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Gelöscht

23.07.2008 18:47 • 29.07.2008 #1


28 Antworten ↓


hallo mausischnupf

das, was du beschreibst, hört sich schon nach ausgewachsenen panik-attacken an, sofern körperlich kein anderes leiden vorliegt.

nun ja, dass er die therapie und angstauslösende situationen meidet, gehört leider mit zum krankheitsbild. da nützt leider kein zureden. der leidensdruck muss für ihn so gross werden, dass er bereit ist, sich dem "schlimmsten" zu stellen.

viele hier können das auch (noch) nicht, aber einige haben es geschafft und so ihre angst besiegt.

wie du als partnerin helfen kannst, soll er dir am besten selber sagen. grundsätzlich aber mal damit, dass du seine ängst ernst nimmst. er produziert sie zwar nur im kopf, d.h. es ist keine reale bedrohung vorhanden, trotzdem sind die körperlichen reaktionen darauf echt - seine angst ist echt - sie ist nur nicht der situation angemessen. manchen hilft es in akutsituationen, wenn man mit ihnen redet, sie ablenkt und einfach nur hält.

langzeitmässig kannst du ihm eigentlich nur helfen, indem du ihn motivierst, sich selber zu helfen. er muss sich seinen ängsten stellen. schritt für schritt angstauslösende situationen aufsuchen und lernen, dass ihm nichts passieren kann. das ganze ist aber ein langwieriger und harter kampf, der in erster linie in seinem gehirn stattfindet.

naja, vielleicht kannst du ihn ja mal überreden, hier einige artikel im forum oder auf dieser webside zu lesen. das wäre schon mal ein guter schritt in die richtige richtung.

ansonsten finde ich es einfach nur toll, dass du als partnerin hier schreibst, um ihm (euch) helfen zu können. die kranheit ist für jemanden, der nicht betroffen ist, sehr schwer verständlich. vielleicht hilft dir das eine oder andere hier auch, um besser zu verstehen, was in ihm vorgeht.

ich wünsche dir viel kraft und geduld - und würde mich freuen, wenn dein freund hier eines tages mal auftauchen würde.

liebe grüsse

leaina

23.07.2008 19:08 • #2



Bin neu hier und brauche dringend hilfe und Rat für uns!

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Frank 007
So ist es, ich schließe mich Leaina an und begrüße Dich / Euch hier. Er soll mal hier vorbeischauen und sehen, das er damit nicht alleine ist und keineswegs verrückt oder sowas. Ich möchte auch noch mal den Punkt rausstreichen, das auch Männer darunter leiden und leiden dürfen, ich bin ja selber einer.
Also, ein Angst-Coming-out ist angesagt. So hab ich das bei mir genannt und ich stehe dazu Ängste zu haben. Seitdem geht es mir besser, weil ich mich nicht mehr verstecken muss.
LG Frank

23.07.2008 19:24 • #3


aiM
Vielleicht muss es ja nicht gleich ein Comming-out sein! Ist vielleicht ein wenig viel.

Aber die Idee hier mal vorbei zu schauen finde ich auch sehr gut! So merkt er als Erstes, dass er mit seiner Angst nicht allein ist. Vielleicht motiviert es ihn auch seiner Angst den Kampf anzusagen.

Ein Besuch beim Doc wäre nicht schlecht. Allein schon um ihn eventuell medikamentös einzustellen. Er kann immer raus aus den Situationen, denn der Doc wird verstehen wenn er da raus muss. Und es kann auch sein, dass ihm genau dieser gedanke hift nicht flüchten zu müssen.

@Mausischnupf: Dein Freund hat Glück, dass er so eine verständisvolle Partnerin hat, die sich sogar im Internet umsieht um ihm helfen zu können.

Bei seinen Angstanfällen ist es gut wennDu ihn fragst was er möchte. mein Mann fragt mich dann in Kaufhäusern ob wir raus wollen oder ob es noch geht. So kann ich in diesen fiesen Situationen entscheiden ob ich da raus mus oder ob ich es noch etwas aushalten kann.

Liebe Grüße

Mia

23.07.2008 19:47 • #4


Gelöscht

23.07.2008 19:49 • #5


aiM
Es gibt oft keine wirklichen Auslöser. Oft kommt die Angst einfach so und schlägt zu.
Kleines Beispiel: Neulich kam ich aus der Dusche und wollte die Haare fönen und schlagartig war die Angst da. Angst vovor? Vor dem Fön? Dass die Haare nicht trocken werden? Keinen Schimmer, sie war da und liess mich schwitzen und beschleunigte den Herzschlag. Nichts ging mehr.

Dein Freund schränkt sich immer mehr ein. Jedes Mal wenn er seiner Angst nachgibt ist es eine Einschränkung mehr. Und irgendwann geht gar nichts mehr. Und wenn er jetzt nicht einmal mehr zu Dir fahren/mitfahren kann, ist er auf einem schlechten Weg.

Hat Dein Freund vielleicht einen guten Hausarzt? Zu dem ihr Beide gehen könnt. So dass er vielleicht medikamentös eingestellt werden kann. Schlimmer wäre es, wenn das dann stationär gemacht werden muss. Wenn die Tabletten dann erst einmal wirken kann amn eventuell auch mit einer Therapie beginnen.

Es ist ein langer und schwerer Weg, aber man kann es schaffen. Ich drücke Euch doll die Daumen...

Mia

23.07.2008 19:56 • #6


ja, ich muss da aiM völlig recht geben. er schränkt sich selber immer mehr ein. das soll kein vorwurf sein. ich selber komme kaum noch aus dem haus, obwohl ich ja wüsste, was besser wäre.

was er also nicht kann, ist einfach abwarten. da wird leider gar nichts besser - nur schlechter. die idee mal beim hausarzt vorbeizuschauen, ist nicht so übel. allerdings sind auch einige ärzte mit angstpatienten überfordert. aber es wäre sicher einen versuch wert.. für den anfang.

23.07.2008 20:04 • #7


Frank 007
Nee, klar, muss nicht direkt ein Coming-out sein. Hast du recht. Ich meinte auch eher vor sich selber, denn man denkt ja am Anfang das man bescheuert ist und versteckt, verleugnet und schämt sich. Ich meinte raus aus der Ecke, da muss man nicht alleine stehen.
In diesem Sinne, Fränkie

23.07.2008 20:08 • #8


Zitat:
Ich meinte raus aus der Ecke, da muss man nicht alleine stehen.


das hast du schön gesagt, frank.

viele von uns wären froh gewesen, sie wären früher aus ihrem eckchen gekommen. diese forum ist gold wert!

23.07.2008 20:11 • #9


Gelöscht

23.07.2008 20:15 • #10


aiM
Lass nicht locker! Versuch einen neuen Therapeuten aufzutun. Einen der nicht so blöd reagiert.
Habt Ihr keinen Hausarzt dem ihr vertrauen könnt? Ich denke es ist wichtig, das etwas passiert.
Ich habe auch Pillen genommen, damit ich wieder irgendwie am Leben teilnehmen konnte. Es gibt Nebenwirkungen, aber sie sind nicht so schlimm wie die Angst und die Angst vor der Angst!

@Mausischnuof: Man kann sich nicht einreden dass nichts passiert. Das geht nicht. Dein Freund muss erst einma runterkommen, zur Ruhe kommen. Dann kann man weitermachen. bei ständig wiederkehrenden Angstanfällen hat Dein Freund gar keine Kraft etwas zu ändern.

Nach meinen Ängsten lieg ich manchmal den halben Tag im Bett und habe das Gefühl an einem Triatlon teilgenommen zu haben.

Kann Dein Freund nicht selbst mal hier schreiben. Vielleicht kann er anders ausdrücken was in ihm vorgeht? Er kann es ja nur Dir sagen und Du schreibst es dann hier nieder.

Ich denke, es wäre gut, wenn er sich hier melden würde. Er kann mich auch gern direkt anschreiben, wenn er die Öffentlichkeit der Foren scheut.

Viele liebe Grüße

Mia

23.07.2008 20:32 • #11


Gelöscht

23.07.2008 20:46 • #12


aiM
Ich würde mich sehr freuen wenn ich etwas von Deinem Freund lesen würde.

Wie ich schon sagte, wenn er hier in den Foren nicht schreiben mag, dann kann er mir auch gern direkt schreiben. ich werde antworten so schnell ich kann.

Urlaub ist eine gute Möglichkeit um etwas runterzukommen. Ich hoffe für Euch beide, dass Ihr die Möglichkeit nutzt.

Alles Liebe für Euch

Mia

23.07.2008 20:52 • #13


Gelöscht

23.07.2008 21:12 • #14


Lysira
Hallo Mausi,

schau Dir mit ihm zusammen doch mal die Videos an. Das hab ich mit meinem Freund auch zusammen gemacht und er konnte mich danach viel besser verstehen. Ausserdem sind dort viele hilfreiche Tipps enthalten.
Es geht zwar um Agoraphobie, aber es ist völlig egal,welche Ängste man hat. Sie sind für alle Formen hilfreich.
http://www.psychic.de/agoraphobie-video.php

Ich finde es toll, wie sehr Du für ihn da bist. Hut ab. Er wird es mit Deiner Hilfe schaffen können.

Viel Kraft Euch Beiden
Lysira

23.07.2008 21:17 • #15


aiM
Kommt erst einmal zur Ruhe bevor ihr Euch den Ängsten stellen wollt. Ich denke man sollte das nicht von jetz auf gleich versuchen. Und so wie Du Deinen Freund beschrieben hast, wäre eine Konfrontation im Moment nicht geeignet.

Liebe Grüße

Mia

23.07.2008 21:20 • #16


Hi,

Dein Freund leidet vielleicht an einer Agoraphobie, hierunter versteht man die Angst aus bestimmten Situationen nicht fliehen zu können. Man hat eigentlich Angst die Kontrolle über sich zu verlieren. Es liegt nicht an der Situation sondern an einem selber. Ich kenne das nur zu gut, weil ich die Phobie selber hab. Ich habe derzeit andauernd Angst. Aber ich stelle mich der Angst. Ganz einfach, weil sie Dich zu hause genauso erwischen kann. Bei mir waren es am Anfang auch nur Situationen und Orte, mittlerweile habe ich auch zu hause Angst, ja man kann sagen, ich habe überall Angst. Was will er tun, wenn er auch zu hause angst bekommt? Ich weiß, wie schwer es ist, das Haus zu verlassen bzw. sich an Situationen zu begeben, die einen Angst machen. Ich muss das jeden Tag tun und es gibt Minuten, wo ich denke, ich dreh gleich durch, gar nicht mal weil ich eine Panikattacke habe, sondern einfach nur, weil ich Angst habe. Ich unterscheide das noch etwas, Angst ist bei mir nicht immer Panik. Er sollte auf alle eine Therapie machen und ggf. eine Selbsthilfe aufsuchen. Er sollte versuchen sich der Situation zu stellen. Ich glaube fest daran, dass der Körper irgendwann nicht mehr kann und dann lassen auch etwas diese negativen Gedanken nach. Wenn er sich zu hause einschließt, wird es nicht besser werden, evtl. sogar schlechter. Vielleicht kannst Du ihn etwas motivieren, indem Du mit ihm in Situationen gehst, die ihm Angst machen. Ich hoffe auch jeden Tag, dass die Angst nachläßt und irgendwann wird es wohl auch der Fall sein.
Ich wünsche es ihm und auch Dir. lg Kad

23.07.2008 21:28 • #17

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Gelöscht

23.07.2008 21:49 • #18


hallo mausi

das, was du mit der achterbahn erzählst, stimmt schon. und im grunde ist es normal, so etwas nicht mehr zu machen, wenn man es nicht verträgt.

der punkt ist aber der, dass phobiker aus ihrer angst nur wieder herauskommen, wenn sie sie suchen (sich bewusst angstauslösenden situationen aussetzen) und dadurch ihr gehirn merken kann, dass ihnen nichts passiert.

das gehirn eines phobikers ist auf angst und der angst vor der angst getrimmt. oftmals löst nur schon die negative erwartungshaltung eine panik aus. das ziel dieser konfrontation ist es also, mit der zeit zu merken, dass gar keine reale bedrohung existiert. um das zu erreichen muss ein phobiker weiter gehen, als es ein "gesunder" mensch es tun würde.

beispiel spinne-phobie: die wenigsten leute wären entzückt darüber, eine vogelspinne auf der hand zu halten, aber es macht ihnen nicht wirklich etwas aus. trotzdem würden sie es wohl kein zweites mal machen (ausser man liebt diese tiere). der spinnen-phobiker muss sich aber bewusst der situation stellen - mehr als einmal, damit das gehirn langsam wieder lernt, dass er vor einer spinne keine angst zu haben braucht.

vielleicht hilft diese erklärung etwas, um zu verstehen, was die konfrontation bringen soll.

ich wünsche euch viel kraft und mut!

leaina

23.07.2008 22:15 • #19


Hi,

das ist sehr schwer. Ich kenne das. Ich mußte mich letzte Woche auch 2 Tage krank schreiben, weil die Angst zu groß war zur Arbeit zu fahren und auch heute Abend ist mir wieder mulmig bei dem Gefühl morgen wieder hinzufahren. Er muss sich einfach der Tatsache stellen, was er will. Er wird sich so ja auch nicht wohl fühlen. Ich finde, man ist nur ein halber Mensch. Ich war an einem Punkt (bin es teilweise immer noch) wo ich mich frage, was ich will. So leben will ich nicht und sterben schon gar nicht, also habe ich angefangen zu kämpfen. Ich habe festgestellt, das wenn man länger in der Situation ist (fällt mir aber immer noch schwer, kämpfe derzeit auch gegen eine Dauerangst) lassen die negativen Gedanken irgendwann nach. Für mich ist es z. B. ein Albtraum über 100 km weg von zu hause zu arbeiten und nicht weg zu können, wann ich will, weil ich derzeit noch mit einer Fahrgemeinschaft fahre. Ich versuche mir dann teilweise Gedanken auszumalen, die mir evtl. helfen könnten. Z. B. wenn es gar nicht mehr geht, rufe ich meinen Freund an, der mich abholt oder den Freund von meinem Vater (der lebt dort). Oder ich sage mir schlicht, was willst Du denn zu hause? Ich weiß nicht, ob er zu hause schon Panik hatte, wenn nicht, empfindet er es zu hause noch als sicher. Ich weiß, dass es schwer ist, weil ich auch gegen meine Panikattacken ankämpfe, aber es scheint wirklich so zu sein, dass die Angst nachläßt. Das ist ja nur ein Adrenalinausstoß. Wichtig ist, dass er das begreift und er muss begreifen, das es nicht die Situation/der Ort ist, der ihm Angst macht, sondern seine Gedanken und Vorstellungen. Mir fällt das auch schwer, aber es geht nicht anders. Wenn ihr wegfahrt und er Angst bekommt, muß er durchhalten und wenn er keine Panikattacken aushalten kann, muß er versuchen sich abzulenken. Wichtig ist einfach nur, das er erfährt, das es nicht der Ort ist. Versuche in kleinen Schritten in zu Orten zu bekommen, die ihn Angst machen und lenke ihn ggf. ab. Man wird nicht sterben... Das muß ihm bewußt werden. Zur Not kann er sich auch pflanzliche Mittel holen, chemikalische Medikamente würde ich nur nehmen, wenn es überhaupt gar nicht geht. Ich glaube, das sie psychisch abhängig machen können. Da ist aber nur meine Meinung. Nimm ihn an die Hand und zeige ihm, dass Du für ihn da bist.

23.07.2008 22:20 • #20



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