Hallo,

mein problem ist keine allgemeine sozialphobie, sondern redeangst, aber auch "nur" in bestimmten situationen (z.B. referate). meine frage ist, was kann man unmittelbar davor nehmen, damit man locker wird (kein herzklopen etc.)? bisher nahm ich ein paar schluck Alk. und es ging immer alles perfekt.

ich weiß, medikamente/Dro. sind keine gute lösung, aber bei mir besteht absolut keine suchtgefahr. im alltag komme ich sehr gut klar, habe freunde, alles wunderbar. dass einkaufen und öffentliche verkehrsmittel für manche ein problem sein können, hat sogar mich schockiert, und panikattacken - was ist das?

ich brauche nur etwas für einige bestimmte situationen (s.o.) und ich wüsste nicht warum es ein problem sein sollte ab und zu eine pille zu schlucken und alles funktoniert perfekt, und ich stattdessen irgendwelche therapien machen sollte, die an sich schon unangenehm sind und in 1000 jahren vielleicht ein kleines bisschen was bringen.

vor kurzem hab ich valium probiert (internet). nichts gespürt außer müdigkeit, aber ich brauche kein verdammtes schlafmittel. ist das normal? oder spürt man normal nichts und in der sitution ist dann trotzdem alles OK - kann ich mir kaum vorstellen. wie gesagt, ich brauche so was wie Alk. (die wirkung kennt ja jeder ) was das lockermachen angeht, wenn möglich ohne die entsprechenden "nebenwirkungen".

gibt es da irgendwas?

danke für die geduld... und könnt ihr mir bitte helfen?

08.11.2004 17:16 • 14.06.2005 #1


37 Antworten ↓


Hallo marb,

aus meiner Erfahrung kann ich dir Betablocker empfehlen. Sie bewirken, dass das Herz normal ruhig schlägt. Machen auch nicht süchtig, wären aber, bei ständigem Gebrauch, gesundheitsschädlich. Also nur für "Notfälle" zum empfehlen.

Hm...die Angst einfach zu ignorieren...weiß nicht, hätt ich kein gutes Gefühl dabei. Oft steckt ja hinter unseren Angstgefühlen etwas, das wir verdrängt haben, aber eigentlich mal bewusst anschauen sollten.

Gruß
Petra

26.11.2004 17:03 • #2


Danke für den Tip.

Ja, von Betablockern hab ich jetzt schon öfter gelesen. Und dass man sie nur in "Notfällen" nehmen soll, ist kein Problem. Ich brauche sie ja auch nur dafür.

Ist die Wirkung richtig gut d.h. stark? Wie gesagt, normale Beruhigungsmittel sind anscheinend nicht genug. Stimmt es, dass man sie nur auf Rezept bekommt oder kann man sie übers Internet bestellen? Mit Google habe ich nichts gefunden.

Noch mal zu Valium: gibt es vielleicht doch eine Menge bei der man gute Wirkungen erzielt...ohne einzuschlafen?

Und zum Ignorieren: Es ist halt wirklich so, dass ich ansonsten gut klarkomme. Das Komische ist: Ich kann ohne Probleme an der Tafel irgendwas erklären, wenn ich spontan Fragen beantworten soll. Aber eine vorbereitete Sache vor vielen Leuten vortragen geht nicht ohne Hilfe durch ein paar Schluck Wodk. etc.

Ich frage mich nur immer was andere Leute, hier z.B., in solchen Fällen machen. Deren Probleme sind oft viel größer. Aber zu dem Thema gibt es nicht gerade viele Diskussionen. Auch hier nur 1 Antwort. Es kann ja nicht sein, dass die sich immer "drücken".

Schon wieder so viel geschrieben. Sorry.

02.12.2004 21:29 • #3


Hello Marb

man merkt du bist gut drauf

Ich glaube viele Redner ziehen sich vorher etwas rein, um entspannt ihren Vortrag abzuhalten...man könnte meinen es wäre normal. Doch viele merken auch, das man so etwas^ in anderen schwierigeren Lebenslagen auch nehmen kann. Die Dro. hält bei diesen Menschen ins Leben ein. Ein fatale Entwicklung.

Ich möchte dich warnen...du brauchst das nicht...es ist normal das man Nervös ist...wenn du das ein paar mal gemacht hast...wirst du von alleine immer entspannter.

Mache Dich selber nicht Nervös wegen der "Nervösität"...lasse es zu und versuche aus der Situation zu lernen...zu wachsen.

Du bist ein Mensch...mit schwächen und stärken..wie wir alle.

Eine Frage...was denkst du über einen Menschen, der am Rednerpult steht und sichtlich nervös ist?

Herzliche Grüsse

Tarek Δ

03.12.2004 09:41 • #4


Hallo marb,

bei mir ist es so, dass ich mich z.B. an einem Elternabend in einer größeren Runde nicht oder nur ganz kurz vorstellen kann. Spätestens nach 2 Sätzen klopft mein Herz sehr stark und es schnürt mir den Hals zu, so dass ich kein Wort mehr herausbekomme. Vor so einer Situation nehme ich dann Betablocker (Besser als gar nicht hingehen finde ich, denn es ist mir schon wichtig mitzubekommen, was da besprochen wird). Man muss sie mind. 2 Std. vorher nehmen. Ich spüre zunächst gar keine Wirkung, bis zu dem Moment, wo ich an der Reihe bin was zu sagen: Da schlägt mein Herz normal ruhig weiter und ich kann ganz normal ruhig reden.

Ich habe die Betablocker von jemand bekommen, der kein Sozialphobiker ist, der aber Violine spielt und sie jeweils vor Konzerten nimmt. Er behauptet, viele Künstler tun das. Die Tabletten gibt es, soweit ich weiß, auf Rezept (Sind ja eigentlich für Herzkranke gedacht!).
Also ich find es immer noch besser so etwas gelegentlich (!) zu nehmen als Alk.!

Mit Valium habe ich keine Erfahrung.
Was andere in der Situation machen? Schau mal bei sozialeangst.de nach, da laufen doch sehr oft Diskussionen zum Thema "Redeangst/Referate"

Gruß
Petra

04.12.2004 18:12 • #5


Hi!
Ich hab mich extra mal ein bisgen über Betablocker für dich informiert:

Betablocker verlangsamen den Herzschlag und geben dem Herzen so die Möglichkeit, sich zu erholen. Eine Abnahme der Herzgröße wurde beobachtet. Dadurch wird das Herz wieder leistungsfähiger. Es kann pro Herzschlag mehr Blut auswerfen. Diese Parameter sind messbar und wurden in vielen Studien nachgewiesen. Insgesamt verbessern Betablocker die Symptomatik und die Sterblichkeit der Herzinsuffizienz.

...aber bevor man ein Medikament einnimmt, sollte man sich erst über die möglichen Nebenwirkungen im klaren sein:

Betablocker dürfen nicht verabreicht werden bei bestimmten Herzrhythmusstörungen, bei sehr langsamem Herzschlag, bei extrem niedrigem Blutdruck, Asthma und einigen anderen Erkrankungen. Es können außerdem Nebenwirkungen auftreten zu denen u.a. gehören: allergische Hautreaktionen, Müdigkeit, Schlafstörungen, verminderter Tränenfluss, Verdauungsstörungen, schwankende Blutzuckerwerte, vermehrte Atemnot, Poten. usw. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten beachtet werden.

Vielleicht kriegst du es aber doch so in den Griff...
Viel Glück bei weiteren Refferaten.

Ciao.

05.12.2004 11:02 • #6


Hallo,
ich habe die Diskussion hier ein bißchen verfolgt und muss mich jetzt doch einfach mal zu Wort melden. Ehrlich gesagt, finde ich das ganz schön krass! Du kannst doch nicht vor den Referaten Alk trinken oder Beta-Blocker einwerfen, nur weil Du Angst davor hast! Jeder hat Angst vor irgendwas, deswegen kann sich doch nicht jeder mit "Dro." vollpumpen. Ich leide zB unter ziemlichen Angststörungen, die mich auch immer wieder einschränken, aber anstatt mich mit irgendwelchen Mittelchen zu betäuben, versuche ich diese Situationen einfach auszuhalten. Das solltest Du auch versuchen, denn irgendwann wirst Du dann merken, dass es nicht so schlimm ist und es wird Dir langsam leichter fallen. Oder mach eine Theraphie! Lass Dir jedenfalls irgendwie helfen...denn wenn Du immer was einwirfst, kann es auch gut passieren, dass sich die Nervosität vor den Referaten dann auch auf andere Dinge ausbreitet und Du in einen ziemlichen Teufelskreis gerätst (glaub mir, ich weiß, wovon ich rede, alles schon selbst durchgemacht)! Du solltest Dich fragen, was dahinter steckt, dass Du ausgerechnet bei Referaten so nervös bist, wenn es Dir doch sonst nicht so schwer fällt, vor Leuten zu reden.
...Aber bitte versprich mir auf alle Fälle, Alk und Medikamente wegzulassen...(solange Du nicht wenigstens 1x mit einem Therapeuten geredet hast und dieser Dir Medikamente verschreibt)!!!
Viel Glück!

05.12.2004 12:52 • #7


Hallo,

ich kann eure Aufregung nicht ganz verstehen. Es ging hier um Ausnahmefälle, nicht darum, sich wegen jeder kleinen Angst zuzudröhnen! Wenn man ein- bis zweimal im Halbjahr ein Pille schluckt, um eine Ausnahmesituation durchzustehen, die man ansonsten nur mit Alk oder gar nicht durchstehen würde, was soll daran so schlimm sein?
Bin durchaus dafür, dass man es ohne Betablocker probiert, wenn man einen guten Tag hat und meint, man könnte es schaffen. Alk. sehe ich kritisch, wegen der Suchtgefahr, was ja eben bei Betablockern gerade nicht der Fall ist (habe mich deswegen vor kurzem bei einer Angsttherapeutin erkundigt). Sie haben keine angstlösende Wirkung, sondern beseitigen lediglich kurzfristig die körperlichen Symptome der Angst, die den Angstteufelskreis verstärken.

Ich stehe seit vielen Jahren fast täglich Angstsituationen ohne Medis durch, aber es gibt eben auch Ausnahmen, wo ich welche nehme; nämlich dann, wenn ich eine Situation, nicht vermeiden kann oder vermeiden will (weil es mir wichtig ist hinzugehen), es aber ganz ohne nicht schaffen würde.

Nebenwirkungen sollte man sicher bedenken, besonders wenn man als Herzpatient so ein Medikament regelmäßig nehmen muss. Konnte bei mir, bei gelegentlicher Einnahme, keine Nebenwirkungen feststellen, obwohl ich eigentlich schon eher empfindlich reagiere.

Gruß
Petra

05.12.2004 15:51 • #8


"Alk. sehe ich kritisch wegen der Suchtgefahr"...und Medikamente (wie z.B. Betablocker) machen nicht süchtig, oder wie?!
Außerdem werden damit nur die Symptome für kurze Zeit bekämpft und nicht die wirklichen Gründe.
Dass es kein Dauerzustand sein soll, habe ich auch verstanden, aber wie gesagt: auch wenn es nur selten vorkommt und man dann was nimmt, damit man es aushält, kann es sich sehr schnell dadurch auch auf andere Bereiche auswirken und das Problem breitet sich immer weiter aus...und dann? Dann ständig was einwerfen? Oder lieber jetzt richtig was dagegen tun? ! !

06.12.2004 20:46 • #9


So diesmal hab ich dran gedacht mich anzumelden, bevor ich den Beitrag schreibe...

Erstmal danke für die vielen Antworten, hat mich sehr gefreut (besonders an Petra: Danke!).

An Tarik und die Person, die den 7. Beitrag geschrieben hat: Ja, wär schön, wenns auch ganz ohne hilfe gehen würde. Einmal hab ichs probiert, mein herz hat geklopft und meine stimme gezittert - obwohl ich vor den leuten geredet habe, mit denen ich in der 5-Minuten-Pause vorher noch Scherze gemacht hab. Ich habs gemacht wie es empfohlen wird: einfach weitermachen. Man hat es aber schon gemerkt. Es haben alle super reagiert - keiner hat gelacht oder sonst was, der Lehrer hat erzählt, wie er selber solche Sachen erlebt hat (v.a. bei Konzerten, ich glaub es war sogar Violine wie bei Petras Bekanntem) und seine Eltern total überrascht waren als er sagte er würde ausgerechnet Lehrer werden. Dann gings ganz normal weiter. Mehr Glück im Unglück kann man ja nicht mehr haben. Und deshalb, weil es ja immer öfter so sein wird, dass die Referate nicht mehr in einem solchen Umfeld stattfinden, will ich wirklich vermeiden, dass ähnliche Sachen nochmal vorkommen. Übrigens war das nicht der Anfang des Problems, also kein Trauma oder so. Außerdem es ist schon ein bisschen mehr als Nervösität: eine aus meiner Klasse ist total schüchtern, sagt fast nie was - und zwar im Gegensatz zu mir! - aber Referate sind kein Problem. Einfach weil sie eben nicht mein Problem hat.

Auch an den Verfasser des 6. Beitrags: Danke! Ja, ist dann vielleicht schon besser, wenn man vorher zum Arzt geht, wenn man das so liest. Geht ja wahrscheinlich eh nicht anders. Kriegt man das eigentlich bei jedem ohne Problem? Wenn nicht, sollte ich mir vielleicht einen mit ner kleinen Praxis in Randlage suchen, die sollen ja etwas großzügiger sein nein, die Frage ist schon ernst gemeint.

Noch 1 Frage: wie ist das bei Betablockern, merkt man die Wirkung wirklich erst in der entsprechenden Situation? Wie du,Petra, gesagt hast, mit dem Elternabend? Kann man das dann vorher nicht ausprobieren? Und vielleicht hilft Valium dann doch auch...?

Kurz noch zum 7. Beitrag: es ist echt nur für ab un zu, für bestimmte Situationen. Heutzutage nehmen Leute Medikamente wegen ganz anderen Sachen, die wirklich kein Problem sind. Wenn ich dauern was bräuchte, wärs natürlich was anderes. Außerdem hab ich Freunde, die sich teilweise täglich zukiffen, manche vor, nach und auch während der Schule. DAS würde mir Sorgen machen.

ich hoffe ihr musstet euch für diesen text nicht einen tag frei nehmen

06.12.2004 21:00 • #10


eine gute Alternative auf lange Sicht ist Progressive Muskelentspannung. Ich würde Dir wirklich raten, mithilfe solcher Entspannungstechniken mit Deiner Vortragsangst umgehen zu lernen.

06.12.2004 22:16 • #11


Hi marb



du bist gut drauf...du kannst auch ohne.

Mache Dich zu den Inhalten des Referates...will sagen...überzeuge Dich 100%...sei dem selbst sicher...bereite Dich gut vor im Inneren...verinnerliche dem.

Wenn man dem Thema selbstsicher ist...so hat meine Erfahrung gezeigt...ist auch die Nervösität weniger.

Es gibt auch eine Tricks...wie man als Vortragender die gesamte Atmosphäre positiv beeinflussen kann.

Wachsen ist nicht immer leicht...lass es ohne Dro. gelingen.

Viel Power für das nächste mal
Tarek

07.12.2004 11:28 • #12


Dass ich versuchen will das Problem anders in den Griff zu kriegen, ist schon klar. Aber ganz so einfach ist das leider nicht, weil es so automatisch ist. So wie das Licht angeht, wenn man auf den Schalter drückt, kriege ich Angst bzw. körperliche Angstsymptome, wenn ich vor einer Gruppe etwas vortragen soll. Ich weiß auch, dass es keinen Grund dafür gibt, aber was nützt einem das was man denkt, wenn man etwas anderes fühlt. Körperlich fühlt, damit es keine Missverständnisse gibt.

@ Tarek:

Das Dumme ist dass man es so schlecht üben oder langsam steigern kann. Andere habens da leichter: Vor kurzem hab ich im Fernsehen was über Spinnenphobiker gesehen. Abgesehen davon, dass man damit ziemlich gut leben kann, kann man da ganz einfach selbst ausprobieren immer etwas weiterzugehen, wenns sein muss bis man eine Vogelspinne streicheln kann.
Und im Beruf ist es dann noch mal anderes als in der Schule. Da gibt es dann ja gar kein Verständnis mehr für irgendwas. Solche Fähigkeiten, bei denen ich Schwierigkeiten habe, werden immer wichtiger, das wird einem ja dauernd eingehämmert. Da hat man 1 Chance und das wars. Und es warten 20 oder 50, die den Job auch machen können.
Das hört sich jetzt pessimistischer an als ich bin. Ich versuche auf jeden Fall mein Leben zu verbessern, sehr gerne ohne, wenn nötig auch mal mit Medikamenten. Wie schon gesagt: Menschen nehmen Mittel gegen alles: Übergewicht, Haarausfall usw. Warum nicht auch gegen übermäßige Aufgeregtheit, die man vom Kopf her ja selbst als völlig unnötig empfindet? Ein Problem, das ja sicherlich größer ist.
Ansonsten: Du scheinst ein seeehr positiver Mensch zu sein. Wie ist es eigentlich mit dir? Ich könnte mir vorstellen, dass du mal irgendwelche Probleme hattest, sie aber durch eigene Kraft gelöst hast. Hört sich irgendwie so an. Kann das sein?

@ Tron:

Danke für den Tip. Langfristig kann ich mir viele Sachen vorstellen. Kannst du das etwas genauer erklären? Infos könnt ich mir sicher selbst beschaffen, v.a. würde mich interessieren was du selbst für Erfahrungen gemacht hast.

07.12.2004 22:42 • #13


Hi Marb

Diese Sendung habe ich gestern in ZDF-Info gesehen....echt interessant...dieses TabuThema kommt immer mehr zum Vorschein...eine positive Entwicklung...ich glaube das dieses Forum da einen Teil mitbeeinflusst hat...hier gilt der Dank an den Forumsmaster und den Teilnehmern die das hier mit Aufrecht erhalten.

Deine Ansichten über den "Beruf" kann ehrlich gesagt nicht ganz teilen...es gibt sicherlich Dinge wo man zurecht kein Verständnis zeigen sollte...doch ein Vortrag der "unsicher" vorgetragen wurde...ist noch kein Grund einen als "nicht geeignet" ab zu urteilen. Hier spielen viele Faktoren rein...die einen Ausmachen. Dein Wille zählt...lasse dich da nicht beirren von dieser Paranoia!

Hast du Grundsätzlich Schwierigkeiten mit einer Position, dann suche dir deinen Fähigkeiten entsprechend etwas anderes. Es kann ja dann nicht angehen das du dich nicht wohl fühlst bei deiner Arbeit und das machst, weil du dich dann dies und jenes bezeichenen kannst. Du bist Frei...du bist sehr wichtig...wenn ein Beruf nicht deiner "Natur" entspricht, dann lasse es, das hat keinen Zweck...dadurch wirst du unfrei...und was das heisst, kann man hier in vielen Berichten raus lesen.
---
Viel zu viele Menschen nehmen irgendetwas in der Hoffnung damit das Problem zu lösen...doch ist es die Wirkung die sie beseitigen können...nicht die Ursache...das ist ganz schön krass...da hat sich ein falsches Bewußtsein in unserer Gesellschaft manifestiert...die folgen spüren wir ja jetzt schon.
---
Es ist ein generelles Problem...man nennt es Krankheit...ein ungesunder Mensch...muss Krank werden um Gesund zu werden...es ist ein Zeichen deines Körpers und deiner Seele...reagieren wir Gesamtheitlich...haben wir eine Chance durch diese Krankheit Gesund zu werden...die Ursache zu finden.
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Mein schreiben klingt positiv...doch sehe ich es als normal an...ich lasse mich nicht mehr in irgendein Kostüm stecken...ich lasse auch kein Unrecht in meinem Einflussbereich zu...will heissen ich bin nicht einer der mit Watte andere bewirft...ich glaube ich kann auch gegenüber einem anderem verletzend sein...meine Wahrheit die ich offenbare....verträgt nicht jeder.
---
Sagen wir es einmal so...um so größer mein Problem um so größer der Wachstum, wenn es einem gelingt diese Probleme zu durchleuchten. Ein paar mal ist es mir schon gelungen..ja.
---
Wie schon gesagt Marb...du bist Frei...mache was du für dich was du am richtigsten hälst...doch eines bitte ich dich...meinet wegen vergesse alles was ich vorher geschrieben habe...doch nur eins nicht: Schütze das Leben!

Denke darüber nach...es enthält sehr viel.

Alles gute Dir.

Aus dem Herzem
Tarek Δ

08.12.2004 11:20 • #14


Hallo ihr!

Muss das, was ich gesagt habe doch noch mal relativieren! Habe kürzlich im inet von einem jungen Musiker gelesen, der zunächst nur bei größeren Konzerten Betablocker eingeworfen hat, dann auch bei kleineren Gelegenheiten und schließlich nicht mehr ohne spielen konnte!
Insofern hatte die Userin Recht: Die Gefahr, dass man immer öfter nach dem "rettenden" Medikament greift ist da, da darf man sich selber nicht aus dem Blick verlieren!
Allerdings kann man Beta-Blocker halt nicht dazu missbrauchen, andere, schwierige Situationen "in den Griff" zu bekommen, wie das z.B. bei Alk. der Fall ist. Sie wirken sich ja nicht auf die Psyche aus, man fühlt sich damit nicht besser, nicht weniger ängstlich etc. Deshalb besteht keine Gefahr, dass man in einer Lebenskrise schnell danach greift...

@ marb
Also wie du siehst: Hier musst du selber Verantwortung übernehmen. Gerade im Beruf kann dann der Druck sehr groß sein, so dass man schneller und öfter zu Medikamenten greift, denke ich. Solltest du einen solchen Beruf wählen, wo du öfters Präsentationen halten musst o.ä., musst du das Problem an der Wurzel angehen, das behalte immer im Hinterkopf! Solange du aber verantwortlich mit den Medikamenten umgehst, sehe ich keine so große Gefahr.

Ich weiß einen Fall, wo eine Hausärztin Betablocker für eine mündl. Abiprüfung verschrieben hat, zu der diejenige ansonsten nicht hingegangen wäre. Du musst dein Problem natürlich dem Arzt schildern wie es ist und dass du deine Angst bislang mit Alk. betäubst.
Ich merke die Wirkung übrigens wirklich erst in der entsprechenden Situation. Ausprobieren könntest du die Tabletten evtl. indem du eine Treppe rauf und runterläufst. Das übliche Herzklopfen dabei müsste dann ausbleiben.

Alles Gute
Petra

09.12.2004 10:58 • #15


Guter Tip mit der Treppe. Ich weiß im Moment nicht so genau wie ich das jetzt alles machen werde, aber wahrscheinlich gehe ich wirklich mal zum Arzt.
Nochmal die Frage: Kriegt man das relativ einfach oder muss man da "betteln", manche Ärzte sind ja aus irgendwelchen Gründen total kleinlich. Oder wird man erst zu anderen Ärzten geschickt, Fachärzte oder so, oder Psycho-irgendwas (-logen, -therapeuten...)?
Dass Betablocker nicht auf die Psyche wirken, finde ich eher ein Nachteil, wenn ich ehrlich bin. Bei Alk. ist ja u.a. der Vorteil, dass man einfach ruhiger wird und zwar von Anfang an. Wenn ich z.B. einen Kurzvortrag halten muss, trinke ich in der Pause vor der Stunde ein paar Schluck. Dann bin total entspannt, meist sogar entspannter als meine Mitreferenten (wir müssen öfter auch paar- oder gruppenweise Vorträge halten). In dem Zustand könnte man alles machen, nichts würde einen aus der Ruhe bringen, aber man hat sich immer noch unter Kontrolle und ist "normal". Zu viel darf man natürlich nicht trinken.
Trotzdem bin ich nicht suchtgefährdet. Ich würde nie Alk. trinken, weil ich in schlechter Stimmung bin. Verantwortungsbewusst genug wäre ich mit Sicherheit.
Nein, einen Beruf mit häufigen Präsentationen suche ich mir garantiert nicht aus. Aber es ist heutzutage schon schwierig etwas zu finden, was nicht in irgendeiner Form so ähnlich ist. Allein schon wenn man studieren will. Warum ist es ein absolutes Muss, dass man vor 50 oder 100 Leuten Vorträge halten kann? Das ist doch schon für normale Leute Horror. Warum kann das nicht Politikern etc. überlassen bleiben? Und auch wenn es im Beruf selbst nicht nötig ist, bei der Ausbildung oder Einstellung muss man trotzdem wieder alle möglichen "social skills" (wenn das nur Teamfähigkeit bedeuten würde wärs ja kein Problem) haben. Ansonsten kann man wahrscheinlich nur noch Müllmann werden oder so (nichts gegen Müllmänner). Das nervt so demaßen. Ich weiß genau, dass ich im Berufsalltag keine Probleme haben würde, aber bis man drin ist, muss man so viele Hürden überwinden. Und leider schafft man das eben NICHT allein durch Anstrengung.
So, jetzt wieder Programm "Positiv denken" einschalten...

13.12.2004 18:29 • #16


Hallo,

ich habe genau das gleiche Problem wie Du! Exakt das gleiche. Ich habe auch schon Valium genommen und vor Referaten Alk. getrunken. Ich komme auch mit meinen Mitschüleren super aus, bloß wenn ich ein Referat oder Vorlesen soll trifft mich der Schlag. Ich weiß gar nicht warum ich das habe.
Mfg Gisele

14.12.2004 15:44 • #17


...das geht wahrscheinlich mehr Leuten so als man denkt!

Marb, ich weiß nicht, ob ein Hausarzt dir das Medikament schnell, zögernd oder vielleicht überhaupt nicht verschreibt. Es gibt ja wirklich gute Gründe (nämlich die oben diskutierten) dafür, keine Medikamente zu nehmen, wenn es ohne geht. Wenn ich Arzt wäre, würde ich jemandem, der sagt, er kann NUR mit Alk. Referate halten, das Medikament verschreiben. Wie gesagt, ich kenne einen Fall, wo der Arzt Betablocker verschrieben hat, weil die Betreffende sonst die mündl. Abiprüfung hätte sausen lassen. Diejenige musste nicht noch zu einem Facharzt o.ä. Es kann natürlich schon sein, dass dein Arzt darauf dringt, dass du zusätzlich eine Psychotherapie machst, wenn er dir was verschreiben soll (In o.g. Fall war das aber nicht so).

Es ist natürlich angenehmer etwas zu nehmen, was beruhigt, aber sieh es mal so: Mit Betablockern kannst du erst mal üben, in die Angstsituation reinzugehen, ohne befürchten zu müssen, dass das Schlimmstmögliche (Nicht-mehr-weiterreden-können) eintrifft. Wenn du das öfters gemacht hast, traust du dich an einem guten Tag vielleicht mal ganz ohne (Medis und Alk.!); bei mir war das schon einmal so. Und letztlich wirst du dein Prolem nur durch Übung überwinden.
Hast du mal bei sozialeangst.de reingeschaut? Da hat gerade jemand einen Thread gestartet zum Thema "VHS-Kurse für Leute mit Vortragsängsten"! Und ein Thread zum Thema "Referate" läuft auch gerade.

Viele Grüße
Petra

14.12.2004 17:22 • #18


Schon so viele Antworten jetzt...danke!

@ Petra:

ja, ich war vor kurzem mal bei sozialeangst.de. Da gibt es wirklich ziemlich viel zu dem Thema, kann man nur empfehlen.

Wenn nötig könnte ich auch zu verschiedenen Ärzten gehen, einen richtigen Hausarzt habe ich gar nicht. Die Ärztin, bei der ich zuletzt war (aber auch nur ein paar Mal), ist vor kurzem weggezogen. Seither (1,2 Jahre) war ich nicht mehr bei einem Arzt, weil ich nie richtig krank war. Wegen so was zum Arzt zu gehen, finde ich aber schon ziemlich nervig. Angst vor Ärzten hab ich nicht, wär ja noch schöner, aber über psychische Sachen rede ich selbst mit vertrauten Leuten nicht so gern.

@ Gisele:

Das ist das Dumme an der Sache: Man fragt sich selber "Was soll das denn?" Man weiß ganz genau, es gibt keinen Grund Angst zu haben. Man hat auch keine in dem Sinn, dass man denkt, es passiert was Schlimmes. Aber das ist nur die Vernunft. Und dann hat man begründete Angst vor den Symptomen der unbegründeten Angst.
Hat Valium denn bei dir geholfen?

allgemein:

Es ist schon komisch, was man zu einem Thema manchmal für unterschiedliche Aussagen bekommt. Meistens heißt es Valium auf keinen Fall regelmäßig nehmen, aber auch dass man es längere Zeit nehmen muss, damit es wirkt habe ich schon gelesen (im Internet, aber ziemlich seriöse Seiten). D.h. man nimmt es einige Zeit, dann wirkt es, aber leider ist man dann süchtig und der Entzug ist schlimmer als bei Dro. (auch Internet, aber keine sehr seriöse Seite). Toll.

Wie ihr vielleicht mitgekriegt habt, hat die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek nicht persönlich an der Preisverleihung teilgenommen. "Aus Angst vor großen Menschenansammlungen". Wahrscheinlich wollte sie keine Rede halten. Ich geh mal davon aus, dass sie nicht schon davor Angst hat, mit vielen Menschen in einem Saal zu sein. Tja, sie kann sichs auch leisten so eine Entscheidung zu treffen, im wahrsten Sinne des Wortes.

14.12.2004 19:42 • #19


hallo marb,

ich war schon immer die frau des lampenfiebers - so nennt man ja einfach dein problem

bei mir war es vor den prüfungen oder referaten - gings dann bei schriftlichen prüfungen los, war ich ruhig ohne ende.

lampenfieber ist nichts schlimmes - es ist ein aufbau von adrenalin. dieses adrenalin kannst du dann aber auch gut während des referates gebrauchen - so war es bei mir. mir hat kein mensch jemals meine schlotternden knie angesehen. mir fielen fremdwörter ein, von denen ich nicht wusste, dass es sie gibt usw.

vorher: übergeben und durchfall - grauenvoll ... dann: gelöstheit, als hätte ich etwas eingenommen - das kann das adrenalin wohl bewirken.

wenns dir ganz übel geht zuvor. ich kenne mich selbst mit valium aus. nutzerin bei bedarf - nicht süchtig. bei meinem termin gestern beim neurologen/psychiater (war gestern dort wegen migräne, nicht wegen einem an der waffel haben .)
kamen wir auch auf das thema diazepam zu sprechen. er sagte, dass nur 10% der nutzer süchtig werden. leider sieht man es den leuten nicht an der nasenspitze an, ob sie zu den 10% oder den 90% gehören.

wenn du vor einer prüfung 2 tröpfchen nimmst, dürfte nichts anbrennen. zuviel und du schwebst auf einer wohligen wattewolke und kannst bestimmt während DEINES referates, wo du eigentlich reden solltest, wunderbar ein schläfchen machen - also nicht empfehlenswert.

bei beta-blockern ist mein wissensstand, dass dies eine gewisse anlaufzeit benötigt. außerdem würdest du hier lediglich die nebenwirkungen (gesenkter puls evtl.!) ausnutzen und nicht die gewollten wirkungen. beta-blocker beginne ich demnächst einzunehmen als migräne-prophylaxe. meiner meinung nach: finger weg, wenn medizinisch nicht indiziert.

bei "valium" also diazepam musst du sowieso auch einen arzt finden, der es dir verschreibt. wenn ein schlückchen allllohooool auch wirkung zeigt, warum bleibst du nicht dabei ?? viele künstler trinken vorm auftritt ein gläschen sekt - und es wirkt. und es ist weniger "gefährlich" einzustufen als echte psychopharmaka.

ich bin mit meinem adrenalin und meinem lampenfieber trotz viel leid und "kotzen" (mit verlaub) letzendlich gut gefahren. bei mir schlug sich das ganze auf gute zensuren nieder.

wenn du tage vorher prüfungsangst hast, dann zusehen, dass du das adrenalin zwischendurch abbaust. dieses hormon baut sich treppenartig immer weiter auf - also lege dir einen tiger zu, vor dem du flüchten musst

also, ich kann dich nur zu gut verstehen, bei mir ist die prüfungszeit vorbei - zumindest momentan, denn trotz allem habe ich fortbildungen etc. immer geliebt - trotz des lampenfiebers. oft habe ich mich gefragt, ob ich noch ganz gebacken bin, dass ich immer wieder ausbildung etc. draufgesetzt habe - obwohl ich jedesmal vor klausuren und prüfungen über der kloschüssel hing.

liebe grüße von samsara

22.12.2004 10:28 • #20




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