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Lanali
Ich weiss , es gibt genügend Themen dieser Art. Aber ich fühle mich hier am meisten verstanden.

Ich hatte meine Panikstörung für einige Wochen sogar ziemlich gut im Griff. Klar war jede Situation außerhalb der 4 Wände herausfordernd, aber ich hab es gepackt und meistens war es sogar sehr gut ! Also entweder nur ganz leichte Symptome, mit denen ich ganz gut zurecht kam. Oder auch mal gar keine.

Und seit ca 1-2 Wochen trifft es mich mit voller Wucht! Es fing an mit einer starken PA die ich draußen hatte, wahrscheinlich konnte ich die Hitze einfach nicht haben. Bin die nächsten Tage trotzdem brav raus & die PA häuften sich . Habe mich trotzdem immer aufgerappelt bekommen.

Gestern zb sind die Symptome bei einer schönen Unternehmung nahezu verflogen. Allerdings ist mir ziemlich schwindelig zur Zeit.

Heute ist so ein Tag , an dem ich merke dass ich Paniktechnisch wieder ganz am Anfang bin. Mir ist massiv schwindelig draußen, mir fällt es zunehmend schwer rauszugehen, egal wie positiv ich es drehe und wende - draußen tritt Panik auf mit extremen Schwindel. Das ist gerade so der Punkt an dem ich merke die Exposition macht es derzeit nicht besser. Mit ihr sammel ich unzählige negative Ereignisse im Moment. Sonst war ich immer total glücklich wenn eine Exposition stattgefunden hat. Mittlerweile ist es einfach wie damals am Anfang der pure Horror. Draußen zu sein fühlt sich unerträglich an und der Schwindel bohrt und drückt im Kopf.

Bin gerade einfach nur froh zu Hause zu sein. Fühle mich zwar immernoch etwas schwindelig aber es fühlt sich nicht mehr so bedrohlich an und die Panik bleibt im Rahmen. Vielleicht morgen tatsächlich mal einen Ruhetag einlegen und komplett runterfahren ?

05.08.2021 16:39 • 06.08.2021 #1


15 Antworten ↓


Sydaemeni
Zu oft und zu viel kämpfen kehrt alles ins Gegenteil.
Hast du ja selbst bereits gemerkt. Was sonst gut war is aktuell gekippt.

Ich würde mir n tag nehmen und durch schnaufen aber die Entscheidung kannst nur du treffen.

05.08.2021 16:47 • x 1 #2



Panikstörung - Massiver Rückschlag ?

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Lanali
Zitat von Sydaemeni:
Zu oft und zu viel kämpfen kehrt alles ins Gegenteil. Hast du ja selbst bereits gemerkt. Was sonst gut war is aktuell gekippt. Ich würde mir n tag ...

Ich war draußen ohne Ende, egal wie es mir an dem Tag ging. Vor allem aber an den guten Tagen, da ich positive Erlebnisse sammeln wollte. Oft hat das Wunder bewirkt & ich hatte Angst dass durch Rückzug alles schlimmer wird. Aber jetzt bleibt mir fast nur der Rückzug. Kann das nicht beschreiben, jede Sekunde draußen war heute so richtig unerträglich im wahrsten Sinne. Noch nie erlebt dass mein Körper bzw meine Psyche sich so massiv gewehrt hat.

05.08.2021 16:52 • #3


Sydaemeni
Und wieder beantwortest du dir deine frage doch..
Sich etwas aussetzen wodurch die psyche sich im Endeffekt beruhigt is eine Sache, wenn sich die psyche nur noch wehrt dann muss man mal ein wenig selbstfürsorge walten lassen. Bringt doch so nix

05.08.2021 17:04 • x 1 #4


Icefalki
Ändere deine innere Bewertung. Du hast die Angst, die hast du auch noch ne Weile.

Und keine Angst oder nur wenig Angst haben, ist reine Tagesform. Heisst nicht, jetzt wird es besser. Deshalb dranbleiben, evtl. weniger tun, aber, egal, wie beschissen es war, du steckst deinen Kopf da raus und darauf darfst du stolz sein.
Ich hab den gleichen Fehler gemacht, dass ich zwar wie doof gekämpft habe, aber beinahe daran verzweifelt bin, ständig alles aushalten zu müssen.

Der Grund war, diese Angst nicht haben zu wollen, anstelle zu akzeptieren, dass die jetzt eben vorhanden ist und dass man trotzdem........ Diese Sichtweise kam erst später.

Trotz Angst und den ganzen Symtomen irgendwie weiter zu machen, ist nämlich das krasse Gegenteil dessen, was man über sich selbst denkt. Hat nix mehr mit Feigheit oder Angsthasentum zu tun, sondern ist echt mutig.

Du dachtest, prima, wenn ich mich zwinge, wird alles besser, geht wie von selbst weg. Geht es nicht, weil du eine Angsterkrankung hast und die nicht akzeptieren möchtest.

Ich weiss, ist alles leicht gesagt, aber drinnen wird es nicht besser. Versuche es mal mit joggen. Renn die Angst raus. 100 m für den Anfang reichen da voll, wenn du nicht sportlich bist. Und gleich nochmals zurück. Dann ist das Adrenalin für den Moment draussen und du hast was getan.

05.08.2021 17:06 • x 5 #5


Lanali
Zitat von Sydaemeni:
Und wieder beantwortest du dir deine frage doch.. Sich etwas aussetzen wodurch die psyche sich im Endeffekt beruhigt is eine Sache, wenn sich die ...

Also ruhig mal einen Gang zurück?

05.08.2021 18:18 • #6


Sydaemeni
Wie @Icefalki schon schreibt..

Man muss die angst annehmen.
Du kämpfst gegen sie. Das is löblich aber nur der halbe Weg.
Also schalt ruhig mal einen gang zurück und versuch "dich mit deiner angst vertraut" zu machen.
Klingt blöd aber sie ist nicht ohne grund da...
Wenn du lernst sie an zu nehmen und mit ihr zusammen zu arbeiten wirds auch leichter.

Und solange du nicht ins alte muster fällst spricht doch nichts gegen einen tag Auszeit von der Kämpferei. Das hält man auch nicht ewig aus und es löst neuen Druck und Angst aus.

05.08.2021 18:22 • x 2 #7


Lanali
Zitat von Icefalki:
Ändere deine innere Bewertung. Du hast die Angst, die hast du auch noch ne Weile. Und keine Angst oder nur wenig Angst haben, ist reine Tagesform. ...

Finde es schwierig da den richtigen Weg zu finden manchmal..
Aber stimmt , habe immer getreu nach dem Motto "Jetzt war es einige Tage besser, jetzt geht es bergauf" gedacht. Ohne zu bedenken dass das einfach nur reine Tagesform ist. Nur dass die Tagesform zur Zeit eindeutig schlechter ist ... Habe einfach Angst vor den Symptomen & ich weiss das ist das Problem. Aber wenn ich draußen bin und mir so massiv schwindelig wird, weiss ich nicht wie ich mich dann runterfahren kann. Mir bewusst zu machen dass nichts passiert, klappt an den schlechten Tagen bzw in den schlechten Momenten nicht.. Hatte heute das Gefühl kaputt zu gehen, mein Kopf war so voller Schwindel. Das Rausgehen wirkt wieder bedrohlicher durch die letzten Tage ... Und das kriege ich noch nicht aufgelöst. Deshalb dachte ich dass 1-2 Tage massive Entspannung helfen könnten um das ganze wieder aufzulockern...

05.08.2021 18:23 • #8


Lanali
Zitat von Sydaemeni:
Wie @Icefalki schon schreibt.. Man muss die angst annehmen. Du kämpfst gegen sie. Das is löblich aber nur der halbe Weg. Also schalt ruhig mal ...

Okay den Tag werde ich mir dann definitiv nehmen.. Ich habe so große Probleme damit die Symptome nicht mehr als bedrohlich zu empfinden. Bzw schaffe ich das mittlerweile bei leichten Symptomen. Aber je stärker , desto schlechter kann ich damit umgehen .

05.08.2021 18:26 • #9


Icefalki
Weisst du, was wir alle falsch machen? Wir bewerten die Symtome, die Gedanken, die wir dabei haben, was andere von uns denken könnten, wenn.. , usw..

All das befeuert die Angst. Der Mist giesst noch Benzin ins Feuer. Stell dir deine Angst mal als gebrochenen Bein vor, da gehst du an Krücken draussen rum, humpelst wie blöd, hast vielleicht sogar Schmerzen, musst dich mal hinsetzen und all das darf geschehen, weil du dir den Haxen gebrochen hast.

Nur bei der Angst, einer Erkrankung der Seele, stellen wir uns so doof an. Nur kein Aufsehen, nur keine Blösse, nur nicht zugeben, dass die Seele gebrochen ist und wir genauso rumhumpeln und uns quälen. Sag mir da mal den Unterscheid, was Leiden und Schmerzen angeht.

Nur du alleine kannst hier deine Bewertung ändern. Es ist eine Erkrankung, die keiner von uns freiwillig verursacht hat, keiner wollte, keiner was für kann. Mindestens 25% der Bevölkerung in Deutschland leiden einmal im Leben an einer Angsterkrankung.

Und 25%! schämen sich oder meinen, dass das was "Besonderes" wäre, nur, weil's besonders peinlich ist, oder was?

Werde eine von den 25%, die ihre Angsterkrankung akzeptieren kann und begreift, wieviel Mut in jedem von uns steckt, trotz allem, dranzubleiben.

Kommt Schwindel, setz dich hin. Kommt Angst, bewege dich, dadurch baust du sie ab. Und wenn du denkst, andere könnten denken, dann lass andere denken, dein Denken konzentriert sich darauf, Angst akzeptieren zu lernen. Denk an die 25 %!

Ein Viertel der Bevölkerung, Mensch, das ist doch mal ein Wort.

05.08.2021 19:12 • x 6 #10


Lilith8990
Zitat von Icefalki:
Weisst du, was wir alle falsch machen? Wir bewerten die Symtome, die Gedanken, die wir dabei haben, was andere von uns denken könnten, wenn.. , ...

Kann ich nur zustimmen. Ich habe meine Angst heute auch dezent den Mittelfinge gegeben.
Bin ja zurzeit in der Tagesklinik und muss ich einiges an mir machen aber die Denkweise ist schon wichtig bei der Angst.

05.08.2021 19:17 • x 1 #11


Lanali
Zitat von Icefalki:
Weisst du, was wir alle falsch machen? Wir bewerten die Symtome, die Gedanken, die wir dabei haben, was andere von uns denken könnten, wenn.. , ...

Danke das bringt mir die Sache näher ! Dadurch akzeptiert man irgendwann die Angst, dadurch ist sie irgendwann weniger bedrohlich. Vielleicht verabschiedet sie sich ja dann irgendwann..

Aber das stimmt.. Der Leidensdruck , der Schmerz alles dasselbe. Wahrscheinlich noch schlimmer bei Psychischen Krankheiten. Weil man bei einem gebrochenen Bein weiss dass es in 6 Wochen wieder in Ordnung ist zb. Und ja das stimmt, da wird alles akzeptiert von Krücken bishin zu Pausen. Und wir wollen durchhalten, rennen und so tun als wäre alles in bester Ordnung.

Weisst du zufällig auch woher der Schwindel rührt ? Habe gelesen kommt durch die schnellere Atmung. Aber wenn man rausgeht und direkt schwindel spürt, ist das dann nicht einfach die Anspannung ? Hier zu Hause habe ich auch wieder zwischendurch diesen Schwindel. Nur dass er dann einfach da ist. Nicht bedrohlich oder so. Da sieht man wieder was Bewertung ausmacht..

05.08.2021 20:05 • #12


Lilith8990
Habe ich sehr oft, soll von Stress und psychischer Belastung sein. Und ich trinke sehr wenig am Tag.

05.08.2021 20:18 • x 1 #13


Icefalki
Zitat von Lanali:
Weisst du zufällig auch woher der Schwindel rührt ?


1. Durch die Angst verspannt du dich automatisch. Ich wette, du ziehst deine Schultern hoch. Durch Anspannung kommt Verspannung, dadurch Minderdurchblutung, dadurch Schwindel.

2. Angst ruft auch Schwindel hervor, da man ja meint, dass man keinen Halt mehr hätte. Dadurch achtet man mehr auf alles und dadurch wird man noch unsicherer.

3. Keine Ahnung ob du dabei schneller atmest. Trag ne FFP3 Maske, da musst du eh mehr atmen.

05.08.2021 22:49 • x 1 #14


Lanali
Zitat von Icefalki:
1. Durch die Angst verspannt du dich automatisch. Ich wette, du ziehst deine Schultern hoch. Durch Anspannung kommt Verspannung, dadurch ...

1. Oh sehr gute Frage, da muss ich mal drauf achten. Ist mir nicht bewusst ob ich die Schultern hochziehe. Interessant, so habe ich noch nicht gedacht.

2. Okay dann packe ich den Schwindel mal in die Angstschublade mit rein. Dann kann der abgehakt werden .

3. Nehme extra immer nur die dünnen OP Masken !

05.08.2021 22:57 • x 1 #15


Lanali
Vorher war bei mir im Fokus "Du kippst um weil dein Kreislauf zusammenbricht".
Jetzt ist es "Du kippst um vor Schwindel".
Irgendwie fokussiert man sich schnell auf ein Symptom , was kürzlich aufgetreten ist oder? Also das was gerade so aktuell ist verinnerlicht man & versteift sich darauf?
Mache mir heute einen ruhigen Tag zu Hause . Lesen , entspannen, ein wenig aufräumen. Vielleicht kann ich dann mal den Fokus vom Schwindel wegnehmen.

06.08.2021 10:21 • #16



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