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394

J

Jochanan
Gast

Hallo ihr Liebe Trost

Ich fühle mich vom Leben eingeschüchtert, überfordert und beängstigt. Ich bin zu sensibel und zu ängstlich. Ich traue mir nichts mehr zu.

Meine Angst ist so stark ausgeprägt, dass ich oft depersonalisiere und derealisiere und meine Unsicherheit ist so schlimm, dass ich in vielen Gesprächen sogar ein "Black Out" bekomme. Ich habe auch ein ständiges Insuffiziensgefühl, dass ich nie ausreiche, dass ich nie gut genug bin bzw. stabil genug.

Ich habe oft das Gefühl, dass ich zu schwach bin und nichts erreichen kann, nichts schaffen kann, mich nicht durchsetzen kann, nicht standhalten kann. Ich gebe auch schnell auf.

Ich bin nicht (mehr) lethargisch. Ich würde am liebsten für 3 Wochen Urlaub machen und auch sonst nur noch zum schlafen nach Hause, aber alleine macht mir nichts Spaß.

Die Folge, dass ich mich vom Leben eingeschüchtert fühle, ist auch, dass mir langweilig ist, weil ich eben nichts mache, aber ich ebenso nichts machen möchte, weil ich zu ängstlich bin. Und jemanden, der mich quasi an die Hand nimmt, das geht leider nicht.

Also, was soll ich tun?

Liebe Grüße

Freunde

29.12.2020 x 2 #1


216 Antworten ↓
Abendschein

Abendschein
Mitglied

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Zitat von Jochanan:
Ja, das Beste wäre radikale Akzeptanz, dass die Situation so ist, wie sie ist und dann den Weg weiter gehen.Ich traue es mir nicht zu mit schwierigen Situationen klar zu kommen.Ich denke mir immer: Was ist, wenn es sich wiederholt?Ja, ich versuche mir klar zu machen, dass ich es überlebt habe und mehr erleiden kann, als ich mir zutraue.Ich versuche mir klar zu machen, dass das Leben so oder so weiter geht und irgendwann enden wird, ganz egal, wie ich es wahrnehme oder was ich daraus mache.Ich habe aber Angst. Ich bin eh schon ein sensibler Mensch. Wie soll ich mit Leid umgehen?

Manchmal denke ich, lieber @Jochanan , das wir Menschen stärker sind, als wir denken, oder glauben.
Die schlimmsten Schicksalschläge liegen hinter mir, als mein Papa gestorben ist und meine Mama.
Mein Schwager.
Als meine Mama gestorben ist, war das oder ist es immer noch schlimm für mich. Das tut richtig weh.
Ich lebe und gestern hat man mir gesagt, meine Freundin hat es mir gesagt (ohne Anzugeben) was ich für Sprünge
gemacht habe, wie ich mich zum Positiven verändert habe. Darüber habe ich mich gefreut.

Glaubenssätze, wie ich schaffe das nie, wie soll ich alles ertragen? Sind leider fehl am Platz. Wer in der heutigen
Gesellschaft überleben möchte, braucht schon ein bißchen Ellenbogen zeigen, sonst kommt man kaum durch.

Fängt in der Familie an und endet auf der Arbeit. Leider ist es so.

Nur Mut, @Jochanan Du schaffst das, Du hast schon soviel geschafft. Dein Wunsch nach Familie
wird sich erfüllen, glaube mir, wie heißt das Sprichwort? Auf jeden Topf paßt ein Deckel. Freunde

12.07.2020 07:54 • x 4 #93


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A


Eingeschüchtert vom Leben

x 3


Yannick

Yannick
Mitglied

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Zitat von Jochanan:
Meine Therapeutin meint, ich traue mir zu wenig zu und als Vermeidungsverhalten grüble ich.

Laut der Lerntheorie ist grübeln ein Vermeidungsverhalten, also dysfunktionales grübeln. Ich sehe es auch so.

Ich glaube, Beziehungen tun mir so gut, weil sie eine positive Ablenkung sind und mich vom grübeln weg kriegen.


Das ist tatsächlich so. Menschen mit schlecht ausgeprägtem Selbstwertgefühl neigen dazu, sich nahezu "unendlich" mit Überlegungen der Muster "was wäre wenn", "hätte ich bloß", "würde ich mal" zu beschäftigen, anstatt öfter einfach mal "ja" zu einer Sache zu sagen. Da spielt Versagensangst rein oder man hat sich das falsch antrainiert, aufgrund vorgelebter Muster (Kindheit mit den Eltern) oder man hat ein "Trauma" erlitten, also eine oder mehrere sehr schlechte Erfahrungen gemacht, die uns (ich schließe mich da ein) nun vor neuen Schritten zurückschrecken lassen.

Beziehungen sind gut, aber auch alles andere an Beschäftigung. Eine erfüllte berufliche Tätigkeit (sofern das überhaupt möglich ist, ein anderes, ziemlich komplexes Thema der heutigen Zeit) oder eine Leidenschaft, ein Hobby vielleicht.
Bei Beziehungen ist man ja auch von vielen Dingen abhängig, auf die man wenig Einfluß hat: wen treffe ich wann und wo (Zufall), wie lange kommt man mit jemandem aus, was bedeute ich dem jeweils anderen.
Ein Hobby, das man vielleicht sogar ganz alleine lebt (gibt natürlich eigentlich immer welche, die das gleiche auch machen) ist da vielleicht einfacher, um Ablenkung zu finden. Denn man hat eben "alles" selbst in der Hand erstmal.

Generell braucht es Mut im Leben, um öfter einfach zu machen, statt schon vorher darüber nachzudenken, was und wie alles schief gehen könnte. Rolling Eyes
Klingt einfach, ist aber nicht für jeden auch so umsetzbar... Ich weiß schon, wovon ich rede.

VG
Yannick

30.06.2020 22:35 • x 4 #75


Zum Beitrag im Thema ↓


I
hmm, wie wäre es wenn du versuchst, bewusst anders zu denken, als du normalerweise tätest?!

x 5 #2


J
Wie kann ich das tun, ohne Einwirckung von Außen?

x 1 #3


I
Was wenn ich dir sage, das ich änliche Probleme hatte. Also begann ich anders zu denken. Die Einwirkung von Außen ist wie du schon sagst ein Hindernis und hat mich kaputt gemacht, bis an den Punkt, wo ich für jeden und alles Schuldgefühle hatte.

Du darfst dein Potenzial nicht nur angleichen an die Möglichkeiten und Aussichten dir dein Umfeld stellt, sondern musst dich selbst erforschen und finden. Sogar stark egoistischer werden.

x 6 #4


J
Durch Affirmation oder wie?

Wie konkret hast du das gemacht?

#5


I
Ich habe das genommen was für meien Weiterntwicklung essenziell wertvoll ist und den rest beseitigt oder so umfunktioniert, das es mir selbst nicht mehr schadet.

x 4 #6


Entwickler
Zitat von IchLiebeEuchAlle:
Ich habe das genommen was für meien Weiterntwicklung essenziell wertvoll ist und den rest beseitigt oder so umfunktioniert, das es mir selbst nicht mehr schadet.

Vor 50 Jahren hieß es noch: "Macht kaputt, was euch kaputt macht!" Heute dagegen soll man selber immer stärker und egoistischer werden, aber das kaputt machende ist immer noch da. Diese Lösung kann also auch nicht staatstragend sein.

Eine Giftquelle schaltet man nicht dadurch ab, indem man selber immer sauberer wird. Das Problem sitzt viel tiefer. Aber das führt jetzt zu weit.

x 2 #7


J
Selbst-Sabotage und Glaubensgrundsatz

Meine Therapeutin hat mich gefragt, welches Szenario so schlimm wäre, sodass es die Selbst-Sabotage notwendig macht. Ich weiß es offen gesagt nicht.

Mein Gedanke ist folgender: Als jüngster, der auch verwöhnt, aber auch vernachlässigt wurde, habe ich ein schlechtes Selbstbild. Ich traue mir wenig zu und gebe schnell auf. Da ich auch noch einige Probleme hatte, bin ich in die Passivität geflohen und mache aus Angst vor Überforderung jetzt gar nichts mehr.

Was ich aber nicht verstehe ist, warum ich diesen Glaubensgrundsatz nicht weg kriege. Vor ca. 2 Jahren bin ich ein Halbmarathon gelaufen und hatte wirklich jeden Abend Dehnübungen gemacht. Also so schwach bin ich wohl nicht, aber trotzdem bleibt immer der Gedanke: Ich kann das nicht, ich schaffe das nicht.

Nur wieso ist es seit gut 3 Wochen so, dass ich gar nichts mehr mache. Ich liege nur noch im Bett und werde sicherlich irgendwann depressiv. Es ist so ähnlich wie das, was ich früher als "innere Blockade" bezeichnete.

Was sein könnte ist, dass ich mein negatives Selbstbild nicht noch weiter bestärken möchte und aus Angst zu versagen nichts mache.

Offen gesagt, weiß ich es jedoch nicht.

x 1 #8


Hoffnungsblick
Es ist vielleicht einfach gesagt: Dann steh auf. Steh auf um anderen zu helfen.
Du kennst vielleicht den Spruch: Wenn es dir schlecht geht, tu etwas Gutes.
Schau weniger auf dein Leid und mehr auf das der anderen. So wird dir geholfen.
Richte deinen Blick konsequent auf das, was du kannst.


quote="Jochanan"]Also so schwach bin ich wohl nicht, aber trotzdem bleibt immer der Gedanke: Ich kann das nicht, ich schaffe das nicht.
[/quote]
Das kann ich verstehen. Aber lass das Selbstbild los. Es hat dir nichts gebracht.
Du kannst was.

x 3 #9


L
Ich kenne das auch. Bei mir ist es auch fast immer so, dass ich aus Angst zu versagen oder überfordert zu sein, die Dinge gar nicht erst anpacke.
Dementsprechend ist aber auch die Unzufriedenheit und umso mehr man sich zurück zieht, umso stärker werden die Ängste

x 3 #10


J
Ich habe eine Art erlernter Hilflosigkeit.

@Hoffnungsblick

Aktiv zu sein ist auf jeden Fall sehr wichtig, um sei es um jemand anderes Willen. Nur leider kommt ja bei mir immer wieder der Gedanke, dass ich zu schwach bin und es nicht schaffe.

@Laraow

Ja, bei mir ist es genauso, wie du es beschreibst, nur leider komme ich aus dem Teufelskreis gerade nicht raus und langfristig gesehen wird es mich sicherlich depressiv machen.

Wie gehst du damit um?

#11


A
@jochanan.. was sagt denn deine Therapeutin dazu?
Sie hat dir doch bestimmt gesagt was du wie am besten machen sollst!
Von alleine kommt es nicht angeflogen das weißt du aber auch.
Vor allen Dingen,nehme dir immer nur eine Sache pro Tag vor....erstelle dir eine Tagesstruktur,für jeden Tag etwas anderes! Schreibe es dir auf ein großes Blatt und richte dich danach! Liebe Grüße

x 2 #12


J
Hallo Akinom,

in ca. 4 Wochen werde ich in die Klinik gehen. Meine Psychologin, die mich zurzeit ambulant behandelt, hat mir gesagt, dass ich mich fragen soll, welches Szenario so schlimm wäre, sodass es die Selbst-Sabotage notwendig macht. Sie meint, dass ich mich selbst sabotieren. Das ist im Grund das, was ich oft als innere Blockade benenne. Nur, warum ich das mache und wie ich da raus komme, ist mir nicht ganz klar.

Eine andere Therapeutin sagte mir einmal, dass ich an erlernter Hilflosigkeit leide und gab mir den Ratschlag mich damit zu beschäftigen.

Es passt. Ich habe den Gedanken, nichts machen zu können, und es ist nur ein Gedanke, aber leider ist es meine Überzeugung und sie kommt dann immer mal wieder.

Ja, ich komme da nur schwer raus, aber deshalb will ich ja in die Klinik und versuche hier Ideen zu finden.

Eine Lösung wird sich schon finden, auch wenn ich noch nicht weiß welche.

x 1 #13


A
Gut das du in eine Klinik gehst @jochanan,dass wird dir helfen wieder in die richtige Spur zu gelangen.

x 2 #14


Hoffnungsblick
Zitat von Jochanan:
Ich habe eine Art erlernter Hilflosigkeit


Ja, du hast dich daran gewöhnt.
Wenn die Auswirkungen auch schlimm für dich sind, dann ist es vielleicht auch manchmal bequem?

Wenn man Hilfe von anderen erwartet, sorry, dann kann man das tun.
Aber man muss (als Erwachsener) immer den Preis dafür bezahlen.

Alles Gute dir!

x 1 #15


J
Ja, ich denke auch, dass ich mich daran gewöhnt habe und es mir schwer fällt da raus zu kommen.

Ich denke, ich habe mich so etwas aufgegeben. Ein Buch zu lesen oder zu lernen fällt mir sehr schwer und ebenso auch vieles andere. Zum Chor zu gehen war schwer und im Prinzip fast alles. Irgend etwas machen, mich anstrengen für maximal 3 Stunden am Tag und dann über Stunden völlig k.o. im Bett liegen. So war das ja. Und irgendwann dachte ich mir, ich will nicht mehr und habe mich zurückgezogen, wobei der Preis der ist, dass wenn ich nicht doch aktiver werde, dann werde ich noch ziemlich depressiv.

Das Einzige, was ich tun kann, ist es zu akzeptieren, dass ich leider nur sehr wenig machen kann. Zurzeit würde ich sagen, dass ich ca. 3 kurze Dinge produktiv tun kann, wie sagen wir mal Spazieren gehen, die Wohnung aufräumen und kochen. Dann war's das. Und den Rest heißt es k.o. im Bett liegen und ausruhen.

Keyboard spielen wäre toll, aber meine Konzentration reicht nicht aus. Nach nur wenigen Minuten fühle ich mich wie vom LKW angefahren.

Ich möchte gerne meine Einstellung ändern. Ich möchte hoffen, dass es wieder besser wird und ich möchte nicht mehr denken, dass ich Sport treiben muss, weil es mir schlecht geht, sondern weil es mir damit gut geht und ich für mich sorgen möchte.

Und dass ich den Tag über nicht das machen kann, was ich gerne machen würde und mich auch bemühen muss, gehört dazu. Eine psychische chronische Erkrankung ist wie eine körperliche. Es ist wie Diabetes. Ich muss mich dran halten und kann nicht sagen, dass ich keine Lust mehr habe. Der Preis wäre zu hoch. Aber weil ich es mir Wert bin.

x 2 #16


M
Hallo Jochanan. ja immer dran bleiben, es ergibt sich im Leben immer mal etwas neues auf dem man aufbauen kann und vielleicht findest du das jetzt in der klinik. wann geht es los?

x 1 #17

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J
Die Klinik geht in circa 3 - 4 Wochen los. Ich habe eben etwas Sport gemacht, was mir sehr gut getan hat.

x 5 #18


M
Super! was hast gemacht? bau auf den klinik aufenthalt, der wird dir helfen Smile

x 1 #19


J
Es ist wichtig, dass ich mir selbst vertraue und nicht darauf hoffe, dass es mir in der Klinik besser gehen wird. Ich war auf dem Crosstrainer. Ausdauersport ist meine Lieblingssportart, weil man dabei so schön abschalten kann.

x 1 #20


A


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Mira Weyer
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