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Hallo zusammen,

seit letztem Jahr nehme ich Antidepressiva. Nachdem mir Mirtazapin Probleme bereitet hat, nehme ich seit letztem Jahr Juli jeden Morgen 20 mg Citalopram.

Das habe ich vor knapp zwei Wochen (es müssten jetzt elf oder zwölf Tage sein) ohne Rücksprache mit meinem Neurologen abgesetzt. Die Nebenwirkungen (Gewichtszunahme, Hungerattacken) haben mir nicht gefallen. Außerdem halte ich diese Tabletten für Selbstbetrug. Ich muss mit Hilfe (Psychotherapie, die mir verwehrt wird) an mir arbeiten und nicht irgendwelche Tabletten schlucken.

Anfänglich war alles in Ordnung. Ich war zwar leichter reizbar, das habe ich aber in Kauf genommen.

Seit vorgestern habe ich wieder Symptome wie Magenschmerzen, bedrückendes Gefühl im Herzen, Traurigkeits- und Verzweiflungsgefühle mit Weinkrämpfen.

Kann das mit dem Absetzen der Medikamente zu tun haben?

Ich fahre morgen in den Urlaub und habe starke Angst, dass der jetzt richtig verdorben ist.

Hilft es, wenn ich jetzt irgendwie 60 mg Citalopram nehme und ab morgen wieder 20 mg, damit ich den Urlaub über stabil bin?

Habt ihr Erfahrungen mit dem Absetzen von Antidepressiva? Danke für eure Antworten.

17.02.2023 13:53 • 23.02.2023 #1


9 Antworten ↓


P
Man sollte Antidepressiva nie abrupt an- und auch nicht abrupt absetzen. Das Absetzen sollte man so langsam und kleinschrittig wie möglich machen.
Um von 30 auf 0mg Citalopram zu kommen habe ich 11 Monate gebraucht und trotzdem noch leichte Absetzaymptome gehabt.

Auf keinen Fall nun 60mg nehmen. Ich würde mit maximal 10mg wieder anfangen einzuschleichen, also langsam steigern.

Und vor allem mit einem Arzt darüber sprechen.

17.02.2023 14:00 • x 2 #2


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Citalopram abgesetzt: Rückfall normal?

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L
Zitat von Pauline333:
Man sollte Antidepressiva nie abrupt an- und auch nicht abrupt absetzen. Das Absetzen sollte man so langsam und kleinschrittig wie möglich machen. ...

Der Arzt hat wegen Fasching zu und ab morgen bin ich eine Woche im Urlaub und danach eine Woche dienstlich im Ausland...

17.02.2023 14:06 • #3


Angstmaschine
Zitat von LonesomeMan:
bedrückendes Gefühl im Herzen, Traurigkeits- und Verzweiflungsgefühle mit Weinkrämpfen.

Wohl eher, weil dir die Wirkung der Tabletten fehlt.

Wie schon gesagt AD immer ausschleichen, das kann sonst übelst in die Hose gehen.

Ich würde auch wieder mit 10 anfangen und dann schauen, wie es weiter geht.
Gespräch mit Arzt wäre aber sicherlich nicht verkehrt, ggf . Vertretung?


Zitat von LonesomeMan:
mir verwehrt wird) an mir arbeiten und nicht irgendwelche Tabletten schlucken.

Das sind nicht irgendwelche Tabletten. Die Sorgen dafür, dass Du überhaupt in der Lage bist an dir zu arbeiten.
Wie lange Du die nehmen musst ist eine andere Frage. Aber einfach absetzen ist der falsche Weg.

17.02.2023 14:20 • x 1 #4


L
Zitat von Angstmaschine:
Wohl eher, weil dir die Wirkung der Tabletten fehlt. Wie schon gesagt AD immer ausschleichen, das kann sonst übelst in die Hose gehen. Ich würde ...

Mein Neurologe ist 50 Kilometer entfernt, weil ich vor Ort so lange auf einen Termin hätte warten müssen. Am Band wird nichts zu Vertretungsregelungen gesagt.

Ich habe mir eben 20 mg Citalopram eingeschmissen. Ich habe ja erst weniger als zwei Wochen pausiert. Vielleicht komme ich ja wieder auf Linie.

17.02.2023 14:31 • #5


Angstmaschine
Ja, das wird sich bestimmt wieder einpendeln

Aber mit so Experimenten würde ich grade auch vor so Ereignissen wie Urlaub vorsichtig sein.

Ich kann deine Abneigung gegen die Tabletten durchaus verstehen, aber wie gesagt helfen sie dir dabei überhaupt wieder ins Lot zu kommen.
Und grade dann, wenn Du (noch) keine Therapie machst musst Du ja möglichst stabil sein.

Mit welcher Begründung wird die Therapie denn abgelehnt?

17.02.2023 15:00 • x 1 #6


L
Zitat von Angstmaschine:
Ja, das wird sich bestimmt wieder einpendeln Aber mit so Experimenten würde ich grade auch vor so Ereignissen wie Urlaub ...

Ich stand bei einer Therapeutin auf der Warteliste neun Monate auf der Warteliste ab 09/2021 und hatte auch eine Zusage. Ich war dann da zur probatorischen Sitzung im Juni 2022 und sie eröffnete mir, dass sie schwanger sei und ab November 2022 ein Jahr nur Video anbiete.

Meine (private) Krankenversicherung zahlt zwar Therapie ohne vorherige Bewilligung (nur wenn es über 50 Stunden gehen soll), zahlt aber seit Oktober 2022 keine Videotherapie mehr.

Hinzu kommt, dass ich an Video auch nicht das größte Interesse habe. Ich wurde über zwei Jahre ins Home-Office und Teilzeit-Studium in meine 30-qm-Wohnung gequetscht und möchte die Therapie gerne mit Abstand zu meiner Wohnung machen.

Ich hätte mich aber ansonsten darauf eingelassen. Besser halt online als gar nicht. Aber mal eben 6.000 Euro für eine Therapie zu selbst zahlen wollte ich dann auch nicht.

Ich hatte dann im Juni/Juli ein Erstgespräch bei einer anderen Therapeutin und stehe da seitdem auf der Warteliste.

EDIT: Ich könnte mir die 6.000,- Euro zwar grundsätzlich leisten. Aber irgendwie sehe ich das auch nicht ein, wenn ich das eigentlich bezahlt bekäme und dann nur wegen der Bequemlichkeit der Therapeutin selbst zahlen muss.

17.02.2023 15:29 • x 1 #7


Angstmaschine
Über Video könnte ich mir das auch nur schlecht vorstellen.
Und sowas mit einem schlechten Gefühl anzufangen und im schlimmsten Fall 6000,- Euro zu verbrennen erst recht nicht.

Vielleicht klappt es ja bald, manchmal geht sowas schneller als man denkt. Hauptsache, Du kommst mit der Therapeutin gut zurecht!

17.02.2023 15:44 • x 1 #8


L
Ich finde es halt sehr ungerecht, dass ich schon so lange warten muss, obwohl die durchschnittliche Wartezeit bei fünf bis sechs Monaten liegt. Ich möchte ja gar nicht schneller den Platz bekommen als gesetzlich Versicherte.

Aber ich würde mir eine zentrale Warteliste wie bei solchen Härtefällen wünschen (Psychologin wird schwanger, verstirbt, erkrankt oder was auch immer).

Und sollte es jetzt mit dieser Psychologin auch aus irgendwelchen Gründen nicht klappen: Muss ich dann wieder neun Monate warten?

17.02.2023 15:50 • #9


L
Hallo zusammen,

ich bekomme jetzt immer heftiger werdende Weinkrämpfe im Urlaub. Teilweise ohne Zusammenhang, ohne dass ich irgendwelche negativen Gedanken habe. Und ich denke wieder häufiger, dass es schön wäre, tot zu sein.

Aber umbringen will ich mich nicht.

Nächste Woche muss ich mit von mir betreuten Jugendlichen auf eine kleine Reise für eine Woche. Ich habe richtige Angst davor, dass ich da auch spontan Weinkrämpfe bekomme und die mich dann hinterher nicht mehr für voll nehmen.

Absagen kann ich nicht und krankschreiben lassen möchte ich mich aber auch nicht.

23.02.2023 13:32 • #10


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl