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Hallo zusammen!

Ich wollte mal so im Forum rumfragen, ob es hier vielleicht auch Leute gibt die vor dem Himmelsraum (kingt komisch ich weiß ) fürchten. Ich kann zB an weiten offenen Plätzen nicht entlang gehen, weil ich dann Panik bekomme vom Weltall sozusagen "verschluckt" zu werden.

Bisher dachte ich ja ich hätte Agoraphobie aber habe mal gegoogelt und fand heraus, dass Agoraphobie auf mich eigentlich nicht zutrifft, da ich eigentlich keine Angst habe rauszugehen. Ich fand nur ganz wenig Informationen darüber, ich weiß nicht einmal wirklich wie diese Phobie überhaupt heißt, im Verdacht steht Aneblephobie, die Angst vorm Hochsehen. Jedenfalls scheint diese Phobie ziemlich selten zu sein, denn ich habe sehr wenig darüber herausgefunden.

Ich kann auch zB nicht am Rücken liegen und mir die Sterne oder den Himmel bei Tag an schauen ohne dass ich nach weniger Zeit Schluckprobleme, welche bei mir bei Panikattacken entstehen, bekomme. Eine andere Horrorvorstellung für mich wäre auf einem Boot zu sein mit nichts als diesem riesigen Himmel über mir der schier unendlich ist, diese Unendlichkeit macht mir unglaublich Angst, stellt euch mal vor die Schwerkraft setzt außer Kraft und ich würde in dieses nichts davonfliegen. Andere Horrorszenarien sind Wüsten oder auch beim Autofahren wenn ich über Landschaften fahre wo keine Bäume und kein Schutz also nichts an dem man sich festhalten könnte bzw wo man darunter Schutz finden könnte!

Kann auch zB nicht neben sehr hohen Gebäuden also Wolkenkratzern stehen, da mir deren größe Angst macht, weil da müsste ich ja auch raufschauen und komme mir so klein daneben vor!

Wie dem auch sei, ich hoffe ich habe genug davon erzählt, dass ihr euch mal ein Bild machen könnt und ich hoffe ich finde hier vielleicht noch weitere "Leidensgenossen" die womöglich auch dieses (?seltene?) Problem haben.

Liebe Grüße
Daniel

18.06.2010 20:39 • 14.11.2016 x 3 #1


79 Antworten ↓


meryem
Hy Daniel,
ich habe auch das gleiche,
mich macht diese weite auch fertig.
Kann mir auch nicht erklären warum.
Fühle mich dann auch so ungeschützt.#Am schlimmsten ist es noch wenn die Sonne dazu scheint.
Gruss Meryem

18.06.2010 21:58 • x 1 #2



Angst vor dem Himmel, Weltraum, der Weite über mir?

x 3


Lieber Daniel,

Hast du mal versucht, mit reiner Logik an deine Ängste heran zu gehen? Ich litt einige Zeit an der Angst vor dem plötzlichen Tod, vor Herzinfarkt, Schlaganfall, oder anderen Krankheiten, die mich dahin raffen könnten. Ein großer Teil meiner Therapie war, mir immer wieder einzusagen, dass der plötzliche Tod in meinem jungen Alter zwar trotzdem möglich (denn der Tod ist allgegenwärtig, egal wie alt man ist) aber doch sehr unwahrscheinlich ist.

Genau so könntest du dir überlegen, dass dich das Weltall bestimmt niemals verschlucken wird können und dass die Schwerkraft der Erde IMMER da sein wird, egal was passiert. Jeder Planet hat eine andere Schwerkraft, aber sie ist unumstößlich da und kann nicht einfach so verschwinden.

Auch, wenn die Angst selten ist, rate ich dir zu einer Verhaltenstherapie. Mit Konfrontationsübungen, positivem Denken und Entspannungstechniken bekommt man eigentlich fast jede Art von Angst in den Griff. Also bestimmt auch deine!

Liebe Grüße,
Bianca

19.06.2010 07:36 • #3


Hallo mile83

Hinter dieser Angst steckt möglicherweise die Befürchtung im Leben (auf dieser Welt) verloren zu gehen oder keinen Platz zu finden.

Die gegenteiligen Ängste (z.B. Angst in engen oder kleinen Räumen ohne Fluchtmöglichkeit) sind besser bekannt.

Eine Verhaltens- und Konfrontationstherapie (ggf. mit Ursachenfindung) ist ein geeigneter Lösungsweg.

PS:
Die Schwerkraft ist die stabilste Kraft im ganzen Universum, sie kann niemals spontan aufhören.

Viele Grüsse, Der Beobachter

19.06.2010 09:09 • #4


Zitat von Beobachter:
Die Schwerkraft ist die stabilste Kraft im ganzen Universum, sie kann niemals spontan aufhören.

Genau - und wenn hier mal jemand Angst vor runden Objekten haben sollte, wird es heißen die Erde wäre eckig.

19.06.2010 11:43 • #5


Zitat von mile83:
Ich fand nur ganz wenig Informationen darüber, ich weiß nicht einmal wirklich wie diese Phobie überhaupt heißt...

Hast du unter Uranophobie nachgeschaut?
Man findet darüber nicht viel, das stimmt.

Aber im Endeffekt sind all die eindrucksvollen Benennungen nur in Kategorien aufgeteilte Symptomatik.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Phobien

19.06.2010 13:09 • #6


Zitat von meryem:
Hy Daniel,
ich habe auch das gleiche,
mich macht diese weite auch fertig.
Kann mir auch nicht erklären warum.
Fühle mich dann auch so ungeschützt.#Am schlimmsten ist es noch wenn die Sonne dazu scheint.
Gruss Meryem


hey, stimmt ist bei mir genauso, am vorabend find ichs besonders schlimm keine ahnung warum, ich mag es besonders im regen spazieren zu gehen dann macht es mir weniger aus dann fühl ich mich irgendwie "umhüllt"

Ich weiß nicht ich habe als Kind immer unglaublich Angst vor Wasser gehabt ob es da irgendeinen Zusammenhang gibt, Wasser Meer und der Himmel haben doch irgendwie etwas gemeinsam find ich

Lg

19.06.2010 17:40 • x 1 #7


Zitat von vent:
Zitat von mile83:
Ich fand nur ganz wenig Informationen darüber, ich weiß nicht einmal wirklich wie diese Phobie überhaupt heißt...

Hast du unter Uranophobie nachgeschaut?
Man findet darüber nicht viel, das stimmt.

Aber im Endeffekt sind all die eindrucksvollen Benennungen nur in Kategorien aufgeteilte Symptomatik.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Phobien


Danke nochmal für eure Beiträge und Ratschläge!! Werde jetzt wohl eine verhaltenstherapie beginnen, bis jetzt hatte ich immer eine normale Psychotherapie und ja ich weiß nicht, das ist ja nicht mein einziges Problem, ich leide außerdem unter schlimmer Übelkeit und Brechreiz!

@vent hey, habe auch gedacht es könnte diese Uranophobie sein aber dachte das bezieht sich mehr auf Engel und so lol also auf "den" Himmel halt

lg

19.06.2010 17:42 • #8


Ach so, Engel. ... wußte ich nicht.

19.06.2010 20:06 • #9


Zitat von mile83:
ich leide außerdem unter schlimmer Übelkeit und Brechreiz!

Das tut mir leid für dich. Lass doch einfach die Ärzte ran, das ist ihr Job. Wünsche dir gute Besserung.

19.06.2010 20:13 • #10


wurde schon voll durchgecheckt, leide unter anderem noch an emetophobie und einer sozialphobie

22.06.2010 22:51 • #11


Hallo mile83,

ich hoffe sehr, dass Du das hier liest. Mir geht es ganz genau so wie Dir. Habe aus Interesse sehr viel über das Universum u.ä. nachgedacht und dann auch in diesem Zusammenhang Panikattacken bekommen.

Habe auch große Angst, "einfach hinauf gesogen" zu werden, verschluckt, wie Du so treffend beschreibst. Mir wird dann immer so schwindelig und ich habe das Gefühl, komplett den Halt zu verlieren.

Habe mich einmal auf einer großen Wiese mit einer Freundin über das Weltall unterhalten (verdammt, ich komme aber auch irgendwie immer auf das Thema!) und meine Gedanken spielten so verrückt, dass ich mich sogar an den Grashalmen festhalten musste, weil ich dachte, ich drifte komplett ab... Unser Gehirn ist einfach nicht für solche Gedanken mit unendlicher Weite usw. gemacht.

Also: Weshalb ich Dir eigentlich schreibe, ist, dass ich glaube zu wissen, was unser "Problem" ist. Ich denke, es ist die APEIROPHOBIE (Angst vor der Unendlichkeit).
Damit ist u.a. eben das Universum gemeint oder die Unendlichkeit des Todes.

Ich jedenfalls kann mich voll und ganz damit identifizieren. Leider!
Aber Hauptsache, "die Sache" hat einen Namen, oder?
Und noch wichtiger ist, dass man weiß: Ich bin nicht verrückt und nicht alleine mit dieser Angst!

22.08.2010 21:04 • #12


Wie soll ich anfangen...
Als ich das Forum hier entdeckt habe war ich zutiefst geschockt und erleichtert!
Die Beiträge von Mile83 und Gilligan haben mich umgehauen... ich mache genau dasselbe durch und war immer der meinung das ich agoraphobie habe.
als kind hab ich mir extrem viel gedanken über das universum gemacht und hab einfach nicht begriffen was dort oben passiert... bis heute.
ich hab ne ziemlich schräge zeit hinter mir... in der pubertät bekam ich panik attacken und wusste nie warum.... als mein vater sich ein cabriolet bmw gekauft hatte, konnte ich nicht damit mitfahren weil ich extreme angst vor dem himmel hatte... aber wieso?
ich konnte nicht mehr über brücken laufen... warum?
das Meer das ich so geliebt hatte war plötzlich ein ort den ich meidete weil er mir so gross vorkam und ich keinen Halt fand.... weshalb?
mit dem auto, zug oder bus zu fahren fiel mir schwer.. vorallem wenn der weg über ein feld ging... es war alles so weit, so gross..... manchmal blieb ich nur zuhause und war kaum noch in der lage arbeiten zu gehen...
wenn die anderen in der mittagspause draussen fröhlich hockten... sass ich drin oder versuchte einen platz zu finden der geschützt war... vor dem himmel.... wieso?
ich kann nicht am see laufen... auch wenn mich die natur überwältigt und ich sie wunderschön finde... ich habe soviel angst das ich keinen Halt habe.... ich weiss nicht warum.. es ist so dämlich, ich weiss das nichts passieren wird.. aber doch fürchte ich mich so sehr!
ich habe wie Mile83 schluckbeschwerden und habe das gefühl das ich nicht mehr atmen kann...mein hals schnürrt sich zu und am liebsten würde ich einfach wegrennen und in einen raum der mich schützt...
wenn ich abends draussen stehen muss ist das gefühl ausgeprägter....
in einer grossen Halle bekomme ich angst...
Früher bin ich auf den höchsten fernsehturm und hab die aussicht genossen... seit 15 jahren hab ich das nicht mehr getan....
wenn ich hohe gebäude um mich herum habe fürchte mich und wenn die berge (sie sind doch eigentlich wunderschön!!) um mich herum sind, dann kommt wieder dieses komisches gefühl....
ich frage mich so oft warum ich vor dem himmel und der Weite angst habe... für soviel menschen ist es ein Freiheitsgefühl... für mich ist es eine qual.
Ich bin so froh das es Menschen hat die so fühlen wie ich... ich hatte all die jahre immer gedacht ich wäre der einzigste mensch auf der welt der diese Angst hat.... aber heute weiss ich endlich das es noch mehr davon hat und vorallem weiss ich nun endlich den namen meiner krankheit...
Wie gern würde ich auf einem Feld liegen... einfach den Himmel anschauen mit seinen schönen wolken und mich von der sonne wärmen lassen.... wie gern würde ich am meer liegen und mich bräunen lassen.... wie gern würde ich wie alle anderen am abend hinausgehen und einfach an nichts böses denken und das leben in vollen zügen geniessen!
Die Ziele habe ich nie verloren.. und ich weiss das ich dies erreichen werde.
Habt ihr eine Methode gefunden wie man diese Angst los werden kann?
Ich bin um jede Hilfe dankbar!
ich würd euch am liebsten umarmen.. es ist einfach irgendwie schön zu wissen das es menschen gibt die genau wissen wie man sich fühlt

01.03.2011 22:14 • #13


Ja über da Universum darf man sich nicht zuviel Gedanken machen!! das kann unser Verstand nicht begreifen.
Die Unendlichkeit, wo es her kommt wo es hin geht, wie groß es ist.
Das hat dann doch eher was göttliches was man wohl auch nicht begreifen sollte.
Bleibt auf der Erde.
Spruch: "Mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben"

Gruß
Basti

02.03.2011 11:05 • #14


Zitat von WastBast:
Ja über da Universum darf man sich nicht zuviel Gedanken machen!! das kann unser Verstand nicht begreifen.
Die Unendlichkeit, wo es her kommt wo es hin geht, wie groß es ist.
Das hat dann doch eher was göttliches was man wohl auch nicht begreifen sollte.
Bleibt auf der Erde.
Spruch: "Mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben"

Gruß
Basti


Da hast du vollkommen recht... Mir ist das auch alles bewusst... auch die Erdanziehungskraft ist mir logisch.. aber ich fühle mich wie in einem hamsterrad und weiss nicht wo der stop-knopf ist.. oder wie ich aus diesem Trauma entfliehen könnte...

02.03.2011 11:18 • #15


Endlich, ENDLICH schreibt mal jemand, kann gar nicht sagen, wie sehr mich das freut, juchhu!

Also, habe meine Weltraum-Angst mittlerweile ganz gut im Griff, nachdem ich monatelang dachte, ich müsse in die Klapse, weil mich das Thema richtig verrückt gemacht hat...

Für diesen Erfolg habe ich aber auch SEHR hart gearbeitet, indem ich mich immer wieder mit dem Universum auseinandergesetzt habe, wirklich immer und immer wieder, bis es auch fast nur noch dieses Thema für mich gab.
Auseinandersetzung bedeutete für mich, dass ich mir unzählige Dokumentationen im TV angesehen habe (auf speziellen, guten Sendern laufen sie rauf und runter über das Thema).
Zu Beginn konnte ich die dort gezeigten Bilder KAUM ertragen, Schwindel, Angst und Übelkeit inklusive, aber es wurde mit jedem Mal besser und besser.

Habe mich auch bewußt über so für mich heiklen Themen wie "schwarze Löcher, die und verschlucken könnten", "Planetenexplosionen", "Größenverhältnisse der Planeten zueinander" und eben dieser nicht begreifbaren UNENDLICHKEIT beschäftigt, aber es ist 1000mal erträglicher als noch vor sechs Monaten.

Ich kann nur betonen, wie hart diese Arbeit war, aber es hat sich gelohnt.
Schwierig ist es vor allem immer noch in der Dunkelheit, ich sehe Mond und Sterne und denke, ich bin nun im Universum, bin verschluckt, verirrt in dieser Weite.

Habe nach wie vor viele Albträume mit Weltall und so, aber schaue mir dann wieder die Dokus an und es ist ok.



Falls es bei Euch auch die sogenannte Apeirophobie (Angst vor der Unendlichkeit) sein sollte: Habe in einem Psychologiebuch gelesen, dass das angeblich damit zusammenhängt, dass das Individuum nie eine Symbiose mit der Mutter gefühlt hat und sich nun somit (gaaaaanz vereinfacht ausgedrückt, den genauen Wortlaut müsste ich jetzt nachschlagen...) vor der großen weiten Welt fürchtet und wieder diese Einheit mit der Mutter spüren möchte, eben wie im Mutterleib.

Kommt mir ein wenig weit hergeholt vor, aber wer weiß...

Giovanna, denke aber, mit genereller Angst vor Weite wie bei Dir, ist das noch mal etwas anderes.

Habe natürlich in diesem Zusammenhang auch sehr viel über mich nachgedacht. Seit ich weiß, warum diese Angst bei mir entstanden ist, hat das Universum für mich seinen Schrecken (fast) verloren.

Bin sogar kurz davor, mir ein bestimmtes Poster zu kaufen, EARTHRISE, schaut Euch das Bild einmal (vorsichtig) im Internet an, es ist unglaublich, so atemberaubend!! Kleine Sache eigentlich, aber für mich ist dieser Schritt wahrhaftig gigantisch. Das Unendlichkeit stets vor Augen...

Freue mich über einen Austausch mit Euch und nur Mut: Man kann die Ängste wirklich reduzieren. Hätte ich selbst auch NIE gedacht. Immer schön das Thema weit wegschieben, aber dann wird es nur noch unerträglicher.

Ganz liebe Grüße,
Gilligan

03.03.2011 23:20 • #16


meryem
Hallo,
wollte nochmal was loswerden,
da ich auch diese Angst habe und ich befinde mich auch in Therapie...
Bei mir ist es der Gedanke diese grosse weite, kann ich nicht ertragen.
es ist tatsächlich der Schutz der fehlt, ich fühl mich *beep* einsam und allein....
Diese Ängste rühren wohl aus der kindheit und erst wenn Deine Persönlichkeit gestärkt wird b.z.w. du Dich wieder sicher fühlst, kannst du auch diese Weite ertragen....
Ich liebe auch das Wasser und die Natur, aber ich werde mit dem Anblick und der Weite nur schwer fertig....
Ich fahre jetzt im März noch ans Wasser in den urlaub...
Ich denke wichtig ist es nicht zu vermeiden...
Meine Therapeutin meint ich solle eine Mützte aufsetzten.
Habt ihr das schonmal probiert ?
Gruss Meryem

04.03.2011 23:43 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Ganymed
Mich plagen seit Ewigkeiten so ziemlich die gleichen Ängste. Ich dachte schon, ich bin der einzige mit diesen Gedanken und mir war das immer extrem peinlich, auch vor Psychologen, darüber zu reden.
Bei mir äußert sich das Ganze aber noch etwas anders. Also im Grunde kann ich mit überdimensionaler Größe/Weite auch einfach nicht umgehen. Ich blicke in den Himmel, sehe die Wolken in einigen Kilometern Höhe über mir und bekomme so eine Art umgekehrte Höhenangst, das Gefühl ich würde gleich nach oben gesogen. Hohe Gebäude, Berge usw. sind auch ein Graus für mich. Die Erde unter mir fängt plötzlich an zu schwanken (das ist natürlich nur der Angstschwindel, aber es fühlt sich genau so an) und ich habe dieses Gefühl gleich in die Höhe zu fliegen.
Und dann natürlich die Sache mit dem Weltall usw.
Eines meiner größten Hobbies ist die Astronomie. Das Wissen darüber beruhigt mich zwar dahingehend, dass ich weiß, dass z.B. die Erdanziehungskraft nicht plötzlich den Geist aufgibt oder wir nicht von schwarzen Löchern verschluckt werden können und was man sonst noch für Fantasien entwickeln kann...
Allerdings kenne ich die ganzen Größenverhältnisse, Entfernungen, Geschwindigkeiten usw.
Ich habe ein ganz großes Problem mit Geschwindigkeiten (im Zug z.B.) und als ich das erste mal gelesen habe, wie schnell sich die Erde um sich selbst dreht, bzw. wie schnell sie sich um die Sonne bewegt, hat sich mir der Magen umgedreht. Ich bekomme jetzt noch häufig Panikattacken, wenn ich daran denke. Ich habe dann das Gefühl ich würde diese Bewegung spüren und bekomme den Drang, mich panisch irgendwo festzuklammern. Ist natürlich auf offener Straße unter Menschen nicht so praktisch...
Auch hatte ich eine Zeit lang große Angst vor dem Anblick des Mondes oder der Sonne. Wenn man sich mal vorstellt, wie riesig diese Teile sind (der Mond ist zwar im Gegensatz zur Sonne oder der Erde winzig, aber immerhin noch mehrere tausend km groß) und diese gigantischen Kugeln bewegen sich mit unglaublichen Geschwindigkeiten durchs All. Und ich mittendrin... Meine schlimmste Albtraumfantasie war immer, dass der Mond der Erde immer näher kommt und irgendwann gigantisch groß am Himmel aufgeht. Unmöglich eigentlich, aber der Gedanke lies mich einfach nie los.
Das schlimme daran ist für mich, dass das meiste ja keine Fantasien sind sondern der Realität entspricht. Ich merke die Geschwindigkeiten zwar nicht, aber sie sind trotzdem da! Und das ist es, was das ganze so bedrohlich auf mich wirken lässt. Auch dieses Gefühl oder das Wissen, dass ich diesen Gegebenheiten hilflos ausgeliefert bin, sie nicht kontrollieren kann macht mich manchmal fast verrückt. Vielleicht ist DAS der Knackpunkt...? Angst vor Kontrollverlust?
Mittlerweile hab ich diese Ängste relativ gut im Griff. Ich beschäftige mich ja täglich damit. Manchmal kommt es aber schon noch schlagartig wieder durch. Wenn ich ein Bild von Planeten o.Ä. ansehe oder in den Sternenhimmel schaue und mir plötzlich wieder dieser gigantischen Ausmaße und Geschwindigkeiten bewusst werde. Dann überkommt mich urplötzlich wieder dieses Gefühl, zu fallen, mitgerissen zu werden, schutz-und hilflos zu sein. Mich interessiert dieses Thema aber auch einfach zu sehr, als dass ich mich nicht mehr damit befassen könnte. Es ist gleichzeitig pure Faszination und Angst.
Es beruhigt mich aber sehr, dass ich nicht der einzige bin, den diese Gedanken und Gefühle plagen und es tut gut, das einfach mal beschreiben zu können, ohne sich dabei total lächerlich vorzukommen!
Danke dafür!

06.03.2011 12:47 • #18


irgendwie gut zu wissen das es doch mehrere menschen hat die diese ängste begleiten, dann kommt es einem so vor als wäre es schon fast normal
ich kann euch ein gutes buch empfehlen das ich gerade lese (ich kenne mich nämlich absolut nicht mit dem universum aus) "der geheime schlüssel zum Universum" von Stepen hawkins und seiner tochter lucy.
ich habe den rat befolgt und mir gleich ein paar dvds gekauft über das universum und auf ein paar sendern nachgeforscht wo diese dokus laufen könnten.
ich denke auch das die konfrontation total wichtig ist!
vorhin kam eine frau im tv die ihr trauma nicht los wird über misshandelte hunde.
bei der therapie musste sie in ein tierheim in dem diese armen hundis abgegeben wurden, nun arbeitet sie sogar dort und hat ihre angst im griff!
ich hab mir dann gedacht das es vielleicht ganz gut ist wenn man z.b. auf einem Feld im sommer erdbeeren pflückt für ein paar stunden für ein paar euro erdbeeren sind fein und man ist dem himmel und den felden total ausgeliefert aber man macht immerhin etwas sinnvolles und wird noch belohnt dafür!
vielleicht kann man sich, wenn man sich der natur hingibt (wir sind schliesslich auch teil davon), wieder etwas finden das einem Halt gibt auf der erde.
allein der gedanke daran macht mcih schon völlig nervös.. aber ich denke das dieses ziel helfen könnte.
das mit der geschwindigkeit finde ich immer sehr schräg wenn die wolken sehr schnell über unsere köpfe hinwegziehen. da wirds mir auch immer schwindelig.
ich frage mich auch oft warum ich nicht einfach auf einer wiese liegen kann und einfach nach oben schauen kann... und vorallem wieso muss man sich immer festhalten?
das mit der mütze finde ich eine schräge idee.. vorallem weil man sich ja dann auch wieder an etwas gewöhnt das nicht gerade toll ist... vorallem nicht im sommer
kennt ihr das gefühl das wenn ihr über das universum nachdenkt dass ihr euch dann auch irgendwie unreal vorkommt? so wie in einer matrix?
das mit dem kontrollverlust ist ziemlich klar... aber ich frag mich warum wir uns immer über die kontrolle soviel gedanken machen? wieso leben wir nicht einfach und akzeptieren alles wie es ist.....

06.03.2011 23:19 • #19


Hallo Ihr,

ja das mit dem Gefühl des Irrrealen kenne ich, aber das ist wohl vor allem durch diese ständige mist Depersonalisation bzw. Derealisation.
Seit ich das mal erlebt habe (oder besser gesagt: ständig erlebe), kommt mir alles irreal vor, diese Unendlichkeit erst recht.

Mhm, über die Geschwindigkeit, mit der sich die Erde dreht, habe ich zwar auch schon nachgedacht, aber ich wußte nicht, dass es soooo schnell ist.
Es ist nicht gut, dass ich das jetzt weiß, eben ist mir für ein paar Minuten schlecht geworden

Kann Dich gut verstehen, Ganymed, der Mond macht mir auch Angst. Ist er klein, muss ich direkt daran denken, wie weit er weg ist, sieht er größer aus, fühle ich mich bedroht.
Vor drei Tagen habe ich geträumt, es wären zwei Monde am Himmel, ich wurde fast bekloppt und hatte im Traum das Gefühl, dadurch die Orientierung verloren zu haben. Ein Albtraum!

Mich interessiert aber auch alles mit Kosmos usw., das zeigt uns auch wieder, wie klein wir wirklich sind.

Liebe Grüße

07.03.2011 19:53 • #20



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