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201707.12




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So ich starte jetzt nochmals diese Thema und hoffe das ich mit der Überschrift viele Betroffene erreichen kann.

Seit Mitte Oktober habe ich immer wieder einmal mehr einmal weniger mit diesen Gefühlen und Symptomen zu tun. Wobei es bei mir zwischen Derealisation und Depersonalisation schwankt.

Ich mache seit Oktober eine Therapie und nehme seit ca. Mitte November ein Antidepressivum ein. Ich hatte in meiner Kindheit im Alter zwischen 8-12 Jahren 3 einschneidende Erlebnisse die mit allein sein, verlassen sein und Tod zu tun hatten. Vor 30 Jahren liefen die Uhren noch anders. Ob und in welchem Ausmaß diese Dinge mich heute als Erwachsenen Menschen beeinflussen, darüber streiten sich sogar die Experten und Therapeuten. Ich denke mal, dass hier der Grundstein für ein überängstliches Empfinden und Verhalten als Erwachsener gelegt wurde.

Ich hatte in den letzten 11 Jahren beruflich bedingt immer wieder Phasen von Überarbeitung, Stress, Zukunftsängsten und großer Verantwortung zu tun. Phasen von einem kurzzeitigen "Neben sich stehen und Konzentrationsverlust kannt ich aus der Vergangenheit nur als Begleiterscheinung von Panikattacken, also vielleicht für ein paar Minuten bis max. eine halbe Stunde. In Phasen wo sich bei mir/uns das Leben völlig veränderte, hatte ich solche DP/DR auch, mitunter mit Schwankungen für mehrere Wochen.

Ich habe mir letzte Woche das Buch DEPERSONALISATION/DEREALISATION - Die Entfremdung überwinden von Dr Matthias Michal gekauft und auch schon diverse Tests aus dem Buch heraus gemacht. Da kommt überall raus, dass ich weit unter dem Druchschnitt von Betroffenen bin. Ungeachtet dessen sind diese momentanen Befindlichkeitszustände nicht seyy!

Heuer kam einfach viel zusammen. Schwierigers Firmenjahr, Auszug der ältesten Tochter, Schwägerin beim Hausbau geholfen und so gut wie kein Urlaub. Im Sommer waren es eher noch die psochsomatischen Beschwerden (Magendruck, Schwäche, Verspannungen, innere Unruhe, vermehrtes Schwitzen usw). Nach und nach merkte ich aber, dass es auch mit der Konzentration weniger wurde und ich wieder leichte Panikanfälle/Attacken bekam. Die letzte Panikattacke war dann so stark, dass ich im nachhinein anfing alles an mir selbst verstärkt wahrzunehmen und ich irgenwie ein "war wäre wenn" Gefühl und Denkweise zu allen Dingen entwickelte.

Komischweise half mir sehr das Mountainbikefahren und wenn ich alleine bin und Ruhe habe.

Nun zu meine Symptomen bei DR/DP

1. Fallweise nehme ich meine Stimme anders wahr (meine Nase ist auch seit einiger Zeit zu)
2. Auch das Autofahren strengt mich mehr an als sonst und ich bin irgenwie dabei angespannter
Bei Auswärtsterminen passiert es mir gerade am Anfang das ich das Gefühl habe nicht
richtig da z sein, bei der Sache zu sein, obwohl ich weiß, das alles um mir herum real ist.
3. Ich analysiere mich selbst am Anfang beim reden, was aber mit der Zeit wegfällt.
4. Je länger ich bei der Sache bleibe und mich nicht auf mich fixiere, desto besser wird es und
mit der Zeit ist alles vollkommen normal.
5. Am besten bzw. so gut wie selten bzw. gar keine DP/DR habe ich wenn ich Zuhause bin und
da auch speziell am Abend wenn es ruhig wird und ich mit meiner Frau einfach nur relaxen
kann.
6. Ich gehe viel Wandern bzw. Spazieren und das beruflich bedingt am Abend. Auch hier bin ich voll in meiner Mitte und habe keine Symptome der DP/DR.

Meine Psychiaterin sagte das diese Symptome eine Begleiterscheinung einer Depression/Burnout aber auch von Ängsten/Panikattacken sein könne und diese mit der Zeit wieder vergehen. Ich merke auch wie es von Woche zu Woche besser wird und es ist kein Vergleich zu Anfang November.

Wie gehts es euch mit DEPERSONALISATION/DEREALISATION?
Was hat euch geholfen?
Wie wurde es bessser?

Würde mich über Antworten von euch sehr freuen

LG

Auf das Thema antworten

116 Antworten ↓



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  07.12.2017 13:23  
Hm. Bei dir ist es etwas anderes als bei mir. Es klingt fast so, als würde sich dein Körper/dein Kopf in besonderen Stresssituationen herausreißen, um dem ausgesetzten Stress zu entgehen, so wie ich das jetzt überflogen haben. Ich glaube in solchen Situationen solltest du dir mal kurz eine Pause nehmen, klingt blöd, ist aber so.
Bei mir kann es jederzeit passieren, dass ich solche 'Anfälle' habe, bei mir ist es allerdings wie ein Zustand, dass ich alles nur noch verschwommen wahrnehme, als stände ich kurz vor einer Ohnmacht. Danach krieg ich meist Herzrasen, also es geht mit Panik einher. -.-

Das mit der Selbstreflexion in genannten Situationen ist gut, versuch dich selbst ins Hier und Jetzt zurück zu holen. Mir hilft es, so verrückt es klingt, mit mir selbst zu sprechen. Sagen was ich um mich rum sehe, am Besten auch Sachen anfassen, irgendwo abstützen. Und ich versuche mich von meinen Gedanken loszulösen, meistens schau ich Videos um mich abzulenken.



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Schweiz
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  07.12.2017 13:41  
Ich habe bis dato noch nichts gefunden, was meiner DP/DR entgegenwirkt. Lediglich das Wissen woher es kommt und das es wieder vorbei geht hilft mir. Vielleicht kann ich sagen, je weniger meine Ängste werden desto weniger wird die DP/DR.

Eiskaltes Wasser auf meinen Händen kann mich stark zurückholen, jedoch nur für 30 Sekunden, dann rutsche ich wieder hinein. Ich kämpfe auch gar nicht mehr gegen diesen Zustand an, weil es gar nichts nutzt. Früher war ich 4-5 Tage richtig grob damit konfrontiert, jetzt sind es vielleicht noch maximal 2 Tage.

Es stellt sich jeweils ein, sobald ich zu lange meine Ängste habe. Und vor allem dann, wenn ich meiner Frau sage ich hätte Angst. Dann geht es nur kurz und ich bin hinter meinen Mauern verschwunden.

Medikamente (und Alk.) nützten auf alle Fälle nichts. (wer zensiert denn hier?)

Danke2xDanke




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  07.12.2017 14:38  
Ich glaube auch das die Reduzierung bzw. das lösen der Ursache wo dann Angst und Panik entstanden ist therapeutisch begleitet einem sehr weiter helfen kann.

Wo ist bei euch die DP/DR am stärksten (Situation, Tageszeit, Befinden und wann weniger bzw. Völlig weg





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  07.12.2017 14:50  
Eine Betroffene hat es einmal so geschildert

" Bei meinen BO haben sie definitiv dazugehört
Meine Thera hat mir das mal so erklärt dass meine Festplatte (Gehirn) so voll ist und nichts mehr verarbeiten kann.
Diese Unwircklichkeitsgefühle waren dann sozusagen Selbstschutz".

Danke1xDanke


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Schweiz
541
  07.12.2017 15:08  
Natureboy78 hat geschrieben:
Meine Thera hat mir das mal so erklärt dass meine Festplatte (Gehirn) so voll ist und nichts mehr verarbeiten kann.Diese Unwircklichkeitsgefühle waren dann sozusagen Selbstschutz


Hm also wenn ich drinnen bin und dies mehrere Tage dauert ist es gleich nach dem Aufstehen am schwächsten. Dann zieht es aber ziemlich frappant an. Wenn ich mich ablenken kann wird es auch weniger.

Was mich am meisten stört ist, dass dieser Zustand meine Mundwinkel richtig hinunterzieht. Hab dann auch kein richtiges Gefühl für Schmerz mehr.

Das ist ganz sicher eine Schutzfunktion. Ich nenne dies meinen Notschalter wenn ich zu viele Eindrücke, Ängste was auch immer, habe.





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  07.12.2017 16:12  
Was hilft dir und verbessert deine Lage



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Schweiz
541
  07.12.2017 16:31  
Natureboy78 hat geschrieben:
Was hilft dir und verbessert deine Lage


Geduld! es geht vorbei

Danke2xDanke




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  07.12.2017 17:35  
Ma ich hoffe das auch so sehr und bemühe mich.





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  07.12.2017 21:23  
Bin heute Abend in unserem Kurzurlaub angekommen. Ich war die letzten 2 Monate viel Zuhause. Bin die 3 Stunden selbst gefahren. Aber jetzt in der Hütte bin ich sehr unruhig und nervös und durcheinander. Ich weiß es kann nichts passieren, aber so weit von Zuhause bin ich immer unbegründet ängstlich. Die Aufmerksamkeit fällt in den Keller und ich Depetsonalisiere schnell. Kann mir jemand einen Tipp geben bzw. Wie geht ihr in solchen Situationen um.

Danke euch





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  08.12.2017 18:11  
Gerade wenn ich weit weg von Zuhause bin kann es noch fallweise passieren, das ich so ein unterschwelliges Schwindelgefühl habe, bin leicht zittrig und habe das Gefühl dass ich schwach auf den Beinen bin. Und genau in dieser Situation rattert die Angstmaschine was das alles sein kann. Was wenn ich jetzt umfalle und sterbe, Schlaganfall bekomme oder das alles von einem Hirntumer ausgeht. Gefühlte 1000mal hatte ich das schon und nur fallweise kann ich es ablegen. Und genau über das will ich drüberkommen loswerden.8 Angstbücher gelesen aber noch immer lerne ich es noch nicht restlos davon zu kommen.

Wie habt ihr das für euch überwunden?   





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  09.12.2017 22:09  
Bin jetzt den 3 Tag auf Urlaub in den Bergen. Die letzten 2 Tage waren echt super. Perchtenumzug, gut Essen gewesen, heute gewaltige Schneeschuhtour gemacht dann Saunieren und am Abend vorm Kachelofen. Hatte im Prinzip keine Depersonalisation und Derealisation. Will nichts verschreien aber bin froh  das es solche Tage gibt und es dürfen gerne mehr werden.



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Schweiz
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  10.12.2017 11:24  
Wenn du es schaffst eine Gleichgültigkeit gegen die Zustände zu entwickeln wird es besser... !





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  12.12.2017 13:49  
Hallo an alle!

Frage an euch. habt ihr am Anfang der Einnahme des Medikamentes auch diese Schwankungen des Befindens gehabt. Warum ist das so. Bei mir ist das oft auch unter Tage sehr unterschiedlich. Manchmal komme ich nicht so schnell aus dem Bett, einmal ist der Vormittag okay, einmal ist der Nachmittag besser, der Abend ist zu 90 Prozent immer schön und mir geht es gut. Ich nehme seit 4 Wochen Citalopram 20mg. Die gute Tage werden speziell in den letzten 2 Wochen immer mehr und ich mache auch alles.
Vielleicht stresse ich mich und mache mir selbst zuviel Druck dass ich schnell Gesund werde. Das im Moment mein Selbstvertrauen und der Glaube an Besserung noch nicht gerade überwältigend ist sorgt mich auch. Gerade das sich selbst beobachten und checken wie es mir gerade geht sollte man ja nicht machen.

Wie ging es euch in den ersten 8 Wochen nach Beginn der Einnahme von Antidepressiva?
Wann hattet ihr das Gefühl und Gewissheit - jetzt bin ich durch oder darüber hinweg?





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  14.12.2017 13:56  
Mahlzeit

Ich muss noch etwas loswerden und vielleicht kann mir da ja jemand seine Meinung oder Erfahrung mitteilen.

Ich bin jetzt Anfang 5 Woche mit AD. Es geht bergauf. Ich hadere einfach so sehr mit den Schwankungen. Ich nehme jetzt nur mehr das Antidepressivum ein, Trittico zum schlafen und die Bromazepam habe ich abgesetzt bzw. ausreichend ausgeschlichen.

Wie schon geschrieben, habe ich fallweise so einen diffusen Druck hinter der Stirn und auch mal Augenbrennen. Jetzt habe ich nächte Woche einen Termin bei einem bekannten Neurologen. Leider bin ich auch etwas Hypochondrisch geschaltet und entwickle im Moment wegen jeder Körperreaktion schei.. Krankheitsfantasien und Krankheitsängste. Manchmal kribbeln mir dir Unterarme (viel vor PC) und die Finger zittern leicht, schon überlege ich was das nicht für eine schlimme Krankheit sein kann.

Oder gestern Abend bin ich 1,5 Stunden im Finsteren Wandern gewesen. Ich komme heim bin glücklich und voll motiviert, auf einmal beginnt es wieder im Stirnbereich zu ziehen und ich hab so das Gefühl als hätte ich Watte im Kopf. Ich kann aber auf einem Bein stehen und das auch mit geschlossenen Augen. Ich lenke dann natürlich die Aufmerksamkeit dermaßen auf mich selbstm, dass dann auch wieder die Depersonalisationsgefühle zunehmen. 

Die Nacht habe ich eher durchwachsen geschlafen. Vielleicht spielt auch die Situation eine Rolle, dass der Arbeitsbetrieb unserer ältesten Tochter die im letzten Jahr der Lehre ist wie wir am Dienstag erfahren haben quase kurz vor dem Konkurs ist und wir dementsprechend reagieren müssen. Ich in der Arbeit gibt es im nachhinein noch Ärger mit einer Abwicklung wo es zwischen Käufer und Verkäufer noch Ungereimtheiten gibt und die Nerven blank liegen.

Psychiaterin meinte diese Woche am Montag auch noch dass diese Empfindungs und Befindlichkeitsstörungen normal sind und es sich immer mehr Stabilisieren wird.

kann sich eine Depression so auswirken, dass man so wenig Selbstvertrauen in den eigenen Körper hat? ich bin in letzter Zeit zum Teil auch ein wenig schusselig und vergesse schnell was und dann kommt mir schon der Gedanke, was wenn du einen Alzheimer hast!

komisch ist nur, dass wenn ich eine 1/8 oder 1/4 Beruhigungstablette nehme, dann gehts mir so wie die 4 Tage auf Urlaub gut und ich habe keine Krankheitsfantasien. Die ist doch eigentlich der Beweis dass es rein von meiner BIRNE ausgeht und ich mich zuviel reintheatere.






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  20.12.2017 13:01  
Wer ist noch immer in der Derealisierung/Depersonalisation?
Wer hat es weider raus geschaft und vor allem wie?
Gibt es Phasen oder Zeiten in denen ihr völlig Beschwerdefrei seit und warum denkt ihr dass es in diesen Situationen nicht da ist?
Habt ihr Tipps was man tun kann, dass diese Überreaktionen des Gehirnes besser werden?
Ich habe bemerkt wenn ich nur eine 1/4 Beruhigungstablette nehme bin ich komplett fokussiert und habe keine DP/DR. Aber das ist natürlich kein sinnvoller Weg und mache ich auch nicht

DIESE FRAGE STELLE ICH AN ALLE DIE VON DP/DR BETROFFENEN SIND! DANKE FÜR TIPPS UND POSITIVE BEISPIELE

Danke1xDanke


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  20.12.2017 13:20  
Hey <3

Leide auch seit ca. nem Jahr an dem Mist. Aber erst seit ich hier im Forum aktiv bin, versteh ich DR/DP erst so richtig. Und ich seh das ich damit nicht allein bin..
Lies dich mal da durch:
erfolgserlebnisse-f59/umgang-mit-depersonalisation-derealisation-t74625.html
Paar habens überstanden oder so gut wie besiegt..

Danke1xDanke


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  14.03.2018 19:56  
Hallo, ich habe vor 2 Wochen die Diagnose DP/DR bekommen, nach unglaublichen 15 Jahren hin und her. Nun bin ich auf der Suche nach Therapiemöglichkeiten. Ich habe die Möglichkeit nach Mainz auf die DP/DR Station zu gehen. Wer kann aus eigener Erfahrung sprechen und mir sagen ob der Aufenthalt was gebracht hat? Vielen Dank im Vorraus:)



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  15.03.2018 10:18  
Da hast du ja eine extrem lange Zeit hinter dir! Darf ich fragen, wie sich das für dich anfühlt? Von Mainz kann ich leider nichts berichten, aber ich denke mir nach 15 Jahren leiden und wenn es da eine richtige Station gibt mit Profis, würde ich nicht lange zögern. Von dort kannst du sicher auch weitere Ansprechpartner bekommen die bei der HEilung helfen können.



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  15.03.2018 14:04  
Es war die ganzen Jahre immer ein enttäuscht werden, ich dachte ich wäre am Ziel aber dennoch war es nicht die richtige Diagnose. Ein großes Gefühl von Hilflosigkeit, psychosomatische Störungen und nichts fühlen können, sich nie richtig glücklich und gut fühlen...
Meine Psychologin möchte es ersteinmal mit EMDR probieren... Hat damit jemand Erfahrungen im Zusammenhang mit DP/DR?



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Dr. Christina Wiesemann


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