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V

Vreni
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Hallo zusammen. Ich hoffe, ihr habt ein paar (hoffentlich positive) Erfahrungswerte für mich. Ich bin w, 40 Jahre und leide seit 10 Jahren an Agoraphobie mit Panikstörung. Als es mit 30 das erste Mal auftrat, war es die absolute Hölle und ich war mehr als verzweifelt. Ich konnte das Haus kaum mehr verlassen, da meine Panikschwelle so stark erhöht war. Nach etwa 6-monatiger Odyssee habe ich dann Escitalopram gefunden und es hat mir mein Leben zurückgegeben. In den letzten zehn Jahren habe ich insgesamt drei Mal versucht abzusetzen. Maximal ging es einige Monate gut, dann kam die Panik wieder. Das letzte Mal hatte ich im November 2022 abgesetzt. Im Februar 2023 ging es mir plötzlich wieder sehr schlecht und ich begann wieder mit der Einnahme. Es wirkte auch und ich fing wieder an zu arbeiten und lebte mein Leben. Anfang April 2023 hatte ich plötzlich eine Panikattacke. Sowas kam unter Escitalopram (10 mg) noch nie vor und seit letztem Wochenende leide ich wieder unter all den Symptomen, trotz Medikament. Für mich ein großer Schock. Meine Psychiaterin ist derzeit leider im Urlaub und meine Hausärztin meinte, dass es bei Langzeiteinnahme durchaus sein könnte, dass die Dosis gesteigert werden müsse. Nun erhöhe ich langsam auf 15 mg. . Ich habe solche Angst, dass es einfach nicht mehr wirkt. Ich bin völlig verzweifelt. Habt ihr vielleicht aufbauende, positive Erfahrungswerte zur Dosiserhöhung?

26.06.2023 #1


55 Antworten ↓
JenniferB1611

JenniferB1611
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Zitat von Grace_99:
Okay. Wie gesagt, bei mir wurden alle Hormone durchgecheckt, das find ich immer wichtig auch abzuklären.


Ein sehr interessantes und spannendes Thema, finde ich. Ich habe nur leider auch die Erfahrung gemacht, dass sich viele Ärzte/ Ärztinnen, seien es jetzt Hausärzt*innen oder Gynäkolog*innen, nicht wirklich damit auskennen oder das gar nicht so auf dem Schirm haben... Kurz zu mir: Ich bin 37 Jahre alt, habe schon sehr sehr lange mit meinen psychischen Erkankungen zu kämpfen. Mal mehr, mal weniger. Klar, ich bin immer wieder zum normalen „Check-up" bei meiner Hausärztin und auch bei der Gynäkologin, aber nie hat mich bisher mal jemand darauf hingewiesen, dass man ja auch mal die Hormone bei mir checken könnte. Schilddrüse habe ich schon auch immer wieder checken lassen, im Blut, aber auch per Ultraschall. Da ist immer alles in Ordnung.
Ich habe dann selbst recherchiert und ja, es ist schon so, dass manche Symptome von mir eben nicht „nur von der Psyche" kommen könnten, sondern auch von den Hormonen. Ich habe mir dann vor einigen Monaten selbst eine Heilpraktikerin gesucht, die dann per Speicheltest in einem Labor meine Hormone hat checken lassen und siehe da, es liegt bei mir tatsächlich Progesteron, Östradiol, Östriol zu niedrig, DHEA zu hoch und es liegt eine Östrogendominanz bei mir vor.
Meine Heilpraktikerin hat mir auch schon einen „Einnahmeplan" erstellt für bioidentische Hormone. Dafür müsste ich aber extra zu einem Gyn gehen, der mir die Sachen verschreibt (er arbeitet mit meiner HP zusammen). Leider war ich dann noch bei einer für mich neuen Gyn, da ich von meiner normalen Gyn eh wechseln wollte, da ich die menschlich ganz schlimm fand. So, die für mich neue „normale" Gyn hat mich dann aber schon etwas verunsichert, weil sie von bioidentischen Hormonen nicht so überzeugt ist... die meinte, über die Haut könnte man das gar nicht richtig aufnehmen. Sie könne mir aber eine niedrig dosierte Hormonpille verschreiben, was ich aber abgelehnt habe. Mönchspfeffer könne ich noch versuchen. Das habe ich dann auch gemacht und das mit den bioidentischen Hormonen erstmal hinten angestellt, weil es mir, um ehrlich zu sein, echt zu stressig war alles... Das Mönchspfeffer habe ich drei Zyklen lang genommen und ich hatte das Gefühl, dass es mir bei meiner PMS schon hilft. Die Packung ist leer. Ich muss das wieder anfangen zu nehmen.
Ansonsten ärgere ich mich schon auch ein wenig nun, dass ich vor einigen Monaten nicht doch den Weg gegangen bin, es mal mit den bioidentischen Hormonen zu versuchen. Irgendwie hatte ich Angst davor.
Schön blöd, nun hänge ich quasi seit Monaten schon wieder in den Seilen und habe mit verschiedenen Symptomen zu kämpfen, die allesamt eben „nur von der Psyche" kommen könnten, oder mitunter teilweise auch von den Hormonen...
Ich gehe das mit den Hormonen wahrscheinlich nochmal an... Dann werde ich allerdings erstmal einen neuen Speicheltest machen müssen und der kostet ganz schön viel Geld... Und die weitere Behandlung eben auch...
So sorry, das war jetzt ein ganz schön langer Text.

Liebe Grüße. Jenni

14.06.2023 09:52 • x 2 #39


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A


Medikation wirkt nicht mehr/ Dosiserhöhung

x 3


F

Flame
Gast

Zitat von Vreni:
Wahrscheinlich muss ich mich mehr darin üben, es zu akzeptieren. Hut ab, dass du das so klar sehen kannst.

Hat Jahre gedauert,kommst Du auch noch hin,weil man irgendwann immer deutlicher realisiert,dass es tausend mal wichtiger ist,wie man sich als wie man aussieht.
Bei den meisten Menschen ist es leider umgekehrt (mehr Scjein als Sein) aber es hat auch was erlösendes,wirklich.
Zitat von Vreni:
Bei mir gab es immer wieder Situationen, die mich frustriert haben (Kommentare von anderen, Fotos auf denen ich mich nicht wiedererkannt habe).

Hab ich auch immer wieder mal aber dann erinnere ich mich daran,wie schlimm es mir psychisch mal ging ich war auch schon in der Angsthölle und hab damals gebetet,dass ich da wieder raus komme,egal wie,wenn nur die Angst und Depri besser werden möge.

Gegen Angst und Panikhölle ist Übergewicht vergleichsweise ein Klacks.

Zitat von Vreni:
Ja, psychische Gesundheit/Stabilität ist wichtiger. Absolut. Wenn es mir wieder hilft, werde ich auch dabei bleiben. Ich hoffe es so sehr. Schaffe vor Angst momentan kaum mehr etwas.

Keine Sorge,das wird schon wieder ,die Angstgedanken/gefühle wollen einem "einflüstern",es würde nie wieder besser aber das ist Teil der Krankheit,das Denken ist negativ gefärbt,das reguliert sich wieder. knuddeln
Zitat von Vreni:
Man macht eben so seine Erfahrungen. Ich hatte beim Absetzen immer gedacht, dass es mir gut geht. Aber es hielt nie länger als max. 1 Jahr.

Für diese Erfahrung kannst Du wirklich dankbar sein,auch wenn sie schmerzhaft war,in Zukunft wird sie Dir helfen und Dich vor weiterem Übel schützen.

12.06.2023 19:05 • x 2 #33


Zum Beitrag im Thema ↓


E
Guten Morgen.

Ich hatte Escitalopram mal für 10 Jahre (zirka, weiß es nicht mehr so genau) genommen, 10 mg.

Dann innerhalb von 2 Wochen abgesetzt und alles war gut.

1,5 Jahre später kam eine schwere Depression und ich nehme Escitalopram erneut. Diesmal 20 mg, da 10 mg nicht mehr ausreichend waren.

Was dazu wirklich nötig ist, ist eine Therapie. Ohne unterdrückt man nur die Symptome, aber heilt nichts.

Erhöhe auf 15 mg und wenn das nicht ausreicht, kannst du bis auf 20 mg gehen.

x 2 #2


V
Liebe Grace_99,

ich danke dir für deinen Erfahrungsbericht.

Ich hatte damals 4 Jahre lang Therapie. Vielleicht wäre aktuell wieder Begleitung angesagt, aber mein Therapeut ist leider sehr ausgebucht. Ich bleibe dran.

Ab heute starte ich mit der Erhöhung und hoffe auf und bete um Besserung.

x 1 #3


V
Liebe Community, liebe @Grace_99, ich bin seit heute bei 14 mg Escitalopram und extrem aufgekratzt. Dachte schon, ich bekomme keine Luft mehr. Das hat das Medikament in der Einschleichphase bei mir auch immer gemacht (extrem aufgekratzt), was zusätzlich immer sehr belastend war. Muss ich noch mal durch all die NW durch? Wie war das bei euch? Ganz herzliche Grüße an euch alle.

x 1 #4


E
Ja, das war bei mir von 15 mg auf 20 mg, da hatte ich hart zu kämpfen.

Ich habe dann erstmal nur 17,5 mg genommen und ca. 10 Tage später auf 20 mg und da hatte ich dann keine Probleme mehr.

x 1 #5


V
@Grace_99 Danke Grace, du machst mir Hoffnung 💐

x 1 #6


Z
Hallo Vreni, ich erhöhte das Escitalopram auch von 10 mg auf 15 mg und war auch so aufgedreht und hellwach gewesen. Der Antrieb ist supergut bei mir und die Symptome gingen dann auch wieder weg, die ich schilderte.

Insgesamt geht es mir schon viel, viel besser mit der Erhöhung, mache auch noch eine Psychotherapie dazu bei einem sehr guten Therapeuten, den mir die Bosch BKK in ihrem Modell innerhalb von 2 Wochen vermittelte.

Alles Gute dir Vreni und liebe Grüße Smile

#7


V
@Zitronenfalters Danke für deinen Bericht! Momentan stehe ich bei 14 mg und traue mich nicht weiter zu erhöhen, da ich zusätzlich gerade noch eine heftige Mandelentzündung habe. Mein Körper braucht eher Ruhe gerade. An 14 mg scheine ich mich mittlerweile gewöhnt zu haben. Die NW sind nicht mehr so stark. Allerdings spüre ich auch noch keine Verbesserung.

@Zitronenfalters Darf ich fragen, warum du auf 15 mg erhöht hast und wie lange es gedauert hat, bis du dich wieder besser gefühlt hast?

Ganz herzliche Grüße an dich 🦋

#8


V
@Grace_99 Liebe Grace, mittlerweile bin ich bei 18 mg. Lt. Rücksprache mit der Psychiaterin soll ich auf 20 mg erhöhen. Darf ich noch mal deine Erfahrungswerte "anzapfen"? Hast du denn wirklich erst ab 20 mg eine Verbesserung gespürt? Weißt du noch, wieviel Zeit vergangen ist, bis du nach der Erhöhung auf 20 mg etwas gespürt hast?


Ich bin so verunsichert und hoffe und bete einfach, dass die Dosiserhöhung anschlägt. Es war bisher immer so, dass es ab 10 mg noch mal etwa 14 Tage gedauert hat, bis ich merklich etwas gespürt habe. Ich bin dann plötzlich morgens aufgewacht und dieses ängstliche, unruhige Gefühl war weg. Da wusste ich, es greift.

Danke, dass du dir die Zeit nimmst, mir zu antworten.

x 1 #9


E
@Vreni Das tut mir leid, dass es dir immer noch nicht gut geht Sad

Hormone wurden bei dir untersucht, also Schilddrüse, evtl. Hormonstatus auf Vitamin D sowie Hormonspiegel beim Frauenarzt?

Von 15 mg auf 20 mg war die längste Zeit bei mir. Ich schrieb ja, das der Sprung von 15 auf 20 zu heftig war und ich eine gewissen Zeit bei 17,5 mg war. Ich glaube als ich nach 10 Tagen auf die 20 mg gegangen bin, wurde es dann besser, aber nicht "Knall auf Fall" sondern langsam in der Kombination mit der Therapie sowie Vitamin D (bei mir wurde ein Mangel festgestellt), Zink, Vitamin B-Komplex sowie Magnesium.

x 2 #10


V
@Grace_99 Danke für die Tipps. Ja, das wurde alles abgeklärt. Ich hatte einen starken Vitamin D-Mangel, den ich bereits vorletztes Jahr angegangen bin. Einen Vitamin B-Komplex substituiere ich zur Zeit.

Wahrscheinlich brauche ich einfach noch etwas mehr Geduld.

#11


E
Zitat von Vreni:
@Grace_99 Danke für die Tipps. Ja, das wurde alles abgeklärt. Ich hatte einen starken Vitamin D-Mangel, den ich bereits vorletztes Jahr angegangen ...

Wurde Vitamin D noch mal nachgeprüft ob der Wert jetzt gut ist?

#12


V
@Grace_99 Letztes Jahr war er noch im Normbereich.

#13


E
Okay.
Wie gesagt, bei mir wurden alle Hormone durchgecheckt, das find ich immer wichtig auch abzuklären.

x 2 #14


V
@Grace_99 Unbedingt. Da war ich damals schon sehr gründlich, da die Panikattacken erstmals 2 Wochen nach Absetzen der Pille aufgetreten sind. Ich war lange davon überzeugt, dass das der Grund gewesen sei. Heute denke ich eher, es hat das Fass zum Überlaufen gebracht. ... Bleibt der Eisprung nämlich erstmal aus, ist zu wenig Progesteron vorhanden und das kann die Symptomatik auch auslösen. Ich hatte mich daher bei einem Facharzt für Phytohormone behandeln lassen. Einige gynäkologische Probleme haben dich damit auch super in den Griff kriegen lassen. Die Panikstörung mit Agoraphobie leider nicht.

x 1 #15


E
Hm, was sagen denn Psychiater, Frauenarzt, Therapeut dazu?

x 1 #16


V
@Grace_99 Frauenärzte haben leider erschreckend wenig Ahnung vom weiblichen Hormonsystem. Ich bin damals zu einem Endokrinologen und habe mir dann privat noch mal einen Test bestellt und ihn von einem speziell ausgebildeten Gynäkologen (Privatarzt) auswerten lassen.

Nach unzähligen Gesprächen mit verschiedenen Ärzten, unterschiedlichen Therapieamsätzen und einiger Fachliteratur denke ich, dass die Hormone sicher zur Auslösung solcher Störungsbilder beitragen können. Allerdings lassen diese sich - zumindest in meinem Falle - darüber nicht wieder revidieren.

x 1 #17

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E
Das ist total traurig 😞

Mein Frauenarzt ist schon 67 und bin seit über 20 Jahren bei ihm und er kennt sich damit Gott sei Dank gut aus.

Ich war November 21 in der Klinik und die haben nichts auf die Hormone gegeben. Bis heute bin ich überzeugt das ich völlig falsch behandelt wurde und erst mit meiner Therapeutin und Frauenarzt auf den richtigen Weg gebracht wurde und gerade dabei bin zu lernen diesen zu gehen.

x 2 #18


V
@Grace_99 Die Erfahrung, dass allgemein nicht viel auf Hormone gegeben wird, hab ich auch gemacht. Ich denke auch, dass da dringend Nachholbedarf besteht. Frauen haben solche Störungsbilder (Angst und Panik) auch häufiger als Männer. Oft psssiert es in den Wechseljahren oder anderen hormonellen Umbruchzeiten. Schön, dass du so einen guten Arzt hast. Das ist super.

Hast du schon mal von Frau Dr. Scheuernstuhl gehört? Sie hat sich viel mit dem Thema Hormone und Psyche beschäftigt.

x 1 #19


E
Nein, kenn ich nicht. Ich werde mal googlen.

Bei mir ist es richtig schlimm mit Beginn der Wechseljahre geworden. Angst, Panikattacken, alles was ich nie hatte.

x 1 #20


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Dr. med. Andreas Schöpf
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