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M

misterunderstoo.
Mitglied

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Hallo,

da ich leider noch Wochen auf meinen Therapieplatz warten muss, würde mich mal interessieren, was ihr so für Alltagsübungen aus der Therapie gegen Sozialphobie mitbekommen habt? Ich habe mir schon erste Aufgaben gestellt und die auch gut durchgezogen, aber ich will jetzt unbedingt in Übung bleiben und es nicht abreißen lassen.

09.01.2019 #1


46 Antworten ↓
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Flame
Gast

Zitat von misterunderstood:
Ich glaube das ist in der Tat ein anerkanntes psychologisches Mittel. Wenn du dir nur etwas oft genug sagst, fängt das Gehirn irgendwann an das zu verinnerlichen. Ich werde mir auch so einen Leitsatz wieder zurecht legen. Ich kenne das in ähnlicher Form aus dem Autogenen Training.

Leute mal eine Neuigkeit und Frage von mir. Ich hab den Entschluss gefasst eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Am Freitag wäre schon der erste Termin. Ich schei. mich jetzt schon ein.
Hat jemand sich überwunden eine SHG zu besuchen und kann mir davon berichten? Ich habe jetzt schon Befürchtungen, dass ich mich doch wieder drücke.


Ja,da ist schon was dran mit den Affirmationen/Leitsätzen etc.
Man muss es halt nur "durchhalten",das fand ich anstrengend aber ich würde es im Rückblick trotzdem wieder so machen.

Zum Thema SHG:

Ich war früher mehrmals in einer.

Einmal in einer für Essgestörte (da war ich nicht lange) dann war ich mal bei Emotions Anonymous ,da war ich mehrfach.
Fand es dort gut,dass da jeder hinkommen kann,unabhängig von der Problematik.
Und in einer Gruppe für Borderline war ich auch,habe sogar mal eine Stunde selbst geleitet.

Mir hat das damals gut geholfen und dass man vor dem ersten Mal nervös ist,ist ganz natürlich.
Ich muss sagen,dass ich in allen Gruppen gut aufgenommen wurde,nur in der Gruppe für Essgestörte war das etwas schwierig.
Das lag aber nicht an den Leuten sondern eher an den Umständen.

Also zumindest zeitweise ist eine Gruppe toll,man schaut halt auch mal über den Tellerrand hinaus und es ergeben sich auch meist sehr nette Kontakte.

19.11.2018 16:45 • x 1 #24


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Übungen aus der Verhaltenstherapie?

x 3


F

Flame
Gast

Um mal ein ganz konkretes Beispiel für Übungen in der Verhaltenstherapie zu geben:

Ich bekam von meiner Verhaltenstherapeutin die Aufgabe,mir selbst 100 Mal am Tag (innerlich) zu sagen:
"Ich bin o.k. so,wie ich bin".
Und das sollte ich drei Monate (!) durchhalten.
Sie meinte auch,es müsse über den Tag verteilt sein (also nicht morgens hundertmal abbeten).

Sie bestand darauf,dass es nur "hilft",wenn man sich das wirklich hundertmal sagt. und nicht nur 50 oder 80 Mal.
Um zu kontrollieren,dass es auch wirklich hundert Mal sind,empfahl sie mir ,einen "Klicker" (Zähler) zu bestellen.

Ich fand das sehr "strange",habe es aber gemacht.
Was nützt eine Verhaltensgtherapie,wenn man nicht umsetzt,was einem geraten wird...

Im Endeffekt habe ich es "nur" 2 Monate durchgehalten,an einzelnen Tagen habe ich es "nur" 50 Mal geschafft.
Sie meinte aber ,das sei in Ordnung.


Ihre Begründung war,dass dadurch eine Art "neue Spur" im Gehirn angelegt wird.

Dass man sowas max. 2 Monate durchhält,war wahrscheinlich in ihrer "Rechnung" schon mit einbezogen,das vermute ich.



Mein Fazit:

Diese Übung war anstrengend und nervig aber dadurch hatten andere Grübeleien weniger Raum.
Vielleicht war das auch der "eigentliche" Effekt.

Wenn ich heutzutage negative Gedanken über mich selbst habe,fällt mir der Satz manchmal wieder ein.
Den Klicker hab ich hier auch immer noch liegen als Erinnerung daran.

14.11.2018 09:52 • x 1 #21


Zum Beitrag im Thema ↓


Schlaflose
Das hängt davon ab, wie sich deine soziale Phobie konkret äußert.
Als ich in der Reha war, sollte immer jemand für 1-2 Wochen Teamsprecher sein und jeden Morgen das Team begrüßen, neue Patienten vorstellen, alte verabschieden und Informationen zu Freizeitanstaltungen u.ä. geben. Außerdem brauchte man für die neuen Patienten Paten, die sich die ersten Tage um diese kümmern sollten. Vor beidem habe ich mich gedrückt, weil genau das meine soziale Phobie darstellt, ich aber nicht darunter leide, dass es so ist. Also sah ich keine Notwendigkeit mich damit zu belasten.

#2


M
Ich dachte mehr an etwas aus dem Alltag. Probleme habe ich mit allen sozialen Situationen. Mal mehr, mal weniger. Aber sowas wie du beschreibst wäre klasse als Übung, aber so eben leider einfach nicht verfügbar.

#3


Schlaflose
Da gab es z.B. noch Aufgaben, jemanden, der ein Auto dabei hatte, zu bitten einen irgendwo hinzufahren. Oder in einem Geschäft jemanden ansprechen und fragen, wo irgendwas ist und ähnliche Kleinigkeiten.

#4


J
Hui, Verhaltenstherapie wäre nix für mich. Mir wird immer ganz flau, wenn ich sowas lese fluechten
Ich bewundere es, dass du nicht mehr vermeiden, sondern freiwillig üben willst, @misterunderstood Daumen hoch

Hier werden gute Ansätze genannt, ist aber auch therapie- und nicht so alltagsbezogen:
selbsthilfegruppen-f41/uebungen-fuer-psychotherapie-um-ueber-seinen-schatten-zu-t93430.html

#5


Schlaflose
Bei mir ist es so, dass ich mich immer überwinden kann, etwas für mich total Unangenehmes zu machen, wenn eine reale Situation es erfordert und es keinen Ausweg gibt. Aber wenn es nur gestellt ist, sehe ich es nicht ein.

#6


M
Zitat von Schlaflose:
Bei mir ist es so, dass ich mich immer überwinden kann, etwas für mich total Unangenehmes zu machen, wenn eine reale Situation es erfordert und es keinen Ausweg gibt. Aber wenn es nur gestellt ist, sehe ich es nicht ein.


Das Problem ist halt, dass es im realen Leben eigentlich auch so gut wie nichts gibt, was man machen muss. Und dadurch stecke ich seit 15 Jahren bei allem im Leben zurück. Also leide ich jetzt lieber in 15 Minuten Blöcken richtig anstatt weiterhin zu vermeiden und in 50 Jahren auf ein Leben von verpassten Chancen zurück zu blicken. Einfach wird es bestimmt nicht, aber ich hab die Schnauze voll vom Vermeiden. Embarassed Evil or Very Mad

x 1 #7


Schlaflose
Ich habe nie darunter gelitten, dass ich eine soziale Phobie/ängstliche vermeidende Persönlichkeitsstörung habe. Deswegen liegt mir nichts daran, das zu ändern.

#8


M
Das liegt denke ich auch daran wie hoch man seine Erwartungen setzt. Klar könnte ich mit dem leben was ich jetzt habe, aber jede Kleinigkeit die ich dadurch vermeide/absage/verpasse ärgert mich unglaublich mittlerweile. Und dass ich mir kürzlich auch größere Dinge damit verbaut habe, war dann nochmal ein extra Anstoß.

#9


A
Habe auch eine ÄVPS, aber allmählich macht mir der Kampf mehr Stress, als es einfach zu lassen wie es ist. Habe gemerkt, je mehr ich dagegen halte, umso schlechter geht es mir. Also quäle ich mich nicht länger und lass es jetzt so.

#10


A
Zitat von misterunderstood:
Das liegt denke ich auch daran wie hoch man seine Erwartungen setzt. Klar könnte ich mit dem leben was ich jetzt habe, aber jede Kleinigkeit die ich dadurch vermeide/absage/verpasse ärgert mich unglaublich mittlerweile. Und dass ich mir kürzlich auch größere Dinge damit verbaut habe, war dann nochmal ein extra Anstoß.

Die Gefahr ist aber groß, dass man durch so hohe Erwartungen und der dadurch ausgelösten Euphorie von einem Extrem ins andere wechselt, was nicht unbedingt sinnvoll ist.
So ist es überhaupt nicht sinnvoll blindlings irgendwelche Übungen zu machen, die jemand anderes vielleicht aus seiner Verhaltenstherapie kennt, wenn man selbst überhaupt noch keine Ahnung davon hat, wie man solche Übungen richtig durchführt und verarbeitet?
Ich würde dir daher eher dazu raten erst mal die Therapie abzuwarten, und mit den dadurch gesammelten Wissen und Erfahrungen kannst du dann immer noch üben

#11


Schlaflose
So ähnlich ist es bei mir auch. Ich hatte mich zwanzig Jahre lang in einem Beruf abgequält, der für mich völlig ungeeignet war (Lehrerin) und der mich erst richtig krank gemacht hat. Vor 7 Jahren habe ich ihn aufgegeben und arbeite in der Verwaltung, allein in einem Büro, wo ich nur wenig Kontakt mit Menschen habe. Seitdem geht es mir richtig gut.

x 3 #12


M
Zitat von Schlaflose:
So ähnlich ist es bei mir auch. Ich hatte mich zwanzig Jahre lang in einem Beruf abgequält, der für mich völlig ungeeignet war (Lehrerin) und der mich erst richtig krank gemacht hat. Vor 7 Jahren habe ich ihn aufgegeben und arbeite in der Verwaltung, allein in einem Büro, wo ich nur wenig Kontakt mit Menschen habe. Seitdem geht es mir richtig gut.


Das ist sicherlich ein Extrembeispiel. Kann mir kaum einen ungeeigneteren Job für jemand mit sozialen Problemen vorstellen. Lehrer zu sein ist ja selbst belastend für Leute die damit keinerlei Probleme haben.

@Avalon

Nach über 15 Jahren Angstkarriere und als hochsensibler Mensch weiß ich ganz gut wann es mir zu viel wird. Da gibt mein Körper mir schon rechtzeitig Bescheid und dann kann ich immernoch zurück schrauben.

#13


Nil97
Hallo , ich kann dir später gerne ausführlicher schreiben. Das wichtige ist, tue in deinem Alltag Dinge, wo du über deinen eigenen Schatten springen muss. Unangenehme Situationen aushalten muss, das ist dann was dich zu Deinem Ziel führen wird. Du wirst lernen mit deiner Angst umzugehen. Was ich dir erst mal so als Tipp hier schreiben kann und für alle anderen.
Ich gehe manchmal in einen Modegeschäft probiere mir Klamotten an und gehe raus aus der Kabine und einfach zu der Modeberaterin/ Mitarbeiterin und frage sie, wie mir das Outfit steht. Auch, wenn ich es unangenehm finde, wenn die Aufmerksamkeit bei mir ist, andere Leute auch zu mir dabei gucken. Das kann dir auch Sicherheit geben.

Oder gehe in einen kleinen Laden und sage einfach laut "hallo" , von weitem. So dass man dich hört.

Wenn du es nicht magst, im Mittelpunkt zu stehen, dich unsicher fühlst und die Übung mit Angst verbunden ist. Aber nur so kannst du lernen, mit der Angst umzugehen. Indem du raus gehst und dich den Herausforderungen stellst und somit wachsen darfst. Es wird dich auf jeden Fall weiterbringen. Habe Mut und traue dich.

Ich sage meiner Therapeutin immer, bei herausfordernden Situationen, ich mache das jetzt einfach. Oder in schwierigen emotionalen Themen.

Du kannst mir auch gerne eine Pn schreiben. Ich schreibe dir gerne zurück. Es kann mal auch länger dauern, dass ich zurückschreibe, aber ich schreibe auch in diesem Fall auf jeden Fall zurück. Ich weiß als Betroffene selbst, wie schwierig es sein kann und fühle mit dir. Wir sollten uns gegenseitig unterstützen.
Das macht unsere Welt, schöner.
Auch Du schaffst es. Bist du gerade in einer ambulanten Verhaltenstherapie?

Liebe Grüße

Nil97

#14


M
Hi Nil97,

genau so etwas meinte ich. Was sind deine unwillkürlichen Reaktionen, wenn dir etwas unangenehm ist?
Nach oben hin sind natürlich keine Grenzen gesetzt, wie sehr man sich in den Mittelpunkt stellen will. (z.B. im Supermarkt aufs Warenband springen Laughing ) Wieviel Exposition hältst du für sinnvoll? Hast du mit Steigerungen gearbeitet oder direkt das Schlimmste genommen für "Schockmomente" sozusagen.

Ich bin zur Zeit noch auf der Suche nach einem freien Therapieplatz für eine ambulante Verhaltenstherapie. Das gestaltet sich ja immer schwieriger wie ich mittlerweile merke. Manche Therapeuten antworten schon gar nicht mehr auf Anfragen.

Gruß

#15


Schlaflose
Zitat von misterunderstood:
Nach oben hin sind natürlich keine Grenzen gesetzt


Meiner Meinung nach sollte man nichts machen, was ein ein Mensch ohne soziale Phobie auch nicht machen würde Laughing

#16


Safira
Zitat von Schlaflose:
Ich habe nie darunter gelitten, dass ich eine soziale Phobie/ängstliche vermeidende Persönlichkeitsstörung habe. Deswegen liegt mir nichts daran, das zu ändern.

eine Störung wird erst dann als Störung bezeichnet oder diagnostiziert wenn man die Symptome auch als störend empfindet oder sich Erhebliche Probleme daraus ziehen.

Ohne Dir das jetzt ausreden oder blöd tun zu wollen. Aber Du hast damit wirklich keine Probleme bzw Leid?

#17

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Schlaflose
Zitat von Safira:
Aber Du hast damit wirklich keine Probleme bzw Leid?


Probleme und Leid hatte ich damit in meinem Beruf als Lehrerin. Aber ansonsten nie.

#18


J
Es heißt halt offiziell "Störung", wird so diagnostiziert, bei mir ja auch. Finde aber auch, dass, wenn man sich das Leben halbwegs passend einrichtet, es nicht stört. Für mich waren das Grauenvollste immer Prüfungen und Präsentationen vor Gruppen. Seit Abschluss der Ausbildung musste ich sowas kaum mehr machen, seit ich ohne Job bin, gar nicht mehr. Ich sehe meine Sozialphobie mehr als Teil meines Naturells, während ich die Depression als echten Störfaktor, als Krankheit, empfinde, weil sie mich an dem aktiven, zufriedenen Leben hindert, das ich gerne leben möchte.

#19


Schlaflose
Zitat von juwi:
Ich sehe meine Sozialphobie mehr als Teil meines Naturells, während ich die Depression als echten Störfaktor, als Krankheit, empfinde, weil sie mich an dem aktiven, zufriedenen Leben hindert, das ich gerne leben möchte.

Genauso empfinde ich es auch. Und mein richtiger Störfaktor im Leben ist die Schlafstörung, die sich als indirekte Folge der Sozialphobie entwickelt und chronifiziert hat, weil ich in meinem Lehrereberuf ständig gegen mein Naturell handeln musste.

#20


A


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