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LittleOne14
Liebe Community,
ich befinde mich gerade im Tavorentzug. Nehme noch 0.25 morgens und abends. Merke jedoch auch diverse Symptome u.a. bin ich sehr depressiv. Meine größte Sorge ist, dass es mir nach dem Entzug erst richtig dreckig gehen wird und ich dann erstmal in der Klinik festsitze.

Ich habe jetzt aufgehört nach Berichten zum Tavorentzug zu googlen, weil alle nur schreiben wie furchtbar und höllisch das war.

Deshalb traue ich mich Mal den Threads zu öffnen und zu fragen, ob es auch Leute gibt, die den Entzug durch haben und mir hinsichtlich meiner Sorge Mut machen können?
Klar, der Entzug ist hart. Das ist mir klar, stecke ja gerade selbst da drinnen.

Und trotzdem hoffe ich, es gibt auch noch andere Erfahrungen.

Freue mich auf Antworten.
Vielen Dank.

30.03.2023 10:37 • 15.07.2024 x 2 #1


84 Antworten ↓


psychomum
Hallo

ich bin gerade in einer Klinik deswegen.

Wünsch dir aber alles Gute und ich hab auch schon gehört, dass der Entzug kaum zu merken ist und kenn auch Horrorgeschichten.

Ich hätte das niemals alleine geschafft.... wäre Klinik eine Option für dich? Aber 0,25 mg morgens und abends ist ja schon schön wenig und fast geschafft

lg

30.03.2023 14:28 • #2


A


Tavor-Entzug - Positivberichte

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LittleOne14
@psychomum Vielen lieben Dank für deine Rückmeldung und die ermutigenden Worte. Wie geht es dir denn aktuell? Wo stehst du mit der Dosis?

Ich merke seit der Reduktion, dass ich mehr am Wasser gebaut bin, mehr Weine und meine Schmerzsymptome etwas an Fahrt gewonnen haben. Und etwas nervöser bin ich auch. Aber aktuell alles noch gut zum Aushalten.

Ich sende dir auch ganz viel Kraft und viele positive Gedanken Wir kommen da durch!

LG

30.03.2023 14:44 • x 1 #3


LittleOne14
@psychomum Ach ... Und ich bin gerade in einer Klinik...

30.03.2023 14:45 • x 1 #4


psychomum
achso okay du bist in der Klinik sehr gut, seit wann denn schon und wie viel mg hattest du und wo bist du jetzt?

ich will nichts Schlechtes schreiben, deswegen sag ich nichts zu meinem Entzug, jeder ist anders mit dem nah am Wasser gebaut sein, kenn ich auch musste oft schon doll weinen und dann hatte ich wieder Angst und dann war ich aggro...total nervig. Teilweise hatten meine ganzen Knochen geschmerzt ich schreib aber nichts mehr darüber schön dass es dir so gut geht, bzw. den Umständen entsprechend, freut mich

Ich kam ja mit 3 mg Tavor am Tag hier an, ich wurde sofort am nächsten Tag auf Diazepamtropfen umgestellt, das Tavor war dann weg....das war richtig krass, ich durfte mir die Methode ja aussuchen und wollte sie dann ändern also lieber Tavor runter, aber die Ärzte die mich bereits kennen meinten so ist es angenehmer und nach 2 Tagen ging es mir dann besser... Ich glaub ich hatte 30 Tropfen Diazepam 4x am Tag bekommen, weiß es aber nicht mehr so genau...bin seit 2,5 Wochen hier, fast 3 Wochen und bin jetzt bei 2 Tropfen Diazepam 4x am Tag....morgen bleibt die Dosis so, Samstag wird wieder reduziert...ich müsste dann Montag auf 0 sein.....oder bekomm ich noch 3 Tropfen? Ich frag nachher mal

Wie viel Tavor hattest du und wie wurde bei dir reduziert?

Klaro wir schaffen das

glg

30.03.2023 15:36 • x 3 #5


LittleOne14
@psychomum Boah! Das ist ja im Vergleich ein echt straffer Entzug! Und toll, dass du schon so bald auf 0 bist! Gratulation

Wie lange hattest du denn Tavor genommen? Und... wenn du magst auch warum?

Ich nehme Tavor erst seit Januar, jedoch bekam ich ziemlich schnell seltsame Symptome und Schmerzen im Rücken, sobald ich die nächste Einnahme vergessen hatte. Das würde dann immer schlimmer...
Eigentlich sollte Tavor zu Beginn der Einnahme von Escitalopram unterstützen, jedoch half mir Escitalopram diesmal nicht bzw. vertrug ich das Medikament plötzlich nicht mehr... Später hat sich rausgestellt, dass ich wohl eine Histaminintoleranz entwickelt habe. Deshalb vertrage ich praktisch keine AD mehr... Und so bin ich blöderweise an Tavor hängen geblieben...

Nehme jetzt versuchsweise Amitriptylin, aber sehr niedrig.

Die Klinik schleicht das Tavor bei mir ganz langsam aus, da ich in einem relativ schlechten Zustand (Depression) bei ihnen ankam. Auch wegen der Schmerzsymptome...

Du kannst übrigens gerne konkreter werden, was die Symptome betrifft... Ich mag nur keine allgemeinplätze we Es war die Hölle! etc. hören. Darunter kann man sich vieles vorstellen und das möchte ich nicht.

Ich drücke dir weiterhin die Daumen

30.03.2023 16:14 • x 2 #6


psychomum
@LittleOne14 ja hier ist zurzeit Chaos in der Klinik, sie wollen die Leute so schnell wie möglich hier raus haben....früher waren es mal 6 Wochen mindestens bei Tavor und jetzt 2-3....eigentlich unmöglich....

Ich hab auch total die Krise Depressionen, Ängste usw .. aber das ist hier Banane...

wie viel hast du denn genommen und wie lange dauert dein Entzug denn da noch insgesamt?

Ich hab Tavor immer als Bedarfsmedi bekommen über Jahre und es hat auch geklappt....bis vor einigen Wochen gar nichts mehr ging.... regelmäßig nahm ich es seit Januar, weil ich keinen Platz in der Psychiatrie bekommen hab, Aufnahmestopp usw...

Vielleicht ist es deswegen bei mir auch die Hölle gewesen....ich erklär mal kurz die Hölle, weil du gefragt hast

Also die Entzugssymptome waren unter anderem: - übelste Depressionen, - Panik 100x schlimmer als normal, Körperbrennen, ein Gefühl gleich zu sterben bzw. innerlich zu verbrennen, weinkrämpfe, Händezittern, Schüttelfrost, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, extreme innere Unruhe, irgendwie fast ein Realitätsverlust...Schlaflosigkeit, Knochenschmerzen extrem, extreme Überreizheit auf Geräusche, Licht, Gerüche... körperliche Schwäche, konnte mich manchmal kaum auf den Beinen halten, Verstopfung, Nachts wollte ich zur Schwester und bin am Tresen zusammengebrochen und komplett umgeklappt....
Alpträume und Schwitzen, Kreislaufbeschwerden und eine veränderte Wahrnehmung alles wirkte total bedrohlich achja und eine extreme Anspannung hatte ich noch..

Das Schlimmste war aber immer das Gefühl man brennt innerlich und zerreißt...

Jetzt hab ich alles in sehr abgeschwächter Form, komm oft trotzdem kaum die Treppen hier hoch, schaffe nur mini Spaziergänge...

Die Entzugssymptome wurden nach jeder Diazepamgabe aushaltbar, aber waren nicht weg....kurz vor der Tropfenausgabe so. ca. 1 Stunde vorher wurd es immer richtig schlimm....manche Schwestern hatten Mitleid und gaben mir etwas früher die Tropfen, andere meinten, ich muss da leider durch....waren aber auch nett...

Ich hab schon fast einen Filmriss und kann mich an die letzten 2,5 Wochen kaum erinnern... ich war echt in meiner persönlichen Hölle....aber wie geschrieben nicht den ganzen Tag über...das hätte ich nicht überlebt

Ich hoffe ich muss Montag nicht gleich nach Hause....

Wenn die Entzugssymptome am schlimmsten waren, wollte ich immer am liebsten abbrechen und sofort Tavor nehmen zuhause, ich ging oft zur Schwester ich kann nicht mehr oder hatte Sui.....gedanken, weil es so schlimm war, wurd dann aber aufgefangen. Ich bin dann zur Ärztin und hab das angesprochen, dann wurde etwas langsamer runterdosiert...

Das blöde ist, dass sich das so hinzieht....ich war vor Jahren mal wegen Alk. hier und hatte ein schwaches Delirium, aber das jetzt war 100x schlimmer...

Joar, aber ich bin stolz wenn ich durch bin

Wünsch dir auch alles Liebe und Gute

achja ich hatte auch ganz schnell Entzugssymptome und musste die Dosis immer mehr steigern..., so ähnlich wie bei dir

lg

30.03.2023 19:00 • x 3 #7


psychomum
Wenn ich nochmal so eine Abhängigkeit entwickeln sollte, mach ich das nicht mehr hier in MV, sondern im Westen... hier ist alles komisch zur Zeit...

Wo bist du denn in der Klinik?

lg

30.03.2023 19:12 • x 1 #8


LittleOne14
@psychomum Oh Mann... Das klingt echt brutal! Himmel! Das mit dem Brennen.. das kenne ich nur von meiner Histaminintoleranz. Immer wenn ich ein Medikament nehme welches ich nicht vertrage, bekomme ich das Innere brennen. Bei einer Histaminintoleranz wäre diazepam z.B auch gar nicht verträglich.

Ich habe tatsächlich nur ein Milligramm genommen, was aus deiner Perspektive wahrscheinlich komplett lächerlich klingt. Und trotzdem eiere ich hier rum....

Mein Problem ist, dass ich eine 16-jährige Tochter allein zu Hause habe, der ist da mit der Situation überhaupt nicht gut geht ich kann hier eigentlich nicht so lange bleiben, fürchte aber, dass es mir nach dem Absetzen von Tavor erstmal ganz schön beschissen gehen wird. Bei dir wäre es ja auch grob fahrlässig, dich so wieder nach Hause zu schicken. Bekommst du denn nebenher noch eine Antidepressivum?

Ich bin in einer Klinik in Bayern, die ist wirklich in Ordnung und die Leute sind auch super nett. Aber durch meine Histaminintoleranz erschwert sich einfach alles. Eigentlich würde ich auf ein SSRI total gut ansprechen, kann es aber jetzt nicht mehr nehmen.

Und bei der Depression weiß ich auch nicht ob sie nicht schon vorher da war, und sich jetzt nur einfach verstärkt durch den Entzug. Kannst du das noch unterscheiden?

30.03.2023 19:33 • x 1 #9


psychomum
das mit deiner Tochter ist blöd und tut mir Leid
wie lange musst du denn noch in der Klinik bleiben?

Ja, nett sind sie hier auch alle zum Glück

Ich hab auch schon von Mitpatienten gehört, dass wenn man auf 0 ist noch etwas zu kämpfen hat, aber wer weiß

Ja ich kann meine normalwn Erkrankungen von den Entzugssymptomen und den Depressionen dadurch gut unterscheiden, aber auch erst jetzt... ich hatte letztes Jahr schon einen kleinen Entzug und dachte es wäre die Ängste...oh man, dann hab ich lieber Ängste als das...

Ja ich bekomm Doxepin in der Höchstdosis, aber so richtig hilft es nicht, aber macht mich stabiler....ich wollte morgen mal nach Pregabalin fragen, dass ist auch gut gegen Ängste...

Ach nein sowas denk ich nicht, ich hatte auch schon bei 1mg Entzugserscheinungen und zwar richtig doll...

In dieser Klinik wird oft grob fahrlässig gehandelt, wegen Personalmangel etc....einige Patienten wollen sich jetzt beschweren....vor 3 Jahren war es hier auch noch anders...

lg

30.03.2023 20:23 • x 1 #10


psychomum
Hi

wie geht es dir mittlerweile?

lg

06.04.2023 15:20 • x 1 #11


LittleOne14
@psychomum bitte entschuldige, dass meine Antwort so lange gedauert hat! Ich bin jetzt auf 0,25 mg am Abend runter, und werde die letzte Dosis morgen absetzen. Erfreulicherweise wirkt das Amitriptylin jetzt deutlich, wir haben auch die Dosis noch mal erhöht, weshalb die entzugssymptome nicht mehr so ausgeprägt sind. Wie geht es denn dir? Liebe Grüße

06.04.2023 21:54 • x 2 #12


psychomum
Zitat von LittleOne14:
@psychomum bitte entschuldige, dass meine Antwort so lange gedauert hat! Ich bin jetzt auf 0,25 mg am Abend runter, und werde die letzte Dosis morgen absetzen. Erfreulicherweise wirkt das Amitriptylin jetzt deutlich, wir haben auch die Dosis noch mal erhöht, weshalb die entzugssymptome nicht mehr so ausgeprägt sind. ...

ja alles gut, das hört sich ja gut an, dann bist du auch fast durch...

bei mir ist es sehr durchwachsen um es mal so auszudrücken

lg

07.04.2023 06:44 • x 1 #13


LittleOne14
@psychomum Oh, das tut mir leid... Aber so toll, wie es sich vielleicht angehört hat, ist es auch wieder nicht. Lag die ganze Nacht mit Herzrasen wach...

Was meinst du denn mit durchwachsen genau?

07.04.2023 08:19 • x 1 #14


psychomum
Zitat von LittleOne14:
@psychomum Oh, das tut mir leid... Aber so toll, wie es sich vielleicht angehört hat, ist es auch wieder nicht. Lag die ganze Nacht mit Herzrasen wach... Was meinst du denn mit durchwachsen genau?

achso okay...das ist natürlich nicht so schön bekommst du Medikamente zur Nacht?

Mit durchwachsen mein ich nicht so gut, es ändert sich aber oft...heute muss ich sagen ist aber der beste Tag seit einer Woche....ich hab nicht mehr so dolle Kreislaufbeschwerden und bin nicht mehr so zittrig... mal sehen vielleicht geht es jetzt doch endlich bergauf, zwar ganz langsam aber es ist okay für mich.

lg

07.04.2023 08:52 • #15


R
@LittleOne14 Wie lange bist du in der Klinik und in welchem Zeitraum wurde das 1 mg abgebaut? Hilft dir das Amitryptilin auch gegen die Depression?

07.04.2023 11:00 • #16


LittleOne14
@psychomum Das wünsche ich dir auf jeden Fall von ganzem Herzen! Die Kreislaufprobleme kenne ich übrigens auch sehr gut! Sag gerne Bescheid, wie es Dir weiterhin geht. Ich drücke Dir ganz doll die Daumen!

07.04.2023 16:41 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

LittleOne14
@Rapunzel910 hallo auch, bei mir wurde das Tavor jeweils mit 0,25 mg weniger pro Woche abgesetzt. Theoretisch befinde ich mich jetzt noch in der vorletzten Woche, und erst in der nächsten würde ich wirklich kein davor mehr nehmen. Da ich aber schneller aus der Klinik raus möchte, werde ich versuchen das Tavor schon heute Abend komplett abzusetzen. Das Amitriptylin hat in der Tat besonders hinsichtlich meiner Depression und der Schmerzen geholfen! Und tut es immer noch! Ohne Antidepressivum würde ich so einen Entzug wirklich niemandem empfehlen! Alles Gute!

07.04.2023 16:43 • x 3 #18


R
@LittleOne14
Hallo, das ist ja nun auch schon ein Jahr her... darf ich fragen, wie es Dir mittlerweile geht?
Bin inzwischen auch von Tavor (2 x 0,5 mg täglich) abhängig, GAS, aber auch schwer depressiv, und hab Angst da nie wieder raus zu kommen...

15.06.2024 10:27 • #19


LittleOne14
@RoseLoomis Ich habe ja damals in der Klinik schrittweise auf 0 g Tavor reduziert. Jede Woche 0,25 mg weniger. Das ging auch gut, weil ich parallel Amitriptylin bekam und so die Ursprungsgefühle (Panik, Depression) vom Antidepressivum aufgefangen wurden und das Absetzen der letzten 0,25 mg fast kein Problem mehr waren. Das ist meine Erfahrung damit. Ich nehme das Amitriptilyn noch immer, aber nur noch 10 mg und möchte es ganz langsam und schrittweise versuchen zu reduzieren. Ich mache mir da aber inzwischen keinen Stress mehr. Wie lange nimmst Du denn Tavor? Und was ist GAS?

17.06.2024 17:49 • #20


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