App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

B

berliner
Mitglied

Beiträge:
238
Themen:
4
Danke erhalten:
1
Mitglied seit:
Hallo,

ich frage mich, ob ich hier überhaupt noch gemocht werde.

Eine zeitlang hatte ich den Eindruck, dass ich hier im Forum sogar relativ "beliebt" war und mich viele gemocht haben. Mittlerweile interessiert sich kaum noch jemand für mich und ich werde scheinbar nicht mehr gemocht.
Ich wollte hier eigentlich Internet-Freunde oder sogar echte Freunde finden. Eine zeitlang schien es auch zu funktioniereren.

Bin ich Euch zu ängstlich, zu sehr Loser-Typ, zu sehr Versager, der nichts kann ?
Dabei dachte ich hier haben alle Schwächen und wir hätten Verständnis füreinander und könnten die Schwächen des Anderen verstehen ?
Vielleicht gibt es ja doch irgendetwas an mir, was mir gar nicht bewusst ist, oder was ich nicht abstellen kann, was andere abschreckt ?
Vielleicht bin ich auch ein zu schwieriger Fall für ein Phobie-Forum ? Aber wo soll ich sonst schreiben ? Borderline-Forum ? Die lachen mich doch aus, weil ich glaub, dafür "reicht" es dann doch wieder nicht ganz bei mir. Oder doch ?
Für meine Diagnose (PTBS) gibt's kaum Foren und wenn sind das andere Themen als bei mir. Ich bin mir auch nicht ganz absolut sicher mit der Diagnose. (Nein, keine Selbst-Diagnose !) Außerdem hab ich ja auch Agoraphobie und Hypochondrie (offiziell). Aber auch sowas wie "Schüchternheit".

Ich frage mich eh seit ein paar Tagen, ob mein Leben überhaupt noch Sinn macht und ob es noch Hoffnung für mich gibt. Gerade gestern habe ich wieder die Möglichkeit einer stationären Aufnahme auf der Psychiatrie ausgeschlagen, obwohl die Ärztin mich lange versucht hat zu überreden. Aber ich kann und WILL das nicht. Ich wäre dort doch völlig hilflos ausgeliefert.
Bleibt höchstens die "tiefenpsychologische" Therapie oder halbherzige Selbstversuche, aber macht das Sinn ? Oder bleibt halt einfach alles, wie es ist ?

Was nun ?
Bin depressiv irgendwie .

Lg, Berliner

03.09.2010 #1


348 Antworten ↓
G

GastB
Gast

Zitat von berliner:
Zitat:
Sonst wäre es ja kein "Hilfe"-Forum, sondern ein Kaffeeklatsch-Forum. Davon gibt es ja auch viele, wogegen nichts zu sagen ist. Nur hast du dich ja nicht in einem solchen angemeldet, nicht wahr.

Wie/Wo finde ich denn ein gutes "Kaffeeklatsch"-Forum, wo man als psychisch Kranker nicht "ausgelacht" oder ausgegrenzt wird? Und ich hab doch außer meinen Problemen nicht viel zu erzählen?

Da "erzählt" man im allgemeinen auch nicht über sich. (Außer mal beiläufig, wenn es in einem anderen Zusammenhang für die anderen interessant ist, und das wäre es wahrscheinlich nicht.)

Man redet normalerweise, auch im realen Leben, nicht vor allem über sich selbst und seine Probleme. Wozu auch? Sondern man redet über Dinge, Sachverhalte, Theorien über Gott und die Welt, soziale Probleme, Politik, Sport, Wirtschaft, Finanzen, Aktienkurse, Hobbys, Kochrezepte, Kunst, die Funktionsweise elektronischer Geräte, Fernsehsendungen, die man hasst oder liebt und warum, und und und ... Es gibt z.B. zu fast jeder Fernsehsendung ein Fan- und ein Diskussionsforum.
Fast alle Printzeitungen haben inzwischen auch ein Online-Angebot, bei dem man über aktuelle Geschehnisse aller Art mitdiskutieren kann.

Und darüber kann man sich selbst dann im Internet unterhalten, wenn man zu Hause mit Volllähmung im Rollstuhl sitzt, den PC mit dem Mund bedient und psychisch total gestört ist.

Sich immer nur um seinen eigenen mehr oder weniger kaputten Nabel zu drehen ist nur schädlich. Man muss seine Aufmerksamkeit und sein Interesse nach außen wenden, dann nimmt man immer mehr am Leben teil. Je mehr man sich informiert, desto mehr kann man auch mitreden. Außerdem kann man sich z.B. ein Land vornehmen und sich vorstellen, dass man hinfahren möchte, und sich darüber im Internet ausführlich informieren. Auch dazu gibt es sehr viele Foren und private Homepages von Leuten, die schon dort waren und sich gut auskennen.

------------

Was deine Mutter dir für Informationen über das Leben gibt, ist ja erschütternd. Christinas Kommentare dazu sind völlig richtig. Es wird von Tag zu Tag schwerer für dich, noch vernünftig beruflich Fuß zu fassen. Es ist ALLERhöchste Zeit! Für viele Ausbildungswege und Schulabschlüsse an öffentlichen Schulen gibt es feste Altersgrenzen. Die liegen ganz bestimmt nicht jenseits der 30; manche davon hast du bereits jetzt überschritten. Du würdest, falls du noch das Abitur nachmachen willst, eine private Schule brauchen. Warum machst du eigentlich das Abi jetzt nicht wenigstens per Fernkurs nach? (Allerdings hast du jetzt sicher schon sehr viel vergessen, du müsstest tiefer einsteigen.) Besser wäre wahrscheinlich eine Lehre. Aber brauchst du schon gute Beziehungen oder eine sehr überzeugende Ausstrahlung, um noch einen Ausbildungsbetrieb zu finden.
UNMÖGLICH ist das wohl noch NICHT - nicht dass du jetzt total die Flügel runterhängen lässt -, aber es ist ohne Übertreibung zwei vor Zwölf!

Du hast mal rückgefragt, was denn dabei sei, wenn du dich von deinen Eltern bis zu ihrem Tod aushalten lässt und dann in Rente gehst.
Mír ist damals so die Sprache weggeblieben, dass ich nichts dazu gesagt habe. Anderen ging es wohl auch so, denn es wurde nicht weiter kommentiert.

Heute sage ich dir etwas dazu: Menschen, v.a. Männer, die sich lebenslang von ihren Eltern aushalten lassen, ohne einer eigenen Berufstätigkeit nachzugehen, betrachtet man heutzutage normalerweise schlichtweg mit Verachtung. Sorry, falls du das jetzt schwer erträglich findest. Aber so ist es. Söhne sehr reicher Eltern (vielleicht gehörst du ja dazu), die sich das Nichtstun ihres Sohnes leisten können, werden dann im allgemeinen "Playboy" genannt, und das ist wahrlich kein Ehrentitel. http://de.wikipedia.org/wiki/Playboy_%28Person%29 (Beachte besonders den letzten Satz des ersten Absatzes). Die Wörter "play" und "boy" zeigen auch anschaulich die Unreife, die zu so einem Verhalten führt.

Und Rente? Was für eine Rente schwebt dir da denn vor? Wer nicht arbeitet, erwirbt gar keinen Anspruch auf Rente! http://www.deutsche-rentenversicherung- ... __nnn=true
D.h., du erwirbst auch kein Recht auf eine Erwerbsminderungsrente.

Allenfalls kannst du - nach heutigem Recht, das mit der Zeit sicher nicht besser wird - mit 67 die "Grundsicherung im Alter" bekommen. Das ist noch weniger als das heutige "Hartz IV", man darf nur ein Restvermögen von 2.300 Euro haben.

Wenn deine Eltern tatsächlich wohlhabend genug sind, dich lebenslang durchzufüttern - auch wenn dein Vater mal in Rente ist, auch wenn deine Eltern pflegebedürftig werden sollten, was viel Geld verschlingt, auch wenn sie in ein Alter- oder Pflegeheim müssen -, dann ist es ja gut - zumindest was das Finanzielle angeht. Falls dein Vater dir alle paar Jahre einen großen Betrag überschreibt, so dass du eigenes Vermögen erhältst, von dem du leben kannst - okay. Allerdings nur solange nicht ein größere Inflation kommt bzw. das Geld entsprechend sicher angelegt ist.
Deine Eltern könnten - und sollten unter den jetzigen Gegebenheiten - eine private Rente für dich ansparen. Tun sie das? Tut dein Vater das?

Natürlich ist auch ein Beruf heutzutage keine Garantie, dass man ihn immer ausüben kann, dass man einen entsprechenden Arbeitsplatz findet. Aber eine Berufstätigkeit wäre sogar dir möglich, von zu Hause aus. Es gibt viele Leute, die z.B. einen Online-Shop aufmachen. Sie werden dabei nicht alle reich, aber sie TUN etwas, sie versuchen etwas NÜTZLICHES zu tun, sie haben eine Beschäftigung, die ihre Gedanken in gesunde Bahnen lenkt und ihre Aufmerksamkeit erfordert. Und vielleicht verdienen sie damit sogar GELD. Sowas nennt man produktiv sein.

Kochst du wenigstens des öfteren zu Hause für die Familie? Beteiligst du dich am Hausputz? Machst du deine Wäsche selber, oder wäscht und bügelt deine Mutter alles für dich?
Denn das alles hätte ja nun gar nichts mit deiner Agoraphobie zu tun. Wie sieht es damit aus? Ehrlich?


Zitat von Beriner:
Wenn ich schreiben würde, wie es mir geht, würdet ihr Euch ja bloß freuen.

Ihr seid so herzlos, ihr wünscht mir die Pest an den Hals. Die Höchststrafe. Womit hab ich die verdient ? Ich seh und riech es schon fast. *kotz*

Sag mal - GEHT's noch!?!

Wir, insbesondere jetzt Christina, reißen uns hier die Hacken für dich auf und schreiben uns die Finger fransig,
und du kommst mit solchen bösartigen Unterstellungen und dummen Vorwürfen?!? *kotz*

Wo ist da der "liebe" Berliner, Berliner? Wenn du so schlecht über Menschen denkst?? Noch dazu über die, die dir intensiv engagiert zu helfen versuchen?!?!
DAS ist bösartig, Berliner. Mach mal Hausputz in deinem Kopf, das ist ja schlimm. Da wird es mir ja übel beim Lesen.


Und wie kommst du denn darauf, dass du "das alles nicht kannst"? Was genau sollst du denn nicht können, falls du keine Agoraphobie usw. mehr hättest?

14.04.2010 14:50 • #170


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Mag mich niemand mehr ? .und Therapie-Fragen.

x 3


P

Pilongo
Gast

Hallo berliner,

Ich kann deine Angst vor der Klinik gut verstehen, und ich vermute, die ist mit deinen schlimmen Kindheitserinnerungen verbunden, wie du selber richtig bemerkst. Ich mag es auch nicht, in Krankenhäusern zu sein, weil da Kindheitsängste hoch kommen, die ich nicht absolut und endgültig abschütteln kann. Aber vielleicht raten dir auch gerade deswegen so viele Therapeuten zum Klinik-Besuch: Weil es ohne Konfrontation eben leider nicht geht.
Als mein Papa damals auf der Intensiv im Koma lag erlebte ich etwas sehr negatives in der Klinik und das hat meine Ängste wieder hoch geholt. Ich hab mich z.B. jeden Abend geduscht, weil ich fand, dass ich nach Klinik "stinke" und ich konnte erst schlafen, wenn ich komplett diesen Geruch weg gewaschen hatte. Ich hab das dem Therapeuten erzählt und dass wir in der Klinik noch Papierkram abholen müssten, sich meine ganze Familie aber seit Wochen davor drückt, weil wir alle nicht mehr da hin wollen. Er meinte dann nur: "Gerade deswegen solltet ihr hin, besonders du." Ich dachte mir: "Danke du Horst, dann geht's mir doch schlecht!" Aber am Ende hab ich es dann doch gewagt. Bin hin gefahren, mit einem dicken Kloß im Hals und Herzstolperern natürlich, und hab mich erst mal vor'm Eingang auf eine Bank gesetzt und die Leute beobachtet. Die Klinik ist nämlich nicht der Ort des Schreckens, als den man sie als Kind empfindet. Es ist ein Ort, wo geholfen und geheilt wird. Das Ziel ist ja, dass man Menschen gesund wieder ins Leben entlässt. Also hab ich Ausschau gehalten nach gut gelaunten Kranken, nach Leuten die die Klinik wieder verlassen. Einfach nach positiven Momenten in der Klinik. Und es gibt mehr gute als schlechte Dinge zu beobachten, finde ich. Am Ende konnte ich dann wirklich rein gehen und das Papierzeug abholen. Das hat mich viel Überwindung gekostet, mir aber auch sehr geholfen.

Ich hab mich, davon abgesehen, nach den Therapiesitzungen oft schlechter gefühlt als ich es gewollt hätte. Weil der Therapeut Dinge anspricht und hervor holt, die ich eigentlich nicht besprechen oder lieber aufschieben wollte. Hat er aber nicht zugelassen. Die Therapiesitzungen waren hilfreich, aber auch oft erst mal unangenehm. Erst rückblickend hab ich erkannt, dass mir trotzdem jede einzelne Stunde einen Schritt nach Vorne geholfen hat. Eine Therapie ist nicht immer leicht und auch nicht immer schön. Aber im Endeffekt sind es gerade die unangenehmen Dinge, durch die man sich kämpft, die dann den größten Erfolg bringen. Meine zwei größten Erfahrungen waren auch als ich einmal Zuhause in Angstschweiß gebadet eine Panikattacke wirklich komplett ausgehalten habe, ohne entgegen zu wirken, und dann, als ich beim Deutsch-Abitur 6 Stunden lang andauernd Ängste, Zuckungen, Schweißausbrüche, Schwindel und all das hatte. Das war in dem Moment jedes Mal unangenehm. Aber wie Christina schon sagte: Es geht nicht ohne Konfrontation und Überwindung, man muss da durch, wenn man weiter will.

Therapeuten sind ja keine Kasper. Die haben erst lange studiert und dann aus eigener Tasche eine therapeutische Ausbildung bezahlt, die so an die 15.000€ kostet. Die wissen schon, was sie tun, und die sind da, um dir zu helfen. Wenn sie dir also zu Medikamenten oder einem Klinikaufenthalt raten, dann möchten sie dich damit nicht bestrafen oder wehtun, sondern wirklich nur helfen. Und gerade, wenn du rückblickend siehst, dass Selbstversuch und Therapie bisher wenig Nutzen gebracht haben, wäre es gut, auch mal die Alternativen zu überdenken.
(Also, wenig Nutzen gegen die Agoraphobie; im Bezug auf deine Mutter hast du ja schon große Sprünge gemacht.)
Könnte sogar sein, dass du in der Therapie deine Traumfrau kennen lernst. Passiert ja auch nicht gerade selten, dass sich Paare dort finden.

Und GastB hat auch Recht: Agoraphobie ist ein Pot, und dein Leben ist der andere Pot. Du köntest z.B. über Fernkurse dein Abi nachholen, wenn du derzeit nicht aus dem Haus kommst, oder für ein Callcenter arbeiten, da kann man oft von zu Hause aus die Leute anrufen. Es ist nämlich nicht unwahrscheinlich, dass dein Lebenspessimismus mit dem Nichtstun zusammen hängt. Arbeitslose leiden auch 3x häufiger an Depressionen und psychischen Erkrankungen als Berufstätige. Weil sie Daheim nur mit sich selber beschäftigt sind, ins Grübeln kommen, und keine richtige Aufgabe haben, sich nicht beweisen können, ihre Energie nirgendwo rein stecken und sich am Ergebnis freuen können. Und es ist auch wissenschaftlich erwiesen, dass wir unsere eigenen Probleme nicht mehr so ernst nehmen, wenn wir uns viel mit Anderen beschäftigen. Und auch, wenn dich die Phobie im Moment daran hindert, das Haus zu verlassen, dann entfalte doch da ein Hobby. Du schreibst ja selber, du möchtest auch einfach mal nur reden, über was ganz Normales, nicht bloß über deine Probleme -das ist auch eine gute Idee! Es gibt im Internet unzählige Hobbyforen, und es gibt viele Hobbies, die man Daheim ausüben kann. Gemeinsame Interessen und Hobbies verbinden. Mit einer meiner besten Freundinnen hab ich auch eigentlich bloß eins gemein: Dass wir beide Kanickel zu Hause haben. Unser Hobby hat uns zusammen gebracht. Und noch ein heißer Tip: In Tierliebhaberforen sind rund 90% der User weiblich und jeder Mann wird sehr herzlich Willkommen geheißen. (Es gibt auch Studiengänge, da hat man das Gefühl, dass sich die 10 Jungs unter den 100 Mädels eigentlich jede raussuchen können.) Und wenn du mit Tieren nichts anzufangen weißt, dann kannst du ja was Anderes machen. Modelbausätze zum Beispiel. Es gibt so Vieles, womit man sich beschäftigen könnte. Aber ich glaube, du beschäftigst dich im Moment hauptsächlich mit dir selber. Das ist auch gut, eine gewisse Zeit lang. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man auch was Anderes machen muss, sonst kommt man nicht mehr von sich selber und seinen Problemen los.


Liebe Grüße,
Bianca

15.04.2010 07:33 • #183


Zum Beitrag im Thema ↓


B
Oh, man, ich glaub mein Beitrag ist total schei.. Könnte mich dafür hassen, aber weiß nicht warum. Hab auch Angst vor den Antworten... Und auch das ist schei.. Ich bin einfach unmöglich.

#2


W
Hallo Berliner!

also dass Du schei. bist glaub ich mal gar nicht, warum auch?

Grüße, Patricia

#3


P
Bei deiner Diagnose wäre eine Verhaltenstherapie die beste Wahl, keine tiefenpsychologische. Und ich find die Sache mit der Klinik gut. Auch, wenn es sicherlich Überwindung kostet, ich kann mir vorstellen, dass dir das helfen würde. Schade, dass du die Chance ausgeschlagen hast.

Das Internet kann leider kaum "richtige" Freundschaften bieten, wie du sie suchst. Sich umarmen, sich anlehnen, sich tröstend auf die Schulter klopfen, zusammen was erleben.. das geht Alles nicht durch den Bildschirm hindurch, das gibt's nur im "Real Life". Wie wär's mit einer Selbsthilfegruppe? Dort könntest du zumindest reale Kontakte finden, vielleicht auch mal was in der Freizeit gemeinsam unternehmen. Es gab doch schon ein Treffen von Berlinern hier aus dem Forum, oder? Das wär doch auch ne tolle Anlaufstelle für dich.

Ob aus Kontakten Freundschaften werden, ist wieder eine andere Frage, aber Freundschaften im echten Leben sind wichtig. Sie geben Halt und machen Spaß. Weil man auch mal aus dem Haus gehen kann, weil man nicht an sein Zimmer gebunden ist, um mit jemandem reden zu können -finde zumindest ich. Ich rede gern mit Freundinnen über ICQ oder schreib eMails, aber ich geh genau so gern auch mal mit Freundinnen, die hier in der Nähe wohnen, ins Kino oder was essen. Das ist ein ganz anderer, tiefergehender, direkterer Kontakt, finde ich. Einfach persönlicher, näher. Im Internet kann ich zwar auch mit Freunden über meine Probleme reden, aber außer Smileys und Buchstaben bekommt man nichts zurück. Da ist mir jemand, der mir die Hand drückt und dafür nichts sagt tausend mal lieber. Und Händedrücken kann man nur, wenn man neben einander sitzt. Nur von Internetfreunden allein kann man meiner Meinung nach gar nicht glücklich werden.

Liebe Grüße,
Bianca

#4


B
Zitat:
also dass Du schei. bist glaub ich mal gar nicht, warum auch?


...weil ich zuviel Angst vor allem und jedem habe,
weil ich hier schon wieder auf Mitleid mache,
weil ich nichts kann,
weil ich alles zu persönlich nehme,
weil ich nichts im Leben auf die Reihe bekomme,
weil mir alles "peinlich" ist und ich zu nichts stehen kann,
weil ich manchmal ausraste,
weil ich mich nicht entscheiden kann und nicht weiß, was ich will,
weil ich eigentlich fast wie ein Kind bin,
weil ich mich selbst am Leben behindere,
weil ich vielleicht auch hässlich bin,
weil ich nichts kann und hinbekomme (o.k., hatten wir schon),
weil ich mir nichts zutraue,
weil..........

#5


B
Hallo,

Danke für Eure Antworten (sorry, hatte ich eben vergessen zu sagen).

Zitat:
Bei deiner Diagnose wäre eine Verhaltenstherapie die beste Wahl, keine tiefenpsychologische.


Die hab ich ja schon hinter mir und deshalb müsste ich also eine tiefenpsychologische machen, weil was anderes würde die Krankenkasse ja nicht genehmingen, soweit ich weiß und man es mir gesagt hat.

Zitat:
Wie wär's mit einer Selbsthilfegruppe?

Das Problem ist ja, auch beim Treffen mit anderen Berlinern, dass ich mich ja nicht weit weg traue. Ich kann nicht weiter als ca. 1 km allein von zu hause weggehen, seit 2003. Das ist ja das Problem, warum ich nicht richtig leben kann. (Agoraphobie)
Aber psychologisch betrachtet, habe ich das ja vermutlich, damit ich nicht richtig leben "muss", weil ich davor wohl Angst habe bzw. mir es nicht zutraue, also Beruf und solche Dinge. Oder auch Freundschaften, vielleicht.

Lg, Berliner

#6


P
Zitat:
Das Problem ist ja, auch beim Treffen mit anderen Berlinern, dass ich mich ja nicht weit weg traue. Ich kann nicht weiter als ca. 1 km allein von zu hause weggehen, seit 2003.


Die Lösung von mir, der fast unerschütterlichen Optimistin: Lad doch einfach die ganze Truppe zu dir nach Hause ein! Dann musst du nicht raus, aber du hast dennoch Gesellschaft und kannst dich mit Betroffenen austauschen. Und nach und nach könnt ihr dann mal ins Cafe um die Ecke gehen oder in andere Orte in deiner Nähe.

Willst du eigentlich nicht leben oder macht es dir einfach nur Angst?
Oder hast du vielleicht verlernt, Mut zu haben, weil du schon seit 7 Jahren Daheim bist?
(Ich frag das nicht in böser Absicht, nur zum Verständnis.)
Denn das kann man tasächlich, etwas erlernen und Anderes verlernen. Versuche an Hunden, die über einen gewissen Zeitraum hinweg immer wieder kleine unangenehme Stromstöße bekommen haben, haben gezeigt, dass diese Hunde irgendwann lethargisch und passiv wurden und selbst, wenn man die Käfigtüre öffnete, den Stromstößen nicht mehr entkommen wollten/konnten, obwohl es rein objektiv betrachtet möglich gewesen wäre.

#7


B
Zitat:
Lad doch einfach die ganze Truppe zu dir nach Hause ein! Dann musst du nicht raus, aber du hast dennoch Gesellschaft und kannst dich mit Betroffenen austauschen.


Mmh, meine Mutter würde dazu sagen : "Um Gottes Willen, fremde Leute, das ist ja furchtbar gefährlich ! Die bringen bestimmt ein Messer mit. "
Mein Vater : "Hahaha, lauter Verrückte, hahahahahhahahahahha".

Und so läuft das schon immer...

Zitat:
Willst du eigentlich nicht leben oder macht es dir einfach nur Angst?
Oder hast du vielleicht verlernt, Mut zu haben, weil du schon seit 7 Jahren Daheim bist?


Ja, ich bin halt irgendwie hin- und hergerissen, gespalten, ambivalent. Z.T. will ich, z.T. nicht. Aber die Angst gewinnt halt oft bzw. ist stärker.
Ich weiß nicht, ob es an den sieben Jahren liegt, anfangs hatte ich aber schon noch mehr Mut, dass ich es irgendwann wieder schaffe, die Agoraphobie zu überwinden, habe ja auch 2004/2005 viel geübt und ein paar Sachen geschafft. Aber irgendwann hab ich wohl aufgehört, Pläne zu haben. Ich weiß gar nicht mehr, was ich eigentlich will. Ich hab keine wirklichen Ziele mehr. Außer dass ich mir eine zeitlang so sehr eine Freundin gewünscht habe.

Kann das sein, dass ich jetzt durch meine Aufzählung, wie schei. ich bin und warum, (und überhaupt durch diesen Thread) noch mehr "Hass" oder Unverständnis auf mich gezogen habe ?
Manchmal denke ich, dass ich alles verkehrt mache. Alles.

#8


P
Hi Berliner,
Zitat:
...weil ich zuviel Angst vor allem und jedem habe,

dafür bist Du aber ganz schön offen, muss man schon sagen. Ohne gleichzeitig mutig zu sein, ginge das gar nicht, finde ich. Etliches aus Deiner Aufzählung empfinden andere hier wahrscheinlich ganz genauso, mir gehts jedenfalls so. Auch wenn sie es nicht ausdrücklich sagen oder sich sogar stabiler geben, als sie es in Wirklichkeit sind. Obwohl ich mich immer schön mit allem konfrontiert habe, mit Anfang 20 von zuhause ausgezogen bin, mich mittlerweile komplett von meinen Eltern getrennt und alle möglichen Therapien gemacht habe bis zum Anschlag, Selbsthilfegruppen usw: ich bin weit davon entfernt, wirklich gesund zu sein.

Ich denke, woher die Probleme kommen, weißt Du selbst am Besten, vielleicht hilft Dir die tiefenpsychologische Therapie trotzdem. Wenn schon stationäre Therapie, würde ich in eine Fachklinik, vielleicht eine psychosomatische.

Grüße, pc

#9


Christina
Zitat von berliner:
Zitat:
Bei deiner Diagnose wäre eine Verhaltenstherapie die beste Wahl, keine tiefenpsychologische.


Die hab ich ja schon hinter mir und deshalb müsste ich also eine tiefenpsychologische machen, weil was anderes würde die Krankenkasse ja nicht genehmingen, soweit ich weiß und man es mir gesagt hat.
Wann war die Therapie, wie viele Stunden hat sie umfasst, wann war das Therapieende?

#10


B
Danke für Eure Antworten .

Zitat:
Wann war die Therapie, wie viele Stunden hat sie umfasst, wann war das Therapieende?


Begonnen hat sie im Sommer 07, zu Ende, ja das ist etwas "schwammig", weil ich im Mai 09 eigentlich nach etwas über 70 Stunden abgebrochen habe. Der Therapeut wollte dann mit mir unbedingt endlich rausgehen und U-Bahn fahren, aber da kann ich nicht anders als reflexartig zu verweigern, das geht irgendwie nicht. Und dann meinte er, mehr gehe erst mal nicht und wir haben die Therapie beendet. Aber ich war dann im Herbst noch ein paar Mal bei ihm wegen aktuter Probleme und ich meine, er hätte das dann noch über die Therapiestunden (80 genehmigt) abgerechnet.

Zitat:
dafür bist Du aber ganz schön offen, muss man schon sagen. Ohne gleichzeitig mutig zu sein, ginge das gar nicht, finde ich.


Ja, das habe ich schon öfter hier gelesen, dass ich so offen sei, aber das ist doch hier ein Forum für Probleme, sollte man die dann nicht erzählen ?
Vielleicht bin ich manchem ja auch zu offen oder zu ehrlich oder vielleicht schade ich mir dadurch ja auch irgendwie ? Muss man lügen um beliebt zu sein ? Das will ich eigentlich nicht.

Lg, Berliner

#11


T
[quote="berliner"]
viel geübt und ein paar Sachen geschafft. Aber irgendwann hab ich wohl aufgehört, Pläne zu haben. Ich weiß gar nicht mehr, was ich eigentlich will. Ich hab keine wirklichen Ziele mehr. .[/quote]
so geht mir das auch... vorhin erst -beim arzt haben die einen nordik walkin kurs ausgeschrieben- hab gedacht da gehste hin (...) nachdem die sprechstundenhilfe sagte die koll s. meldet sich bei ihnen, da dachte ich ups nee willste doch nicht... nun ich hab ja noch nen paar tage zeit bis das beginnt. erstmal sehen wieviele personen teilnehmen. zur zeit schaff ich manchmal seltsames...
aber der gedanke der mich "noch" daranhält ist "bewegung". also ich will fit werden!

mal ganz direkt: wo wohnste denn in berlin?

#12


G
Hallo Berliner,

du wartest ja sicher schon sehnsüchtig auf meine Reaktion, nicht wahr.

Also, dann will ich dir mal meine Antworten auf deine Fragen geben (entspann dich):

Zitat:
ich frage mich, ob ich hier überhaupt noch gemocht werde.

Eine zeitlang hatte ich den Eindruck, dass ich hier im Forum sogar relativ "beliebt" war und mich viele gemocht haben. Mittlerweile interessiert sich kaum noch jemand für mich und ich werde scheinbar nicht mehr gemocht.

Dass sich jemand für dich "interessiert" oder jemand dich "mag" sind zwei verschiedene Paar Stiefel.

Sich "interessieren" würde bedeuten, dass man z.B. immer wieder fragt, "was machst du", "wie geht es dir", "was gibt es Neues" und Ähnliches.
Das wird aber normalerweise auf die Dauer langweilig, wenn man schon mehr oder minder alles weiß und sich wenig Neues ergibt. Dann ist es ziemlich sinnlos nachzufragen.
Man kann und sollte aber der anderen Person, mit der man ein freundschaftliches Verhältnis hat, auch von sich aus erzählen, wenn es etwas Neues gibt.
Nur, gibt es bei dir etwas Neues zu erzählen?

Das Ganze hat aber relativ wenig mit "mögen" zu tun. "Mögen" kann man einen Mitmenschen sogar dann, wenn man so gut wie keinen direkten Kontakt mit ihm/ihr hat. Ich mag hier z.B. diverse User und -innen, mit denen ich noch nie ein persönliches PN-Wort oder einen Beitrag gewechselt habe. Ich mag sie einfach aufgrund der Art, wie sie hier schreiben, wie sie auf andere eingehen, welche At von Humor oder Mut sie zeigen, usw.

Das heißt, es können dich hier durchaus Leute mögen, von denen du keine Ahnung hast oder mit denen du gar keinen oder wenig Kontakt hast.

Deswegen ist so eine Frage: "Mag mich denn hier keiner mehr?

Zitat:
Mmh, meine Mutter würde dazu sagen : "Um Gottes Willen, fremde Leute, das ist ja furchtbar gefährlich ! Die bringen bestimmt ein Messer mit. "


Und da wunderst du dich, warum du so lebensuntüchtig und angstgeladen bist, Berliner??
Offenbar glaubst du deiner Mutter noch immer!

Stell doch bitte endlich einen geistigen Abstand zwischen dem Denken deiner Mutter und deinem eigenen her und beschließe, die Welt mit deinen eigenen Augen zu sehen und mit deinem eigenen Körper zu entdecken. Du bist doch nicht dumm, du kannst doch erkennen, dass deine Mutter ein großes persönliches Problem hat - du brauchst nicht ihr Problem zu übernehmen! Das hast du lange genug getan - du könntest noch heute aufstehen und raus auf die Straße und ins Leben gehen!

Zitat:
Kann das sein, dass ich jetzt durch meine Aufzählung, wie schei. ich bin und warum, (und überhaupt durch diesen Thread) noch mehr "Hass" oder Unverständnis auf mich gezogen habe ?

Nein. Im Gegenteil. Ich war angenehm überrascht, wie klar du deinen Murks sehen kannst.
Ich würde es nur begrüßen, wenn du auch danach handeln würdest. Siehe oben.

Und nochmal: "Hass" hast du noch nie auf dich gezogen. Das ist eine reine Einbildung von dir. Die du meines Erachtens ebenfalls als Instrument benutzt, um ja nicht "raus" zu müssen. Da da draußen ja so viel Hass auf dich wartet. Was er gar nicht tut.

Wen hasst du denn eigentlich? Vermutlich deinen Vater, der dich oft auslacht. (Womit er sicher oft auch Recht hat. )
Das Zusammenspiel deiner Eltern - eine total überängstliche Mutter und ein jede Angst verleugnender Vater - haben sich echt übel auf dich ausgewirkt.

Aber wie gesagt: Ich glaube, dass du jederzeit dieses Kettenhemd abstreifen könntest. Wenn du es willst. "Steh auf und geh."
http://www.google.de/search?hl=de&clien ... =&gs_rfai=

So, nun darfst du mich wieder hassen.

#13


Christina
Zitat von berliner:
Zitat:
Wann war die Therapie, wie viele Stunden hat sie umfasst, wann war das Therapieende?


Begonnen hat sie im Sommer 07, zu Ende, ja das ist etwas "schwammig", weil ich im Mai 09 eigentlich nach etwas über 70 Stunden abgebrochen habe. Der Therapeut wollte dann mit mir unbedingt endlich rausgehen und U-Bahn fahren, aber da kann ich nicht anders als reflexartig zu verweigern, das geht irgendwie nicht. Und dann meinte er, mehr gehe erst mal nicht und wir haben die Therapie beendet. Aber ich war dann im Herbst noch ein paar Mal bei ihm wegen aktuter Probleme und ich meine, er hätte das dann noch über die Therapiestunden (80 genehmigt) abgerechnet.
Okay, das scheint ja so ziemlich das Maximum zu sein, obwohl das mit der zweijährigen Pause juristisch wohl nicht ganz einwandfrei ist und man mit einigem Aufwand an Energie was machen könnte. Von einer ambulanten tiefenpsychologisch fundierten Therapie würde ich dir dringend abraten, sie würde nur den Status quo zementieren. Eine erneute VT ist wohl zur Zeit nicht drin und wäre m.E. ebenfalls sinnlos. Der nächste Therapieschritt wäre nämlich zwangsläufig das Handeln - draußen, so wie dein Therapeut es angehen wollte. Jede andere ambulante "Maßnahme", die dir das Rausgehen weiterhin erspart, ist nur Augenwischerei. Ich denke, dass der Weg nach draußen, sowohl aus deinen Symptomen als auch aus deinem Elternhaus heraus, nur über eine Klinik führen kann. In deinem Fall vielleicht sogar eine psychodynamisch arbeitende Klinik, in der man meist sehr viel länger bleibt als in verhaltenstherapeutischen Kliniken. Oder eine Maßnahme des betreuten Wohnens.

Liebe Grüße
Christina

#14


B
Also erstmal Danke für Eure Beiträge...

@GastB :

Ja, ich habe sehnsüchtig gewartet und endlich war es so weit .

Ja, ich bin halt irgendwie z.T. "kindlich", das ist ja vielleicht gerade manchmal das Problem . Das ich halt irgendwie mir nicht zutraue richtig selbständig und erwachsen zu sein, dass ich einfach mit nicht vorstellen kann, dass ich es kann.

Ja, ich hab schon Angst vor dem "Hass", der da draußen auf mich wartet, man könnte es auch Ablehnung oder Unverständnis nennen, aber da ist dieses Forum ja vielleicht auch ein guter Trainigsplatz .

Das mein Vater sich zurecht (!) lustig macht, hätte mich als Bemerkung von Dir früher sicher sehr geärgert, aber naja...
Ich weiß aber nicht, ob man sich wirklich zurecht über psychische Krankheiten von Angehörigen lustig machen kann/soll.
Aber vielleicht willst Du damit sagen, dass er halt insofern Recht hat, dass da irgendwas nicht stimmt bei mir/uns ? Oder was meintest Du ?

@ Christina :

Ja, das ist verwirrend... Der eine rät dies, der andere das. Aber das hat man davon, wenn man viele Leute fragt .
Also ausziehen, Klinik, usw. das kann ich mir alles gar nicht vorstellen, da müsste man mich wohl schon zu zwingen. Gar nichts machen oder ambulante Tiefenpsychologie, das ist ja eigentlich eher die Alternative. Und dann ist halt die Frage, ob man der Tiefenpsychologie nicht 'ne Chance gibt, was zu bewirken, obwohl ich da schon skeptisch bin. Mein alter Therapeut hatte das ja auch empfohlen, wenn mir ein Klinikaufenthalt zu schwierig, unvorstellbar ist.

Wie ich schon sagte, da mache ich irgendwie komplett dicht, da geht gar nichts, wenn mich jemand dazu bringen will, die Agoraphobie zu durchbrechen (außerhalb eines kleinen Rahmens). Bis hin zu emotionalen Erpressungen und/oder Wutausbrüchen . Oh, jetzt bin ich vielleicht wieder zu ehrlich ? Naja...

Lg, Berliner

#15


Christina
Zitat von berliner:
Gar nichts machen oder ambulante Tiefenpsychologie, das ist ja eigentlich eher die Alternative. Und dann ist halt die Frage, ob man der Tiefenpsychologie nicht 'ne Chance gibt, was zu bewirken, obwohl ich da schon skeptisch bin. Mein alter Therapeut hatte das ja auch empfohlen, wenn mir ein Klinikaufenthalt zu schwierig, unvorstellbar ist.
Eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie gerät schnell zur "bequemen" Ausrede: Man tut ja was, die Therapie muss eben erstmal greifen. Und das wird sie voraussichtlich nicht. Denn normalerweise setzen die psychodynamischen Verfahren voraus, dass man im Alltag noch funktioniert. Sie geben nämlich keinerlei Anleitung, wie man mit Symptomen umgehen kann, und die Symptome können sich im Laufe der Therapie - wenn's ans Eingemachte geht - sogar mal verschlimmern. Deswegen sollte eine gewisse Stabilität vorhanden sein. Dann lieber "gar nichts" - das aber ehrlich und entschieden.

Liebe Grüße
Christina

#16


G
Zitat von berliner:
Wie ich schon sagte, da mache ich irgendwie komplett dicht, da geht gar nichts, wenn mich jemand dazu bringen will, die Agoraphobie zu durchbrechen (außerhalb eines kleinen Rahmens). Bis hin zu emotionalen Erpressungen und/oder Wutausbrüchen .

Es ist vermutlich ein wichtiger Schritt ins Leben für dich, Wut zu empfinden und auszudrücken, und zuerst wohl einfach, wütend zu sein und das rauszulassen.

Wenn das einem Kind öfters, zu oft, ständig verwehrt wird - z.B. weil die Mutter sich dann anfängt zu ängstigen oder der Vater selber zu wütend wird -, dann unterdrückt das Kind die Wut - aber das erzeugt u.a. große Angst. Sicher auch ein Quell deiner gespeicherten Angstgefühle!

Aber es wäre hilfreich, wenn du - inzwischen immerhin Mitte 20 Du kannst dich davon so weit distanzieren, dass du ein Gefühl gleichzeitig haben kannst und dir andererseits gleichzeitig ganz bewusst bist, dass das keinerlei Gefahr für dich darstellt, sondern einfach durchlebt, vielleicht sogar genossen werden kann.

Wenn du einen Fernsehfilm ansiehst, fühlst du doch sicher auch häufig intensiv mit, aber trotzdem weißt du, dass das nur ein Film ist und die Handlung nicht in der Realität vorhanden ist. Genauso kann und muss man sich gegenüber seinen irrationalen Gefühlswallungen einstellen: z.B. "Ich fühle eine rasende Wut, ich könnte meinen Therapeuten grad gern verprügeln und meinen Vater dazu und sonst noch ein paar Leute, die da herumlaufen. . Und gleichzeitig beobachte ich diese Wutgefühle in meinem Körper und finde sie eigentlich aufregend und interessant."

So etwa.

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

B
Zitat:
Sie geben nämlich keinerlei Anleitung, wie man mit Symptomen umgehen kann, und die Symptome können sich im Laufe der Therapie - wenn's ans Eingemachte geht - sogar mal verschlimmern.


Ja, ich hätte ja schon ganz gerne auch eine Anleitung, z.B. um mit den hypochondrischen Ängsten oder anderen Ängsten im "Alltag" umzugehen. Das hat mir ja auch gut getan in der Therapie. Aber wenn die Anleitung heißt: "Wir fahren jetzt U-Bahn, ohne Deine Mutter", oder "du musst allein in eine klinik" oder "Du musst bei warmem Wetter rausgehen", dann dreh ich manchmal total durch. (Wut usw.) Ebenso aber bei bestimmten Krankheitsbefüchtungen. Oder überhaupt, wenn man mir Hilfe verwehrt oder ich mich nicht verstanden fühle. Nicht zum Spaß oder aus Berechnung, (ich schreibe auch hier keine "manipulativen" Beiträge aus Berechnung sofern ich das denn tun sollte), sondern aus Verzweiflung und eher unbewusst.

Mein Therapeut meinte halt, dass er glaubt, dass ich von einer tiefenpsychologischen Therapie profitieren könnte. Und das man da auch Alltägliches besprechen könne, es geht ja nicht um eine klassische Psychoanalyse.
Aber klar könnte das auch Alibi-Funktion haben.

Aber wenn selber konfrontieren bei nicht ausreichendem Willen auch nicht geht (danach habe ich ja schon gefragt vor ein paar Wochen) würde das ja bedeuteten, dass es also so gesehen keine Behandlungsmöglichkeit für mich derzeit gibt, wenn den T.P. nicht geeignet wäre.
Also zwei Jahre absitzen bis zur nächsten VT ? In der ich mich auch wieder energisch weigere U-Bahn zu fahren ? Oder hoffen auf das Wunder ?

Lg, Berliner

#18


P
Das Wunder wirst du nicht bekommen Berliner, das muss man selber erreichen. Dazu wurde gestern ein ganz toller Beitrag geschrieben, ich zitiere ihn mal:
Zitat:
Letztendlich habe ich es aber weitgehend allein geschafft - ich denke, weil ich dazu fähig war, zu reflektieren, was falsch läuft. Und mit falsch meine ich, wie ich mit meiner Angst umgehe, welche (simplen und naheliegenden) Hintergründe sie bei mir eigentlich hatte, aber auch, was in den Therapien falsch gelaufen ist.

Wenn ich das so schreibe, möchte ich den anderen hier Mut machen. Eigentlich ist Angst nicht so ein Problem. Wir Angstbetroffene machen oft eines daraus. Das macht mindestens soviel aus, wie die Stressoren, welche eigentlich die Angst jemals ausgelöst haben. Das sind oft simple, die man aber nicht bereit ist, zu ändern - stattdessen verliert man sich in Nebensächlichkeiten und hofft auf die Heilung auf Knopfdruck - die gibt es aber nicht.
Wenn ich jetzt aus heutiger Sicht eine Therapie empfehlen würde, dann eine Verhaltenstherapie. Allerdings mit einem Therapeuten, der auch weiß, wie sie RICHTIG funktioniert. Leider findet man so einen sehr selten. Stupide Konfrontation ist jedenfalls keine geeignete Therapie, vor allem solange man nicht weißt, WIE man in diese Situationen geht. Alle anderen Therapierichtungen sind in meinen Augen bei Angst schon alleine vom Ansatz völlig kontraproduktiv (besonders analytische), weil sie die Kernprobleme der Leute nicht lösen, sondern vielmehr verstärken - vor allem die Beschäftigung mit sich selbst und Angst.

Ich wünsche Euch alles Gute und bin mir sicher, daß Ihr es auch schaffen könnt !


Das heißt, Hilfe von Außen kann man in Anspruch nehmen und sollte man auch, wenn man alleine nicht weiter kommt -so wie du. Aber den ersten Schritt IN die Therapie musst du selber gehen. Und dazu gehört meiner Meinung nach, dass du deinen inneren Schweinehund gegen die Wand haust und in die Klinik gehst, wie die Ärztin es dir geraten hat. Du könntest dort intensiv an dir arbeiten, Kontakte zu anderen Menschen knüpfen, vor Allem mal Abstand von deiner Mutter bekommen, die dir am Bein hängt wie ein Klotz. Wenn es dir nicht hilft, dann bist du wieder in deinem jetzigen Status Quo, hast also auch nichts verloren. Wenn es dir aber hilft, könnte es ein riesen Schritt in das selbstbestimmte Leben sein.

Ich kann mir gut vorstellen, wieso du vor der Klinik Angst hast. Vielleicht, weil du früher so sehr krank warst? Ich hatte selber lange Zeit panische Angst davor, alleine wo anders zu übernachten, weil ich Übernachten nur aus dem Krankenhaus kannte. Wenn ich dann zum Übernachten eingeladen wurde oder ins Schullandheim mit fahren sollte, hab ich jedes mal total blockiert, mit Trotz und Tränen und Wutanfällen -wie du jetzt auch noch. Das sind sehr kindliche Trotz-Reaktionen, aber wenn man Ängste aus der Kindheit mit sich rumschleppt, kann das schon mal hoch kommen. Allerdings hab ich diese Angst aus meiner Kindheit durch Üben irgendwann hinter mir gelassen, so mit 14 oder 15 etwa. Erst sehr spät, aber dafür auch endgültig. So unangenehm dir das auch erscheinen magst, du musst diese Schritte zum "Nachreifen" auch machen. Sonst kannst du später ja nie bei deiner zukünftigen Freundin übernachten und das ist ja auf Dauer auch blöd, oder? Theorie und Gespräche und Therapie sind die eine Seite, aber aktives Üben und positive Erfahrungen im Kampf gegen die Angst sind die andere Seite. Du kannst es dir vorstellen wie zwei Schienen, die nebeneinander liegen. Wenn du nur die eine baust und die andere nicht, kann auch kein Zug drüber fahren und voran kommen.

Ich wünsch dir wirklich sehr eine Lösung für deine Probleme, eine Heilung, Glück und Zufriedenheit. Und ich glaub auch nicht, dass man dich hier schei. findet, ich glaube sogar, dass Viele hier seit Monaten mit dir mit fiebern und sich freuen würden, wenn du was Positives zu berichten hättest.


Liebe Grüße,
Bianca

#19


B
Das Problem mit dem Üben / Konfrontieren ist, dass ich bei der Überschreitung bestimmter Grenzen oder wenn die Angst wirklich stärker wird hinterher das Gefühl habe, dass ich das erst Recht nie wieder machen will, weil es so schlimm war.

Meine "zukünftige Freundin" ? Klingt wie der Witz des Tages... Aber bei der würde ich wohl eher übernachten als in einem Krankenhaus. Aber das klingt für mich gerade so als ob ich sagen würde, ich fliege zum Mond, wenn ich sage, ich würde bei meiner zukünftigen Freundin übernachten.

Und in eine Klinik gehen wäre dann mindestens ein Flug zum Mars.

Aber zum Thema Schullandheim : Ich bin nach meiner Erkrankung zwei Mal auf Klassenfahrt gewesen, das erste Mal war sehr schlimm und ich wurde von der Lehrerin schikaniert, da war ich 11 meine ich, und habe mich dann von meinen Eltern abholen lassen.
Die nächste Klassenfahrt, da habe ich mir (wirklich wahr !!!) in der Nacht davor den Zeh gestoßen und konnte deshalb nicht mitfahren.
Aber in der zehnten Klasse bin ich auf eine kürzere Fahrt für ein paar Tage mitgefahren und es war sehr schön.

Aber da hatte ich ja auch noch keine Agoraphobie...

Lg, Berliner

#20


A


x 4


Pfeil rechts




Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
App im Playstore