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unwritten222333

unwritten222333
Mitglied

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Hallo Leute.

nun nehme ich schon seit knapp 6 wochen paroxetin und war anfangs
echt hoffnungslos .. diese dinger wollten einfach nicht richtig wirken ..

klar habe ich nach etwa 2 wochen eine kleine besserung gespürt .. konnte sogar
wieder mit ach und krach arbeiten .. aber die angst war unterschwellig und teilweise
komplett noch da.

nun sind ja einige wochen vergangen (wie gesagt 6) .. und ich muss sagen, mir geht
es fantastisch. ich habe das gefühl total viel unternehmen zu wollen und überall hingehen
zu wollen. ich habe lediglich das problem mit der libido und morgens mit dem aufstehen
klappt es noch nicht richtig. aber wenn dadurch die panik und die ständige angst weg ist,
nehme ich das gerne in kauf.

ich kann nur jedem empfehlen .. haltet durch .. denn gerade die ersten paar tage mit paroxetin
sind echt der horror .. danach wird es aber schnell wieder besser. BLEIBT DABEI! denn es lohnt
sich. das leben ist nun wieder schön für mich ^^

GLG euer tim

12.02.2026 x 1 #1


62 Antworten ↓
W

wer~anders
Gast

Ich halte generell auch nicht viel von Medikamente, doch ich bin in einer Lage, wo ich es einfach mal mit Paroxetin versuche.

Mal zum Thema "Ärzte":
Man weiß auch, das Ärzte überlastet sind..man hört es ja immer wieder. Immer dieser Druck von oben usw. Die Menschen wissen das und vertrauen noch auf genügend Information von Ärzten!?
Ich finde, es steht uns das Internet zur Verfügung und jeder kann sich da ausreichend informieren. Man kann sich dank des Internet weitaus besser informieren, als es vllt so mancher Arzt tun würde(bzw. auch kann).Im Vorfeld sollte man sich schon gut informieren und wenn man sich für eine Medi entscheidet, sollte es aus einem selber kommen. Man sollte vor allem sich zweiseitig informieren und sich nicht nur mit allen negativen Aspekten eines Medikaments beschäftigen.

Der Grund warum ich mich für die Medikation entschieden habe ist:

Ich habe jahrelang Dro. genommen (Alk, THC, Amphetamin) und extrem komische Verhaltensmuster entwickelt dich mich immer mehr abschotten lassen. So an sich fühle ich mich wunderbar gesund, bin nie krank usw...meine Ärztin meinte mal, das man anhand meines Blutbildes nie denken würde, das ich mich eine ganze zeitlang gut abgeschossen habe.

Anhand von komischen Körperreaktionen, teilweise auch nicht so guten Dro., habe ich komische Ängste entwickelt. Panikattacken gab es auch genügend, meist durch Amphetamin ausgelöst. Gott sei dank, aber schon ewig keine Panikattacke mehr gehabt, bestimmt schon ca. 2 Jahre nicht mehr...hoffe das bleibt auch so.

Was hat mir die Panik genommen?...definitiv kein Medikament! Ich fing an mich zu informieren. Habe alles aus verschieden Blickwickeln betrachtet. Das nahm mir schon mal etwas die Angst vor der Angst. Was mir auch gut geholfen hat war eine Aussage meine Ärztin(gelesen auch schon öfter im Internet):

Angst steckt in jedem in Uns! Angst lässt uns eventuelle Gefahrensituationen erkennen und sind somit auf der Lauer. Im Endeffekt dient es unserem Schutz und ist somit unser Freund

Was soll ich sagen, diese Aussage ging runter wie ÖL! Desto mehr ich drüber nachdachte, desto mehr nahm es mir die Angst vor Angst. Es ist kaum zu glauben, was diese Äußerung in Bezug auf panik bei mir positives bewirkte. Ich hatte nie zuvor, die Dinge aus dieser Sichtweise gesehen.

Bis hier wollte ich mal verdeutlichen was man ohne Medikament erreichen kann und auch dauerhaft davon profitieren kann.

Jetzt zu anderen Seite warum ich mich doch für ein Medi entschieden habe:
Durch diverse komische Reaktionen meines Körpers unter Dro., besonders wenn ich in Supermärkten etc. war (halt da wohl viel los war,viele Menschen), eignete ich mir über Jahre Ängste an. Man redet sich diese Ängste ja förmlich ein, wie z.B. "jetzt einkaufen gehen, dann kommt sicher wieder dieses Gefühl). Ist man dann trotz dieser innerlichen Angst los gegangen, so kann man sich vorstellen, wie so mancher Einkauf ausgegangen ist. Natürlich habe ich fluchtartig den Supermarkt verlassen. Ja, ich habe meinen Einkauf auf dem Band liegen lassen und bin raus. Was die Leute gedacht haben müssen, war mir in dem Moment völlig egal.

Ich traue mich solch Dinge nun schon wieder, doch hin und wieder kommt es vor, das ich dennoch einen Einkauf mal zwei Tage verschiebe oder ich einfach Scheu habe das Haus zu verlassen. Alles in allem, würde ich meine derzeitige Lage als Mittelschwer bezeichnen und es war teilweise Phasen dabei die waren kaum auszuhalten. Ich hätte mir so gern und so oft einen Krankenwagen gerufen(was ich auch in Laufe meiner der jahre zweimal getan hatte), weil ich einfach dachte: "Gleich ist Ende"

Diese Probleme, wie oben beschrieben, sind tweilweise nur noch sehr gering vorhanden oder kommen halt mal wieder auf, dennoch habe ich mich dafür entschieden es mal mit Paroxetin zu versuchen

Ich habe schon einiges allein geschafft und auch verstanden. Es hat sich wirklich viel gebessert, einfach mit Kraft der Gedanken, auch wenn es einige Zeit gebraucht hat. Diese Gedanken und die Scheu halten mich doch irgendwo ab endlich wieder einen Arbeitsplatz zu finden, unter Leute zu kommen, ohne Bedenken mal in die Stadt oder einfach mal spontan zu sein. Alles das halt, wie ich früher eigentlich mal war.

Heute habe ich meine ersten 10mg Paroxetin genommen und natürlich habe ich auch eine Psychologin an meiner Seite. Ist wohl das Beste, so etwas gleichzeitig laufen zu haben, als es irgendwie auf eigene Kappe zu machen.

Durch Informationnen habe ich mir meine eigenen Gedanken gemacht und habe mir selbst einen Ablauf erschaffen.

Ich steige mit 10mg ein und diese werde ich jetzt auch 7-10 tage weiternehmen. Sollten keine Komplikationen auftreten und auch noch keine Verbesserung spürbar sein (was man bei 10mg nicht erwarten sollte), werde ich auf 15mg oder 20 mg erhöhen...bin noch nicht sicher. Diese 15 bzw. 20 mg werde ich dann zwei bis drei Wochen einnehmen und schauen was passiert.

Empfohlene Dosis laut Beipackzettel sind 40mg...bei Leuten mit sozial Phobie, Ängste! Da es bei mir mittelschwere Einschränkungen hat, werde ich versuchen 20mg nicht zu überschreiten, notfalls vllt noch 30 mg. Ich will wirklich nur eine kleine Verbesserung,so das ich mit mir und an mir arbeiten kann.

Das Ziel ist es meinerseits, den Wirkstoff so niedrig wie möglich zu halten, aber auch Erfolge damit erzielen. Ich möchte nur so viel Verbesserung wie nötig ist, um mich den Ängsten zu stellen, die ich mir ja selbst über Jahre im Hirn gefestigt habe.

Es war für mich irgendwie ein Pflicht solch kleinen Plan zu erstellen und mir diese ganzen Gedanken zu machen. Ich will an mir arbeiten, die Ängste wieder loswerden, weil ich weiß, das ich vor diesen Situationen damals auch nie Angst hatte.

Wie ihr merkt habe ich mir meine Gedanken gemacht und mich nicht von heute auf morgen für Medikamente entschieden. Mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, doch ich bin mir sicher das diese Kombination von Psychologe-- Medikation -- Geduld, Disziplin u Ehrgeiz --diese Ängste verschwinden lassen kann.

Wenn man sich dann nach und nach wieder solch Situationen stellt, bin ich mir sicher diese Ängste und Gedankengänge im Vorfeld abstellen zu können bzw. man kann sich der Angst stellen und merkt alles ist okay!

Ich habe teilweise auch so meine Meinung über die Pharma-Industrie, doch ganz ehrlich, meist sind es doch nicht die Chemiker/Forscher die übelst Geld schaufeln wollen, sondern, nur die Leute aus den Chefetagen, die mit ihren Erfindungen das Geld stapeln wollen. Denn ich glaube nähmlich auch, das die meisten Chemiker ihren Beruf aus Überzeugung machen und nicht dafür, das ihr Chef bald eine Villa inkl. schicken Auto hat.

Für Schreibfehler entschuldige ich mich im vorraus. Ich werde es bald gleich nochmals überfliegen.

03.02.2013 15:06 • #39


Zum Beitrag im Thema ↓

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Paroxetin - Es wirkt endlich

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Burgmann
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Spannende Diskussion mit überwiegend qualifizierten Beiträgen. Ich habe aus eigener Erfahrung dazu folgende Meinung: Ich habe mein Leben lang nie Medikamente genommen aus Angst vor Nebenwirkungen. Bis die Angst aufkam, ausgelöst durch eine heftige, allergische Reaktion auf? Richtig: Ein Medikament (Penicilin). Ich durchlebte die allergische Reaktion aus dem Nichts alle paar Tage und dachte, ich sei sterbenskrank, wusste nich was los war. Ich bekam dann irgendwann Tavor und es wirkte Wunder. Und da wurde aus meiner Sicht der Schritt verpasst, die Ängste auch ohne Tavor durchleben zu können. Sicher, ICH habe das Zeug genommen, NIEMAND hat mich gezwungen, aber man vertraut ja auch in einer Notsituation, schaltet oft jegliches Vernunftsdenken ab, hat einfach nur Angst, Angst und noch mal Angst.

Durch die lange Einnahme von Tavor verfiel ich dann in immer neue Situationen, einfach weil ich so wenig wie möglich davon nehmen wollte (als ich mich selbst mal über das Gefahrenpotential aufgeklärt habe). Es folgten Versuche mit Antidepressiva, mit Neuroleptika. Alles ging immer eine Zeit los, dann RUMMS, gings in die Hose. Die Angst war wieder da oder die Nebenwirkungen lösten weitere Ängste aus. Und das ist das Problem bei uns Angstmenschen: Unsere Angst macht auch OFT nicht halt vor Mitteln die Angst nehmen sollen. Dann suchen wir nach Gründen warum wir das besser nicht nehmen. Wie viele von den hier Verteufelnden Rauchen? Trinken vielleicht mal einen oder zwei? Essen ungesund? Bewegen sich zu wenig? Darüber macht man sich aber wenig bis gar keine Gedanken. Aber der Beipackzettel wird bis ins letzte Detail gelesen und das ganze Mittel dann ungenutzt in die Tonne gekloppt - auch ein Weg der Geldvernichtung. Ich hab`s teilweise genauso gemacht. Bis ich wieder so voller Angst und Depressionen war, dass ich nach einem Mittel geschrien habe.

Manche Menschen sind (wie hier schon erwähnt) nicht mal eben so therapiefähig oder verkraften Klinikaufenthalte (wie ich) aufgrund des Umfeldes nur sehr, sehr schwer. Dazu der gesellschaftliche Druck: "Als Mama oder Papa da sein, im Job funktionieren, die Familie am kacken halten!" Stress um uns herum, überall. Ich weiß nicht wie es früher war, aber viele berichten, dass Sie zum kacken auf den Hof rennen mussten, das die Dusche mit 10 anderen geteilt wurde und das an so einen Luxus wie Fernsehen nicht zu denken war - und trotzdem ging es den Leuten seelisch damals eindeutig besser. Das ist ein Teufelskreis: Der Druck nimmt zu und die Verführungen den Druck mit der Einnahme einer Pille abzubauen ebenfalls. Mit der Pille verschwinden die Symptome nicht, aber sie belasten das Leben auch nicht weiter, man ist erst mal wieder einsatzfähig - und genau das muss man sein. Eine Pille zu nehmen ist einfacher als die Strukturen der Gesellschaft zu ändern.

Jeder muss so weit das möglich ist für sich entscheiden. Sicher wären lange Gespräche beim guten Arzt mehr wert und würden so manche Pille überflüssig machen, aber eben WEIL der Druck so hoch ist, haben die Ärzte überhaupt keine Zeit mehr auf die Bedürfnisse einzugehen. Irgendwann (Achtung: Horrorszenario) beherrscht ein Pharmakonzern die Seele einer ganzen Gesellschaft und die Wirtschaft sponsert ordentlich mit. Fängt doch schon in der Schule an: ADHS. Heute ist "Burn out" in Mode. Nur wer kann es sich leisten, mal eben so eine Auszeit zu nehmen, sein Leben zu überdenken und dann gestärkt mit neuen Sicht- und Lebensweisen zurück zu kehren? Kaum jemand. Leider ist das alles nicht so einfach und manchmal denke ich: "Ich steige einfach aus. Computer weg, Handy weg, Fernseher weg, raus aufs Land und als Selbstversorger leben!". Aber Menschen die so denken, werden als Versager abgestempelt, als Menschen die sich nicht dem Leben stellen können. Aber sich dem Leben stellen mit dem Preis, dass dieses Leben irgendwann zusammenbricht: Ist auf Dauer auch kaum eine Alternative. Alle rennen dem Glück nach und wirklich glücklich werden nur die, die Glücksratgeber verkaufen.

Wenn das alles so einfach wäre, dann wären wir nicht hier im Forum, dann würden sich Glücksratgeber nicht immer und immer wieder wie geschnitten Brot verkaufen. Ist wie mit den Wunderdiäten in den Frauenzeitungen: Wenn die alle so gut funktionieren, warum gibt es seit 20 Jahren jede Woche eine neue? Eine ganze Industrie lebt von der Fehlbarkeit der Menschen. Stell Dir mal vor es wäre Angst und keiner macht mit? Oder Depressionen und keiner macht mit? Oder nehmen wir nur mal die vielen Krankheiten die nur erfunden wurden weil man irgendein Medikament in der Hand hält und noch nicht genau weiß wie man es anpreisen soll. Also erst die Pille, dann die Krankheit dazu.

Darüber können wir uns hier tagelang raufen, diskutieren, auseinander setzen - aber ändern wird das nichts. Erst wenn alles zusammenbricht oder die ganz großen Entscheidungsträger selbst betroffen sind: Besteht Grund zur Hoffnung. Wenn der Chef einer Pharmafirma morgen an Angst erkrankt und nach 2 Jahren merkt das seine eigenen Pillen das Leben nur noch schlimmer machen: Das hätte was. Aber er wäre auch schnelle ausgetauscht als er eine Pille überhaupt einwerfen könnte. Ich denke vielen von uns ginge es besser, wenn wir uns einfach stumpf aus diesem Stressleben ausklinken und nicht jeden Konsumscheiss mitmachen. Immer erreichbar, immer Leistung, immer auf Abruf da sein aber dazu kaum einen Ausgleich finden. Es gibt andere Wege aber die zu gehen kostet eben mehr Kraft und Mut als das einnehmen von Medikamenten. Und manchmal braucht man vielleicht Medikamente um den Mut zum neuen Weg zu finden der dabei hilft keine Medikamente mehr zu brauchen....

20.01.2013 14:24 • #30


Zum Beitrag im Thema ↓


F
Hi unwritten,

habe ich doch gesagt - 6 Wochen so war es bei mir auch !! Ich freu mich für Dich ! Ja Du hast recht, die ersten paar Tage sind mit den Dingern der Horror aber dann ist es o.k.

LG Fenn

#2


F
Ich kann´s nur bestätigen. Das sind genau die Erfahrungen, die ich auch machte. Allerdings schon nach 2-3 Tagen.

#3


unwritten222333
Zitat von fennek:
Hi unwritten,

habe ich doch gesagt - 6 Wochen so war es bei mir auch !! Ich freu mich für Dich ! Ja Du hast recht, die ersten paar Tage sind mit den Dingern der Horror aber dann ist es o.k.

LG Fenn


Vollkommen richtig ..

Heute habe ich zwar ehrlich gesagt wieder
Einen eher schlechten Tag .. Aber wenigstens
Habe ich wieder etwas Hoffnung

Das Wetter läd ja auch nicht unbedingt zur
Guten Stimmung ein -.- alles grau und regnerisch.

x 1 #4


K
Ich kann dazu nur eins sagen: Ich leide weiß Gott unter sehr schlimmen Panikattacken und das im Grunde genommen schon seit 17 Jahren. Ich habe schon so ziemlich alles erlebt im negativen Sinne.
Aber ich glaube, dass in allen Foren, die es so gibt, auch Lobbyisten der Pharmaindustrie unterwegs sind. Berichte über Medikamente sind meiner Meinung nach mit äußerster Vorsicht zu genießen!
Ich für meine Begriffe könnte mich nicht wirklich darüber freuen, wenn meine Beschwerden nur durch ein Medikament "platt gemacht" wurden. Die Probleme schwelen weiter! Und sie brechen meiner Erfahrung nach wieder aus. Entweder in Unverträglichkeiten, Absetzproblemen oder körperlichen Krankheiten. Bei reinen Angst- und Panikattacken wird sich der Körper einen anderen Weg suchen. Da bin ich mir vollkommen sicher. Nicht umsonst heißt es, dass in 80 % der Fälle eine Heilung durch Konfrontationsmaßnahmen möglich ist.
Es gibt keinen Arzt und kein Medikament, das einen von seinen Ängsten befreien kann!

x 1 #5


K
Zitat von karlakolummna:
Ich kann dazu nur eins sagen: Ich leide weiß Gott unter sehr schlimmen Panikattacken und das im Grunde genommen schon seit 17 Jahren. Ich habe schon so ziemlich alles erlebt im negativen Sinne.
Aber ich glaube, dass in allen Foren, die es so gibt, auch Lobbyisten der Pharmaindustrie unterwegs sind. Berichte über Medikamente sind meiner Meinung nach mit äußerster Vorsicht zu genießen!
Ich für meine Begriffe könnte mich nicht wirklich darüber freuen, wenn meine Beschwerden nur durch ein Medikament "platt gemacht" wurden. Die Probleme schwelen weiter! Und sie brechen meiner Erfahrung nach wieder aus. Entweder in Unverträglichkeiten, Absetzproblemen oder körperlichen Krankheiten. Bei reinen Angst- und Panikattacken wird sich der Körper einen anderen Weg suchen. Da bin ich mir vollkommen sicher. Nicht umsonst heißt es, dass in 80 % der Fälle eine Heilung durch Konfrontationsmaßnahmen möglich ist.
Es gibt keinen Arzt und kein Medikament, das einen von seinen Ängsten befreien kann!


@karla, auch wenn du es nicht für möglich halten wirst, bin ich trotzdem ganz deiner Meinung.
Ich habe drei Wochen Paroxetin genommen und das war in fast 23 Jahren Angst- und Panik die schrecklichste Zeit meiner Angstkarriere.
Und auch frage ich mich immer wieder: Was macht die Angst nach den Medikamenten? Wäre sie komplett weg für alle Zeit, würde doch jeder von uns sich damit vollpumpen oder nicht?
Selbst die Leute die mit einem Psychopharmaka dann lange Zeit wieder ein normales Leben führen konnten, klagen darüber, dass nach Absetzen und einer bestimmten Zeit, die Angst wieder da war.

Natürlich frage ich mich auch, ob es nicht auch gut für uns wäre Karla, mal wenigstens für ne bestimmte Zeit wenn auch mit Hilfe eines Medis, "normal" leben zu können?
Ich weiß es nicht.

x 1 #6


F
Krok, man muss unterscheiden zwischen Medis, die abhängig machen und denen, die es nicht tun. Zu letzteren gehören z.B. die Antidepressiva. Die machen definitiv nicht abhängig. Und es gibt noch einen weiteren, entscheidenden Unterschied zu den Benzos. Der ´Klassiker´ Tavor dämpft die Angst, man kann es auch als Unterdrücken beschreiben. Eine vorübergehende/überbrückende Einnahme ist ja genau deswegen auch vorgesehen. Ein Antidepressivum sorgt dafür, dass die Angst nicht mehr entsteht. Das ist ein wesentlich besserer Ansatz als bei Tavor und deshalb einen Versuch, in Absprache mit einem kompetenten Arzt, allemal wert.

#7


K
Ja,krok. Ich denke, diese Frage stellen sich viele Leute, die das haben! Ich natürlich auch. Aber ich habe zwei Mal so ein Medikament bekommen. Einmal Paroxetin von einer Ärztin. Nachdem ich die Nebenwirkungen gelesen habe, habe ich das Zeug in die Tonne geworfen. Anschließend habe ich viele Jahre völlig beschwerdefrei gelebt. Bis eben in meinem Leben wieder zu viel Negatives passiert ist. Manche Menschen stecken das eben nicht so einfach weg wie andere. Das ist genau unser Problem.
In meiner jetzigen Phase habe ich von einem Arzt dann Cipralex (ich glaube, dass es Cipralex war, jedenfalls irgendein Antidepressivum mit "C") bekommen. Ich habe das gar nicht erst in der Apotheke geholt. Habe im Internet die Nebenwirkungen gelesen und der Arzt hatte mir auch schon tagelange Nebenwirkungen voraus gesagt.
Das sind dann so Momente wo ich sage: Nein! Stopp! Ich komme auch ohne dieses chemische Zeug wieder irgendwie auf die Füße. Und ich hoffe, dass dem immer so sein wird. Jedenfalls so lange ich jung bin.
Ich streite nicht ab, dass manche Menschen einfach keine andere Wahl haben. Depressive und Menschen mit anderen schweren Psychosen. Aber Leute mit reinen Panikattacken können es ganz bestimmt auch ohne Medikamente schaffen. Ich finde es traurig, dass die Ärzte sie dann damit abspeisen. Denn das ist ja leichter getan als den Menschen zuzuhören. Und ihnen eine adäquate Therapie zukommen zu lassen!
Überlegt mal: Das wäre gar nicht machbar. Die Therapeuten sind jetzt schon hoffnungslos überlaufen. Und wie viele tausende von Menschen nehmen nur Tabletten? Und arrangieren sich damit? Und in Wahrheit könnte man ihnen auch ohne helfen. Aber dafür gibt es gar keine Kapazitäten!
Das ist so traurig. Wem man gerade "in die Finger fällt". Ist das ein Arzt, der einem zuhört? Der einem Möglichkeiten aufzeigt? Der vielleicht pflanzliche Dinge erstmal verordnet? Oder ist das ein Arzt, der seine Liste von Medikamenten hat, eines auswählt, klick, Rezept ausdruckt und man kann wieder gehen?!
Das alles ist Schicksal. Aber die Frage ist, was man selbst daraus macht!
Kein Fall von Panikattacken ist so hoffnungslos, dass man sich direkt auf Medikamente einlassen müsste.
Naja. Das war mein Wort zum Sonntag

#8


novemberrain
Es wundert mich immer wieder, wieviele doch diese Medis nehmen....

Wenn der Doc mal lieber eine Stunde mit den Patienten Konfrontation durchführen würde, wäre den Patienten mehr geholfen...

#9


K
Zitat von Felixx:
Krok, Der ´Klassiker´ Tavor dämpft die Angst, man kann es auch als Unterdrücken beschreiben. Eine vorübergehende/überbrückende Einnahme ist ja genau deswegen auch vorgesehen.


@Felix
Das ist es ja eben, wieviele Menschen haben "Tavor" oder was auch immer, wirklich im Griff? Ich weiß einfach von viel zu vielen Leuten, dass das Gefühl der Angstlosigkeit zu verführerisch ist. Ich muß zugeben, dass ich garantiert noch vor 22 Jahren, damals begann meine Angstkarriere, es nicht im Griff gehabt hätte, da ich ein extremer Suchtmensch war und solche wie mich gibt es viele. Was habe ich denn von einer unterdrückten Angst, die mich dann mein Leben genauso falsch weiterleben lässt wie vorher? Nichts, oder? Ich verändere nichts, freu mich meines Lebens, mache allen Blödsinn wie gehabt, setze Tavor ab und der ganze Mist geht von vorne los.

Bei mir wäre das genau so passiert. Und wer bitteschön von den Ärzten überwacht denn wirklich irgendwas? Es wird in aller UNACHTSAMKEIT auf Teufel komm raus konsumiert mit aller Konsequenz. Leben um jeden Preis scheint das Motto zu sein.

Wenn du magst Felix dann lies mal hier, vielleicht verstehst du dann meine wieder mal extreme Einstellung.

#10


A
Naja,
der TE hat ja nichts darüber geschrieben, ob Paroxetin seine einzige Maßnahme gegen die Angst sein soll. Das würde auf Dauer nicht funktionieren.

Aber: Bei mir hat Paroxetin damals geholfen, erstmal wieder einen Fuß in die Tür zu bekommen, um mit der Verhaltenstherapie wieder anfangen zu können. Ich habe hier http://www.psychic.de/forum/medikamente-bei-angst-und-panikattacken/paroxetin-absetzen-erfahrungsbericht-t37488.html was dazu geschrieben.

Meine Therapeutin war auch nicht begeistert, als sie mir vorgeschlagen hat, eine Weile Antidepressiva zu nehmen. Aber ich war zu dem Zeitpunkt so im Eimer, so daueraufgeregt, unter Vollspannung, so ängstlich und so attackig, das ich gar nicht in "Therapieform" gewesen wäre. Und was mir total geholfen hat, wieder in die Spur zu finden, war während der Medikamentenphase der Gedanke: "Hey, bloß weil du jetzt ein bißchen mehr Serotonin im Hirn hast, denkst du nicht mehr, das du herzkrank bist und hast auch keine derartigen Symptome. Das heißt: Du bist wirklich "nur" angstkrank. Und dagegen kann man was tun!"

Nur Medikamente alleine funktionieren auf Dauer nicht. Medikamente + Therapie zusammen können ein Anfang sein. Therapie ohne Medikamente ist sicher der Königsweg, aber der ist eben nicht für alle gleich gangbar, vor allem wenn evtl. auch noch Wartezeiten auf einen Therapieplatz dazu kommen.

Ich gebe Euch natürlich allen recht, dass die Medikation genau abgewogen werden muss und absolut verantwortungsvoll kontrolliert sein muss, was sicher viel zu selten der Fall ist.

Alles Gute.

#11


F
"Welcher Arzt überwacht denn wirklich irgendwas?"
Antwort: Meiner. Deshalb schreibe ich ja auch, dass gute Ärzte das tun. Ich hab nicht behauptet, dass das alle Ärzte machen, und ebenfalls nicht, dass es leicht ist, so einen zu finden. Und: Klar sind die guten meist überlaufen. Und man muss viel Energie aufbringen, um die zu finden bzw. hartnäckig bleiben, um einen Termin zu kriegen. Diese Energie hatte ich selbst oft nicht, ich kenne das. Oder Termin ändern: Weiß noch, wie ich einmal absagen musste, weil ich nicht mit der Bahn fahren konnte (Strecke von 3/4 Stunde). Da war was los, als ich anrief: Wir sind Monate im voraus mit Terminen belegt, gerade jetzt, wo es Ihnen schlecht geht, müssten Sie doch herkommen, den Termin kann ich nicht mehr an einen anderen Patienten vergeben, blabla... Meine Schlussfolgerung: Für so einen Fall muss man eigentlich gesund sein!
Also, ich wollte damit sagen, dass es gute Ärzte gibt. Aber es schützt nicht vor Auseinandersetzungen, Konflikten, Diskussionen über die Wirkungsweise von Medikamenten etc. Und ob mein Arzt oder die Pharmaindustrie reich wird, ist mir sowas von latte! Wenn meine Gesundheit von profitiert, bin ich zufrieden.

#12


M
Zitat von novemberrain:
Es wundert mich immer wieder, wieviele doch diese Medis nehmen....

Wenn der Doc mal lieber eine Stunde mit den Patienten Konfrontation durchführen würde, wäre den Patienten mehr geholfen...


So ein Blödsinn !! Dieses dumme Gequatsche gegen Medikamente ist wirklich unterste Schublade. Es gibt genug Leute, die dankbar sind, solche Medikamente zu haben. Und von den 10.000 Menschen, die sich allein in D jährlich wegen Depression das Leben nehmen, würden auch einige noch leben, wenn sie was genommen hätten.

Doc, Konfrontation, 1 Stunde? Wo leben einige?! Im Wunderland? Die Zeiten gibt die K-Kasse vor und kein Arzt hat heute noch 1 Stunde Zeit für Patienten.

Und..., Konfrontation ist eben nicht immer Mittel der Wahl, im Gegenteil.

#13


M
Zitat von Felixx:
"Welcher Arzt überwacht denn wirklich irgendwas?"
Antwort: Meiner.
Meiner auch!

#14


K
Zitat von Malte:
Zitat von novemberrain:
Es wundert mich immer wieder, wieviele doch diese Medis nehmen....

Wenn der Doc mal lieber eine Stunde mit den Patienten Konfrontation durchführen würde, wäre den Patienten mehr geholfen...


So ein Blödsinn !! Dieses dumme Gequatsche gegen Medikamente ist wirklich unterste Schublade. Es gibt genug Leute, die dankbar sind, solche Medikamente zu haben. Und von den 10.000 Menschen, die sich allein in D jährlich wegen Depression das Leben nehmen, würden auch einige noch leben, wenn sie was genommen hätten.

Doc, Konfrontation, 1 Stunde? Wo leben einige?! Im Wunderland? Die Zeiten gibt die K-Kasse vor und kein Arzt hat heute noch 1 Stunde Zeit für Patienten.

Und..., Konfrontation ist eben nicht immer Mittel der Wahl, im Gegenteil.


Malte Schätzchen ich versuche dir mal Novemberrains Text zu übersetzen, gell.

Also, er/sie meinte damit, dass es viele Leute nicht nötig hätten, würden sich generell Menschen und zu denen zähle ich auch Ärzte, den Patienten zuwenden.
Das das nicht von der Krankenkasse bezahlt wird, hat sich auch schon in unserem "Wunderland" herumgesprochen.

Stell dir vor, wir sind nicht alle naiv und unser geistiger Bewegungsradius ist auch größer als der, der in einer untersten Schublade möglich ist.

Würden sich die Menschen gegenseitig mehr Zuwendung geben statt von einem Event, von einer TV-Serie oder von einem Computerspiel zum anderen zu springen, wäre meines Erachtens die Zahl derer, die sich mit Psychopharmakas vollpumpen müssen um das Leben überleben zu können, wesentlich geringer.

Manche allerdings wollen oder können aus mir unbekannten Gründen ihr Verhalten nicht ändern und für die sind Psychopillchen die Lebensretter.
Zuwendung geben, am Leben des anderen interessiert sein, es mit ihm teilen, ist unbequemer und zeitaufwendiger als ein Rezept in der Apotheke einzulösen.
Also reg dich bitte ab, nimm weiter das was du zum Leben brauchst in Form von gepresster Chemie ein, wenn es DIR so besser geht, dann ist doch alles gut.

@Novemberrain, ich hoffe, dass meine Worte in deinem Sinn sind.

Einen entspannten lieben Gruß schickt allen
die Kroki

#15


M
Es geht einfach um diese ständige Abwertung. Allein "vollpumpen müssen...". Niemand muss was. Und es kommt auch immer auf die Ausgangssituation an. Es gibt dann eben doch Menschen, die müssen schnell wieder fit sein, am besten seit vorgestern, nicht erst übermorgen. 2, 3 oder mehr Monate auf einen Therapieplatz warten, dann dauert es noch Monate, bis was anschlägt, wenn überhaupt. Und so weiter.

Medikamente sind nicht immer nur der einfachere Weg, sondern bei vielen Leuten einfach der einzig mögliche. Wenn am Gesundheitszustand vielleicht ne Firma hängt, Personal, ne Hypothek, Familie etc., dann kann sich nicht jeder erstmal so locker auf Experimente einlassen, die manchmal auch Jahre dauern.

#16


Peppermint
Da gebe ich dir vollkommen recht malte.....

Es kann sich halt nicht jeder leisten Monate oder gar Jahre zuhause zu verbringen ohne vielleicht einmal vor die Tür zu gehn....

#17

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novemberrain
Zitat von krok:
@Novemberrain, ich hoffe, dass meine Worte in deinem Sinn sind.



#18


M
So ist es. Und ich kenne einen Fall, der Mann ist Ende 40, hat ne Firma mit 30 Leuten, Familie, Haus etc., alles muss bezahlt werden und blöderweise hat der für Notfälle keine fähige Vertretung. Der konnte bei einem Bandscheibenvorfall, der nahe der Lähmung war, nicht erst monatelang krankmachen, sondern war nach wenigen Tagen wieder auf den Beinen. Aber eben erstmal einige Wochen mit Opiaten. Heute ist alles ok, Medikamente sind nicht notwendig.

Da kann man Opiate 100 x verteufeln, in dem Fall waren sie die Rettung und ohne davon süchtig zu werden. Weil ja gern so getan wird, man nimmt 3 x Benzo oder Opiat und wird gleich zum Junky, was völliger Blödsinn ist.

#19


K
Zitat von Peppermint:


Es kann sich halt nicht jeder leisten Monate oder gar Jahre zuhause zu verbringen ohne vielleicht einmal vor die Tür zu gehn....


Sehr interessanter und qualifizierter Satz, den werd ich mir merken und auch das er von Peppermint geschrieben wurde .

Ich frage mich nur, wie lange Mann/Frau sich gesundheitlich leisten kann, sich mit Medikamenten (das ist wohl ein gefälligeres Wort für manche) über Wasser zuhalten, um wie eine Maschine funktionieren zu können.

Klar, wenn der Mensch sich verschuldet, über seine psychischen- und physischen Kräfte leben muß, sich generell überfordert, dann gibt es ja Gott sei Dank schnelle Abhilfe um ja nix ändern zu müssen.

Vielleicht könnte man auch mal dahin denken, dass eine chronische Überforderung egal in welchen Lebensbereichen nachweislich, genau wie eine chronische Unterforderung Stress macht.

#20


A


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Dr. med. Andreas Schöpf
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