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Hallo,

ich wollte mal fragen, ob es unter euch auch welche gibt, die absolut nicht die Antidepri Tabletten nehmen wollen. Oder geht es mir einfach noch nicht schlecht genug? Wobei ich mir dies wiederrum auch nicht vorstellen kann, denn bei den Attacken weiss ich mir gar nicht mehr zu helfen...allerdings denke ich dann Joa JETZT bringen diese mir eh nichts, also kann ich es gleich lassen und dann wenn es mir wieder besser geht, will ich sie nicht nehmen. Ich nehm allgemein gar keine Tabletten und nur wenns nicht anders geht (bei Schmerzen) Paracetamol. Früher war das anders, aber mittlerweile...hm.
Selbst mit pflanzlichem tu ich mir schwer....dort hab ich jetzt allerdings Neurexan genommen. Dachte auch es hilft, mittlerweile bin ich mir aber auch nicht mehr sicher.

Wie ist das bei euch?

Liebe Grüsse

24.05.2013 08:25 • 02.06.2013 #1


42 Antworten ↓


Hi Seelie..

ich habe nie welche genommen, und würde jedem Empfehlen die Ängste ohne Medikamente in den Griff zu bekommen. Wie Psychopharma wirken ist bis heute nicht erwiesen, es gibt keinen wissenschaftlich erbrachten erweis. Diese Dinger sind allein schon wegen der Suizidalität saugefährlich, da ist eine Angststörung ein Zuckerschlecken gegen.
So meine werte Meinung.

alles liebe dir

24.05.2013 08:34 • #2



Gegen die Angst ohne Medikamente?

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Liebe Seeli,

ich nehme auch nichts gegen die Angst, dazu habe ich viel zuviel Angst vor den Nebenwirkungen. Zudem sediert das Zeug häufig, ein Zustand, den ich nicht ertragen könnte, ich brauche meinen klaren Verstand vollständig, um der Situation Herr zu bleiben. Außerdem ist es keine Dauerlösung. Mit der Zeit braucht man vielleicht mehr oder es m uß wieder entzogen werden, zudem machen viele Medis fett. Gedacht habe ich aber auch schon daran, als nichts mehr ging...

Vor ca. 10 Jahren war ich Valium-süchtig, nach nur sechs Wochen 5 mg. Es hat ein halbes Jahr gedauert, das Zeug wieder loszuwerden und war schlicht die Hölle.

24.05.2013 08:45 • #3


,

irgendwie beruhigt es mich, dass ich nicht die einzige bin. Vom Psychiater habe ich mich gleich mal nicht ernstgenommen gefühlt...und hab gar keine Lust den nächsten Termin wahr zu nehmen.
Allein wenn ich lese es muss ausgeschlichen werden wird mir Angst...

24.05.2013 08:56 • #4


Ja, liebe Seeli,

es kursieren hier alleine im Forum schon etliche Horrorgeschichten über alle möglichen verschiedenen Medis.

Dennoch - für viele Mebschen sind sie ein Segen, ohne die Medis wären sie wohl nicht auf die Beine gekommen.

Es heißt eben, sehr genau abzuwägen, Risiko gegen den Nutzen, und das kann Dir am Besten Dein Arzt sagen. Sprich mit ihm offen über Deine Bedenken. Vielleicht kannst Du Dich überwinden, sie zu nehmen, vielleicht nicht. Das entscheidest letztendlich nur Du.


Wir können hier nur Erfahrungen und Meinungen austauschen, aber HELFEN kann Dir letztendlich hier niemand 100%ig, weil wir alle verschieden sind.

24.05.2013 09:12 • #5


Ja, das ist gewiss wahr. Meine Mama nimmt auch solche Tabletten und ist in Behandlung, mit ihr habe ich auch schon darüber gesprochen.
Ich hab die Packung halt hier rumliegen...und bis jetzt bin ich ganz froh, sie nicht zu nehmen

24.05.2013 09:33 • #6


Hallo Ihr Lieben!

Ich bin auch eine die es ohne Medilamente veruchen will. Nicht ganz freiwillig, das gebe ich zu aber mein Kopf weiger sich auch AD's zu nehmen. An guten Tagen gibt mir der Erfolg dann Recht aber wenn mal wieder einer dieser Rückschritte kommt dann ist die Versuchung was zu nehmen schon sehr groß. Ich habe auch welche hier liegen aber is heute nicht angerührt. Ausser der Therapie mache ich nur Kofrontation was mal gut und mal weniger gut klappt. Ausserdem hab ich für den Bedarf noch ein Notfallmedikament, das habe ich aber schon ein halbes Jahr nicht mehr genommen.

Euch viel Erfolg weiterhin.

24.05.2013 11:09 • #7


Ich habe auch 3 Monate ohne gekaempf, leider konnte zum Schluss nicht einmal das Haus verlassen.
Jetzt lebe ich mein Leben wieder und bin froh, sie genommen zu haben.
Es aergert mich nur,dass ich sie nicht gleich genommen habe.

24.05.2013 14:20 • #8


Schlaflose
Ich bin Medikamenten gegenüber allgemein positiv eingestellt, egal, ob es welche gegen körperliche Krankheiten oder welche gegen psychische Krankheiten sind. Ich sehe sie als Errungenschaften unserer modernen Zeit, die einem das Leben erleichtern. Man benutzt ja auch die Waschmaschine, statt mit der Hand zu waschen, man nimmt den Staubsauger, statt Teppiche über einer Stange auszuklopfen, man fährt längere Stecken mit einem Verkehrsmittel statt zu Fuß zu gehen oder auf dem Pferd zu reiten usw.

24.05.2013 14:44 • #9


Christl2000
hallo !
ja ich hab auch 3 monate gekämpft... ... hab alles an pflanzlichem probiert: Lasea, Johanniskraut, ashwangandha usw... habe aber kapituliert.... ging nicht mehr anders... und ich habe hier 7 kinder zu versorgen..

habe aber schon die Negativprüfung mti AD hinter mir... habe ein heftiges Serotoinsyndrom entwickelt und wäre fast drauf gegangen.. nun habe ich ein sehr leichtes AD und mit dem komme ich super klar.. ich habe nicht vor die Dinger ewig zu schlucken.... aber zur Zeit sehe ich es einfach als Hilfsmittel um meinen Alltag klar zu bekommen..
lg
christl

24.05.2013 21:27 • #10


Ich nehme auch nicht gerne Medikamente, habe immer Angst vor Nebenwirkungen. Aber vor ca. 5 Wochen habe ich mit citalopram angefangen. Wenn du ganz unten bist und deine Angst dich innerlich zerfrisst, wenn du nicht mehr in der lage bist klar zu denken, wenn deine ganze Familie unter deinen Depressionen leidet, weil du nichts mehr auf die Reihe bekommst, dann....denkst du nicht über Nebenwirkungen nach. Ich habe sie genommen, weil ich wollte, dass es mir besser geht.
ADs sind eine wundervolle Hilfe, sie zaubern dir wieder ein Lächeln auf's Gesicht. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich angstfrei bin...bei weitem nicht. Aber ich kann wider am leben teilhaben. Ich kann , trotz Angst, meinen Alltag bewältigen und der Angstschmerz ist nicht mehr so schlimm. Kennt ihr diesen Angstschmerz ? Wenn du das Gefühl hast, dass du innerlich zerreißt, das du das Gefühl hast, durchzudrehen ?

Ich kann nur jedem raten, probiert es aus. Wer nicht auf NW wartet bekommt auch, so gut wie, keine. Ich hatte kaum welche, und wenn, war es egal. Denn der Angstschmerz ist viiieel schlimmer. Und sie machen NICHT abhängig... das ist Fakt

24.05.2013 22:09 • #11


ich würde ohne Medikamente wahrscheinlich auch nicht mehr leben...
Angstzustände die über Tage und Wochen gingen, dadurch noch schwer depressiv geworden. Manchmal konnte ich tagelang nicht schlafen, nichts essen, war wochenlang krankgeschrieben, total Hoffnungslos und von morgens bis Abends hat die Angst mein Leben bestimmt, es war der reinste Horror
2 Jahre Gesprächstherapie haben die Sache eher nur schlimmer gemacht, da der Therapeut total gegen Medis war und meinte es wird auch so wieder

Jetzt mit Medis ist die Angst zwar nicht 100% weg, aber ich kann mit ihr leben, meinem Job nachgehen, Sport machen und das Leben wieder genießen...wenn es sein muss nehme ich die Pillen auch mein ganzes Leben...was solls? So werde ich wenigstens mein Leben, leben können...
Nebenwirkungen wie Übelkeit, noch verstärkte Unruhe usw hatte ich auch die ersten Wochen aber das ist es wert.

Für mich sind Medikamente ein Segen und wer meint er muss es so schaffen weil die bösen Medikamente so schlimm sind dann viel Spass mit euren Naturheildreck, Klopftherapien oder sonstwas

25.05.2013 05:57 • #12


Guten Morgen,

Ablehnung gegenüber einer mit Nebenwirkungen nur so strotzenden Medikamentengruppe zeugt weder von einer Angststörung noch davon, dass man sehr Naturverbunden ist.

Für mich ist es eine total gerechtfertigte sowie gesunde Skepsis und jedes öffentliche Schreiben darüber auch ein Stück Verantwortungsbewusstsein.


lg

25.05.2013 06:48 • #13


Moin,
. Ich sage ja nicht sind böse Medikamente in dem Sinn. Nur wenn man auch Angst DA davor hat wirds halt schon schwierig. Letztendlich entscheidet jeder selbst was er macht und denen sie helfen, ja das ist schön . Und wer weiss wann ich dann doch mit diesen Medikamenten anfangen werde....nur bis jetzt möchte ich es nicht und habe einfach nach gleichgesinnten gesucht, eben um auch zuspruch zu bekommen, dass dies nicht unbedingt der falsche Weg ist...
Ich bin ganz am Anfang und hoffe einfach noch so aus der Sache zu kommen....vielleicht naiv, vielleicht auch nicht.

@Lotte
Ja, wünsche ich mir ja auch irgendwie...nicht über NW nachzudenken. Ich soll sie ja auf die Nacht nehmen, damit dies ausbleibt. Tjo aber ichdenke dennoch zuviel nach. Das ist allgemein ein Problem. Man sollte den Beipackzettel eben auch ned lesen...aber ich kann ned anders. Und den Angstschmerz kenne ich sehr wohl..ja. trotz das ich mich bis jetzt wehre...


Grüssle, Seelie

25.05.2013 06:53 • #14


Ich denke mal, ein Medikament wirkt bei jedem anders. Jeder Mensch ist anders und seine Erkrankung auch. Irgendwelche Pauschalurteile über die Wirksamkeit bestimmter Medikamente sind Blödsinn, dazu ist die Problematik einfach zu vielschichtig.

Ich habe zwei Jahre ziemlich hochdosierte AD ( Trimipramin, Doxepin ) genommen, geholfen haben sie mir überhaupt nicht. Andern dagegen helfen sie sehr gut.

Als Bedarfsmedikation nehme ich Diazepem, mein Psychiater verschreibt es mir sehr gerne..........man sollte Benzodiazepine nicht verteufeln, sie haben auch viele Vorteile.

Ich kenne auch viele, denen Johanniskraut sehr gut hilft, anderen dagegen gar nicht.

Was ich sagen will ist, dass jeder für sich mit seinem Arzt ermitteln muss, welches Medi ihm hilft.

25.05.2013 07:44 • #15


Schlaflose
Zitat von Seelie:
Man sollte den Beipackzettel eben auch ned lesen...aber ich kann ned anders.


Ich lese die Beipackszettel immer, damit ich weiß, was mich erwartet. Wenn ich dann eine Nebenwirkung bemerke, die aufgeführt war, macht mir das dann keine Angst, weil ich weiß, dass es vom Medikament kommt und ich nicht irgendeine Krankheit habe, die das erzeugt. Meine Angst bei Medikamenten ist eher immer, dass sie nicht wirken könnten. Habe ich nämlich schon öfters erlebt. Wenn ich z.B. eine Schlaftablette nehme und mir nach einer halben Stunde noch nicht schwindelig davon wird, bin auf 180, und dann kann ich die Nacht vergessen.

25.05.2013 08:09 • #16


Ich würde sowas niemals nehmen nur wegen Panikattacken und ich hatte schon so schlimme Panikattacken, dass ich im Krankenhaus gelandet bin! Inzwischen weiß ich ja, dass es Panikattacken sind und nix anderes.
Wenn ich Nebenwirkungen lese, wo Schwindel genannt wird, nehme ich das erst recht nicht. Denn das habe ich so schon.
Meine Meinung ist, dass man bei reinen Panikattacken keine AD´s braucht. Das hilft vor allem den Leuten, die (auch) unter Depressionen leiden.
Es gibt kein Medikament, das rein gegen Panikattacken hilft. Es kann höchstens sein, dass Medikamente, die eigentlich für was anderes gedacht sind, Linderung verschaffen. Aber das ist trügerisch, denn das eigentliche Problem wird nicht gelöst. Nur für gewisse Zeit überdeckt.
Dafür spricht, dass bei reinen Panikattacken irgendwann die Wirkung nachlässt und man doch wieder welche hat .
Bei pflanzlichen Sachen muss man einen langen Atem haben.
Ich hatte aber auch weniger das Problem (jedenfalls nur kurz zeitweise), nicht mehr mit meinem Alltag klar zu kommen! Das war bei mir nur auf dem Höhepunkt meiner Attacken so. Denn Schlafmangel und Dauerangst tun ihr Übriges! Ich saß dann bewaffnet mit Notfalltropfen, Handy, Telefon auf der Couch und wartete, dass ich umkippe. Ähm. Ist natürlich nie passiert. Seit ich eine monatelange Einnahme von Johanniskraut hinter mich gebracht habe, habe ich das gar nicht mehr.
Was dafür spricht, dass man auch bei Panikattacken irgendwie einen Mangel an diesem Serotonin hat. Aber so genau weiß ich das nicht.
Wenn jemand mit seinem normalen ALltag nicht mehr parat kommt, steckt für meine Begriffe auf jeden Fall mehr dahinter als reine Panikattacken.
Bei meiner Phobie ist es z.B. so, dass mich ein Symptom derart in Angst und Schrecken versetzen kann, dass ich dann total am Rad drehe. Ganz ganz schlimm. Aber hervorgerufen wird das nur durch die ständige Anspannung und durch das Reinsteigern.
Es ist also eher ratsam, eine Therapie zu machen (welcher Art auch immer) anstatt direkt mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

25.05.2013 08:53 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Kann ich es mit Johanniskraut bedenkenlos versuchen?

@Beipackzettel

Ja, schon richtig, bei mir ist es eher so, dass ich dann darauf warte, dass Lebensbedrohliche NW eintreten.

@Werner
Ja das denke ich auch und jeder soll da auch seinen Weg für sich finden. Ich stosse halt auf Unverständniss beim Psychiater (wegen den Medis nicht nehmen zu wollen)

@pumuckl

Ja, dies ist sowieso mein Ziel, ich bin ja schon dabei einen Platz zu finden


Eine andere Psychiaterin meinte vor zwei Jahren mal zu mir...gehen sie täglich eine Stunde spazieren(ganz allein und nur für sich) , DAS hat genau den gleichen Effekt (da ging es aber um Depressionen allgemein) . Ob das so ist weiss ich nicht...

25.05.2013 09:16 • #18


Johanniskraut ist sicher einen Versuch wert, habe schon viel Gutes darüber gehört.
Es braucht nur etwas Zeit. Einzige Nebenwirkung ist mögliche Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht. Also wäre jetzt genau der richtige Zeitpunkt

25.05.2013 09:35 • #19


Also ich habe auch keine Medikamente genommen, obwohl es mir zeitweise sehr schlecht ging. Aber ich kann verstehen, dass man welche nimmt und glaube auch, dass sie helfen! Aber ich kann sagen, dass ich es auch ohne Medikamente geschafft habe, dass es mir wieder viel besser geht! Das hat aber lange gebraucht. Vielleicht geht es mit Medikamenten schneller...

Ich würde es an deiner Stelle auch mal mit Johanniskraut versuchen und einfach wegen den Medikamenten noch abwarten, denn du kannst sie ja immer noch nehmen, wenn du merkst, dass es dir schlechter geht. Ich habe allerdings auch mal gehört, dass hormonelle Verhütungsmittel mit Johanniskraut nicht mehr so gut wirken!

Ich finde es sehr berechtigt, dass man Medikamenten gegenüber erst mal skeptisch ist und das sollte dein Psychiater auch verstehen...

25.05.2013 09:51 • #20



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Dr. med. Andreas Schöpf