Cap
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Mein Freund und ich sind seit fast 2 Jahren zusammen, wir sind beide 21 aber kennen uns seit dem wir 14 sind. Er hat Schizophrenie mit 16 diagnostiziert bekommen aber ich habe ihn vor seiner Krankheit kennengelernt und es war dazwischen auch lange Funkstille, so dass ich erst kurz vor unserer Beziehung (also mit 19) von seiner Diagnose erfahren habe. Ich muss ehrlich sagen wir haben nie viel über seine Krankheit geredet was, wie ich heute erkenne, ein großer Fehler war. Er ist aber nun mal ein Mensch der sehr abgeklärt und im Reinen mit sich selbst wirkt weshalb ich nie das Gefühl hatte das er großartig anders ist oder viel darüber zu sprechen braucht, weil nun mal immer alles normal war. Klar manche Dinge sind anders wie in einer normalen Partnerschaft, er will nicht wirklich weg gehen, trinkt keinen Alk., mag keine großen Menschenmengen sondern lieber seinen Geschützen Raum, bracht viel Zeit allein und manchmal hat es sich so angefühlt als wäre er weit weg von mir obwohl er direkt neben mir gesessen hat. Aber ich hab ihn einfach gelassen und das so akzeptiert, nicht aus Ignoranz sondern weil ich ihm das Gefühl geben wollte das es mir nichts ausmacht das er krank ist und ich ihn so liebe wie er ist.
Doch vor 1 Monat hatten wir einen Streit wegen etwas eigentlich irrelevanten, aber es hat sich so zugespitzt, weil ich das Gefühl hatte er versteht nicht was ich ihm sagen will und ich hab immer mehr Druck gemacht und hab immer mehr Fragen gestellt, weil ich einfach nicht verstanden habe warum er mich nicht versteht. Aber je mehr ich ihn gedrängt habe desto weiter hat er sich von mir distanziert, bis er mich in Konversationen nur noch angeschwiegen hat während ich heulend neben ihm zusammengebrochen bin und er auf meine Nachrichten nicht mehr reagiert hat. Ich habe leider zu spät erkannt das er wegen seiner Krankheit so reagiert, wie er eben reagiert und wollte dann zurück rudern. Ich hab ihm gesagt das ich für ihn da bin und wir uns treffen können aber auch nicht müssen, wenn er nicht will und das er sich keinen Druck machen soll, sondern sich einfach melden soll wenn es ihm besser geht. Aber ich glaube da war es schon zu spät. Er war anders, wie ausgewechselt, als ob ich einem fremden in die Augen schaue, ohne Mimik oder jegliches Gefühl und er meinte auch er kann gerade nicht wirklich was empfinden. Das ging 3 Wochen so. Vor einer Woche haben wir uns dann noch mal getroffen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe und wissen wollte was jetzt mit uns ist. Er hat dann mit mir Schluss gemacht weil er meinte, so wie es ihm grade geht kann er in keiner Beziehung sein und es wäre ihm alles viel zu viel. Ich hab gesagt ich kann ja auf ihn warten bis es ihm besser geht (weil er meinte er liebt mich noch und es liegt nicht an mir) aber das wollte er nicht, warum auch immer, vielleicht hat er die Trennung als einzigen Weg gesehen um sich zu schützen. Für mich ist jedoch eine Welt zusammengebrochen, vor ein paar Wochen haben wir noch darüber geredet zusammen zu ziehen und auf einmal schmeißt er mich einfach aus seinem Leben. In unserer Beziehung war alles so schön und harmonisch und von heute auf morgen hab ich alles verloren. Ich versuche bis heute zu verstehen was in den letzten 3 Wochen passiert ist und was falsch gelaufen ist. Er kann es mir nicht erklären, hat er selbst gesagt, aber ich brauche eine Erklärung. Irgendwas was mir hilft zu verstehen was gerade bei ihm passiert und was ich am besten tun soll - ihn in Ruhe lassen, damit er erst mal mit sich selbst klar kommen kann oder ihm meine Liebe und Fürsorge zeigen damit er weiß das ich ihn akzeptiere wie er ist, auch wenn ich es nicht ganz nachvollziehen kann.
Ich hoffe vielleicht kann mir hier einer helfen und mir erklären was eventuell gerade in seinem Kopf vorgeht auch wenn ich weiß das die Krankheit individuell ist und es bei jedem anders ist.
LG
• • 27.12.2025 #1
