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Hallo,

Ich leide seit mindestens 6 Jahren an Sozialer Phobie. Mir fällt es sehr schwer vor und mit Menschen zu sprechen. Ich bin auch Bipolar seit 2007.

Kurz zu mir:
Ich bin männlich, 34 Jahre, seit 2007 in Behandlung wegen bipolarer Störung und hatte bereits 9 manische Phasen und war 5 mal in einer psychiatrischen Klinik. Derzeit bin ich gut eingestellt aber habe das Gefühlt, dass mich etwas hemmt, normal sprechen zu können. Ich bin mir nicht sicher ob es Medikamente sind die ich nehme oder meine Soziale Phobie oder beides in Kombination.

Ich vermeide es so gut es geht vor anderen zu sprechen, seien es Präsentationen oder andere Wortmeldungen vor einer Gruppe. Auch habe ich Schwierigkeiten direkt mit Menschen zu sprechen, da mir oft Wörter nicht einfallen oder ich nicht, für meinen Geschmack, in einer adäquaten Geschwindigkeiten sprechen kann. Dies belastet mich und macht Interaktionen mit anderen wahnsinnig anstrengend.

Gerne würde ich zudem jemanden kennenlernen, aber da man oft in einer Gruppe ist, traue ich mich auch nicht so recht aus mir rauszugehen,

Ich überlege wieder eine KVT zu machen und meine Medikamente etwas herunterzudosieren aber ich weiss nicht ob beides oder nur eines helfen kann. Ich war bereits 3 mal in Therapie, hatte aber nicht das Gefühl, dass dies so viel gebracht hat.

Bald habe ich auch eine Präsentation zu halten und da würde ich gern wissen, ob ich die Soziale Phobie zu Anfang thematisieren sollte oder ob das schon zu Sicherheitsverhalten zählt.

Also was mich am meisten interessiert:

1. Kennt das jemand, dass er nicht mehr so richtig sprechen kann, weil die Stimme irgendwie „weg/leise“ ist?
2. Wie lernt ihr jemanden kennen, für eine Partnerschaft, wenn ihr die oben erwähnten Symptome kennt?
3. Hat bei einem von euch KVT so viel gebracht, dass ihr jetzt glücklich ohne oder mit ganz wenig Angst seid?

Danke für eure Rückmeldungen!

27.08.2025 14:54 • 29.08.2025 x 1 #1


24 Antworten ↓


1. Ja
2. Auf anderen Wegen als die heiße Braut in der Crowd zu hooken
3. Therapien gar nichts, ich hab mir selber geholfen, üben, üben, üben.

Kommen sicher noch ausführlichere und empathischer Antworten, aber dann hast du schonmal 1nen erfahrungsbericht

A


Ich kann nicht mehr reden - Soziale Phobie Schuld oder Medis

x 3


Hallo,
dann bist du eher Typ Bipolar 1 oder 2.
Mehr oder häufiger in Richtung Manie?
Hast du auch depressive Phasen?

Zitat von Alpakaboy:
Ich bin mir nicht sicher ob es Medikamente sind die ich nehme oder meine Soziale Phobie oder beides in Kombination.

Was nimmst denn?
War es anders, bevor du mit den Medikamenten begonnen hast?

Zitat von Alpakaboy:
, da mir oft Wörter nicht einfallen oder ich nicht, für meinen Geschmack, in einer adäquaten Geschwindigkeiten sprechen kann. Dies belastet mich und macht Interaktionen mit anderen wahnsinnig anstrengend.

Kann schon sein, dass man etwas *phlegmatisch* ist oder wird,
wenn eben die kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt sind.

Zitat von Alpakaboy:
Bald habe ich auch eine Präsentation zu halten

Zitat von Alpakaboy:
ob ich die Soziale Phobie zu Anfang thematisieren sollte oder ob das schon zu Sicherheitsverhalten zählt.

Worum geht es denn in deiner Präsentation, welches Thema?
Oder geht es darum, dass Du vielleicht etwas langsamer oder gehemmt bist in deiner Art des Vortragens?
Willst du dich im Vorwege bereits *entschuldigen* oder erklären? Nein...das laß mal lieber.

Zitat von Alpakaboy:
Gerne würde ich zudem jemanden kennenlernen, aber da man oft in einer Gruppe ist, traue ich mich auch nicht so recht aus mir rauszugehen,

Kennst du die Seite www.handicap-love.de?
Sonst schau dich doch dort mal um, nach Kontakten und / oder auch mehr.

@Alpakaboy
Ich musste im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit ab und zu Präsentationen machen. Es hat mir geholfen, meine Nervosität anzusprechen, wenn es nötig war. Dafür hatte jeder Verständnis. Das Problem Sozialphilosophie halte ich für zu privat, um es im beruflichen Kontext zu thematisieren.
Trockener Mund, leise, zu hohe Stimme usw. sind normale Symptome, wenn man Angst hat vor Menschen zu sprechen. Wenn man sich sicherer fühlt, verschwinden sie von alleine. Ich habe mich vor meinen ersten Präsentationen Hilfe von erfahrenen Rednern geholt - Langsam sprechen (wenn man aufgeregt ist, redet man zu schnell) Pausen machen und sich thematisch gut vorbereiten waren hilfreiche Tipps.

Man kann sich auch ein paar Floskeln zurechtlegen, wenn man mal ins stocken gerät.
* wo war ich doch grad stehengeblieben

* oh, nun habe ich den Faden verloren.....freundlich lächeln statt schämen

@NoNameUser
Hi!

Ich bin bipolar 1, also die häufigere Variante.

Ich nehme Lithium, Quetiapin, Aripiprazol und bis gestern eine homöopathische Dosis Mirtazapin.

Ja es war definitiv besser vor den medis. So richtig schlimm wurde es seit 2022 als ich Quetiapin und Aripiprazol reinbekommen habe.

In meiner Präsi geht’s um ADHS bei Kindern im Rahmen einer Teamsitzung.

Ich will nur dass die Leute nicht dumm gucken warum mir die Luft wegbleibt und ich Herzrasen bekomme.

Danke für den Tipp !

@Muse
Danke für die Tipps.
Ich werde mich sehr gut vorbereiten, daran liegts eigentlich nie. Wenn die ersten 1-3 Minuten rum sind dann gehts auch meistens. Nur will ich die halt irgendwie halbwegs ohne entsetzte Gesichter hinter mich bringen.
Deswegen dachte ich, ich spreche mal an. Aber zu sagen dass man nervös ist, ist natürlich auch ne Möglichkeit ohne sich komplett nackisch zu machen.

@Winterfell
Danke!

Ok was heißt für dich üben?

Jede Antwort wird honoriert auch wenn sie noch so klein erscheinen mag!

Haha….bin halt eher net so der Typ der Frauen auf der Straße anquatscht

Zu deinen Diagnosen kann ich leider nichts sagen da kenne ich mich nicht aus

Aber ich wünsche dir für deine Präsentation alles Gute und viel Kraft
Du schaffst das und danach kannst du stolz auf dich sein wieder eine große Hürde gemeistert zu haben

Alles Gute

@Alpakaboy

Dich in Situation begeben, vor denen du dich drückst, die dir angst machen. Natürlich auch mit kleinen Sachen anfangen. Ein Beispiel wäre es z.b. im Bus eine ältere Dame ansprechen, wenn Sie nicht Grad wie die Reinkarnation des Grinches dreinschaut. Konversationen suchen, die du normal meiden würdest.

Musst du auch nicht werden, so eine Frau hätte dann auch sicher andere Interessen als du ^^ NoName hat ja schon ne Seite vorgeschlagen, von solchen Möglichkeiten gibts viele, aber die sind auch recht frustrierend, vielleicht hast du trotzdem Glück, du musst halt versuchen was du kannst, und was bzgl. deiner Hobbies und vorlieben Sinn hat.

Zitat von Alpakaboy:
@Muse Danke für die Tipps. Ich werde mich sehr gut vorbereiten, daran liegts eigentlich nie. Wenn die ersten 1-3 Minuten rum sind dann gehts auch ...

Das macht die Sache doch bereits etwas überschaubarer...

Ich verlinke mal auf meine Threads:

soziale-angst-erroeten-redeangst-zittern-f1/wege-aus-meiner-angst-vor-kontakten-t114220.html

soziale-angst-erroeten-redeangst-zittern-f1/uebungen-zur-wortfindung-t114902.html

Da ist sicherlich vieles drin, was ich im Affekt geschrieben habe, aber ggf. auch der eine oder andere Gedankenansatz.

Gerne lese ich in deinem Thema mit.

Zitat von Alpakaboy:
Bald habe ich auch eine Präsentation zu halten und da würde ich gern wissen, ob ich die Soziale Phobie zu Anfang thematisieren sollte oder ob das schon zu Sicherheitsverhalten zählt.

Ich würde das nicht im Vorfeld im Plenum thematisieren.

Was du machen solltest: Strategien für den Notfall zurecht legen. Ich schreibe jetzt hier bewusst keine eigenen Strategien, bin aber gespannt, ob du welche für dich hast [ein paar wurden hier ja bereits auch genannt]

Was ich dir noch mit auf den Weg geben will: bereits heute damit beginnen, über das Thema zu sprechen [mit bekannten die eine oder andere Detailfrage besprechen, stichworte aufs handy aufnehmen, etc] und das Vortragsthema so praktisch wie möglich in den Alltag integrieren.

Zitat von Alpakaboy:
. Kennt das jemand, dass er nicht mehr so richtig sprechen kann, weil die Stimme irgendwie „weg/leise“ ist

Willst du dies etwas näher beschreiben, sofern dir das möglich ist?

Zitat von Alpakaboy:
Ich bin bipolar 1, also die häufigere Variante.

Ist die häufiger ? Ich bin bipolar 2.

Zitat von Alpakaboy:
Ich nehme Lithium, Quetiapin, Aripiprazol

Quetiapin nehme ich zur noch zur Nacht. 100mg. Wieviel nimmst Quetiapin nimmt du denn da?
Lithium musste ich leider absetzen, aus anderen gesundheitlichen Gründen, das merke ich gelegentlich dass es fehlt.
Es lässt einen weniger schaukeln.
Aripripazol...kann ich nichts zu sagen. Ich bin ja mehr die Depri-Version und hab daher Duloxetin.

Zitat von Winterfell:
Konversationen suchen, die du normal meiden würdest.

Du kannst auch zuhause vor dem Spiegel üben, also auch an deiner Körpersprache ein wenig arbeiten.
Brust raus, Schultern zurück Selbstbewusstsein mimen
anstatt das schüchterne graue Mäuschen zu geben.

Ein bisschen alltäglichen Small Talk und *freies reden* üben.

Aripripazol / gelbe Liste Info

https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/A...nwirkungen

daraus zitiert:
Die häufigsten Nebenwirkungen unter der Einnahme von Aripiprazol sind:
Benommenheit
Schläfrigkeit

https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Quetiapin_41450

https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Lithium_41883

Zitat von Alpakaboy:
1. Kennt das jemand, dass er nicht mehr so richtig sprechen kann, weil die Stimme irgendwie „weg/leise“ ist?
2. Wie lernt ihr jemanden kennen, für eine Partnerschaft, wenn ihr die oben erwähnten Symptome kennt?
3. Hat bei einem von euch KVT so viel gebracht, dass ihr jetzt glücklich ohne oder mit ganz wenig Angst seid?

1. Ja.
2. Gar nicht. Habe aufgrund meiner sozialen Phobie und ängstlicher (vermeidender) Persönlichkeitsstörung nie jemanden kennengelernt und nie eine Beziehung gehabt.
3. Nein. Aber ich bin aber trotzdem glücklich.

Ist dir Mutismus ein Begriff?
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@Azure
Zitat von Azure:
Willst du dies etwas näher beschreiben, sofern dir das möglich ist?

Ja gerne. Ich hatte früher keine Probleme beim Reden, hinsichtlich Lautstärke.
Nun rede ich ziemlich leise, vor allem deswegen weil ich ich wahrscheinlich nicht möchte, dass man meine undeutliche Aussprache bemerkt, was sie... haha...erst recht undeutlich werden lässt. Ich führe es auch darauf zurück, dass das Selbstvertrauen nicht mehr so ist wie früher und ich deshalb auch nicht laut reden will, weil ich nicht möchte, dass mich jeder in meiner Umgebung hört.
Das ist manchmal auch deshalb unangenehm, weil manche dann nachfragen und ich mir dann ziemlich blöd vorkomme.
Ich hab im Prinzip keine Resonanz mehr und spreche ziemlich gepresst/flach.

@NoNameUser

Zitat von NoNameUser:
Ist die häufiger ? Ich bin bipolar 2.

Oh sorry ich hab Quatsch erzählt.... Typ 2 ist tatsächlich häufiger


Zitat von NoNameUser:

Quetiapin nehme ich zur noch zur Nacht. 100mg. Wieviel nimmst Quetiapin nimmt du denn da?
Lithium musste ich leider absetzen, aus anderen gesundheitlichen Gründen, das merke ich gelegentlich dass es fehlt.
Es lässt einen weniger schaukeln.
Aripripazol...kann ich nichts zu sagen. Ich bin ja mehr die Depri-Version und hab daher Duloxetin.


Mein Ziel ist es auch etwas weniger Quetiapin zu nehmen... mal sehen. Momentan nehme ich 200 mg. Aber ich war in Hochphasen auch schon bei 800 mg.
Mit Antidepressiva bin ich sehr vorsichtig, klar.. wegen Manie...


Zitat von NoNameUser:
Du kannst auch zuhause vor dem Spiegel üben, also auch an deiner Körpersprache ein wenig arbeiten.
Brust raus, Schultern zurück Selbstbewusstsein mimen
anstatt das schüchterne graue Mäuschen zu geben.

Ein bisschen alltäglichen Small Talk und *freies reden* üben.

Das mit dem Spiegel muss ich morgen mal üben. Ansonsten rede ich schon mit einigen Smalltalk. Ich arbeite in der Schule und da ergibt sich oft ein kurzes Gespräch mit Leuten.

@Schlaflose
Zitat von Schlaflose:
1. Ja.
2. Gar nicht. Habe aufgrund meiner sozialen Phobie und ängstlicher (vermeidender) Persönlichkeitsstörung nie jemanden kennengelernt und nie eine Beziehung gehabt.
3. Nein. Aber ich bin aber trotzdem glücklich.

Das tut mir einerseits leid, andererseits freut es mich für dich, dass du glücklich bist!

A


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Dr. Reinhard Pichler
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