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Mich würden eure persönlichen Erfahrungen mit Psychotherapie sehr interessieren.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht ? Hat Euch die PT wirklich und dauerhaft geholfen und wie lange hat es gedauert ?

Vielen Dank für Eure Anwort.

03.08.2013 07:18 • 21.08.2013 #1


50 Antworten ↓


dauerhaft geholfen hat mir bisher keine Therapie, wenn sie geholfen hat dann immer nur kurzweilig.
komischerweise haben mir die wenigen, aber intensiven, Gespräche mit meiner Hausärztin und meinem Onkologen immer mehr geholfen als die endlosen, lahmen und sehr unfruchtbaren Gespräche mit Psychologen.
bin jetzt seit Mai 2011 auch nicht mehr in psychotherapeutischer Behandlung.
hatte jetzt Anfang 2013 eine sehr schwere Lebenskrise , dachte auch drüber nach wieder therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen aber was mich davon abgehalten hat war das dumme Drumherumgerede und all das was mit meiner damaligen Krise nix zu tun hatte.

Haustiere, große Brüder und gute Freunde sind besseren Therapeuten als alle anderen.

05.08.2013 19:40 • #2



Behandlungserfolg durch Psychotherapie ?

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Dein letzter Satz entspricht inhaltlich ziemlich genau, was mir neulich noch mein Psychiater sagte : Psychotherapie als Ersatz für familiäre Bindungen und soziale Kontakte.

Dass ich die zweijährige Langzeit-PT zwischenzeitlich als Langzeit-Gelabere wahrnehme wundert ihn nicht. Da kam eher Zustimmung von seiner Seite.

05.08.2013 19:53 • #3


Zitat von Kater Carlo:
Dein letzter Satz entspricht inhaltlich ziemlich genau, was mir neulich noch mein Psychiater sagte : Psychotherapie als Ersatz für familiäre Bindungen und soziale Kontakte.



05.08.2013 20:08 • #4


@Carlo,
vielleicht bin ich ein Ausnahmefall,oder hatte eine echt gute Therapeutin,
denn ich muss sagen,mir haben meine Therapien echt geholfen.
Natürlich habt ihr auch total recht,der Partner,die Familie und wirklich gute Freunde
haben Wesentliches beigesteuert.
Ich hatte aber einen langen Weg dahin,es waren viele,viele Jahre,
aber jetzt steh ich schon längere Zeit wieder voll im Leben,
auch beruflich und mit sehr wenigen Einschränkungen lebe ich mein Leben
wieder ziemlich normal.
Was ich noch anmerken möchte ist:
ich hab das Alles ohne Medikamente geschafft,worauf ich auch echt stolz bin!

05.08.2013 20:39 • #5


Zitat von MitSouKo63:
ich hab das Alles ohne Medikamente geschafft,worauf ich auch echt stolz bin!


da kannste auch stolz drauf sein,
ich hab aber auch noch nie psychisch wirkende Medikamente genommen.
halte da nicht viel von.
durch die Einnahme von Tabletten gehen sicherlich meine Sorgen nicht weg ....

05.08.2013 20:43 • #6


Zitat von ClicliDinoim:
Zitat von MitSouKo63:
ich hab das Alles ohne Medikamente geschafft,worauf ich auch echt stolz bin!


durch die Einnahme von Tabletten gehen sicherlich meine Sorgen nicht weg ....



Genauso sah und sehe ich das auch,ich denke,dass Tabletten eher dämpfen
und irgendwie die Persönlichkeit verändern,
aber auf keinen Fall die Ursache beheben.
Es ist immer wieder zu beobachten (und zu lesen),dass Tabletten nur kurzfristig
Besserung bringen,danach kommt die Krankheit immer wieder durch,ich glaube nicht,dass man die Seele mit
Medikamenten heilen kann!

05.08.2013 20:48 • #7


@MitSou :freunde: Nein, Du bist sicher keine Ausnahmefall, sehr vielen hilft die PT weiter. Und dass ist auch gut so.

Ich hatte unterschwelig die Befürchtung, besonders beknackt zu sein, weil sie mir persönlich kaum geholfen hat. Aber die ist offensichtlich unbegründet. :mrgreen:

05.08.2013 20:52 • #8


Zitat von Kater Carlo:
Ich hatte unterschwelig die Befürchtung, besonders beknackt zu sein


lass das mal Prof. Dr. Clicli Dino I.M. beurteilen,
der hat den besseren Durchblick WER hier beknackt ist und wer nicht!

05.08.2013 21:14 • #9


Ein klein wenig beknackt bin ich, werte Frau Professor. Basta.

05.08.2013 21:17 • #10


Zitat von Kater Carlo:
Ein klein wenig beknackt bin ich, werte Frau Professor. Basta.


es sei Dir gegönnt.

ein Ex hat vor Jahren mal zu mir gesagt dass er Menschen mag die einen Dachschaden haben und dadurch die Sterne sehen können .... nun, er hatte wohl unterschätzt dass man durch meinen Dachschaden das ganze Universum sehen kann. und ich liebe es !

05.08.2013 21:24 • #11


Huhu

Ich habe den Thread leider wegen Hitzschlag erst jetzt wahrgenommen.

Meine Erfahrung mit Therapie (in meinem Fall stationär) ist Folgende :

Eine Therapie ist eine geschützte und besondere Ausnahmesituation,
die ausserhalb des eigentlichen Lebensraums stattfindet.
Dort sind Menschen (zumindest einer: der Therapeut), dort ist Schutz,
dort hat man Zeit und relatives Verständnis etc.

Spätestens nach Beendigung der Therapie muss man aber wieder in
seinen normalen Lebensraum zurück.

Man kann daher in einer Therapie maximal (mit etwas Abstand) neue
Strategien für seine reale Existenz erlernen, Akzeptanz erwerben und
vielleicht etwas Kraft tanken.
Das Langzeit-Gelabere kann aber auf keinen Fall die Realität mit all ih-
ren Faktoren und Beziehungen ändern.

In letzter Konsequenz kann also jedes zufällige Ereignis, jede zufällige
Begegnung (auch eine mit einem Haustier) im realen Leben, die lang-
fristig erfolgreichere Therapie sein.

Liebe Grüsse, Beo, der heute sein eigener und einziger Therapeut ist

06.08.2013 12:26 • #12


Zitat von Beobachter:
Das Langzeit-Gelabere kann aber auf keinen Fall die Realität mit all ih-
ren Faktoren und Beziehungen ändern.


ja leider hat es immer den Anschein dass alle Welt von einem erwartet dass man nach einer Therapie 100% funktioniert. sehe ich anders. die ganzen Ups and Downs die das Leben so für jeden bereit hält lassen sich weder mit Tabletten noch mit paar netten Gesprächen aus dem Weg räumen.

06.08.2013 20:06 • #13


Huhu ClicliDinoim

Es ist natürlich auch unterschiedlich.

Bei einem klar bennenbaren Problem, welches sich hauptsächlich
im Verhalten äussert, kann eine Therapie auch helfen.

Mir selber hat 1985 eine Alk./Dro. geholfen.
Von damals 1-2 Flaschen Hochprozentigem, runter auf völlig abs-
tinent, bis heute und wohl auch für alle Zukunft.

Aber gegen meinen Asperger-Dachschaden, dem Brutkasten nach
meiner Geburt und der absoluten Horrormutter, dem alleine Leben
ohne Liebe, wird kein Gelaber der Welt helfen können.

PS :
Ein paar Wochen Nervenklinik, ein paar bunte Pillen, und schon
hat er wieder wie geschmiert zu funktionieren. Das hat man von
mir auch so erwartet, aber das würde ein neues Gehirn voraus-
setzen, und das gibt's in der besten Therapie nicht.

06.08.2013 22:22 • #14


@Beo : Ein klar definierbares Problem, ja, dann könnte es klappen. Aber bei meiner diffusen " Generalisierten Angststörung " ist es schwierig. Mich beschleicht so auch das Gefühl, dass die Therapeutin nach zwei Jahren keine Lust mehr hatte.

Obwohl ich gerne hingegangen bin und die Sitzungen als angenehm empfunden habe. ( Pünktlich bezahlt habe ich natürlich auch ).

Habe mich auf ein Leben mit Ängsten eingstellt und irgendwie auch eingerichtet. Geht irgendwie auch, und es gibt ja immer wieder wieder lange angstfreie oder zumindest angstarme Phasen.

Was Deinen früheren Alkkonsum betrifft : Respekt ! Davon loszukommen schaffen nur wenige........

07.08.2013 07:35 • #15


mir hat die therapie unheimlich viel weiter geholfen,meine familie aus der kindheit
ist verstorben und viele meiner freunde auch.durch den tiefen seelischen schock in meiner
glücklich geglaubten ehe,hat mich diese psychische krankheit befallen.
ohne proffesionelle hilfe würde ich diese ängste nicht überwinden können.
ich bin dankbar,so einen guten therapeuten nach langer suche gefunden zu haben.
annemarie

07.08.2013 08:02 • #16


man erzielt behandlungserfolge,aber es dauert seine zeit,so schnell bekommt man
dise ängste nicht in den griff,es erfordert harte arbeit und geduld mit sich selbst.

07.08.2013 08:04 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

@beo,ja ich bin froh,dich hier wieder zu treffen,dazu muss ich sagen,dass ich
weiss ab wann diese angstzustände aufgetreten sind,dies war ein klares benennbares problem,
die angstzustände sind durch einen shock in der ehe entstanden,du weisst dies ja alles.
aber das grundproblem der urangst in ohnmacht zu fallen kommt aus meiner kindheit.

nun ist dieses verborgene problem durch diesen schock zum tragen gekommen und ich
bin fleissig am arbeiten und ausgraben,ich werde die ängste besiegen,ich bin mir sicher,
aber dazu braucht es geduld und fleissige mitarbeit und einen therapeuten wo die chemie
stimmt und der etwas von seinem beruf versteht,denn das angebot ist breit gefächert
.
ich habe vor zwei jahren das telefonbuch in die hand genommen und viele viele angerufen,
mir die stimmen angehört usw. und beim richtigen gelandet.vielleicht kan man dies auch
als wink von universum bezeichnen,dass ich glück hatte,wennauch nicht in der ehe nach
25 jahren,wenigsten eine glücksträhne, indem ich den für mich passenden therapeuten
gefunden habe.
alles liebe
annemarie

07.08.2013 09:09 • #18


Huhu annemarie1 and all

Bei einem relativ klaren und benennbaren Traumata, so wie bei
dir der frühe Verlust der Familie und vieler Freunde, kann eine
Therapie sehr erfolgreich sein. (z.B. EMDR etc.)

Wenn aber multiple und kaum greifbare Ursachen zugrunde
liegen, dann gibt es kaum Ansätze, und die "Herrn Doktoren"
sind ihrer Arbeit bald müde.

Bei mir ist bis heute noch unklar, was zu meiner Problematik ge-
führt hat. Ererbte (genetisch) Authismusveranlagung von Vater,
völlige Isolation in meinen ersten 4 Lebensmonaten ("Brutkasten"
wegen Magen-Darm Verschluss bei Geburt) oder die emotionalen
Missbrauchserlebnisse durch meine Mutter.
Erkennbar (rückwirkend gesehen) waren meine "Probleme" be-
reits bei den ersten Sozialkontakten im Kindergarten (nur Angst).
Erstmals in medizinischer Behandlung dagegen war ich aber erst
im Alter von 42 Jahren, also viel zu spät.

Darüber hinaus bauen (so meine Erfahrung) Therapiegespräche
fast immer auf bestehende Sozialbeziehungen und/oder aktuelle
Interaktionen auf. Beides gab es bei mir damals aber nicht mehr.

Zusammengefasst:
Jeder Psychiater / Therapeut ist mit mir hoffnungslos überfordert.
Nicht selten kam es daher vor, dass ich nach der Therapiestunde
meinen Ärzten Trost und Kraft zusprechen musste.

Mein letzter Arzt in der psychosomatischen Klinik Giessen, hat mir
zum Therapieabschluss folgende Worte mit auf den Weg gegeben:

"Nimm dein Problem, und gehe MIT deinem Problem aufrecht durch
DEIN Leben"

Und genau dies (nicht mehr Kampf gegen mich selbst, sondern Ak-
zeptanz der Dinge) tue ich heute. Gelingt nicht immer, aber täglich
besser.

Ganz liebe Grüsse, Beo

07.08.2013 09:39 • #19


Um auf die Eingangsfrage von Werner zu antowrten:

Mir haben die Therapien letztendlich nicht sehr geholfen.

Es waren sieben Stunden systematische Therapie, die mir nur gezeigt haben, daß Angst durch Gedanken entsteht. Mehr kam dabei, außer 70€ Rechnung für jede Stunde nicht herum. Ich brach dann ab.

Dann hatte ich ja, wie einigen schon bekannt, eine Hypnotherapie, 25 Stunden, privat. Meine Threapeutin wußte dann auch nichts mehr, und meinte, ich bin geheilt. Was ich nicht so sehe. Aber auch sie hatte wohl keine Lust mehr, und sagte irgendwann mal, sie habe keine Lust auf eine "Unendliche Geschichte". Ich weiß nun nicht, was ich davon halten soll, der Spaß hat mich über zweitausend Euro gekostet, und ich ordne es derzeit unter Abzocke und Humbug ein.
Kann aber auch sein ,daß ich mich irre, es ist nur mein persönliches Empfinden.

Wir konnten alte Traumata auflösen etc, eben Dinge aus der Vergangeheit bearbeiten. Eine Weile lang war ich sogar angstfrei. Nur hat das nicht vorgehalten. Inwieweit mein Unterbewußtsein noch "greift" in einer Angstsituation, weiß ich nicht, ich habe es nicht wieder probiert. Richtig weitergebracht hat mich das dennoch nicht.

Mir hilft letztendlich gerade der private Austausch mit einem Mitglied hier, das sich meiner angenommen hat. Und dafür bin ich dankbar.

Zusammengenommen habe ich mir eigene Dinge, die mir helfen, aus sehr vielen Quellen, mir herausgezogen, was für mich in Frage kommt. Und so wird es langsam aber stetig besser.

Das Wichtigste ist, daß man sich ein sehr fundiertes Wissen aneignet, wie Angst "funktioniert" und was sie auslöst. Dann kann man Strategien entwickeln, die einem helfen. Und das heißt eben ausprobieren.

07.08.2013 10:02 • #20



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