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Jochanan
Hallo ihr Liebe

Ich fühle mich vom Leben eingeschüchtert, überfordert und beängstigt. Ich bin zu sensibel und zu ängstlich. Ich traue mir nichts mehr zu.

Meine Angst ist so stark ausgeprägt, dass ich oft depersonalisiere und derealisiere und meine Unsicherheit ist so schlimm, dass ich in vielen Gesprächen sogar ein "Black Out" bekomme. Ich habe auch ein ständiges Insuffiziensgefühl, dass ich nie ausreiche, dass ich nie gut genug bin bzw. stabil genug.

Ich habe oft das Gefühl, dass ich zu schwach bin und nichts erreichen kann, nichts schaffen kann, mich nicht durchsetzen kann, nicht standhalten kann. Ich gebe auch schnell auf.

Ich bin nicht (mehr) lethargisch. Ich würde am liebsten für 3 Wochen Urlaub machen und auch sonst nur noch zum schlafen nach Hause, aber alleine macht mir nichts Spaß.

Die Folge, dass ich mich vom Leben eingeschüchtert fühle, ist auch, dass mir langweilig ist, weil ich eben nichts mache, aber ich ebenso nichts machen möchte, weil ich zu ängstlich bin. Und jemanden, der mich quasi an die Hand nimmt, das geht leider nicht.

Also, was soll ich tun?

Liebe Grüße

12.06.2017 22:22 • 12.07.2020 x 2 #1


93 Antworten ↓


hmm, wie wäre es wenn du versuchst, bewusst anders zu denken, als du normalerweise tätest?!

12.06.2017 22:30 • x 4 #2




Jochanan
Wie kann ich das tun, ohne Einwirckung von Außen?

12.06.2017 22:31 • #3


Was wenn ich dir sage, das ich änliche Probleme hatte. Also begann ich anders zu denken. Die Einwirkung von Außen ist wie du schon sagst ein Hindernis und hat mich kaputt gemacht, bis an den Punkt, wo ich für jeden und alles Schuldgefühle hatte.

Du darfst dein Poten. nicht nur angleichen an die Möglichkeiten und Aussichten dir dein Umfeld stellt, sondern musst dich selbst erforschen und finden. Sogar stark egoistischer werden.

12.06.2017 22:41 • x 6 #4


Jochanan
Durch Affirmation oder wie?

Wie konkret hast du das gemacht?

12.06.2017 22:44 • #5


Ich habe das genommen was für meien Weiterntwicklung essenziell wertvoll ist und den rest beseitigt oder so umfunktioniert, das es mir selbst nicht mehr schadet.

12.06.2017 22:49 • x 4 #6


Entwickler
Zitat von IchLiebeEuchAlle:
Ich habe das genommen was für meien Weiterntwicklung essenziell wertvoll ist und den rest beseitigt oder so umfunktioniert, das es mir selbst nicht mehr schadet.

Vor 50 Jahren hieß es noch: "Macht kaputt, was euch kaputt macht!" Heute dagegen soll man selber immer stärker und egoistischer werden, aber das kaputt machende ist immer noch da. Diese Lösung kann also auch nicht staatstragend sein.

Eine Giftquelle schaltet man nicht dadurch ab, indem man selber immer sauberer wird. Das Problem sitzt viel tiefer. Aber das führt jetzt zu weit.

13.06.2017 00:24 • #7


Jochanan
Selbst-Sabotage und Glaubensgrundsatz

Meine Therapeutin hat mich gefragt, welches Szenario so schlimm wäre, sodass es die Selbst-Sabotage notwendig macht. Ich weiß es offen gesagt nicht.

Mein Gedanke ist folgender: Als jüngster, der auch verwöhnt, aber auch vernachlässigt wurde, habe ich ein schlechtes Selbstbild. Ich traue mir wenig zu und gebe schnell auf. Da ich auch noch einige Probleme hatte, bin ich in die Passivität geflohen und mache aus Angst vor Überforderung jetzt gar nichts mehr.

Was ich aber nicht verstehe ist, warum ich diesen Glaubensgrundsatz nicht weg kriege. Vor ca. 2 Jahren bin ich ein Halbmarathon gelaufen und hatte wirklich jeden Abend Dehnübungen gemacht. Also so schwach bin ich wohl nicht, aber trotzdem bleibt immer der Gedanke: Ich kann das nicht, ich schaffe das nicht.

Nur wieso ist es seit gut 3 Wochen so, dass ich gar nichts mehr mache. Ich liege nur noch im Bett und werde sicherlich irgendwann depressiv. Es ist so ähnlich wie das, was ich früher als "innere Blockade" bezeichnete.

Was sein könnte ist, dass ich mein negatives Selbstbild nicht noch weiter bestärken möchte und aus Angst zu versagen nichts mache.

Offen gesagt, weiß ich es jedoch nicht.

27.05.2020 18:43 • x 1 #8


Hoffnungsblick
Es ist vielleicht einfach gesagt: Dann steh auf. Steh auf um anderen zu helfen.
Du kennst vielleicht den Spruch: Wenn es dir schlecht geht, tu etwas Gutes.
Schau weniger auf dein Leid und mehr auf das der anderen. So wird dir geholfen.
Richte deinen Blick konsequent auf das, was du kannst.


quote="Jochanan"]Also so schwach bin ich wohl nicht, aber trotzdem bleibt immer der Gedanke: Ich kann das nicht, ich schaffe das nicht.
[/quote]
Das kann ich verstehen. Aber lass das Selbstbild los. Es hat dir nichts gebracht.
Du kannst was.

27.05.2020 20:41 • x 3 #9


Laraow
Ich kenne das auch. Bei mir ist es auch fast immer so, dass ich aus Angst zu versagen oder überfordert zu sein, die Dinge gar nicht erst anpacke.
Dementsprechend ist aber auch die Unzufriedenheit und umso mehr man sich zurück zieht, umso stärker werden die Ängste

31.05.2020 16:12 • x 2 #10


Jochanan
Ich habe eine Art erlernter Hilflosigkeit.

@Hoffnungsblick

Aktiv zu sein ist auf jeden Fall sehr wichtig, um sei es um jemand anderes Willen. Nur leider kommt ja bei mir immer wieder der Gedanke, dass ich zu schwach bin und es nicht schaffe.

@Laraow

Ja, bei mir ist es genauso, wie du es beschreibst, nur leider komme ich aus dem Teufelskreis gerade nicht raus und langfristig gesehen wird es mich sicherlich depressiv machen.

Wie gehst du damit um?

31.05.2020 16:18 • #11


@jochanan.. was sagt denn deine Therapeutin dazu?
Sie hat dir doch bestimmt gesagt was du wie am besten machen sollst!
Von alleine kommt es nicht angeflogen das weißt du aber auch.
Vor allen Dingen,nehme dir immer nur eine Sache pro Tag vor....erstelle dir eine Tagesstruktur,für jeden Tag etwas anderes! Schreibe es dir auf ein großes Blatt und richte dich danach! Liebe Grüße

31.05.2020 16:25 • x 2 #12


Jochanan
Hallo Akinom,

in ca. 4 Wochen werde ich in die Klinik gehen. Meine Psychologin, die mich zurzeit ambulant behandelt, hat mir gesagt, dass ich mich fragen soll, welches Szenario so schlimm wäre, sodass es die Selbst-Sabotage notwendig macht. Sie meint, dass ich mich selbst sabotieren. Das ist im Grund das, was ich oft als innere Blockade benenne. Nur, warum ich das mache und wie ich da raus komme, ist mir nicht ganz klar.

Eine andere Therapeutin sagte mir einmal, dass ich an erlernter Hilflosigkeit leide und gab mir den Ratschlag mich damit zu beschäftigen.

Es passt. Ich habe den Gedanken, nichts machen zu können, und es ist nur ein Gedanke, aber leider ist es meine Überzeugung und sie kommt dann immer mal wieder.

Ja, ich komme da nur schwer raus, aber deshalb will ich ja in die Klinik und versuche hier Ideen zu finden.

Eine Lösung wird sich schon finden, auch wenn ich noch nicht weiß welche.

31.05.2020 16:30 • x 1 #13


Gut das du in eine Klinik gehst @jochanan,dass wird dir helfen wieder in die richtige Spur zu gelangen.

31.05.2020 16:32 • x 2 #14


Hoffnungsblick
Zitat von Jochanan:
Ich habe eine Art erlernter Hilflosigkeit


Ja, du hast dich daran gewöhnt.
Wenn die Auswirkungen auch schlimm für dich sind, dann ist es vielleicht auch manchmal bequem?

Wenn man Hilfe von anderen erwartet, sorry, dann kann man das tun.
Aber man muss (als Erwachsener) immer den Preis dafür bezahlen.

Alles Gute dir!

01.06.2020 10:49 • x 1 #15


Jochanan
Ja, ich denke auch, dass ich mich daran gewöhnt habe und es mir schwer fällt da raus zu kommen.

Ich denke, ich habe mich so etwas aufgegeben. Ein Buch zu lesen oder zu lernen fällt mir sehr schwer und ebenso auch vieles andere. Zum Chor zu gehen war schwer und im Prinzip fast alles. Irgend etwas machen, mich anstrengen für maximal 3 Stunden am Tag und dann über Stunden völlig k.o. im Bett liegen. So war das ja. Und irgendwann dachte ich mir, ich will nicht mehr und habe mich zurückgezogen, wobei der Preis der ist, dass wenn ich nicht doch aktiver werde, dann werde ich noch ziemlich depressiv.

Das Einzige, was ich tun kann, ist es zu akzeptieren, dass ich leider nur sehr wenig machen kann. Zurzeit würde ich sagen, dass ich ca. 3 kurze Dinge produktiv tun kann, wie sagen wir mal Spazieren gehen, die Wohnung aufräumen und kochen. Dann war's das. Und den Rest heißt es k.o. im Bett liegen und ausruhen.

Keyboard spielen wäre toll, aber meine Konzentration reicht nicht aus. Nach nur wenigen Minuten fühle ich mich wie vom LKW angefahren.

Ich möchte gerne meine Einstellung ändern. Ich möchte hoffen, dass es wieder besser wird und ich möchte nicht mehr denken, dass ich Sport treiben muss, weil es mir schlecht geht, sondern weil es mir damit gut geht und ich für mich sorgen möchte.

Und dass ich den Tag über nicht das machen kann, was ich gerne machen würde und mich auch bemühen muss, gehört dazu. Eine psychische chronische Erkrankung ist wie eine körperliche. Es ist wie Diabetes. Ich muss mich dran halten und kann nicht sagen, dass ich keine Lust mehr habe. Der Preis wäre zu hoch. Aber weil ich es mir Wert bin.

12.06.2020 16:38 • x 2 #16


Hallo Jochanan. ja immer dran bleiben, es ergibt sich im Leben immer mal etwas neues auf dem man aufbauen kann und vielleicht findest du das jetzt in der klinik. wann geht es los?

12.06.2020 17:50 • x 1 #17


Jochanan
Die Klinik geht in circa 3 - 4 Wochen los. Ich habe eben etwas Sport gemacht, was mir sehr gut getan hat.

12.06.2020 18:22 • x 5 #18


Super! was hast gemacht? bau auf den klinik aufenthalt, der wird dir helfen

12.06.2020 18:25 • x 1 #19


Jochanan
Es ist wichtig, dass ich mir selbst vertraue und nicht darauf hoffe, dass es mir in der Klinik besser gehen wird. Ich war auf dem Crosstrainer. Ausdauersport ist meine Lieblingssportart, weil man dabei so schön abschalten kann.

12.06.2020 18:27 • x 1 #20



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