1

Christina
Zitat von Baghira_GR:
Das Serotonin-Syndrom ist häufig eine Folge einer Arzneimittelwechselwirkung zwischen verschiedenen Arzneimitteln, die zu einer Erhöhung der Serotoninaktivität führen, und kann insbesondere bei einer kombinierten Anwendung von serotoninergen Arzneistoffen mit MAO-Hemmern beobachtet werden.
(Anm: eben nicht nur als Überdosissymptom)

Soweit zu den Zitaten aus allgemein zugänglichen Quellen. Insbesondere die Aussagen zu B) - Wechselwirkungen - sind m. E. hinreichend aussagekräftig.
Das ist doch bekannt, ebenso, dass Venlafaxin allein ein Serotoninsyndrom auslösen kann. Nur eben nicht durch Absetzen...

Zitat von Baghira_GR:
Wäre mal spannend, wie oft bei solchen Patienten-Arztbeziehungen das Blutbild überwacht wird.
Das kann ich dir sagen: gar nicht. Der Feld-Wald-und-Wiesen-Neuro überlässt sogar die Kontrolle der Leberwerte gerne der Verantwortung des Patienten (der sie dann beim Hausarzt durchsetzen muss - Stichwort Budget), falls er die Sinnhaftigkeit einer solchen Maßnahme überhaupt erwähnt.

Zitat von Baghira_GR:
Ich hatte mal die Gelegenheit, mich mit dieser Fragestellung mit einem der führenden deutschen Neuropathologen - Prof. Baumgarten am Benjamin-Franklin-Klinikum zu unterhalten.
Klares Statement: Die Analytik zum konkreten Nachweis der Wirkpotentiale von serotonin-, dopamin-, und melatoninbasierter Antidepressiva ist längst noch nicht so ausgereift in der ambulanten Praxis, dass von gesicherten Kontrollverfahren ausgegangen werden kann.
... und es ist nicht einmal die genaue Wirkweise bekannt. Insofern sind Kontrollverfahren enge Grenzen gesetzt. Ein gewisses Rumprobieren ist leider notwendiger Pragmatismus. Das sollte natürlich auch bedeuten, dass Sinn und Notwendigkeit einer Medikation gut überdacht und die individuelle Verträglichkeit überwacht werden sollten.

Liebe Grüße
Christina

27.12.2010 21:22 • #21


Zu Christina, Zitat:
...Das kann ich dir sagen: gar nicht. Der Feld-Wald-und-Wiesen-Neuro überlässt sogar die Kontrolle der Leberwerte gerne der Verantwortung des Patienten ...

Na, liebe Christina, solch ein Verhalten eines im Gesundheitswesen Tätigen berührt ja wohl Fragestellungen ärztlicher Sorgfaltspflichten, um nicht unmittelbar auf das Strafgesetzbuch zu verweisen, auch mir ist aus eigener Erfahrung, unter anderem aus einer mehrjährigen Tätigkeit im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, bekannt, das da gern mal alle fünfe grade gelassen werden, auf der Basis und mit freundlicher Unterstützung der forschenden Pharmaindustrie, ein Schelm, wer sich da gleich nach Transparency sehnt.

Um so mehr ist an dieser Stelle die Verantwortung der Betroffenen gefragt, hier einzuwirken.
Vielleicht wäre es ja mal ein praktikables Modell, Mediziner, die so wie im Fall Tayler meinen handeln zu können, ich denke da so an eine "Schwarze Liste", (germ mit Name, Anschrift, zuständige Ärztekammer) im Netz der Netze bloßzustellen. Nicht umsonst gehen ja etliche Krankenkassen dazu über eigene "Fehlbehandlungsberatungen" aufzubauen.
Ich meine, diese Strukturen sollten im Interesse aller viel mehr genutzt und damit gestärkt werden. Denn den Schaden haben nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Allgemeinheit!

Aber mit dieser Thematik sind wir beim Grundübel dieses Gesundheitssystems!

Gerhard

29.12.2010 13:12 • #22


Diese Anmerkung wollte ich doch noch nachschicken:
Solange nicht unmißverständlich und nachweissicher endogene, will heißen, ganz eindeutig Stoffwechsel- oder Störungen des Hormonstatus vorliegen (die von Dir erwähnten Diagnosen damit zwingend vorausgesetzt), sollte keine pharmazeutische Therapie ohne begleitende und unterstützende psychotherapeutische Verhaltenstherapie betrieben werden, denn die meisten Formen der Phobien sind wohl eher Ergebnisse von Lebensumständen und -erfahrungen, also angelernt, Depressionen als Folgesymptome dabei mit eingeschlossen.

Ich meine, ein Aspekt, der sehr oft viel zu kurz im Erfahrungsaustausch kommt.

Dazu hat es keines Auslösers namens Robert Enke bedurft, um dieses Thema akut auf die Tagesordnung zu holen, die Statistiken der WHO zu den häufigsten Erkrankungen in den Indutrieländern dazu sind allemal ausreichend!

G. R.

29.12.2010 13:28 • #23


Hallo an alle,
ich bin Thomas, 34 Jahre, ganz neu hier, aber schon extrem erfahren was Panik und Depressionen angeht.
Ich habe jetzt die letzten 3 Tage unbeabsichterweise mein Venlafaxin abgesetzt, ganz einfach weil meins leer war und ich keins mehr hatte.
Der Doc hat zw. den j. zu.
Heute waren die Absetzsymptome so heftig daß ich mir beim ärztlichen Nordienst ein Rezept geholt habe.
Komme super mit V. zurecht, aber absetzen will ich es nicht.

30.12.2010 20:57 • x 1 #24


Ziemlicher Käse, was einige Leute so schreiben.

Es dauert manchmla länger, bis ein passendes Medikament gefunden wird. Und das trifft auf alle Bereiche zu, auch auf Blutdruckmedikamente oder Betablocker. Da gibt es eben Patienten, da entpuppt sich erst das 3. oder 4. Blutdruckmedikament als wirksam oder besser verträglich.

Und so ist es auch bei Antidepressiva. Es ist manchmal ein langer Weg, bis das passende AD gefunden ist und da ist es nicht selten, wenn dann in weinigen Monaten 4-6 verschiedene verschrieben werden. Wo ist da das Problem?

Arzt wechseln oder Versuchskaninchen? Völliger Quatsch. Wenn man keine Ahnung hat, sollte man besser nichts schreiben.

01.01.2011 16:17 • #25


Um nach einigen, mehr oder weniger, Allgemeinplätzen, einmal zum Thema Venlafaxin (BETA) und das Absetzen einmal konkret zu werden:
Ich halte dieses Medikament nicht für zulassungsfähig!
Vorgeschichte:
HWS-, kiefergelenkbedingter Tinnitus (Hochton) ab 1996 mit den allgemein bekannten Folgesymptomen (siehe unter DTL - Deutsche Tinnitus-Liga...), RV-Träger stuft das ganz als psychosomatisch ein, es folgen seid 2000 über 10 Jahre 4 x entsprechende "Rehamaßnahmen", unter anderem unter Einsatz folgender Medikamente:
1. Doxepin (bis 100 mg über 2 Jahre),
2. Anaphranil (als Austausch zu Doxepin für 6 Monate).
3. Trevilor (seid 2001 bis 300 mg 2 x tägl)
4. und zuletzt Venlavaxin (für die "Ausschleichphase" seid 2008 mit 75 mg für 12 Monate,
5. dto Venlafaxin 37,5 mg seid 2009 für 6 Monate
6. dto Venlafaxin 37,5 mg (1/2) derzeit

Wirkung auf das Ursprungssymptom Ohrgeräusche: keinerlei
Wirkung auf Depressionen oder Panikattacken: keine
Diese traten erst ab 2002, offenbar im Zusammenhang mit der Einnahme o. g. Medikamente auf.

Zum Wrikstoff Venlafaxin:
1. bewirkt bei mir erhebliche Verstärkung der Ohrgeräusche durch Tremor über die Kiefergelenke (sowohl in der Einnahme- als auch in der Ausschleichphase)
2. mit der Ausschleichphase:
- die von Tayler bschriebenen "Stromschläge" mit erheblicher Beeinträchtigung des Gleichgewichtssinns sowie Sehstörungen (Unschärfe und Blitze),
- in "versuchten" Ruhephasen krampfartige Verstärkung von vorliegenden LWS- und HWS-Symptomen sowie Atembeschwerden (in my:ifap als Atemlähmung beschrieben) bis hin zur Bewußtlosigkeit (2010 4 x mal aufgetreten),
- im Rahmen der derzeit versuchten Ausschleichung (alle 2 Tage 1 x 37,5 mg) etwa 12 Stunden nach der Einnahme für 3 - 4 Stunden Halluzinationen und hypnose- / tranceähnliche Zustände (sog. Transferphase über die Blut-/Hirnschwelle).
- Die Libido-Symptomatik mal außenvorgelelassen, nach mehr als 5 Jahren Wirkstoff Venlafaxin stellt sich da die Frage: "Was ist das eigentlich, Libido??"

Mein Fazit: gerichtlich durchgesetzte stationäre Ausschleichung, Kostenträger DRV Bund,
Klar und deutliche Stellungnahme: Venlafaxin (zumindest das Generika von BETA-Pharma) macht offenbar abhängig und gehört durch das BfArM vom Markt genommen.

Allen ebenfalls Betroffenen ein besseres Jahr 2011!

Gerhard

02.01.2011 14:58 • #26


Zu crazy030
Betreff des Beitrags: Re: Absetzen von Venlafaxin
BeitragVerfasst: 01.Jan.2011, 16:17
Offline

Wohnort: Berlin (Spandau)
Ziemlicher Käse, was einige Leute so schreiben.
...
scheint aber deren Erfahrung zu entsprechen! Meine dazu:
Ohne eine komplette und umfassende Diagnostik der Depressionen oder Panikstörungen halte ich einen längeren Einsatz von Psychophapharmaka, insbsondere ohne begleitende Psycho- und Sozialtherapie, auch dies aus jahrelanger eigener Erfahrung, schlichtweg für kriminell und persönlchkeitsrechteverletzend. Was da offenbar an Schaden angerichtet wird, ist wohl mit den Spitzen von Eisbergen kaum mehr zu beschreiben.

Gerhard

02.01.2011 15:06 • #27


Baghira_GR

Na ja..., generell muss auch gesagt werden, Horrorberichte über Medikamente im Internet stammen IMMER von einer Gruppe von Menschen, die damit schlechte Erfahrungen hat. Wer gute Erfahrungen hat, ist zu der Thematik nicht oder kaum im Internet. Unterm Strich ist die Gruppe mit den negativen Erfahrungen aber sehr klein.

Zitat:
Ohne eine komplette und umfassende Diagnostik der Depressionen oder Panikstörungen halte ich einen längeren Einsatz von Psychophapharmaka, insbsondere ohne begleitende Psycho- und Sozialtherapie, auch dies aus jahrelanger eigener Erfahrung, schlichtweg für kriminell und persönlchkeitsrechteverletzend. Was da offenbar an Schaden angerichtet wird, ist wohl mit den Spitzen von Eisbergen kaum mehr zu beschreiben.


Von einer guten Diagnose gehe ich mal aus. Ansonsten, viele Leute haben auch schon mehrere Therapien hinter sich oder müssen noch Monate warten. Manche wollen nicht. Und in den Fällen ist ein Medikament eben doch eine Krücke, die hilft.

Und ganz ehrlich, ich hatte gerade 8 Monate Therapie, vor 1,5 Jahren war ich auch schon in einer Tagesklinik. Erfolg mäßig, eigentlich null. Mit Medikamenten hatte ich nie viel am Hut und hab sie auch verweigert. Jetzt sehe ich es aber immer mehr so, Medikamente haben wahrscheinlich doch den effektivsten Erfolg. In meinem Fall.
Wenn ich demnächst suche, dann ein passendes Medikament und eher weniger einen Psychologen. Was ich da höre, weiß ich selbst, was ich ändern sollte, hab ich geändert. Was ich hab, weiß ich auch.

02.01.2011 22:11 • #28


Zu crasy030, Zitat:
Und ganz ehrlich, ich hatte gerade 8 Monate Therapie, vor 1,5 Jahren war ich auch schon in einer Tagesklinik. Erfolg mäßig...

Naja, kann einiges über die Qualität der jeweiligen Therapie aussagen, es gibt eben "SO'NE und SOLCHE" ich kenne beide, die für's Kröpfchen und die für s Töpfchen, je größeer der "Laden" um so erbärmlicher die Substanz.

Meine Erfahrung dabei zeigt, dass ein wesentlicher Aufhänger des Erfolgs immer die eigene Einstellung zum Ziel ist, will ich das, was da geboten wird, wirklich anstreben oder geht mein Sinn und mein Bedürfnis nicht doch in eine ganz andere Richtung. Denn über eines müssen WIR UNS HIER wohl im Klaren sein: Die Pille ist immer der letzte und schechteste Ausweg, so es eben nicht tatsächlich endogen indiziert ist.

Und weiter crasy030-Zitat:...stammen IMMER von einer Gruppe von Menschen, die damit schlechte Erfahrungen hat ...

Na logisch, wer wenn denn nicht negativ Betroffene suchen auf diesem Weg eine Lösung.
Soll aber wohl heißen, dass deren Aspekte eben auch ein Teil der Wahrheit sind, oder?

G. R.

07.01.2011 18:07 • #29


Mit diesem Link geht es zwar nicht um Venlafaxin, der geschilderte Vorgang ist m. E. jedoch so brisant, dass ich diesen hier verlinken möchte, so zur Aufklärung, vielleicht sind ja auch ein paar Niedersachsen hier zugange.

ISM:
Privatisierungsfalle - Irre ist, wer sich fangen lässt!
Zur geplanten Integration eines Pharma-Riesen in die regionale Versorgung psychisch Kranker

Wolfgang Wodarg
http://www.solidarische-moderne.de/de/a ... aesst.html

Gerhard Roloff

27.01.2011 00:52 • #30


Zitat von Baghira_GR:
Mit diesem Link geht es zwar nicht um Venlafaxin, der geschilderte Vorgang ist m. E. jedoch so brisant, dass ich diesen hier verlinken möchte, so zur Aufklärung, vielleicht sind ja auch ein paar Niedersachsen hier zugange.

ISM:
Privatisierungsfalle - Irre ist, wer sich fangen lässt!
Zur geplanten Integration eines Pharma-Riesen in die regionale Versorgung psychisch Kranker

Wolfgang Wodarg
http://www.solidarische-moderne.de/de/a ... aesst.html

Gerhard Roloff


Willkommen im Kapitalismus.

27.01.2011 02:37 • #31


Ich habe mir erlaubt, an die stellvertretene Vorsitzende de Bundestags-Sozialausschusses Frau Christel Humme (SPD) folgende Anfrage zu senden:

Sehr geehrte Frau MdB Humme,

mit Empörung und Entsetzen habe ich folgende Beträge TAZ
Monopole statt Patientenschutz
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/ ... tenschutz/
und des Institus Solidarische Moderne (ISM)
Privatisierungsfalle - Irre ist, wer sich fangen lässt!
Zur geplanten Integration eines Pharma-Riesen in die regionale Versorgung psychisch Kranker
Wolfgang Wodarg
http://www.solidarische-moderne.de/de/a ... aesst.html
zur Kenntnis genommen.
Was unternehmen Sie und die Fraktion der SPD im Deutschen Bundestag um sicherzustellen, das nicht Pharmariesen einen freiheitseinschränkenden Einfluß über die Krankenkassen auf die Patientenschaft ausüben?

Anfrage veröffentlicht über Facebook, dort:
http://www.facebook.com/notes/solidaris ... 4458532968

Mit vorzüglicher Hochachtung,

Gerhard Roloff (...)

Ich würde mich freuen, wenn auch Andere, die auf absehbare Zeit auf adäquate Medikamente angewiesen sind und auf eine betroffenenorientierte Versorgung hoffen, hier Aktionen starten würden und unsere Mandatsträger mit Nachdruck auf ihre Verantwortung für die Allgemeinheit hinweisen würden.

Herzlichen Dank vorab,

Gerhard Roloff

27.01.2011 23:46 • #32


Du scheinst es irgendwie nicht zu raffen. Da kann man noch so viele Aktionen starten, die Pharmakonzerne sind zu mächtig, als das die sich irgendwie beeindrucken lassen. Und egal welche Partei, letztlich ist die Politik im Kapitalismus IMMER die *beep* der Wirtschaft. Das wird sich auch nie ändern.

An der Stelle fällt mir was zu Ritalin ein, was ja bei ADHS/ADS verschrieben wird und da wird auch immer auf die Pharmakonzerne geschimpft. In den letzen 15 Jahren stieg die Verschreibung von Methylphenidat, also Ritalin etc., in Deutschland um das 25-fache! Aktuell liegen wir bei etwa 20 Mio. Tagesdosen!
Da wird auch doll auf die Pharmarisen geschimpft. Fakt ist doch aber wohl, verschrieben wird es doch wohl von Ärzten, oder? Und viel Initiative kommt auch aus den Schulen, wo mal schnell von Lehrern gesagt wird: "Ihr Kind könnte ADHS haben, gehen Sie mal zum Arzt". Das System ist also viel komplizierter.

28.01.2011 10:48 • #33


Hallo,

bin neu hier, aber vielleicht kann ich auch mal was Positives über Venlafaxin berichten. Vor zwei Jahren erkrankte ich an einer Neuroborreliose und dachte schlichtweg: das war's! Da ich nicht wusste, was ich habe, war ich mir nur nicht ganz über die Art des baldigen Ablebens im Klaren. Meine Ärztin verschrieb mir nach ein paar Fehlversuchen mit Betablockern 150mg Venlafaxin und mir ging es nach 14 Tagen Höllentrip (so lange dauert es bis das Zeug wirkt) wieder besser. Leider hat man erst drei Monate später die Ursache meiner Symptome erkannt, die bei mir zu einer schweren Panikstörung geführt haben. Nach Dioxycyclin-Kur verschwanden die körperlichen Symptome, aber die Angst blieb. Zwischendurch war ich bei 225 mg Venlafaxin und es hat mir sehr gut geholfen. Die Nebenwirkungen hielten sich in Grenzen: 14 Tage lang Alpträume, Kopfschmerzen, Schwindel. Sexuelle NW konnte ich keine feststellen.
Nun habe ich die Dro. so gut wie abgesetzt. Ich will nicht sagen, dass es einfach war, aber so schlimm, wie hier oft geschildert war es bei mir nicht. Hab mich stufenweise (á 37,5 mg über 3 Wochen) auf mittlerweile 37,5 mg runtergearbeitet. Wenn ich in dieser Zeit Abends wieder Unruhe verspürte, habe ich (bitte Ohren zuhalten) ein, zwei Flaschen B. getrunken und schon ging es. Zeitig zu Bett gehen hilft auch. Generell muss man aber auch hart zu sich selber sein.

Ich bin insgesamt der Meinung, dass Venlafaxin für mich die richtige Medizin war und würde es wenn nötig (was der Herrgott verhindern möge) wieder nehmen. Aber das kann nat. bei jedem anders sein, nur lasst Euch nicht gleicht entmutigen.

02.02.2011 21:29 • #34


Viele Menschen kommen mit Venlafaxin sehr gut klar und was ich mal wieder sagen muss, solche Medikamente retten manchmal auch Leben!

Ich hab mich schon viel mit Ärzten unterhalten und sicher ist, viele Medikamente die im Internet verteufelt werden, erfahren real oft eine super Resonanz. Man muss sich auch mal klarmachen, im Netz schreiben meist Leute über Medikamente, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wer gute Erfahrungen macht, widmet sich interessanteren Dingen im Leben zu und schreibt nicht in etlichen Foren etc., wie toll das Medikament ist. Und wer im Netz nach Infos zu Medikamenten sucht, der sucht letztlich nur nach Bestätigung für das Schlechte bei Medikamenten, weil er/sie eh immer zweifelt. Das ist so und wer ehrlich zu sich selbst ist, wird dem zustimmen.

Und was gerade Psychopharmaka angeht, da herrscht oft noch eine schräge Meinung. Ein Professor sagte mal, würden die Nebenwirkungen und die zu erwartenden Spätfolgen bei Alk. auf jeder Flasche stehen, da würden sich einige Leute aber umsehen, zumal diese Nebenwirkungen gar nicht auf eine Flasche passen würden. Was schon bei einem Schluck Alk. im Körper für negative Sofortreaktionen stattfinden, ist kaum einem bewusst. Ebenso beim Rauchen.
Alk. ist ein Zellgift, er tötet Zellen, auch im Hirn und bei Dauerkonsum werden diese Zellen z.T. für immer zerstört. Nikotin ist ein Nervengift, in Zig. sind Stoffe wie z.B. Zyankali enthalten und noch Hunderte mehr, ausserdem Stoffe, die auch in Rattengift sind. Weiß das jeder?

Kein Medikament kann dem Körper langfristig so schaden, wie Alk. oder Nikotin. Das sollte man sich bei Medikament Debatten nur mal klar machen. Ich rauche, aber ich weiß das auch alles. Und mit Medikamenten hat man dann ewig Probleme. Warum eigentlich?

02.02.2011 22:53 • #35


Und das ist letztlich auch der Grund, dass ich meinen Beitrag geschrieben habe. Denn jeder, der Panikatacken hatte oder eine Angststörung und hier nach dem Medikament, das er absetzen möchte, im Internet sucht, wird zwangsläufig wieder Angst bekommen, da er dafür eben besonders anfällig ist.
Ich glaube es ist wenig hilfreich sich zu gut über Nebenwirkungen, Absetzerscheinungen und so weiter zu informieren. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, diese Entscheidungen einfach meinem Arzt zu überlassen.

05.02.2011 13:39 • #36


Speedcat70
Hallo,

ich nehme seit Juli 2010 Venlafaxi retardiert als Kapseln zu je 37,5 mg morgens und mittags (Gesamtdosis 75 mg).

Ich fühle mich seit dem oft sehr müde, ausserdem habe ich Sehstörungen, wenn ich von Nah auf Fern ein Objekt fixieren will in der Ferne, wackelt alles etwas, als wenn ich eine Videoaufnahme mache mit einer Kamera.

Augen und Ohren Gleichgewichtssinn sind ok. VEP Untersuchung Sehnerv zum Hirn auch ok und MRT Kopf ohne Befund.

Es wurde eine Angststörung sozialer Art mit Panikattacken diagnostiziert, weil organisch nix feststelltbar ist. War 2mal in der Röhre MRT 2010. Reha 5 Wochen Bad Kösen Burgenlandklinik.

Heute hab ich einfach Venlafaxin kalt abgesetzt.

Weil ich hoffe, das die Sehstörungen weg gehen, die nerven ganz extrem.

Kann man das einfach kalt absetzen bei einer Maxdosis von 75 mg am Tag ?

Mein Doc sagte damals, ich nehme die Kinderration und wollte, das ich auf 2x75 mg hoch gehe. aber hab es einfach nicht getan, wegen der Müdigkeit und Sehprobleme.

Bitte Hilfe und Rat

Gruss Speedi

06.02.2011 12:19 • #37


Christina
Zitat von Speedcat70:
Kann man das einfach kalt absetzen bei einer Maxdosis von 75 mg am Tag ?
Wirf mal'n Blick auf den BPZ - nach sechs Wochen Einnahme kann man mit Absetzsyndromen rechnen, auch bei der "Kinderdosis".

Liebe Grüße
Christina

06.02.2011 18:58 • #38


Speedcat70
Hallo,

ich habe gestern nur eine Kapsel 37,5 mg genommen und heute auch nur eine genommen.

Ich war komischerweise heute morgen um 5 Uhr putzmunter, um 10 Uhr war ich hundemüde auf der Arbeit, hab dann nur eine heute genommen 37,5 mg.

Ich bin heute sehr gereizt und rastlos, renne hin und her und bin gar nicht müde, auch meine Sehkraft war heute morgen sehr sehr gut, nix schwankte in den Augen bei Weitsicht.

Allerdings kam gegen Abend eine schwere Benommenheit dazu, so wie vor der Behandlung mit Venlafaxin, dachte ja die Medis heilen meine Angststörung, da ich ja noch 1 Jahr warten muss auf einen Therapieplatz und ich somit bis dahin diese Pillen fressen muss.

Offensichtlich muss ich wohl Therapie machen, weil von den Medis die Störung nicht weggeht obwohl ich die Freizeit gut gestalte und viel Wellness mache. Aber offensichtlich nimmt das nicht meine Symptome weg, weil ich ja was gutes mache für mich und somit die Angst weggeblasen sein müsste für immer.

Ich bin ratlos, mal sehen wie die Nacht wird, wenn ich elektr. Schläge merke in Beinen, werd ich sofort wieder die 2ten 37,5 mg nehmen.

07.02.2011 20:31 • #39


Auch ich bin seit 14 Tagen dieses Trevilor bzw. Venlafaxin am Absetzen mit teilweise sehr grassen Absetzerscheinungen wie Atemnot, Benommenheit, Schwankungen von eben noch ganz oben und Minuten später ganz unten. Auch meine Freundin hat diese extremen Stimmungsschwankungen zu spüren bekommen und mir tut Leid, daß sie durch mein Verhalten die Profitgier der Pharmariesen zu spüren bekommt. Über 11 Jahre war ich abhängig von Benzodiazepinen und habe in unzähligen Entgiftungen die Hölle durchgemacht. Und jetzt wieder durch diese Hölle wegen dieses Trevilors!Dieses Dreckzeug macht abhängig wie Valium und Tavor, wobei diese "Benzos" wenigstens noch eine sedierende Wirkung haben, während Venlafaxin nur den Pharmafirmen nutzt und nicht den Patienten und diesen sogar noch wie Rattengift schadet. Solange unsere Politiker in -zig Aufsichtsräten sitzen dürfen und von den Pharmariesen zum Büttel von deren Interessen gemacht werden, wird dieses Venlafaxin und dessen Abkömmlinge wohl weiterhin als das Heilmittel gegen Depressionen angepriesen werden dürfen. Unserer Regierung müßte wegen Körperverletzung der Prozeß gemacht werden, denn diese Absetzerscheinungen dieses Präparates sind leider sehr sehr schmerzhaft und werden einfach verniedlicht. Daß hier Unmengen an Kosten für dieses fast nutzlose und schädliche Präparat ausgegeben werden, interessiert die Politik wenig: Für Herrn Rösler ist die Einführung seiner Kopfpauschale wohl von weitaus größerem Interesse. Aber auch ich bin für eine Kopfpauschale, nämlich auf den Kopf unseres Gesundheitsministers einen satten Geldbetrag zu erheben, damit dieser endlich rollen kann. Freies Venlafaxin für alle unsere Politiker und deren Beraten, damit auch diese merken, wie schön der Entzug von dem Präparat sein kann.

10.02.2011 05:31 • #40




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. med. Andreas Schöpf