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201705.07




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Hallo liebe Gemeinde,

ich bin 25 und männlich. Da in den vorgeschlagenen, ähnlichen Themen schon länger keiner mehr geantwortet hat, möchte ich für mein Leiden nochmals einen neuen Beitrag eröffnen. Es fing vor ca. 10 Jahren von heute auf morgen an, einfach aus dem Nichts. Ich musste früh morgens in der Schule auf Toilettte (groß) was insofern ja nichts Ungewöhnliches ist, nur leider blieb es nicht bei einem Mal. Nach dem 5. Toilettengang an diesem Morgen hatte ich zwar immernoch das Gefühl auf Toilette gehen zu müssen, nur war mein Darm ja schon leer sodass beim Stuhlgang nichtsmehr kam. Nun zum PROBLEM: Dieses Extrem tauchte ausschließlich in Situationen auf, in denen ich definitiv keine Chance hatte auf Toilette gehen zu können sprich : Intolerante Lehrer die der Auffassung sind, dass ein gesunder Mensch das locker 3 Stunden halten kann ohne dem Verlangen nachzugeben (was an und für sich vll sogar richtig sein möge aber leider nicht in meinem Fall) , Schulaufgaben bei denen ein Toilettengang ausgeschlossen war, die Busfahrt welche ca 45 min. dauerte). Nach ca. einer Woche in dieser neuen Situation begab ich mich zum Arzt. Hier wurde man natürlich wie immer nur freundlich belächelt und das ganze auf Ernährung, die Klogewohnheiten oder Irgendetwas anderes lächerliches geschoben. Mit dieser Erkenntnis und meiner Mum (welche das auch eher von der lächerlichen Seite betrachtete) startete ich in die folgenden 10 Jahre bis zum heutigen Tag. Was habe ich in dieser Zeit alles erlebt bzw. aus dem Problem gemacht: Peinliche Erlebnisse wie feuchte Unterwäsche blieben zum Glück rar. Es gab aber auf jeden Fall äußerst kritische Situationen wie Stehen im Stau, Zug- und Busfahrten, das Mitfahren als Beifahrer in Autos von Freunden, Kollegen, Prüfungen während der Ausbildung etc. Ich kann definitiv sagen dass das Verlangen, dringend und unaufhaltsam, groß auf Toilette zu müssen ausschließlich in Situationen kommt in denen mir die Kontrolle darüber genommen wird aufs Klo gehen zu können. Dabei ist auch egal ob ich morgens und den Rest des Tages in normalen Abständen groß auf Toilette gehe. Ich muss öfters kurz mit Kollegen irgendwo hin fahren was auch möglich ist. Dauert das Ganze jedoch länger als, na sagen wir mal ab 20-30 Minuten gehts bei mir im Bauch schon rund und ich überlege mir wo ich im Notfall das Schlimmste verhindern könnte. Fakt ist : ICH MUSS GEHEN und kann es in keinster Weise zurückhalten, keine Chance. Im Gegensatz dazu kann ich stundenlang durch den Wald laufen ohne diesen Drang zu verspüren, da ich hier jederzeit in die Büsche springen kann. Ich weiß dass die Schilderung bis hier hin ziemlich grob und auch unübersichtlich ist und möchte mich schon jetzt dafür entschuldigen. Ich bin in meinem Leben nur momentan weit am Boden angekommen da das nicht der einzige Umstand ist, der die Mauer vor mir immer höher werden lässt. Kann man sagen dass es auf den ersten Blick psychisch bedingt ist? Ich würde sagen JA. Aber selbst wenn, sollten die Muskeln im Darm nicht trotzdem fähig sein zu verhindern dass man in eine sehr peinliche Situation gerät? Ist hier schon Irgendjemand zu einer erfolgreichen Heilung dieses Problems durch Therapien, Medikamente oder spezielle Ärzte gelangt?


Danke im Voraus !

Auf das Thema antworten


1105
15
Niedersachsen
228
  05.07.2017 22:43  
Das kann sehr wohl psychischer Natur sein.
ich kenne es aus eigener Erfahrung, nicht mit dem Darm, sondern mit der Blase, jeder ist eben anders.

Ich steiger mich da oft richtig rein.....

Danke1xDanke




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1
  06.07.2017 11:27  
So. Da ich die ganze Geschichte nun irgendwie ja angehen will/muss war ich heute beim Arzt. Dieser schrieb mir eine Überweisung zu einer proktologischen Untersuchung. Ebenfalls empfahl er mir den Gang zu einem Psychologen bezüglich einer Verhaltenstherapie, wobei hier wohl eine erhebliche Wartezeit auf einen Therapieplatz einzuplanen ist. Ich halte euch auf dem Laufenden.



1105
15
Niedersachsen
228
  06.07.2017 11:46  
Das sind 2 sehr gute Ansätze.
Leider muß man auf einen Therapieplatz lange warten.

Danke1xDanke


3
aachen
2
  16.12.2017 03:46  
Hi broken,
Oh Mann....ich kenn das nur zu gut. Hab genau die selbe "kakke" am Schuh.... Sobald ich ausm Haus bin gehts los "Hier ist ja keine Toilette...Mist..was könnte ich machen, falls ich müsste..." und schon gehts los. Tausende Situationen..Mit dem Auto im Stadtverkehr, im Bus auf dem Weg zum Flugzeug (auch ein ganz besonderer Ort, da ich etwas unter Flugangst leide und sich dies Minuten vor Abflug in langen und mehreren Toilettenbesuchen zeigt). Nunja. Bei mir ists definitiv ne Kopfsache, da das Leben in Toilettenumfeld total problemlos ist. War beim Psychater, der hat sich aber erstmal die Zeit genommen, mich zu analysieren, Familienverhältnisse zu erforschen und was weiss ich noch unwichtigen Kram zu bereden - natürlich ohne Fazit nach 4 Sitzungen. Zur fünften bin ich dann aber auch nicht mehr hin. Blöder Fehler meinerseits, ja...Aber auch immer in die Stadt zu fahren war stressy für mich, also hab ichs einfach sein gelassen. BlaBlaBla.
Hier meine Tips, die ich mir angewöhnt hab: 1. Flasche Wasser dabei haben. Ganz seltsammer Kopftrick: Musstest Du jemals kacken (<- ist die schreibweise so OK? bin neu hier), während Du getrunken hast? Ich nicht ;-)
2. Ich habs raus, mich irgendwie in einen Dämmerzustand zu versetzen..also sowas wie halbschlaf. Denn: Ich musste noch nie aufs Klo während ich beim Einschlafen war.
3. Ich fange langsam an, mit meinem Darm zu "reden". Natürlich nur im Kopf. Also nimmt mein Gehirn quasi Kontakt mit ihm auf. Wichtig hierbei ist, dass Du es irgendwie visualisieren kannst - somit hat dein Hirn einen "echten" Ansprechpartner. Und dem sage ich dann, dass er mal nicht so ein stress machen soll, weil ich je gerade erst aufm Klo war, etc. Auch so eine Art Befehl geben wie "jetzt arbeite mal in die andere Richtung" klappt echt gut. Nur wie erwähnt, muss Du das visualisieren - Dir einen Anschnitt Darm in deinem Bauch vor Augen führen, damit das Dein Ansprechpartner ist. (Au Mann...hört sich echt straaange an...aber hilft wirklich!)

Aber leider hiltfs nicht immer. Das letzte blöde Erlebniss hatte ich vor ca. 3 Monaten, als ich etwas kaufen wollte, worauf ich mich meeeega gefreut hatte. Da kam die Vorfreudenervosität und liess mich rechts ranfahren, um mal richtig toll auf den Gehweg zu K******! Sowas wünsch ich keinem! mannmannmann. Seit dem ists wieder wesendlich schlimmer, ausm Haus zu gehn, weil ich ja "schiss" vor der Wiederholung dieses Erlebnisses habe.

..und hier noch meine Theorie, warum das alles so ist: Ich glaube, der Körper will sich leichter machen, damit er schneller vor einer eventuellen Gefahr flüchten kann! Also liegt der Schlüssel darin, dem Körper klar zu machen, dass es gar keine Gefahr gibt. Gibts irgendwelche Pillen, die jmdn die generelle Angst nehmen?

lg,
Alex

Danke1xDanke


23
4
Sachsen
1
  16.12.2017 04:08  
Geh zum Gastroenterologen und ggf. zum Psychotherapeuten. Verlierst du dabei auch Blut?

lg

Danke1xDanke




5
1
  17.12.2017 10:46  
Zunächst Danke an Alex für die umfangreiche Antwort. Ich kann mich durchaus in der ein oder anderen Situation wiederfinden :(. Seit der letzten Antwort meinerseits ist ein wenig Zeit ins Land gegangen und es ist nicht wirklich viel Gutes dabei herausgekommen. Eher im Gegenteil. Bin nun seit 5 Monaten auf der Suche nach einem Therapieplatz für Psychotherapie mit dem Ergebnis dass es trotz Krankenkasse und KV (B) absolut unmöglich ist auch nur annähernd einen Termin zu ergattern. Vorgespräche sind sehr Wohl kein Problem, jedoch ist der früheste Therapiebeginn ab April 2018 erst möglich. Bin mittlerweile in der stationären Psychiatrie angekommen da Gewichtsverlust 10 Kg in 2 Wochen und nichtmal Aussicht auf einen ambulanten Therapeuten. Die Versorgung diesbezüglich lässt hier auch sehr zu wünschen übrig und ist selbst nach Entlassung trotz Entlassmanagement vom Patienten selbst weiter zu organisieren. Im Moment weiß ich nichtmehr wo mir der Kopf steht. ADs werden genommen. Um zum eigentlichen Übel zurückzukehren, war noch zur Darmspiegelung, ohne Befund und Alles i.O. Problem lässt sich nun mehr als eindeutig psychisch bestätigen. Hier steht m.E eine sehr schwierige Kindheit im Vordergrund, die aufgearbeitet werden sollte. Leider ohne Therapeut nicht möglich. Hatte wie bereits erwähnt auch schon grenzwertige Erlebnisse bei denen ich mich mitten in der Stadt entleeren musste und in der Not nur noch einen Busch gefunden habe. Solche Erlebnisse sind die Hölle und schränken soziale Kontakte in höchstem Maße ein. Soll man sich denn wirklich damit abfinden? Ich kann Soetwas in meinem Alter einfach noch nicht akzeptieren :(

Lg



623
18
443
  17.12.2017 12:21  
Was mir in den Sinn kam;

Eigentlich ist das ganze Übel worum es hier in diesem Forum geht alles auf das" fast Gleiche"zu schieben.

Wir fühlen uns (*jeder aus anderen Gründen) durch "Irgendwas" in bestimmten Situationen (*jeder in einer anderen) unsicher!

Im Supermarkt z.B. In der Warteschlange.
Was passiert in solchen Situationen?
Wieso bekommt man gerade hier das Gefühl, gleich umzukippen? Das Herz rast, es wird einem schwindelig und gerät in Todesstarre.
Warum jetzt?

Oder beim autofahren auf der Autobahn.
Luftnot und Herzrasen. Todesangst.

Dein Beispiel mit dem massiven Stuhldrang zeigt es ganz deutlich, wie stark diese Gefühle und vor allem Gedanken die Psyche und sogar den Körper "im Griff" haben!

Angst vor "Irgendwas" fängt im Kopf an.
Es sind erstmal Gedanken die entstehen, weil Irgendwas an "diese momentane Situation" erinnert und sei es " nur" unterbewusst.

Diese Gedanken werden Gefühle und schon befindet man sich quasi in dieser "dasSchlimmstewaspassierenkann Situation,"!

Nur warum?

Weil wir uns in diesem Moment in irgendeiner Form gefangen fühlen.

Wahrscheinlich haben wir in unserer Kindheit eine längst vergessene oder unterdrückte Erfahrung in einer einer ähnlichen Situation
gemacht.

Oder man hat von unvorsichtigen Erwachsenen schockierende Gespräche mitbekommen.

Mein Vater hat mir früher immer vom Krieg erzählt. Ich hatte immer Albträume von Flugzeugen, die Bomben abgeworfen haben.
Selbst wenn ich nur ein Flugzeug gehört habe geriet ich schon in Panik.

Habe auch oft Gespräche mit anhören müssen, wo es um schlimme Krankheiten ging.
Deswegen die Panik vor Krankheiten?

Die Angst in einer Situation wo "Es" nicht passieren darf ist meiner Meinung nach en Schrei nach Sicherheit!

Ich denke weiter drüber nach....

Danke1xDanke


1841
1
1215
  17.12.2017 12:33  
Die Psyche kann den Körper ganz schön beeinflussen. Ich kenne auch das Phänomen, dass man bevor man das Haus verlässt brav noch mal aufs Klo geht und dann unterwegs kommt wieder höllischer Druck.
Oder ich gehe auf ein Konzert, stehe da den halben Tag an und meine Tage verschieben sich so, dass sie natürlich genau da dann eingetrudelt sind.
Ich sage dann immer mein Körper will mich trollen. :roll:

Danke2xDanke


12095
7
11171
  17.12.2017 13:10  
Für mich lag der Schlüssel zu dem Thema in einem koordinierten Alltag. Regelmäßige Mahlzeiten = regelmäßiger Stuhlgang und die Unterwegsgefahr minimiert sich. Natürlich ist sie nicht ganz weg, aber steuerbar. Es ist eine Tatsache, daß der Körper sich erleichtern will, wenn er in den Flight or Fight Modus umstellt.

Sog. Reizdarm habe ich auch und schon seit der Jugend. Es gibt tatsächlich viele Nahrungsmittel, die mir das Leben schwer machen und das sind vor allem Oligosaccharide. Die machen jedem Menschen Beschwerden (Kohl, Hülsenfrüchte), aber vielen eben besonders zu schaffen. Schon die Mischung Rosinen und Getreide in einer Mahlzeit sind meinem Darm zu viel, ebenso Sorbit und das ist leider auch in natürlicher Variante in vielen Obsten drin, aber auch in scheinbar harmlosen Medikamenten (z.B. Eisenpräparate).

Danke1xDanke

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