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Hallo,

ich hab da mal eine Frage an euch. Wie seht ihr die Einnahme von Medikamenten?
Ich selbst nehme nur gelegentlich mal eine halbe Alprazolam. Seit 25 J. sind GAS und Agoraphobie mit Panikattacken meine ständigen Begleiter.
Wie kann es sein, dass manche Menschen gar keine Medikamente und andere bis zu 6!! verschiedene Medis einnehmen, bei gleicher Erkrankung?
Von den Nebenwirkungen will ich gar nicht reden. Und dann dauert es meist auch noch bis diese Medikamente wirken. Was ist eure Meinung dazu?

LG Val

31.08.2012 22:03 • 24.09.2012 #1


32 Antworten ↓


hallo Valencia,

ich hatte folgendes bereits in einem anderen thread geschrieben...

ich habe noch nie medis genommen und werde es auch nicht anfangen.
die gefahr, das man davon abhängig wird ist mir einfach zu groß.
abhängig vor allem in dem sinne... das man sich nur noch sicher fühlt, wenn man genug medis bekommt.
das kann nicht der sinn einer erfolgreichen therapie sein.

ich kenne nun mein problem und seitdem ich weiß, wie so eine pa zustande kommt, wie ich die ängste wieder loswerden kann, seit dem tag fühle ich mich wirklich um längen besser. ist reine kopfsache!

solang man sich auf die medis stützt, wird man sein eigentliches problem nie und nimmer in den griff bekommen. das einzigste was man macht, man betrügt sich selber.

den meisten angst und depri patienten fehlt eigentlich nur selbstbewusstsein/selbstvertrauen.
dies kann dir kein medikament geben… wenn dann ist es ein vertrauen in das medikament was den schein trügt, nach der einnahme selbstvertrauen erlangt zu haben.
wenn die medis nachlassen, stehen die meisten wieder in dem loch aus dem sie wohl nie heraus kommen ohne die sicherheit, die sie in ihren medis sehen.

das vertrauen in sich selber verschwindet immer mehr, was über bleibt ist, die sorge das medikament könnte aus gehen, nicht mehr wirken.

man vertraut nur dem medikament…sich selber vertraut man da am allerwenigsten.

ist meine bescheidene meinung



was unternimmst du noch gegen deine pa und angst ?
bist du bei einem verhaltenstherapeuten?

01.09.2012 05:17 • #2



Medikamente ja oder nein?

x 3


Klasse Bawü

Deinen Text finde ich toll!!

Hatte gestern einen Termin bei meinem Neurologen und der wollte mir nach einer Woche

Opipramol ( wo ich nur Abends eine 50mg Dosis nehme ) unbedingt dazu raten auf

Citaprolam umzusteigen. Ich hab ihm gesagt das ich es so versuchen wolle und sobald ich

einen Platz zur Therapie oder Reha bekomme, dieses mache. Da meint er tatsächlich zu mir,

das ich, wenn ich die Medis nicht nehmen wollte, Therapieresistent wäre und er nichts

mehr für mich tun könnte....

Ich war wie vor dem Kopf geschlagen, mit sowas habe ich gar nicht gerechnet. Manchmal habe ich das Gefühl, die wollen dich in irgendeine Abhängigkeit bringen

LG

01.09.2012 17:59 • #3


Schlaflose
Wenn ihr dieser Meinung seid, dann geht es euch nicht schlecht genug und ihr wisst nicht wie es ist, wenn man als einzigen Ausweg daraus nur noch sieht, indem man sich umbringt. Dann sind medikamente noch das weitaus kleinere Übel, oder? Ich stand schon vor dieser Situation und wenn ich keine Medikamente genommen hätte, wäre ich nicht mehr unter euch. Also da muss man schon relativieren.

Viele Grüße

01.09.2012 18:13 • #4


Ich sehe es im Grunde wie Bawü44, aber ich denke, dass Medikamente bei schweren Fällen durchaus ihre Berechtigung haben, da sie oft erst eine Therapie ermöglichen.

Ich war auch schon an dem Punkt, wo ich mir fast das Leben genommen hätte, weil mein Leidensdruck so extrem und ich so verzweifelt war. Mir ging es damals so unendlich schlecht, dass ich sogar bereit gewesen wäre Medikamente zu nehmen. Leider war meine Angst vor ärztlicher Hilfe viel zu groß, um mir Medikamente verschreiben zu lassen.
Rückblickend bin ich meiner Angst aber dankbar, weil ich so gezwungen war einen Weg ohne Medikamente zu suchen.
Nach meiner bescheidenen Erfahrung ist die Notwendigkeit von Medikamente also nicht wirklich davon abhängig, wie schlecht es einem geht oder ob man ansonsten keinen anderen Ausweg mehr sieht.
Außerdem gab es schon Fälle, wo Betroffene gerade durch die aktivierende Wirkung von Antidepressiva erst die Kraft gefunden hatten, um sich das Leben zu nehmen - daher sind Medikamente selbst bei schwersten Fällen nicht unbedingt so ideal.
Ich denke, dass die Experten von heute sich viel zu wenig Zeit für die Betroffenen nehmen können, um sie wirklich zu verstehen und richtig zu betreuen. Medikamente sind dann eine gute Möglichkeit, um schnelle Erfolge zu generieren, wobei man aber dem Betroffen die Chance nimmt den Umgang mit den eigenen negativen Gefühlen und Gedanken zu erlernen.
Letztlich muss jeder selbst entscheiden, ob er Medikamente für sinnvoll hält oder nicht.

01.09.2012 18:57 • #5


Hi,

also ich sehe das auch so wie Bawü.

@schlaflose: wer soweit ist, sich das leben nehmen zu wollen, der hat nicht "nur" angst, sondern wohl auch noch schwere depressionen. da muss man genau unterscheiden, ob einer angst hat und davon depressiv wird oder einer depressionen hat und sich daraus angst entwickelt. das sind zwei paar schuhe.

lg

coco

01.09.2012 19:27 • #6


@Momi....mein therapeut meinte gleich im 2. satz den wir geredet hatten, das für ihn medikamente nicht in frage kommen... wenn ich also der meinung wäre, ich bräuchte medis, dann wäre ich bei ihm falsch.
das war mir sofort sympathisch.


Zitat von Schlaflose:
Wenn ihr dieser Meinung seid, dann geht es euch nicht schlecht genug und ihr wisst nicht wie es ist, wenn man als einzigen Ausweg daraus nur noch sieht, indem man sich umbringt. Dann sind medikamente noch das weitaus kleinere Übel, oder? Ich stand schon vor dieser Situation und wenn ich keine Medikamente genommen hätte, wäre ich nicht mehr unter euch. Also da muss man schon relativieren.
Viele Grüße

@Schlaflose....glaub mir... ich war auch schon so weit.. ich sagte zu mir, wenn mein leben nun so weiterlaufen sollte, dann werd ich morgen schluss machen.
auch wenn es mir schon sehr schlecht ging,
ich hätte mir solche ads niemals gegeben.

klar muss jeder für sich wissen was ihm gut tut.
aber zu glauben, durch die medis angstfrei zu werden is absoluter quatsch.
man nimmt die medis, fühlt sich wohl und was macht man? nichts!
jemand der keine medis nimmt, wird wohl eher was gegen seine angst unternehmen als derjenige, der täglich medis einnimmt.

heute sollte schon bei jedem angekommen sein, warum ärzte gerne medikamente verschreiben.
die pharmaindustrie lebt nur von kranken menschen.
da stellt man medikamente her obwohl man weiß das diese nebenwirkungen auslösen..das beste is ja...man hat das medikament gegen die nebenwirkungen bereits griffbereit..schon klasse wie sehr sie um uns besorgt sind

von den meisten patienten die medikamente einnahmen, starben mindestens 70% nicht an der eigentlichen krankheit sondern an den nebenwirkungen der vom arzt verschriebenen medikamente.

ein kind das grippe hat wird mit antibiotika behandelt.. antibiotika zerstört das immunsystem und obwohl ärzte dies wissen, werden kinder damit behandelt.

grippe hatte ich das letzte mal vor 30 jahren... ich war früher kein medikamenten schlucker und werd es heute auch nicht anfangen.

wenn man weiß wie die angst aufkam, wird man auch den weg finden, diese wieder loszuwerden.
man muss es wollen und braucht dazu eigentlich nur wieder sein selbstvertrauen das einem irgendwann abhanden kam ..

01.09.2012 20:24 • #7


Medikamente können eine gute Krücke sein um überhaupt therapiefähig zu werden und kurzfristig den Leidensdruck zu reduzieren. Es ist halt keine Heilung sondern ausschließlich eine symptombehandlung. Ich denke es kommt immer auf die Umstände an und wie leistungsfähig man im Alltag bleiben muss.

01.09.2012 20:44 • #8


Wenn man sich während der Therapie nicht den Ängsten stellen kann weil sie zu groß erscheinen sind Medikamente ein gutes Mittel die Ängste etwas abzumildern.

Man beginnt sich den Ängsten zu stellen und wenn man das erstmal geschafft hat kann man das Medikament zurückfahren. Dabei sollte man sich weiter den Ängsten stellen.
Irgendwann ist man dann so stabil und schafft es aus eigener Kraft, so das man das Medikament absetzen kann.

Auf Dauer halte ich auch nichts von Medikamenten.

01.09.2012 21:08 • #9


Ich leide auch schon seit 2003 an PA und die waren in den ersten Jahren sooo schlimm,dass ich enorm Gewicht verlor (bin aber sowieso schlank) traute mich nicht mehr aus dem Haus,hatte die PA oft durchgehend und Tage/Nächtelang,
wo ich mir auch gedacht habe,wenn das so weitergeht,kann ich so nicht weiterleben...
aaaaber da ich immer schon ein sehr fröhlicher lebensbejahender Mensch bin,hab ich angefangen dagegen anzukämpfen,oder sagen wir mal so:
die Krankheit erkennen,sie anzunehmen und lernen damit umzugehen.
Dabei haben mir Therapien sehr geholfen,ich habe mich und meine Bedürfnisse besser kennengelernt und achte mehr auf mich.
Auch ohne Medikamente bin ich schon auf einen sehr guten Weg,ich fahre Auto,gehe einkaufen,mache Sport,hab schon viel von meinem alten Leben zurückerobert,bin sehr dankbar und stolz drauf!

01.09.2012 22:17 • #10


Wenn man mal die Beipackzettel von Medis gegen Angst & Co. liest könnte man ja glatt die nächste PA bekommen.

Abgesehen davon: Angenommen ich wohne auf dem platten Land und habe einen Therapieplatz so in ca. 15-20 Km. Da die Thera immer flexible Termine vergibt is nix mit Bahn (wie auch mit Agoraphobie?), Busverbindung gibt es nicht, man hat auch nicht immer oder gar nicht jemanden der einen fahren kann. Also bleibt einem ja nichts anderes übrig als selbst mit dem Auto dorthin zu fahren.

Wenn ich nun aber die entsprechenden Medis nehme darf/kann ich eigentlich nicht mit dem Auto fahren. Tja, schöne Sch .....

Da ist guter Rat teuer .....

01.09.2012 22:46 • #11


Die Beipackzettel lese ich gar nicht erst durch. Dann würde ich das Zeug sowieso nicht nehmen.
Es gibt auch Medis mit denen man fahren kann. Vielleicht kann man ja ein anderes Medikament einsetzen.

02.09.2012 00:11 • #12


Christina
Zitat von Bawü44:
dies kann dir kein medikament geben… wenn dann ist es ein vertrauen in das medikament was den schein trügt, nach der einnahme selbstvertrauen erlangt zu haben.
wenn die medis nachlassen, stehen die meisten wieder in dem loch aus dem sie wohl nie heraus kommen ohne die sicherheit, die sie in ihren medis sehen.

das vertrauen in sich selber verschwindet immer mehr, was über bleibt ist, die sorge das medikament könnte aus gehen, nicht mehr wirken.
Das zeugt von einer gewissen Unkenntnis der Wirkung, die sowohl Medikamente als auch Therapie gleichermaßen auf die Struktur des Gehirns haben können. Beide nutzen die Plastizität.

Zitat von Bawü44:
kind das grippe hat wird mit antibiotika behandelt.. antibiotika zerstört das immunsystem und obwohl ärzte dies wissen, werden kinder damit behandelt.

grippe hatte ich das letzte mal vor 30 jahren... ich war früher kein medikamenten schlucker und werd es heute auch nicht anfangen.
Vorurteil, ick hör' dir trapsen... Virenerkrankungen wie die Grippe werden nur von Pfuschern mit Antibiotika behandelt. Es ist nicht sinnvoll, offensichtliche Fehlbehandlungen zum Maß für die Entscheidung für oder gegen eine korrekte Behandlung zu machen. BTW zerstören Antibiotika nicht das Immunsystem, sondern können einen Teil davon (die Darmflora) beeinträchtigen. Und sie schaffen resistente Keime - aber das ist eine andere Baustelle.

Liebe Grüße
Christina

02.09.2012 00:45 • #13


Christina
Zitat von Valencia:
Wenn ich nun aber die entsprechenden Medis nehme darf/kann ich eigentlich nicht mit dem Auto fahren. Tja, schöne Sch .....

Da ist guter Rat teuer .....
Gilt nur für Benzos.

02.09.2012 00:46 • #14


Schlaflose
Ich würde behaupten, dass bei denjenigen die so absolut gegen Medikamente sind, dies ihre Angsterkrankung widerspiegelt. Man hat Angst vor den Medikamenten, vor ihren (Neben)wirkungen, vor Kontrollverlust usw. und vermeidet sie. Man geht von vornherein davon aus, dass die böse Pharmaindustrie einem vorsätzlich schaden möchte und nur darauf aus ist, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das grenzt schon fast an Verfolgungswahn.

Viele Grüße

02.09.2012 08:25 • #15


Morgen zusammen,
ich für meinen Teil bin ganz froh, bisher ohne Pillen ausgekommen zu sein, kann es aber
kaum erwarten, nun endlich mal eine Therapieplatz zu bekommen, und sehe die evtl.
Möglichkeit der medikamentösen Behandlung im Falle einer Verschlechterung ( was ja im Lauf der Jahre durchaus möglich wäre), als Rettungsschirm, Netz und doppelten Boden, auch, wenn ich mich nie ALLEIN auf Pillen etc. verlassen wollte. Es ist aber nunmal auch ein
Fakt, dass es rein biologische, chemische Prozesse im Hirn geben kann, wodurch z.B.
wichtige Botenstoffe ganz einfach fehlen und die Betroffenen gar nicht mehr ohne Psycho-
pharmaka KÖNNEN. Ich bin zwar auch auf dem Stand, dass ich es ohne schaffen kann und
werde, halte es aber für bedenklich und gefährlich, aus dem Mund eines Psychologen sogar
für fahrlässig, sich dermaßen ablehnend gegenüber für viele Menschen durchaus hilfreichen
Substanzen zu äußern und somit noch zusätzlich Ängste zu schüren. Was am Ende zählt, ist
vor allem der Erfolg, nicht wie man da hingekommen ist.

02.09.2012 09:38 • #16


baumfrau
Wenn wie bei mir 10 Jahre lang, eine generaliesierte Angststörung besteht, ohne, das irgend ein Arzt mal in der Lage war, eine Diagnose zu machen und man täglich in einem hochgradigen Zustand der Angst ist und die Hölle auf Erden erlebt, dann nimmt man Tabletten. Der Arzt, der dann endlich die Diagnose gemacht hat und erfuhr, was ich durchgemacht habe und das alleine, war erschrocken. Er sagte, er verschreibt mir jetzt ertwas, weil es schon lebenserhaltend ist. Aber ich solle es als vorübergehende Stütze sehen. Ich arbeite viel an mir und es hat sich viel getan, nur indem man sich verändert, kommt man da raus. Als ich bei dem Arzt war, hatte ich 18 kilo verloren, in kurzer Zeit, ich habe jahrelang nur noch 2 Stunden geschlafen und mein Bewegungsradius war fast bei Null, ich habe mich eingenäßt, eingekotet etc. Ich war voller Wasser, hatte ein extremes Mondgesicht und habe mich den ganzen Tag gewunden und wollte nur noch erlöst werden. Mein Herz ist auch schon angegriffen von den täglichen Qualen. Es tut mir für jeden leid, der das durch machen muß. Und es können sich die glücklich schätzen, die ab und zu mal eine Panikattacke haben.

Beurteile oder verurteile nur Jemanden in dessen Mokassins Du mindstens 2 Wochen gelaufen bist.

02.09.2012 09:52 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

baumfrau
Ansonsten würde ich nur Medikamente nehmen, wenn ich mich selber mal frage "Schaffe ich das in meinen jetzigen Zustand auch so", "Gibt es für mich nicht noch andere alternativen Möglichkeiten, die Angst zu überwinden".

Die Ärzt verschreiben viel zu schnell, es ist wie in einem Supermarkt.

Es gibt Nebenwirkungen, wie Müdigkeit, Wesensveränderungen, Mundtrockenheit, Benommenheit usw.

Mein Arzt wußte, ohne das ich es sagte, das ich schon lange suizid gefährdet war und ich mußte dann jeden Tag zu Ihm und er war froh, das die Tabletten so schnell halfen, es ist immer noch eine Qual, jeden Tag, aber ich bin jetzt in einem Zustand, wo ich mir selber wieder helfen kann und es geht langsam voran. Wenn ich die Tabletten nehme, sagen ich mir bei jeder Einnahme, das Sie nur eine vorübergehende Stütze sind und das ich es tuen muß. Ich kann mich nicht auf Tabletten ausruhen. Aber ich aktzeptiere auch, das ich sie jetzt nehmen muß.

Gruss Gea

02.09.2012 10:35 • #18


Zitat von Christina:
Zitat von Valencia:
Wenn ich nun aber die entsprechenden Medis nehme darf/kann ich eigentlich nicht mit dem Auto fahren. Tja, schöne Sch .....

Da ist guter Rat teuer .....
Gilt nur für Benzos.



das stimmt so ja wohl nicht. wieso steht dann bei den anderen Medikamenten im Beispackzettel der abschnitt, dass die fahrtüchtigkeit herabgesetzt ist usw?

02.09.2012 10:44 • #19


Zitat von Schlaflose:
Ich würde behaupten, dass bei denjenigen die so absolut gegen Medikamente sind, dies ihre Angsterkrankung widerspiegelt. Man hat Angst vor den Medikamenten, vor ihren (Neben)wirkungen, vor Kontrollverlust usw. und vermeidet sie. Man geht von vornherein davon aus, dass die böse Pharmaindustrie einem vorsätzlich schaden möchte und nur darauf aus ist, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das grenzt schon fast an Verfolgungswahn.

Mit so einer Behauptung hast du sicherlich auch nicht unrecht, aber dies bedeutet eben auch nicht, dass die Bedenken und Ängste bezüglich Medikamenten dann unbegründet wären.
Die Liste von Nebenwirkungen ist ja oft so erschreckend lang und von einer Art, wo man alleine davor schon fast Angst haben muss. Dazu dann die Ungewissheit, was dieses Zeug dann wirklich im eigenen Gehirn bewirkt - wo selbst die Experten und Studien sich widersprechen oder ungenau sind. Bei manchen Medikamenten wird erst nach vielen Jahren belegt, dass deren Wirkung doch nicht so toll war oder gewisse Nebenwirkungen unterschätzt wurden.
Die Art, wie diese Medikamente erforscht und in ihrer Wirkung durch Studien belegt wird, kann auch nicht unbedingt als ideal betrachtet werden. Oft fehlen unabhängige Studien und wirkliche Langzeitstudien gibt es meist nur im Auftrag von der Herstellerfirma.
Auch die Pharmaindustrie besteht zudem nicht nur aus Gutmenschen, sondern auch vor allem aus Geschäftsleuten, die Geld verdienen wollen und müssen, was sich in dem einen oder anderen Skandal schon widergespiegelt hat. Die Pharmaindustrie versucht sicherlich nicht den Betroffenen zu schaden, aber es kann zumindest angezweifelt werden, ob alle Medikamente wirklich so sinnvoll oder wirklich auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft sind.
Medikamente zu nehmen ist letztlich immer ein gewisser Kontrollverlust, weil man eben darauf vertrauen muss, dass der verschreibende Arzt genug Kompetenz hat und dass die Medikamente so wirken, wie sie sollen.
Für jemanden, der an starken Ängsten usw. leidet, ist dies nicht unbedingt eine leichte Entscheidung, weil sie selbst mit vielen Unsicherheiten und Ängsten verbunden ist.
Du hast gute Erfahrungen mit Medikamenten gemacht, aber es gibt alleine im Internet unzählige Berichte von anderen Betroffenen, die eben nicht so gute Erfahrungen gemacht haben - eine eindeutige Antwort gibt es also nicht

02.09.2012 12:33 • #20



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Dr. med. Andreas Schöpf