Blutwerte sind traumhaft (Leber, Zucker, Cholesterin), Blutdruck hat sich normalisiert (brauche seit Monaten keine Medikamente mehr), Herzfrequenz hat sich um 20 Schläge/Minute gesenkt.

Und das ist genau der Punkt und darum hab ich das mit den Säulen hier angefangen. Es hat sich bei mir vieles um 180° gedreht, zum Positivem. Aber je mehr ich veränderte, desto schlechter ging es mir.

Ich war erstaunt, aber meine Therapeutin sieht das nun schlagartig auch so. Aber nun wird aus den angeblich notwendigen und positiven Effekten der Säulen genau das Gegenteil!

Alle diese eigentlich positiven Veränderungen bin ich (angeblich) nicht gewöhnt, es ging sehr schnell und war recht viel. Das könne man, so meine Therapeutin, mit gravierenden Lebensveränderungen vergleichen, die für eine depressive Anpassungsstörung verantwortlich sind.

Kurz: Arbeit und Aufbau der Säulen hat mein Leben so stark verändert, dass das zu einer depressiven Anpassungsstörung führte. Ich bin quasi überlastet, komme damit nicht klar oder will es nicht.

Muss ich das verstehen? Meine Therapeutin fragte mich, ob ich mein altes Leben wiederhaben will, weil es mir ja da super ging, zumindest vom eigenen psychischen und körperlichen Empfinden her. Nein, will ich nicht.

02.06.2010 13:14 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hallo crazy030

Diese Überlegung kann, auch nach meiner eigenen Erfahrung, sehr richtig sein.

Zuviele Lebensveränderungen (auch positive) in einem kurzen Zeitraum können tatsächlich eine negative Geasmtwirkung haben.
Jede Veränderung stellt auch eine Ablösung von Vergangenem dar (Entsicherung) und ein Schritt in etwas Neues (Unsicherheit).

Also bitte Kräfte gut aufteilen, Der Beobachter

02.06.2010 14:04 • #18


Ja, es wird wohl so sein. Es ist nur erstaunlich, wie sich die Strategie in der Therapie dann schnell ändern kann.

Wegen den Säulen, ich finde nur, es wird zu sehr verallgemeinert von Psychiatern und Psychologen. Ich hatte in der Vergangenheit häufig das Gefühl, da wird zu wenig auf die individuellen Bedürfnisse geachtet, denn jeder Mensch ist anders.

02.06.2010 14:35 • #19


Hallo crazy030

Das sind auch meine Therapeutenerfahrungen.
(Siehe auch meinen Thread: Therapieerfahrungen)

Ich denke, jeder Therapeut hat irgendwie sein persönliches "Steckenpferd".
Also bestimmte Methoden, Mittel, Erfahrungen, Vorlieben etc., die er/sie auf alle seine Patienten (gutgemeint) anwenden/übertragen will.

Manchmal denke ich sogar in einem Therapiegespräch, will/darf ich hier Heilung/Hilfe suchen, oder will/muss ich hier meinen Therapeuten glücklich machen?

Viele Grüsse, Der Beobachter

02.06.2010 15:25 • #20



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