Für alle, die in der langen Zeit der alljährlichen Weihnachtsfestlichkeiten
keinen Geschenke- und Einkaufsstress haben, keine Familienbesuche fürchten müssen, keine Kuchen und Plätzchen backen, keine besonderen Mahlzeiten zubereiten, keine Adventskalender aufhängen, keine Bäume mit Lametta behängen . . .
Wie verbringt ihr diese heilige Zeit, in der jeder mit sich selbst, seiner Familie, den Geschenkein- kaufen, dem Kochen und Backen, dem Verzieren der vier Wände und der Baumgestaltung beschäf- tigt ist alternativ ?
Ich finde den Thread gut, denn auch ich habe dieses Jahr keine Lust auf Weihnachten. Ich habe mir auch heute vorgenommen, bis zum Ende des Monats nicht mehr in die Stadt zu fahren. All die ganzen Leute und diese künstlich geschmückten Kaufhäuser gehen mir auf den Geist. Wenn im Radio Weihnachtslieder laufen, schalte ich weg und backen werde ich auch nicht. Ich wünschte, es wäre schon 2014.
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#2
A
Der weihnachtsfreie Thread
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J
juwi Gast
Ich verbringe diese Zeit des Jahres wie jede andere auch. Weihnachten auszuweichen versuche ich nicht, mich stört es nämlich nicht. Und es gelingt sowieso nicht: Gestern musste ich zum Einkaufen in die Stadt und geriet in den Weihnachtseinkaufstrubel. Die Menschen kaufen wie irre. Aber wenn es ihnen Spaß macht, warum nicht. Die paar Wochen halte ich den nervigen Trubel schon aus. Die Weihnachtslieder im Radio bekomme ich nicht mit, weil ich kein Radio höre. Die Weihnachtsfilme im Fernsehen sehe ich mir teilweise sogar an, wenn die Geschichte gut ist. Ich versuche, es positiv zu sehen: Während andere sich abstrampeln und sich mit ihrer Familie über die Planungen für den heiligen Abend streiten, lehne ich mich entspannt zurück Ich habe das Glück, dass mir das Fest nichts bedeutet. Ich fühle mich an Weihnachten nicht einsamer als sonst auch. Familie und Freunde fehlen mir immer, nicht nur in der "besinnlichen" Zeit.
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#3
H
Holgerson Gast
Mit Fußball, essen, und kacken, so wie immer.....
Ich halte mich da komplett raus und werde Heiligabend Mama besuchen. Sie bekommt etwas Selbstgebasteltes geschenkt und drückt mir ein Scheinchen in die Hand (und eine Tonne Süßigkeiten, die ich dann an die Studenten in der Nachbarschaft verteile).
Danach machen wir uns n entspannten Abend und essen was Gutes, das wars dann mit Weihnachten!
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#4
B
Beobachter Mitglied
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Hallo
Warum ich diesen Thread angefangen habe :
In den letzten 15 Jahren, habe ich mit steigender Tendenz die Erfahrung gemacht, dass es kaum eine Jahreszeit, ausser der Weihnachtszeit gibt, in der jegliche Kontakt- und/oder Kommuni- kationsversuch mit anderen Menschen, so sinnlos sind wie in dieser Zeit.
Menschen, die auch sonst immer mehr mit ihren Dingen und ihrem Stress beschäftigt sind und kaum Zeit haben, haben um die Weihnachtszeit überhaupt keine Zeit mehr.
Ein Griff zum Telefon ist zu allen Zeiten ein Risiko, denn oft erwischt man den Gesprächspartner in einer Stresssituation, fühlt sich als "Störer", der in ein Wespennest gegriffen hat. Aber an Weihnachten wird dieses Risiko zu einer Gewissheit, und das Wespennest zu einer regelrechten Tretmine.
Der sonst übliche Blick in den Briefkasten erübrigt sich in der Zeit dieser Festtage auch, denn Ämter und Behörden haben da oft Betriebsferien, und somit ist keine Post zu erwarten.
Die Ablenkung durch Medien (z.B. Radio/TV) ist selten so problematisch wie um die Weihnachtszeit, denn in dieser Zeit ist das Programm weiter von der eigenem Wirklichkeit entfernt, als wie zu jeder anderen Jahreszeit.
Jeder Gang vor die Haustür, der früher schon eine Konfron- tation war, wird zu einem halben Alptraum. Denn auch wenn man sich in den eigenen vier Wänden noch etwas von dem ganzen Rummel schützen kann, so gibt es dort kein Entrin- nen davor.
Alle tragen bunte Päckchen, die man selber gar nicht braucht und sich auch nicht leisen könnte. Es gibt kein Ort mehr, wo man ohne dieses Bild vor Augen, noch sein täglich Brot kaufen kann ...
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#5
fraurossi Mitglied
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@ Beo 100% zustimmung komm mir da auch immer vor wie: nicht von/in dieser welt
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x 2#6
P
pumuckl Gast
Oh das ist aber schade, Beo. Die Adventszeit soll doch eine besinnliche Zeit sein. Ich finde es auch nicht gut, dass heute alles so kommerziell ist. Und die Leute wie die Heuschreckenplagen in die Städte einfallen. Das würde ich nie tun. Ich würde auch niemals am Heiligabend einkaufen gehen oder einen Tag zuvor. Das ist doch Selbstmord. Gerade in der Adventszeit sollte man sich doch Zeit für schöne Dinge und auch für andere nehmen. Da ich nicht in der Stadt wohne, fällt mir das (außer was die endlosen Schlangen in den Supermärkten angeht) aber zum Glück auch nicht so auf. Meine paar Geschenke kaufe ich in den umliegenden Geschäften oder bestelle im Internet. Mit meinem Mann möchte ich mal auf einen kleineren Weihnachtsmarkt gehen. Wo weiß ich noch nicht. Die ganzen Plätzchen, die ich backe, verschenke ich auch sehr gerne. Und besonders freue ich mich auf unseren Weihnachtsbaum. Aber großen Streß schiebe ich keinen.
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#7
B
Beobachter Mitglied
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Huhu
Da liegen wahrscheinlich Erlebenswelten dazwischen, denk ...
Es ist auch nicht das Einkaufen als solches, sondern eher, dass es gerade bei diesem Einkaufen kein Entrinnen vor dieser Zeit gibt.
In den letzten 23 Jahren, das ist die Zeit die ich hier in meiner heutigen Wohnung wohne, habe ich genau zwei Weihnachtsfeste nicht alleine verbracht. Einmal in der psychiatrischen Klinik, und einmal auf Besuch bei einem Internetbekannten.
In früheren Zeiten, als ich noch ein Auto gehabt hatte, war ich al- lerdings öfters einmal von meinem Ex-Stifvater an einem der Feier- tage zum Essen (1-2 Stunden) eingeladen. Als ich nicht mehr mobil war, da kam auch diese Einladung nicht mehr, war wohl zu kompliziert. (heute lebt mein Ex-Stifvater nicht mehr).
Warum ich gerade dieses Jahr über diese Dinge nachdenke, kann ich nicht wirklich sagen. Wahrscheinlich, weil früher Weihnachten wenigstens noch die frei- en Arbeitstage "zwischen den Jahren" als Besonderheit gehabt hat, und dies ja nun auch für alle Zeiten weggefallen ist ...
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#8
P
pumuckl Gast
Dass man in den Geschäften so bedrängt wird mit Angeboten, finde ich auch nicht gut. Vor allem, was den Süßkram angeht, der schon ab September in den brechend vollen Regalen liegt. Das ist doch nicht schön für die Kinder, wenn sie bei sommerlichen Temperaturen schon die ganzen Sachen sehen. Früher, als meine Großeltern noch lebten, fand ich Weihnachten auch schöner. Wir hatten immer einen Weihnachtsbaum. Und saßen immer zusammen. Bei meiner Mutter ist daran nicht zu denken. Sie ist an Weihnachten genauso nervig wie an allen anderen Tagen. Wenn ich allein schon dort das Essen zu mir nehmen muss, während nebenher, sogar an Feiertagen, die Glotze läuft. Meine Schwiegereltern stellen auch keinen Weihnachtsbaum auf. Aber immerhin konnten sie sich zu ein bisschen Deko aufraffen und meine Schwiegermutter backt wieder.
Ich finde es erschütternd, dass sich niemand mehr für den anderen zu interessieren scheint. Wenn du so lange in dem Ort und im gleichen Haus wohnst, müssten sich doch Nachbarn mal nach dir erkundigen. Reden die nie mit dir? Und fällt denen nicht auf, dass du alleinstehend bist? Lädt dich da nicht mal jemand ein? Finde ich sehr traurig.
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#9
R
Rohdiamant Gast
Für das, dass es ein weihnachtsfreier Thread ist, wird hier aber viel über Weihnachten gesprochen. Und ich hatte mich schon so gefreut.
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#10
B
Beobachter Mitglied
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Eigentlich hatte ich selber auch gehofft, dass sich hier eher diejenigen zu Wort melden, die so wie ich, beim Anblick ei- nes Weihnachtsbaumes an eine Kettensäge, und weniger an ein frohes Fest denken . . .
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#11
R
Rohdiamant Gast
Na ja, sind ja auch einige dabei, aber egal ob man es gut findet oder nicht, es hilft einfach auch nicht, wenn man darüber redet. Die Welt steht in dieser Zeit einfach Kopf. Und ich selbst empfinde es als Falschheit. Liebe, Freude, Eierkuchen gespielt, denn unterm Jahr ist man ja auch nicht wichtig oder versteht sich nicht so oder....
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#12
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pumuckl Gast
Ich frage mich ja nur, ob man nicht auch froh wäre, wenn man doch jemanden hätte, mit dem man die Feiertage verbringen könnte?
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x 2#13
Schlaflose Mitglied
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Außer der Backerei, die ich ja schon längst beendet habe, habe ich für Weihnachten nicht viel übrig. Wir dekorieren nicht, haben keinen Adventskranz, keine Kerzen und werden keinen Weihnachtsbaum haben. Das einzige ist ein etwas ausgefalleneres Essen an Heiligabend als normal. Als Geschenk bekomme ich von meiner Mutter immer einen Umschlag, sie will von mir nichts haben außer Liebe.
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#14
B
Beobachter Mitglied
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Huhu Pumuckel
Es ist nicht die Frage, ob man froh wäre, denn niemand will natürlich (egal wann) nicht froh sein.
Aber gerade an diesen Festtagen ist es für bestimmte Per- sonengruppen eben noch einmal um ein Vielfaches schwerer, Leute zu finden, die überhaupt Zeit für sie haben ...
Und ohne Zeit eben auch keine gemeinsame Weihnachtszeit.
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#15
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pumuckl Gast
Ist euch das zuviel Arbeit? Auch wenn man alleine ist kann man doch dekorieren oder andere schöne Sachen machen
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#16
Schlaflose Mitglied
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Wir finden das einfach völlig überflüssig. Es reicht doch schon, wenn draußen alles dekoriert ist und leuchtet.
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#17
B
Beobachter Mitglied
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Huhu liebe Pumuckel
Das kann man natürlich ein paar mal machen, hab ich auch ganz früher einmal.
Aber irgendwann kommt man sich dabei vor wie völlig gestört.
Und dann kommt auch der Zeitpunkt, wo man sich nicht mehr vor Augen führen muss, wie Weihnachten woandes aussieht. Man muss sich nicht bewusst noch selber quälen, auch wenn das auf den ersten Blick nicht sofort zu für andere erkennen ist.
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#18
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pumuckl Gast
Man könnte aber essen gehen oder in die Kirche oder auf einen Weihnachtsmarkt. Vielleicht wäre es aber von Vornherein besser, man würde sich Bekannte suchen. Vielleicht andere Alleinstehende, die an Weihnachten auch Anschluss suchen? Ich weiß, dass das leichter gesagt ist als getan. Ich glaube, dass sehr viele Menschen an den Feiertagen alleine sind. Nur erfährt man doch recht wenig darüber. Oft sind es ja auch alte Leute.
Kirchen sagen mir nichts, habe das aber gaaaaaaaanz früher wegen der Stimmung schon getan. Weihnachtsmarkt und/oder Essen gehen sind viel zu teuer.
Ich versuche aber immer, vor den Weihnachtstagen hier alle denkbare (Haus)Arbeit erledigt zu haben, so dass es gemüt- liche Tage werden. Und ich leiste mir den Luxus, mir an einem der Feiertage eine grosse Pizza von einem Lieferdienst zukommen zu lassen.
Also etwas anders als ein normales Wochenende gestalte ich diese Tage auch.