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Zu Christina und unterschiedlicher Erfahrung...
Aus Wikipedia zu Venlafaxin:
A) Absetzssyndrom:
Wegen des besonderen Suizidrisikos und der im Vergleich zu anderen Antidepressiva höheren Toxizität sollte Venlafaxin nach Ansicht einiger Experten nicht mehr zur Erstbehandlung der Depression verwendet werden.[9] In Großbritannien wurde die Leitlinie zur Depressionsbehandlung überarbeitet, um den besonderen Risiken von Venlafaxin Rechnung zu tragen.[10] In Deutschland wurde über ein Stufenplanverfahren die Aufnahme eines entsprechenden Warnhinweises in die Produktinformation verpflichtend.[11]
B) Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln [Bearbeiten]
Unter Behandlung mit Venlafaxin kann, wie bei anderen serotonergen Wirkstoffen, ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand, das so genannte Serotonin-Syndrom auftreten. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn andere Substanzen eingenommen werden, die das serotonerge Neurotransmittersystem beeinflussen können. Dazu gehören zum Beispiel Johanniskraut, Lithium, Triptane, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), Sibutramin und Tramadol. Venlafaxin darf nicht gemeinsam mit irreversiblen und sollte nicht gemeinsam mit reversiblen Monoaminooxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) eingenommen werden.
Bei einem Medikationswechsel ist ein ausreichend langes therapiefreies Intervall einzuhalten. Auch die gleichzeitige Anwendung von Venlafaxin mit CYP3A4-Inhibitoren, wie Atazanavir, Clarithromycin, Indinavir, Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol, Ketoconazol, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir und Telithromycin, kann den Venlafaxinspiegel erhöhen.
Venlafaxin kann die AUC von Haloperidol, Risperidon und Metoprolol erhöhen. Die AUC von Indinavir ist bei gleichzeitiger Einnahme von Venlafaxin vermindert. Die klinische Relevanz dieser Interaktionen ist nicht bekannt.[14]
ebenso dort zu Serotoninsyndrom:Das Serotonin-Syndrom (seltener auch serotonerges Syndrom) ist ein Komplex aus Krankheitszeichen (Symptome), die durch eine Anhäufung des Gewebshormons und Neurotransmitters Serotonin oder Serotonin-ähnlich wirkender Substanzen in Teilen des Körpers hervorgerufen wird. Charakteristisch für dieses Syndrom sind autonome, neuromotorische und kognitive Störungen sowie Verhaltensveränderungen. Es schließt Symptome wie Veränderungen der psychischen Verfassung, Ruhelosigkeit, rasche unwillkürliche Muskelzuckungen, gesteigerte Reflexbereitschaft, Schwitzen, Schüttelfrost und Tremor ein. Das Serotonin-Syndrom ist häufig eine Folge einer Arzneimittelwechselwirkung zwischen verschiedenen Arzneimitteln, die zu einer Erhöhung der Serotoninaktivität führen, und kann insbesondere bei einer kombinierten Anwendung von serotoninergen Arzneistoffen mit MAO-Hemmern beobachtet werden.
(Anm: eben nicht nur als Überdosissymptom)Soweit zu den Zitaten aus allgemein zugänglichen Quellen. Insbesondere die Aussagen zu B) - Wechselwirkungen - sind m. E. hinreichend aussagekräftig.
Habe nochmal bei Tayler nachgelesen. Da ja Venlafaxin und Valdoxan antagen - gegenwirkend sind (Venlafaxin mit dem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und Valdoxan mit Melatonin - das als schalfsteuernd bekannte Hormon) ergibt sich dann eben der Eindruck, dass da nicht diagnostiziert und medikamentiert, sondern wohl eher "experimentiert" wird. Wäre mal spannend, wie oft bei solchen Patienten-Arztbeziehungen das Blutbild überwacht wird. Ich hatte mal die Gelegenheit, mich mit dieser Fragestellung mit einem der führenden deutschen Neuropathologen - Prof. Baumgarten am Benjamin-Franklin-Klinikum zu unterhalten.
Klares Statement: Die Analytik zum konkreten Nachweis der Wirkpotentiale von serotonin-, dopamin-, und melatoninbasierter Antidepressiva ist längst noch nicht so ausgereift in der ambulanten Praxis, dass von gesicherten Kontrollverfahren ausgegangen werden kann.
Dies war auch Gegenstand der von mir erwähnten klinischen Studie (Stand 2006).
Sinnvoll, leider oft viel zu selten genutzt, ist eine konkrete Recherche nach aktuellem Neben- und Wechselwirkungsstand z. B. in der zentralen Medikamenten-Datenbank "AMIS", dass vom BfArM und dem DIMDi gemeinsam betrieben wird.
Mein Neuro-Psych kannte dieses nicht einmal vom Namen her...
Die Anmerkung von Lady1988, Zitat:"... Ich denke das Absetzen von Medikamenten ist eine Kopfsache. Nehme einfach ein Stück Traubenzucker und denke Du hast Deine tablette genommen.,..."
grenzt bei dieser Thematik schon an Kamikaze, wir reden hier nicht über Plazebos sondern über Wirkstoffe, die in z. T. drastischer Weise in unser Wahrnehmungssystem eingreifen und deren unterschiedlicher Wirkung auf ZNS und VNS bei weitem nicht so erforscht sind, wie von der Pharmaoindustrie immer dargestellt wird. was ganz zweifelsohne ein sehr feinfühligen und kontrollierten Umgang damit zwingend voraussetzt.
G. R.