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Gennevilliers

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Hey Leute
Ich hab ein Problem und bitte um eure Hilfe und Meinungen. Ich nehme seit Jahren AD's und habe jetzt venlafaxin langsam bis April erfolgreich auf 37.5 mg reduziert. Es ging mir bis dahin Gut, war stolz darauf es endlich loszuwerden, nur seit Anfang des Monats geht's mir richtig mies. Alt bekannte Ängste vor allen möglichen psychischen krankheiten, grübeln, miese Stimmung und Anspannung etc sind wieder da.
War heute bei einer Ärztin die gemeint hat, ich soll das venlafaxin wieder hoch setzen auf 150mg, dadurch werde ich aus dem Loch aus Ängstenwieder rauskommen, da ist sie sich sicher.
Ich bin im moment so unsicher, ängstlich und glaube keinem mehr etwas, geschweige denn mir selber, dass ich einfach nochm hier fragen muss. Kennt das jemand, dass er, wenn er sein Medikament wieder hoch setzt, es ihm dann auch wieder besser geht? Ich soll zum schlafen noch 25mg quetiapin nehmen, habe aber etwas Angst davor.
Danke im voraus

03.09.2019 18:53 • 12.09.2019 #1


132 Antworten ↓


Trulla65

Trulla65


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Warum vertraust du deiner Ärztin nicht einfach ?

Ich habe lange Zeit 150 mg V. genommen, dann auch mal wieder reduziert auf 75 mg, worauf es mir wieder schlechter ging.
Hab dann auch wieder erhöht auf 150 mg bis 225 mg....mit eintretender Verbesserung.
Es geht wohl einigen so, daß sie meinen, sie müßten Ihre Medikamente reduzieren oder gar absetzen, wenn es ihnen besser geht.
Ich gehöre auch dazu.
Was hat dich veranlasst zu reduzieren ?

Gute Besserung

03.09.2019 19:27 • #2


Gennevilliers


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Hey
Mir fällt es in dieser Phase allgemein sehr schwer überhaupt jemandem zu glauben da ich mich durchgehend in Angst und Sorgen Gedanken befinde. Dazu liest man ja immer mehr dass AD nicht mehr als Placebo wirken etc.
Ich hab von meiner damaligen Therapeutin grünes Licht bekommen sie abzusetzen, habe sie ganz langsam im Zeitraum von 2 Jahren von 225 auf 37.5 runtergesetzt weil es mir einfach gut ging. Hatte wirklich 1 1/2 Jahre nichts, aber fühlte mich super. Nur jetzt im letzten halben Jahr haben sich meine lebensumstände negativ verändert, in dieser Zeit, die ich etwa im April, hab ichs dann auch von 56 mg auf 37.5 runtergefahren und bis Anfang des Monats nichts gemerkt.

03.09.2019 19:38 • #3


Gennevilliers


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Mag mir da mal jemand Mut machen bitte...

03.09.2019 20:59 • #4


Saphirasorgen


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Hey ich kenne die Angst vor Tabletten auch. Ich kann dich aber beruhigen. Diese Dosierung die du hast ist sehr gering. Ich nehme selbst 75 mg Venlaflaxin. Meine Psychologin meinte mal zu mir das wäre noch wenig. Also mache dir da keine Gedanken. Diese Tabletten verändern nicht dich und deine Persönlichkeit. Sie unterstützen dich nur und das ist doch gut . Vertrau deinem Arzt und lass es zu, dass es dir besser geht.

Ich musste mal 160 mg Cortison nehmen und hatte ein aufgeschwemmtes Gesicht und mehr als 30 KG in einem Monat zu gelegt. Mobbing von Arbeitskollegen inkl. Mir hat das Cortison aber geholfen. Und darauf kommt es an. Lass nicht andere deinen Weg bestimmen und lass dich nicht von deiner Angst leiten. Du bist so viel mehr und stärker als das

Lg

03.09.2019 22:13 • #5


Gennevilliers


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Hey
Ja vor dem venlafaxin hab ich keine Angst, das kenne ich ja schon lang. Nur dieses quetiapin.. Ich weiss nicht, es soll meinen Schlafrythmus wieder normalisieren aber ich glaub das kann ich auch ohne das Zeug. Ich schlafe ja normal, nur zeitversetzt von 3 bis 12..

Ohje, aber wenn es dir damit besser geht ist das ja super. Manchmal braucht man einfach Medikamente um die Gesundheit wiederherstellen. Bin auch froh dass es sowas gibt.

03.09.2019 22:36 • x 1 #6


Schlaflose

Schlaflose


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Zitat von Gennevilliers:
Ich weiss nicht, es soll meinen Schlafrythmus wieder normalisieren aber ich glaub das kann ich auch ohne das Zeug. Ich schlafe ja normal, nur zeitversetzt von 3 bis 12..


Dann müsstest du konsequente Schlafhygiene betreiben und deinen Rhythmus verschieben.

04.09.2019 05:59 • #7


Flame

Flame


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Hallo @Gennevilliers ,

Es geht leider vielen Betroffenen so,dass früher oder später ein Rückfall passiert,wenn das Medikament zu stark reduziert bzw. abgesetzt wurde.
Deswegen ist es sicher eine gute Idee,das Venlafaxin wieder aufzudosieren.

Ich selbst habe auch schon mehrfach versucht,mein Medikament zu reduzieren,es endete immer damit,dass es wieder stark abwärts ging.

Wir haben eine Krankheit,die mit Medikamenten behandelt werden kann und deswegen dürfen wir diese Medikamente auch ohne schlechtes Gewissen oder Versagensgefühle einnehmen.
Der Arzt verschreibt sie uns nicht ohne Grund.

Andere Menschen,die krannk sind,z.B. erhöhten Blutdruck haben,nehmen ja auch Medikamente.
Wenn man sie nicht mehr nimmt,geht es einem schlechter,eigentlich logisch.

Mach Dich frei von dem Gedanken,versagt zu haben,weil es ohne das Medikament nicht geht.
Lieber dankbar dafür sein,dass es diese Medikamente überhaupt gibt und wir durch sie ein einigermassen normales Leben führen können.

04.09.2019 09:12 • #8


Gennevilliers


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Hey flame
Es ist nur so bitter find ich, dass ich fast schon auf 0 war ohne etwas gemerkt zu haben, von 225 auf 37.5 und nichts gemerkt und jetzt 4 Monate nach dem letzten Schritt auf 37.5 kommt das alles wieder. Aber ganz anders als damals, weshalb ich das Zeug angefangen hatte. Es lässt mich bisschen verzweifeln, da ich mich gefreut habe, das venlafaxin endlich los zu werden. Klar bin ich froh, dass es sowas gibt, aber irgendwie gleichzeitig auch traurig.

04.09.2019 11:41 • #9


Gennevilliers


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Die Ärztin gestern meinte, man könne mich in keinen klassischen Topf wie generalisierte Angst, panikstörung etc. werfen, weil sich das bei mir nicht körperlich äußert und von jedem ein wenig dabei ist. Darunter paar depressive Symptome, weshalb sie einfach Angst/Depression gemischt aufgeschrieben hat. Klar, ich merk ich bin abartig verstimmt.
Hat da jemand Erfahrung, wenn man einfach nur gedanklich Angst hat aber körperlich gar nichts merkt? Vor allem hab ich Angst, nicht mehr rauszukommen, Angst vor diversen psychischen Erkrankungen wie zwang etc. Sie meinte, sie sieht da keinerlei sorge, dass ich wieder rauskomme, doch fällt mir das in dem Zustand etwas schwer, daran zu glauben, doch was bleibt mir anderes übrig.

04.09.2019 14:06 • #10


Flame

Flame


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@Gennevilliers

Ich finde es auch nicht toll,Medikamente nehmen zu müssen.
Ich denke,kein Mensch nimmt gerne Medikamente,egal,unter welcher Krankheit man leidet.
Aber stell Dir mal vor,es gäbe sie nicht.Das wär doch viel schlimmer...

Man kann niemanden in einen Topf werfen,es äussert sich bei jedem anders.
Aber die negativen Gedanken ("Ich komme da nie wieder raus","das wird nie wieder besser" ) sind nunmal typisch für eine Depression.
Und es ist genauso typisch für eine Depression,dass man unfähig ist,an eine Besserung zu glauben.

Befasse Dich mal nur für Dich selbst mit dem Krankheitsbild Depression.
Das geht auch über YouTube,einfach,das Stichwort "Depression" eingeben.

Oft ist es schon sehr beruhigend,wenn man das eigene Krankheitsbild versteht.

04.09.2019 14:25 • #11


Gennevilliers


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Ne Depression war immer das, wovor ich mich so gefürchtet habe. Diese Ärztin und meine ehemalige Therapeutin meinten, ich habe keine klassische Depression, nur eben aufgrund der Ängste einige Symptome davon. Ich habe ja auch Hoffnung, dass es besser wird und ich wieder rauskomme. Bin auch nicht antriebslos, ok Freude und Interesse ist momentan ausbaufähig einfach weil ich unglaublich verunsichert bin. Sie meinte, sie verstehe genau, was in mir vorgeht und sie hat keine Sorge, dass ich wieder rauskomme. Ich glaube ja auch an Besserung, ich hoffe Tag für Tag. Dass ich jedoch leicht depressiv bin zur Zeit ist ja klar, wenn man von Angstgedanken ununterbrochen heimgesucht wird.

04.09.2019 14:33 • #12


Flame

Flame


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Eine Depression ist zweifellos kein Zuckerschlecken aber auch gut behandelbar.
Die Angstzustände lösen halt manchmal Depressionen aus.

In der Regel stehen aber die Ängste im Vordergrund.Das meint vielleicht auch Deine Ärztin.

Sobald die Ängste nachlassen,lässt auch die Depression nach.

Ich kann mich da leider nur wiederholen.
Es dauert seine Zeit und diese Zeit ist nicht einfach.
Aber sie vergeht.

04.09.2019 14:41 • #13


Gennevilliers


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Jaa, meine Therapeutin sagte immer, es ist vollkommen logisch dass es einem besch***** geht, wenn man in dauersorge ist. Finde das auch total logisch, ich kenne wohl keinen, dem es sensationell geht wenn er in dauersorge und erwartungsangst lebt. Da müssen sich ja logischerweise depressive Symptome zeigen. Jedoch, meint meine Therapeutin, ist das was anderes als die Tiefe klassische Depression. Ich mein ich habe Hoffnung und alles. Hoffe jeden Tag auf Besserung , auch jetzt durch die dosiserhöhung des Venlafaxin. Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als das durchzustehen. Und irgendwelche Benzos mag ich nicht nehmen.

04.09.2019 15:53 • x 1 #14


Gennevilliers


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Und ihr meint auch, ich komme da wieder raus?

04.09.2019 18:42 • #15


Lunaa

Lunaa


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Zitat von Gennevilliers:
Und ihr meint auch, ich komme da wieder raus?


Was hast du denn für Ängste?

Bei mir ist es auch so. Durch jahrelange permanente Sorgen und Ängste (zum Teil berechtigt, zum Teil aber auch nicht) bin ich in die Depression gerutscht. Dann kamen die heftigen Symptome der Depression (kein Antrieb, kein Appetit, Schlaflosigkeit, Dauerunruhe) dazu die Panikattacken und zur Krönung dann die Agoraphobie dazu.

Ich dachte immer ich hab eine Depression und dann kamen die Ängste. Aber dem war nicht so. Aufgrund der Ängste die immer im Hintergrund abliefen plus der Stress der letzten Jahre war dann Endstation Depression.

Nun drehe ich mich auch irgendwie im Kreis. Arbeite an den Ängsten mit Konfrontation aber es geht schleppend voran (ich bin ja vor paar Monaten garnicht mehr aus dem Haus gegangen). Es geht mir nicht schnell genug und ich kann vieles nicht alleine machen. Deswegen komme ich auch aus der Depression nicht wirklich raus. Wenn man weiß wie man vor paar Monaten noch zu 100 Prozent funktioniert hat und jetzt wie ein Kleinkind immer auf Hilfe angewiesen ist, ist das Ganze natürlich deprimierend.

Deswegen denke ich da auch sehr pessimistisch und frage mich jeden Tag ob ich jemals wieder Angstfrei leben werde. Es ist auch sehr schwierig sich selbst bei Laune zu halten wenn man jeden Tag Angst hat. Wie im Hamsterrad fühle ich mich....

Hast du gar keine körperlichen Symptome durch die Angst?

04.09.2019 19:16 • #16


Gennevilliers


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Hättest du gar keine symptomfreie Zeiten? Oder was war denn bei dir der Auslöser? Und was für Sorgen hattest du?
Klar, wenn man sich ständig mit Sorgen und Angst beschäftigt wird man zwangsläufig irgendwann depressiv. Ist ja eifnsch eine Folge.
Ich hab ausser manchmal schwitzigen Händen überhaupt keine körperlichen Symptome. Es spielt sich alles nur in meinem Kopf ab.

04.09.2019 20:20 • #17


Gennevilliers


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Bin etwas verwirrt jetzt. War heute bei meiner ehemaligen Therapeutin, die mich seit knapp 3 Jahren kennt und bei der ich mit einem Jahr Pause immer wieder Therapie gemacht habe. Bestimmt 50 - 60 Sitzungen gehabt. Dort war ich heute zu einem Abschluss Gespräch, da sie leider nur privatpatienten nimmt und meine Familie und ich das nicht mehr bezahlt bekommen auf Dauer. War vor 2 Tagen in einer Psychiatrie, hatte dort einen Termin , da dort auch ambulante Therapien angeboten werden. Dort hat die Ärztin gemeint, ich solle das Venlafaxin wieder langsam hochsertzen auf 150 mg , dazu quetiapin zum schlafen nehmen. Da meinte meine Therapeutin heute, das findet sie nicht gut, mir ging es mit wenig Venlafaxin monatelang gut und ich könne meine Angst nur durch mich selber auf Dauer überwinden. Jetzt bin ich überfragt, habe 2 Meinungen. Mir gehts zur Zeit echt mies, aber sowohl meine Therapeutin als auch meine Mutter sagten, ich katastrophisiere und dramatisiere ganz gerne. Deshalb hat mir diese Ärztin wohl auch gleich die Medikamente aufgeschrieben, die kennt mich ja nicht und denkt echt ich bin sehr schwer betroffen.
Puhhhh....schwierig, ah ja, ich hab das quetiapin 25mg nicht genommen, hatte Angst davor

05.09.2019 16:33 • #18


Flame

Flame


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Vor dem Quietiapin brauchst Du keine Angst zu haben und 25 mg ist keine hohe Dosis.

Zum Thema Ärzte sage ich nur:
5 Ärzte,10 Meinungen,wenn Du verstehst ,was ich meine.
Mir wurde seitens verschiedener Ärzte ebenfalls unterschiedlichstes gesagt bezüglich der Diagnose und dem Thema Medikamente.
Ärzte sind keine Halbgötter mit Röntgenblick die in die Zukunft schauen können.
Es sind nur ganz normale Menschen,die lediglich ihre Einschätzung wiedergeben.

Eine Medikamenteneinnahme bei einer Angststörung ist häufig umstritten.
Manche Ärzte sind der Auffassung,Angst könne nur durch Konfrontation gelöst werden.
Es hilft aber leider nicht allen und deswegen muss jeder für sich selbst herausfinden,was für ihn das Beste ist.

Wozu tenderst DU denn?
Weniger oder mehr Medikamente?
Haben Dir die Medikamente geholfen oder eher nicht?

Wenn Du eine Tendenz hast,würde ich DAS als erstes ausprobieren,denn Du allein bestimmst in Deinem Leben,Angststörung hin oder her.

05.09.2019 17:44 • #19


Gennevilliers


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Naja, ich hab prinzipiell vor len Medikamenten erst einmal Angst.
Die diagnosen von den Ärzten sind immer ungefähr dieselben: Angst, daraus ein paar depressive Symptome. In einen richtigen Topf wie GAS oder so kann man mich wohl nicht werfen, bin kein klassischer Fall.
Also meinen Therapeutin kannte mich seit 3 Jahren und sie meinte mir ging es jetzt ja monatelang gut unter den 37.5 mg.
Bei mir braucht das gar keine richtige Konfrontation, sie sagt, ich soll katasteophisieren erkennen, da ich mir ja alle möglichen psychischen krankheiten einbilde, sei es Panik, Depression, Zwang etc und Angst davor habe. Jetzt Z.b hab ich Angst diese sorgengednaken nicht mehr weg zu bekommen. Ich bin wirklich kein Freund von Tabletten aber wenn sie dieses ununterbrochene berdohungsgefühl und diese Gedanken etwas eindämmen wäre mir echt geholfen.

05.09.2019 18:17 • #20




Dr. med. Andreas Schöpf

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