App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

M

Mikro
Mitglied

Beiträge:
24
Themen:
3
Mitglied seit:
eben hat der Regen draußen angefangen zu prasseln und ich habe es gehört.

Ich hab mich gleich nackig gemacht und mich raus gesetzt ins Gewitter. Nun bin ich pitsch nass, fühle mich aber besser als vorher.

muss man denn spontan sein, um kleine Freuden genießen zu können? Jetzt hab ich tagelang gar keine freude empfunden und kaum höre ich den Regen, schon gehts ab. Allerdings muss ich zugeben, daß ich nur geheult habe, als ich da draußen im Gewitter saß.

Leider war es nur ein Schauer und ich bin nun wieder drin. Vielleicht hält meine Freude ein wenig an, jeden falls donnert es noch draußen.

herrlich, wenn nur wieder mal der Blitz durch mich fahren würde

18.08.2009 #1


293 Antworten ↓
P

Pilongo
Gast

Ich freu mich heute, dass ich ein Gedanken-Tief aus eigener Kraft überwinden konnte

Ich hab heute Nacht geträumt, wie mein Papa Daheim ins Koma gefallen ist und ich ihn nicht mehr aufwecken konnte.
Das geht mir immer noch sehr nach, und ich erinnere mich an Alles ganz genau. Dass er so richtig grau im Gesicht war (und später im Krankenhaus dann wieder so rosig, als tät er jeden Moment wieder aufwachen..) und gezittert hat und sein Atem ganz rasselnd klang.
Jedenfalls bin ich dann mit Herzrasen aufgeschreckt und wusste erstmal gar nicht, wo ich bin. Als ich dann gemerkt hab, dass Alles nicht echt war sondern bloß ein sehr realistischer Traum musste ich erstmal weinen
Dann hab ich gefrühstückt, aber war total am Ende, hab immer wieder geweint und hatte diese unrealen Gefühle, die bestimmt viele hier kennen. So, als ob die Welt entrückt wär, irgendwie unscharf halt. Als wär man irgendwie nicht richtig in der Welt, nicht in der Spur, nicht im Fokus.

Dann hab ich mir gesagt, dass damit jetzt Schluss sein muss, weil ich mich so grottenschlecht gefühlt hab und mir das nicht geholfen hat, mich besser zu fühlen, sondern nur immer weiter runter gezogen hat. Das war keine gute, erleichternde Trauer, und kein Weinen, das geholfen hat, sondern richtig depressive Anwandlungen.

Also den Musicplayer geholt, meine neuen Kopfhörer dran, ab ins Treppenhaus und Putzarbeit für meine Mom erledigt.
Ha, das ging ab!
Da ich allein im ganzen Haus bin konnte ich richtig singen und mit dem Besen tanzen, und jetzt ist Alles wieder im Lot
Ich fühl mich wieder da, im Leben, und fahre wieder in der Spur anstatt 5 Meter daneben. Das tut mir gut!

Außerdem hab ich erkannt, wieso es mir so schwer fällt, mich für ein Studium zu entscheiden: Ich spür nirgendwo eine 100%-Sicherheit, dass es richtig ist. Und zwar deshalb, weil mir einfach die Meinung meines Papas fehlt. Ich versuche, sie zu kompensieren, indem ich mich mit dutzenden von Fremden unterhalte über ihr Studium und wie sie sich entscheiden konnten und whatnot. Aber es bringt mich kein Stück weiter.
Weil keiner davon ist mein Papa und mein Papa kann auch nicht mehr zu mir sagen: "Hey Bianca, gute Wahl! Ich denke, das passt zu dir!"
Und DAS ist es, was mich so verunsichert, was mir so fehlt.
Ich hab das erst heute endlich erkannt, und seitdem geht es mir besser.

Kein Fremder kann mir weiter helfen, ich muss selber wissen und selber entscheiden, was ich machen will.
Und auch meine Selbstzweifel sind verschwunden, seit ich gerade eben mit einem ehemaligen Arbeitskollegen und sehr guten Freund meines Papas geredet habe. (Es ging um diese Homepages eigentlich, wo die Mahnung kam vorgestern, aber dann eben auch um mich.)
Ich hab mein Abi geschafft, obwohl ich an einer unheilbaren Krankheit leide und es mir kein einziger Lehrer jemals zugetraut hatte.
Ich bin auf Probe nur in die Kollegstufe gekommen, und alle Lehrer haben mit immer geraten, ich solle doch es mir selber nicht so schwer machen, lieber auf die Realschule gehen, da wäre es nicht so schwer mit meinen vielen Fehlzeiten durch die Krankheit. Pah! Aufgeben, nur, weil ich ein blödes Schicksal hab? No way. Also hab ich mich durchgebissen, mich reingehängt, und eines der wirklich besten Abis gehabt in unserem Jahrgang. Das hätte vor zwei Jahren keiner geglaubt, aber ich habs geschafft. Abi, obwohl mein Papa 4 Monate vorher gestorben ist. Und sogar ohne eine erkennbare Notenverschlechterung.
Ich hab bisher alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe, ich hab immer eine Lösung gefunden für meine Probleme.
Ich hab es immer geschafft, zu erreichen, was ich wollte.
Und seit Wochen denke ich nur, dass ich ein Studium nicht schaffen könnte? Nee.
Der Freund von meinem Papa meinte:
"Ach Bianca, glaubst du wirklich, es gibt auf dieser Welt irgendetwas, was du nicht erreichen könntest, wenn du es nicht unbedingt wolltest?"
Das hat mich zum Nachdenke gebracht.
Und die Antwort ist: Nein, nicht wirklich.
Und mein Papa hätte, egal, was ich wähle, an mich geglaubt.
Also glaub ich auch an mich.
Das hab ich heute Alles erkannt (obwohl ich erst seit 4 Stunden wach bin) und jetzt bin ich einen riesen Schritt weiter.

Jetzt ist es mehr wie ein Blog-Eintrag geworden als ein Beitrag, aber was soll's. Ich hab Kraft, Energie, und fühl mich gut.
Heut hab ich das Gefühl, dass ich die ganze Welt umarmen und Alles schaffen könnte, was ich will.

Es ist keine einfache Sache, für einen jungen Menschen wie mich, wenn plötzlich so viele Stützen wegfallen, wenn man so wichtige Entscheidungen treffen muss, und einem dabei geliebte Menschen fehlen.
Aber man muss weiter gehen.
Und ich kann auch meinen Weg weiter gehen.
Ich brauch und will keine Angst mehr vor der Zukunft haben.
Denn egal, was kommt, es wird schon passen


Achja, und meine Schwester kommt heute wieder Heim von ihrer Klassenfahrt, und ich freu mich, dass unsere Familie dann wieder vereint ist

Alles Gute für euch!
Pilongo

04.07.2009 11:55 • #34


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Die kleinen Freuden

x 3


P

Pilongo
Gast

Huhu,

Gewitter stimmt mich auch immer sehr glücklich, da werden Natuegewalten entfesselt und die Luft ist elektrisch geladen -das geht immer sofort auf mich über

Aber die Freuden des Lebens findest du überall.
Du musst sie nicht mal suchen, du musst nur lernen, sie zu sehen!

Beispiel:
Jedes Mal, wenn ich am Morgen aufwach, freu ich mich, dass ich lebe, dass ich den herankommenden Tag sehen kann, dass ich die Vögel und die Autobahn hören kann (und die Kinder, die in Nachbars Garten plärren -alle 6) und, dass ich aufstehen kann ohne fremde Hilfe und ohne Schmerzen. Denn all das, was uns so selbstverständlich erscheint, ist für viele Menschen nicht mehr möglich.
Ich bin da sehr sensibel, weil ich auf einem Auge halb blind bin, und lange um meine Augen und die Sehkraft kämpfen musste, drum weiß ich, was für ein Geschenk es ist, einfach sehen zu dürfen.
Wenn ich den blauen Himmel seh, freu ich mich tierisch. Wusstest du, dass die Erde der einzige uns bekannte Planet mit einem blauen Himmel ist. Auf den meisten anderen Planeten sieht man, wenn man gen Himmel schaut, bloß die Alles verschlingende Schwärze des Universums und ein paar winzig kleine weiße Sterne. Ziemlich trostlos.
(Außer einige Planeten, die haben Atmosphäre, gelb oder orange oder so, weiß aber nicht mehr, welcher das war.)
Wenn ich ne blume seh, freu ich mich, wenn ich nen Schmetterling seh oder nen kleinen Spaß, freu ich mich.
Ich freu mich, wenn ich Menschen begegne, die ich mag, wenn mir jemand aus dem Auto zuwinkt, wenn er an mir vorbei fährt, und ich sitz breit grinsend nach Feierabend in der S-Bahn und freu mich auf Zuhause, während Alle Anderen Fahrgäste noch ihre Arbeit im Kopf haben und Gesichter ziehen, als ob gerade jemand gestorben wäre.
Es gibt so viele Gründe, sich zu freuen.. man kann sich eigentlich über fast Alles freuen.
Im Moment freu ich mich sogar, wenn ich mein Zimmer betrete, weil es neu ist und das macht mich stolz und froh, dass es endlich fertig ist.
Man kann sich auch darüber freuen, seine Arbeit erledigt zu haben, oder was geschafft zu haben.
Und man kann sich freuen, dass man lebt.

also: Es gibt tausend Gründe, glücklich zu sein.
Man muss sie bloß sehen lernen, die kleinen Wunder des Alltags

Liebe Grüße,
Pilongo

02.07.2009 16:48 • #6


Zum Beitrag im Thema ↓


S
Hallo Mikro
ja so ein Sommerregen ist was schönes ,besonders bei dem Wetter ,ich kann leider nicht spontan *beep* rausgehen .Aber vom Blitz möchte ich nicht getroffen werden.lg sorpi

#2


M
Ich würd mich über einen Geistesblitz freuen.

#3


O
Hallo Mikro

Wenn ich hier nicht in einem grösseren Mietshaus wohnen würde,
dann würde ich heute bei einem Gewitter (hoffentlich kommt noch eines) genau das Gleiche tun wie du.

LG, omega

#4


M
Ja, die Gewitter...einfach herrlich.
Da spürt man die Macht des Universums und weiß genau, daß die schon viel länger toben als Menschen auf Erden herum laufen.

Ich habe mich eben um meine Tomatenstöcke gekümmert, die wachsen prächtig und ich musste schon einige triebe abstützen. Die duften schon so intensiv und das hat mir heute schon wieder ein bisschen Freude bereitet.

Andererseits habe ich heute morgen zwei Stunden lang die Pflanzen im Garten gegossen, das lief eher automatisiert ab und ich war dabei sehr traurig.

trotzdem werde ich versuchen, jeden Tag ein kleines Stück Freude zu empfinden. Vielleicht schleift sich dann irgend wann wieder, mit der Zeit ein verstärktes und anhaltend - positives Gefühl bei mir ein.

Mensch, ich war doch früher auch so gut drauf, es muss doch einen Weg "zurück" - nach vorne geben.

#5


P
Huhu,

Gewitter stimmt mich auch immer sehr glücklich, da werden Natuegewalten entfesselt und die Luft ist elektrisch geladen -das geht immer sofort auf mich über

Aber die Freuden des Lebens findest du überall.
Du musst sie nicht mal suchen, du musst nur lernen, sie zu sehen!

Beispiel:
Jedes Mal, wenn ich am Morgen aufwach, freu ich mich, dass ich lebe, dass ich den herankommenden Tag sehen kann, dass ich die Vögel und die Autobahn hören kann (und die Kinder, die in Nachbars Garten plärren -alle 6) und, dass ich aufstehen kann ohne fremde Hilfe und ohne Schmerzen. Denn all das, was uns so selbstverständlich erscheint, ist für viele Menschen nicht mehr möglich.
Ich bin da sehr sensibel, weil ich auf einem Auge halb blind bin, und lange um meine Augen und die Sehkraft kämpfen musste, drum weiß ich, was für ein Geschenk es ist, einfach sehen zu dürfen.
Wenn ich den blauen Himmel seh, freu ich mich tierisch. Wusstest du, dass die Erde der einzige uns bekannte Planet mit einem blauen Himmel ist. Auf den meisten anderen Planeten sieht man, wenn man gen Himmel schaut, bloß die Alles verschlingende Schwärze des Universums und ein paar winzig kleine weiße Sterne. Ziemlich trostlos.
(Außer einige Planeten, die haben Atmosphäre, gelb oder orange oder so, weiß aber nicht mehr, welcher das war.)
Wenn ich ne blume seh, freu ich mich, wenn ich nen Schmetterling seh oder nen kleinen Spaß, freu ich mich.
Ich freu mich, wenn ich Menschen begegne, die ich mag, wenn mir jemand aus dem Auto zuwinkt, wenn er an mir vorbei fährt, und ich sitz breit grinsend nach Feierabend in der S-Bahn und freu mich auf Zuhause, während Alle Anderen Fahrgäste noch ihre Arbeit im Kopf haben und Gesichter ziehen, als ob gerade jemand gestorben wäre.
Es gibt so viele Gründe, sich zu freuen.. man kann sich eigentlich über fast Alles freuen.
Im Moment freu ich mich sogar, wenn ich mein Zimmer betrete, weil es neu ist und das macht mich stolz und froh, dass es endlich fertig ist.
Man kann sich auch darüber freuen, seine Arbeit erledigt zu haben, oder was geschafft zu haben.
Und man kann sich freuen, dass man lebt.

also: Es gibt tausend Gründe, glücklich zu sein.
Man muss sie bloß sehen lernen, die kleinen Wunder des Alltags

Liebe Grüße,
Pilongo

#6


P
Oder, wenn du im Garten Blumen gießt, kannst du dich drüber freuen, dass aus deiner Wasserleitung Wasser kommt.
Am anderen Ende der Welt kämpfen Menschen mit Raketenwerfern und Maschinenpistolen um sauberes trinkbares Wasser.
Und du hast so viel davon, dass du damit sogar deine Blumen gießen kannst
Auch die Tatsache, in der westlichen Welt zu wohnen, kann also ein Grund zur Freude sein.

#7


M
Hallo Pilongo,

normalerweise ist es ganz einfach, wie Du auch sagst. Ich kenne diese Einfachheit auch und konnte mich früher ebenfalls an Allem erfreuen.

Ich freue mich für Dich, daß es Dir so leicht fällt morgends aufzuwachen und Dich den ganzen Tag über zu freuen, das hast Du Dir verdient.

Ich muss es wohl erst wieder lernen und mache deshalb momentan nur kleine Schritte zurück ins Leben.

viele Grüße
Mikro

#8


P
Achso, also konntest du die Freuden des Alltags schon mal sehen und hast den Blick dafür verloren und findest ihn jetzt langsam wieder.

Dann wünsch ich dir recht viel Erfolg auf deinem Weg, und, dass es dir gelingt, dich jeden Tag ein bisschen mehr zu freuen

Alles Gute,
Pilongo

#9


M
Ja,
Danke schön.

#10


P
Worüber hast du dich denn heute schon gefreut, wenn ich fragen darf?

#11


M
Über Dich und Deine Bilder bei devianart

#12


P
Ist das mal ein schöner Thread Mikro- darüber freu ich mich.

#13


M
so einfach geht das mit dem Freuen?

Jetzt freue ich mich auch noch, das pax sich freut

#14


M
Ich freue mich auch. Darüber, daß meine Erkältung am abklingen ist und ich mich langsam wieder wohl fühle.

Ein wirklich schöner Thread.

Grüssle
monchi

#15


K
Ich freue mich, das ihr euch freut und das mich die 60 Grad im Auto nicht gekillt haben und das als Hasenfuss Schöner Thread

#16


O
Ich freue mich auch, dass ihr euch alle freut.

Freude, Lachen (und Liebe ) sind die beste Medizin.

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

P



Das find ich auch omega, das ist wirklich schön und aufbauend

#18


M
Sobald wir nur noch den Ernst im Leben zulassen, haben wir schon halb verloren.
Schön, dass es das hier gibt. Freut mich auch.
Liebe Grüße

#19


O
Sobald wir keine positiven Glücksgefühle mehr zulassen (egal aus welchen Gründen), wird unser Gehirn auf diesen Dauerzustand trainiert.

Irgendwann gibt es dann kaum noch ein Weg dies rückgängig zu machen.

Daher ist es wichtig, egal wie gross die Angst, der Schmerz oder der Kummer sonst auch ist, jeden glücklichen Moment anzunehmen und zu geniessen.

LG, omega

#20


A


x 4


Pfeil rechts



App im Playstore