App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

23

novemberrain

novemberrain
Mitglied

Beiträge:
496
Themen:
6
Danke erhalten:
83
Mitglied seit:
Hat hier jemand Erfahrungen mit Achtsamkeit gemacht?
Es soll ja Wunder wirken, gerade bei Ängsten......

Freue mich auf Antworten.

DANKE

02.03.2025 #1


51 Antworten ↓
D

Disturbed
Gast

Interessant welche Begriffe im Zusammenhang mit Achtsamkeit jetzt schon so aufkamen.
Da wären Gegenwart, beziehungsweise das Gegenwärtige und das könnte man ja „Hier und Jetzt“ nennen. Und in diesem zu bleiben, soll ja durch Achtsamkeit erzeugt werden.

Dann ist ja noch das Bewerten, oder genau gesagt, das Nichtbewerten. Da fiel dann Bestimmen oder Benennen. Und Meinungsbildung. Gerade beim achtsamen Hören wäre ein gezieltes Bestimmen oder Benennen natürlich möglich, aber da soll trotzdem eine Bewertung außen vor gelassen werden. Ein Geräusch das man kennt, oder zu kennen glaubt soll eben nicht bewertet werden, also weder als angenehm oder unangenehm. Denn das kommt ja dem reinen Wahrnehmen in die Quere.

Die Übung wäre also, ich höre ein Geklapper. Von dem kann ich denken, es seien Pferdehufe (das wäre eine Bestimmung oder Benennung) doch das wäre zudem bei weiterhin geschlossenen Augen auch eine Meinung, es wäre meine Meinung, dass da ein Pferd vorbei trabt oder galoppiert. Mach ich die Augen auf, sehe ich womöglich aber jemanden der Kokosnüsse aneinander schlägt. Schließe ich die Augen wieder, höre ich ein Geklapper und wenn ich das nicht bewerte, als angenehm oder unangenehm, dann weiß ich zwei Dinge. Erstens, meine Meinung kann daneben liegen und zweitens, ich weiß was mit Achtsamkeit angedacht ist. Achtsamkeit ist aber auch nur ein Begriff für diese spezielle Übung und hätte auch anders genannt werden können, wenn es dem, der ihn für diese Übung das erste mal verwendet hat, entsprechend passend erschienen wäre.

Achtsamkeit soll also nur Wahrnehmen der Gegenwart, in der man sich ja befindet, sein. Bestenfalls ohne etwas dazuzudenken oder emotional zu aktiv zu werden, dass eine Bewertung dabei herauskommt. Und das ist eben nicht einfach. Auf einer Wiese die Blumen sehen und den Kackhaufen eines Hundes und nicht empfinden, dass die Blume schön ist und der Kackhaufen eklig oder deplatziert, wäre Achtsamkeit in der Erfüllung der sogenannten Übung par excellence. Wenn man noch die Details der Blume und des Kackhaufens sehen kann und sich nicht durch etwas anderes ablenken ließe, wäre es die höchste Form der Achtsamkeit. Und sich dafür die Zeit zu nehmen könnte einen eben regulieren oder runterbringen oder was sonst bezüglich der eigenen Psyche oder auch körperlichen Aktivität (Beruhigung vielleicht) gewünscht ist.

Dennoch ist Achtsamkeit eben nicht für jeden was. So wie an sich alles was man tun könnte um irgendwas damit zu bewirken zu wollen. Am Ende steht aber trotzdem immer ein Erkenntnisgewinn. Zumindest obs einem hilft, oder eher nicht und das ist dann die subjektive Bewertung, die man Anderen als seine Meinung mitteilen kann und wodurch Andere dann der Meinung sein könnten, es wäre wohl dann auch nichts für sie. Eine tatsächliche Erkenntnis könnten die aber nur erfahren, wenn sie es selbst mal versuchen würden.

02.03.2025 13:12 • x 3 #51


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Achtsamkeit lernen Erfahrungen - im hier & jetzt bleiben

x 3


D

Disturbed
Gast

Zitat von Azure:
Vielleicht um das noch einmal in den Kontext Achtsamkeit zu bringen: Meine Gedanken sind ja durchaus etwas, was mir im "hier und jetzt" bewusst werden kann, auch wenn sie sich mit Zukunft oder Vergangenheit beschäftigen.

Könnte insofern stimmen, wenn Du dann wahrnimmst, dass Du Dich gedanklich eben mit der Zukunft beschäftigst ohne zu bewerten. Also beispielsweise nicht überlegst, ob das jetzt gut ist, oder nicht. Wenn Du Dir beispielsweise als Übung vornimmst, ich denke an meine Zukunft und es käme ein Gedanke zur Vergangenheit, oder dass Du gerade lieber ein Eis essen willst, dann wäre die Übung dabei, diese Gedanken ziehen zu lassen und wieder an deine Zukunft zu denken. Und vor allem nicht darüber nachzudenken, wieso habe ich jetzt an Eis gedacht, wo ich doch an meine Zukunft denken wollte.

Es gibt eine Übung, von 1 bis 10 zu zählen und zwar so, 1 plus 1 ist zwei, zwei plus 1 ist drei, usw. und wenn ein anderer Gedanke kommt, wieder von vorne zu beginnen. Klingt leicht, aber wenn man es ehrlich bis 10 schafft, dann war man überaus achtsam, solange dies gebraucht hat. Dabei darf dann aber auch wirklich kein anderer Gedanke dazwischen sein, wie „es zieht gerade“, „die Uhr tickt“, „die Nase juckt“ und was man sonst so denkt, dass nichts mit dem zählen zu tun hat. Denn schnell könnte man da ja bewerten, wie blöd das ist, dass man gerade gedacht hat, als die Nase juckte, soll ich mich kratzen und dass wäre schon eine Bewertung.

Deswegen ist Achtsamkeit so schwer. Und wenn man bei der Zählübung bis 3 kommt, schon ein richtiger Erfolg, wenn man nach der Übung dann wieder bewertend denkt und Revue passieren lässt, was man da gerade tat.

01.03.2025 14:55 • x 2 #36


Zum Beitrag im Thema ↓


E
Mhm was meinst du genau mit Achtsamkeit? Worauf soll ich achten? Sorry, glaub ich steh auf dem Schlauch!

#2


W
Ich auch

#3


novemberrain
Na ja, wie soll ich es erklären....

Es heißt, man soll im HIER und JETZT verbleiben.
Alles beobachten, ohne zu bewerten.
Schwierig zu erklären....

Es gibt einen Achtsamkeitsmuskel- und wenn man den trainiert, wirkt sich das positiv auf den gesamten Körper und Psyche aus.
Viele Therapeuten arbeiten mit dieser Methode.

Man kann achtsam essen, laufen, autofahren usw.
Und achtsam gegen die Angst vorgehen. Also die Symptome von außen betrachten, sie aber nicht bewerten, und somit kommt man gar nicht erst in dieses Angstkarussel.

Bin schlecht im Erklären, ich weiß.....

#4


W
Ja, so ungefähr kann ich mir was darunter vorstellen, habe aber noch nie davon gehört.Klingt ein wenig nach Zen.

#5


B
Huhu

Ich kenne (und mache bei Bedarf) :

Achtsamkeitsmeditation (Bodyscan) nach Jon-Kabat-Zinn

Hilft sehr gut, Der Beobachter

#6


Z
und das hilft ??
kann ich mir gerade sehr schwer vorstellen ..

#7


B
Nachtrag (musste den Link erst suchen) :

http://www.medmonitor.de/praevention/stress-bewaeltigen/body-scan/

Diese Kurzanleitung gibt aber nur ein ganz kleinen Einblick,
es gibt von Jon-Kabat-Zinn ein dickes Buch dazu.

Mir hat es in den letzten Jahren sehr geholfen, auch wenn
ich anfangs wegen dem Begriff "Meditation" sehr skeptisch
war.
Besonders die Atemübungen sind auch in "Akutsituationen"
(bei mir oft öffentliche Verkehrsmittel) sehr hilfreich.

Ganz liebe Grüsse, Der Beobachter

#8


P
Und wie das hilft. Dass es funktioniert, siehst Du an Deiner Angst. Das ist nichts anderes als Achtsamkeit. Nur halt auf negatives. Beim Bodyscan lernst du zb alles an dir ganz bewusst zu spüren - und einfach nur beobachtend hinzunehmen wie zb dein herz schlägt, deine geschlossenen augen sich unter den lidern bewegen etc.

Es ist halt nicht einfach die Achtsamkeit in der Angstsituation umzulenken, aber es hilft wirklich.

LG Püppi

#9


B
Huhu

Ich benutze diese Medidationstechnik zur inneren Beruhigung,
und um mich selber besser kennenzulernen.

Man kann dabei sogar lernen, manche einfache Körperfunkt-
ionen zu kontrollieren.
Für Menschen, die von unklaren Krankheitsängsten betroffen
sind, kann das (Kontrolle) bestimmt sehr hilfreich sein.

Liebe Grüsse, Der Beobachter

#10


Z
ok , dann mal danke für die vielen guten erklärungen von euch !!

#11


Schlaflose
In meiner Reha war ich in einer Achtsamkeitsgruppe. Da haben wir z.B. einmal mit geschlossenen Augen an Gegenständen riechen tasten sollen und so erraten, was es war. Ein andermal wurde das gesamte Mittagessen ohne Besteck nur mit den Fingern gegessen. Ein andermal hat man sich gegenseitig massiert oder mit so einer Art Schneebesen dem anderen auf dem Kopf herumgefuhrwerkt. Einmal musste man dem Sitznachbarn ein besonderes Erlebnis aus seinem Leben erzählen und der andere hat es der Gruppe weiterzählen müssen. Das war zwar alles ganz lustig, aber was es bringen sollte, keine Ahnung.

#12


Z
mhhhh ..dabei hat man bestimmt jede menge positive erfahrungen sammeln können ..?
vielleicht war das , das ziel der sache ! ?

#13


Schlaflose
Ja wahrscheinlich schon, aber man brauchte nicht alles mitzumachen und ich glaube, jeder hat sich gerade davor gedrückt, was sein Problem war. Da war z.B. eine ganz dürre Frau, die offensichtlich unter Essstörungen litt, die hat beim Fingeressen nicht mitgemacht. Ich kann es nicht haben, angefasst zu werden oder jemanden anzufassen, und ich habe beim Massieren nicht mitgemacht.

#14


novemberrain
Vielen Dank erstmal für die Infos

Hat jemand genaue Tipps bei einem Angstanfall?
Ich kann mir schwer vorstellen, wie der Bodyscan funktionieren soll. Gerade bei Angst, wo wir ohnehin schon den Körper zu sehr abscannen, frage ich mich, wie das gehen soll. Klar, man soll die Symptome NICHT bewerten, aber wie genau soll das gehen? Einer, der unter Schwindel leidet, wird ja wohl kaum ganz ruhig dieses Symptom nicht bewerten- ihn packt doch die blanke Angst oder nicht?

Ich habe mir jetzt ein Buch von Jan Eßwein gekauft mit CD. Da sind Achtsamkeitsübungen drin.
Bin gespannt...... Da ich eher der ungeduldige Mensch bin, frage ich mich, wie ausgerechnet ich meine Mitte finden soll

Aber ich werde berichten...

#15


D
Die Achtsamkeitsübungen sind eine sehr gute Methode in der Angstbehandlung. Dadurch konnte ich die Angst zulassen, aber dennoch die Dinge tun, die ich wollte. Mit der Zeit habe ich mich dran gewöhnt und konnte auch in weiteren Schritten die Angst und Symptome "erforschen".

Das bewerten kommt mit der Zeit. Man kann nich entscheiden, heute bewerte ich mal anders. Das ist eine lange Reihe von Ereignissen. Jeder muss seine eigenen Weg finden.
Ich habe früher auch mit irgendwelchen halbgaren Maßnahmen (Ablenkung, Entspannungsmittel, etc.) versucht, die Angst unter Kontrolle zu halten, erst als sie von der Leine gelassen habe, hat sich angefangen vieles zum positiven zu wenden. Das gilt für die Angst, als auch für körperliche Symptome.

Z.B. bei Herzphobie..mal bewusst auf den Herzschlag konzentrieren, einfach mal darauf achten und beobachten, die Angst, Angst sein lassen. Ist man wie in diesem Beispiel soweit, hat man schon die halbe Miete rein, meine Erfahrung.

#16


liebe
ein anderer Aspekt der Achtsamkeit - ist das Tun im Augenblick bzw bewusst den Augenblick leben und bewusst dann den JETZT Moment mit allen Sinnen wahrnehmen.

Angst lebt in der Vergangenheit oder in der Zukunft !

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

C
Ein ganz tolles Buch um achtsam für seine Gefühle und Gedanken zu werden, bzw. überhaupt zu begreifen was das bedeutet, ist:

Meditieren in drei Minuten von David Harp und Nina Feldmann

Immer mal wieder 3 Minuten Meditationen (oder auch nur Sekunden, wie die Autoren vermitteln) in den Alltag einbauen, sich selbst wahrnehmen (den Körper, die Gefühle, die Gedanken)...nicht schlecht und ich finde, das ist der Weg zu sich, zu sich verstehen, mit sich umgehen zu lernen..... Ich wünschte, ich würde schon konsequent dabei bleiben....ich arbeite dran.

Ein tolles Buch in dem man darauf aufbauend dann noch einiges mehr über den Umgang mit Emotionen, Gefühlen, Schmerzen (beim Sitzen) und Gedanken beim Meditieren erfahren kann, ist für mich: "Der Weg der Achtsamkeit: Bewusstheit und Meditation im täglichen Leben" von Maren Schneider.

Es lohnt sich sehr, sich damit zu befassen finde ich, ich wünschte, ich hätte in all der Therapiezeit die ich in meinem Leben schon erfahren habe, jemals etwas (bzw. auch nur die Worte!!) über Bewusstheit (bewusste Kommunikation) und Achtsamkeint gehört...
...denn eigentlich geht es doch nur darum: sich seiner selbst bewusst zu werden~und dadurch einen Umgang finden/lernen können.

#18


P
Ja crazyfruit,
das hast du gut beschrieben.
In der Therapie habe ich auch noch nie davon gehört.So neu ist das doch nicht

Wie ist das bei euch, habt ihr bei der Therapie oder beim Psychologen jemals davon erfahren?

Ich denke auch eher hier wird oft noch mit so halbgaren Methoden gearbeitet.
Heisst Gespräche, Medis, und irgend welche Hilfsmittelchen die dazu führen erstmal wieder
raus zugehen und alles zu unterdrücken.
Hilft ja, aber leider nicht langfristig. Denke, weil man sich eben nicht" selbst erfahren" hat.

Ichhabe davon im Internet erstmals gelesen und fand es sehr faszinierend und auch überzeugend.
Dann habe ich mir Buch mit CD von jack Kornfeld "Meditation für Anfänger " gekauft und finde es sehr gut.

Sicher ist das ein langfristiger Weg, man muss auch viel üben und sich darauf einlassen können.

#19


HeikoEN
Kennt Ihr das zum Thema Achtsamkeit?

http://www.ratgeber-panik.de/manahmen-g ... aining.php

und mit zwei ganz praktischen Übungen:

http://www.ratgeber-panik.de/downloads/ ... offene.pdf

#20


A


x 4


Pfeil rechts




Dr. Reinhard Pichler
App im Playstore