Pfeil rechts

Hallo, ich bin 39 Jahre alt und leide seit einigen Jahren an Sozialer Phobie. Bei mir ist es das Trinken vor anderen. Früher war das Problem nur bei zB. Vorstellungsgerpäche ( eine Tasse Kaffee ) ! Seit ein paar Monate habe ich das Problem auch im privaten Bereich ! Und das ist die Hölle. Du sagst alle Einladungen ab, isolierst dich komplett. War beim Arzt und habe mir Medikamente verschreiben lassen. Die Nebenwirkungen sind zur Zeit die Hölle. Zeitgleich will aber eine therapie beginnen. Hat jemand auch das Problem mit Zittern beim Trinken ? Über Antworten würde ich mich freuen !

16.05.2008 22:42 • 23.06.2008 #1


22 Antworten ↓


Hallo,

@ Wels

erstmal willkommen im Forum!

16.05.2008 22:55 • #2



Zittern beim Trinken

x 3


Hallo Wels
Bin auch in deinem Alter und habe das Problem mal mehr mal weniger beim Trinken, aber hauptsächlich beim Essen. Bei Leuten die ich nicht so gut kenne ist es ganz extrem.Bei guten Freunden oder der Familie habe ich da keine Probleme. Ich kann gut nachvollziehen dass du Einladungen absagst um dir die Peinlichkeit zu ersparen zu zittern.
Seit einer Woche weiss ich dass ich in 2 Tagen bei meinem Chef zum Essen eingeladen bin, und mache mir jetzt schon ständig Gedanken wie das wohl werden wird. Ich wollte auch schon absagen, habe mich aber schon zwei Mal gedrückt. Ich glaube ich muss da jetzt durch(der blanke Horror).
Kann mir da jemand vielleicht einen Tipp geben um bei solchen Anlässen nicht gerade als Depp dazustehen?
Ich hoffe Wels dass du jetzt auch siehst dass du da nicht alleine mit deimem Problem da stehst. Mir hats jedenfalls schon ein wenig geholfen zu sehen dass ich nicht alleine mit meinen Pa`s bin.

Gruss Route66

17.05.2008 00:48 • #3


hallo,
bin neu hier im forum
hab auch angst zu zittern, wenn ich mit andern zusamme esse oder trinke. hab das aber erst seit kurzem. eigentlich hab ich schon seit mehreren jahren panikattacken und agoraphobie und hab mit dem zittern nie ein problem gehabt. dann waren wir vor ungefähr 4 wochen mit unserer klasse in einem restaurant. war dort etwas angespannt, wegen meiner panikattacken und hab dann gezittert, als ich was trinken wollte. da hab ich dann natürlich erst recht panik gekriegt, und gedacht, was is denn jetzt mit mir los. essen konnte ich aber noch ganz normal. hab mich dann fast bis zum ende des essen nicht mehr getraut was zu trinken, weil ich angst hatte wieder zu zittern. dann hab ich mir eingeredet, dass das zittern davon kam, dass ich am tag zu viel wii gespielt hatte und die muskeln müde waren. dann ging das trinken wieder einwandfrei.
dann am freitag(vorgestern) morgen hatte ich irgendwie so das gefühl, als ob ich meine körper nicht richtig unter kontrolle haben würde bzw. ihn nicht richtig steuern könnte (war vllt bisschen benommen von der aspirin, die ich morgens gegen kopfschmerzen genommen hatte?). auf jeden fall bin ich dann noch zum frisör. der hat mir was zu trinken angeboten. und dann stand da das glas vor mir und ich hab mich nicht getraut was zu trinken. plötzlich hatte ich angst zu zittern. hab dann die ganze zeit mit mir gerungen, ob ich jetzt was trinken soll oder net. als der frisör dann schließlich fertig war mit haareschneiden, hab ich mir gesagt, komm versuchs, es passiert doch eh nix. hab dann was getrunken und natürlich auch voll gezittern (hab mich ja da reingesteigert^^). mittagessen und abendessen am freitag war dann wieder kein problem, hab da auch net drüber nachgedacht.
dann samstag morgen am frühstückstisch hab ich mich net getraut, aus meiner tasse zu trinken, brötchenschmieren ging noch. mittags gabs kuchen und windbeutel. kuchen ging, beim zweiten windbeutel hab ich dann voll gezittert, das war dann auch der letzte für mich^^
abends hatten wir besuch (kl. familienfest) und ich hatte erst überlegt gar net mitzuessen, mir is dann aba kein plausibler grund dafür eingefallen, denn ich hätte vorschieben können. von der suppe am anfang hab ich nix gegesse, hab gesagt, ich hätte nicht so viel hunger. dann gabs pizza, habs erst mit messer und gabel versucht, war aba dann zu zittrig und dann hab ich die stücke (die zum glück schon geschnitten waren) mit zwei händen gegessen, das ging dann einigermaßen. salat hab ich auch weggelassen und beim nachtisch war ich schon "satt".
jetzt weiß ich net, ob das alles nur psychisch ist. hab angst, dass ich irgend n tumor oder irgendwas andres schlimmes hab. wenn ich alleine bin, zitter ich eigentlich gar net.

weiß gar net, was ich jetzt machen soll. das blöde is ja, dass andre leute das zittern im gegensatz zu meinen pa`s mitkriegen und das is dann doch schon n bisschen peinlich. kann mir jemand helfen?

liebe grüße

18.05.2008 16:27 • #4


Hallo "Angsthase",

ich kann da richtig gut mitfühlen, bei dem was du geschrieben hast. Wie alt bist du denn ? Ich nehme Medikamte seit 4 Tagen und es wird schon ein wenig besser. Aber eine Dauerlösung ist das natürlich nicht ! Ich muß unbedingt eine Verhaltenstherapie gegen die Soizialphobie machen !
Bei mir ist das schon länger. Frührer war das auserhalb der Familie, und jetzt ds volle Programm. Im Privaten Bereich ist das ganze noch schlimmer, weil man sich dann isoliert, und alle Einladungen absagt, dann wird das´ganze immer schlimmer ...................................... !
Liebe Grüße
Wels

19.05.2008 00:05 • #5


hallo wels

ich bin 19. medikamente hab ich auch schon überlegt, will ich aba eigentlich nicht nehmen, höchstens was homöopathisches. und ne verhaltenstherapie wär für mich auch gar net schlecht^^ müsste mich nur mal trauen, da anzurufen und nen termin ausmachen... war schon mal vor nem jahr bei einer psychotherapeutin, wegen meinen panikattacken. die hat aba nix getaugt und meinte nach 2 situngen ich bräuchte sie nicht und könnte das ohne sie schaffen. ich fand sie eh nicht sympathisch
ich hoffe, dass ich das irgendwie schnell in den griff kriege, weil is ja schon irgendwie blöd, wenn man nicht mehr weggehen kann bzw. dann da nix trinken kann. und mein größtes problem an der sache ist, dass ich ein bis zweimal die woche als thekenkraft arbeite und jetzt schon angst hab zu zittern, wenn ich den leuten ihre getränke gebe.

liebe grüße

19.05.2008 00:53 • #6


Hey

ich bin 18 und kenne das leider auch. obwohl es bei mir von alleine einwenig besser geworden ist... ich fülle mir meine gläser meistens einfach nur bis zur hälfte oder sage wenn mich jemand eingeladen hat gleich: " bitte nur ein bisschen" selbst meine Familie spricht mich oft darauf an wieso ich so zitter... was mir auch geholfen hat ist sonst es zu versuchen "heimlich" das glas zu nehmen und schnell etwas leerer zu bekommen

liebe grüße
Yvi

21.05.2008 19:02 • #7


habe auch das Problem, habe total Angst davor und suche nach Lösungen.
Nächste Woche habe ich eine Weiterbildung im Betrieb, wie soll ich das bestehen? Habe schon versucht mich abzulenken wenn ich was trinke, irgendwas zu zählen, es hilft nicht. Suche auch nach Lösungen!
Wünsche dir und mir und allen anderen dass es gelingt!
Liebe Grüße

22.05.2008 00:44 • #8


Hallo

ich kann es leider nicht einschätzen wie schlimm das bei dir ist... aber mir hat es z.b. in seminaren immer sehr geholfen zu den kleinen "schnellen" snacks zu greifen die dort auf dem tisch waren. es war für mich die erste hürde die ich dadurch überwunden habe und damit war das zittern schon einbisschen weniger... vielleicht hilft dir das ja? erst eine kleine schnelle sache machen wie halt zu den snacks greifen?

liebe grüße
Yvi

22.05.2008 11:57 • #9


Willkommen im Club.
Auch ich habe das Problem - seit mindestens 10 Jahren.

Ich habe über 2 Jahre Psychotherapie hinter mir - genützt hat es gar nichts (wobei ich mir mittlerweile auch sicher bin, daß verhaltenstherapeutische Ansätze zu kurz kamen bzw. von den Therapeuten nur spärlich eingesetzt wurden, obwohl ich auf das Problem etliche Male hingewiesen habe).
Ich kann eigentlich nur jedem raten: Wenn er eine Therapie macht, dann auf jeden Fall Verhaltenstherapie, weil alles andere ist für die Nüsse und es freut sich allerhöchstens der Therapeut über ein paar Mehreinnahmen und einen "Stammkunden").
Medikamente haben bei mir gar nicht geholfen, daher nehme ich auch keine mehr und schummle mich so durch.

23.05.2008 18:10 • #10


Hallo,

ich kenne das Problem auch.

Wenn ich z. B. zuhause sitze, habe ich eine total ruhige Hand.
In einem Restaurant oder auf einer Feier zittern meine Hände schon beim Gedanken eine Tasse zu ergreifen.

Ähnliches beim Essen.

Ein Grund warum ich nur noch in Kneipen und Clubs gehe wo es B. aus Flaschen oder großen 0,5er Gläsern gibt (da fällts nicht so auf, wenn man das Glas mit der linken unten stützt, besonders wenn es im Gedränge ist).

Ansonsten vermeide ich solche Situation, lehne den Kaffee lieber ab und war seit Jahren nicht auf Familienfeiern oder ähnlichem.

28.05.2008 14:35 • #11


Hallo Ihr Lieben,

ihr wisst gar nicht, wie froh ich bin, dass ich in Euch Leidensgenossen gefunden habe. Das tröstet schon ungemein, wenn man liest, dass die Probleme bei uns sehr ähnlich, wenn nicht nahezu identisch sind.

Bei mir kommt das Problem des Zitterns beim Essen und beim Trinken auf. Ich habe es seit ung. einem Dreivierteljahr und es wurde innerhalb weniger Tage extrem schlimm.

Deshalb, lieber *angsthase*, mach Dir bitte möglichst schnell einen Termin bei einem Verhaltenstherapeuten. Wenn Du es erst so kurz hast, sind die Chancen wirklich gut, dass er Dich innerhalb weniger Zeit wieder von dem Zittern befreien kann. Meine Therapeutin hat gesagt, dass es ein Riesenvorteil ist, wenn man es erst ganz ganz kurz hat. Da reicht das Flooding in vivo evtl. schon aus (3 Tage hintereinander Konfrontationstraining mit der schlimmsten Situation, die Du Dir vorstellen kannst). Bei mir war das blöd. Ich hatte mit meiner Therapeutin schon Termine für 11 Uhr vereinbart zum Mittagessen (ich fand Suppe am schlimmsten, weil die so schnell vom Löffel runterschwappen kann) und ich habe mich innerlich gefreut, als die Restaurants dann noch leer waren. Aber es war kontraproduktiv, weil ich total entspannt aufgegessen habe, weil ich ja vor niemandem Angst haben musste, war ja niemand da:-) Also egal wie sehr man sich schämt, dass man evtl. zittern könnte, sollte man doch einen Termin nehmen, wo das Restaurant voll ist und es sollten natürlich auch die am meisten angsteinflößenden Speisen und Getränke zu bestellen sein. Aber einen Tumor oder Parkinson hast Du sicherlich nicht, das dachte ich auch erst bei mir, aber solange Du keinerlei Probleme hast, wenn Du alleine bist oder nur mit vertrauten Familienmitgliedern/Freunden zusammen bist, ist das eindeutig Sozialphobie. Und das ist immernoch viel besser als körperlich krank zu sein!

Ein homöopathisches Medikament wird wohl in dem Fall auch nicht helfen. Um ein bisschen zu eurer Erheiterung beizutragen, kann ich euch mal erzählen, was ich mir nämlich gedacht habe: Am Anfang, als ich noch nicht so recht kapiert habe, was das bei mir ist, bin ich weiterhin mit meinen Kollegen essen gewesen, habe aber gemerkt, dass ich vor dem Essen total aufgelöst war vor Angst. Daher habe ich mir in der Apotheke was Pflanzliches geholt, ich glaube Bachblüten. Davon soll man ein paar Tropfen nehmen und das soll helfen, dass man ruhiger wird. Aber wahrscheinlich hilft es bei einer dermaßigen Anspannung dann auch nicht mehr

Wie üben Eure Verhaltenstherapeuten mit Euch? Und habt ihr dieses Flooding in vivo mal gemacht?

29.05.2008 01:38 • #12


Route 66, Du tust mir wirklich total leid mit dem Essen bei Deinem Chef. Gerade da möchte man ja nicht, dass er es merkt. Ich habe genau dasselbe Problem. Hast Du es mittlerweile überstanden und kannst mir vielleicht sagen, wie?

Wels, eine Tasse Kaffee trinken bei einem Vorstellungsgespräch könnte ich auch niemals. Da bin ich schon wegen des Vorstellungsgespräches mit meinen Nerven so fertig, dass ich total am Zittern bin. Denke, das werde ich auch nie können, aber das ist auch ok. Leider kann ich nichtmal in geselliger Runde mit meinen Kollegen einen Kaffee trinken, ohne nicht anzufangen zu zittern und das würde ich schon gerne wieder ändern.

Genauso wie Du schreibst, Yvi04089, man verzichtet auf den Kaffee bzw. lässt sich das Glas nur halb voll machen oder bittet um "nur ein bisschen". So mache ich es auch. Und das was Pansen schreibt, kenne ich auch nur zu gut. Man vermeidet Situationen, trinkt am liebsten aus Flaschen oder großen Gläsen. Hauptsache bei mir, es sind keine Sekt- oder Weingläser. Und ich leide sehr darunter, dass mein Leben dadurch so eingeschränkt ist. Und ich mich über vieles nicht freuen kann, weil ich mal wieder so angespannt bin und mir Horrorvorstellungen mache, wie sehr ich beim Essen oder Trinken wieder zittern könnte.

Winston hat ganz recht, auch ich schummle mich halt so durch. Aber die Lebensqualität leidet drunter. Könnt ihr mir sagen, was man noch machen kann außer mit einem Verhaltenstherapeuten und auch alleine so viel wie möglich zu üben?

Meine Therapeutin meinte, sie wolle mir mal ein paar Übungen zur progressiven Muskelentspannung zeigen. Habt ihr Erfahrungen damit? Hat das bei euch ein wenig geholfen?

Wels, darf ich fragen, welche Medikamente Du vom Arzt bekommen hast und was für Nebenwirkungen es sind? Helfen denn die Medikamente? Meine Therapeutin meinte, sie verschreibt mir keine Medikamente, und ich hätte eigentlich auch gerne welche, zumindest für die ganz schlimmen Situationen

29.05.2008 02:08 • #13


hallo spicy,

hab auch vor bald in therapie zu gehen... aba vor allem wegen meiner agoraphobie und den panikattacken. zuhause kann ich mittlerweile wieder normal essen. "draußen" hab ichs bis jetzt noch garnet ausprobiert.
dass ich keinen tumor oda sowas hab hat mein arzt auch schon gemeint. er hat mir das schön erklärt, dass ich dann angespannt bin und dass sich dann auch die muskeln anspannen, dadurch kommt halt das zittern. is ja auch irgendwie logisch.
und homoöpathische mittel bringen doch was zumindest bei mir.

liebe grüße

29.05.2008 12:07 • #14


Hallo Wels,

ich habe Deinen Text leider erst heute gelesen. Wie war die Einladung bei Deinem Chef? Hoffentlich hast Du es gut überstanden!

Ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich leide an dem Tremor seit ca. 25 Jahren. Als Jugendliche machte ich mir überhaupt nichts daraus. Erst als ich immer wieder von Familienangehörigen und Bekannten auf das Zittern angesprochen wurde, wurde es für mich zu einem großen Problem.

Ich zittere immer beim Essen, Trinken, in der Öffentlichkeit, wenn mich Leute beobachten, ...

Meine Familie macht sich heute noch lustig über mich. Dann kommen so Sprüche wie: Schneid doch bitte Du den Kuchen auf, das sieht so lustig aus..., oder hast Du heute noch keinen Stoff bekommen ...

Für mich ist solch ein Verhalten ganz schlimm, da ich mir immer sage, wenn die eigene Familie mein Problem nicht akzeptiert, wie sollen es dann Fremde tun? Die meisten Einladungen sage ich ebenfalls ab.

An meinem Arbeitsplatz habe ich von Anfang an gesagt, dass ich meine Hände oftmals nicht so unter Kontrolle habe, wie es eigentlich sein sollte. Das hat mir ein paar neugierige Blicke eingebracht und danach war die Sache gegessen. Die Leute haben sich mittlerweile an mein Zittern gewöhnt. Die Kolleginnen und Kollegen schenken mir die Tasse Kaffee mittlerweile nur noch halb ein, damit ich sie „gefahrlos“ zum Mund führen kann.

Gruß Trembi

30.05.2008 13:46 • #15


Hallo Trembi,

ich habe den allergrößten Respekt vor Dir und Deinem Mut, den Kollegen das von vornherein zu sagen. Das ist wirklich toll. Und vor allem ist es das einzig richtige. Meine Therapeutin sagt auch immer, ich sollte offener damit umgehen. Aber bisher konnte ich mich nicht überwinden, sondern verstecke es, wo ich es nur kann. Irgendwie muss ich aber auch sagen, es desillusioniert mich auch ganz schön, dass Du das schon 25 Jahre hast. Ich habe immer die große Hoffnung gehegt, dass es irgendwann auch wieder verschwindet. Hast Du das Zittern von vornherein akzeptiert oder auch versucht, es wegzubekommen? Wenn ja, wie? Hat jemand von Euch eine Idee, was man noch alles versuchen könnte, dieses Zittern wegzubekommen oder zumindest zu lindern?

Liebe Grüße

03.06.2008 00:12 • #16


Hallo spicy,

ich dachte auch immer, der Tremor ist nur vorübergehend und irgendwann bin ich so wie die anderen Leute, nämlich ohne dieses ätzende Zittern. Leider war dem nicht so. Es war mal besser, mal schlechter, aber weg war der Tremor nie.

Natürlich habe ich das Zittern nicht akzeptieren können. Ich bin immer als das hypernervöse Mädchen dagestanden, oftmals wurde ich nicht für ernst genommen. Ich habe diese ganzen freiverkäuflichen Mittel ausprobiert. Keines brachte den gewünschten Erfolg.

Mittlerweile wurde bei mir u.a. die Diagnose Essentieller Tremor gestellt. Behandelt werde ich mit Propranolol.
Hierbei handelt es sich um einen Beta-Rezeptoren-Blocker. Bei mir wirkt das Medikament recht gut. Natürlich ist der Tremor immer noch für alle sichtbar, aber ich kann besser damit leben.
Wichtig ist auch, dass Du Dich zu Deiner Krankheit bekennst. Du musst nicht jeder Person sagen, was mit Dir los ist, aber am Arbeitsplatz oder bei Leuten die Dir bedeutend sind, ist es sehr angebracht.
Kläre die Leute auf, dass Du an einer neurologischen Krankheit leidest, die nichts mit Alk., Medikamenten oder Dro. zu tun hat. Zeige Deine zitternden Hände und sage den Leuten, dass Du z.B. beim Essen und Trinken erhebliche Probleme hast. Du wirst sehen, die Leute werden das erste Mal genau hinschauen und beim nächsten Mal interessiert sich keiner mehr für Deinen Tremor. Im Gegenteil, manche werden sehr hilfsbereit sein und Du wirst Dich viel besser fühlen.

Das war meine Erfahrung. Es war allerdings ein schwerer, steiniger Weg bis ich so weit war!

Liebe Grüße
Trembi

Tremorarten: http://www.dgn.org/135.0.html

04.06.2008 19:27 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hallo ,
ich habe alle Beiträge über das zittern hier gelesen .
der hauptgrund war natürlich gibt es eine Methode ein Mittel um dagegen
anzukommen . Und ich muss sagen , anscheinend und das schreibe ich ,
aus 20 jähriger Erfahrung gibt es nur die Möglichkeit zu sich selbst zu stehen . Selbst positive Erlebnisse prägen sich nicht so ein wie man sich das erwartet. Mein letztes erlebnis war ein Spiel vor 50 leuten (Weihnachtsfeier)bei dem ich zum Schluss ein randvolles Schnapsglas (was ich zuerst ablehnte weil ich keinen Schnap. trinken wollte, in Wahrheit ging es aber ums zittern , es wurde dann für mich mit Wasser aufgefüllt) trinken mussste ich hab es getrunken mit zwei Händen und dabei voll gezittert. Ich bin in theraphie aber habe das gefühl es ändert sich wirklich nichts ausser dass ich im Augenblick mich mit allen tricks
um solche "gefährlichen" Situationen drücke.
Mein therapheut meint ich solle halt mal einen Betablocker schlucken.
Wer hat EErfahrung mit den Dingern bringen sie wirklich was bei sozial angst mt Zittern . Für einen Rat wäre ich sehr dankbar.

19.06.2008 00:14 • #18


Das kenne ich sehr gut, das hatte ich früher auch, wenn ich mit Chef und einem wichtigen Kunden essen gehen musste. Ich hoffte immer, dass wir zum Schluss keine Zeit mehr für einen Kaffee haben würden.

Damals habe ich noch gedacht, dass ich auf den Kunden einen guten Eindruck machen musste, damit mein Chef sich nicht blamiert fühlt.

Irgendwann habe ich aber gedacht: "Mir reicht jetzt diese Zitterei vor den anderen! Ich muss keinen guten Eindruck machen! Es ist mir jetzt sch....egal, was die anderen von mir denken! Ich bin ich, und werde nicht mehr vor ihnen zittern, sie können mich mal gern haben. Bzw. sie sollen mich so gern haben, wie ich bin, andernfalls können sie mich mal."

Und siehe da, seitdem zitter(t)e ich nicht mehr. Das ist schon viele Jahre so.

19.06.2008 01:02 • #19


Hallo Mikki,

ich nehme Betablocker. Er nennt sich Propranolol.
3-4 x tägl. eine Tablette!

Er hilft recht gut aber eben nicht 100%. Auch muss ich sehr aufpassen, dass mein Blutdruck nicht zu weit in den Keller geht.

19.06.2008 11:46 • #20



x 4


Pfeil rechts


Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler