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life_of_bryan
Hallo allerseits,

ich brauche einen Realitätscheck und mangels Leuten in meiner Umgebung in einer ähnlichen Situation, habt ihr das nun am Bein. Vorab danke für eure Geduld und auch eure Tips.

Die Situation: Ich lebe in einer Partnerschaft seit 2003, verheiratet seit 2009 aber mit getrennten Räumlichkeiten (3 km auseinander) seit 2014. Die Trennung der Räumllichkeiten war darin begründet, dass mit zunehmendem Alter ihrer 2 Söhne (jetzt 20 und 23) mein Büro immer kleiner wurde und ein Umzug aufgrund der sozialen Bindungen der Kids nicht sinnig erschien. Ich bezog also eine kleine Wohnung und unsere gemeinsame Zeit war irgendwie besser und intensiver - auch nach Jahren fühlten sich unsere gegenseitigen Besuche an wie schöne "Dates", der eine bekocht und betüttelt den anderen. Kein Streit über die Zahnpasta, alles doch sehr harmonisch. Gemeinsame Ideen, Reisen (natürlich auch mit den Kids) - immer gerne, abweichende Interessen? Jeder hat Raum für sich.

Vor einem Jahr verletzte ich mich bei einem Unfall an meiner Hand so schwer, dass die OP zwar den eigentlichen Schaden einigermaßen reparierte, mich aber mit einem CRPS zurückließ. Seitdem teils deutliche Einschränkungen, Therapie, Ärzte, teilweise heftige Medikation und Job oben 'drauf. Ich habe gelernt, damit bestmöglich umzugehen, obgleich ich bewegungstechnisch eingeschränkt bin und für diverse Dinge einfach Hilfe brauche.

Der "große" Sohn zieht nun mit Freundin nach München, um dort zu studieren. Wohnung nun zu groß und sie hätte auch gerne was im EG mit Balkon und so, also Umzug. Ich helfe natürlich, nehme Urlaub und kümmere mich wochenlang mit ihr um den Umzug, Aufbau der Küche, Einrichtung. Alles war jetzt eingespielt und bis auf ein paar immer noch herumstehende Kartons o.k.

Corona wird aktiv. Ich bin kein "Prepper", weiss aber diverse Dinge aus dem Bauch heraus und einschlägiger Erfahrung zu deuten und fühle mich in der Verantwortung so weit vorzusorgen, dass ich in meiner Wohnung eine "sichere", autarke Umgebung für uns (55 und 60-jährige) schaffe. Ich schlage vor, dem 20-jährigen und seiner Freundin die Wohnung zu überlassen (temporär bis sich die Lage halbwegs "normalisiert" hat) - sie kann bis auf weiteres zu mir in eine Umgebung, wo die Gefahren einer Infektion - auch insbesondere für mich mit hoher medizinischer Vorbelastung - minimiert sind.

Die Anwort: "Nein, das geht nicht - wer soll Markus denn die Brote für die Arbeit schmieren und seine Arbeitssachen waschen?"
Ich halte das erst einmal für einen Scherz und blicke verwundert. Nö - ist ihr Ernst.
Auch Markus stimmt mir zu und befürwortet den Schritt - schon deshalb, weil in einer anderen Abteilung seiner Firma jemand positiv getestet wurde und diese Nachbarabteilung schon unter Quarantäne steht.
Unis sind zu, Cafes auch. Jetzt kommen noch der ältere Sohn (mit Freundin) inmitten der Infektionswarnungen via mehrstündigem Zugaufenthalt nach Hause "weil ihnen in Berlin die Decke auf den Kopf fällt". Zuhause angekommen sind nun die Söhne gerne auch mit Kumpels unterwegs und auf Nachfrage hält meine Frau natürlich den notwendigen Abstand zu ihnen - 4-5 Leute auf 80 qm, 2 Schlafzimmern und einer Toilette (?).

Um es hier auch jetzt abzukürzen:
Wir können uns nicht mehr gegenseitig besuchen, denn das Infektionsrisiko ist zu hoch - es kann mich wirklich tödlich treffen. Ihr Vorschlag ist mit mir alle paar Tage mit Mundschutz und auf Distanz "Gassi zu gehen" und Lebensmittel / Medikation für mich einzukaufen. Ganz im Ernst, dass können mein Nachbar und mein lokales Netzwerk auch. Ich brauche keinen Pfleger, ich brauche heute meinen Partner.

Habe ich da in Sachen Partnerschaft oder Prioritäten etwas falsch verstanden? Die Kids sind in keiner unmittelbaren Gefahr. Ich fühle mich unsagbar traurig und allein gelassen. Meine Medikation verstärkt diese Gefühle noch.
Ich habe meine Familie, Eltern, Brüder, Schwestern seit 2010 ausnahmslos verloren. Sie hat eine große Familie, mit Schwester, Bruder, Vater und entsprechendem Anhang.
Ich habe auch Kinder, die teils verheiratet im Ausland leben. Ich bin mit ihnen natürlich im täglichen Kontakt und für Sie in einer bedrohlichen Situation sofort da, aber meine kranke Partnerin hätte hier absoluten und uneingeschränkten Vorrang.
Kann es sein, dass jemand, der noch nie allein genug war um einen Partner und dessen Liebe zu akzeptieren und zu erwidern, nicht in der Lage ist, das nachzuvollziehen?
Ticken Mütter und Väter da anders?
Oder muss ich einfach nach über 15 Jahren akzeptieren, dass Blut einfach dicker als Wasser ist?

Realitätscheck, bitte.

Vielen Dank vorab und bleibt sicher,

Bryan

21.03.2020 16:27 • 26.03.2020 #1


21 Antworten ↓


survivor3
Die Soehne deiner Partnerin sind erwachsene Maenner.
Aber trotzdem beiben sie im Gefuehl der Mutter/Vater immer ihr/e "Kind/er".
Versuche dich mit deiner Partnerin auszusprechen und die Beziehung zu erhalten,gerade jetzt sollte jeder geduldig und gespraechsbereit bleiben,weil die Dinge sich taeglich aendern koennen.

21.03.2020 16:35 • x 1 #2



Hallo life_of_bryan,

Partner wendet sich den eigenen Kindern zu

x 3#3


life_of_bryan
Zitat von survivor3:
Die Soehne deiner Partnerin sind erwachsene Maenner.Aber trotzdem beiben sie im Gefuehl der Mutter/Vater immer ihr/e "Kind/er".

Genau das wäre die Antwort auf meine Frage. Andere Rangordnung - unabhängig vom Alter.

Zitat von survivor3:
Versuche dich mit deiner Partnerin auszusprechen und die Beziehung zu erhalten,gerade jetzt sollte jeder geduldig und gespraechsbereit bleiben,weil die Dinge sich taeglich aendern koennen.

Das klingt rational, wird aber der Situation nicht wirklich gerecht.
Aus meiner Sicht ändert sich ja die Grundeinstellung bei anderen Rahmenbedingungen nicht. Wie krank muss ich sein oder werden, dass mein Partner mit der aus meinem Verständnis heraus angebrachten Rücksicht reagiert?

Ich passe jetzt erstmal auf mich auf.

Danke für deinen Input!

21.03.2020 18:25 • x 1 #3


Dore
Ja, für eine Mutter sind die Kinder das Wichtigste. ABER: Ein 20-jähriger kann alleine Brote schmieren und auch Wäsche waschen. Ich hatte meinem Sohn frühzeitig und pö á pö alle Dinge im Haushalt beigebracht, so dass seine Freundinnen mir immer dankbar waren, dass sie meinen Sohn nicht bemuttern mußten.
Hinzu kommt ja noch, dass Markus selbst mit deinem Lösungsvorschlag einverstanden war.

Was noch vor 30 - 50 Jahren undenkbar war, ist heute leider fast normal: Das kranke Partner alleine gelassen werden.

Da es Lösungen gibt, finde ich das Verhalten deiner Partnerin, vorsichtig ausgedrückt, nicht gut.
Wenn man jemanden liebt, ist man doch für ihn da. "In guten und in schlechten Zeiten" ...vor allen in schlechten Zeiten. Aber das ist nur meine Meinung. Ich habe auch nicht wirklich jemanden, der für mich da ist.

22.03.2020 13:02 • x 2 #4


life_of_bryan
Zitat von Dore:
Wenn man jemanden liebt, ist man doch für ihn da. "In guten und in schlechten Zeiten" ...vor allen in schlechten Zeiten. Aber das ist nur meine Meinung. Ich habe auch nicht wirklich jemanden, der für mich da ist.

Genau der Satz kam mir in den Sinn, als ich jetzt die Situation Revue passieren ließ. Ich kann das nur sehr entfernt nachvollziehen.

Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag, genieße den Sonnenschein!

22.03.2020 13:25 • x 1 #5


survivor3
Jede/r Mutter/Vater muss die Kinder irgendwann loslassen,damit sie ihren Platz in der Welt finden.
Sie dabei zu unterstuetzen ist richtig und normal.
Das gibt euch @life_of_bryan eine chance eure Ehe jetzt neu aufleben zu lassen.
Darueber reden ist wichtig,denn ggfs hat deine Frau sich noch nicht innerlich abgenabelt.
Das zeigt sich mir damit,dass sie weiterhin glaubt ohne Fruehstuecks-/Waeschedienst kaemen ihre Soehne nicht klar.
Andere bezeichnen das auch gerne als "Hotel Mama".

Da muss man durch,es gibt ein Leben "danach".
Alles Gute

22.03.2020 15:21 • x 3 #6


life_of_bryan
Zitat von survivor3:
Andere bezeichnen das auch gerne als "Hotel Mama".

Das Schild hängt tatsächlich im Flur. Das muss ich mal beim Psychologen ansprechen.

Dir und euch noch einen schönen Restsonntag.

Bleibt sicher.

22.03.2020 21:05 • x 1 #7


FeuerWasser
Zitat von life_of_bryan:
Die Anwort: "Nein, das geht nicht - wer soll Markus denn die Brote für die Arbeit schmieren und seine Arbeitssachen waschen?"

Wer einem 20-jährigen täglich die Brote schmieren- und die Hosen waschen muss der hat a) nicht gelernt loszulassen, b) schadet man sich damit nicht nur selbst sondern auch dem "Kind". Der lernt nicht selbständig zu werden und wird dasselbe irgendwann von seiner Partnerin erwarten. Ich habe einen solchen Mann der aus einer überbehüteten Familie kommt, dessen Mutter sich für ihre 3 Söhne bis heute querlegt, am liebsten würde sie auch heute noch jedes WE mit dem Putzkübel vor der Tür stehen. Das geht einfach nicht.


Zitat von life_of_bryan:
Jetzt kommen noch der ältere Sohn (mit Freundin) inmitten der Infektionswarnungen via mehrstündigem Zugaufenthalt nach Hause "weil ihnen in Berlin die Decke auf den Kopf fällt". Zuhause angekommen sind nun die Söhne gerne auch mit Kumpels unterwegs und auf Nachfrage hält meine Frau natürlich den notwendigen Abstand zu ihnen - 4-5 Leute auf 80 qm, 2 Schlafzimmern und einer Toilette (?).

Ich würde in der Situation ausdrücklich darauf hinweisen, dass die aktuelle Situation im Land keine Lustige ist, und kein Grund für eine Ausfahrt, weil einem die Decke auf dem Kopf fällt. Wir haben Ausgangssperre, mir fällt auch die Decke auf den Kopf und habe seit 10 Tagen weder Freunde noch Eltern gesehen. Das ist halt so wie es ist.

Für mich liest sich das nicht nach 2 Menschen die seit 11 Jahren verheiratet sind und ein eingespieltes Team sondern mehr wie eine Freundschaft mit Vorzügen. Die Priorität haben ihre erwachsenen Kinder. Ich lese kein WIR im Sinne von "Mein Ehemann und Ich" sondern ein WIR im Sinne "Ich und meine Kinder".

Ich habe einen befreundete Psychotherapeuten der lebt mit seiner Frau ein ähnliches Modell. Die haben getrennte Wohnungen aber im gleichen Haus, auf demselben Stock. Für die passt das wunderbar. Ich persönlich könnte mir das nicht vorstellen und ich tu mir schwer mir vorzustellen, wie man auf diese Art ein Eheleben führt. Jeder hat seinen Rückzugsbereich, kann in seiner Wohnung die Tür schließen wenn es miteinander schwierig wird. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Es wird sicher ein Vorteil sein, wie du schreibst, dass es zB keinen Streit über die Zahnpasta gibt aber macht nicht das auch ein Zusammenleben aus? Die Konfrontation miteinander und Kompromisse finden? Würde ich mit meinem Mann schon über die Zahnpasta regelmäßig streiten dann hätten wir mutmaßlich nie geheiratet. Es ist auch einfacher eine Beziehung auf Distanz zu führen als miteinander in einem Haushalt. Vielleicht macht genau dieses Modell eure Ist-Situation aus oder trägt zumindest seinen Teil dazu bei. Im Grunde ist jeder für sich und so verhält sich deine Frau auch.

23.03.2020 12:12 • x 3 #8


life_of_bryan
Zitat von FeuerWasser:
Wer einem 20-jährigen täglich die Brote schmieren- und die Hosen waschen muss der hat a) nicht gelernt loszulassen, b) schadet man sich damit nicht nur selbst sondern auch dem "Kind". Der lernt nicht selbständig zu werden und wird dasselbe irgendwann von seiner Partnerin erwarten.

Da bin ich bei dir.

Zitat von FeuerWasser:
Ich habe einen solchen Mann der aus einer überbehüteten Familie kommt, dessen Mutter sich für ihre 3 Söhne bis heute querlegt, am liebsten würde sie auch heute noch jedes WE mit dem Putzkübel vor der Tür stehen. Das geht einfach nicht.

Völlig korrekt. Dennoch ein reales Problem, mit dem man ja umgehen muss.

Zitat von FeuerWasser:
Ich würde in der Situation ausdrücklich darauf hinweisen, dass die aktuelle Situation im Land keine Lustige ist, und kein Grund für eine Ausfahrt, weil einem die Decke auf dem Kopf fällt. Wir haben Ausgangssperre, mir fällt auch die Decke auf den Kopf und habe seit 10 Tagen weder Freunde noch Eltern gesehen. Das ist halt so wie es ist.

Darauf habe ich schon hingewiesen, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Mama den Sohn nicht wieder auf Bahnreise nach Berlin schicken wird. Das geht leider genauso wenig - auch wenn man da gerne konsequenter sein würde.

Zitat von FeuerWasser:
Für mich liest sich das nicht nach 2 Menschen die seit 11 Jahren verheiratet sind und ein eingespieltes Team sondern mehr wie eine Freundschaft mit Vorzügen. Die Priorität haben ihre erwachsenen Kinder. Ich lese kein WIR im Sinne von "Mein Ehemann und Ich" sondern ein WIR im Sinne "Ich und meine Kinder".

Das scheint in Patchwork-Familien - zumindest aus diversen Diskussionen im Freundes- und Bekanntenkreis - ein nicht unbekanntes Phänomen zu sein. Und das anscheinend auch recht unabhängig davon, ob man eine Wohnung teilt oder nicht.

Zitat von FeuerWasser:
Ich habe einen befreundete Psychotherapeuten der lebt mit seiner Frau ein ähnliches Modell. Die haben getrennte Wohnungen aber im gleichen Haus, auf demselben Stock. Für die passt das wunderbar. Ich persönlich könnte mir das nicht vorstellen und ich tu mir schwer mir vorzustellen, wie man auf diese Art ein Eheleben führt. Jeder hat seinen Rückzugsbereich, kann in seiner Wohnung die Tür schließen wenn es miteinander schwierig wird. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Es wird sicher ein Vorteil sein, wie du schreibst, dass es zB keinen Streit über die Zahnpasta gibt aber macht nicht das auch ein Zusammenleben aus? Die Konfrontation miteinander und Kompromisse finden? Würde ich mit meinem Mann schon über die Zahnpasta regelmäßig streiten dann hätten wir mutmaßlich nie geheiratet. Es ist auch einfacher eine Beziehung auf Distanz zu führen als miteinander in einem Haushalt. Vielleicht macht genau dieses Modell eure Ist-Situation aus oder trägt zumindest seinen Teil dazu bei. Im Grunde ist jeder für sich und so verhält sich deine Frau auch.

Zunächst ist ja das, was sich gut anfühlt, zunächst auch einmal so. Und nö, Konfrontation gibt es auch so ab und zu - ich bin aber aus dem Alter heraus, wo man alles irgendwie "aushalten" muss. Wieso darf man da nicht die Tür schließen, wenn man einfach mal die Faxen dick hat? Beide ziehen sich zurück, machen eine interne Bestandsaufnahme und setzen sich danach wesentlich entspannter zusammen zwecks Lösung oder Kompromiss. In solchen Situationen in unmittelbarer Nähe voneinander zu sein - pack' da noch eine Prise "Altersstarrsinn" 'rein, dann liest man über solche Beziehungsdramen auch mal in der Bildzeitung.
Gerne höre ich da auch immer diesen Spruch der jüngeren Generation, dass man da "aneinader wachsen" soll. Ich bin vor dem Berliner Mauerbau geboren und habe auch den Abriss erlebt, danke, genug Wachstum und Lebenserfahrung hier.
Jeder ist zunächst einmal für sich zuständig und darf sich auf die gemeinsame Zeit mit dem anderen freuen. Darüber haben wir uns auch ausgiebig in Gesprächen verständigt. Und was in insgesamt um die 16 Jahre so geklappt hat, muss ja nicht grundsätzlich verkehrt gewesen sein.
Meine ursprüngliche Frage ging aber eher in die Richtung, ob Blut nun immer dicker als Wasser ist.
Und das scheint für Patchworkfamilien bei fundamentalen Meinungsverschiedenheiten durchaus so zu sein.
Ich bin jetzt auch nicht der Hypochonder, der sich nur über seine Leiden definiert. Ich komme i.d.R. zurecht. Vielleicht sollte ich mehr jammern, um wahrgenommen zu werden? Nee...

Ich danke dir aber ausdrücklich für deine Zeilen und deine Meinung zum Thema!
Bleib sicher.

24.03.2020 01:58 • x 1 #9


FeuerWasser
Zitat von life_of_bryan:
Gerne höre ich da auch immer diesen Spruch der jüngeren Generation, dass man da "aneinader wachsen" soll. Ich bin vor dem Berliner Mauerbau geboren und habe auch den Abriss erlebt, danke, genug Wachstum und Lebenserfahrung hier.

Dazu muss ich dir ganz ehrlich sagen: wenn du so lebenserfahren und abgeklärt bist dann hättest du deine genannten Probleme nicht oder? Dann wüsstest du ja wie der Hase läuft.
"und setzen sich danach wesentlich entspannter zusammen zwecks Lösung oder Kompromiss." - warum konntet ihr bis dato noch nicht entspannt eine Lösung sowie einen Kompromiss finden, dass es jetzt ein Laienportal und die Meinung Fremder braucht?

Versteh mich bitte nicht falsch, ich meine das nicht böse aber es ist offensichtlich, dass irgendwas nicht so entspannt läuft wenn es solche Schwierigkeiten gibt.
Es ist nicht alles gut was die ältere Generation macht und nicht alles schlecht was eine jüngere Generation macht. Ich bin ebenfalls 11 Jahre verheiratet und 13 Jahre mit meinem Partner zusammen und wenn das funktioniert scheinen wir ja irgendwas richtig zu machen.
Das ist hier kein Kräftemessen der Generationen sondern du wendest dich an uns für einen Ratschlag.

Du nimmst dir eine Antwort auf deine Frage schon selbst vorweg die nämlich lautet: "Und das scheint für Patchworkfamilien bei fundamentalen Meinungsverschiedenheiten durchaus so zu sein." - und nun? Ist deine Erkenntnis ausreichend, dass euer "Problem" damit geklärt ist? Wenn ja, freut es mich für dich und wünsche dir nur das Beste. Wenn nicht, wünsche ich dir, dass du das Problem vllt. aus einem kritischeren Blickwinkel betrachten kannst.

Alles Gute für euch!

24.03.2020 11:15 • x 1 #10


survivor3
Zitat:
Meine ursprüngliche Frage ging aber eher in die Richtung, ob Blut nun immer dicker als Wasser ist.


Ich glaube, dass ist den Menschen in die Wiege gelegt,dass man zu seiner Familie,den Kindern haelt .Das ist nunmal die unmittelbare Familie.MMn gehoert aber auch der Ehepartner dazu.
Ich finde es uebrigens gar nicht verwerflich,dass ihr getrennte Wohnungen o auch mal Schlafzimmer habt.
Das kann die Beziehung auch entlasten ,wenn zB einer stark schnarcht oder aber beide einen ganz anderen Tagesrythmus haben.
Das muss nichts ueber die Qualitaet einer Beziehung aussagen,im Gegenteil,man kennt sich und seine Eigenschaften und respektiert die auch bei seinem Partner/Partnerin.

Ich denke ,du solltest mit deiner Frau im Gespraech bleiben und ich druecke dir die Daumen,dass die Lage sich bei euch wieder entspannt....

24.03.2020 15:04 • x 2 #11


life_of_bryan
Zitat von survivor3:
Ich glaube, dass ist den Menschen in die Wiege gelegt,dass man zu seiner Familie,den Kindern haelt .Das ist nunmal die unmittelbare Familie.MMn gehoert aber auch der Ehepartner dazu.Ich finde es uebrigens gar nicht verwerflich,dass ihr getrennte Wohnungen o auch mal Schlafzimmer habt.Das kann die Beziehung auch entlasten ,wenn zB einer stark schnarcht oder aber beide einen ganz anderen Tagesrythmus haben.Das muss nichts ueber die Qualitaet einer Beziehung aussagen,im Gegenteil,man kennt sich und seine Eigenschaften und respektiert die auch bei seinem Partner/Partnerin.Ich denke ,du solltest mit deiner Frau im Gespraech bleiben und ich druecke dir die Daumen,dass die Lage sich bei euch wieder entspannt....

Vielen Dank für deine Zeilen.
Ich denke, das hat sich nun erledigt. Das Verständnis, was ich meiner Frau vor Tagen mit Ihrer Nähe zu den Kids eingeräumt habe, wurde soeben über WhatsApp Video wie folgt verstanden: Nun sei Markus' Freundin quasi auch dort eingezogen und jetzt sind wirklich alle angekommen. Aber man hält ja natürlich weiterhin Abstand zueinander in der kleinen Wohnung. Eine einzige Toilette ist ja auch kein Problem. Auf die 3 80-90-jährigen Nachbarn im Haus braucht man auch keine Rücksicht zu üben - denen passiert schon nichts. Und WIR begegnen uns alle paar Tage mit Mundschutz und Handschuhen auf der Parkbank in sicheren ein Meter fünfzig. Nur heute natürlich nicht, weil alle sehr beschäftigt waren. Ich höre gerade "The cats in the cradle" - klingt heute irgendwie vertraut.

Es ist völlig zwecklos, hier an den Verstand zu appellieren, im kritischen Gespräch ist KEINERLEI Einsicht erkennbar - im Bezug auf Ihre Bedürfnisse als Mutter oder die Bequemlichkeit der Kinder im Hotel Mama sind sämtliche Regeln ausgehebelt.

Ich ziehe jetzt die Reißleine - 16 Jahre hin oder her.
Ich bin unsagbar traurig, menschlich enttäuscht und spüre seit Tagen nur noch eine unterschwellige Wut - und das muss aufhören.
Blut darf dicker als Wasser sein. Aber ich nehme mal an dieser Veranstaltung nicht mehr teil. Und ja, das tut sehr, sehr weh.
Danke nochmals.

25.03.2020 00:20 • x 1 #12


survivor3
Also,wenn die Corona-Krise eure Ehe jetzt auf eine besondere Probe stellt,dann muss das nicht das Ende der Ehe sein,das kann durchaus der momentanen Situation zur Last gelegt werden.
Viele Menschen legen im Moment ein anderes Verhalten an den Tag,aus Ueberforderung und der eigenen/allgemeinen Unsicherheit ,wie es weitergeht.

Wenn du aber von deiner Frau Hilfestellung fuer taegliche Dinge brauchst,hast du ihr das denn klar gesagt?

25.03.2020 01:24 • #13


Denke das Problem ist, für dich ist dieser Virus eine Krise die eine riesengroße Bedrohung und Ängste in dir auslöst.
Fuer deine Frau ist es offensichtlich nicht so eine Krise, weil sie ja auch nicht gesundheitlich in deiner Situation ist.
Die Frage die sich stellt ist denke ich nicht ob Sie nun bei den Kindern ist oder bei dir, ich habe selber eine Tochter. Die Frage ist doch, wo ist die Frau in dem Moment wo du sie (aus deinem Befinden heraus) am Meisten brauchst.
Sicher könnte man einen Kompromiss finden, und die Brote sind es sicher auch nicht, warum sie nun nicht bei dir ist... Wie ich das lese, für dich wäre es eine Selbstverständlichkeit bei ihr zu sein wenn sie dich brauchen wuerde. Und die Kinder brauchen sie gerade ja nicht wirklich wenn sie noch happy Laune feiern können... Da können sie wohl die Brote mal alleine schmieren... Ich denke diese Frau hat eine völlig andere Einstellung dazu was Liebe ist und worauf es ankommt.
Ich finde einen Mensch alleine zu lassen in so einer Situation wie jetzt gerade mit dem Corona, wenn er einen am meisten braucht, ein no go.

Vielleicht hat diese Erkenntnis auch was Gutes, so dass du diese Beziehung überdenken kannst du vielleicht einen Menschen findest der deine Ängste ernst nimmt und da ist wenn man ihn braucht. der wenn du mit 100 auf der Couch liegst und reden willst, einfach da ist und zuhört.

Alles Liebe

25.03.2020 01:26 • x 2 #14


Akinom
Nee ich denke da liegt schon länger was im Argen ,sonst wâre der Umgang miteinander nicht so fremd,sorry meine Meinung

25.03.2020 01:31 • x 3 #15


survivor3
Hallo und Willkommen im Forum @Jemandhalt

25.03.2020 02:00 • x 2 #16


life_of_bryan
Zitat von Jemandhalt:
Denke das Problem ist, für dich ist dieser Virus eine Krise die eine riesengroße Bedrohung und Ängste in dir auslöst.

Naja, ich bin medizinisch vorbelastet, in der Altersgruppe und durch meine derzeitige Medikation immungeschwächt. Ich zähle mich so zu den direkt lebensbedrohten Gruppe - meine Hausärztin sieht das genauso. Angst vor dem Sterben habe ich nicht mehr. Aber habe ich Licht am Auto und fahre nachts auf der Landstraße, dann schalte ich es ein. Ich tue das Möglichste, um ein Risiko für mich und andere auszuschliessen. Ein Leben zu erhalten erscheint mir wichtig - auch wenn es in diesem Fal nur mein eigenes ist.

Zitat von Jemandhalt:
Ich denke diese Frau hat eine völlig andere Einstellung dazu was Liebe ist und worauf es ankommt.
Ich finde einen Mensch alleine zu lassen in so einer Situation wie jetzt gerade mit dem Corona, wenn er einen am meisten braucht, ein no go.

Ich habe meinen Stellenwert hier erkannt.

Zitat von Jemandhalt:
Vielleicht hat diese Erkenntnis auch was Gutes, so dass du diese Beziehung überdenken kannst du vielleicht einen Menschen findest der deine Ängste ernst nimmt und da ist wenn man ihn braucht. der wenn du mit 100 auf der Couch liegst und reden willst, einfach da ist und zuhört.

Ich möchte das nicht falsch verstehen wissen. Ich bin kein Hypochonder, war niemals wehleidig und brauche niemanden, der mir permanent über den Kopf fährt und versichert, "...dass alles gut wird". Ich habe aber anscheinend ein abweichendes Verständnis von Partnerschaft und Verantwortungsbewusstsein dem Partner gegenüber. Die Nähe ist wichtig.

Danke für deine Zeilen. Bleib' sicher.

25.03.2020 11:40 • #17


Ich denke nicht dass du ein Hypochonder bist, absolut nicht. Ich bin 30 Jahre alt und habe eine 6jahrige Tochter die nur mich hat.. und bin auch vorerkrankt... Ich bin exakt in der selben Situation, meine Freundin mit der ich 2,5 Jahre zusammen bin hat sich auch entschlossen lieber bei den Kindern zu bleiben die schon volljährig sind und nicht krank. Darum habe ich das geschrieben... Weil ich sehr gut deine Ängste verstehe.... Alles Liebe

25.03.2020 12:03 • x 1 #18


Darcyless
Ich kann deine Wut und Enttäuschung sehr gut nachvollziehen und bin ganz der Meinung aller anderen, dass es ein NO GO ist, jemanden der sogar noch der Risikogruppe angehört, und der langjährige geliebte Partner ist, in so einer Krise allein zu lassen - indiskutabel.

Nur eine Sache möchte ich noch einwerfen. Bei Paaren scheitert oft Vieles an der Kommunikation, daher meine Frage, ob du ihr klar kommuniziert hast, dass du sie emotional grade brauchst, ihre Nähe brauchst, das Bedürfnis hast dass sie bei dir ist? Weiß sie, welches Leid sie dir damit zufügt, indem sie dich in dieser Situation allein lässt und lieber Brote für ihre erwachsenen Kinder schmiert? Du wirkst auf mich sehr "taff". Ich könnte mir vorstellen dass du jemand bist der nicht all zu offen Gefühle / insbesondere Schwäche zeigt. Nur um die Möglichkeit noch zu beleuchten dass sie sich evtl nicht ganz über deinen momentanen Zustand im Klaren ist und denkt, du würdest gut allein klarkommen [was sie von ihren Kindern wohl nicht denkt]

25.03.2020 23:19 • x 1 #19


life_of_bryan
Zitat von Darcyless:
Ich kann deine Wut und Enttäuschung sehr gut nachvollziehen und bin ganz der Meinung aller anderen, dass es ein NO GO ist, jemanden der sogar noch der Risikogruppe angehört, und der langjährige geliebte Partner ist, in so einer Krise allein zu lassen - indiskutabel.

Da denke ich genauso.
Zitat von Darcyless:
Nur eine Sache möchte ich noch einwerfen. Bei Paaren scheitert oft Vieles an der Kommunikation, daher meine Frage, ob du ihr klar kommuniziert hast, dass du sie emotional grade brauchst, ihre Nähe brauchst, das Bedürfnis hast dass sie bei dir ist? Weiß sie, welches Leid sie dir damit zufügt, indem sie dich in dieser Situation allein lässt und lieber Brote für ihre erwachsenen Kinder schmiert?

Ich denke, dass ich das klar genug und direkt kommuniziert habe. Ich habe auch den Eindruck, dass dies auch eine Art Kräftemessen mit mir darstellt nach dem Motto: "...du weißt nicht immer alles besser". Ich entscheide Dinge i.d.R. sachlich und nach Fakten gesteuert. Das bedeutet nicht, dass ich mich deshalb weniger emotional einschätze - lediglich, dass ich in Stresssituationen eher einen "kühleren" Kopf behalten habe. Das hat schon des Öfteren diesen Spruch ausgelöst. Sie will vielleicht nur erleben, dass ich hier mit der Einschätzung der Risiken komplett falsch liege.

Zitat von Darcyless:
Du wirkst auf mich sehr "taff". Ich könnte mir vorstellen dass du jemand bist der nicht all zu offen Gefühle / insbesondere Schwäche zeigt. Nur um die Möglichkeit noch zu beleuchten dass sie sich evtl nicht ganz über deinen momentanen Zustand im Klaren ist und denkt, du würdest gut allein klarkommen [was sie von ihren Kindern wohl nicht denkt]

Naja, so, wie ich das oben beschrieben glaube ich in Extremsituationen eher abgeklärt zu sein. Im täglichen Leben bin ich schon leidenschaftlich, sehr begeisterungsfähig und eher der Pausenclown. Muss ich auch sein - ich coache diverse Berufsgruppen.
Als "Taff" sehe ich mich eigentlich nicht. Konsequent passt da vielleicht eher? Kann man für sich aber immer schlecht einordnen.
Ich thematisiere meine Einschränkungen mit ihr nicht minütlich, aber sie ja die Klinikaufenthalte miterlebt und weiß, zu was ich körperlich fähig bin und zu was nicht.

Vielen Dank auch für deine Zeilen - ich lese alles sehr aufmerksam und es hilft mir!

Bleib' sicher.

26.03.2020 00:18 • x 1 #20




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