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Da in den anonymen Foren das Strafmaß für Beleidigung, Veleumdung und Ausgrenzung nicht in voller Wirksamkeit greift und die Verantwortung dafür bei der Forumsleitung liegt, möchte ich mich dafür aussprechen, dass in diesem Forum diese Verhaltensweisen so wie auch wo anders seitens der Moderation geahndet werden.

Mehr als in anderen Foren ist es wichtig dort, wo Menschen gemeinsam ihre Probleme lösen wollen, dass sie von keiner Gruppe der s. g. Berater angegriffen und kritisiert werden. Wer sich an eine Gemeinschaft vertrauensvoll wendet, soll keinen Hohn dafür ernten.

Es mehren sich in diesem Forum User, die andere "hart anpacken" wollen, durch Kritik und Unterstellungen einen s. g. Dienst am Nächsten leisten wollen.
Ich schlage vor, dass diese Verhaltensweisen nicht unter dem Deckmantel "Beratungstätigkeit" akzeptiert werden, sondern als Hick-Hack und Pöbelei, so wie auch in anderen Foren, verhandelt werden.

Was ist eine Beratungstätigkeit? Eine Beratungstätigkeit leisten Sozialpädagogen und Psychotherapeuten. Von einer Methode, andere durch Kritik und harte Worte zu traktieren und jenes durch die Annahme "er verdient das schon mal" entschuldigen zu wollen, habe ich in dem Kontext noch nie gehört. Es soll bitte klar werden, dass ein solches Verhalten unsozial und in einem Angstforum völlig ungeeignet ist.

Eine Beratung, sowie auch Umgang im Forum beruhen auf Freundlichkeit und Augenhöhe, ist es der Fall nicht, dienst eine solche Kommunikation nur dem narzisstischen Zweck sich über andere zu erhöhen.

Ein großes Danke fürs Mitdenken an die Moderation im Voraus.

Gruß, S.

25.05.2012 14:17 • 28.05.2012 #1


40 Antworten ↓


HeikoEN
Gibt es denn Probleme hier irgendwo?

Zitat von Shangir:
Eine Beratung, sowie auch Umgang im Forum beruhen auf Freundlichkeit und Augenhöhe, ist es der Fall nicht, dienst eine solche Kommunikation nur dem narzisstischen Zweck sich über andere zu erhöhen.


Ich glaube, man darf die Teilnehmer hier auch nicht unterschätzen und genau DAS was Du sagst, werden viele Leser für sich auch erkennen können und die jeweiligen Autoren der Beiträge entsprechend für sich bewerten.

Verstehe mich bitte richtig, ich bin genau Deiner Meinung, aber man darf die Art und Weise anderer Teilnehmer vielleicht nicht so nah an sich herankommen lassen.

Denn es sind ggf. deren "narzisstische Züge" und dort sollen sie auch bleiben.

Für eine Kommunikation sind ja immer mindestens zwei notwendig, der Sender und der Empfänger. Wenn sich aber der Empfänger, aus welchen Gründen auch immer, nicht bereit stellt, dann findet keine Kommunikation mehr statt.

Man kann jeden nur dort abholen, wo er steht. Alles andere macht keinen Sinn und vielleicht sind genau die Teilnehmer, die Dir Probleme bereiten in Form von Beleidigungen, Verleumdung oder Ausgrenzung noch nicht so weit und glauben, durch "hartes anpacken" etwas bewirken zu können.

25.05.2012 14:40 • #2



Berater im Forum

x 3


Berater ist vielleicht übertrieben, aber ein moderator, der alle Antworten frei geben muss. Gibt es in vielen anderen Foren auch und dann kann derjenige darauf achten, dass die forenregeln eingehalten werden und ggf. Editieren.

25.05.2012 14:45 • #3


HeikoEN
Zitat von prinzessin22589:
Berater ist vielleicht übertrieben, aber ein moderator, der alle Antworten frei geben muss. Gibt es in vielen anderen Foren auch und dann kann derjenige darauf achten, dass die forenregeln eingehalten werden und ggf. Editieren.


Nunja, ich finde, dieses Forum zeichnet genau das aus, nicht abhängig von einer subjektiven Meinung eines Moderators abhängig zu sein, oder?

Also ich bin hier noch nicht so lange unterwegs in diesem Forum, aber das was ich bislang lesen konnte war eigentlich nie so unter der Gürtellinie, als das ich die Reisleine gezogen hätte als Moderator. Ich denke, inhaltlich darf der Moderator sowieso nicht moderieren, sonst wäre ja der Sinn des Forums weg, oder sehe ich da etwas falsch?

Ich finde, so ein Moderator kann u.U. bevormunden und man sollte die Teilnehmer nicht unterschätzen. Auch wenn es mal "heiss her" geht, ist allen eigentlich doch irgendwie klar (auch wenn das einige Beiträge lang dauert), worum es hier geht und das man schlussendlich dem Gegenüber nicht die Welt erklären muss und kann. Von daher fände ich es, wie gesagt, sehr schade, wenn die Foren moderiert werden würden.

25.05.2012 14:55 • #4


Moderatoren entscheiden nur, ob die Etikette und die Regeln eingehalten werden, mehr nicht. Beschimpfungen oder treadverfremdungen werden nicht veröffentlicht. A wird kein Einfluss auf den Inhalt genommen. Allerdings werden dadurch natürlich die reaktionszeiten sehr verlängert. Die lesen ja nicht über 24 h. Das ist natürlich ein Nachteil. Einen Fachberater finde ich überflüssig, da es hier ja um Selbsthilfe geht. Wenn man einen Fachmann braucht und möchte, sollte man sich auch an so einen wenden

25.05.2012 15:00 • #5


Hallo,

ich habe mit Interesse Eure Beiträge gelesen, und möchte Folgendes dazu sagen:

Dieses Forum wird vom Forenbetreiber kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies ist nur möglich, da es

1. werbefinanziert ist (Die Werbung allerdings - nicht wie in anderen Foren - themenbezogen ist) und
2. Die Moderatoren hier ehrenamtlich arbeiten.

Ich verweise hier auch mal auf die Forenregeln:

Zitat:
Moderatoren und Admins sind keine Schiedsrichter

Erwartet nicht, dass die Moderatoren und Administratoren dieses Forums als Schiedsrichter bei persönlichen Konflikten und Unstimmigkeiten eingreifen. Das ist nicht deren Aufgabe. Wie im richtigen Leben müsst ihr selbst schauen, dass ihr diese Probleme aus der Welt schafft, indem ihr euch zusammenrauft. Meistens ist es jedoch im Falle von Streitigkeiten besser, die Sache auf sich beruhen zu lassen.


Dies sind erstmal die Grundlagen meines „Jobs“ hier. In erster Linie ist dieses Forum ein Selbsthilfeforum, das Betroffenen zur Verfügung steht, die sich untereinander austauschen.
Wie überall im Leben wird es auch immer wieder verschiedene Meinungen und Ansichten geben, es wird zu Mißverständnissen kommen, usw. Und manchmal „kochen“ auch Emotionen hoch – je nach Thema oder Wortwahl des Gegenüber –, die zu heftigen Reaktionen führen (die allerdings – objektiv betrachtet – auch meist auf Gegenseitigkeit beruhen!).

Und sicher kommt es auch - sehr selten - vor, dass sich User nicht an die Regeln halten.
Dies wird dann von mir als Moderatorin oder von Robbie als Admin zunächst geprüft und dann auch geahndet, indem der betreffende User ermahnt, verwarnt oder gesperrt wird.
Jeder User hier hat die Möglichkeit, einen entsprechenden Beitrag und/oder User zu melden, was dann zu einer Prüfung führt.

Wenn Ihr Probleme mit Usern habt, dann setzt Euch mit ihnen auseinander oder ignoriert sie, und wenn es nicht anders geht, meldet sie. Es wird allerdings immer uns überlassen bleiben, die jeweilige Situation zu beurteilen und nach unserer Meinung zu entscheiden, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden!

Da wir alle auch ein Leben neben diesem Forum haben, wird es sicher nicht möglich sein, bei der Fülle von neuen Beiträgen hier, jeden neuen Beitrag vor Erscheinen zu prüfen und ihn dann frei zuschalten. Dies würde einen Fulltime-Job erfordern.
Ich versuche, je nachdem wie es meine Zeit erlaubt, jeden neuen Beitrag zu lesen und editiere bzw. lösche, wenn es mir erforderlich scheint (meist übrigens wegen Veröffentlichung von persönlichen Daten oder Verstoßes gegen das Copyright).
Mehr ist aber von mir auch nicht zu leisten!

Auch wird es in diesem Forum keinen Berater o. ä. geben, das würde dann wirklich zu weit führen.

Danke für Euer Verständnis!

Liebe Grüsse

Petra

25.05.2012 18:48 • #6


Ich finde es gut so, wie es ist hier. Das eine Moderation da ist, merkt man nicht ständig, aber sie ist da und oft genug wird dann auch mal was editiert. Differenzen unter den Nutzern gibt es überall, auch hier, aber ich finde, es geht in diesem Forum relativ entspannt zu.

Wenn es mal um Meinungsverschiedenheiten o.a. geht, dann sollte man sich halt immer ein paar Dinge vor Augen halten, nämlich auch, am anderen Ende sitzt ein Mensch mit Gefühlen, einer eigenen Meinung, einem Schicksal und vielleicht geht es ihm/ihr gerade nicht so gut.

Klar will man manchmal seine Meinung durchsetzen, allerdings sollte das nicht um jeden Preis geschehen. Mir hilft es dann, wenn ich einfach mal kurz Abstand nehme. In aufgewühlten Momenten dann eben mal nichts schreiben, weg vom Rechner, ich geh dann eventuell mit dem Hund eine Runde, denke nach und dann sieht die Welt oft schnell wieder anders aus.

26.05.2012 10:41 • #7


Zitat von HeikoEN:
Für eine Kommunikation sind ja immer mindestens zwei notwendig, der Sender und der Empfänger. Wenn sich aber der Empfänger, aus welchen Gründen auch immer, nicht bereit stellt, dann findet keine Kommunikation mehr statt.

Danke für deinen Beitrag. Stimmt genau, aber hier gibt es mehrere Empfänger und das macht die Sache für mich etwas komplizierter. Ich hatte z. B. heute Früh das Dilemma. Es wird aus heiterem Himmel vorgetragen, jemand würde hier herum vegetieren, weil er keine Freunde hat. Mich interessiert das nicht besonders, solche Meldungen kann ich gut ignorieren. Auf der anderen Seite aber - so ein Beitrag widerlegt z.B. komplett den Sinn des Einsamkeitsforums. Er widerlegt alle, die sich hier um die ersten Schritte aus ihrer Misere bemühen, und der erste Schritt ist nun mal, dass ich meine Schuldgefühle bezüglich der eigenen Lage auflöse. Und andere werden sich wegen solcher Beiträge vermutlich erst gar nicht anmelden, denn warum sollte sich jemand irgendwohin begeben, wo er sich der Gefahr aussetzt, dass er aufgrund seiner schlechten Situation ausgegrenzt oder ausgelacht wird. Es ist jetzt alles gelöscht, ich würde das als eine gute Entscheidung bezeichnen.

M. E. ist es sinnvoll zu kontern, ganz unabhängig davon, ob man sich dabei aus der Sicht der anderen zum Affen macht oder nicht. Einen Narzissten kann zwar niemand widerlegen, denn er wird durch die absurdesten und Beschuldigungen und deren unlogischste Begründungen versuchen den anderen zu verwirren. Das ist mit einer Idee vergleichbar. Und Ideen kann man nicht widerlegen. Aber warum sollte man auch etwas oder jemanden widerlegen, ein ähnlicher Effekt entsteht, wenn man zum Ausdruck bringt, dass man in der eigenen Struktur bleibt, nicht bereit ist eine andere anzunehmen und in diesem Sinne alles konstitutionell Ungeeignete und nicht dazu Gehörende bei einem selbst prinzipiell keinen Nährboden finden kann.

Gruß, S.

26.05.2012 16:01 • #8


Also für mich ist es nicht klar, dass man seine Meinung durchsetzten will. Warum auch. Jeder kann manchen was er will, niemand muss Hilfe oder unterstützung annehmen und jeder hat das recht mit offenen Augen ins Unglück zu rennen oder sich es schlecht gehen zu lassen. Ich habe ehrlich gesagt kein interesse daran andere hier von meiner Meinung zu überzeugen.

26.05.2012 16:06 • #9


Zitat von Shangir:
Er widerlegt alle, die sich hier um die ersten Schritte aus ihrer Misere bemühen, und der erste Schritt ist nun mal, dass ich meine Schuldgefühle bezüglich der eigenen Lage auflöse. Und andere werden sich wegen solcher Beiträge vermutlich erst gar nicht anmelden, denn warum sollte sich jemand irgendwohin begeben, wo er sich der Gefahr aussetzt, dass er aufgrund seiner schlechten Situation ausgegrenzt oder ausgelacht wird.

Wiederholung von Frage v. GastB, 25.5.12, 11:06 h :

@ Shangir

Kann es sein, dass du ein Problem hast, mit dem du dich nicht herauszurücken traust?

Weil du zu große Angst davor hast, dann nicht "Recht zu bekommen", sondern kritische Stellungnahmen zu erhalten?

Du hast dich hier angemeldet, um dich in einen theoretischen Diskussionsthread ainzuklinken.
Und außerdem kritisierst du hier ständig andere dafür, dass sie andere kritisieren. Verteidigst also vermeintliche Opfer.

Dies ist aber kein Forum, um Selbstbestätigung einzuholen (wie M. schon richtig gesagt hat). Sondern um ehrliche Feedbacks zu bekommen, wie auch immer die ausfallen. Das ist auch der Wert dieses Forums.

Schreib mal etwas über dich selbst!

26.05.2012 16:36 • #10


Zitat von prinzessin22589:
Also für mich ist es nicht klar, dass man seine Meinung durchsetzten will. Warum auch. Jeder kann manchen was er will, niemand muss Hilfe oder unterstützung annehmen und jeder hat das recht mit offenen Augen ins Unglück zu rennen oder sich es schlecht gehen zu lassen. Ich habe ehrlich gesagt kein interesse daran andere hier von meiner Meinung zu überzeugen.

Na ja..., liegt immer in der eigenen Betrachtung.

Wenn z.B. jemand Medikamente ablehnt und dann geht es ihm weiterhin nicht so gut, dann bedeutet das nicht automatisch, Hilfe abzulehnen oder nicht annehmen zu wollen. Und das es jemandem noch nicht schlecht genug geht, muss es auch nicht bedeuten.

Man ist auch nicht verpflichtet, durch z.B. die Einnahme von Medikamenten seine Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Man hat eine gewisse Mitwirkungspflicht, dazu zählt aber nicht die Einnahme von Chemie.

26.05.2012 16:44 • #11


Wenn manisch auch ohne Arbeitsfähigkeit selber finanzieren kann und nicht abhängig ist von der solidargemeinhaft, kann man machen was man will. Wenn man aber mitgetragen werden will von anderen, dann muss man sich die fragen schon gefallen lassen, ob man denn seiner mitwirkungspflicht in ausreichendem Masse nachgekommen ist. Medikamente sind da ja nur ein Teil von.

27.05.2012 13:33 • #12


Hallo

Bei mir hat die Mitwirkungsplicht (Krankenhaus, Therapie, Medikamente und
Vollzeit-Wiedereingliederungsmassnahme auf 1 Euro Basis) erst dazu geführt,
dass ich heute dauerhaft nicht mehr erwerbsfähig und in Rente bin.

Der Satz "Du warst ja schon einmal in der Klappsmühle, und so jemand will ich
hier in meiner Werkstatt nicht haben" von einem in Sozialarbeit und beruflicher
Wiedereingliederung geschultem Vorgesetzten, hat meine Einstellung zur Mit-
wirkungspflicht dauerhaft verändert.

Liebe Pfingstgrüsse, der Beobachter

27.05.2012 14:05 • #13


Das Thema könnte man in 100 Richtungen diskutieren.

Wenn jemand schuldhaft einen Unfall verursacht und dann fallen für die Krankenkasse 50.000€ Kosten an und nehmen wir mal an, der Verursacher ist noch so jung, der hat kaum was eingezahlt, dann trägt die Kosten auch die Gemeinschaft. Da sagt auch keiner "Selbst schuld, dann verrecke halt...". Und das kommt jährlich tausendfach vor bei uns.

Oder was ist mit einer Person, die 20 Jahre säuft, mehrere Entzüge macht, es nie schafft, abbricht etc. Das allein kostet schon Unsummen. Dann ist die Person nach 20 Jahren vielleicht fertig, viele Krankheiten, mal angenommen Verkalkungen am Herz, künstliche Herzklappe nötig etc. Allein dafür fallen in 12 Monaten mit OP und Reha und dem ganzen Zeug drumherum mal schnell über 100.000€ an.

Oder Raucher, wenn dann nachweislich der Lungenkrebs vom Rauchen ist. Das ist auch wahnsinnig teuer, weit über 100.000€ hab ich mal gelesen. Und allein dieses Schicksal haben jährlich zehntausende Raucher.

Es gibt jährlich tausende Fälle, wo manchen Leute eine gewisse Mitschuld tragen oder zumindest die Folgen billigend in Kauf nahmen. Und KEINER könnte die Behandlungskosten auch nur annähernd aus eigener Tasche zahlen!

Ich hatte solche Diskussionen schon, sogar neulich mit einem Neurochirurg. Der war der Meinung, lieber täglich Bromazepam nehmen, ein Benzo, Hauptsache, man funktioniert irgendwie und kann arbeiten. Das sagte der wirklich so! Ich hab das dann meinen Psychiater erzählt, der konnte es kaum glauben und meinte nur, der Kollege soll sich mal in den Kliniken Leute beim Benzoentzug ansehen.

Es gibt immer solche und solche und auch Leute, die es fast darauf anlegen oder Folgen in Kauf nehmen, sei es nun Raserei auf der Autobahn, gefährliche Sportarten, Alk., Dro., Rauchen.

Trotzdem macht man die Hilfe (medizinische Kosten/Hilfe, Hartz 4, EU Rente, Sozialhilfe etc.) nicht abhängig von einer Schuldfrage oder ob die Person nun z.B. Psychopharmaka (oder andere Medikamente) nehmen will oder nicht. Und nein, da muss man sich keine Fragen gefallen lassen.

Ich kenne einen, der ist seit 12 Jahren HIV+, er ist heute 36, hat noch nie gearbeitet, bekommt seit 8 Jahren Rente, weil er im Zusammenhang mit der Immunschwäche gleich ziemlich an Anfang Lymphdrüsen Krebs bekam, war ewig und mehrfach in Kliniken, mehrere Chemos etc. Er nimmt seit über 10 Jahren Medikamente, die monatlich um die 2000€ kosten. Das ist kein Scherz! Und mir ist bekannt, bei manchen Leuten ist es wesentlich teurer, 3-5000€/Monat.

Da stellt keiner eine Schuldfrage! Und in dem speziellen Fall kann ich zumindest sagen, er ist definitiv selbst schuld. Dazu kommt noch, er raucht stark, trinkt und nimmt immer mal Dro..
Zitat:
Bei mir hat die Mitwirkungsplicht (Krankenhaus, Therapie, Medikamente und
Vollzeit-Wiedereingliederungsmassnahme auf 1 Euro Basis) erst dazu geführt,
dass ich heute dauerhaft nicht mehr erwerbsfähig und in Rente bin.
Ja, ich kenne auch mehrere solcher Fälle.

27.05.2012 14:37 • #14


Huhu

Der von mir erlebte Fall ist hoffentlich ein Ausnahmefall.

Ich muss nur gerade daran denken, weil es heute genau 3 Jahre her ist.

Damals wollte ich mich zu meinem 50sten Geburtstag aus dem Leben verabschieden,
die Therapie, die Medikamente (Citalopram) und diese berufliche Widereingliederung
waren, in meiner eigenen Verantwortung und in eigenem Wunsch, ein letzter Versuch
aktiver Mitwirkung zu Widerherstellung meiner gesundheitlichen und sozialen Integrität.

Möglicherweise hat aber diese Erfahrung mein Leben gerettet und meine Depressionen
gemildert. Denn seit dieser Zeit kann ich meinen Ausstieg aus der Gesellschaft akzep-
tieren und spüre keine weitere Verpflichtung zur "Integrationsmitarbeit" mehr. Sogar
der Rentenversicherungsträger hat dies, nach Darlegung der Sache, verstanden.

27.05.2012 16:14 • #15


Na ja..., das mit der Integration oder besser gesagt, die Säulen, von denen Psychologen meist erstmal reden, da kommt es doch auch sehr auf die Diagnosen an. Mit den Säulen ist (meist) gemeint Beziehung/Familie/Freunde und Freizeit/Hobbys und Job.

Ein Gutachter (Psychiater) sagte mir mal, bei jedem Menschen müssen die Säulen aktiv sein und möglichst ausgeglichen. Ist bei einer Säule weniger Inhalt vorhanden, dann muss es an einer anderen Säule mehr sein. Ist nichts oder wenig da oder das Verhältnis ist nicht ausgeglichen, dann werden Menschen krank.

Als ich vor 3 Jahren in die Tagesklinik ging und erstmal Vorgespräch hatte, da meinte die Oberärztin auch: "Sie sind arbeitslos, Single, kein ausgeprägtes soziales Umfeld? Da müssen Sie ja krank sein!" Am Rande: arbeitslos war ich da gerade 4 Wochen.

In der Sache mag das alles stimmen, allerdings gibt es auch Fälle, da ist es nicht so und da wird ein Mensch erst richtig krank, wenn man ihm völlig verallgemeinernd o.g. Thesen (ich kann es nur noch so nennen) "aufdrückt", was man bei mir getan hat. Und das geschieht dann nicht selten von Psychiatern und Psychologen in völliger Ahnungslosigkeit und weil man sich mit Diagnosen kaum befasst oder bei der betreffenden Person einfach keine Ahnung hat.
Wer meint, ein Psychologe hat auf jedem Gebiet voll die Ahnung, irrt.

Und dann ist es eben Autismus, Asperger Syndrom, schizoide Persönlichkeitsstörung, vielleicht noch mit einem Schuss ADS/ADHS. Und schon lösen sich o.g. Säulen in Luft auf oder sind überhaupt erst der Auslöser für das schlechte Befinden.

Manchmal kommt man mit 0815 Psychologie nicht weit oder rennt von Therapie zu Therapie und nichts hilft, weil es die falschen Ansätze sind und keiner erkennt das (erstmal).

In machen Fällen ist weniger mehr.

27.05.2012 17:00 • #16


Christina
Zitat von crazy030:
Mit den Säulen ist (meist) gemeint Beziehung/Familie/Freunde und Freizeit/Hobbys und Job.

Ein Gutachter (Psychiater) sagte mir mal, bei jedem Menschen müssen die Säulen aktiv sein und möglichst ausgeglichen. Ist bei einer Säule weniger Inhalt vorhanden, dann muss es an einer anderen Säule mehr sein. Ist nichts oder wenig da oder das Verhältnis ist nicht ausgeglichen, dann werden Menschen krank.

Als ich vor 3 Jahren in die Tagesklinik ging und erstmal Vorgespräch hatte, da meinte die Oberärztin auch: "Sie sind arbeitslos, Single, kein ausgeprägtes soziales Umfeld? Da müssen Sie ja krank sein!" Am Rande: arbeitslos war ich da gerade 4 Wochen.
Das ist mitunter der (professionelle) Irrtum: Dass möglichst viel da sein müsse und/oder dass man von außen die "Qualität" der Säulen beurteilen könne. Darauf kommt's nicht an. Es geht nur darum, wie man selbst mit der jeweiligen Säulengestaltung klar kommt. Für einen völlig gesunden, aber introvertierten Menschen wären ein riesiges soziales Umfeld, Mitgliedschaft in drei Vereinen und ein Job mit vielen Kontakten tendenziell die Hölle auf Erden und würden ruckzuck in den Burnout führen.

Liebe Grüße
Christina

27.05.2012 17:24 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Ich Christina voll zustimm

Nicht die Menge der Säulen macht es, sondern die Qualität.

Aber eine WIRKLICH tragende Säule braucht jeder, ohne sie
wird ein längerfristiges (Über)leben nahezu unmöglich.

Eine besondere Kunst des Lebens, aber auch ein Therapieziel,
kann es sein, diese tragende Säule in sich selbst zu finden.

27.05.2012 17:50 • #18


HeikoEN
Viele Köche verderben den Brei.

Alt aber gut irgendwie, denn wenn man abseits von psychischen Problemen, z.B. ein organischen Befund hat und zu drei Ärzten geht, wird man in der Regel nicht drei gleiche Meinungen über den Befund und die dazugehörige Therapie bekommen.

Auch meine Erfahrung ist, wie Crazy schon schreibt, dass es weniger auf die Diagnose ankommt. Natürlich braucht die Ärzteschaft eine Diagnose, damit man grundsätzlich weiss worum es geht, aber der hiesige Standardkatalog ICD reicht z.B. gar nicht dafür aus, daher gibt es den DSM in der 4. Fasssung, der z.B. schon psychische Erkrankungen nicht in 10-20 vorgefertigte Musterkrankheiten presst.

Daher bin ich fest davon überzeugt, nur selber den Weg zu finden, weil niemand besser weiss, auch ein Arzt nicht, was für mich gut ist und was ich habe an Erkrankungen. Wenn man Ärzte und Therpeuten im psychischen Bereich als Helfer, Mittler, Begleiter versteht und auch akzeptiert, dass die Erkrankung die Eigene ist und man sonst niemanden auf der Welt dafür verantwortlich machen kann, finde ich, ändert sich etwas innerlich. Denn dadurch wird z.B. neben anderen Aspekten klar, dass man nur selber den Weg gegen kann, Erkenntnisse gewinnt usw.

Wie ist da Eure Erfahrung oder Einstellung zu?

28.05.2012 06:41 • #19


Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Eine Diagnose ist wichtig, aber auch den eigenen weg finden. Alle meine behandler wollten mir die Analyse Ausreden, da ja Verhaltenstherapie nun mal der klassiker ist. Auch eine dauermedikation wegen des abhangigkeitspotenzials. Ich wollte beides nicht weil ich VT auch nur als symptombehandlung sehe und bei einer dauermedikation ich nicht mehr einschätzen kann, ob die Ängste besser werden oder nicht. Dann können mir die Ängste nicht mehr helfen zu den Ursachen zu finden. Nun ja, für mich war es richtig und ich bin viele Jahre symptomfrei. Aber der weg dahin, Hölle, Therapie war viel schlimmer als jeder Panikattaken sein konnte.

28.05.2012 10:15 • #20



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