App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

101

E

Ex-Mitglied
Gast

Es ist eine tiefe Traurigkeit in mir.
Schon länger als meine jetzigen körperlichen Symptome begleitet sie mich.
Ich fühle sie tief in meinem Solarplexus. Es schmerzt wenn ich in mich hinein höre.
Es bedrückt mich, momentan erdrückt es mich.
Doch was hat diesen tiefen Kummer verursacht?Irgendwas hat mich tief getroffen. Verletzt. Traumatisiert.
Diese Frage überfordert mich.
Ist es das was mich (körperlich) krank gemacht?

Ich weiß nicht warum ich das jetzt geschrieben habe.

18.03.2025 x 8 #1


67 Antworten ↓
Nova_Sol

Nova_Sol
Mitglied

Beiträge:
17995
Themen:
11
Danke erhalten:
46734
Mitglied seit:
Hallo @Majorie ,
erst habe ich nicht genau verstanden, was du mit dieser tiefen Traurigkeit meinst und gedacht, dass es starke Depressionen sind. Als ich weiter gelesen habe, habe ich mich aber in deinen Texten wieder erkannt.

Diese tiefe Traurigkeit habe ich manchmal auch. Sie überkommt mich einfach und sitzt tief im Bauch und im Hals bei mir. Dann sitze ich da, bin eigentlich abgelenkt und dann kommt mir plötzlich wieder der Gedanke, dass ich meinen Sohn bestimmt nicht aufwachsen sehe. Dass ich nicht erleben werde, dass er heiratet. Dass ich ihn alleine lassen muss.
Auch bei mir ist die Angst, dass ich bald sterbe seit einigen Jahren sehr präsent. Dann gibt es gute Tage und Tage, wo ich nur am weinen bin und gar nichts planen möchte, was irgendwie weiter in der Zukunft liegt.

Mir ist aufgefallen, dass dieser Zusammenhang mit meinem Sohn sehr extrem ist. Ist deine Traurigkeit schlimmer geworden, seitdem du Kinder hast? Vielleicht ist es diese Verantwortung, die einen da teilweise so erdrückt. Verantwortung und Angst, jemanden im Stich zu lassen.

Trotzdem kann ich dir sagen, dass gerade diese neurologischen Probleme sehr sehr oft von der Psyche ausgelöst werden. Momentan ist es bei mir die Angst ums Herz. Ich hatte aber vor einem Jahr, nachdem ich beim Neurologen war auch schon eine Überweisung mit verdacht auf Multiple Sklerose in den Händen, denn ich habe ständig unkontrolliert gezittert, gezuckt, mir sind die Beine sogar weggeknickt. Nachdem ich untersucht wurde und MS ausgeschlossen wurde, hörten die Symptome auf. Niemals hätte ich gedacht, dass das alles die Psyche kann.

Lass dich weiterhin untersuchen und zieh es durch. Du hast die Chance danach wieder mehr das Leben zu genießen. So, wie du es gerade schilderst, ist es doch nicht wirklich schön. Ich wünsche dir alles Gute

31.01.2023 06:11 • x 5 #46


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Tiefe Traurigkeit

x 3


M

moo
Mitglied

Beiträge:
5881
Themen:
27
Danke erhalten:
12146
Mitglied seit:
Zitat von Majorie:
Ich habe wirklich in meiner eigenen Welt gelebt was meine Gesundheit angeht. Ich hatte die Illusion zu wissen alt zu werden. Nie kam mir in den Sinn, ich könnte früher "ernsthaft" krank werden oder sogar sterben.
Für mich ist es ein Schock wie es mir gerade geht.

Den stets rauchenden, trinkenden, ungesund lebenden Vater eines Freundes ereilte mit 79 Jahren die Diagnose Darmkrebs. Er war niedergeschmettert: "Warum muss gerade mir sowas geschehen?"... Ob er jemals Angst vor Krankheit hatte, weiß ich nicht, aber seine Verblüffung ist ein m. E. sehr typisches Beispiel für lebenslanges Wegschauen.

Zitat von Majorie:
Merkwürdig ist, ich hatte öfter Ängste vor Unfällen wie abstürzen, ertrinken etc., aber vor Krankheit nicht.
Ist paradox. Angst vor Unfällen und deren Folgen, jedoch vor Krankheiten nicht.

Es könnte damit zusammenhängen, dass man sich für Unfälle idR keine oder wenig Schuld gibt, für ernsthafte Erkrankungen hingegen schon eher. Vor Sachen, für die man Verantwortung trägt (und sei es auch "nur" ein halbwegs vernünftiger Lebensstil) kann man indirekt starke Ängste aufbauen, weil sie noch mehr mit "mir", dem Ego zu tun haben: zum Leiden kommt dann noch die Schuld hinzu... zwinkern

Zitat von Majorie:
Ich hatte immer das Gefühl durch meine "schlechte", traurige Kindheit hätte ich schon meine Last für das Leben bekommen und bliebe von Krankheit verschont. Meine Gedanken, meine Welt...meine Sicherheit und Stabilität.

Gut kombiniert - das ist absolut schlüssig. Bedenke aber: "das Leben" kalkuliert nicht für uns, für unsere Lebensspanne, für unser Soll und Haben.
Außerdem darf man eine schwere Kindheit und Krankheit nicht einfach in einen Topf werfen. "Gerechtigkeit" ist ebenso eine Illusion wie Ungerechtigkeit.

Zitat von Majorie:
Ich bin traurig, die Welt nun zu sehen wie sie ist...
Und nicht wie ich sie gerne hätte.

Das eine bedingt das andere. Trauer darüber entsteht nur, wenn man noch an der Illusion als gewesener Fakt festhält. Eigentlich sollte Erleichterung über diese Einsicht einkehren. Denn Du hast nichts verloren, außer der Verblendung. Die Wahrheit hingegen kann uns motivieren, die Restlaufzeit zu nutzen.

Zitat von Majorie:
Aufwachen aus meiner "Schutzvorstellung" :
Ich bin verletzlich! Ich bin verwundbar ! Ich bin sterblich!
Ich kann nicht alles kontrollieren!

Jawohl. Aber das war´s dann auch zwinkern. Was machen wir nun aus dieser Einsicht? Oder kannst Du bereits etwas anderes daraus formulieren? Z. B., welche Konflikte sich angesichts dieser Ent-Täuschung lösen?

31.01.2023 18:19 • x 2 #47


Zum Beitrag im Thema ↓


Mondkatze
Hallo Majorie,
Es ist doch gut, dass du wenigstens schon mal beschreibst, wie es dir geht.
Der Druck muß manchmal einfach nur raus, man muß es schreiben, reden, schreien. Ganz egal wie.
Und vielleicht kannst du danach langsam in dich hineinhören und erkennst, was dich so belastet.

x 4 #2


E
Merkwürdig ist, dass diese Situation in der ich mich gerade befinde genau dieses tiefe Kummer Gefühl in mir auslöst.
Allerdings habe ich das Gefühl vor diesem Zustand schon gehabt.

#3


giesewickl
@Majorie : Schön, dass du hier anfängst, das auszudrücken. Vielleicht kannst du mit jemanden darüber sprechen. Der dir nur zuhört.
Eventuell ist es das, was dir gerade fehlt.

x 2 #4


E
Dankeschön für eure Anteilnahme.

Vielleicht hilft es ,meinen Zustand in Worte zu fassen.
Ich weiß es nicht...

x 4 #5


Abendschein
Zitat von Majorie:
Ich weiß nicht warum ich das jetzt geschrieben habe.

Um Dich mitzuteilen. Geteiltes Leid, ist halbes Leid.

Meine Mama hatte auch diese tiefe Traurigkeit, das kam bei einer Familienaufstellung zu Tage,
aber wovon sie die hatte und was der Grund war, das kam nicht mehr raus.

Ich habe auch manchmal diese tiefe Traurigkeit. Vielleicht, den Verlust den ich erlitten habe,
das meine Eltern nicht mehr da sind. Das tat und tut richtig weh, im Bauch und etwas höher.

Wenn Du weißt warum Du so traurig bist, könntest Du das bearbeiten.

Drück Dich mal lieb.

x 3 #6


E
Seit über einem Jahr vergeht kein Tag nicht weinend.
Soviele Tränen habe ich in den 40 Jahren zuvor nicht vergossen.
Ist diese tiefe Traurigkeit in mir die Vorahnung auf eine schwere Erkrankung gewesen ?
Kann ein Mensch zu sensitive sein und so etwas spüren?
Seit die Beschwerden anfingen hatte ich so ein beunruhigendes Bauchgefühl.
Ich bin anfangs immer in die Notaufnahme gefahren und nicht zum ambulanten Arzt.
Dieses Gefühl im Bauch begleitet mich schon mein Leben lang, mal fühlte ich es mehr mal weniger.
Ich weine jeden Tag, aus Verzweiflung, Traurigkeit und als würde ich wissen wie es um mich steht.

x 3 #7


Schlaflose
Ich würde sagen, das nennt man Depressionen. Warst du jemals in Therapie und/oder hast Antidepressiva genommen? Wenn nicht, dann solltest du es umgehend angehen.

x 1 #8


E
@Schlaflose
Ich habe gewiss Depressionen entwickelt durch meine körperlichen Beschwerden.
Ich gehe morgen zum Psychiater.
Meine Symptome intensivieren sich.

x 1 #9


E
Wieder nicht geschlafen.
Wenn sich meine Befürchtungen bestätigen und diese tiefe Traurigkeit durch eine körperliche Erkrankung kommt...werden meine Kinder ohne mich aufwachsen. Der Gedanke ist unerträglich.

Komisch ist das sich meine Familiengeschichte damit wiederholen würde.

Kennt das jemand aus seiner Familie?

Das es sich immer wiederholt in ähnlicher Form?

Ich musste auch ohne meine Mutter groß werden. Sie wurde krank.

Nun geht es mir ähnlich. Nicht die selbe Erkrankung...aber das gleiche Alter.

Wenn das Karma ist...wie das auflösen? Ich kann doch eine unheilbaren Krankheit nicht einfach verschwinden lassen.

x 1 #10


E
Karma ?
Oder ist das der Lauf der Dinge?

#11


Max74
Wieso solltest du sterben?

x 1 #12


E
@dirkdouglas Ich fühle mich so krank. Habe neurologische Symptome und befürchte es ist eine neurodegenerative Erkrankung.

Ich hänge an meinem Leben. Ich möchte noch leben...mit meinen Kindern, Freunden, die Sonne und die Natur, Urlaub machen, im Garten sein, etwas leckeres kochen, lachen, Fahrrad fahren ,auf den Spielplatz gehen, schwimmen im See...
Es gibt so viel wofür es sich lohnt zu leben

x 3 #13


P
Zitat von Majorie:
@dirkdouglas Ich fühle mich so krank. Habe neurologische Symptome und befürchte es ist eine neurodegenerative Erkrankung. Ich hänge an meinem ...


Es klingt für mich auch nach Depression. Vielleicht auch ausgelöst durch deinen Verlust der Mutter, die im selben Alter war, wie du jetzt?
Als ich im selben Alter war, wie meine Mutter als sie uns Kinder und meinen Vater verlassen hat (von heute auf morgen ausgezogen), und sie dann auch noch verstarb (also in dem Jahr in dem ich ihr Alter erreicht hatte, sie selbst war 76), kam ich in eine solche psychische Krise, das ich das erste Mal in die Psychiatrie musste.

x 1 #14


E
@Pauline333
Darüber denke ich ja nach. Ist irgendwie ein komischer Zufall.

Aber die körperlichen Symptome können doch nicht von der Psyche sein.

Da ist für mich die Frage. Wenn ich ernsthaft krank bin und sich die Geschichte wiederholt ist das Zufall?

Also nicht weil ich depressiv bin.

x 1 #15


giesewickl
@Majorie : Die Psyche kann durchaus Einfluss auf deinen Körper haben und physische Symptome auslösen.
Bei einem meiner Onkel sind auch Depressionen ausgebrochen. als er 60 wurde. Sein Vater starb ein halbes Jahr nach seinem 60. Geburtstag.
Diese Dinge beeinflussen dich. Und die körperlichen Symptome verschlimmern deinen psychischen Zustand. Das ist ein Teufelskreis.
Gut, dass du zu einem Spezialisten gehst. Ich hoffe, der kann dich beruhigen.

x 1 #16


E
@giesewickl
Ich danke dir. Du schreibst immer so nett .

Ich glaube auch es ist ein Teufelskreis.
Nur wo ist der Ausgang?
Heute spreche ich mit der Psychiaterin.
Sollte ich doch nochmal ins Krankenhaus gehen zur Untersuchung?
Ist die Ungewissheit am Ende dann doch besser gewesen als die Gewissheit?
Ich habe Angst davor, ich glaube ich habe eine unheilbare Krankheit.
Ich weiß nicht wie man damit dann fertig werden soll, verstehst du?

x 2 #17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

P
Zitat von Majorie:
Ich weiß nicht wie man damit dann fertig werden soll, verstehst du?


Diese Frage brauchst du dir ja aktuell gar nicht stellen. Noch hast du so eine Diagnose nicht. Und wenn: dann wird man damit fertig, ganz bestimmt. Der Körper hat die Ressourcen mit Krisen fertig zu werden. Auch mit einer schlimmen Diagnose.

Aber wie gesagt: dafür gibt es aktuell keinen Anlass. Also verschwende deine Energien nicht, darüber nachzudenken, sondern nutze sie, um aus dem Loch zu kommen:

1. Körperlich alles abklären lassen, was deine Symptone betrifft, wenn noch nicht geschehen. Wenn du körperlich als gesund giltst, dann:

2. Dringend psychiatrische und psychotherapeutische Hilfe suchen. Ggf. Medikamente nehmen (oder nimmst du schon was?), ggf. über Tagesklinik oder vollstationär nachdenken, weil viel effektiver und effizienter als ambulant, wenn du nicht schnell an einen ambulanten Therapieplatz kommst. Oder bist du in Therapie?

x 1 #18


E
@Pauline333

Das ist es ja. Ich traue mich nicht die letzten Untersuchungen zu machen...

x 1 #19


P
Zitat von Majorie:
@Pauline333 Das ist es ja. Ich traue mich nicht die letzten Untersuchungen zu machen...


Das ist natürlich blöd. Diese letzten Untersuchungen sind auf jeden Fall sinnvoll und der einzig richtige Weg, weil:

Entweder bekommst du Entwarnung und bist "befreit(er)"
Oder es kommt etwas raus, was dann direkt behandelt werden kann und somit vielleicht Schlimmeres verhindert.

Wenn du die Untersuchungen nicht machst, wirst du dich weiterhin schlecht fühlen und dein Leben und das deiner Kinder/Familie verdunklen und im schlimmsten Fall irgendwann denken, wenn dich deine vermeintliche körperliche Krankheit anfängt, richtig niederzustrecken, "hätte ich doch früher medizinische Hilfe erhalten".

Verstehst du?
Untersuchungen machen = win-win
Untersuchungen vermeiden = lose-lose

Die Vogel-Strauß-Taktik ist in den seltensten Fällen die richtige. Gehe mutig voran und übernimm Verantwortung für dein Leben.

x 2 #20


A


x 4


Pfeil rechts



App im Playstore