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Hallo Leute,

ich bin auf der Suche nach Gleichgesinnten zum Erfahrungsaustausch. Mein Grundproblem basiert auf einer Vorlese- und Referate-Angst, welche sich schon im frühen Alter bei mir entwickelten. Mein Leben wird regelrecht von den Ängsten beherrscht. Es fing damlas an, dass ich aufgrund dieser Ängste die Gymnasium-Empfehlung nicht wahrgenommen habe und auf die Realschule ging, um die Schulzeit zu verkürzen. Es folgten schwere Schulzeiten, durch die ich mich mit en masse an Beruhigungsmedikamenten und/oder Alk. inklusive eines Selbstmordversuches mit 16 (!) (weil ich ein Referat halten sollte) brachte. Danach folgten abgebrochene Ausbildungen. Letztendlich habe ich nun doch eine Ausbildung geschafft, sogar mit der Abschlussnote "sehr gut", jedoch nur mithilfe von Valium. Nun merke ich aber mehr und mehr, dass diese Probleme nicht nur in der beruflichen Laufbahn, sondern auch im privaten Bereich präsent werden und ich einfach nicht merh davor wegrennen kann. Da diese Ängste schon so lange bei mir bestehen, ist es für mich undenkbar, diese zu überwinden. Hat irgendjemand positive Erfahrungen und/oder Tipps für mich?

Ganz liebe Grüße,
das kleine Angsthäschen

30.01.2008 16:49 • 31.01.2008 #1


6 Antworten ↓


Psychologe, Verhaltenstherapie, Diagnose.
Wenn du noch Willen Kraft und Energie hast etwas wirklich zu ändern dann wirst du es auch schaffen.

30.01.2008 17:07 • #2



Angst vorm Vorlesen, Angst vor Referaten

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Hallo!

Ich bin neu hier und hab deinen Beitrag eben entdeckt! Ich hab auch ein ähnliches Problem, so wie ich sehe, haben das hier die meisten. Jeder in seiner Form zwar, aber irgendwie gehts bei jedem ums selbe.

Vielleicht solltest du versuchen ein Selbstsicherheitstraining zu machen. Hab da schon ne Menge drüber gelesen und bin auch grad dabei, es auszuprobieren. Leider zu kurz um schon was zu sagen.

Muskelentspannung nach Jakobsen, Buch mit CD! Es handelt sich um progressive Muskelentspannung. D.h. man lernt, gezielt seine Anspannungen loszulassen. Ich denke, wenn man es beherrscht einfach klasse.

Ich finde es echt tragisch, dass es dir so schlecht geht und das dein Leben so arg verläuft. Jetzt weiß ich erst wieder, dass es bei mir wohl doch nicht so schlimm ist und ich bin eigentlich noch ganz gut dabei. Ich hab noch große Wünsche.

Schau, ich hab diese Erythrophobie seit ich 13 Jahre alt bin. Also 21 Jahre leide ich schon. Hab mittlerweile 3 Kinder und es heilt sich nicht von selbst aus, wie man immer hofft. Also, Ärmel hoch und durch! Schließlich möchte ich mir nicht mit 60 noch Gedanken um meinen roten Kopf machen.

Ausschlaggebend ist wohl, dass man sich einfach zuviele Gedanken macht, was andere von einem denken könnten. Werden sie mich mögen oder wenn ich jetzt einen Fehler mache, werden sie dann lachen usw. Ist es das auch bei dir, oder?

Lebe das Leben, jetzt und heute. Krempel die Ärmel hoch. Denke nicht an morgen oder an gestern. HEUTE, ist dein TAG!! Denk jeden Tag immer nur "heute"

Das hilft, glaub mir!

Viel Kraft!! Viel Glück und ein glückliches Leben!

LG Socke

30.01.2008 17:13 • #3


hallo socke,
vielen dank für deine antwort. verrätst du mir, was
Erythrophobie ist?
liebe grüße angsthäschen

30.01.2008 17:45 • #4


naja, kraft und energie habe ich eine ganze menge... ich habe nur keine zeit. ich denke, wenn man es ganzheitlich anpacken würde, hätte man wirklich eine chance. nur so nebenher wäre mir zuwenig. da ich aber schon 28 jahre alt bin muß ich mir gedanken um meine berufliche zukunft machen, das hat momentan priorität, da ich von meinem künstlerberuf nicht leben kann. der teufelskreis ist nur, dass alles zusammenhängt. man richtet sich ja nach den ängsten bei der berufswahl... naja auf jeden fall kann ich mir da jetzt keine zeit geben, da ich immer älter und somit immer uninteressanter für den arbeitsmarkt werde...

30.01.2008 17:49 • #5


Hallo Angsthäschen,

Erythrophobie, nennt man die "Angst vorm Erröten". Zwanghaft bei jedem Gespräch, bei jedem Kontakt mit fremden oder auch bekannten Menschen, denkt man ans Rotwerden, bzw. nicht Rotwerden und dann passierts natürlich immer prompt. Die Ohren piepen nur noch, man verkrampft sich am ganzen Körper und würde am liebsten einfach umfallen. Man denkt sich, Oh Gott was muss mein Gegenüber wohl jetzt von mir denken! Ein richtiger Teufelskreis.

Vieles kannst du nicht machen, schon garnicht in der Öffentlichkeit oder gar im Mittelpunkt stehen. Sicher vieles hab ich in meinem Leben schon gemeistert, ohne daran zu denken, aber meist denke ich doch daran und das mindert die Lebensqualität erheblich!

Hoffe, dass sich deine Ängste irgendwie in den Griff bekommen lassen. Ich weiß, dass man meint mit 28 müßte man das schaffen. Ich bin 34 und habe es noch nicht geschafft, aber ich bleibe dran!

Schönen Tag

31.01.2008 13:19 • #6


hi socke,

es ist echt erstaunlich, wie breit die angst gefächert ist, oder? der eine befürchtet dies, der andere befürchtet das... ich finde ja auch, dass die angst je nachdem wie man sich fühlt stärker oder weniger stark bzw gar nicht auftritt. es gab situationen, in denen ich mich gut fühlte und dann z.B. gar keine angst hatte vorzulesen oder zu sprechen oder zu musizieren... geht es dir auch manchmal so? ich habe bloß noch nicht rausgefunden, warum ich in manchen -wenn auch sehr sehr wenigen- situationen dann nicht so angst habe... ich denke ich werde mich einer selbsthilfe-gruppe anschließen. ich denke auch, dass gruppentherapie evtl mehr zum erfolg führt als eine gesprächstherapie. ich habe schon etliche gesprächstherapien und verhaltenstherapien ausprobiert und keine hat mir bisher geholfen. was mir viel mehr hilft ist dieses forum. denn ich sehe, dass ich nicht allein bin mit meiner problematik.
ich dachte bisher TATSÄCHLICH, dass ich mit diesem problem ganz alleine dastehe und dass ich alleine der allerletzte looser auf der ganzen welt bin un das war besonders schlimm für mich! aber dass es eine bezeichnung dafür gibt, nämlich sozialphobie, und dass sogar mehrere menschen betroffen sind, die einen mehr die anderen weniger, darüber habe ich erst gar nicht nachgedacht... ich fühle mich durch das forum schon beruhigter und vor allem aufgeklärter (was bisher kein therapeut geschafft hat) .
was ich allerdings nicht verstehen kann ist, dass es von der gesellschaft so arg verschrien wird, wenn man nicht "perfekt" ist und psychische probleme hat und diese so totgeschwiegen und nicht ernst genommen werden, obwohl meiner meinung nach schon fast jeder zweite mensch auf der welt mit einem psychischen problem belastet ist. ob es burn-out ist oder depression, verlustangst oder stottern. meiner meinung nach ist kein mensch ohne macke und doch versucht die gesellschaft ohne macke zu sein. und das blockiert. und wenn das so weitergeht, kann es das aus für unsere gesellschaft bedeuten.
naja, ich kann dir zumindest sagen, dass ich es überhaupt nicht schlimm finde, wenn jemand errötet. ich finde es sogar eher sympatisch etwas menschlichkeit zu zeigen. was du damit auch sicherlich ausstrahlst. aber wahrscheinlich hilft dir das nicht, wenn ich dir das sage.
ich wünsche dir noch einen schönen tag und alles liebe
wird alles gut

das angsthäschen [/quote]

31.01.2008 16:35 • #7




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