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Hallo,

vielleicht hat jemand von euch schon mal so einen Fall gehabt.

Ich bin noch in der Ausbildung und seit September aufgrund meiner immer schlimmer werdenden Panikattacken krankgeschrieben.

Nun soll ich am Freitag zum Betriebsarzt vom AG aus - verlasse jedoch zur Zeit meine Wohnung nicht wirklich/nicht alleine und kann auch nicht dort hinfahren. Weder alleine (über 30km), noch mit meinem Auto und leider kann mich niemand begleiten, dem ich vertraue (sprich Eltern). Nun wurde mir mit Abmahnung und Kündigung gedroht, wenn ich diesen Termin nicht wahrnehme. Das macht mich schon wieder soo fertig jetzt. Es geht ja einfach wirklich nicht. Die wollen mir jetzt die Pistole auf die Brust setzen und ein Taxi schicken. Aber was soll der Taxifahrer machen, wenn ich solche Panik bekomme und keine Luft usw? Das mache ich nicht. fühle mich dazu 0,000 in der Lage.

Jemand einen Tipp?

(Es läuft über den öffentlichen Dienst, dazu folgendes: Nach § 3 Abs. 4 des Tarifvertrags für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ist der Arbeitgeber bei begründeter Veranlassung berechtigt, den Beschäftigten zu verpflichten, durch ärztliche Bescheinigung nachzuweisen, dass er zur Leistung der arbeitsvertraglich geschuldeten Tätigkeit in der Lage ist. Der Arbeitgeber benötigt im Rahmen von § 3 TVöD einen begründeten Anlass für die Untersuchung und er darf von der Befugnis nicht willkürlich Gebrauch machen.)

10.12.2019 16:40 • 13.12.2019 #1


133 Antworten ↓


Perle
Hallo,

vielleicht kannst Du erstmal telefonisch mit Eurem Betriebsrat in Kontakt treten und Dein Problem schildern? Vielleicht kann der BR eine Art Vermittlerposition einnehmen.

Weiß Dein Arbeitgeber, welche Art Erkrankung Du hast?

LG Perle

10.12.2019 16:52 • #2



Betriebsarzt - kann nicht hin! Was tun?

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Sebastian82
Da wirst du nicht drumherum kommen, ohne mit einer Abmahnung oder gar außerordentlichen Kündigung rechnen zu müssen. Eine Freundin hatte letztes Jahr ähnlichen Fall in der Firma. Hier wurde die Kündigungsschutzklage abgewiesen. § 3 Abs. 4 TVöD schreib ausdrücklich, dass die ärztliche Untersuchung durch einen Betriebsarzt durchzuführen ist, wie du es ja auch selbst schon gelesen hast.

10.12.2019 16:55 • x 2 #3


Meine Ausbildungsleiterin weiß meine Erkrankung. Der Personalchef, eigentlich nicht, außer es wurde getratscht.

Wenn man doch aber grade nicht in der Lage ist, dort hinzufahren, wie soll man das denn machen?
Ich kann nicht einfach ins Auto steigen und losfahren, dann unterwegs noch einen Unfall bauen, wegen der Panik. Aktuell schaffe ich ja noch nicht einmal Spaziergänge draußen.
Ich bin ja krankgeschrieben wegen der ganzen Sache, kann das Haus wirklich nicht verlassen - bin aktuell am Anfang einer Therapie.
Das wird sich bis Freitag nicht ändern.
Zumal das Ganze noch so weit weg ist. Vor Ort würde das vielleicht grade so noch gehen mit Begleitung natürlich nur.

an den BR habe ich noch nicht gedacht... telefonisch weiß ich nicht, ob das möglich ist, den Betriebsarzt zu kontaktieren. Es ist keine Telefonnummer angegeben.

10.12.2019 17:49 • #4


Hallo!
Nimmst du medis?
Eventuell könntest du es mit einem notfallmedi (benzo) zum Arzt schaffen?
Liebe Grüße

10.12.2019 18:57 • #5


Zitat von nektarine:
Hallo!Nimmst du medis?Eventuell könntest du es mit einem notfallmedi (benzo) zum Arzt schaffen?Liebe Grüße


Ich nehme keine Medikamente und habe ich auch noch nie genommen bzw. gar keine derartigen zuhause.
Habe eine Angst dagegen entwickelt, nach Citalopram. :/

10.12.2019 18:58 • #6


Hast du das citalopram nicht vertragen?
Was ist passiert?

10.12.2019 19:00 • #7


Zitat von nektarine:
Hast du das citalopram nicht vertragen?Was ist passiert?


Ich hatte einen kompletten Kreislaufzusammenbruch, mit blauen Lippen etc. und wirkliche Todesängste den ganzen Tag. Habe scheinbar allergisch reagiert bzw. zu empfindlich. Musste es dann auch sofort absetzen, nach Konsultation eines Arztes, aber leider sind die schlimmen Panikanfälle (wie ich sie erstmals unter dem Citalopram erlebt hatte) geblieben bis heute. Mein Kopf hat sich das scheinbar sehr gut gemerkt, obwohl der Medikamenteneinfluss ja weg ist...

10.12.2019 19:04 • #8


Es gibt aber noch so viele Alternativen zu citalopram, es wäre sehr schade, wenn du wegen Panikattacken gar nicht mehr rausgehst.
Das wird leider immer schlimmer, umso länger man nichts dagegen tut.
Warst du schon bei einem Psychiater?

10.12.2019 19:07 • x 1 #9


Zitat von nektarine:
Es gibt aber noch so viele Alternativen zu citalopram, es wäre sehr schade, wenn du wegen Panikattacken gar nicht mehr rausgehst.Das wird leider immer schlimmer, umso länger man nichts dagegen tut.Warst du schon bei einem Psychiater?


Ich habe eben so eine enorme Angst entwickelt, dass ich nichts mehr chemisches nehmen möchte. Nehme aktuell Kytta und Lasea ein...

Ich habe nur 1x monatlich Termine beim Therapeuten bekommen.. viel zu wenig, um einen Behandlungserfolg zu erzielen, gechweige denn eine leichte Besserung. Leider beträgt die Warteliste über 1,5 Jahre im Umkreis von 25 km. Habe wirklich überall angerufen und wurde nur vertröstet. Habe es sogar über eine zentrale Terminservicestelle versucht - darüber kam leider nur ein Termin beim Tiefenpsychologen zustande - was aber nicht das Richtige ist.

Habe jetzt ein online-Programm angefangen Selfapy. Mit wenigstens 1x wöchentlichen Telefonatem mit einem Psychologen.

10.12.2019 19:10 • #10


Das kann ich nachvollziehen, aber es muss beim nächsten mal nichts passieren.
Natürlich hat man anfangs meist Nebenwirkungen, die verschwinden aber recht schnell und dann setzt die positive Wirkung ein.
Citalopram wirkt stark antriebssteigernd, das kann am Anfang beängstigend sein.
Eventuell wäre ein sedierendes Antidepressiva besser für dich. Das gibt es einige, die nebenwirkungsarm sind.
Momentan wäre es mal wichtig, dass du irgendwie diesen Termin wahrnehmen kannst, eine Kündigung wäre momentan sicher das letzte, das du brauchst.
Denk an deine Zukunft!
Liebe Grüße

10.12.2019 19:48 • #11


Sebastian82
Ein Krankentransport keine Alternative? Ruf doch morgen mal bei deinem Hausarzt an. Dann hättest du auch ne Begleitung.

10.12.2019 19:50 • x 1 #12


Perle
Hast Du mal über eine stationäre Therapie nachgedacht? Ich war vor einigen Jahren in der gleichen Situation wie Du und mir hat die Psychosomatische Akutstation damals insofern geholfen, dass ich mich in Sicherheit fühlte, Gemeinschaft und ärztliche Betreuung, Psychotherapie, Medikamenteneinstellung etc. hatte, um zumindest wieder etwas stabiler zu werden.

1x im Monat Therapie sind in Deiner Situation meiner Meinung nach zu wenig wie sollst Du da Stabilität gewinnen?

Mit telefonieren meinte ich eigentlich, dass Du den Betriebsrat anrufst und ihn um Hilfe bittest (nicht den BetriebsArzt).

10.12.2019 19:58 • #13


Zitat von nektarine:
Momentan wäre es mal wichtig, dass du irgendwie diesen Termin wahrnehmen kannst, eine Kündigung wäre momentan sicher das letzte, das du brauchst.Denk an deine Zukunft!Liebe Grüße


Ich möchte es erst mal ohne Medikamente versuchen bzw. müsste man an meiner Medikamentenangst vorerst arbeiten... aber das ist auch nicht das vorwiegende Thema

Ich bin mir unsicher, ob man mir tätsächlich kündigen kann, wenn ich aufgrund einer Erkrankung (!) nicht in der Lage bin, einen Arzt aufzusuchen, der auch noch so weit von mir zuhause entfernt ist. Einem Hausbesuch würde ich ja sofort zustimmen oder zumindestens einen Arzt im Wohnort. Damit eben die Fahrt wegfällt.

Zitat von Sebastian82:
Ein Krankentransport keine Alternative? Ruf doch morgen mal bei deinem Hausarzt an. Dann hättest du auch ne Begleitung.


Da will ich morgen sowieso anrufen, ja. Habe mich schon im Internet informiert, das ist wohl eher für Leute, die Probleme mit dem Laufen etc. haben. Also auf einen speziellen Transport angewiesen sind. Hätte jemand aus meinem Umfeld Zeit, würde ich auch gemeinsam mit dieser Person hinfahren. Aber leider haben auch die einen Job und können nicht ständig frei nehmen oder eher gehen. :/

Zitat von Perle:
Hast Du mal über eine stationäre Therapie nachgedacht? Ich war vor einigen Jahren in der gleichen Situation wie Du und mir hat die Psychosomatische Akutstation damals insofern geholfen, dass ich mich in Sicherheit fühlte, Gemeinschaft und ärztliche Betreuung, Psychotherapie, Medikamenteneinstellung etc. hatte, um zumindest wieder etwas stabiler zu werden.

1x im Monat Therapie sind in Deiner Situation meiner Meinung nach zu wenig wie sollst Du da Stabilität gewinnen?

Mit telefonieren meinte ich eigentlich, dass Du den Betriebsrat anrufst und ihn um Hilfe bittest (nicht den BetriebsArzt).


Ich war vor 4 Jahren schon mal stationär und musste vorzeitig abbrechen. Das Schicksal und die ganzen Geschichten und Symptome der anderen haben mich dermaßen getriggert, dass es mir immer schlechter ging. :/ Man hatte mir in der Klinik dann damals zu einer ambulanten wöchentlichen Therapie geraten, was ich auch recht schnell bekam und was gut gefruchtet hatte. Jedoch ist die Therapeutin nun leider in Elternzeit und somit stehe ich ohne da... eine Zwickmühle momentan... :/

Achso ups, das hatte ich falsch verstanden, sorry. da könnte ich morgen wirklich mal um Hilfe bitten bzw. einen Rat..

Werde mir trotzdem von meiner Ärztin morgen ein Attest ausstellen lassen, dass ich aufgrund meines gesundheitlichen Zustandes momentan nicht an derartigen Terminen ohne Begleitung teilnehmen kann. Und dass es mir auch nicht möglich ist, dort alleine hinzufahren. (Sofern das mit dem Krankentransport nicht klappen sollte).

10.12.2019 23:43 • #14


Sebastian82
Zitat von littlegirl19:
Ich möchte es erst mal ohne Medikamente versuchen bzw. müsste man an meiner Medikamentenangst vorerst arbeiten... aber das ist auch nicht das vorwiegende Thema Ich bin mir unsicher, ob man mir tätsächlich kündigen kann, wenn ich aufgrund einer Erkrankung (!) nicht in der Lage bin, einen Arzt aufzusuchen, der auch noch so weit von mir zuhause entfernt ist. Einem Hausbesuch würde ich ja sofort zustimmen oder zumindestens einen Arzt im Wohnort. Damit eben die Fahrt wegfällt. Da will ich morgen sowieso anrufen, ja. Habe mich schon im Internet informiert, das ist wohl eher für Leute, die Probleme mit dem Laufen etc. haben. Also auf einen speziellen Transport angewiesen sind. Hätte jemand aus meinem Umfeld Zeit, würde ich auch gemeinsam mit dieser Person hinfahren. Aber leider haben auch die einen Job und können nicht ständig frei nehmen oder eher gehen. :/ Ich war vor 4 Jahren schon mal stationär und musste vorzeitig abbrechen. Das Schicksal und die ganzen Geschichten und Symptome der anderen haben mich dermaßen getriggert, dass es mir immer schlechter ging. :/ Man hatte mir in der Klinik dann damals zu einer ambulanten wöchentlichen Therapie geraten, was ich auch recht schnell bekam und was gut gefruchtet hatte. Jedoch ist die Therapeutin nun leider in Elternzeit und somit stehe ich ohne da... eine Zwickmühle momentan... :/ Achso ups, das hatte ich falsch verstanden, sorry. da könnte ich morgen wirklich mal um Hilfe bitten bzw. einen Rat.. Werde mir trotzdem von meiner Ärztin morgen ein Attest ausstellen lassen, dass ich aufgrund meines gesundheitlichen Zustandes momentan nicht an derartigen Terminen ohne Begleitung teilnehmen kann. Und dass es mir auch nicht möglich ist, dort alleine hinzufahren. (Sofern das mit dem Krankentransport nicht klappen sollte).


60% unserer Fahrgäste waren läufer. Und wenn Gesundheit ein Problem hast, ein Taxi nicht geht, dann hast du Anrecht auf nen Plan B.

11.12.2019 00:27 • #15


Habe grade nochmal geschaut, da geht es um die Kostenübernahme. Man muss den Transport wohl dann selber bezahlen.

11.12.2019 00:31 • #16


Sebastian82
Zitat von littlegirl19:
Habe grade nochmal geschaut, da geht es um die Kostenübernahme. Man muss den Transport wohl dann selber bezahlen.


Nicht sofern er medizinisch injiziert ist. Die KÜ steht unter der Verordnung des Arztes.

11.12.2019 00:34 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von Sebastian82:
Nicht sofern er medizinisch injiziert ist. Die KÜ steht unter der Verordnung des Arztes.


Okay, dann werde ich morgen mal anrufen beim Arzt und nachfragen.

Das einfachste wäre natürlich, diesen Termin einfach in den Januar zu verlegen - da könnte ich mit Begleitung auch irgendwie hinkommen...

11.12.2019 00:35 • #18


Sebastian82
WENN dir jetzt irgendwie noch wer helfen kann, dann dein HA. Die kennen ja auch mögliche Schupflöcher usw.

11.12.2019 00:39 • #19


Zitat von Sebastian82:
WENN dir jetzt irgendwie noch wer helfen kann, dann dein HA. Die kennen ja auch mögliche Schupflöcher usw.


Naja, leider ist sie nicht so, dass sie einem alles möglich macht. Oft wird man da schnell abgehandelt und fertig.. total überlaufen die Praxis :/

11.12.2019 00:48 • #20



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