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Fortsetzung von hier!

[quote="Beobachter"]Huhu Bird

Wir haben doch hier in Deutschland die Kritiklosigkeit in den Jahren 1933 bis 1945 schon fleissig trainiert ... Manche Lämmer und manche, die begeistert waren. Aber die Lösung ist doch: Entweder ich mache mit, oder ich steige aus.

Was ist Kritik genau? Die erste Stufe ist das Urteilen. Ich beurteile etwas, ob das gut oder schlecht ist. Die Vorgehensweise steckt in uns fest drin, so funktionieren wir. Wie man das aufheben kann? In der Meditation, das habe ich im vorherigen Thread verlinkt. Warum das so gut ist? Weil dann der Innere und auch der Kritiker, der nach Außen gerichtet ist, schweigen und der Zugang zu der Instanz jenseits des Ich, Es, Über-Ich frei ist.

(habe ich verlinkt, der "Innere Richter") Dann kann ich meine Handlungsweisen besser überblicken, dann bin ich nicht der Triebtäter, sondern der Beobachter..

Was passiert als zweiter Schritt? Ich verkünde meine Urteile nach Außen. Nur warum ist das notwendig? Wenn ich *beep* nicht gut finde, gehe ich in ein anderes Land oder lasse mich im Gefängnis umbringen. Oder breche Kommunikation ab, oder sonst was. Das ist dann die Handlung.

Das verstehe ich unter Kritik - dieses Verkünden des eigenen Urteils, womit ich etwas beim anderen bezwecken will. Oder ich gönne mir selbst damit eine Pause zum Überlegen oder ich erfreue mich mangels anderer Freuden an der eigenen (selbstverständlich höchst objektiven ) Meinung? ... oder?

lg Bird

06.05.2012 14:13 • 11.05.2012 #1


22 Antworten ↓


Du stellst Kritik als in meinen Augen unnötig negativ dar. Für den der Kritik übt und den der sie bekommt. Warum empfindest du das so? Sehr schade. Du verbindest du eine entweder oder Mentalität mit Kritik. Aber wenn jemand etwas sagt, was ihm nicht gefällt, dann ist doch nur der genannte Punkt gemeint, nicht der ganze Mensch. Wäre Doc schade, wenn wir nicht mehr unsere meinungen austauschen würden,denn mehr ist doch Kritik nicht. Dem anderen zu sagen was man dabei fühlt und wie man es sieht.

06.05.2012 14:20 • #2



Umgang mit Kritik

x 3


Genau: oder.

Wenn dein Immunsystem nicht täglich millionenfach darüber urteilen würde, ob etwas gut oder böse ist, wärst du längst tot.

Urteilen ist systemimmanent und überlebenswichtig.

06.05.2012 14:23 • #3


Zitat von prinzessin22589:
Du stellst Kritik als in meinen Augen unnötig negativ dar.

Und woraus schließt du darauf?

lg

06.05.2012 14:24 • #4


Zitat von prinzessin22589:
Du stellst Kritik als in meinen Augen unnötig negativ dar.

Ich sehe sie nur als überflüssig. Sie stellt für mich eine Zwischenstufe zwischen dem Urteil und der Handlung dar.

Wenn z. B. ein Kind nicht auf den Straßenverkehr achtet, stelle ich das erstmal fest. Dann reagiere ich, indem ich anfange diesem Kind zu erklären, wie man es richtig macht. Warum muss dann dazwischen dieses Verkünden des fehlerhaften Zustandes sein, wenn ich doch gleich anfangen kann ihn zu beheben?

Nicht falsch verstehen, ich möchte nur den Sinn, den Zweck dieser oder anderer Kritik verstehen..?

lg

06.05.2012 14:30 • #5


Zitat von Bird:
Zitat von prinzessin22589:
Du stellst Kritik als in meinen Augen unnötig negativ dar.

Und woraus schließt du darauf?

Ich finde es sehr ärgerlich, dass du auch noch deine offensichtlichsten Aussagen leugnest und andere dazu zwingen möchtest, dir deine Aussagen widerzugeben.

Zitat von Bird:
Die Vorgehensweise steckt in uns fest drin, so funktionieren wir. Wie man das aufheben kann?

Warum solltest du der - von dir anscheinend für völlig selbstverständlich gehaltenen - Meinung sein, man müsse "das aufheben", wenn du es nicht SCHLECHT fändest?

Manipulier, manipulier ...

Das nervt, bird. Meinst du, du könntest das bleiben lassen?

06.05.2012 14:33 • #6


Kritik und Erziehung ist auch noch ein Unterschied. Wenn ich meinem Sohn sage, deine Musik gefällt mir nicht und ich habe keine Lust sie auf diskolautstarke zu hören, dann geht es dabei darum ihm meine Wünsche und Gefühle mitzuteilen. Ganz normal im zwischenmenschlichen Kontakt. Und somit dient die Kritik als Basis einen Kompromiss auszuhandeln mit dem beide leben können. Du ziehst einen Zusammenhang von *beep* und Kritik und fragst dich warum Leser das als negativ wahr nehmen. Also echt.
Kritik zu äußern und anzunehmen ist die Grundbasis des menschlichen Zusammenlebens. Damit gleicht man seine gegenseitigen Wünsche und Bedürfnisse ab. Wenn man mit anderen Menschen zusammen leben will ist das unabdingbar

06.05.2012 14:49 • #7


Das ganze Leben besteht aus eine endlosen Kette von Entscheidungen.

Und Entscheidungen können wir nur treffen wenn wir vorher Urteilen.

(Urteilen = Bewerten und Abwägen, nicht zu vergleichen mit "Verurteilen")

Und nun noch etwas Denksport für das menschliche Gehirn:

Ist denn Kritik an dem Begriff Kritik nicht auch schon eine Kritik ?

Ja, das nahrhafte Feld der Philosophie bietet viel Raum für freies Denken,
es bietet aber daneben auch noch reichlich guten Nährboden für Unkraut.

06.05.2012 14:53 • #8


Du ziehst einen Zusammenhang von *beep* und Kritik und fragst dich warum Leser das als negativ wahr nehmen. Also echt.
Ich glaube deine Bestürzung ist unbegründet und deine Kritik eher unsachlich, weil ich damit diesen Beitrag beanwortet habe:

Huhu Bird

Wir haben doch hier in Deutschland die Kritiklosigkeit in
den Jahren 1933 bis 1945 schon fleissig trainiert ...
Zu dem Vorwurf deinem Kind gegenüber: der ist nicht notwendig. Ich muss meinem Kind seine Musik nicht schlecht machen um eine Verhandlunsbasis zu finden. Im zwischenmenschlichen Bereich spielt das Verkünden von Wünschen und eine Wunscherfüllung eine große Rolle, du findest diesen Ansatz in jedem Buch, das sich mit Partnerthematik beschäftigt, du findest diesen Grundsatz ebenso in der Gewaltfreien Kommunikation sowie in diversen Erziehungsratgebern.

Prinzessin, du hast mich von einem Nutzen der Kritik nicht überzeugen können.

lg

06.05.2012 15:01 • #9


Zitat von Beobachter:
Ist denn Kritik an dem Begriff Kritik nicht auch schon eine Kritik ?

sicher, ich sage auch - Kritik weglassen, nicht Kritik kritisieren!
lg

06.05.2012 15:10 • #10


Hat schon jemand Kritik ohne Du-Botschaften versucht? Geht eher nicht, oder?



http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... Cg&dur=513

06.05.2012 16:51 • #11


Ja, ich ...

Mein Lieblingskritik: " Das Leben ist schei. "
kommt völlig ohne Du-Botschaften aus ...

06.05.2012 17:15 • #12


Ich will nicht impertinent sein, jedoch - das Eine gibt es ohne das Andere nicht!



Wieder keine Kritik, nur eine Sachstandmitteilung.
Was habt ihr nun immer mit der Kritik? Nostalgie? Vielleicht mal die Eltern wieder anrufen?

"Warum sind die anderen besser in der Schule"
"Warum kannst du nichts richtig machen"
"Deine Haare sind so dünn"




Jetzt weiß ich allerdings warum es in den Foren so brutal abläuft.

"Warum schreibst du so komisch"
"Hör damit aaauf...."


lg

06.05.2012 19:24 • #13


Huhu Bird

Kann es sein, dass dir in der Vergangenheit einmal ein Kritiker zu sehr
auf die Füsse getreten ist, und die Wunden noch nicht verheilt sind ?

Meine Mutter hat mich früher an die Wand geworfen, und später als
"lebensunwerte Missgeburt" zum Teufel gewünscht. Diese Kritik fand
ich damals (und auch heute noch) auch etwas übertrieben.

Aber gegen konstruktive Kritik habe ich bis heute nichts einzuwenden.

Liebe Grüsse, Der Beobachter

06.05.2012 19:46 • #14


Ja, ich weiß um deine Geschichte... Aber erinnerst du dich an diese Behandlung oder schließt du nur darauf?

Was hast du bis jetzt gegen PTBS unternommen? Die Erinnerungen müssen sehr schmerzhaft sein...

Wenn man das erlebt, ist Kritik vielleicht gar nichts dagegen. Bei mir ist sie ein schleichendes Gift gewesen, ich bin auch so schnell von Zuhause weg gewesen. Aber es hat mich Jahre lang verfolgt, erst seit dem Kontaktabbruch hat sich das Problem ergeben. Mir tut es zwar leid, es geht aber nicht anders. Aber es gibt noch andere Probleme, wie das so ist. Ich darf keine Bekannte haben, die eine Ähnlichkeit mit dem Elternteil aufweisen, sonst bin ich wieder in dem Strudel drin, hilflos, verloren.

Traumatisierung als Baby - auch. Die hat die Wirkung der Kritik ins Unermessliche gesteigert. Ich könnte lange Geschichten über existenzielle Ängste erzählen! ... irgendwann mache ich das, aber nicht hier.

Meine Welt geht jetzt auch ohne Kritik. Ich arbeite dran. Läuft ganz gut.

lg

06.05.2012 20:08 • #15


Ich wüsste nicht, warum man etwas schlecht macht mit der aussage man mag es nicht. Ich habe keinerlei Interesse dich zu überzeugen, Kritik ist im menschlichen Kontakt vorhanden, permanent. Ob du das nun willst oder nicht. Es sei denn du isolierst dich und hast mit deinen Mitmenschen keinen Kontakt, dann wird dich auch niemand mit seiner Kritik belästigen. Den weg scheinst du ja für dich gewählt zu haben, ist doch ok.

07.05.2012 05:53 • #16


HeikoEN
Kritik ist nicht gleichbedeutend mit Beanstandung zu verstehen, wie viele denken, sondern eher als Unterscheidung oder Abgrenzung.

Damit ist Kritik auch an Erwartungen gebunden und an Erkenntnis, kann eine Haltung ausdrücken, Akzeptanz bedeuten, aber auch Neuerfindung sein.

Aber ich glaube, es ist entscheidend, den Kontext zu kennen und zu definieren. Denn das zeigt auch diese Diskussion, in der von *beep*, 1939-1945, Lebenserfahrungen und zwischenmenschlichen Beziehungen gesprungen wird, wie es gerade passt

Ich glaube, Ihr meint alle dasselbe, geht nur andere Wege zum Ziel

07.05.2012 09:54 • #17

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Zitat von prinzessin22589:
Ich wüsste nicht, warum man etwas schlecht macht mit der aussage man mag es nicht.

Für mich liegt das auf der Hand, weil man selten etwas mag, was man für schlecht hält und umgekehrt.

Zitat:
Ich habe keinerlei Interesse dich zu überzeugen, Kritik ist im menschlichen Kontakt vorhanden, permanent.

Das musst du auch gar nicht. Wenn man sich wähnt im Besitz der absoluten Warhheit zu sein, braucht man kein Interesse daran zu haben, jemanden davon zu überzeugen, weil sich dieses Wähnen auf keiner logisch oder sonst wie begründbaren Ebene befindet, sich also auf eine Annahme bzw. Überzeugung begrenzt. Ich, er, sie behauptet - also ist dem auch so. Wer kann das widerlegen? Niemand. Die Behauptung ist ein Sachverhalt für sich. Die Art zu denken schränkt allerdings den eigenen Horizont auf die Sichtweite des eigenen Urteils ein.

Warum gehen wir auf diese Art vor, die uns einengt? Aus Bedarf an Sicherheit. Ich kann dir bzw. anderen ein Buch zu dem Thema empfehlen, es ist eine Studie zum Thema Lebenssinn und der Suche nach Sicherheiten im Leben, die gleichzeitig alle wichtigen Punkte der Entwicklung der humanistischen Psychologie umfasst.

- und auf YouTube

Dass menschlicher Kontakt in jeder erdenklichen Alltagssituation ohne ein einziges kritisches Wort möglich ist, ist m. E. kein großes Geheimnis, mir fehlt nur gerade die Zeit dazu, Links zu suchen, ... kann im Grunde jeder selbst tun, was dann vielleicht auch mehr Spaß macht.

Na ja, solltest du eventuell Empathie und Hilfsbereitschaft als Kritik bezeichnen, dann - sorry, dann haben wir tatsächlich aneinander vorbei geredet.......!



lg Bird

07.05.2012 10:33 • #18


Zitat von HeikoEN:
Kritik ist nicht gleichbedeutend mit Beanstandung zu verstehen, wie viele denken, sondern eher als Unterscheidung oder Abgrenzung.

Ok, geschieht aber dann im Rahmen einer Urteilsbildung, denn die urpsrüngliche Unterscheidung und Abgenzung bereits im Unbewußten stattgefunden hat, was man ja auch hier sehen kann (wenn man daran glaubt) - das alles geschieht bis eine bewusste Reaktion entsteht..

http://de.wikibooks.org/wiki/Psychologi ... Funktionen

Zitat:
Aber ich glaube, es ist entscheidend, den Kontext zu kennen und zu definieren. Denn das zeigt auch diese Diskussion, in der von *beep*, 1939-1945, Lebenserfahrungen und zwischenmenschlichen Beziehungen gesprungen wird, wie es gerade passt

Na ja, Kritik am Regime... was soll das bringen - habe ich schon geschrieben. Auch heute gibt es viele Kritiker...



Aber doch ist das alles, was du nennst, ein Ausdruck der eignen Einstellung zur Außenwelt, wenn man das auf einen Nenner bringen will...

Und wenn man sich am Gegenteil der Kritik orientiert - was ist das? Kritiklosigkeit ist Gelassenheit, eine bejahende Lebenseinstellung. Was mache ich, wenn ich einem aggressiven Menschen begegne, oder im besagten menschenverachtenden System lebe? Muss ich kritisieren? Oder kann ich vielleicht einfach mal weggehen...?

(Der Hase lässt grüßen )

Oder gibt es überhaupt eine Norm, die mir vorschreibt, dass ich kritisieren muss, dass ich mich auf eine bestimmte Art verhalten muss...

@Beobachter:
Wer wäre es dann, der es mir vorsagt?

lg

07.05.2012 11:10 • #19


Hallo Bird

Meine Welt geht jetzt auch ohne Kritik. Ich arbeite dran. Läuft ganz gut.


Eine Welt ohne Kritik beinhaltet nicht nur selbst keine Kritik zu wollen,
sondern auch selbst keine Kritik zu verteilen.

siehe hierzu auch folgenden Link zur Vorbildfunktion :



Liebe und vorbildliche Grüsse, Der Beobachter ...

07.05.2012 12:28 • #20



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