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Tinka01
Hallo,

mein Mann hat jetzt den 7. Tag 37,5 mg Trevilor retard Kps. morgens genommen...und er kommt mit den zahlreichen NW nicht zurecht (ständige Übelkeit, Zittern, Muskelzucken Arme/Beine, Sehstörungen, Halsenge, Druckgefühl im Kopf, beginnende Aggressivität). Er möchte davon wieder weg und kann sich ein Erhöhung einfach nicht vorstellen...zumal dann die NW auch noch schlimmer werden....?
Ob er das nach so kurzer Einnahme einfach so weglassen kann, oder sollte der evtl. doch lieber die Kügelchen in der Kapsel zählen, damit er erstmal halbiert?

Bitte um eure Erfahrungen!

Danke und LG

06.05.2016 19:55 • 02.08.2016 #1


62 Antworten ↓


MrsAngst
Wenn er mit dem Medikament nicht zurecht kommt soll er unbedingt mit dem behandelnden Arzt reden und dieser wird dann dann auch sagen können ob er sie ausschleichen soll. Sowas muss individuell entschieden werden, da werden wir dir keine Antwort geben können da wir keine Ärzte sind.
Außerdem kann er mit dem Arzt gleich reden, ob er vielleicht ein anderes Medikament nehmen soll.

06.05.2016 22:01 • #2



Trevilor/Venlafaxin ausschleichen

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Hallo Tinka01

Ich persönlich würde mal so 2-3 Tage die Kügelchen halbieren und es dann ganz weg lassen.
Bei der kurzen Einnahme würde es bestimmt auch von Heute auf Morgen gehen aber sicher ist sicher.

Er sollte dann aber dringend einen Termin bei seinem Psychiater machen um gegeben falls ein neues Medi zu bekommen.

Alles Gute für deinen Mann

07.05.2016 12:07 • #3


Tinka01
Er hat doch noch nicht aufgegeben! Heute am achten Tag ist der erste Tag, an dem er sich etwas besser fühlt! Der Arzt hat ihm abgeraten jetzt schon aufzugeben und er soll bis zum nächsten Wochenende auf 37,5 mg bleiben und erst auf 75 mg hochdosieren, wenn er ein paar Tage mit 37,5 mg stabil ist. Zur Unterstützung soll er morgens mit der Trevilor zusammen 0,5 mg Lorazepam zusammen nehmen während der Einschleichphase, damit das Zittern und die Unruhe nicht so extrem werden...hoffentlich wird das Aufdosieren dann nicht mehr so schlimm...

07.05.2016 18:05 • #4


Wie lange soll er denn das Lorazepam nehmen? Lorazepam ist ein Benzo und macht ziemlich schnell abhängig, also Vorsicht!

07.05.2016 22:02 • #5


Tinka01
Nur während der Eindosierphase und dann wieder runter davon. Wird in Kliniken ja auch nicht anders gehandhabt und da ist ne 0,5 mg Lorazepam eine "homöopathische" Dosierung, die geben dort z. T. die 4fache Menge......

08.05.2016 08:44 • #6


Hallo Tinka01

Dieses Aufdosieren kann wirklich hart sein.
Super,dass er es nun doch weiter nimmt und es ihm besser geht.

Wie laxus schon schrieb,wird dein Mann ja eine längere Einschleichphase haben und da wird er hinterher wohl einen kleinen Entzug haben.Eine Abhängigkeit besteht schon nach ca. einer Woche.
Er soll bitte bei der Dosis bleiben.

Alles Gute

08.05.2016 13:16 • x 1 #7


Tinka01
Hallo DieAlex,

ich hoffe sehr, dass das Aufdosieren gut geht, heute Tag 9 ist wieder nicht so pralle. Ist das eigentlich normal, dass die Tage so schwankend sind beim Einschleichen was die NW angeht? Das wirft ihn immer wieder zurück und er fragt sich dann, ob und wann das Aufdosieren überhaupt jemals klappen wird...!

Die Lorazepam will er auf keinen Fall erhöhen, 1 mg würden ihn wohl umhauen, er ist ja schon von den 0,5 mg beduselt, gerade am Anfang, wenn's anfängt zu wirken. Später dann im Laufe des Tages geht's. Beim Absetzen wird dann ein paar Tage geviertelt bis er wieder auf 0 ist. Das werden wir dann auch mit dem Doc besprechen. Viele Möglichkeiten hat man ja nicht von 0,5 mg runter auf 0 zu kommen.

LG Tinka

08.05.2016 14:27 • #8


Vergissmeinicht
Hey Tinka,

ich war zum Einschleichten in der Klinik. Es fing an mit 37,5, dann 75, dann 150 bis hoch auf 225 mg. Das war für mich zuviel und so ging man wieder runter auf 150. Daher werden diese Dinge eher in den Kliniken gemacht.

08.05.2016 14:30 • #9


Hallo Tinka01

Solange der Arzt grünes Licht gibt,was die Nebenwirkungen angeht muss man sich da regelrecht durchkämpfen.
Das ist bei manchen Medis wirklich sehr schwer und man leidet oft erstmal ein paar Wochen,bis man die richtige Dosis erreicht hat.Zusätzlich braucht man Geduld,was wir meist nicht haben.
Ich war damals glaub bei 150 mg und es war das Beste Ad was ich je hatte.
Falls sein Arzt nicht auf die Idee kommt, (Is leider oft der Fall) würde ich ihm raten wenn er bei 150 mg angelangt ist einen Medikamentenspiegel machen zu lassen.
Dort kann man sehen,ob die Dosis ausreicht.
Das mit der späteren Reduktion vom Lorazepam ist ein guter "Plan".
Wichtig ist auch,dass man regelmäßig zur Blutabnahme geht um die Leberwerte etc. zu kontrollieren und ca. alle 6 Monate ein EKG.
Das sind Dinge,die oftmals vergessen werden.
Man muss vieles selbst ansprechen,sonst wird das evtl. ganz gerne mal vergessen.

08.05.2016 14:42 • #10


Tinka01
Hallo Alex,

das mit dem Medikamentenspiegel ist ne gute Idee!
Es ist halt einfach schwer die NW auszuhalten ohne eine Garantie oder das Wissen zu haben, dass es wirklich am Ende was bringt und man eine Wirkung erreicht hat, mit der man leben kann. Die Ausschleichphasen dauern ja auch immer so immens lange an, bevor man was neues ausprobieren kann/darf....und die Arbeit ruft ja auch irgendwann mal wieder, wo man wieder hin möchte/muss...alles schitt!

LG Tinka

08.05.2016 16:08 • #11


Hi Tinka01

Ich weiß genau wie dein Mann sich jetzt fühlt und weiß auch wie das ist,wenn man nicht weiß,ob es überhaupt helfen wird.
Ich habe mir meist eingeredet,dass das jeweilige Medi was ich aufdosiert habe mir helfen wird.
Sag mal nem depressiven,der auch noch mit NW zu kämpfen hat,dass "alles gut wird".
Du solltest immer wieder versuchen ihm Mut zu machen.
Geht er raus?

08.05.2016 17:32 • #12


Tinka01
Ja, macht er. Wir haben einen Hund und da muss er, zwar bin ich meistens dabei, aber wenn ich arbeite muss er auch alleine raus.
Hattest du beim Eindosieren und vor allem morgens beim Aufwachen auch so ein Zittern mit Unruhe?

08.05.2016 18:43 • #13


Das ist sehr gut.
Bewegung ist gut und wenn er anfängt viel zu liegen oder immer weniger macht,würde ich versuchen ihn zu animieren,soweit das möglich ist.
Wenn er tiefer in die Depression rutscht,wirds natürlich noch schwieriger da wieder raus zu kommen.
Es hilft den Betroffenen oft,wenn man versucht Verständnis zu zeigen bzw. wenn man keinen negativen Druck ausübt.
Das Gefühl,dass niemand einen versteht,macht den Erkrankten meist noch trauriger und das Gefühl von Hilflosigkeit steigt.

Ich weiß jetzt nicht mehr,ob ich das beim Trevilor auch hatte aber ich kenne es und habe es auch öfter.
Hatte es grad diese Woche wieder und hier geschrieben.
Werde wach und alles in mir rast und ich bin am zittern.
Wenn ich aufstehe vergeht es dann.

08.05.2016 21:15 • #14


Tinka01
Ich habe auch viel gelesen, wie man sich als Angehörige verhalten soll. Ist ne harte Zeit, aber wir werden es schaffen! Ich mache einfach alles aus dem Bauch heraus.
Unruhe/Zittern: Mein Mann möchte nämlich von dem Lorazepam gerne weg, jetzt nach knapp 4 Wochen mit 0,5 mg ist es vielleicht noch nicht so problematisch, als wenn er's noch 3-4 Wochen länger nimmt, bis das Einschleichen irgendwann mal vorbei ist und er im schlimmsten Fall sogar noch höher müsste, weil's nicht mehr wirkt! Er wird es wohl erstmal auf 0,25 mg für ein paar Tage runterdosieren und dann auf 0.

08.05.2016 22:00 • #15


WIR werden es schaffen!
Dein Mann kann sich glücklich schätzen.
Nicht Betroffene können es natürlich nur sehr schwer bzw. verständlicherweise gar nicht verstehen.
Respekt,dass du deinem Mann so zur Seite stehst!

Was das Ausschleichen des Lorazepam angeht.
Hat das mit der Abhängigkeit jetzt Panik ausgelöst?
Was genau hat denn sein Arzt gesagt?
Sollte er es nicht so lange nehmen,bis er die richtige Dosierung erreicht hat?
In welchem Zusammenhang siehst du das Zittern und die Unruhe?

Sorry,wegen der vielen Fragen.

08.05.2016 22:10 • #16


Tinka01
Das Zittern und die Unruhe gab es auch schon vor dem Trevilor im Zusammenhang mit den Ängsten. Vom Arzt her sollte er es nur nehmen, weil er nach dem Einschlafen durch Angstattacken geweckt wurde. Tagsüber hatte er das immer so versucht hinzukriegen. Da es ihn aber immer mehr genervt hat auch tagsüber so unruhig zu sein, sollte er die 0,5 morgens zusammen mit dem Trevilor nehmen und zum Schlafen nochmal ggf. ne halbe oder ganze, was er dann aber nicht mehr brauchte. Jetzt möchte er am liebsten davon weg, weil es ihn belastet so viele Tbl. nehmen zu müssen ( er nimmt ja auch noch Blutdrucksenker und Ar. ). Hatte schon 2 Infarkte vor ein paar Jahren.

08.05.2016 22:21 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Ach du lieber Gott
Da habt ihr aber ein großes Päckchen zu tragen. Das tut mir leid.
Da kann ich die Angst wegen der vielen Medis verstehen.
Ich hoffe,es geht ihm dann nicht noch schlechter,ansonsten würde ich es auch so runter reduzieren wie du geschrieben hast.
Ist es vllt. auch eine Möglichkeit den Psychiater telefonisch um Rat zu fragen?
Falls sein Entschluss fest steht,so drücke ich die Daumen.

08.05.2016 22:30 • #18


Hey Tinka,
vielleicht sprecht ihr nochmal mit dem Arzt über den Einsatz eines zweiten AD. Das muss nichtmal als AD eingesetzt werden, sondern off label zur Beruhigung. Damit könnte man das Lorazepam prima umgehen. Trizyklischen ADs haben meist eine sedierende Wirkung. Niedrigdosiert wirken sie nur beruhigend. Ich persönlich habe extrem gute Erfahrungen mit Amitriptylin gemacht, ich nehme eine absolute Mini-Dosis von 10mg die reichen mir vollkommen aus. Nehme es immer Abends, eine morgendliche Gabe, auch mit Retard Tabletten, ist auch möglich. Wünsche Euch viel Kraft.

08.05.2016 23:39 • #19


Tinka01
Hallo,
Ja, habe heute noch mal mit dem Arzt gesprochen und sein Plan: 0,5 mg Lorazepam morgens und abends auch ne 0,5 bis 1 mg nach Bedarf als festes Schema. So werden wir es jetzt auch machen. Trizyklische AD kommen für ihn nicht in Frage wegen der Herzerkrankung (Z.n. 2x Vorderwandinfarkt, 2-Gefäß-KHK, Bluthochdruck) und er trägt einen Schrittmacher mit Defi. Er hat mal kurze Zeit Aponal (Doxepin) bekommen und hat Herzrhythmusstörungen entwickelt. Gar nicht so einfach da die richtige UND verträgliche Medikation zu finden...

09.05.2016 15:39 • #20



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