Pfeil rechts
36

Hallo,

Ein knapp 95Kilo Mensch will Citalopram nehmen. Verschrieben vom Hausarzt. Habe das immer nicht ausprobiert weil er mich nicht richtig über die Dosierung usw aufklären konnte. Der verschreibt halt, damit Ruhe im Karton ist. Der Apotheker hat sich ein wenig Zeit genommen immerhin.


Also ich habe hier 10mg Tabletten liegen, was laut meinem rumgegoogle ja Recht wenig ist und ich ja auch relativ viel wiege. Reichen 10mg für mich bei meinem Gewicht? Oder soll ich lieber gleich höher anfangen um schnellst möglich ein Ergebnis zu bekommen?

Habe jetzt vor knapp 1,5 Stunden 10mg genommen und merke nichts. Kommt vielleicht noch?

17.12.2016 11:23 • 22.07.2019 #1


145 Antworten ↓


Zitat von trustnone:

Also ich habe hier 10mg Tabletten liegen, was laut meinem rumgegoogle ja Recht wenig ist und ich ja auch relativ viel wiege. Reichen 10mg für mich bei meinem Gewicht? Oder soll ich lieber gleich höher anfangen um schnellst möglich ein Ergebnis zu bekommen?

Habe jetzt vor knapp 1,5 Stunden 10mg genommen und merke nichts. Kommt vielleicht noch?

Hallo,
so funktioniert das leider nicht. Beginne mit 10mg und bleibe für ein paar Wochen auf diesem Level. Wenn du keine Nebenwirkungen hast, dann kannst du in Absprache mit dem Arzt erhöhen. Leider muß man die Dosis auspendeln, denn Tablette nehmen und gut, ist der falsche Denkansatz. Wirkungen müssen sich aufbauen. Das kann mehrere Wochen dauern.
Wenn das Medikament dann an eine bestimmte Höhe (meist die durch Studien optimale Stärke) hochdosiert wurde, kein Effekt eintritt oder die Nebenwirkungen zu hoch werden, dann ist es nicht das richtige Medikament.

Es ist nicht selten, daß jemand mehrere Antidepressiva ausprobieren muß. Bei mir ging das Spiel über 2,5 Jahre mit etwa 5 verschiedenen Medikamenten.

Ich empfehle generell lieber einen FA f. Psychiatrie aufzusuchen, da Hausärzte zwar auch Fachärzte sind, aber keine aktuell verfügbare Schulung besitzen, wie Psychiater. Laß dich bitte an einen Psychiater überweisen, denn auch die Medikation kann dieser dir zuverlässiger antragen.

Grüße

17.12.2016 11:43 • #2



Citalopram Dosierung 10mg oder mit 20mg starten? Fragen

x 3


Ich habe schon einen Psychiater, dieser schrieb mir allerdings Neuroleptika (Perazin) auf. Diese probierte ich einmal Abends und das war der Horror. Nehme ich nie wieder, das steht fest. Mache dem Psychiater aber auch keinen Vorwurf. Habe viel zu viele Probleme. Sollte das Perazin bei Bedarf für Unruhe/Grübeln im Bett usw nehmen. Sind schon lustige Dro.-Dealer die Ärzte und Psychiater.

Mein Antrieb usw ist eigentlich ok. Deswegen wollte er mir keine AD`s verschreiben. Aber ich kann nicht Wochen warten bis mal was positives passiert, deswegen Versuche ich jetzt die AD`s die ich noch von dem Hausarzt habe, muss raus aus diesem Loch um endlich was verändern zu können.

17.12.2016 11:55 • #3


Taxilan (Perazin) habe ich auch schon bekommen. Wurde vom Klinikchef auf der Reha höchstpersönlich verordnet und ich fand das Zeug gut. Die kann man niedrigdosieren und eigentlich holt einen das nicht aus den Schuhen. Ich würde trotzdem empfehlen, lieber bei einer psychiatrischen Behandlung zu bleiben, aus o.g. Gründen.

Von Selbstmedikationen rate ich ebenfalls ab.
Zitat:
Mein Antrieb usw ist eigentlich ok. Deswegen wollte er mir keine AD`s verschreiben. Aber ich kann nicht Wochen warten bis mal was positives passiert...

AD's zielen aber auf Antriebssteigerung ab. Verzeih mir die Frage, aber hast du Dro.erfahrung? Dann dürfte die Medikation sowieso eingeschränkt sein und gehört definitiv in die Hand eines Psychiaters. Dein Zusatz über Ärzte als Dro.dealer kann ich nicht nachvollziehen. Man ist kein unmündiger Patient.

17.12.2016 12:03 • #4


Canna. zum 'schlafen' und abschalten sofern das möglich war. Seit Wochen nur noch sehr dezent am Wochenende wenn überhaupt. Verschlimmert die Momentane Situation eher aber gut schlafen kann man .

Ansonsten:
Schlecht schlafen, Grübeln, Ständiges aufwachen, morgens Schock Zustände, Sui. gedanken, Häufiges weinen verteilt auf den Tag, In Stress Situationen überfordert, Tunnelblick häufig, Unwohlsein unter Menschen, Selbstmitleid, Hoffnungslosigkeit, teilweise extreme innere unruhe, grübeln, usw usw usw. Die Liste ist je nach Tag und Tageszeit ziemlich lang.

Perazin bewirkte bei mir an dem Abend wo ich es probierte:
Bilder (Menschen) vor meinem Auge,für Bruchteile einer Sekunde, ansonsten schon sediert aber das war für mich zuviel. Am nächsten Tag extreme Paranoia, Schwindel usw. war nicht schön.

17.12.2016 12:12 • #5


Hallo Trustnone, Mein Arzt sagte man soll halbes Jahr AD einnehmen bis es 100% wirkt.
Ist aber wahrscheinlich individuell. Manche spüren Wirkung bereits nach einpaar Wochen.
Neuroleptika wird auch bei Schizophrenie eingesetzt, einige vertragen es gar nicht..
MfG

17.12.2016 12:16 • #6


petrus57
Zitat von trustnone:
Bilder (Menschen) vor meinem Auge,für Bruchteile einer Sekunde


Nur Bilder oder auch kleine Filmchen? Die hatte ich ganz schlimm mit 150 mg Sertralin.

17.12.2016 12:27 • #7


Zitat von trustnone:
Ansonsten:
Schlecht schlafen, Grübeln, Ständiges aufwachen, morgens Schock Zustände, Sui. gedanken, Häufiges weinen verteilt auf den Tag, In Stress Situationen überfordert, Tunnelblick häufig, Unwohlsein unter Menschen, Selbstmitleid, Hoffnungslosigkeit, teilweise extreme innere unruhe, grübeln, usw usw usw. Die Liste ist je nach Tag und Tageszeit ziemlich lang.

Mit diesen Symptomen kann ich mithalten. Als erstes bekam ich Doxepin 50mg, um den Schlaf wieder hin zu bekommen. Das ging auch nicht von heute auf morgen. Perazin setzte man in der Reha obendrauf, damit ich überhaupt schlafe. Perazin setzte man dann tagsüber zu Venlafaxin dazu, damit ich überhaupt am Reha-Betrieb etwas teilnehmen konnte.
Bei mir ist die innere Unruhe situationsbedingt sehr stark. Innere Unruhe ist aber kein gesteigerter Antrieb. Ich kann nicht unter Menschen und ich habe Probleme, das Haus zu verlassen. Dazu episodische Depression mit bisher einer schweren Episode, ansonsten mittelgradig.

Was denkst du über Therapie? Ich habe 2,5 Jahre Verhaltenstherapie gemacht und fand das sehr hilfreich. Vielleicht hat mir das auch mein Leben gerettet. Neben der Therapie wurde wie oben beschrieben ein Medikament gesucht, was mich aus den täglichen Tiefs holt. Letzenendes wurde ein Medikament gefunden, bei dem ich jetzt nach der Langzeiteinnahme eigentlich gut eingestellt bin. Klar, es könnte immer alles besser sein - aber so zu denken, hilft nicht.

Ich habe bei innerer Unruhe zur Bedarfsmedikation jetzt Truxal. Das kann ich sowohl zu Doxepin, als auch zu meinem Tages-AD dazu nehmen. Das ist für mich optimal.

Laß das Canna. ganz sein. Denn bereits die Gewöhnung daran dürfte die Hälfte deiner Schieflage ausmachen. Darüber hinaus werden auch die möglichen Medikamente bei dir bereits nur eingeschränkt zur Wahl stehen.

17.12.2016 12:38 • #8


Zitat von petrus57:
Zitat von trustnone:
Bilder (Menschen) vor meinem Auge,für Bruchteile einer Sekunde


Nur Bilder oder auch kleine Filmchen? Die hatte ich ganz schlimm mit 150 mg Sertralin.


Eher so Bildchen. Ganz kurz. Unheimlich



Zitat von Reenchen:


Was denkst du über Therapie? Ich habe 2,5 Jahre Verhaltenstherapie gemacht und fand das sehr hilfreich. Vielleicht hat mir das auch mein Leben gerettet. Neben der Therapie wurde wie oben beschrieben ein Medikament gesucht, was mich aus den täglichen Tiefs holt. Letzenendes wurde ein Medikament gefunden, bei dem ich jetzt nach der Langzeiteinnahme eigentlich gut eingestellt bin. Klar, es könnte immer alles besser sein - aber so zu denken, hilft nicht.


Laß das Canna. ganz sein. Denn bereits die Gewöhnung daran dürfte die Hälfte deiner Schieflage ausmachen. Darüber hinaus werden auch die möglichen Medikamente bei dir bereits nur eingeschränkt zur Wahl stehen.


Meine Probleme gibt es ja schon immer. Ich habe das mit Canna. halt gedämpft mehr oder weniger. Meine Probleme sind ja anderer Natur, das hat zuletzt halt meine Beziehung kaputt gemacht. Und da ich eh kaum bis gar keine Sozialen Kontakte habe und nie hatte, stecke ich nun mehr oder weniger in der schei.. Habe keine 'Freunde' oder sowas. Hatte 2x in meinem Leben jeweils eine 4 Jährige Beziehung und das hat mir gereicht. Bis ich das halt kaputt gemacht habe. Immer wenn es eine Partnerin gab, und diese da war, war es alles aber immer erträglich für 'mich'. Für Sie dann nach einer weile halt nichtmehr.

Dazu vielleicht mal hier lesen: einsamkeit-forum-f37/allein-nach-trennung-in-hamburg-t77675.html

Da steht etwas von mir und der Trennung.

Dort schrieb ein User mal und fasste das ganz gut zusammen was mich plagt

Zitat:
In deinem Text sehe ich folgende Symptome:

- Substanzmissbrauch in drei Kategorien
- Mangel an Impulskontrolle
- Gewaltbereitschaft
- Grenzüberschreitungen
- misanthropische Einstellung
- chronische innere Leere
- Probleme mit der Emotionsregulation
- Selbstschädigendes Verhalten
- schwarz-weiß Denken
- Selbsthass


Therapie soll kommen, aber wird langsam Zeit aus dem Loch rauszukommen, es muss was passieren, sonst sehe ich schwarz. Bzw das tue ich schon

PS:
Leichte Euphorie stellt sich ein? Abwasch ist gemacht. Übelkeit und Kribbeln.

17.12.2016 13:07 • #9


Zitat:
Und da ich eh kaum bis gar keine Sozialen Kontakte habe und nie hatte
@trustnone
Dito. Aber ich leide nicht darunter, keine sozialen Kontakte zu haben, sondern ich leide darunter, daß sie mir aufgedrängt werden und Gesellschaft eben wider meines Vermögens funktioniert. Deshalb lese ich im Einsamkeit-Thema eher nicht. Beziehungen hat es trotzdem gegeben, oder wie man es sonst nennen will. Habe sogar zwei wohlgeratene Töchter. Aber ich bin eben nicht im Stande dauerhaft und angemessen sozial zu interagieren. Diese Störung hat einen Namen.

17.12.2016 13:24 • #10


und der name währe?

17.12.2016 13:31 • #11


petrus57
Zitat von Reenchen:
Eher so Bildchen. Ganz kurz. Unheimlich


Ich habe da ja oft kleine Filmchen im Zeitraffer gesehen. Manchmal wie ich mich vor ein Auto schmeiße, mit dem Kopf gegen einen Baum renne, meine Frau oder einen nervigen Mitpatienten verprügle, etc.

War der reinste Horror.

17.12.2016 13:36 • #12


Zitat von trustnone:
und der name währe?

Ich bin schizoid, nicht verwechseln mit schizophren oder schizotyp. Das heißt, daß man nicht in der Lage ist, innerhalb der üblichen sozialen Kompetenz zu interagieren und (das ist wichtig), daß man das auch grundlegend gar nicht will, weil alle gemachten Versuche natürlich ziehmlich blöd daneben gingen.
Es wird im Grunde von anderen Störungen dadurch unterschieden, daß man sozialen Kontakt bewußt ablehnt und alle im Leben ausgerichteten Entscheidungen nur für sich selbst treffen kann. Es gibt Mediziner, die zwischen Asperger und schizoid nicht klar unterscheiden können, weil sich die Auswirkungen so ähneln. Das ist mir auch passiert in den Begutachtungen. Aber Asperger wissen im Allgemeinen nur, daß etwas anders ist, grenzen sich aber bewußt nicht ab. Schizoide grenzen sich stark ab und leben Autonomie.

Es gibt viele Störungen, die einem Menschen nicht möglich machen, sozial angemessen zu reagieren. Deshalb gehört das in fachliche Behandlung und nicht in eine Selbstmedikation mit Canna. u.a. Auch kann eine Therapie für Betreffende ganz klar Erleichterung bringen, denn meistens weiß man ja gar nicht, das soziale Problem irgendwie richtig einzuschätzen.

@petrus57 das Zitat ist nicht von mir.

17.12.2016 13:50 • #13


Jetzt zum Abend hin wirds wieder schlimm.

Kann es sein das Citalopram die Gefühle trotzdem etwas unterdrückt? Will grad weinen aber passiert nicht viel. Komisch

17.12.2016 20:59 • #14


Tag2 mit 10mg,

Konnte schlecht einschlafen, habe dann aber umso länger geschlafen. Ordentlich geschwitzt habe ich auch, morgens dann wieder in einer Art Schockzustand gewesen. Wieder mit Suizid Gedanken usw. Habe dann wieder 10mg genommen und nochmal 2 Stunden ins Bett gelegt.

War nicht so sehr toll, Depri Schübe usw. Drang bei der EX als einzige Bezugsperson zu melden war groß. Habe es aber nicht gemacht. Schon schlecht wenn man gar niemanden zum reden hat.

Nun stellen sich wieder leichte Euphorie Schübe ein? Sitze seit Stunden auf dem Sofa und es geht mir einigermaßen gut. Zwischenzeitlich noch einmal versucht zu weinen ... geht aber nur so 20-30 Sekunden. Das ist komisch.

Mal sehen was der Rest des Tages so bringt.

18.12.2016 13:23 • #15


Das klingt für eine Eingewöhnung des Medikaments erstmal nicht schlecht. Will damit nur sagen, daß die 10 mg wohl anschlagen. Natürlich klingt es furchtbar, was du schreibst. Sieh mal, ob sich das in einer Woche etwas stabilisiert und achte auf Nebenwirkungen. Die Wirkung ist abhängig von der Schwere der Störung und baut sich über einige Tage bis Wochen erst auf.

18.12.2016 13:32 • #16


Okay.

Eine Nebenwirkung stelle ich fest. Ich fühle mich und bin es wohl auch ... ziemlich aufgedunsen. Fühle mich 10 Kilo schwerer. War gerade eine Runde spazieren. Komisch. Ansonsten sind meine Gedanken schon etwas sortierter. Aber ist das nicht alles ein wenig früh? Merkwürdig auf jedenfall.

Hoffe ich schreibe nicht zuviel hier. Danke für eure Antworten

18.12.2016 14:33 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Schreib doch einfach, wonach dir der Sinn ist.
Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall oder eben das Gegenteil, Kreislauf, Hautausschlag, Gewichtsab- oder -zunahme... sowas eben ganz Gravierendes meine ich.
Ein anderes Körpergefühl kann schon mal vorkommen, das kann auch je nach Tagesform variieren. Sowas haben viele Menschen auch ohne Medikamente.
Zitat:
Aber ist das nicht alles ein wenig früh?
Nein, das hat mit früh oder spät nichts zu tun. Beispielsweise können Placebo nur wirken, weil Menschen dieses in etwa so verarbeiten. Citalopram ist natürlich kein Placebo, das meine ich damit nicht. Es ist die Einnahme als solches, die uns auch eben schon ein anderes Gefühl vermittelt.

18.12.2016 14:43 • #18


Icefalki
Hatte auch Citalopram, bin gleich mit 20 mg rein. Beschissener ging es eh nicht mehr.

Und wenn deine Gedanken positiver werden, sei froh. Selbst wenn ein Placebo Effekt vorliegt, ist doch egal.

Meine Kopfschmerzen lindern sich auch recht schnell, wenn ich eine Tablette genommen habe, obwohl die noch nicht mal verstoffwechselt sein konnte.

Mir ist egal, wie was wirkt. Hauptsache es geht mir besser. Die Dinger hab ich mir auch nicht zu Spaß gegönnt, im Gegenteil, aber alles andere ging überhaupt nicht mehr.

Nebenwirkung hatte ich nicht bewusst, denn die Hauptproblematik war immens. Was war da schon bissle zunehmen, oder weiss der Geier was. Ich war am Ende.

18.12.2016 15:00 • #19


Das klingt übel. Alles gute Für dich.

Ich habe am Freitag einen Termin beim Psychiater.
Der weiß gar nichts von der Einnahme, da ich die Tabletten ja vom Hausarzt bekam.

Mal sehen ob der dann nochmal an einen Psychologen oder Therepeuten vermitteln kann.

Um aus dieser schei. Einsamkeit herauszukommen. Kann nicht los gehen und sagen Hallo hier bin ich lass uns Freunde sein.

Weiß gar nicht wie ich das anstellen soll. Hatte die letzten Jahre nur meine Jetzt Ex-Freundin und davor auch nichts.

Alleine in Bars rumlungern usw kann ich nicht.

18.12.2016 15:33 • #20



x 4


Pfeil rechts


Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. med. Andreas Schöpf