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Amyg.Dala
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Betreff des Beitrags: Paroxetin absetzen - Erfahrungsbericht Verfasst: 02.Aug.2011, 12:33 |
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Registriert: 02.Aug.2011, 12:00 Beiträge: 13
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Hallo an alle,
ich kann ja auch mal über meine Paroxetin-Erfahrungen, insbesondere über das Absetzen berichten, vielleicht macht das dem einen oder anderen hier etwas Mut.
Die Medikation kam zustande nach Beratung mit meiner Therapeutin und dem Neurologen, mit dem sie zusammen arbeitet. Ziel war, mich in meinem Rückfall der Panikstörung erstmal so zu beruhigen, dass wir verhaltenstherapeutisch wieder einen Fuß in die Tür bekommen.
Also: Ende März angefangen mit 10mg/Tag, das hats noch nicht gebracht (nach 14 Tagen). Erneut mit dem Neurologen gesprochen: Nun 20mg/Tag (jeweils 10 morgens, 10 abends).
Erfolg war sensationell: Nach drei weiteren Tagen keine einzige Panikattacke mehr, und nach und nach bekam ich auch wieder Zutrauen, dass ich die Krankheit in den Griff bekomme (und vor allem: körperlich gesund bin). Während dieser Phase habe ich wieder Sachen gemacht, an die vorher kaum zu denken war, auch nicht in der Phase, in der ich zwar keine Attacken hatte, aber ständig ängstliche Gedanken und mulmige Gefühle (2004-2010):
Rennradfahren >200KM Schwimmen im Baggersee bei Pisswetter (kein anderer da) Seilbahnfahren (Ski und Wandern) alleine Auto und Bahn fahren Vorträge halten Business-Besprechungen gut gelaunt erleben.
Insgesamt war ich auch viel, viel cooler und unaufgeregter bei Alltagsproblemchen (Bürostreß, Straßenverkehr, Paarkleinigkeiten ...). Nebenwirkungen hatte ich keine.
Während der ganzen Zeit unter Paro (vier Monate) habe ich mit der Therapeutin kognitiv-verhaltenstherapeutisch gearbeitet und auch bereits Situationen aufgesucht, vor denen ich besonderen Schiss habe/hatte (s.o.). Ging alles ohne Panikattacken, wohl wissend, dass die "nur" chemisch abgeschaltet waren.
Da nun der Neurologe, die Therapeutin und ich Ende Juni gleichzeitig im Urlaub waren, besprachen wir, die Chance zu nutzen, dass Paroxetin wieder los zu werden: zwei Wochen lang 10mg/Tag, wenn es dabei keine besonderen Vorkommnisse gibt, danach auch die restlichen 10mg weglassen.
Von der Reduktion 20 auf 10mg habe ich rein gar nix gemerkt (vlt. hätte ich mich bei voller Dosis zweimal weniger mit meiner Frau gekabbelt). Seit letztem Mi. habe ich das Paro. nun ganz abgesetzt. In den ersten zwei Tagen überhaupt keine Symptome, danach nun "electric head": Wenn ich die Augen schnell bewege, fühlt sich das an, als ob der "AutoFokus" erst elektisch nachgestellt werden muss, wie bei einer Digicam. Das ganze summt kurz in der Birne. Das ist unangenehm, aber absolut aushaltbar. Am wenigsten spüre ich das, wenn ich abgelenkt bin, also in Gesellschaft, beim Sport oder aber ganz in Ruhe. Am stärksten merke ich das vorm PC, also beim Arbeiten.
Darüber hinaus träume ich derzeit total intensiv und sehr realistisch. Das find ich aber eher interessant als ängstigend, stört mich also nicht.
Meine zwei mächtigsten Instrumente sind derzeit offenbar Sport und Entspannung: Sport: (insg. 5x pro Woche) Schwimmen 1000m Rennradfahren 70-150KM Laufen 30-45 Minuten.
Entspannung: Jacobsen mit Audiounterstützung mind. 1x täglich früh pennen gehen (22:00 Uhr)
Für absolut wesentlich halte ich die Zusammenarbeit mit Therapeutin und Neurologen. Von beiden halte ich sehr viel und beide geben mir immer das Gefühl, das nicht sie etwas an meiner Krankheit rumdoktern, sondern das sie mich dabei unterstützen, dass ich an meiner Krankheit arbeite. Ich weiß, das ich damit großes Glück habe und das es auch sehr schwierig sein kann, die richtigen Begleiter zu finden.
Mal sehen, wie es weitergeht. Zur Zeit habe ich das Gefühl, Riesenschritte nach vorn zu machen. Wichtig wird sein, wie ich die Konfrontationen in der nächsten Zeit angehe. Motto: heute mal wieder die Amygdala ein bißchen kitzeln ...
Ich wünsche allen, die besonders mit dem Absetzen nicht so gut zurechtkommen viel Ausdauer und Erfolg.
*Klugshice-Modus an*: Ein Wort noch zu Beiträgen, die mich hier manchmal etwas irritieren: Zahlreiche Autoren geben direkte Tipps oder aber Verteufelungen zu Medikamenten, die auf ihren individuellen Erfahrungen beruhen. Das halte ich für brandgefährlich. Die Wirkung von Antidepressiva ist dafür m. E. viel zu individuell und von extrem vielen Faktoren abhängig. *Klugshice-Modus aus.*
Mein Neuro hat mich vor der Medikation total ausgequetscht, bis er Paroxetin ausgewählt hat: Tagesablauf, Familie, Freunde, wieviel Sport, wann ins Bett, wieviel TV, wieviel Musik, Genussmittel, ...
Lasst Euch durch Beiträge hier nicht stärker ängstigen, also ihr es ja ohnehin schon tut. Das ist knifflig, gerade bei Angstkranken, weiß ich selbst. Ich habe jahrelang zu Herzrhythmusstörungen gegoogelt und keinem Kardiologen geglaubt, dass ich gesund bin. Schließlich habe ich einen (mittlerweile ein Sportkumpel von mir) so ausgequetscht, bis er mir tatsächlich erklärt hat, warum er 1) mich für gesund hält und 2) keine weiteren Untersuchungen machen muss, von denen ich mich fragte, ob es die nicht eigentlich auch noch braucht. Fazit: Er weiß viel, erklärt aber wenig, wenn ich nicht frage. Der geht ja auch davon aus, das die Antwort: "Alles ok" mich zufriedenstellt.
Viele Grüße,
P
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Amyg.Dala
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Betreff des Beitrags: Re: Paroxetin absetzen - Erfahrungsbericht Verfasst: 08.Aug.2011, 11:45 |
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Registriert: 02.Aug.2011, 12:00 Beiträge: 13
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Moin,
auch auf die Gefahr hin, dass es niemanden interessiert, berichte ich mal in Kurzform weiter.
Heute (Mo.8.8.) ist nun der 12. Tag ohne Medikamenteneinnahme. Die "Zaps" sind immer noch da. Ich spüre sie umso stärker je erschöpfter ich bin und je weniger ich mich bewege. Am wenigsten merke ich während des Sports und ganz in Ruhe (vorm Einschlafen). Sie stören mich aber kaum noch, weil ich merke, dass sie mich an nichts wirklich hindern. Träume sind nicht mehr so intensiv. Weitere Nebenwirkungen sind nicht dazu gekommen.
Gesamtbefinden: Ich scheine wieder etwas aggressiver und nicht mehr ganz so cool zu sein. Von Attacken aber nach wie vor keine Spur. Ich warte und erwarte eigentlich, dass die Zaps jetzt mal nachlassen. Kann auch sein, dass das schon so ist, was sich darin äußert, dass ich sie ja weniger spüre.
Ich mache jeden Tag eine Konfrontationsübung, meistens Sport, mal was anderes aus der Kategorie "was ich mich nie zu trauen wagte …" Mir wird zwar dabei mulmig und ich merke, dass die früher Attacken auslösenden Gedanken wieder zunehmen aber die Attacken bleiben aus. Ob das an noch an einer Restwirkung des Medikaments liegt oder an der Therapie, keine Ahnung.
Das ist der grobe Plan für die kommende Woche: Kommendes Wochenende steht ein Alpenmarathon auf dem Rennrad an. Da fahr ich mit nem Freund zusammen mit. Bis dahin nur wenig Sport. Von den anderen Konfrontationen kommen dazu:
Übungen: - Aufs Dach des sozialen Brennpunktes nebenan: Mit einem total versifften Fahrstuhl in den 17. Stock des Plattenbaus nebenan. Dort aufs Dach und runter gucken. Kein Handy dabei. - Baggersee abends. Quer durch ist schon ne Übung, wenn kein anderer da ist. - Mit dem Zug und mit Rad losfahren und mit Rad zurück. (Jeweils ca.40KM)
Zusätzliche Stressoren: - Di. fängt meine Frau wieder an zu arbeiten, dass stresst mich, weil sie dann schlecht erreichbar ist. - Arbeitsstress: Viel los zur Zeit
CU, Amyg.
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magni2006
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Betreff des Beitrags: Re: Paroxetin absetzen - Erfahrungsbericht Verfasst: 08.Aug.2011, 20:25 |
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Registriert: 08.Aug.2011, 20:03 Beiträge: 3
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Hallo,
ich finde deinen Beitrag sehr interessant. Danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich bin ganz deiner Meinung. Leider noch nicht mal annähernd so weit wie du. Aber ich geb die Hoffnung nicht auf.
LG
Magni
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Amyg.Dala
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Betreff des Beitrags: Re: Paroxetin absetzen - Erfahrungsbericht Verfasst: 09.Aug.2011, 09:15 |
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Registriert: 02.Aug.2011, 12:00 Beiträge: 13
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Danke dir, ich denke, man muss sich immer klar machen, das der Weg wirklich weit sein kann. Und manche haben eben etwas Vorsprung, weil sie früher los gegangen sind. Viel Erfolg weiterhin.
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Strand
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Betreff des Beitrags: Re: Paroxetin absetzen - Erfahrungsbericht Verfasst: 09.Aug.2011, 11:55 |
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Registriert: 20.Okt.2010, 16:24 Beiträge: 586 Wohnort: im schönen Remstal
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Hallo! Ich finde Deinen Bericht auch sehr spannend und hoffe Du schreibst weiter!  Wünsche Dir das die Zaps aufhören und dass Du Spass beim Alpenmarathon hast! Berichte doch weiter! Grüssle Strand
_________________ Weniger ist auch genug.
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Amyg.Dala
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Betreff des Beitrags: Re: Paroxetin absetzen - Erfahrungsbericht Verfasst: 15.Aug.2011, 10:47 |
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Registriert: 02.Aug.2011, 12:00 Beiträge: 13
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So, weiter gehts. Gesamtlage: 15.08.: Die Zaps sind noch da, aber die meiste Zeit kaum spürbar. Also zumindest in meiner Wahrnehmung lassen sie nach. Insgesamt hat sich meine Dünnhäutigkeit etwas verstärkt, ich rege mich wieder mehr über Kleinigkeiten auf. Richtige Attacken hatte ich bislang noch nicht wieder, nur ein paar mulmig-Grummeleien, die ich vor der Attackenentwicklung wieder abwürgen konnte. Vlt. schreibe ich demnächst bei "Erfolgserlebnisse weiter, das hat ja nun kaum mehr was mit dem Thema "Medikamente" zu tun. So, nun zu diesem Alpenmarathon. Solche Fahrten stellen für mich mit die größten und komplexesten Konfrontationen dar: Bewegung am körperlichen Limit, unbekanntes Essen an Verpflegungsstationen, Abfahrten mit 80KM/h, stark befahrene Tunnel (ein wirklicher Höllenlärm), im Falle von Unwettern ziemlich exponiert Lage, lange Anreisewege für medizinische Versorgung, weit weg von zuhause ... Kleiner Aufreger am Samstag abend: Sachen sortiert, hm komisch, in meiner Notfallbox für meine Wespengiftallergie knirscht es, aha, die Flasche des Antiallergikums ist kaputt und ausgelaufen (wie lange eigentlich schon?)  , also die örtliche Notfallapotheke aufgesucht und erneuert. Dann Startunterlagen für mich und meinen Kumpel geholt, die Waden der Mitstreiter begutachtet, Pasty-Party. Ab ins Bett. Nachts vor solchen Veranstaltungen davor habe ich immer einen Köttel in der Hose: Wespenstich, Schwächeanfall, Herzrhythmusstörungen ... Wecker um 5:00. Frühstück, Klamotten an, 10Km zum Start gerollt. Kumpel getroffen, los gings. Spitzenwetter, gigantisches Panorama, schnelle Mitfahrer. Schiß gehabt bei: KM 40 (leichtes Herzpoltern und ziehende Schmerzen) und 145 (fiesester Berg vorbei, aber noch 50KM ins Ziel). So um 13:00 Uhr in knallender Sonne befand ich mich in einem 15% -Anstieg und dachte: Das ist die konsequente Negierung aller Empfehlungen, die man für Sport im Sommer so gibt: "Treiben Sie möglichst anstrengenden Sport in der Mittags-Hitze. Achten Sie darauf, nicht zu viel zu trinken. Machen Sie dabei Sachen, die Sie nur einmal im Jahr machen. Achten Sie nicht auf ausreichende Kühlung ..." Und an der Stelle dachte ich:  "OK, hier könnte ich es meinem Kreislauf nicht verübeln, wenn ich zusammenklappe, das wär ok. Vlt. wär das sogar besser, als diesen §$*')"§*-Berg weiter rauf zu fahren zu müssen." Im Ziel völlig im Eimer, aber, wie der Zielsprecher sagte: "Du bist ein HIGHLANDER".  Nudeln, Grillfleisch, Wasser Dusche, ab auf die Bahn nach Hause (500KM). Vlt. schreibe ich im Rennradforum noch mehr drüber, das verlinke ich dann hier. Fazit: Solche Fahrten verschieben bei mir die Grenzen der Angst bzw. des Vertrauens in mich selbst. Zeigen aber auch die Merkwürdigkeit der Krankheit: Ich krieg(t)e nen Blutsturz, wenn meine Frau das Haus verlässt, brettere aber mit 85 Sachen auf 23mm breiten Reifen durch einen unbeleuchteten Alpentunnel, gebremst mit einer klassischen Seilzugbremse (frei zitiert nach Rolf Aldag in "Höllentour"), gehts noch? Es gibt also noch einiges zu tun, aber bislang bin ich sehr zufrieden. Alles Gute Euch und bis bald. Amyg.
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islandfan
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Betreff des Beitrags: Re: Paroxetin absetzen - Erfahrungsbericht Verfasst: 15.Aug.2011, 10:58 |
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Registriert: 15.Jan.2011, 13:12 Beiträge: 159 Wohnort: Nordbayern
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Ich finde deinen Bericht auch sehr spannend und der zeigt auch wieder mal, dass man Medikamente nicht grundsätzlich verteufeln sollte. Ich habe durch Mirtazapin auch ein völlig neues Leben beginnen können und Sachen gemacht, die ich wahrscheinlich ohne nie geschafft hätte. Ich finde es auch beruhigend zu hören, dass das Absetzen gar nicht so ein Horror ist. Ich wünsche dir, dass du weiter so stark bleibst. Und ich finde es toll, dass du Sport treibst. Meine Therapeutin meint auch immer, dass Sport bei psychischen Erkrankungen sehr positiv ist.
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Amyg.Dala
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Betreff des Beitrags: Re: Paroxetin absetzen - Erfahrungsbericht Verfasst: 17.Aug.2011, 12:43 |
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Registriert: 02.Aug.2011, 12:00 Beiträge: 13
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Amyg.Dala
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Betreff des Beitrags: Re: Paroxetin absetzen - Erfahrungsbericht Verfasst: 22.Aug.2011, 09:40 |
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Registriert: 02.Aug.2011, 12:00 Beiträge: 13
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Morgen, mal kurz der Wochenbericht. Gesamtbefinden: Die Euphorie nach dem Alpenmarathon ist relativ schnell verflogen, der Alltag wieder eingekehrt. PAs hatte ich keine, ich merke aber, dass die Gedanken, die sonst Auslöser waren, sich wieder häufen. Ich fühle mich nicht mehr so "geschützt" durch das Medikament weil ja auch die gewünschten Nachwirkungen zeitlich hinter mir liegen. Nun mach´ ich mir Gedanken, ob ich mich wieder an den Ausgangspunkt "hochschaukele", ob ich also weiter auf dem aufsteigenden oder wieder auf dem absteigenden Ast bin. Da gilt es nun mit der Therapie gegen zu halten, was ja klappt. Zaps sind noch da, aber ich glaube, sie nehmen weiter ab. Ich warte drauf, sie ganz los zu werden. Die Alltagshandlungen Einkaufen, Arbeiten, mitm Auto fahren … lösen immer noch "Mulm-Gedanken" aus, aber keine PA´s, und manchmal wird ich dann sauer, weil ich keinen Bock mehr auf den Gedanken habe, und es mir nicht gelungen ist, ihn vor der Entstehung bereits zu unterdrücken. Montag hatte ich frei. Herrlicher Urlaubstag in Bad Meingarten … Dienstag war ich völlig platt, ist nach sportlichen Grenzerfahrungen bei mir immer am zweiten Tag danach so. Also eigentlich kein Grund zur Sorge, durch die vielen Extrasystolen an dem Tag schleichen sich aber immer wieder Gedanken ein, ob´s nicht doch zuviel für mich war und ich jetzt noch zwei Tage später umkippe … Noch dazu las ich von Andrea Pinarello  , solche Nachrichten befördern natürlich die Gedanken, sind aber auch eine gute "Abwürg-Übung". Donnerstag mal wieder Basketball gespielt. Alles ok, das war zwischendurch mal eine große Herausforderung, weil ich immer danach PA´s kriegte. Sa. Wechseltraining Triathlon Rad/Laufen. War während des Laufens ziemlich alle und hatte ziemliches Herzstolpern. Im Februar hätte ich da auf jeden Fall eine PA draus gemacht, diesmal nicht – mit Gedankenstopp abgewürgt und zu Ende gelaufen. Abends noch mit Bierchen mit Freunden, inflationäre vier Halbe!! Das ist momentan eher meine Monatsdosis, wenn überhaupt. Habe ich mich lange nicht getraut, aus Schiss vor dem nächsten Tag (vermehrte Extrasystolen, Schädel, Kreislauf). War aber nix, weder noch noch noch). So. wollte ich schwimmen, hatte aber die Öffnungszeiten am WE nicht beachtet, für den Baggersee war's auch schon zu spät. Fazit: Ohne die Gedanken an PA´s hätte ich ja gar nix zu erzählen gehabt. Das hätt´ ich ja vor nem halben Jahr kaum zu träumen gewagt. Trotzdem bin ich etwas beunruhigt. Weitermachen. Amyg
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Strand
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Betreff des Beitrags: Re: Paroxetin absetzen - Erfahrungsbericht Verfasst: 22.Aug.2011, 14:10 |
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Registriert: 20.Okt.2010, 16:24 Beiträge: 586 Wohnort: im schönen Remstal
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Hey Amyg, das denke ich auch, wenn man nicht an die Angstgedanken denken würde, wären sie doch garnicht mehr da. Also was ich meine ist, die PAs und die Angst sind eigentlich bewältigt und überstanden, aber man denkt vielleicht noch aus "alter Gewohnheit" an die Angstgedanken. Aber Du schaffst es doch super ohne Paroxetin  und wenn die Gedankenstopps funktionieren hast Du es doch geschafft! Gruß Strand
_________________ Weniger ist auch genug.
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