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Azure
Hallo, ich suche in diesem Thread konkret Übungen zur Wortfindung - Kann mir jemand Ideen mitgeben.


Folgende Ideen habe ich:
- Lieder, Karaoke, inbesondere vielleicht HipHop und andere schnelle Texte
- Assoziationsspiele ( vermutlich ist mir gesprochen wichtiger als schriftlich wie z.B. in eurem Forenthread forenspiele-f131/forenspiel-assoziationskette-t98192.html)
- Mit meinen Kindern in spielen Reimen sprechen
- Fachliteratur lesen
- Fachliteratur aus dem Gedächtnis zusammenfassen

Weitere Ideen würden mich freuen.

Gruß von Azure

03.07.2022 07:21 • 25.06.2024 x 1 #1


23 Antworten ↓


Schlaflose
Meinst du das hilft Ich habe Sprachen studiert und habe einen riesengroßen Wortschatz, aber in stressigen Situationen verschlägt es mir trotzdem immer die Sprache und mir fallen keine Wörter ein.

03.07.2022 08:09 • x 3 #2


A


Übungen zur Wortfindung

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Azure
Danke @Schlaflose für deinen Einwand. Ich denke nicht, dass Wortfindungsübungen alleine reichen, aber sie könnten ein Puzzlestück für mich sein.

Nicht umsonst machen auch Radiomoderatoren Zungenbrecherübungen oder Pianisten Tonleiterübungen.

Ich habe für mich analysiert, dass mein Denken und was ich tatsächlich sage sich stark unterscheidet. Dies ist sehr komplex und ich kann diese Unterschiede noch nicht so ohne weiteres beschreiben. (Und es ist durchaus so, dass ich beim genaueren Beobachten auch feststelle, dass ich häufig das Gefühl habe, Dinge zu verstehen, aber mir auch gedanklich viele Details fehlen.) Ich will den Schritt, zwischen meinem Gehirn über das Sprachzentrum und meine Stimme bis ins Ohr des Gegenübers so einfach wie möglich machen und eventuelle Schwachstellen hier verbessern.

Ich sammle in einem anderen thread (
soziale-angst-erroeten-redeangst-zittern-f1/wege-aus-meiner-angst-vor-kontakten-t114220.html)
diverse (bis jetzt praktische) Ansätze, die mich bisher kleine Schritte weitergebracht haben. Gerne möchte ich demnächst auch auf Übungen zur Wortfindung verweisen können.

Deswegen hier auch die Frage nach Erfahrungen und Vorschlägen zu praktischen Übungen. Ein interessanter Aspekt für mich ist auch das Verhältnis zwischen zeitlichem, ggf. auch finanziellem Aufwand und dem Nutzen.

Darüber hinaus ggf. Adressen von Experten zum Thema.

03.07.2022 19:46 • x 1 #3


Azure
Aktiver Umgang mit Mindmaps beginnend von einem beliebigen Thema.

03.03.2023 03:29 • #4


Azure
Rappen, Singen, Lieder auswendig lernen, Lieder im Tempo singen

12.10.2023 08:01 • #5


Azure
Synonyme finden....

12.10.2023 08:02 • #6


Azure
Ein paar interessante Ansätze finde ich in Videos von Joseph Tsar. Interessante Infos auch in den Kommentaren und im Begleitmaterial zu seinen Videos.





22.10.2023 23:24 • #7


Azure
Zitat von Schlaflose:
aber in stressigen Situationen verschlägt es mir trotzdem immer die Sprache und mir fallen keine Wörter ein.

Ja, Übung hilft.

Immer wieder stressigen Situationen aussetzen,
Sprechen, sprechen, sprechen...

Gedanklich sprechen (z.B. im Auto oder auf dem Rad)

Rumalbern...

Nicht aus dem Konzept bringen lassen, wenn es nicht klappt.


Nicht durch Wortfindungsprobleme abhalten lassen,sondern z.B. Gesprächspartner bei der Wortfindung helfen lassen...

Es hat bei mir 40 Jahre gedauert und es wird sich hoffentlich noch weitere 30 Jahre lang verbessern...

22.10.2023 23:42 • #8


Azure
https://rhetorik-online.de/wortschatz-erweitern/

22.10.2023 23:50 • #9


Azure
Vor langer Zeit diesen Thread erstellt , gerade festgestellt, dass ich in letzter Zeit ab und an unzufrieden war, dass mir oft nicht die richtigen oder treffenden Begriffe einfallen. Sei es hier im Forum, im Kontext der Arbeit oder im Smalltalk.
Im Gegensatz zu früher gehe ich etwas spielerischer damit um, z.B.
-Pingpongspiel mit dem Chef auf der Begriffsuche,
-oder mich mal gemeinsam mit Kollegen hingesetzt um einen etwas längeren Text zu formulieren, uns hier dann einfach gegenseitig auch motiviert und dabei etwas über das Ziel rausgeschossen.
- Anerkennende Kommentare auf metaebene, wenn Bekannte rhethorisch Formen nutzen, die mir gefallen...

Aber eigentlich wollte ich jetzt ja verzweifelt in die Runde schreiben: Habt ihr irgend welche Tipps für mich, wie ich meine Wortfindungsschwierigkeiten im Alltag loswerde....

04.06.2024 08:03 • #10


Krylla
Ich habe da jetzt nicht so viel Ahnung, aber ...

Warst du schon bei einem Logopäden? Die sind eigentlich für sowas zuständig.
Vielleicht kann der dir weiterhelfen?

Und empfindest du nur, dass du eine Wortfindungsstörung hast, oder wurde das auch von deinem Arzt diagnostiziert? Weil sowas kann man diagnostizieren.

Ich kenne nicht viele Wörter (wie du hier schreibst, kennst du jedenfalls ein paar mehr als ich) und ich vergesse auch Wörter für Dinge, die alltäglich sind. Mich hat es nie gestört und auch im Job komme ich zum Glück damit klar. Da druckse ich auch gerne mal herum.

Ich würde es mal bei einem Logopäden versuchen.
Ideen von anderen hier sind ja nett, aber die haben keine Ausbildung in dem Bereich.

04.06.2024 09:11 • #11


Azure
Nein, es ist bei mir keine diagnostizierbare Worfindungsstörung (mehr?). (Währe aber dennoch interessant, sich mit Leuten, die sich wirklich damit auskennen, sich darüber zu unterhalten)

Ich spreche von der Position, in der ich mich befinde.

Eine Investition in einen guten Logopäden oder einen Coach wäre vermutlich eine interessante Erfahrung. (Wobei mich hier seine Herangehensweise wohl genauso interessiert, wie potentielle positive Ergebnisse für mich)

Ausserdem notiere ich meinen Threads ja auch Dinge, die ich zumindest inhaltlich nachvollzogen habe, einige der beschrieben Übungen hatte ich zeitweise in meinen Alltag integriert. Einige davon finden sich auch auf logopädischen Arbeitsblättern, die ich auf meiner Suche bereits gesehen hatte.

Hier im Forum habe ich auch die Zeit, Sätze zu ändern, mir bewusst Gedanken über Formulierungen zu machen, die ich im persönlichen Gespräch nicht habe... (umso beeindruckender finde ich es dann, wenn z.B. im nachfolgenden Forumsbeitrag dann ein griffiger Begriff steht, den ich mir mühsam umschrieben habe)

04.06.2024 09:27 • #12


Azure
2024-06-16:

Nächste Woche werde ich versuchen, im Gespräch Dinge und Geschehnisse bewusst ausführlich und mit einfachen Worten zu beschreiben... Insbesondere wenn ich den Eindruck habe, dass die Gegenseite bereits genervt ist, werde ich meine Ausführungen noch zum Ende bringen...

Weshalb?
- Ich möchte für mich die Sicherheit erlangen, Dinge verständlich zu erklären.
- Ich möchte mehr Selbstsicherheit erlangen und Dinge, die ich persönlich als wichtig empfinde anderen Menschen zugänglich machen.
- In gewisser Form wird es auch ein Testballon für mich: Wie reagieren andere Leute auf mich, wenn ich als Besserwisser auftrete.

- Schaffe ich es, meine Gedanken, mein Wissen, so zu strukturieren, dass man mir dennoch zuhört?

- Wie gehe ich damit um, wenn man mich unterbricht?

- Was benötige ich an Vorbereitung, um dies umsetzen zu können?

16.06.2024 11:41 • x 1 #13


moo
Wow - ein höchst kommunikationsethisches Vorhaben. Gratulation allein schon für diese Zielsetzung!
Zitat von Azure:
- Schaffe ich es, meine Gedanken, mein Wissen, so zu strukturieren, dass man mir dennoch zuhört?

Ich habe gelernt, dass ich zuerst mit voller Aufmerksamkeit zuhöre. Und bereits hier erwäge ich, ob meine Meinung überhaupt gefragt sein könnte. Hier gehe ich weniger mit Überlegungen ans Werk sondern überlasse das meiner Intuition (sofern ich mir das bei dem jeweiligen Gegenüber leisten kann - im Beruf ist das ja nicht so einfach). Im positiven Fall versuche ich, ein wirksames Schlagwort zu bringen. Je nach Gegenüber darf das auch a bisserl provokativ sein. Dieses Schlag- bzw. Streichelwort ist stark abhängig von dem Ansinnen meines Gegenübers. Es sollte ihn berühren. Und genau hier braucht es m. E. eben die o. g. Intuition.
Zitat von Azure:
- Wie gehe ich damit um, wenn man mich unterbricht?

Wenn mir die Vollständigkeit meiner momentanen Ausführung sehr wichtig ist, bitte ich um Geduld meines Gegenübers. Mit Gesten unterstütze ich auch gerne die Botschaft: Warte - ich bin noch nicht fertig! - Es wird unseren Austausch bereichern, wenn Du mich ausreden lässt!
Wenn merkhaft keine unterbrechungsfreie Ausführung möglich ist und der Empfänger generell zum Abdriften neigt, spare ich mittelfristig Energie und lege das Thema ad acta. Aber oft merke ich auch, dass ich ihn vorher offenbar doch nicht richtig verstanden habe und justiere meine Botschaft entsprechend.
Zitat von Azure:
- Was benötige ich an Vorbereitung, um dies umsetzen zu können?

Den ganzen Azure, würde ich meinen...

16.06.2024 12:06 • x 1 #14


Ferrum
Ein sehr interessantes Thema. Ich würde empfehlen, verschiedene Bücher mit anspruchsvollen Texten zu lesen. Keine seichte Literatur, sondern Weltliteratur, da dort die Autoren Stimmungen, Gefühle und Gedanken mit einem großen Wortschatz sehr gut umsetzen können. Auch komplexe Sachverhalte, denn die müssen so beschrieben werden, dass der Leser sie auch versteht.

16.06.2024 12:40 • x 2 #15


Azure
Zitat von Ferrum:
Ich würde empfehlen, verschiedene Bücher mit anspruchsvollen Texten zu lesen. Keine seichte Literatur, sondern Weltliteratur, da dort die Autoren Stimmungen, Gefühle und Gedanken mit einem großen Wortschatz sehr gut umsetzen können. Auch komplexe Sachverhalte, denn die müssen so beschrieben werden, dass der Leser sie auch versteht.

Danke für diesen wertvollen Vorschlag. Ein für mich lesenswertes Buch (z.B. geschichliche Zusammenhänge oder Roman) liegt immer an meinem Nachttisch, ich komme aber nur langsam voran.

Mein persönliches Problem mit Büchern:
- Persönliche Aufmerksamkeitsspanne
- Müdigkeit, die beim Lesen auftritt
- fehlende persönliche Disziplin
- (gefühlter(?)) Zeitmangel
- Wenn ich in der Stimmung bin, ein Buch zu lesen, dann konkuriert dies meist mit vielen anderen Dingen, die ich auch umsetzen will

-- Mein Komme-nicht-in-die-Gänge Thread (depressionen-f99/komme-erst-in-die-gaenge-wenn-zu-spaet-ist-t117871.html) handelt von dieser Problematik...

Persönliche Abhilfen im Kontext Buchlesen
- (Wenn es um Sachbücher geht, deren Inhalte ich kennen will): Querlesen, Zusammenfassen, Mindmaps zum Buch, Zusammenfassungen auf Youtube,
- Akzeptieren, dass es langsam vorangeht
- Aktuell nicht mehr, aber bis vor kurzem hatte ich mich ca. monatlich in einer Runde Bekannten getroffen und wir hatten uns öfters ein Thema für den Abend vorgenommen (u.a. eben auch über konkrete Bücher zu sprechen)

---
Eventuelle Gefahr: Ab und zu bemerke ich im Gespräch, dass ich eher theoretisches Vokabular habe - aber hier hilft natürlich regelmäßiges Sprechen mit Menschen, sowie Lesen unterschiedlicher Stile, anstelle nur Vorlesungsskripts...

16.06.2024 13:26 • x 1 #16


Idefix13
Also Synonyme sind schon ein sehr guter Ansatz. Zusätzlich wäre es von Vorteil dass man nicht nur jeweils eines kennt für ein Wort sondern sogar zwei oder vielleicht auch drei oder man ist in der Lage, jenes mit Worten zu umschreiben es durch andere ähnliche Wörter zu ersetzen die die gleichen Rahmenbedingungen erfüllen. Und somit der gegenüber gar nicht lange braucht um verstehen zu können u können.

Ich bin Stotterer und an manchen Tagen hänge ich ganz nach Gebrauch bestimmter Worte, ob sie mir einfallen - ich sie nur nicht aussprechen kann oder sie mir nicht einfallen, dann muss ich auf mein Synonym-Archiv - wie ich es nenne, in meinem Gehirn zurückgreifen.

Wortfindungsstörung mit gleichzeitigem Stottern und Poltern (eine Unterform des Stottern) kommt man trotzdem noch gut in der Gesellschaft zurecht. Schwierig wird es erst, wenn man zeitlich begrenzte Aphasie hat, die wohl neurologische Ursachen hat, nur mal so am Rande erwähnt.
Zumeist als Auren vor einer Migräne-Attacke beobachtet und erlebt.

Wenn man aber gerade so etwas erleben durfte und das nicht nur einmal, dann macht einem dieWortfindungsstörung und Stottern nicht mehr viel aus und ist froh sich noch einigermaßen verständlich ausdrücken zu können.

Viel Erfolg dir, bei deiner Zielsetzung.

17.06.2024 02:32 • x 3 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Kiana
Bei sozialer Angst kann man die Leute lächerlich machen in Gedanken. Bei einem Vortrag an der Uni stelle ich mir die Leute in witzigen Klamotten vor. Das nimmt die Angst etwas. Jemand sein der gleichwertig ist. Wenn man Angst davor hat als Clown gesehen zu werden. Generell selbstbewusster werden und versuchen sich zu beruhigen vor Gesprächen. Evt. auch im Kopf nochmal durchgehen was man denn selbst eigentlich sagen möchte.

17.06.2024 03:59 • x 1 #18


moo
Zitat von Azure:
Persönliche Abhilfen im Kontext Buchlesen:
- Akzeptieren, dass es langsam vorangeht

Das habe ich insofern noch perfektioniert, indem es sogar mit dem Akzeptieren nur langsam vorangeht...

17.06.2024 06:39 • x 1 #19


moo
H. M. Enzensberger (meine Klolektüre im Büro) schrieb sinngemäß, dass es schön sei, durch eine vielseitige Wortwahl dem Zuhörer Hör- und Denkfreude zu bieten. Er erwiderte dies auf den Vorwurf eines Zuhörers, er drücke sich gekünstelt aus.

Mir gefiel diese Verteidigung kreativer Sprache. Einerseits. Andererseits bin ich oft beeindruckt, mit wie a) wenigen und b) einfachen Worten mancher etwas vermitteln kann. Die Mischung aus Herz und Hirn im Endprodukt macht m. E. jedoch die rundum geglückte Rede aus - und die richtige Gewichtung auf das jeweilige Gegenüber anzupassen ist aus meiner Sicht ganz hohe Kunst.

@Ferrum s Hinweis bzgl. Literatur finde ich sehr wichtig. Wörter stehen in den meisten Fällen nicht für sich sondern stets im Kontext. Und dieser Kontext kann bisweilen immens groß sein. Er kann sozusagen die ganze Welt des Sprechers darstellen und sich induktiv durch die Wortwahl dem Hörer übermitteln. Nicht ganz zu vergessen sind auch die körperliche und stimmliche Rhetorik.

@superstes schickte mir vor einiger Zeit mal eine Hörbuch-Reihe von Joachim-Ernst Berendt zum Thema Vom Hören der Welt. Am einprägsamsten fand ich die Feststellung, dass das Auge tendenziell eher in die Welt hineinblickt, das Ohr jedoch vorwiegend die Welt (in den Geist) hereinhole. Mit anderen Worten: Der Sehsinn projiziert Geistiges in die Sehobjekte (Welt) - ist also Sender des Geistes. Der Hörsinn hingegen ist vorwiegend Empfänger - und somit potenziell Geist-gestaltend, Geist-bildend.

Wenn man bedenkt, wie Propaganda funktioniert(e), kann man eine Ahnung davon bekommen, wie dominant die Rolle des Übertragungsmediums in der Wirkung ist/war. Am Anfang war (nur) das Wort, heute ist die Beeinflussung multimedial...

Wenn ich mir die Inhalte mancher Infos in den Medien unter diesem Aspekt betrachte, erscheint mir Dein Ansinnen schon fast heroisch. Und deshalb besonders unterstützenswert.

Oft, wenn ich versuche zu dichten, merke ich, wie mir letztendlich die Worte fehlen. Dann höre ich einfach auf und lasse es so stehen. Das Ende des Gedichts erledigt sich quasi von selbst. Und das beruhigt mich doch sehr...

17.06.2024 07:15 • x 1 #20


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Dr. Reinhard Pichler