Zitat von Bernie1970:Feuerschale, Du hast das Problem bereits erkannt und benannt: Entscheidend ist die Bewertung. Indem Du bestimmte Maßstäbe im perfekten Bereich fixierst, schränkst Du die zulässigen Läufe der Dinge ein. Stattdessen aber quasi als Gegengift immer vom Schlimmsten auszugehen ist ein anderes Extrem und ebenfalls begrenzend.
Ja, das ist wohl wahr.
Im Moment würde es sich nur nach so etwas wie Gleichgewicht anfühlen,mal in die andere weniger optimistisch
ideale Richtung zu gehen, mir so eine Art Rebellion zu erlauben.
Aber es wäre dann auch mehr so eine Schwarz-Weiß-Schiene. Bodenhaftung krieg ich so dann auch nicht.
(Und die wäre wünschenswert).
Zitat von Bernie1970:Ich denke, ein gesunder Mittelweg wäre wohl die Lösung: Akzeptieren, dass a) nichts zu 100% klappen kann, da immer was schieflaufen könnte und b) jeder (auch Du) Fehler machen kann und darf.
ja, Das klingt nach einer mittleren Richtung. Nicht davon ausgehen die Abläufe, die anderen und ich müssen
100% bringen, weil das der Normalzustand sei.Ist auch maximal unentspannt für mich und meine Umgebung.
Die Wurzeln von der Einstellung sehe ich schon ansatzweise in mir.
Ich komme in der Prägung eher so aus der Vernachlässigungsschiene (wobei Ignoranz und Abwertung auch
üblich waren),und ich habe mir dann so meinen eigenen Orientierungs- und Erziehungsmaßstab gesucht,
und das waren perfekte Prinzipien.
Das wirkte noch wie angenehmere Vorbilder als die, die ich vorfand.
Aber sie haben auch ihre Schattenseiten und werden dann zu ner Art Knechtschaft und Antreiber.
Zitat von Bernie1970:Ich erkenne das z. B. an meiner Verfallsbegleiterin: Sie wurde von ihrem Vater niemals gelobt und sogar bis ins Erwachsenenalter als unfähig und dumm (wortwörtlich) bezeichnet. Die Mutter brachte ihr vorwiegend Gleichgültigkeit entgegen. Die Folge war, dass sie auch heute noch ständig Anerkennung und Wertschätzung von außen benötigt, um ihre Neigung zur Selbstverurteilung abzuschwächen.
Danke für das Beispiel.
In meinem Fall bzgl. Orientierung zu Perfektionismus hatte ich das Gefühl, mir geht es weniger um
Anerkennung von anderen Menschen,sondern ich bräuchte einen Ersatz für mein Prinzip.
Was genauso gültig und wirksam ist.
Gelassen alles laufen lassen macht mich noch sehr unsicher, und mich an Abläufe halten
am besten in Perfektion eher sicher (außer es läuft mal gar nicht, dann Stress).
Ein Prinzip auszutauschen ist für mich wirklich schwierig.
Vielleicht würde ja ein Ritual da helfen, also es würdigen, verabschieden, danken
und dann auch mal schauen - was stattdessen? Das neue Prinzip besser kennenlernen.
Das wäre eine Idee.
Neugierige Frage bgzl. einem Wort. Das Wort Verfallsbegleiterin kenne ich nicht. Ist das ein
anderer Begriff für Lebensabschnittsgefährte? (für über 40 jährige, an allem nagt der Zahn der Zeit? )
Es ist ein interessantes Wort. Wie eine jenseits/todes-bewusste Beziehung.
Ich hoffe, ich trete mit dieser Frage nicht zu nah. Manches Mal wurde mir bzgl. meiner Neugier und
Assoziation Respektlosigkeit angeheftet. Das ist nicht meine Absicht. Ich mag neue Worte, die Dinge
beschreiben können.Zitat von Bernie1970:Ich glaube, sowas braucht Zeit und Geduld. Meditation würde helfen, aber dieses Thema würde jetzt wohl den Rahmen sprengen.
Ja, alte Gewohnheiten brauchen wohl Zeit, um neu gelernt zu werden.
(selbst wenn aktiv damit angefangen wird).
Mit Meditation habe ich mich etwas beschäftigt. Aber so ganz aktiv verfolge ich es nicht.
Ich starre oft Löcher in die Luft und verharre, aber ich glaube das ist nicht dasselbe.
Inwiefern hilft Meditation? Beruhigung auf körperlicher Basis? (Entspannen, Beruhigung)
oder gewinnt man eine andere Art von Selbstverständnis, was ist wichtig, weil man mit mehr
in Verbindung ist als nur denken?
Zitat von Schlaflose:Ja, das kenne ich auch so. Bei mir kommen die Ängste im Zusammenhang mit solchen Pannen immer nachts und rauben mir den Schlaf. Tagsüber macht mir das nichts aus.
Das hatte ich noch vergessen zu schreiben. Ist ja auch interessant, dass das eher
nachts hochkommt.
Bei mir kommts schon auch tagsüber als Beunruhigung, psychisch, körperlich und im Gedanken-
kreisen durch.
Hast du denn für tagsüber besondere Strategien, mit denen du dich beruhigst oder ablenkst?
Oder kommt dann die Unruhe gar nicht so durch bewusst?
Zitat von Ibreaktogether:Gerade innerhalb von Abteilungen verhalten sich Frauen oft sehr angepasst, um nicht anzuecken
Das ist bei mir wohl eher nicht so, bin aber auch nicht besonders weiblich geprägt,
denke ich. Im Grunde gehts mir auch darum, dass meine Aufgabe läuft, das auf mich von außen
nichts irritierendes zukommt, oder wenn ich meine Aufgabe verfolge, dass die anderen, die dabei
beteiligt sind, sich auch berechenbar (nach Abläufen) verhalten.
Da ich an der Basis bin, kommts auch nicht so gut, wenn ich Führungskräften Vorschläge mache, wie
man auch kommunizieren könnte oder Abläufe laufen könnten, Ideen hätte ich da einige und
das ein oder andere an Abläufen oder wie könnte besser mit Mitarbeitern geredet werden,
wurde auch nach einiger Zeit schonmal umgesetzt, aber bis dahin ist es haarig.
Meistens mache ich mir selber Arbeitshilfen, wie ich was komplexeres umsetze, und ab und an
wurde das auch schonmal übernommen oder angefragt.
Denke, dass es von außen da etwas leichter ist, auf Auftrag hin, dann was zu bewirken. Andererseits
ist man dann nicht Teil der Organisation und nur der von außen. Da lassen sich dann die Mitarbeiter
auch nichts sagen (der will uns was aufdrücken und hat keine Ahnung), ich denke sowas müsste
von oben nach unten transportiert werden oder transparent transportiert werden, wie es steht,
was das Ziel ist, welchen Nutzen die neuen Vorschläge haben. Da erlebe ich die Leute aber wieder
sehr eckig, dass das eigentlich gute Prinzip nicht so klar durchfließen kann.
Zitat von Ibreaktogether:Also, wenn so wie bei mir, sogar der Geschäftsführer entnervt aufgibt und das sinkende Schiff verlässt, was er darf, dann wird mir erst klar, wie weit ich davon weg bin, etwas zu verändern, obwohl ich ein Unternehmensberater bin, und mitreden darf. Ich hatte heute meinen letzten Tag dort, und kann nächste Woche als unbeschriebenes und unbelastetes Blatt woanders anfangen. Das erspart mir allein schon viel Stress. Unbewältigte Konflikte einfach abschütteln zu können.
Das klingt doch nach Klarheit. Das war wohl nicht der Wunschausgang,aber die Würfel sind
gefallen. Denke auch, die Hauptverantwortung trägt ja dann doch der Geschäftsführer.
Außer beim Fußball, da ist immer der Trainer schuld (na gut, der hat auch so ne Zwischenrolle zwischen
Geschäftsführer und Supervisor und Berater).
Als Berater kann man ja eigentlich immer nur Input geben und möglichst klar spiegeln was die Optionen
sind, gegangen werden muss dann von dem anderen selber.
Das kann ich mittlerweile besser trennen- wenn eine Entscheidung beim anderen liegt und die Gesamt-
führung eher beim anderen, und ich nur Ideengeber bin oder auch eine Richtung vorschlage.
Aber wenns bei mir liegt und vieles kommt dazwischen und läuft nicht so, das fuchst mich mehr irgendwie.
Ist das bei dir auch so? ( z. B .man will ein Konzept entwerfen, was man dann am nächsten Tag präsentieren
will und die IT sagt, 3 Tage geht erstmal nix weil...; und vielleicht war man sogar selber so konfus und
hat sich die Zugriffsrechte abgeschossen technisch). Man will weiter und es hakt an allen Ecken und Enden.