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Capybara
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Betreff des Beitrags: Angst vor der ARGE Verfasst: 17.Nov.2011, 23:47 |
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ich weiß nicht ob dass Phobieforum der richtige Ort ist , aber ich habe Angst vor der ARGE und vor Allem davor dass die mich so in der hand haben. bevor ich mißverstanden werde, ich hab keine Angst davor dass ich eine Arbeit/Maßnahme annehmen soll, ich bin auch nicht faul und mag mich auch nicht drücken. aber (jetzt kommt das berühmte aber) jedesmal wenn ich eine Einladung von der ARGE bekomme ist es wie eine Mischung aus Panik vor dem was wieder kommt und unendliche Trauer darüber dass was kommt. ich kann das nicht so recht in Worte packen warum genau ich damit solche Schwierigkeiten habe. es fängt schon damit an dass ich die Einladung meist nur ein oder zwei Tage vor dem Termin erhalte . damit fängt dann die Panik schon an da ich in regelrechte Panik und Hektik verfalle und nicht genug Zeit hab mich moralisch auf diesen Termin vorzubereiten. ich hab auch schon ein ärztliches Attest beigebracht dass das aufgrund meiner seelischen Verfassung besser wäre mir die Einladung eher zuzusenden damit ich mich vorbereiten kann. die Antwort der ARGE war nur dass das immer so gemacht wird und für mich keine Extrawurst gebraten wird . so kurzfristig hab ich dann auch keinen den ich mit hin nehmen kann so dass ich nicht alleine hin muß. ich stehe diese Qualalso ganz alleine durch. die Gespräche verlaufen dann meist so daß ich angeben muß wie es um meine körperliche und seelische Gesundheit steht. Atteste liegen der ARGE in etlicher Ausführung vor, auch darüber dass sich mein Zustand nicht mehr ändern wird. meist bekomme ich dann Adressen mit wo ich mich melden soll, was ich dann auch mache, aber alles unter Panik. ich bin Diabetiker Typ I seit über 30 Jahren, mein BZ ist nicht immer top aber ich hab ihn im Griff. in den tagen vor und nach der ARGE habe ich BZ Werte weit über 400 vor lauter Aufregung. die Psyche macht sich also auch körperlich bemerkbar. warum genau und wovor ich solche Panik da habe kann ich nicht einmal genau sagen, es macht mich einfach fertig. vielleicht kennt das ja hier einer, oder/und weiß wie man mit der ARGE und der Angst davor umgehen kann. "normale" Menschen mißverstehen mich da oft falsch, Worte wie "arbeiten hat noch keinem geschadet" und "was sollen die Dir schon tun" helfen mir nicht so wirklich.
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Mahabharata
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Betreff des Beitrags: Re: Angst vor der ARGE Verfasst: 18.Nov.2011, 15:15 |
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Registriert: 17.Okt.2010, 14:30 Beiträge: 98
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Hallo, Du (ist einfacher als Dein Name  )! Kann Deine Zustände sehr gut verstehen, habe selber soziale Phobie im Zusammenhang mit Terminen, Orten, Menschen, bei denen ich mich irgendwie ausgeliefert, abhängig, bewertet, abgeurteilt usw. fühle (bei mir ist es ganz speziell die Blase, die dann verrückt spielt, teils auch der Darm... Habe auch einen Threat dazu, da schreiben mehr Leute von solchen Angst- Problemen in der Arbeit usw.) Du hast nun Zucker und schlechte Werte, was natürlich doppelt übel ist, weil Du ja tatsächlich körperlich Schaden erleiden kannst. Du sagst, Du hast schon alle möglichen Atteste beigebracht- waren die von einem Facharzt, Psychologen oder so? Hast Du auch Angst vor einem neuen Job, oder würdest Du gern arbeiten bzw. traust Du Dir das zu? Wenn nicht, könntest Du auch gucken, ob Dir der Arzt, der Dir schon Atteste ausgestellt hat, vielleicht bestätigt, dass Du nur soundsoviel Stunden am Tag arbeiten kannst aufgrund Deiner psychischen Situation? Das hat mein Arzt bei mir jetzt auch angedacht, denn das kann evtl. auch schon helfen, wenn die Zeit überschaubarer ist, die man "durchhalten" muss. Vielleicht wendest Dich auch mal an die Caritas, die haben in jeder Stadt eigentlich so Stellen, an die man sich um Hilfe im Umgang mit Behörden wenden kann, gerade, wenn man krank ist (wurscht ob körperlich oder psychisch oder beides). Nimmst Du irgendwas, um Deine Ängste und Panik zu behandeln? Hast Du schon mal in Erwägung gezogen, eine Kur zu beantragen (neuerdings "Reha")? Dann wärst auch erst mal `ne Weile aus den Fängen vom Amt heraussen... Sprich doch mal mit Deinem Arzt! Derweil wünsch` ich Dir alles Gute und dass Du Ruhe hast vorm Amt- die stecken leider meist alle Menschen in eine Schublade und machen keine Unterschiede, wer nicht mag und könnte, und wer eigentlich wollte aber nicht kann... Nicht verzagen, vielleicht kriegst Du demnächst einen neuen Sachbearbeiter (die wechseln ja immer mal wieder...), der humaner mit Dir umgeht! Liebe Grüße+ Ohren steif halten!! 
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Beobachter
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Betreff des Beitrags: Re: Angst vor der ARGE Verfasst: 18.Nov.2011, 18:51 |
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Registriert: 23.Apr.2010, 17:10 Beiträge: 4475 Wohnort: Im eigenen Käfig
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Hallo Capybara
Deine Ängste sind nicht unbegründet. Auch ich hatte sie als ich noch von der Arge abhängig war, am Ende hatte sich eine richtige Briefkastenangst mit starken körperlichen Symptomen entwickelt.
Sicherlich kann es von der Arge auch erfreuliche Nachrichten geben, aber man ist auch immer innerlich in "Alarmbereitschaft". Jederzeit kann innerhalb weniger Tage ein "Seminar" oder eine Massnahme / Termin angeseztz sein. Das eigene Leben (mal wegfahren etc.) ist maximal nur noch auf eine Woche plan- und überschaubar. Auch besteht immer die Gefahr, einen Termin zu übersehen, oder durch einen Fehler am monatsende ohne Geld und Mitzahlung dazustehen.
Ich selber weiss aber leider keinen Rat, ich bin aus nervlichen Gründen heute in der EU-Rente und dadurch von diesen Dingen verschont.
Liebe Grüsse, Der Beobachter
_________________ Nee, ich bin nicht die Signatur, ich mache hier nur sauber ...
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Gabi100
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Betreff des Beitrags: Re: Angst vor der ARGE Verfasst: 21.Nov.2011, 00:19 |
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Registriert: 21.Nov.2010, 17:53 Beiträge: 65
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Wenn es zu schlimm werden sollte und du Distanz von der ARGE brauchst, könntest du dich auch krank schreiben lassen oder (vorübergehend) arbeits-/erwerbsunfähig. Wenn du längerfristig krank bist bzw. arbeits-/erwerbsunfähig, würdest du von der ARGE zum Sozialamt kommen und soweit ich weiß, mehr in Ruhe gelassen werden. (Allerdings werden in diesem Fall meines Wissens Eltern wieder unterhaltspflichtig, sofern sie über genügend hohes Einkommen verfügen; es gibt auch Freibeträge - das wäre dabei zu beachten.) Sprich doch mal mit einem Arzt darüber. Ein Freund von mir ist auch bei der ARGE und hatte immer Stress damit - u.a. Bluthochdruck; er ist im Moment für eine Zeitlang arbeits-/erwerbsunfähig (ich weiß nicht mehr, was der korrekte Begriff ist.) und aus diesem Stress raus. Ein Amtsarzt vom Gesundheitsamt hatte ihm mal gesagt, er könne immer auch jederzeit zu der psychiatrischen Ambulanz gehen und das damit regeln. Kann natürlich sein, dass dann irgendjemand möchte, dass du eine Therapie machst, aber das machst du ja vielleicht eh schon, und wenn nicht, wäre es vielleicht nicht schlecht...
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Beobachter
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Betreff des Beitrags: Re: Angst vor der ARGE Verfasst: 21.Nov.2011, 13:40 |
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Registriert: 23.Apr.2010, 17:10 Beiträge: 4475 Wohnort: Im eigenen Käfig
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Hallo
Ein Sozialamt im früheren Sinne gibt es nicht mehr.
Bei Erwerbsunfähigkeit kann man aber die EU-Rente beantragen, diese wird dann auch unabhängig von persönlichen und verwandschaftlichen Verhältnissen gezahlt.
Sollte diese aber zu gering sein, so tritt die Grundversorgung ein. Dann werden persönliche Verhältnisse (Sparguthaben, jeglicher Besitz) mit einberechnet, und auch Lebenspartner oder ggf. Eltern mit einberechnet.
Liebe Grüsse, Der Beobachter
_________________ Nee, ich bin nicht die Signatur, ich mache hier nur sauber ...
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Gabi100
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Betreff des Beitrags: Re: Angst vor der ARGE Verfasst: 21.Nov.2011, 23:34 |
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Registriert: 21.Nov.2010, 17:53 Beiträge: 65
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Das heißt dann vielleicht nicht mehr Sozialamt, sondern Referat für Soziales oder so etwas, aber man kann bei Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit von dort Geld bekommen (das sind dann Leistungen nach dem SGB 12, nicht SGB 2 wie das sonstige Hartz 4), auch wenn man (noch) keine EU-Rente beantragt hat. Es kann zwar passieren, dass die einen dazu auffordern EU-Rente zu beantragen, aber die machen das anscheinend nicht immer oder nicht immer gleich - mein Freund ist jetzt fast ein Jahr dort und es war bisher noch nicht die Rede davon.
Viele Grüße, Gabi
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Beobachter
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Betreff des Beitrags: Re: Angst vor der ARGE Verfasst: 22.Nov.2011, 11:48 |
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Registriert: 23.Apr.2010, 17:10 Beiträge: 4475 Wohnort: Im eigenen Käfig
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Hallo
Bei mir war der Weg umgekehrt.
Also erst Arge (HartzIV/SGB2), dann EU-Rente, und erst dann, da der Rentensatz unterhalb von dem HarztIV Satz lag, "Sozialamt" (SGB12).
Zukünftig soll aber diese Differenz durch Wohngeld ausgeglichen werden. Der Antrag befindet sich aber derzeit noch in "Amtsarbeit" und das Geld fehlt natürlich noch jeden Monat zum Lebensunterhalt.
Viele Grüsse, Der Beobachter
_________________ Nee, ich bin nicht die Signatur, ich mache hier nur sauber ...
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Capybara
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Betreff des Beitrags: Re: Angst vor der ARGE Verfasst: 23.Nov.2011, 02:34 |
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danke für eure antworten. als erstes thema eltern, die sind nur unterhaltspflichtig bei leuten unter 27. ich bin 35 und lebe allein. was die krankschreibung angeht, ich war von august 2007 bis dezember 2010 krank geschrieben aufgrund von körperlichen beschwerden. danach wollte ich in die sogenannte grundsicherung, wurde vom amtarzt aber als arbeitsfähig eingestuft. mein problem sind eher meine körperlichen beschwerden, meine psychischen probleme kommen zwar noch dazu, sind aber gering im vergleich zu meinen körperlichen erkrankungen. zum thema therapie, ich bin in therapie, schon seit vielen jahren. schon alleine um mit meinen körperlichen beschwerden besser zurecht zu kommen, und meine ängste und depressionen werden da auch mit behandelt. warum genau ich solche angst habe vor der arge weiß ich nicht, aber ich werd da schon ordentlich unter druck gesetzt. sätze wie "langsam sollten sie sich mal gedanken machen ihren lebensunterhalt selber zu bestreiten" oder "was wollen sie denn nun arbeiten damit sie nicht mehr von der allgemeinheit leben müssen" sind nicht selten. ich kann mir da keine gedanken drüber machen weil ich mit mir selber und meinen sorgen und nöten ausgelastet bin. ich weiß nicht ob das jemand nachvollziehen kann, aber die panik ist einfach nur groß.
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Capybara
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Betreff des Beitrags: Re: Angst vor der ARGE Verfasst: 23.Nov.2011, 03:22 |
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ach so, wegen der ärztlichen atteste nach denen jemand fragte, also die arge hat ganz viele, alle von meinen fachärzten die mir darin meine einschränkungen aufgrund meiner körperlichen erkrankungen bescheinigt haben. ein gutachten haben die auch aus dem hervorgeht dass ich psychisch wenig belastbar bin und sich durch stress meine körperlichen beschwerden verschlimmern können. ich habe aufgrund meiner körperlichen beschwerden einen GdB von 60%, den bekommt man ja auch nicht wenn man nix hat. verschlimmerungsantrag läuft noch. aber die amtsärztin hat mich als arbeitsfähig eingestuft, und die arge sagte dass das gutachten von einem amtsarzt mehr gewicht habe als die atteste meiner behandelnden ärzte.
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Mahabharata
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Betreff des Beitrags: Re: Angst vor der ARGE Verfasst: 04.Dez.2011, 14:29 |
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Registriert: 17.Okt.2010, 14:30 Beiträge: 98
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Hallo, Capybara, vielleicht denkst` doch mal über`eine Reha nach? Wenn Du eh` schon 60% hast, müsste das doch zu machen sein- tut vielleicht gut und, wie gesagt, Du bist aus den Fängen der Arge erst mal `raus! Habe keine Prozente aber entsprechende Diagnosen von meinem Arzt (die Du ja auch hast!) und bekam innerhalb von drei Wochen die Bewilligung! Und, wie gesagt, bei den dummen und inkompetenten Ansagen, die Du immer bekommst- wende Dich doch mal an Hlfestellung für den Umgang mit dem Amt an die Stelle von der Caritas für Hilfe bei Krankheit und sozialen Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden! Man muss nicht alles allein durchkämpfen!! Alles Gute und eine schöne (hoffentlich ohne Amtspost...) Adventszeit!
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