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200914.10




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Soest
Ich habe Angst- und Panikattacken in feststehenden Situationen wie z.B. an der Kasse warten (der pure Horror!) -Schlange stehen geht garnicht!- ,Friseurbesuche, Kino, essen gehen usw. also alles Situationen wo ich nicht jederzeit weggehen kann ohne Aufsehen zu erregen oder Probleme zu kriegen: friseur ist klar, dann würd ich aussehen wie ein gerupftes huhn, Kasse: wenn ich da weggehe und die Brocken auf dem Band liegen lasse gucken alle schief, ich brauch mich in dem Laden nicht mehr sehen zu lassen und am wichtigsten:meine Kids haben nix zu essen! Kino gehe ich eh nicht alleine und wenn ich dann rausgehe und meine Begleitung da sitzen lasse ist der/diejenige sauer und ich hab ihr/ihm den Abend durchtrieben, Essen gehen dasselbe außerdem muß ich da ja noch zahlen...Alles andere geht zwar schon wieder: Büchereibesuche, Kirmesbesuche, in Läden reingehen und stöbern - aber wehe ich finde etwas was ich kaufen will, dann geht es schon los ( ich weiß ja, ich muß zur Kasse!): Herzrasen, Händezittern, Schwindelig das ich überzeugt bin ich falle gleich um, pures Panikgefühl und nur noch ein gedanken im Kopf: bitte, bitte laß es keinen sehen und bloß weg hier! Z.Z. arbeite ich mich Schritt für Schritt vor, d. h. mit meinem Mann kann ich schon fast immer bis zum Schluß in der Schlange stehen usw. aber da habe ich ja auch die Gewissheit das ich jederzeit gehen könnte. Nun ist der nächste Schritt eigentlich angeagt: ich muß es ganz allein üben, ohne Begleitung... Ich WEIß das es nicht anders geht wenn ich da raus will, aber ich hab so einen irrsinnigen Bammel davor und trau mich einfach nicht Und jeden Tag wo ich es nicht in Angriff nehme verachte ich mich ein Stückchen mehr... Kann mich irgenwer da draußen verstehen oder, ich trau´s mich fast nicht zu fragen: kennt das noch jemand?

Auf das Thema antworten

7 Antworten ↓



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  14.10.2009 22:03  
hallo=)
also ich verstehe es teilweise, weil ich bei feststehenden sachen
auch teilweise angst habe,aber nicht so intensiv
sehr intensiv ist es,wenn ich mich zum ersten mal mit jemandem treffe
da hab ich angst dass ich einen schlechten eindruck habe und achte sehr
im detail auf mein verhalten, dass ich sogar angst bekomme dass es dann
beklemmt rüberkommt und ich habe im ersten moment dann sehr starke aufregung
es ist bei mir auch so,dass ich in manchen situationen, zbso wenn ich
was kaufen muss an den moment des kaufens denke od ich denke wie ich sätze formulieren soll und so wenn ich mir unsicher bei etwas bin, da werde ich schon etwas nervös,aber so normalerweise hab ich keine probleme an kassen und so

was ich bei dir nicht verstanden habe: du hast ja gesagt:

"also alles Situationen wo ich nicht jederzeit weggehen kann ohne Aufsehen zu erregen oder Probleme zu kriegen"

Wieso willst du denn weggehen bevor du etwas abgeschlossen hast?,
wegen panikattacken oder wegen was, hab das noch nicht ganz verstanden

aber einigermaßen nachvollziehen kann ichs,weil ich auch paar probleme in der öffentlichkeit habe=)



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Gütersloh
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  15.10.2009 09:52  
Du bist nicht alleine...meine Denkmuster sind identisch mit Deinen...

Restaurant: Ich habe bestellt und muss bleiben, muss das essen und muss bezahlen
Kino: Ich habe bezahlt, muss sitzenbleiben, weil ich beim Aufstehen anderen die Sicht versperre, die teilweise auch aufstehen müssen um mich vorbeizulassen

Supermarkt:
Der Einkaufswagen muss zur Kasse, ich kann ihn nicht stehenlassen, ich muss bezahlen, ich muss in der Schlange stehen und die Sachen auf das Band legen

Friseur:
Ich muss sitzenbleiben, bis die fertig sind, ich muss die Leistung bezahlen

Zahnarzt:
Ich muss sitzenbleiben, ich muss die Behandlung durchstehen bis zum Ende, kann ja nicht mittendrin beim Bohren sagen, ich hätte es mir anders überlegt

Das gilt für sämtliche Bereiche bei mir, wo ich quasi einen Termin habe...
Arztbesuche, Behördengänge, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Beerdigungen, Elternabende, Schulaufführungen, Schulausflüge, Schwimmbad...

Schiff, Flugzeug, Straßenbahn, Bus....die Grunddenkweise ist bei allem dieselbe...nur dass ich da noch nichtmal die Wahl habe....



selbst bei Psycho-Therapien sitze ich deswegen auf glühenden Kohlen.

Es ist die Angst vor Kontrollverlust...





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Soest
  15.10.2009 12:27  
@ Tzuki: ich will dann gehen wenn die Beschwerden zu stark werden und ich ernsthaft Angst habe das ich jeden Moment umfalle und damit auffalle. Ich fühle mich in solchen Situationen wie gefangen, bedrängt eben...





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Soest
  15.10.2009 12:36  
@ zamira

Danke für deine Antwort - jetzt bin ich ja doch erleichtert das ich nicht alleine dieses Problem habe...Alle Situationen die du noch zusätzlich aufgeführt hast sind bei mir genau dasselbe - sie sind mir gestern Abend in der Aufregung nur nicht spontan eingefallen Es sind eben sooo viele....
Das mit der Angst vor Kontrollverlust...hm, ich glaub da ist was dran... Hat deine Therapeutin vielleicht noch spezielle Tips für dich gehabt? Ich mache eben einfach das was ich zuletzt gelernt hab:
Versuchen keine Situation zu meiden,
Solange in der Situation bleiben wie irgend geht - am besten bis die Attacke nachläßt- ,
Versuchen sich um sich selbst zu kümmern (vergeß ich eh ständig, habe genug andere und anderes worum ich mich kümmern muß),
Nachsichtig und liebevoll in Gedanken zu mir zu sein (wobei ich eher dazu neige mich in Gedanken fertig zu machen wenn irgendwas nicht 1000 % ist).
Das einzige was mir noch aufgefallen ist, ist das sobald ein Mensch mich nur ansieht, ich denke: oh nee, was will der denn jetzt auch noch von dir?
Aber genervt, nicht ängstlich... Da drängt sich mir doch das Gefühl auf das da ne ganze Menge Überforderung mit im Spiel sein muß - ich weiß nur noch nicht wo...

Also, wenn du da noch in Paar Tips hast wäre ich dir sehr dankbar...



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Gütersloh
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  15.10.2009 13:06  
Leider gehöre ich zu den Loosern hier im Forum und habe den Kampf weitestgehend aufgegeben und weiche bestmöglichst aus....
ich gehe eben nicht ins Kino, hole das Pizzataxi, bestelle viel in Onlineshops und gehe nur dann einkaufen, wenns leer im Laden ist.
Zahnbehandlungen werden in Vollnarkose gemacht und für unvermeidbare Dinge habe ich ne Wohnbetreuung, die mich begleitet.

Es ist bei mir zu verfestigt und antrainiert, wo es bei mir anfing, war ich leider auf mich alleine gestellt und hatte keine therapeutische Unterstützung.
Da waren Panikattacken nämlich noch nicht so bekannt in Deutschland und die Ärzte haben mich angeschaut wie ein grünes Männchen.

Einziger sinnvoller Tip, den ich noch habe:

Bei roten Ampeln mal auf die Uhr schauen, wie lang so eine Ampelphase ist...meistens dauert die nicht länger als 2 min...es kommt einem nur länger vor.

ich kann Dir nur einen Rat geben:

Lass Dich von deinen Gedanken nicht terrorisieren....jeder von den Menschen, die in Deinem Umfeld sind...auch beim Einkaufen oder im Kino, kann ähnliche Probleme habe...es spielt sich in einem ab und keiner kann es von aussen sehen....also kannst DU auch keine Leidensgenossen erkennen
Musst Du also raus...dann geh auch...
Kannst Du bleiben...dann bleib...
aber mach Dir keinen Kopf drum, was andere denken oder sagen könnten, wenn Du gehen musst.


Vor allem bleib dran...lass Dir Dein Leben nicht wegnehmen...es ist Dein Leben...



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  17.10.2009 22:02  
hallo lissi,
ich bin auch eine leidensgenossin

ich bin auch immer am hetzen, sodass es am besten nirgendwo einen stillstand gibt, zb. das man angesprochen wird oder gerade die warteschlange wo man von hinten die blicke spürt und immer meint das kann denen auch nich schnell genug gehen.

das fast schon lustige an der sache ist ja, einem wird schwindelig weil man angst hat das einem schwindelig wird





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Soest
  19.10.2009 13:56  
na, da bin ich ja schon mal erleichtert - offensichtlich bin ich nicht die einzige die diese Art von Problem hat... Da geht´s einem doch ein wenig besser wenn man weiß das man nicht alleine sowas hat. Kam mir schon vor wie ein Exot...
Danke für die lieben Antworten !



Dr. Reinhard Pichler

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