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Ich bin Tom, 34 und irgendwie wollte es in meinem Leben nicht gelingen das ich Freundschaften dauerhaft aufbauen kann. Es ist wie ein System das sich immer nach dem gleichen Prinzip wiederholt. Ich lerne Menschen kennen und nach eine Zeit ca. 1-2 Jahren geht das ganze den Bach runter.

Seit einiger Zeit legt ein „Freund“ ein Verhalten an den Tag das mich zu tief verletzt. Wir kennen uns seit mehr als 2 Jahren und ich bin ein Mensch der hilft wenn er kann. Und ihm habe ich – wie vielen anderen auch – sehr viel geholfen. Hat auch immer wieder mal was bekommen was ich nicht mehr brauchte bzw. wo ich wusste, dass es ihm Freude macht. Im Moment ignoriert er mich und meidet jeden Kontakt und ich habe nicht die geringste Ahnung warum. Doch genau dieses System wiederholt sich seit vielen Jahren.

Ich bin jetzt an einem Punkt wo ich nur noch tiefe Einsamkeit spüre. Ich sehe keinen Sinn mehr in meinem Leben und habe schon an Freitot gedacht. Ich weiß das Gott das verstehen würde den niemand kennt mich so gut wie er. Doch dann kommt der Gedanke dass das nicht die Lösung sein kann für mein Problem, noch nicht.

Wenn sich jemand meldet dann nur weil er/sie etwas braucht. Ich bin bestenfalls geduldet aber nicht angenommen. Und irgendwie habe ich das Gefühl das die Einstellung mir gegenüber genau so ist. Ich dulde mich aber von Akzeptanz weit gefehlt. Selbstliebe? Fehlanzeige! Ich weiß nicht mehr wie es weiter gehen soll und ich bin inzwischen Lebensmüde geworden.

Ich wünsche mir Freundschaften mit Menschen die Substanz und von langer Dauer ist. Ich wünsche mir Menschen die mehr in mir sehen als nur jemand den man anruft wenn man was braucht. Ich wünsche mir, dass ich mein Leben mit Freude und Zuversicht leben kann.

Danke das ich das schreiben durfte, vielleicht ein Anfang für eine Veränderung.
Tom

25.05.2010 09:35 • 26.05.2010 #1


10 Antworten ↓


Hallo Tom,
dein Beitrag hat mich nachdenklich und traurig gemacht....
Ich kann es nicht verstehen das es so skrupelose menschen gibt die immer nur nehmen und nie geben können... auch ich habe diese leute schon sehr oft im leben kennen gelernt..... verstehen kann ich keinen von ihnen.
Aber auch wenn es schwer fällt und man oft durch "Freunde" enttäuscht wird, darf man die Hoffnung nicht aufgeben irgendwann wirklich wahre Freunde zu finden.....
Ich habe einen wirklich guten Freund, den habe ich mal in einer Therapie kennen gelernt...
Ich denke es ist ganz gut das du dich hier angemeldet hast, vielleicht ist das ja der erste schritt zu wirklich tollen freundschaften......

25.05.2010 10:10 • #2



Tiefe Einsamkeit

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Herzlich Willkommen Tom!
Zitat:
Ich dulde mich aber von Akzeptanz weit gefehlt. Selbstliebe? Fehlanzeige! Ich weiß nicht mehr wie es weiter gehen soll und ich bin inzwischen Lebensmüde geworden.

Vielleicht ist hier der Schlüssel zu Deiner Einsamkeit. Könnte das sein?

25.05.2010 11:15 • #3


Zitat von pax:
Herzlich Willkommen Tom!
Zitat:
Ich dulde mich aber von Akzeptanz weit gefehlt. Selbstliebe? Fehlanzeige! Ich weiß nicht mehr wie es weiter gehen soll und ich bin inzwischen Lebensmüde geworden.

Vielleicht ist hier der Schlüssel zu Deiner Einsamkeit. Könnte das sein?


Ziemlich sicher, doch weiß ich nicht wie ich das druchbrechen kann. Habe Bücher gelesen, Therapien gemacht... doch leider alles ohne Erfolg.

25.05.2010 11:27 • #4


Warst Du schon mal in Therapie?

25.05.2010 11:56 • #5


Hallo Togos

Ich selber kenne dieses "immer nur gebende und immer nur für andere dasein und dabei selber keine Bedürfnisse zeigen" Verhalten aus früheren Zeiten von mir auch.

Bei mir war der Grund dafür, mir Akzeptanz und einen Platz in der Welt damit zu "erkaufen", da ich keine anderen Möglichkeiten dafür gesehen hatte.

Die Menschen im Umfeld ("Freunde" etc.) gewöhnen sich sehr schnell daran, und es wird für sie selbstverständlich jederzeit alles von einem zu bekommen.

Diese Menschen sind jedoch meistens nicht "böse", sondern sie sind einfach nur völlig achtlos gegenüber dem jeweils Anderen.

Mein Tipp an dich wäre nun folgender:

Lerne, auch wenn es zu anfang schwerfällt und mit Ängsten verbunden ist, auch einmal NEIN zu sagen und keine Zeit zum GEBEN zu haben.
Lerne gleichzeitig, auch deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse klar zu formulieren.
Die Menschen, die dann noch bleiben, können zu echten Freunden für eine sehr lange Zeit werden.

Viel Glück dabei, Der Beobachter

25.05.2010 12:49 • #6


Zitat von pax:
Warst Du schon mal in Therapie?


Ja war ich schon, sogar in einer Psychosomatischen Klinik für 6 Woche. Davor in Gesprächstherapie.

25.05.2010 14:18 • #7


Zitat von Beobachter:
Lerne, auch wenn es zu anfang schwerfällt und mit Ängsten verbunden ist, auch einmal NEIN zu sagen und keine Zeit zum GEBEN zu haben.
Lerne gleichzeitig, auch deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse klar zu formulieren.
Die Menschen, die dann noch bleiben, können zu echten Freunden für eine sehr lange Zeit werden.

Viel Glück dabei, Der Beobachter


Hallo Beobachter,

erstmal vielen Dank für deinen Beitrag.

Mir ist auch schon der Gedanke gekommen das ich glaube das ich als Mensch zu wenig bin und Freundschaften mir – was idiotisch ist – erkaufen muss. Ich habe ganz klar Defizite dich dann so versuche zu kompensieren. Ich glaube ich habe nie wirklich gelernt wie man Beziehungen – in welcher Form auch immer – führt.

Ich werde deine Tipps mal anwenden und bin gespannt wie es sich entwickelt. Ich habe mich immer hinten angestellt, jedoch ein anderer merkt das gar nicht.

Gruß und Gottes Segen
Tom

25.05.2010 14:29 • #8


Hallo Tom,

Du hast gemeint, dass Du hier im Forum schreibst, könnte vielleicht ein Anfang für Veränderung sein.
Das denke ich ganz bestimmt! Aufgegeben hast Du nicht, sonst würdest Du nicht mehr versuchen, hier Hilfe und Tipps zu bekommen.
Sieh es als einen Neuanfang.
Wieso warst Du in einer Klinik für Psychosomatik? Hattest Du denn psychosomatische Probleme?

Übrigens kann es Dir auch helfen, wenn Du einfach mal liest, dass es anderen ählich geht wie Dir.

LG
Lissy

25.05.2010 14:43 • #9


Hallo Lissy,

ich hatte Depression und in der Klinik sollte ich die Möglichkeit bekommen, dass ich wieder gesund werde.

Im Moment versuche ich einfach mit der Situation klar zu kommen doch die Gedanken drehen sich immer um das selbe Thema. Ich denke es ist eine gewisse Abhängigkeit da und die Angst dann wieder alleine zu sein.

Ich stelle mir einfach im Moment (zu)oft die Frage warum sich jemand so verhält und mich - ohne das ich mir einer Schuld bewusst bin - links liegen lässt.

Gruß Tom

26.05.2010 15:51 • #10


Hallo Tom,

nennt man das nicht "Grübelzwang"? Schau doch mal, ob Du dazu irgendwo Infos findest. Ich glaube, das ist ein ganz verbreitetes Symptom bei Depressionen und Angsterkrankungen.
Das Grübeln kann einen völlig gefangen nehmen, ich kenne das selber.

LG
Lissy

26.05.2010 17:48 • #11



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