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Tinka01
Hallo,

nach vielem Hin- und Herüberlegen, was nun richtig ist: Mein Mann kann nicht mehr mit Escitalopram! Er ist jetzt auf 7,5 mg seit 3 Tagen, er nimmt es jetzt den 18. Tag und es hat sich absolut NIX getan...im Gegenteil, die NW werden teilweise immer schlimmer...! Seine Geduld ist jetzt am Ende und noch auf weitere Wochen hoffen ob es denn dann was bringt, dazu hat er die Kraft nicht mehr.
Weiß jemand, wie man da am besten vorgeht? Erstmal auf 5 mg runter für ein paar Tage, oder direkt auf 2,5 mg?

Hat jemand Erfahrungen?

LG

25.04.2016 19:10 • 30.05.2019 #1


11 Antworten ↓


Jochanan
Hallo

Ich setzte zurzeit auch Escitalopram ab und zwar in fünfer Schritten alle vier Tage. Zurzeit bin ich bei 5 mg, aber ich habe Angst auf 0 mg zu kommmen. Wenn man zu früh absetzt kann es grauenvolle Folgen haben. In kleineren Schritten 2,5er Schritten kann meiner Meinung nach nicht schade. Wobei, also ich merke vom Absetzen gar nichts. Alles unverändert.

Gruß

25.04.2016 19:13 • #2



Escitalopram ausschleichen

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Tinka01
Wie lange hast du das Escita insgesamt genommen und in welcher Höhe bist du mit dem Absetzen angefangen?

25.04.2016 19:17 • #3


Jochanan
Genommen habe ich es circa 8 Monate und angefangen es auszuschleichen habe ich bei 20 mg und dann habe ich in fünf mg Schritten die Dosis verringert alle vier Tage und bin zurzeit bei 5 mg. Aber ich habe Angst komplett abzusetzten, deshalb möchte ich das Escitalopram länger nehmen und noch auf 2,5 mg dosieren.

Ich finde aber, dass es etwas rein persönliches ist. Es kommt darauf an, wie man sich fühlt. Wenn man z.B. ein Gefühl von Stromschlägen im Körper und vor alle im Kopf hat, also ein Absetzsymptom, dann sollte man langsamer absetzen.

Also ich spühre nichts, deshalb habe ich es schnell gemacht.

Als ich Citalopram abgesetzt hatte war es jedoch die Hölle. Es kommt eben auf den Einzelfall an.

25.04.2016 19:25 • #4


Tinka01
Vielen Dank, für deine Erfahrungen!

Mein Mann versucht es dann auch mal bis Freitag mit 2,5 mg, dann 0. Wie gesagt, er hat es insgesamt ja nur 18 Tage genommen, aber er kommt da überhaupt nicht mit zurecht. Jeder Tag mit dem Medi hat sich mittlerweile zu einer reinen Qual entwickelt. Wie es ohne sein wird wissen wir nicht, aber schlimmer kann es fast nicht sein als mit dem AD!
Er möchte einfach mal wieder ohne das Medikament sein, nimmt ja auch noch Blutdruckmittel, Ar. und z. Zt. ein Antibiotikum. Es kann einem eh niemand sagen, ob es was gebracht hätte, oder auch nicht...und letztendlich ist es eine persönliche Entscheidung, da kann einem auch kein Arzt helfen...die können ja auch nur sagen, versuche es oder nimm was anderes oder lass es ganz sein...schaun wa mal...

25.04.2016 19:36 • #5


Tinka01
Wir hatten echt Hoffnung, dass es was bringt und waren erstaunt, wenn wir hier lesen, wie gut viele damit zurecht kommen, oder gar mit 10 mg einschleichen und dabei kaum oder gar keine NW haben....für ihn undenkbar...schade, mal sehen was jetzt kommt!

25.04.2016 19:54 • #6


Tinka01
So, waren heute beim Arzt. Escitalopram wird jetzt ersetzt durch Trevilor retard. Das hat mein Mann schon vor ein paar Jahren genommen und gut vertragen. Er fängt ab morgen mit 2 x 37,5 mg an. Hoffentlich geht es diesmal gut und es zeigt sich diesmal eine positive Wirkung...!

LG

28.04.2016 18:12 • #7


02.05.2019 12:48 • #8


Schlaflose
Es gibt eine Faustregel, die besagt, dass ein AD noch mindestens 6 Monate, nachdem es keine Symptome mehr gibt, genommen werden soll und danach ganz langsam, über mehrere Wochen oder am besten über Monate ausschleichen.

02.05.2019 13:08 • #9


Icefalki
Hallöle. Meiner Meinung nach bringt ein Absetzen der AD nur etwas, wenn du definitiv andere Verhaltensmuster anwenden kannst, oder Mechanismen, die dir helfen.

Wer Angst "erlernt" hat, wird sie immer fürchten. Man muss wissen, was greift. AD hat, so habe ich es empfunden, sich wie ein Schild über meine Psyche gelegt und eine sehr schöne Abschirmung gebracht. Fehlt die, werden die Empfindungen wieder extremer. Was bedeutet, dass man sehr aktiv sein muss und viel über sich selbst kennen sollte, damit man nicht wieder ins alte Muster fällt.

Ich habe damals auch zugenommen. War mir aber egal. Mir war mein Seelenfrieden wichtiger.

Ausgeschlichen habe ich in Etappen. Und bin immer noch in Therapie bei meinem Psychiater. Zwar nur einmal für 30 Minuten jedes Quartal, aber immer noch dabei. Hatte das aber auch 17 Jahre unbehandelt. Insofern ist es bei mir chronisch.

02.05.2019 13:18 • #10


5 Mg ist natürlich schwer auszuschleichen ...

02.05.2019 18:42 • #11


timmae87
Ich will hier auch mal mein Senf dazu geben. Nicht um Panik zu verbreiten, sondern um darauf hinzuweisen, was alles beim abrupten Absetzen des Escitalopram passieren kann.

Ich hab das Escitalopram seit Mai 2018 gegen Angst- und Panikstörung mit depressiven Episoden genommen, zuletzt 15 mg täglich. Ich hatte aber zunehmend das Gefühl, das es nicht mehr richtig hilft. Beim Termin mit meiner Psychiaterin wurde am 20.05.2019 beschlossen, auf Venlafaxin zu wechseln. Ich sollte ab 21.05. sofort mit Escitalopram aufhören und mit 37,5 mg Venlafaxin morgens beginnen. Auch auf nochmalige Nachfrage meinerseits hielt meine Psychiaterin ein kontinuierliches Ausschleichen von Escitalopram für überflüssig. Am ersten Tag der Umstellung gab es keine Probleme, ab dem zweiten wurde ich ängstlicher und unruhiger. Ich hab morgens immer kleine Stromschläge im Kopf wahrgenommen. Am Sonntag Vormittag dann der absolute Höhepunkt, Krampfanfall im Garten mit 4 minütiger Bewusstlosigkeit. Erste Erinnerung hab ich erst wieder beim Eintreffen des Rettungsdienstes. Nach 2 tägigem Check-Up auf der Neurologie (Schädel-MRT ohne Befund, EEG o. B., Doppler-Sono von Hals- und Hirngefäßen o. B., sämtliche Blutwerte im Normbereich) stand die Diagnose Entzugsanfall aufgrund abrupten Absetzens des Escitaloprams. Mit der Medikation (seit Dienstag 75 mg Venlafaxin) soll ich trotzdem fortfahren. Mir ist dauerschwindelig und ich fühl mich benommen sowie depersonalisiert. Dazu verstärkte Angst, innere Unruhe Muskelzuckungen, Übelkeit und Appetitlosigkeit sowie Muskelkater gefühlt am ganzen Körper. An mehr als Couching ist derzeit nicht zu denken. Meine Psychiaterin kommentierte die Geschehnisse gestern am Telefon mit einem nüchternen "kann schon mal passieren".

Lasst euch beim Absetzen bzw. Medikamentenwechsel also bitte gut beraten und holt euch notfalls wenn möglich noch eine Zweitmeinung ein. Lieber einmal zu viel nachfragen, als im KH zu landen.

30.05.2019 11:25 • x 1 #12



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Dr. med. Andreas Schöpf