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Franzi1206
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Hallo zusammen,

vllt fasse ich vorher zur Einordnung einmal kurz den Verlauf meiner bisherigen Problematik zusammen.
Ich hatte in den letzten zwei Jahren recht viel Stress mit Examensvorbereitung und es kam mehr und mehr zu den klassischen Panikattacken. Mit Abschluss des ganzen und Jobzusage ist bei mir das erste mal alles zusammengebrochen. Ich hatte durchgehend Panik, saß nur noch zitternd zuhause und konnte mich selbst überhaupt nicht mehr runterfahren. Zu dem Zeitpunkt habe ich mit Verhaltenstherapie angefangen. In dieser Zeit kam es auch das erste mal zu Derealisation und Depersonalisierung. Ich habe es damals dann aber geschafft, einigermaßen damit klar zu kommen und hatte zumindest immer mal bessere Phasen. Mit der Therapie wurde es über den Sommer deutlich besser und ich hatte zumindest das Gefühl auf dem richtigen Weg zu Normalität zu sein.
Ich habe dann im August den für mich wahrscheinlich nicht passenden Job angefangen und vielleicht auch einfach zu früh (?) Als ich noch nicht so gefestigt in der Aufwärtstendenz war. Nach einer Woche ging es wieder los mit DR, es kam vermehrt Schwindel etc wieder dazu und ich hatte kaum noch gute Phasen. Ich habe versucht durchzukommen um nicht sofort hinzuschmeißen. Mein Therapeut war zu der Zeit in der es sehr schlimm war noch drei Wochen im Urlaub, was es irgendwie noch mehr verschärft hat. Vor einer Woche wurde es so schlimm, dass ich kaum noch klar denken konnte, einfach nur noch Panik hatte und dachte ich drehe durch. Ich habe mich daraufhin erstmal krank schreiben lassen und gehofft, dadurch etwas runterzukommen.
Leider war das nicht der Fall. Ich bekomme immer irrationaler Ängste, hab zwischendurch Angst, dass mir die Therapie nicht mehr helfen kann, werde durch das alles was mit psychischen Krankheiten zu tun hat, getriggert und frage mich, ob ich auch auf dem Weg dahin bin.
Gestern kam noch dazu, dass ich plötzlich das Gefühl hatte, mein Kopf ist irgendwie wie eine leere Hülle und arbeitet einfach nicht mehr oder kann nicht fokussieren. So ein bisschen wie Watte. Abends hat mich dann wieder die blanke Panik gepackt, weil sich irgendwie einfach etwas nicht richtig angefühlt hat, ohne dass ich es beschreiben könnte. Ich weiß nicht, ob es auch wieder eine Form von Derealisation war, weil mir dann auch sämtliche Momente der letzten Tage fremd/komisch vorkommen.
Hatte jemand sowas schonmal?
Ich habe langsam Angst auf direktem Weg in eine Psychose oder ähnliches zu sein, aufgrund des oben geschilderten und weil ich einfach das Gefühl habe, im Kopf nicht mehr logisch denken zu können.
Über Erfahrungen, ob ihr sowas schon hattet und vielleicht auch, wie ihr das rausbekommen seid würde ich mich freuen. Insbesondere ob man das wohl mit ambulanter Therapie nochmal in den Griff bekommt oder eine Kliniken da eher angezeigten wäre.
Ich weiß langsam einfach gar nicht mehr, wie der Schritt zumindest in Richtung Normalität überhaupt gehen soll, weil ich mich so zu im Kopf fühle.

• • 30.08.2026 x 2 #1


15 Antworten ↓

L
Zitat von Franzi1206:
wieder eine Form von Derealisation war, weil mir dann auch sämtliche Momente der letzten Tage fremd/komisch vorkommen.
Hatte jemand sowas schonmal?


Ja.

DP/DR kommt, wenn Deine Psyche überbelastet ist. Es ist quasi ein Selbstschutz, dass du inne hältst.

Ich habe sie während ich schwere Depressionen habe.

Nimmst Du Antidepressiva?
Wann hast Du einen Termin beim Arzt?

• x 1 #2


A


Derealisation / Depersonalisation Erfahrungen

x 3


F
@Luce1 Ich nehme keine Antidepressiva. Ich habe es einmal mit Opipram versucht, aber da wurde die DR noch schlimmer, deswegen habe ich die Eingewöhnungszeit nicht durchgehalten. Ich gehe nur zur Psychotherapie

• #3


C
@Franzi1206
Zwar leide ich nicht unter Panikattacken und Derealisation/Depersonalisation, aber vielleicht kann ich trotzdem etwas sinnvolles zu deinem Thema beitragen.

Siehst du einen Zusammenhang zwischen großen Belastungen und Herausforderungen verbunden mit sehr viel Stress und deinen gesundheitlichen Problemen?

Examensvorbereitung, dann das Examen selbst und danach ein neuer Job (der möglicherweise nicht zu dir passt), das ist SEHR viel Anstrengung und Stress über viele Monate.

Nach meinem Abschluss war ich lange krank und habe mehr als ein Jahr gebraucht um einen Job zu finden und in der Lage zu sein zu arbeiten. Es wundert mich also gar nicht, dass du auf diese erhebliche und lang anhaltende Überlastung mit starken Symtomen reagierst.

• x 1 #4


F
@Chris_ohne_BBBB danke für deine Erfahrungen!

Ja, den sehe ich 🙈 der ist mir auch bewusst, aber mich plagt irgendwie die Angst, das dadurch jetzt etwas nachhaltig kaputt gegangen ist Und ich nicht mehr normal bin/sein kann aufgrund der Symptome. Hört sich bescheuert an 🙈

• x 1 #5


L
Zitat von Franzi1206:
Ich habe langsam Angst auf direktem Weg in eine Psychose oder ähnliches zu sein, aufgrund des oben geschilderten und weil ich einfach das Gefühl habe, im Kopf nicht mehr logisch denken zu können.

Genau das sind die “Gefühle” dann. Man fühlt sich quasi wie im Film.

Beruhigen kann ich Dich.

Du wirst ganz bestimmt nicht verrückt, auch wenn es sich so anfühlt, wenn es Dir besser geht, dann verschwindet sie genauso schnell wie sie gekommen ist.

Ich nehme Antidepressiva nun on/off seit 27 Jahren und nur mit Einnahme dieser fühlte ich mich besser, was dann wiederum dazu führte, das die DR nachließ.

• x 1 #6


F
@Luce1 danke für deine Erfahrungen! Kamst du mit dem Antidepressiva gut klar oder war die Einstellung bei dir auch am Anfang nicht so einfach?

• #7


C
Zitat von Franzi1206:
aber mich plagt irgendwie die Angst, das dadurch jetzt etwas nachhaltig kaputt gegangen ist Und ich nicht mehr normal bin/sein kann aufgrund der Symptome.


Die Angst kenne ich. Ich glaube aber sagen zu können, dass das zwar eine einschneidende Erfahrung ist, aber da geht nichts kaputt. Ich habe es teilweise nicht für möglich gehalten jemals so stabil zu werden um arbeiten zu können.

Ist jetzt die Frage wie man aus so einem Zustand wieder herauskommt. Du hattest gefragt ob eine ambulante Therapie reicht oder eine Behandlung in der Klinik nötig wäre. Was du berichtest, hört sich so an als wenn du erstmal eine grundlegende Stabilisierung bräuchtest und dann mit Hilfe einer ambulanten Therapie eine Begleitung im Alltag bis es sich so weit wieder eingerenkt hat.

• x 1 #8


F
@Chris_ohne_BBBB Danke dir. Genauso geht es mir auch. Ich habe auch nicht das Gefühl, irgendwann mal wieder stabil zu sein, geschweige denn ohne Folgen arbeiten zu können.

Den Gedanken überhaupt erstmal wieder mit mehr Unterstützung auf den richtigen Weg zu kommen um wieder einen Fuß vor den anderen überhaupt setzen zu können habe ich auch, obwohl es schon sehr viel Überwindung kostet.

• x 2 #9


C
Hast du eine Psychiaterin oder einen Psychiater, die oder der dich behandelt und dich auch hinsichtlich einer stationären Therapie beraten kann? Grundsätzlich finde ich Tageskliniken ganz gut.

• #10


F
@Chris_ohne_BBBB leider nein. Ich habe mich da schon ein Mal zumindest etwas zu erkundigt und das größte Problem wird wahrscheinlich auch die Wartezeit. Ich würde auch eine Tagesklinik präferieren, da ich ungern auch zum Schlafen etc in anderen Räumlichkeiten sein möchte.

• x 1 #11


C
Und wie sieht es mit Hausärztin oder Hausarzt aus? Hast du da eine gute Versorgung? Denn es müsste dir jemand eine Überweisung schreiben. Wenn der Hausarzt das machen würde, wäre das für’s erste okay.

• x 1 #12


F
@Chris_ohne_BBBB ich denke das er das machen würde

• x 1 #13


L
@Franzi1206

Ich hatte kaum NW.

Der Leidensdruck war zu stark, es war meine letzte Chance.

Hatte Suzidgedanken, aber nach ca. 3 Wochen fühlte ich mich so gut, das alles in den Hintergrund rückte und ich mein Leben wieder hatte.

Manchmal muss man erst durch die Hölle

• x 2 #14


Psychic-Team

E
Hi zusammen,

ich bin auch lange Zeit von der DPDR betroffen gewesen und habe mich über die vergangenen Monate Schritt für Schritt daraus kämpfen können und dachte ich teile meine positiven Erfahrungen an dieser Stelle. Auch wenn ich Therapie gemacht habe, haben mir tatsächlich Bücher am Besten geholfen meine Problem zu verstehen und einordnen zu können. Meine Empfehlung wäre das Buch von V.M. Dame mit dem Titel "Das kaputte Ich" in dem die DPDR einfach, verständlich und anschaulich erklärt wird. Ich habe erst sehr spät erkannt und für mich akzeptiert das ich eine DPDR habe, wobei mir dieses Buch enorm geholfen hat. In dem Buch wird gut erklärt, dass man als jemand der eine DPDR hat (auch bei starken Symptomen) eben nicht Gefahr läuft verrückt zu werden und das es einen Weg zurück gibt (wie bei mir). Die Erkenntnis und Akzeptanz, dass man "nur" eine DPDR hat und diese auch heilbar ist, hat mir schon mal sehr viel weiter geholfen und mich damals extrem erleichtert. Wenn man dann auch noch versteht, wie sie funktioniert und das sie sich eigentlich selbst "nährt" sind schon mal die wichtigsten Schritte getan (meiner Erfahrung nach). Aber die Symptome und Ausprägung / Hebel der DPDR sind natürlich immer individuell, je nachdem was für Erfahrungen und Ängste man halt so hat.

Hier einmal die wichtigsten Punkte, dir mir enorm geholfen haben:
- man ist immer noch dieselbe Person wir vor dem Beginn der DPDR, egal wodurch es begonnen hat. Auch wenn es sich vielleicht gerade nicht so anfühlt, weil die DPDR als Schutzmechanismus dazugekommen ist, kann man dieses Gefühl des Ich-seins wieder erlangen.
- Den Moment in dem die DPDR hinzugekommen ist nicht als Bruch ansehen - die Veranlagung dafür hat man schon länger in sich getragen, oft weil man tendenziell ein eher sensibler Mensch ist, Ängste entwickelt und negative Erfahrungen gemacht hat und es dann einfach zu viel wurde -> aber dieses vorher/nachher denken pusht eher das man sich als verändert und anders ansieht. Wenn man aber versteht, dass die Anlagen dafür schon vorher da waren als es einem noch vermeintlich gut ging verschwindet dieser Bruch etwas und man stellt eine Verbindung zwischen vorher/nachher her (war bei mir wenigstens so).
- Die DPDR ist ein Schutzmechanismus der die eigene Wahrnehmung und Gefühlswelt verschiebt, um sich von negativen Emotionen, etc. abzugrenzen und wird durch eben solche negativen Gefühle, Gedanken, etc. aufrecht erhalten
- Daraus ergibt sich ein "Teufelskreis" weil sie sich quasi selbst nährt: Probleme, Stress, etc. verursachen DPDR im Trigger-Moment -> DPDR und dadurch verändertes Gefühl/Wahrnehmung verursachen Stress, Traurigkeit, etc. -> nähren wiederum DPDR und verstärken Symptome usw.
-> Fragen wie: Was stimmt nicht mit mir? Was muss ich tun? Warum kriege ich das nicht hin...? Kommen durch die DPDR -also den eigenen Schutz- bzw. Alarmmodus und erhalten die Symptome aufrecht
- Man gibt diesen Fragen ja recht, weil die Symptome da sind und extrem stören, wodurch die Fragen legitim erscheinen... aber sie werden ja von der DPDR erst verursacht. man hat also einen Schutzmechanismus der sich selbst und seine Begleiterscheinungen beseitigen will...

Mein Lösungsweg für dieses Dilemma:
- Verstehen, dass die DPDR nichts Böses ist sondern einen schützen möchte... auch wenn sie natürlich sehr stört sollte man meiner Ansicht nach nicht sauer auf sich oder sie sein, weil sie jetzt da ist -> das nährt sie ja nur weiter und man kann sie nicht einfach abstellen und sich verbieten daran zu denken. Sie ist nun mal da... aber man kann entscheiden wie man damit umgeht.
- Weil die DPDR natürlich die eigenen Ängste und Probleme kennt, hat sie immer verdammt gute Argumente und möchte einem erklären was alles schief läuft und was man hätte besser machen können, etc. (so war es bei mir) - sich also auf eine Diskussion mit ihr einlassen oder dergleichen ist kontraproduktiv und führt nur dazu, dass man den ganzen Tag unkonzentriert ist und es einem am Ende noch schlechter geht, weil wie gesagt die DPDR immer gute Argumente findet Angst zu haben oder ein negatives Bild zu zeichnen. Auch wenn man eigentlich versteht, was da vor sich geht, ist es verdammt schwer langfristig auf die DPDR einzugehen und sie durch Argumente oder Mantras zu besänftigen - insbesondere wenn man nebenbei studiert, arbeitet, etc.
- Da ich aber verstanden habe wie sie funktioniert, was ihr Auftrag ist und das sie auf diesem Loop / Teufelskreis beruht, verstehe ich, dass sie sich selbst aufrecht erhält und kann dem relativ einfach den Stecker ziehen. Wenn ich Gefahr laufe in das Gedankenkarussell einzusteigen und der DPDR und ihrem Vortrag mit Ängsten usw. auf dem Leim gehe, merke bzw. verstehe ich es und realisiere, dass ich gerade in dem Loop bin. Wie gesagt, ich kann nur begrenzt entscheiden ob die DPDR da ist oder nicht aber ich kann entscheiden wie ich mit ihr umgehe. Anstatt mit ihr zu argumentieren, verstehe ich das ich sie gerade füttere und das will ich ja definitiv nicht und das wenn ich nicht weitermache ihr alle Macht nehme. Sobald ich das realisiere und die Entscheidung fälle, dass ich ihr nicht weiter folge und dann aus dem Gedankenkarussell aussteige geht es mir viel besser. Es wird dauern, bis man wieder "ganz der Alte" ist, was auch ohne DPDR eigentlich nicht möglich ist, da man sich fortlaufend entwickelt (mit und ohne DPDR) aber durch diese Erkenntnis und die darauf basierende Entscheidung die DPDR die Ursache der Symptome ist, nicht weiter zu füttern bin ich Stück für Stück da raus gekommen... und ich war sehr lange in dem Loop gefangen. Ich habe mir auch ganz lange gewünscht, dass es einen Arzt, eine Diagnose, eine Pille oder dergleichen gibt und dann ist alles wie durch einen Schalter von jetzt auf gleich "wie früher" aber ich glaube den gibt es nicht, ich habe ihn auf jeden Fall nicht gefunden. Aber es gibt trotzdem einen Weg ins alte Leben.

Ich hoffe, der Beitrag hat etwas geholfen. Falls irgendwelche Fragen bestehen sollten, versuche ich diese zu beantworten.

Beste Grüße

• x 1 #16


A


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Mira Weyer
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