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17.04.2008 20:09 • 08.07.2020 #1


88 Antworten ↓


Hallo!
Ich kann gut nachvollziehen wie du dich fühlst.
Früher hatte ich unheimliche Angst auf Menschen zuzugehen. Ich konnte mich niemandem öffnen. Nicht über Gefühle sprechen, oder manche Gedanken. Hab mich immer unverstanden gefühlt. Und ich hatte vor vielen Dingen einfach unheimliche Angst. Ich konnte nicht telefonieren, ich bin nicht Auto gefahren. Bin nicht mehr raus gegangen.
Und es hat nie jemand bemerkt. Ich hatte mir selbst immer Rechtfertigungen einfallen lassen, um etwas zu vermeiden... Wozu rausgehen, wenn ich doch hier alles habe? Wozu selbst einkaufen, wenn ich mir was mitbringen lassen kann... Wieso irgendwas unternehmen, wenn ich alleine bin und es mir so keinen Spaß macht?
Und immer sowas eben. Das alles änderte sich für mich, als ich meine Exfreundin kennenlernte. Sie brachte mir unheimlich viel bei was selbstvertrauen angeht und ich lernte all das zu tun, was ich eben erwähnte.
Doch mittlerweile bin ich leider wieder alleine und als es so kam brach meine ganze Welt zusammen und es begannen die Panikattacken.
Meine Familie versteht nicht wie es mir mit meinen Panikattacken geht.
Mein Vater würde es nie verstehen, aber ich hab auch keinen guten Draht zu ihm. Meine Mutter versucht es zu verstehen, aber kann es nicht und das setzt mich unter Druck. Ich sehe das es sie belastet.
Mein Bruder versucht es zu verstehen und kann es vielleicht am besten, aber ich sehe ihn nur selten.
Auf jedenfall kann ich gut nachvollziehen, weshalb du wütend bist.
Ich habe auch das Gefühl mit meiner Panik nicht so ernstgenommen zu werden wie es eigentlich sein sollte.
An einem Tag schütte ich mein Herz aus wie schlecht es mir geht und im nächsten Moment wird etwas gesagt, was mir klar zeigt, dass nichts verstanden wurde. Das ist unheimlich enttäuschend und verletzend.
Vor allem, weil das gerade mal die Oberfläche von dem ist, wie ich mich fühle. Und wenn das schon keiner in meiner Familie versteht, dann macht es keinen Sinn tiefer zu gehen. Das hilft nicht mir und ihnen auch nicht.
Wie auch immer...
Ich glaube an meinen Ursprünglichen Ängsten, die immer mal wieder durchkommen, ist mit sicherheit auch meine Umgebung mitschuld.
Lange habe ich mir eingeredet, es wäre meine Schuld. Aber ich weiß es nicht.
Mich belastet im Moment am meisten die Sache mit den Panikattacken. In der Hinsicht kann ich nur zu gut verstehen wie wütend es dich macht.
Denn mir gehts da genauso. Oft weiß ich einfach nicht was ich machen soll und ich bin einfach wütend, dass es niemand versteht. Ich fühle mich alleine gelassen. Mir wird gesagt, ich sei nicht alleine damit, bin es aber doch.

P.S. Ich bin auch ein Angsthäschen

Liebe Grüße, Lars.

17.04.2008 20:54 • #2



Angst vor Ohnmacht

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Hi du,

danke für deine Antwort. Mir fällt spontan dazu ein: Du hast von Erfolgen innerhalb deiner ehemaligen Beziehung berichtet. Dabei solltest du aber unbedingt bedenken, dass dir "nur" gut zugeredet wurde; aber gehandelt hast letztendlich du! Du allein bist verantwortlich für deinen Erfolg und nicht deine Ex-Freundin.

Ich finde es beruhigend gleichzeitig aber auch schade, dass es anderen auch so geht. Dieses nichtverstanden werden ist noch viel schlimmer als das Leiden selbst. Und es ist auch nie jemand davor geschützt. Es kann quasi jedem passieren. Meist wird man eben erst dann verstanden, wenn es einem andern auch passiert ist. Dabei ist doch schon lange bekannt, dass es sich bei Angst- und Panikattacken um eine Krankheit handelt. Wenn man sagt, man hat Krebs, dann hat jeder Verständnis. *Pffff*

Naja, wie auch immer. Ich bin wohl gerade auf einem ekelhaften Selbstmitleids-Trip und mein Partner hält es nicht mehr aus. Gestern sagte er, dass ich endlich etwas ändern soll. Darum muss ich jetzt schnell genesen, weil ich Angst um meine Beziehung habe.

Manchmal bin ich auch total wütend auf mich selber, weil ich meine Talente nicht für das Berufsleben nutzen kann. Da versage ich total und muss mich mit einer minderqualifizierten Stellung zufrieden geben, nur um nicht "aufzufallen"...

Liebe Grüße,
das Angsthäschen

17.04.2008 21:40 • #3


Hallo Angsthäschen!

Zitat von Angsthäschen_:
danke für deine Antwort. Mir fällt spontan dazu ein: Du hast von Erfolgen innerhalb deiner ehemaligen Beziehung berichtet. Dabei solltest du aber unbedingt bedenken, dass dir "nur" gut zugeredet wurde; aber gehandelt hast letztendlich du! Du allein bist verantwortlich für deinen Erfolg und nicht deine Ex-Freundin.


Da hast du natürlich recht. Sie hat mir nur die Kraft dazu gegeben. Aber das mit den Panikattacken ist leider eine ganz neue Sachen für mich, die alles unheimlich schwer macht.

Zitat:
Ich finde es beruhigend gleichzeitig aber auch schade, dass es anderen auch so geht. Dieses nichtverstanden werden ist noch viel schlimmer als das Leiden selbst. Und es ist auch nie jemand davor geschützt. Es kann quasi jedem passieren. Meist wird man eben erst dann verstanden, wenn es einem andern auch passiert ist. Dabei ist doch schon lange bekannt, dass es sich bei Angst- und Panikattacken um eine Krankheit handelt. Wenn man sagt, man hat Krebs, dann hat jeder Verständnis. *Pffff*

Da hast du vollkommen recht. Es ist wirklich furchtbar, dass die meisten Leute es einfach nicht verstehen können.

Zitat:
Naja, wie auch immer. Ich bin wohl gerade auf einem ekelhaften Selbstmitleids-Trip und mein Partner hält es nicht mehr aus. Gestern sagte er, dass ich endlich etwas ändern soll. Darum muss ich jetzt schnell genesen, weil ich Angst um meine Beziehung habe.


Wenn du darüber sprechen möchtest, kannst du mich gerne anschreiben. Ich höre sehr gerne zu und vielleicht kann ich dir ja irgendwie dadurch helfen.
Dieses Gefühl "jetzt schnell geneses" zu müssen, ist auch mein Problem. Und das macht mir nur noch mehr Druck. Ich weiß das es für mich keine schnelle Lösung gibt. Wenn ich sonst glücklich wäre, würde mir vieles sicher leichter fallen, aber so muß ich eben auch eine Lösung finden.
Ich habe schon viel darüber nachgedacht was ich tun kann. Und ich glaube es gibt keine schnelle Lösung. Aber das zu akzeptieren fällt mir schwer.

Zitat:
Manchmal bin ich auch total wütend auf mich selber, weil ich meine Talente nicht für das Berufsleben nutzen kann. Da versage ich total und muss mich mit einer minderqualifizierten Stellung zufrieden geben, nur um nicht "aufzufallen"...


Da sprichst du mir gerade total aus der Seele. Ich habe eigentlich viele Talente, aber gerade im Moment fällt es mir unheimlich schwer die zu nutzen. Ich kann im Moment überhaupt nicht kreativ sein und genau das müsste ich eigentlich. Aber wann immer ich es versuche, wirds einfach schlimmer. Es sei denn es kommt von alleine. Aber jede "Aufgabe" scheint zu viel zu sein.

P.S. Wie gesagt, wenn du Lust has kannst du mir gerne schreiben. Ich höre gerne zu. Manchmal hilft es einfach, selbst dieses Selbstmitleid sich mal von der Seele zu reden, wenn es einem schlecht geht. Und manchmal sehen außenstehende vielleicht etwas positives, was man selbst nicht so sieht.

Liebe Grüße, Lars.

17.04.2008 21:59 • #4


hi angsthäschen,

zu dem ersten punkt, den du angesprochen hast: wut auf die familie.
ich habe das auch durch. hatte total wut auf meinen vater, weil der mir nie zugehört hat und mich nie bestätigt hat. bin deshalb damals nachts aufgewacht und hatte wutheulkrämpfe. hatte dann ein gespräch mit ihm (nach einigem hin und her - er wollte erst nicht), wo ich ihm alles gesagt habe, auch ganz alte geschichten, die mich schon ewig belastet haben, kleinigkeiten eigentlich... jedenfalls wollte er nicht die schuld übernehmen für mein "verkacktes" leben, weil er mir wohl oft genug "gute tipps" gegeben hätte und dachte, ich nehm die sowieso nicht an und sich deshalb von mir distanziert hat. also er dacht, ich will ihn nicht, und ich dachte, er will mich nicht.....(er denkt z.B., dass ich ihm im alter nicht helfen würde, was ich ganz krass aus seiner sicht finde. klar würd ich den pflegen... is halt mein oller vater!)

was es mir gebracht hat: die wut auf meinem vater hat dadurch langsam aufgehört, weil er mir richtige antworten auf bestimmte sachen geben könnte. (sonst machen wir nur behinderten small talk)
was er nicht sagen konnte, war: dass er mich lieb hat (hört sich banal an, aber ist immer so ein grundgefühl gewesen... hab mich immer schei. gefühlt, weil ich dachte, es könnte so sein. jetzt weiß ich: er hat mich halt nicht lieb. fertig.)

ich glaube, mit handfesten ansagen kommt man besser klar als mit irgendwelchen hassgefühlen, die man nicht richtig deuten kann. vielleicht ist deine familie nicht perfekt, vielleicht haben dich einige noch nicht mal gern. vielleicht erwarten sie von dir auch irgendetwas (mein vater z.B. hat gesagt, ich erzähl ihm sowieso nichts und mache eh, was ich will) und sind deshalb so zu dir.

mir hat jedenfalls das direkte gespräch geholfen und es war mir auch nicht unangenehm, wie bescheuert dabei zu heulen. mein vater denkt ja eh, ich hab n schaden

viel glück

19.04.2008 00:23 • #5


20.04.2010 16:24 • #6


02.09.2011 22:20 • #7


Hallo,

ich habe diese Panikattacken zwar noch nicht sehr lang aber ich gebe mir die beste mühe dies irgendwie in den "griff" zu bekommen.

Ob Alk. hilft weiß ich auch nicht, da ich garnicht trinke. Trinkst du deshalb auch regelmäßig um alles etwas zu "minimieren"

02.09.2011 23:46 • #8


Hallo schane5891,
meine grosse Sauerei hat eigentlich damit
angefangen als mich meine Freundin verlassen
hat.

Stimmt davor war ich nur "Partytrinker"

*grübel*

03.09.2011 00:49 • #9


Das kann ich wiederrum absolut garnicht verstehen...ich muss aber auch dazu sagen, das ich sehr angst vorm erbrechen habe und auch das bei jemandem anderes zu sehen oder nur das zu sehen...deshalb fasse ich nichts zu trinken an und mag es auch nicht wenn jemand betrunken ist...Viele sagen ja, das ihnen Alk. "hilft" andereseits macht man andere sachen nur schlimmer damit.
Nachdem meine Attacken anfingen und immer heftiger wurden ging ich ins Krankenhaus, ich glaub ich habe da von allem etwas gesehen...aber den Alk. ging es auch nicht gerade gut...

04.09.2011 18:17 • #10


Wendy
Hallo, David, herzlich willkommen hier im Forum.

Zitat:
Das blöde ist wenn ich etwas getrunken habe kann ich
ein fast normales leben führen. Disco's, Kneipen u.s.w
alles kein Problem.


du hast ja schon erkannt das du ein Problem hast,und das ist einfach dahingehend nur wunderbar das es für noch eine Frage der Zeit ist bist du auch die Lösung dafür findest. nur lass dich bloss nicht auf den Alk. ein damit es dir besser geht. Das ist keine Lösung für das Grundproblem.

Berichte doch mal im Forum worum es genau bei deinen Ängsten geht.

vg von Wendy

05.09.2011 01:06 • #11


Hallo,
Alle Symptome sind bei mir schon wen, nur Unruhe und die Angst vor der Ohnmacht:-( ist noch da:-(
Mir der Unruhe komme ich klar, aber das mit der Ohnmacht ruiniert mir mrin Leben:-((
Was soll ich dagegen machen, habt Ihr Tipps?
Vielen Dank

09.04.2013 16:39 • #12


Habe das ja auch. Wovor hast du genau Angst? Umfallen und nicht gefunden werden? Oder umfallen und dich verletzen? Mich plagt diese Angst schon über ein Jahrzehnt immer wieder. Bin in der ganzen Zeit noch nie umgefallen.

09.04.2013 16:46 • #13


Hmmm..klingt bloed aber weiss es selber nicht.
Extrem ist es auf der Arbeit dass es alle sehen, denke ich?
Zu Hause ist es weniger geworden bzw nur noch sporadisch.
Auf der Arbeit die ganze Zeit:/( schraenkt so ein.
Was machst Du dagegen?
Ist ein Horror, oder?habe es jetzt wieder im Auto, war schon besser bzw sooo gut und jetzt ist Autofahren wieder ein Horror:-(

09.04.2013 16:59 • #14


Habe Baldrian genommen, Johanniskraut (sehr hoch dosiert), nehme nun Lasea. Wenn es ganz schlimm ist, nehme ich Kreislauftropfen.
Ich hatte wirklich schon ganz ganz schlimme Phasen. Helfen konnte mir keiner. Das ist halt eine spezielle Phobie.
Wenn man genug Geld hätte: Hypnose. Aber vielleicht hast du den einen Bericht hier gelesen, wonach es 20-25 Sitzungen dauert. So ne Sitzung kostet gern mal 90 Euro. Wer hat schon soviel Geld?

09.04.2013 18:29 • #15


Ich mache die Hypnose schon, aber erst seit 5Wochen:/(
Habe schon viele Fortschritte gemacht,aber Ohmachtsgefuehl ist leider noch da.
Der Therapeut meinte, es dauert noch etwas.
Bist Du mir der Ohnmachtsangst auch zur Arbeit?

09.04.2013 18:50 • #16


Eine Zeit lang früher ja. Dann erst wieder als es besser wurde. Ich fand das auch mit am Schlimmsten, wenn man damit arbeiten muss.

09.04.2013 19:05 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hey habe das gleiche Probleme, obwohl ich auch noch nie umgefallen bin.

pumuckl: Hat dir keine Therapie geholfen? Das ist ja schon entmutigend. Ich würde so gerne einfach mal wieder normale Dinge tun wie einfach nur einkaufen ohne die ständige Angst, ich könnte vor allen Leuten in Ohnmacht fallen

LG

02.06.2013 18:19 • #18


Ich habe erst im April eine Psychotherapie angefangen. Beim ersten Mal habe ich alles Mögliche ausprobiert, viel Geld ausgegeben und geholfen hat nix. Dann war es weg. Einfach weg. Lag vielleicht daran, dass ich eine schöne Zeit hatte. Ein toller Job, ein Chef, mit dem ich klar kam, nette Kollegen, genug Geld, ein schickes Auto, Freunde, einen Freund, Urlaubsreisen usw. Leider kam es dann wieder nach einer Streßphase. Und ist wieder so wie früher. Ich gehe inzwischen zwar wieder täglich raus, auch alleine einkaufen.Aber mein Radius ist eingeschränkt und ich habe oftmals immer noch Angst, ich könnte umfallen. Wenn ich morgens schon Symptome habe, ist der Tag quasi gelaufen.

02.06.2013 20:59 • #19


Ich mache auch eine Therapie seit Dezember. Zunächst gings mir immer besser. Konnte wieder einiges allein und mit wenig Angst machen. Dann hatte ich einmal im Bus Kreislaufprobleme. Und schwups war ich wieder drin im Teufelskreis und bin es immer noch Da geht es mir wie dir pumuckl.: wenn ich morgens Schwindel habe oder mich anders nicht gut fühle trau ich mich kaum vor die Tür. Betreibe da wahrscheinlich zu viel Selbstbeobachtung

Dass es bei dir einfach so weg war...das wünscht man sich ja. Aber wenns dann doch irgendwann wieder da ist...ist ja wirklich nervig.

02.06.2013 21:31 • #20



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