Hallo Pilongo!
Vielen Dank für einen ausführlichen Beitrag, den ich jetzt hier an dieser Stelle mal beantworten werde.
Zitat von Pilongo:Falco, Mein Freund hat die Erfahrung gemacht dass das Arbeitsamt bei der Jobvermittlung von Akademikern nicht so gut ist. Der hat sich selbst dahinter geklemmt, als Akademiker muss man auch viel Initiativbewerbungen verschicken, das wird heutzutage von einem so erwartet.
Der Besuch beim Amt ist ja eigentlich Pflicht, wenn man da eben gemeldet ist. Hoffnung auf nützliche Tipps habe ich dabei keine. Im Grunde genommen kann mir dabei ganz gut selbst helfen. Ich schaue regelmässig in einigen Tageszeitungen, Online-Stellenbörsen und habe eine Stellen-Zeitschrift abonniert. Da pflüge ich mich regelrecht durch die verschiedenen Seiten.
Zitat von Pilongo:Er mag seinen betreuenden Prof, er mag seine Kollegen, er mag die Studenten, er ist wirklich zufrieden. Am Meisten hat ihm bei der Suche geholfen auch mal mit Profs aus dem eigenen Fach zu sprechen und sie zu fragen was sie direkt nach der Uni gemacht haben, was man da versuchen kann.. Es werden immer noch sehr viele Jobs rein über Beziehungen und Bekannte vermittelt, deshalb mein Rat: Geh doch nochmal an die Uni und rede dort mit den Profs.
Ich habe mich bereits 2mal an der Uni beraten lassen bei den Karriere-Fachleuten. Da habe ich Bewerbungen abgegeben mit Lebenslauf, Anschreiben und so weiter. Die Hilfe war ziemlich gut, weil sie eben auch mit den Gegebenheiten der jeweiligen Studienfächer vertraut sind. Davon konnte ich einiges gebrauchen. An den Formulierungen im Anschreiben und an den sonstigen Unterlagen war bis auf ein paar Kleinigkeiten nichts auszusetzen.
Ich hatte nie ein persönliches Verhältnis zu irgendwelchen Dozenten, zu Professoren schon mal gar nicht. Hinzu kommt auch, dass viele Dozenten mit Zeitverträgen ausgestattet sind/waren, und die Leute, die ich in Prüfungen hatte, sind gar nicht mehr an der Uni zu finden. Zumal die Uni-Leute einen eh nicht kennen, sofern man dort nicht gearbeitet hat, was ja eh nur eine große Minderheit aller Studierenden macht. Da wüsste ich nicht, was es bringt, Leute zu fragen, mit denen ich nie in irgendeiner Weise zu tun hatte.
Zitat von Pilongo:Vielleicht fehlt dir auch ein klares Berufsfeld, die Grenzen sind zu diffus? Dann würde es Sinn machen auch mal Praktika in Erwähung zu ziehen. Da bekommst du zwar meist kein Geld dafür, aber immerhin hast du so die Chance auf Kontakte und Erfahrungen. Und im Zweifelsfall verkauft sich das besser im Lebenslauf als eine zu große Lücke! Ganz davon abgesehen wird es dir sicherlich auch persönlich weiter helfen in der Entscheidung.
Ich habe gerade diese Woche noch irgendwo angerufen und gefragt, ob ich da mitarbeiten könnte. Der Chef ist aber im Urlaub, werde da in zwei Wochen aber nochmal nachhaken. Weiterhin habe ich schon so einige Telefonate geführt, aber ohne Berufsausbildung in dem jeweiligen Gebiet ist da schwer was zu finden. Zum Beispiel würde ich übergangsweise auch eine Sekretär-Stelle annehmen. Wenn ich da anrufe, wird gefragt "Haben Sie denn eine kaufmännische Ausbildung?" Wenn ich dann nein sage, dann heißt es "Ja, wir suchen aber Leute mit Erfahrung". Gleiches gilt auch zum Beispiel für Kellnern (wer hätte das gedacht?)
Zitat von Pilongo:Ich hab schon oft solche Studenten getroffen, Leute die eigentlich super fertig studiert hatten und dann nichts gefunden haben. Und ich finde die haben immer zwei Dinge gemein: Zum Einen haben sie kein klar definiertes Berufsbild, keine Vorstellung davon wie es nach der Uni weiter gehen soll. Zum Anderen haben sie meist neben der Uni nichts Sinnvolles gemacht. Keine Jobs, keine Praktika, nichts. Ach so, was Drittes hatten sie auch noch fällt mir gerade ein. Nämlich viel zu hohe Erwartungen und die Vorstellung dass die Arbeitswelt sie jetzt mit offenen Armen empfängt. Das ist aber leider nicht so. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, auch nicht mit Diplom/Master.
Ich habe schon was nebenher gemacht, wobe ich nicht ausschließen will, das ich das nicht hätte noch mehr machen müssen. Aber wer weiß, ob es das gebracht hätte? Dann hätte ich 5 statt 3 Praktika gehabt und dann wird einer eingestellt, der eben 8 Praktika hatte. Das kann man immer drehen und wenden, wie man will. Und hohe Erwartungen hatte ich vielleicht nur 1-2 Monate nach dem Abschluss. Nach einem halben Jahr Jobsuche erwarte ich gar nichts mehr. Und ich bewerbe mich auch nicht auf die Top-Stellen mit Top-Gehalt, sondern oftmals bei sehr kleinen Firmen (weniger als 20 Mitarbeiter), und auch bei Stellen, wo die Ansprüche jetzt eben "normal" klingen und nicht extrem hoch sind.
Zitat von Pilongo:Ich glaube wichtig ist dass man sich mal traut ins kalte Wasser zu springen und irgendwo irgendwie anzufangen. Und dann sucht und weiter macht, sich meinetwegen umentscheidet und so weiter. So haben's die Anderen auch gemacht, die Meisten geben es nur nicht zu! Aber ich glaub am Teichufer stehen und überlegen wo man jetzt am Besten rein springt und wie tief das Wasser da ist und das dann zu kalt ist oder zu warm an der Stelle - ich glaube das nutzt rein gar nichts.
Ich bin schon ein eher ängstlicher und daher auch etwas zögerlicher Typ. Einiges traue ich mich einfach nicht, wenn es mir gar nicht behagt. Aber es führt wohl kein Weg daran vorbei, es einfach mal zu versuchen. Ich habe mich auch öfter schon auf Stellen beworben, wo ich vor einem halben Jahr noch dachte "Das machst du auf keinen Fall!" Weil die (finanzielle) Not ist doch schon sehr groß, so dass ich schon sehr vieles machen würde, um endlich eigenes Geld zu verdienen. Wichtig ist ja erstmal, überhaupt den Einstieg zu finden. Und wenn es ganz schlimm in dem Job ist, dann müsste ich mich halt wieder woanders umschauen.
Zitat von Pilongo: Ich selber brauch Arbeit um leben zu können. Wenn ich nichts habe und nur Zuhause sitze verfalle ich ins Grübeln, und dann kommt auch die Angst. Es ist sogar statistisch bewiesen dass Arbeitslose eher zu psychischen Problemen neigen als arbeitende Menschen. Einfach weil ihnen etwas grundlegendes fehlt: Das Gefühl gebraucht zu werden und sich beweisen zu können.
Das mit den psychischen Problemen bei Arbeitslosen habe ich auch schon öfter gelesen. Je länger ich auf Jobsuche bin, desto mehr kann ich mir das auch vorstellen, dass es für die Befindlichkeit nicht gut ist, arbeitslos zu sein. Neben dem Geld fehlt einfach die Tagesstruktur, dass man irgendwo "mitmacht" und Kontakt zu anderen Leuten hat. Und irgendwie sehe ich bei mir auch die Gefahr, dass ich da etwas abrutschen könnte. Denn teilweise bin ich schon deprimiert, und es bessert sich ja nicht wirklich was.
Manchmal habe ich aber auch ein wenig Energie und möchte mit der Arbeit loslegen. Dann bekomme ich etwas mehr Power und möchte endlich meine Fähigkeiten einsetzen. Es ist so blöd, das Potenzial nicht nutzen zu können!! Denn ich bin ja noch relativ jung und will noch was erreichen. Nur müsste ich ja auch mal die Chance dazu bekommen...
Jetzt habe ich ja auch sehr viel geschrieben!