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Peppermint
Qualifiziert ? Schreiben hier andere schon genug.... ich Rede hier so wie mein Schnabel mir gewachsen ist ....und das ist auch gut so....
Natürlich sollte man begleitend zu den Medis auch eine Therapie machen....aber es führen doch viele Wege zum Ziel...da sollte man denjenigen nicht verteufeln der zu Medis greift....
Wichtig ist doch nur möglichst schnell wieder zu einen lebenswerten leben zurück zu finden ....ob's nun der Firmenchef ist von dem einiges abhângt oder die Hausfrau die ihre Kinder jeden Tag versorgen muss...

14.01.2013 20:20 • #21


@krok

Das ist doch völliger Käse! Man, es gibt 100 Krankheiten, wo für die Leute die Einnahme von Medikamenten lebensnotwendig ist und das ein Leben lang. Ob MS, Parkinson, Diabetes, ne künstliche Herzklappe oder was auch immer, all diese Menschen brauchen zum Überleben Medikamente.
Zitat:
Ich frage mich nur, wie lange Mann/Frau sich gesundheitlich leisten kann, sich mit Medikamenten (das ist wohl ein gefälligeres Wort für manche) über Wasser zuhalten, um wie eine Maschine funktionieren zu können.
Die Frage stellt sich dann nicht.

Ich kenne eine alte Dame, die nimmt seit 30 Jahren Betablocker, ebenso lange Medikamente gegen Diabetes, und mehr. Sie braucht keine Pflege, lebt allein in der Wohnung und man könnte meinen, die ist 75. Die ist 92! Und ihr geht es super. Dank der Medikamente. Sie geht allein einkaufen, alles.

Diese negative Verallgemeinerung von Medikamenten ist wirklich dumm. Und oft kommt sie von Leuten, die schon Jahrzehnte vor sich hin dümpeln, krank sind, aber fast alles verweigern. Oder nur auf irgendwelchen Hokuspokus schwören, der sie letztlich keinen Tick gesünder gemacht hat.

14.01.2013 20:31 • #22



Paroxetin - Es wirkt endlich

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Ich rede hier von Menschen, die Dro. konsumieren wollen um ihr schräges Leben überhaupt ertragen zu können und nicht von Menschen die aufgrund einer ernsthaften Erkrankung lebenslang Medikamente brauchen.

Das ein Transplantierer sein Leben lang Cortison schlucken muß, ein Herzkranker seine Blutdrucktabletten braucht, ein Diabetiker sein Insulin spritzen muß, hat sogar mein Spatzenhirn begriffen.

Aber ich sehe schon, dass ich hier nicht verstanden werden will, so kommt es mir zumindest vor.

@Malte
Ich bin nicht dumm, habe nur manchmal Pech beim Denken. Vielleicht reicht dir das als Begründung für meinen Käse den ich hier deiner Meinung nach abliefere.

14.01.2013 21:16 • #23


Und wo ging es hier um Dro.?

14.01.2013 21:20 • #24


Peppermint
Es sind doch wohl damit hier nicht die Leute im Forum gemeint ?

14.01.2013 21:24 • #25


Zitat von Malte:
Wenn am Gesundheitszustand vielleicht ne Firma hängt, Personal, ne Hypothek, Familie etc.

Ohne Wertung - - Das könnte man im selben Sinne ebenso als "Experimente, die Jahre dauern" bezeichnen
Kommt drauf an, wohin einen der Leidensdruck letztendlich zieht ...

Und *hüstel* es geht hier immer noch um Psychopharmaka, welche in der ersten Schockphase (Ausbremsung durch die Symptome) dazu verleiten, in gesundheitliche Vorleistungen zu treten, die irgendwann nicht mehr auszugleichen sind - also bei einem 20-jährigen Langzeit-Angstpatienten möglicherweise ein Pyrrhus-Sieg
Sorry, tim, ohne Deine Begeisterung schmälern zu wollen: bleib kritisch!

Wünsche allen die richtigen Entscheidungen!

14.01.2013 21:34 • #26


Zum Thema ob Medikamente Dro. sind hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dro.

Wie gesagt, ich hab einfach manchmal Pech beim Denken, aber dieses Schicksal scheint mir haben auch noch andere, darum werde ich jetzt eine MEINER Dro. einwerfen und mich in die Horizontale begeben.

14.01.2013 21:44 • #27


Hi Leute,

also ich muß mal sagen, ich bin echt froh Paroxetin zu nehmen. Ich war zu nix mehr in der Lage, permanenete Dauerangst. Bin ständig ins Krankenhaus gerannt aus Angst vor nem Herzinfart. Bin denen schon auf den Keks gegangen.
Wenn man ständig Panik hat dann ist es einem irgendwann egal ob man ein Medi bekommt, hauptsache es hört auf.
Ich bin auch aus diesem Gedankenkreis nicht mehr rausgekommen - unglaublich aber wahr meine Gedanken standen nie still, nicht mal abends im Bett. Das ist durch das Medikament auch viel besser geworden.
Meine Lebensqualität hat sich enorm verbessert ich war ja auch eine Plage für die ganze Umwelt und auch nicht mehr arbeitsfähig.

Also mir ist völlig wurscht welche Konsequenzen das später mal hat, wenn es mein Leben jetzt so enorm verbessert.


LG Fenn

15.01.2013 05:07 • #28


Das Problem ist generell auch der falsche Eindruck durch das Internet. Man liest viel Negatives, gerade im Bereich Medizin, in Foren oder auf speziellen Seiten, wie z.B. zu Medikamenten (bei sanego.de u.a.). Man könnte den Eindruck gewinnen, alles ist schlecht. Oder die Masse. Das ist aber ein Irrtum.

Wenn die Leute über was schreiben wollen, dann sind es meist Probleme, negative Erfahrungen, wie bei Medikamenten. Wem es gut geht und wer keine oder kaum Probleme hat, der schreibt selten darüber und hat auch keinen Diskussionsbedarf. Das ist aber die Masse. Das was uns durch das Internet vermittelt wird, nämlich all die Probleme, es ist die Minderheit.

15.01.2013 10:08 • #29


Spannende Diskussion mit überwiegend qualifizierten Beiträgen. Ich habe aus eigener Erfahrung dazu folgende Meinung: Ich habe mein Leben lang nie Medikamente genommen aus Angst vor Nebenwirkungen. Bis die Angst aufkam, ausgelöst durch eine heftige, allergische Reaktion auf? Richtig: Ein Medikament (Penicilin). Ich durchlebte die allergische Reaktion aus dem Nichts alle paar Tage und dachte, ich sei sterbenskrank, wusste nich was los war. Ich bekam dann irgendwann Tavor und es wirkte Wunder. Und da wurde aus meiner Sicht der Schritt verpasst, die Ängste auch ohne Tavor durchleben zu können. Sicher, ICH habe das Zeug genommen, NIEMAND hat mich gezwungen, aber man vertraut ja auch in einer Notsituation, schaltet oft jegliches Vernunftsdenken ab, hat einfach nur Angst, Angst und noch mal Angst.

Durch die lange Einnahme von Tavor verfiel ich dann in immer neue Situationen, einfach weil ich so wenig wie möglich davon nehmen wollte (als ich mich selbst mal über das Gefahrenpotential aufgeklärt habe). Es folgten Versuche mit Antidepressiva, mit Neuroleptika. Alles ging immer eine Zeit los, dann RUMMS, gings in die Hose. Die Angst war wieder da oder die Nebenwirkungen lösten weitere Ängste aus. Und das ist das Problem bei uns Angstmenschen: Unsere Angst macht auch OFT nicht halt vor Mitteln die Angst nehmen sollen. Dann suchen wir nach Gründen warum wir das besser nicht nehmen. Wie viele von den hier Verteufelnden Rauchen? Trinken vielleicht mal einen oder zwei? Essen ungesund? Bewegen sich zu wenig? Darüber macht man sich aber wenig bis gar keine Gedanken. Aber der Beipackzettel wird bis ins letzte Detail gelesen und das ganze Mittel dann ungenutzt in die Tonne gekloppt - auch ein Weg der Geldvernichtung. Ich hab`s teilweise genauso gemacht. Bis ich wieder so voller Angst und Depressionen war, dass ich nach einem Mittel geschrien habe.

Manche Menschen sind (wie hier schon erwähnt) nicht mal eben so therapiefähig oder verkraften Klinikaufenthalte (wie ich) aufgrund des Umfeldes nur sehr, sehr schwer. Dazu der gesellschaftliche Druck: "Als Mama oder Papa da sein, im Job funktionieren, die Familie am kacken halten!" Stress um uns herum, überall. Ich weiß nicht wie es früher war, aber viele berichten, dass Sie zum kacken auf den Hof rennen mussten, das die Dusche mit 10 anderen geteilt wurde und das an so einen Luxus wie Fernsehen nicht zu denken war - und trotzdem ging es den Leuten seelisch damals eindeutig besser. Das ist ein Teufelskreis: Der Druck nimmt zu und die Verführungen den Druck mit der Einnahme einer Pille abzubauen ebenfalls. Mit der Pille verschwinden die Symptome nicht, aber sie belasten das Leben auch nicht weiter, man ist erst mal wieder einsatzfähig - und genau das muss man sein. Eine Pille zu nehmen ist einfacher als die Strukturen der Gesellschaft zu ändern.

Jeder muss so weit das möglich ist für sich entscheiden. Sicher wären lange Gespräche beim guten Arzt mehr wert und würden so manche Pille überflüssig machen, aber eben WEIL der Druck so hoch ist, haben die Ärzte überhaupt keine Zeit mehr auf die Bedürfnisse einzugehen. Irgendwann (Achtung: Horrorszenario) beherrscht ein Pharmakonzern die Seele einer ganzen Gesellschaft und die Wirtschaft sponsert ordentlich mit. Fängt doch schon in der Schule an: ADHS. Heute ist "Burn out" in Mode. Nur wer kann es sich leisten, mal eben so eine Auszeit zu nehmen, sein Leben zu überdenken und dann gestärkt mit neuen Sicht- und Lebensweisen zurück zu kehren? Kaum jemand. Leider ist das alles nicht so einfach und manchmal denke ich: "Ich steige einfach aus. Computer weg, Handy weg, Fernseher weg, raus aufs Land und als Selbstversorger leben!". Aber Menschen die so denken, werden als Versager abgestempelt, als Menschen die sich nicht dem Leben stellen können. Aber sich dem Leben stellen mit dem Preis, dass dieses Leben irgendwann zusammenbricht: Ist auf Dauer auch kaum eine Alternative. Alle rennen dem Glück nach und wirklich glücklich werden nur die, die Glücksratgeber verkaufen.

Wenn das alles so einfach wäre, dann wären wir nicht hier im Forum, dann würden sich Glücksratgeber nicht immer und immer wieder wie geschnitten Brot verkaufen. Ist wie mit den Wunderdiäten in den Frauenzeitungen: Wenn die alle so gut funktionieren, warum gibt es seit 20 Jahren jede Woche eine neue? Eine ganze Industrie lebt von der Fehlbarkeit der Menschen. Stell Dir mal vor es wäre Angst und keiner macht mit? Oder Depressionen und keiner macht mit? Oder nehmen wir nur mal die vielen Krankheiten die nur erfunden wurden weil man irgendein Medikament in der Hand hält und noch nicht genau weiß wie man es anpreisen soll. Also erst die Pille, dann die Krankheit dazu.

Darüber können wir uns hier tagelang raufen, diskutieren, auseinander setzen - aber ändern wird das nichts. Erst wenn alles zusammenbricht oder die ganz großen Entscheidungsträger selbst betroffen sind: Besteht Grund zur Hoffnung. Wenn der Chef einer Pharmafirma morgen an Angst erkrankt und nach 2 Jahren merkt das seine eigenen Pillen das Leben nur noch schlimmer machen: Das hätte was. Aber er wäre auch schnelle ausgetauscht als er eine Pille überhaupt einwerfen könnte. Ich denke vielen von uns ginge es besser, wenn wir uns einfach stumpf aus diesem Stressleben ausklinken und nicht jeden Konsumscheiss mitmachen. Immer erreichbar, immer Leistung, immer auf Abruf da sein aber dazu kaum einen Ausgleich finden. Es gibt andere Wege aber die zu gehen kostet eben mehr Kraft und Mut als das einnehmen von Medikamenten. Und manchmal braucht man vielleicht Medikamente um den Mut zum neuen Weg zu finden der dabei hilft keine Medikamente mehr zu brauchen....

20.01.2013 14:24 • #30


Burgmann

Ich muss Deinen Beitrag nicht komplett lesen, weil ein Punkt schon reicht. Nämlich, Tavor ist generell NICHT für Langzeiteinnhame gedacht, steht sogar in der Packungsbeilage. Wer es dann doch macht, sollte die Schuld nicht bei Anderen suchen. Das wird aber immer gern getan und mir leuchtet es nicht ein.

20.01.2013 16:18 • #31


Malte, ich finde, es ist es wert, Burgmanns Beitrag zu lesen. Da sind einige Statements, die ich für ziemlich gut und differenziert halte.
@ Burgmann:
Zitat von Burgmann:
und manchmal denke ich: "Ich steige einfach aus. Computer weg, Handy weg, Fernseher weg, raus aufs Land und als Selbstversorger leben!". Aber Menschen die so denken, werden als Versager abgestempelt, als Menschen die sich nicht dem Leben stellen können. Aber sich dem Leben stellen mit dem Preis, dass dieses Leben irgendwann zusammenbricht: Ist auf Dauer auch kaum eine Alternative.

Wie wäre es mit einem Kompromiss? Nicht komplett aussteigen, sondern teilweise, zeitweise. Dann, wenn man nicht mehr bereit ist, mitzuspielen, und es auch kann. Was das bedeutet? Ich habe Fortschritte gemacht (für meine Angsterkrankung und mein Leben insgesamt), indem ich mir jeden Tag überlege, nach welchen Werten ich leben möchte. Beispiel: Ich habe ein relativ neues Handy, nutze es aber nicht fürs Internet. Das Display ist mir einfach zu klein dafür, das reicht mir schon als Begründung. Und ich kaufe mir nur so alle 2 Jahre mal ein neues, weil ich weiß, unter welchen Bedingungen die Rohstoffe beschafft werden. Burgmann, ich werde von niemandem deswegen ´als Versager abgestempelt´. Und zwar, weil ich meine Handlungen nachvollziehbar begründen kann, in erster Linie vor mir selbst.
Ich könnte noch viele Beispiele nennen. Zum Schluß aber noch eine persönliche Erkenntnis: Ich glaube (nicht mehr, aber auch nicht weniger), dass die Angsterkrankung mir geholfen hat, die Werte zu finden, die tatsächlich zu mir passen, zumindest den Weg dahin zu ebnen. Dass es immer wieder die Hölle war, klar, logisch, wissen alle hier.

20.01.2013 17:28 • #32


Die Frage ist ja auch immer, muss man sich allem aussetzen? Da wird gern aufgezählt, wo überall Druck herkommt. Ok, aber muss man sich dem aussetzen?

Und zu den Ätzten und deren Zeit, Leute, vergesst mal nicht, die Ärzte suchen sich das so auch nicht aus. Die Krankenkassen bestimmen, wo es langgeht, wie viel Zeit wofür da sein darf etc. Was denkt ihr denn, warum sehr viele Ärzte in die Verwaltung gehen, zu Versicherungen, Krankenkassen, als Gutachter arbeiten oder ins Ausland? Nicht, weil alle geldgeil sind, nein, weil es auch für Ärzte am Anfang bei uns übel ist.

20.01.2013 17:43 • #33


Zitat von Malte:
Burgmann

Ich muss Deinen Beitrag nicht komplett lesen, weil ein Punkt schon reicht. Nämlich, Tavor ist generell NICHT für Langzeiteinnhame gedacht, steht sogar in der Packungsbeilage. Wer es dann doch macht, sollte die Schuld nicht bei Anderen suchen. Das wird aber immer gern getan und mir leuchtet es nicht ein.



Malte? Sorry, aber was hat jetzt Tavor mit Paroxetin zu tun? Verwechselst Du die Beiträge?

20.01.2013 17:46 • #34


Zitat von Felixx:
Ich glaube (nicht mehr, aber auch nicht weniger), dass die Angsterkrankung mir geholfen hat, die Werte zu finden, die tatsächlich zu mir passen, zumindest den Weg dahin zu ebnen. Dass es immer wieder die Hölle war, klar, logisch, wissen alle hier.


Dann bist Du vermutlich genau da wo Du DURCH die Angst hinsolltest. Denn Sie will ja irgendetwas sagen. Ich erinnere mich an einen Dialog im Krankenhaus, war wieder mal da wegen diffuser Ängste vor Krankheiten. "Das fing alles an weil ich auf ein Medikament allergisch reagierte!". Darauf die Schwester: "Mein Mann hatte das auch mal, sehr heftig, aber er hat keine Angsterkrankung entwickelt!". Ergo: Es kann ja nur rauskommen was schon immer drin war. Und wenn es da ist: Muss man es irgendwie nehmen und damit umgehen lernen. Es als Zeichen deuten, auch wenn das verdammt harte Opfer mit sich bringen kann, liebe Gewohnheiten aufgeben, neue pflegen, auf sich achten. Mal klappt es bei mir, mal nicht...

20.01.2013 17:49 • #35


Zitat von Malte:
Die Frage ist ja auch immer, muss man sich allem aussetzen? Da wird gern aufgezählt, wo überall Druck herkommt. Ok, aber muss man sich dem aussetzen?

Und zu den Ätzten und deren Zeit, Leute, vergesst mal nicht, die Ärzte suchen sich das so auch nicht aus. Die Krankenkassen bestimmen, wo es langgeht, wie viel Zeit wofür da sein darf etc. Was denkt ihr denn, warum sehr viele Ärzte in die Verwaltung gehen, zu Versicherungen, Krankenkassen, als Gutachter arbeiten oder ins Ausland? Nicht, weil alle geldgeil sind, nein, weil es auch für Ärzte am Anfang bei uns übel ist.


Malte, dass sehe ich anders. Ich war bei SEHR VIELEN Ärzten und die, die am wenigsten mit der Psyche zu tun hatten, haben sich 3 mal mehr Zeit genommen als die, die sich nur mit Psyche beschäftigen und EIGENTLICH wissen sollten, wie wichtig auch die Art und Weise des Miteinanders ist und der Faktor Zeit. Ich kann das Gefühl vermitteln: "Mach hin, wir haben nur 45 Minuten" oder ich kann durch meine Art 20 Minuten so gestalten das ich das Gefühl habe, mal 2 Stunden alles raus lassen zu können. Das ist es, was ich verteufle. Manchmal denke ich, die falschen Ärzte haben sich den falschen Bereich ausgesucht in dem Sie tätig sind.

20.01.2013 17:50 • #36


Burgmann

Es kommt wahrscheinlich auch auf den Typ Mensch an. Bei manchen Menschen ist es vielleicht extrem wichtig, wie der Arzt drauf ist, welche Zeit er sich nimmt etc. Ich kann es aber nur aus meiner Sicht sehen, so wie ich bin. Und mir ist es letztlich egal. Ich war bis vor 2 Jahren über einen Zeitraum von 3 Jahren bei 7 niedergelassenen Psychiatern, 6 Wochen in einer Klinik, dann noch etliche Psychiater in Notaufnahmen, 3 Psychologen, 1 Psychotherapie.

Im Nachhinein betrachtet war es bei mir egal, wer wie ist und ob sich jemand Zeit nimmt. Darum hat auch nichts geholfen, außer die Zeit, die einfach vergehen musste und alles wurde von allein besser, ging weg, ohne Ärzte, Psychologen oder Medikamente. Was mir erzählt wurde, es ging eh hier rein und da raus, weil ich meine Sichtweisen hatte und davon bin ich kein Stück abgerückt, auch nicht bei einem Prof. Psychiater. Egal was mir gesagt wurde, ich hab es nie getan oder genau das Gegenteil.

Ich denke aber, viele Menschen haben zu hohe Erwartungen an Ärzte, Psychologen oder Medikamente und erwarten fast, das jemand zaubern kann.

Es soll ja Menschen geben, die haben schon 10, 15 oder über 20 Jahre PA, können nicht allein bleiben etc. Kann ich nicht begreifen und es kann dann wohl nur so sein, sie haben es einfach nie über einen längeren Zeitraum ausgehalten. Angst und PA erleben, lernen, es bringt einen nicht um, auch wenn es sich so anfühlt. Man kann das alles lernen, auch, wenn es lange dauert.

20.01.2013 18:35 • #37

Sponsor-Mitgliedschaft

Ja, dann werde Du doch Therapeut und verbreite eben diese frohe Botschaft - und das meine ich nicht ironisch.

22.01.2013 23:53 • #38


Ich halte generell auch nicht viel von Medikamente, doch ich bin in einer Lage, wo ich es einfach mal mit Paroxetin versuche.

Mal zum Thema "Ärzte":
Man weiß auch, das Ärzte überlastet sind..man hört es ja immer wieder. Immer dieser Druck von oben usw. Die Menschen wissen das und vertrauen noch auf genügend Information von Ärzten!?
Ich finde, es steht uns das Internet zur Verfügung und jeder kann sich da ausreichend informieren. Man kann sich dank des Internet weitaus besser informieren, als es vllt so mancher Arzt tun würde(bzw. auch kann).Im Vorfeld sollte man sich schon gut informieren und wenn man sich für eine Medi entscheidet, sollte es aus einem selber kommen. Man sollte vor allem sich zweiseitig informieren und sich nicht nur mit allen negativen Aspekten eines Medikaments beschäftigen.

Der Grund warum ich mich für die Medikation entschieden habe ist:

Ich habe jahrelang Dro. genommen (Alk, THC, Amphetamin) und extrem komische Verhaltensmuster entwickelt dich mich immer mehr abschotten lassen. So an sich fühle ich mich wunderbar gesund, bin nie krank usw...meine Ärztin meinte mal, das man anhand meines Blutbildes nie denken würde, das ich mich eine ganze zeitlang gut abgeschossen habe.

Anhand von komischen Körperreaktionen, teilweise auch nicht so guten Dro., habe ich komische Ängste entwickelt. Panikattacken gab es auch genügend, meist durch Amphetamin ausgelöst. Gott sei dank, aber schon ewig keine Panikattacke mehr gehabt, bestimmt schon ca. 2 Jahre nicht mehr...hoffe das bleibt auch so.

Was hat mir die Panik genommen?...definitiv kein Medikament! Ich fing an mich zu informieren. Habe alles aus verschieden Blickwickeln betrachtet. Das nahm mir schon mal etwas die Angst vor der Angst. Was mir auch gut geholfen hat war eine Aussage meine Ärztin(gelesen auch schon öfter im Internet):

Angst steckt in jedem in Uns! Angst lässt uns eventuelle Gefahrensituationen erkennen und sind somit auf der Lauer. Im Endeffekt dient es unserem Schutz und ist somit unser Freund

Was soll ich sagen, diese Aussage ging runter wie ÖL! Desto mehr ich drüber nachdachte, desto mehr nahm es mir die Angst vor Angst. Es ist kaum zu glauben, was diese Äußerung in Bezug auf panik bei mir positives bewirkte. Ich hatte nie zuvor, die Dinge aus dieser Sichtweise gesehen.

Bis hier wollte ich mal verdeutlichen was man ohne Medikament erreichen kann und auch dauerhaft davon profitieren kann.

Jetzt zu anderen Seite warum ich mich doch für ein Medi entschieden habe:
Durch diverse komische Reaktionen meines Körpers unter Dro., besonders wenn ich in Supermärkten etc. war (halt da wohl viel los war,viele Menschen), eignete ich mir über Jahre Ängste an. Man redet sich diese Ängste ja förmlich ein, wie z.B. "jetzt einkaufen gehen, dann kommt sicher wieder dieses Gefühl). Ist man dann trotz dieser innerlichen Angst los gegangen, so kann man sich vorstellen, wie so mancher Einkauf ausgegangen ist. Natürlich habe ich fluchtartig den Supermarkt verlassen. Ja, ich habe meinen Einkauf auf dem Band liegen lassen und bin raus. Was die Leute gedacht haben müssen, war mir in dem Moment völlig egal.

Ich traue mich solch Dinge nun schon wieder, doch hin und wieder kommt es vor, das ich dennoch einen Einkauf mal zwei Tage verschiebe oder ich einfach Scheu habe das Haus zu verlassen. Alles in allem, würde ich meine derzeitige Lage als Mittelschwer bezeichnen und es war teilweise Phasen dabei die waren kaum auszuhalten. Ich hätte mir so gern und so oft einen Krankenwagen gerufen(was ich auch in Laufe meiner der jahre zweimal getan hatte), weil ich einfach dachte: "Gleich ist Ende"

Diese Probleme, wie oben beschrieben, sind tweilweise nur noch sehr gering vorhanden oder kommen halt mal wieder auf, dennoch habe ich mich dafür entschieden es mal mit Paroxetin zu versuchen

Ich habe schon einiges allein geschafft und auch verstanden. Es hat sich wirklich viel gebessert, einfach mit Kraft der Gedanken, auch wenn es einige Zeit gebraucht hat. Diese Gedanken und die Scheu halten mich doch irgendwo ab endlich wieder einen Arbeitsplatz zu finden, unter Leute zu kommen, ohne Bedenken mal in die Stadt oder einfach mal spontan zu sein. Alles das halt, wie ich früher eigentlich mal war.

Heute habe ich meine ersten 10mg Paroxetin genommen und natürlich habe ich auch eine Psychologin an meiner Seite. Ist wohl das Beste, so etwas gleichzeitig laufen zu haben, als es irgendwie auf eigene Kappe zu machen.

Durch Informationnen habe ich mir meine eigenen Gedanken gemacht und habe mir selbst einen Ablauf erschaffen.

Ich steige mit 10mg ein und diese werde ich jetzt auch 7-10 tage weiternehmen. Sollten keine Komplikationen auftreten und auch noch keine Verbesserung spürbar sein (was man bei 10mg nicht erwarten sollte), werde ich auf 15mg oder 20 mg erhöhen...bin noch nicht sicher. Diese 15 bzw. 20 mg werde ich dann zwei bis drei Wochen einnehmen und schauen was passiert.

Empfohlene Dosis laut Beipackzettel sind 40mg...bei Leuten mit sozial Phobie, Ängste! Da es bei mir mittelschwere Einschränkungen hat, werde ich versuchen 20mg nicht zu überschreiten, notfalls vllt noch 30 mg. Ich will wirklich nur eine kleine Verbesserung,so das ich mit mir und an mir arbeiten kann.

Das Ziel ist es meinerseits, den Wirkstoff so niedrig wie möglich zu halten, aber auch Erfolge damit erzielen. Ich möchte nur so viel Verbesserung wie nötig ist, um mich den Ängsten zu stellen, die ich mir ja selbst über Jahre im Hirn gefestigt habe.

Es war für mich irgendwie ein Pflicht solch kleinen Plan zu erstellen und mir diese ganzen Gedanken zu machen. Ich will an mir arbeiten, die Ängste wieder loswerden, weil ich weiß, das ich vor diesen Situationen damals auch nie Angst hatte.

Wie ihr merkt habe ich mir meine Gedanken gemacht und mich nicht von heute auf morgen für Medikamente entschieden. Mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, doch ich bin mir sicher das diese Kombination von Psychologe-- Medikation -- Geduld, Disziplin u Ehrgeiz --diese Ängste verschwinden lassen kann.

Wenn man sich dann nach und nach wieder solch Situationen stellt, bin ich mir sicher diese Ängste und Gedankengänge im Vorfeld abstellen zu können bzw. man kann sich der Angst stellen und merkt alles ist okay!

Ich habe teilweise auch so meine Meinung über die Pharma-Industrie, doch ganz ehrlich, meist sind es doch nicht die Chemiker/Forscher die übelst Geld schaufeln wollen, sondern, nur die Leute aus den Chefetagen, die mit ihren Erfindungen das Geld stapeln wollen. Denn ich glaube nähmlich auch, das die meisten Chemiker ihren Beruf aus Überzeugung machen und nicht dafür, das ihr Chef bald eine Villa inkl. schicken Auto hat.

Für Schreibfehler entschuldige ich mich im vorraus. Ich werde es bald gleich nochmals überfliegen.

03.02.2013 15:06 • #39


Hallo
Ich nehme jetzt seit drei Tagen paroxetin
Den ersten Tag habe ich als schlimm befunden hatte vermehrte angst und parnikattaken.
Der zweite Tag war besser da hatte ich kurz zeitig innere Unruhe.
Der dritte Tag war gut bis abends plötzlich eine parnikattake kam.
Heute am 4 Tag bin ich wieder verunsichert und Frage mich gestern war es gut wieso ist es dann heute wieder so das Gefühl das es dich noch nicht wirkt.
Ich muss dazu sagen habe davor citalopram genommen und bin dann gewechselt.
Sind es vielleicht nur Nebenwirkungen gewesen?
Die jetzt besser werden?
Weil so schnell kann dich die Wirkung nicht einsetzen.
Oh man ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch.
Würde mich freuen hier jemand gleichgesinntes zu finden

07.05.2017 07:50 • #40



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Dr. med. Andreas Schöpf