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20

F

Florence
Mitglied

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Hallo,
ich mache jetzt ca. ein Jahr lang eine Therapie.
Als ich meinen Therapeuten das erste Mal sah, war er mir sofort sehr sympathisch.
Er hat etwa mein Alter, ist sehr nett, sehr einfühlsam und sehr , wirklich sehr geduldig.
Ich denke mal, dass er auch ein sehr guter Therapeut ist. Erfahrungen mit anderen habe ich aber nicht. Ist meine erste Therapie.
Er hat von Anfang an auf mich eine Anziehung ausgeübt. Dieses Gefühl habe ich bewusst zugelassen. Nur wegen ihm bin ich immer wieder in meine Angstsituationen eingestiegen. Wer weiss, ob ich sonst den Mut aufgebracht hätte.
Einmal habe ich in einer Therapiestunde angedeutet , dass er mir zu nahe wäre. Er hat mir zugeredet, dass ich es zulassen soll. Ihn gedanklich ruhig zur Hilfe nehmen darf.

Ich merke aber, dass ich viel zu viel an ihn denke. Ich will das gar nicht.
Im Internet lese ich viel über Übertragungsliebe. Bestimmt falle ich auch in diese Kathegorie. Weiss aber gar nicht was ich übertrage?
In einigen Beiträgen wird dazu geraten es dem Therapeuten unbedingt zu sagen. In anderen wird davon abgeraten.
Den Mut dazu hab ich eh nicht!
Wann geht dieses Gefühl endlich wieder weg? Wie kann man es beenden?

Kennt sich jemand damit aus?

07.03.2019 #1


53 Antworten ↓
A

abirel
Gast

Zitat von CatCha:
Selbst Jahre nach dem professionellen Rahmen darf eine Beziehung nicht stattfinden. Irgendwie finde ich das ziemlich traurig, dass es in dieser Hinsicht nur den Ausweg ins Nichts gibt.


Ich bin kein Jurist, aber soviel ich weiß, gilt das Verbot nicht bis zum Lebensende. Smile

Klar kann das traurig sein. Andererseits sollte man auch einsehen, dass der Mensch, der in Behandlung ist, oft starke bis sehr starke, unbefriedigte Bedürfnisse aus seiner Kindheit mit in die Therapie bringt.
Dass er/sie dann bewusst oder unbewusst hofft/erwartet, dass diese Bedürfnisse befriedigt werden, ist geradezu natürlich in einer Therapie.

Nicht in Ordnung ist es aber, wenn auch der Therapeut Unbewältigtes, das er in und mit sich trägt, in die Therapie bringt und dann auch nicht darüber reflektiert und sich nicht Rechenschaft gibt.
Schließlich gibt es auch die Möglichkeit einer Supervision durch einen Kollegen oder eine Kollegin.
Er ist derjenige, der Verantwortung übernimmt - eine Weile auch für den Menschen, der zu ihm in die Behandlung kommt.

Natürlich ist ein Therapeut nicht der vollkommenste Mensch der Welt.
Aber er muss sich selbst Rechenschaft geben, für das, was er tut. Er trägt Verantwortung.
Der Mensch hingegen, der zu ihm kommt, ist oft über eine längere Phase teilweise von ihm abhängig, braucht ihn.
Hier besteht kein Gleichgewicht.

04.11.2017 16:47 • x 3 #45


Zum Beitrag im Thema ↓

A


In Therapeuten verliebt?

x 3


S

Sternenfänger
Mitglied

Beiträge:
2
Mitglied seit:
Hallo zusammen,

ich weiß ja nicht, ob sich der Thread für euch jetzt wieder erledigt hat. Wenn nicht, würde ich auch noch gerne meinen Senf dazu geben Very Happy
Ich bin auch seit ein einhalb Jahren in einer Verhaltenstherapie und ich bin auch davon überzeugt, den absoluten Glücksgriff mit meiner Therapeutin gemacht zu haben. Am Anfang ging es dabei auch "nur" um meine Angststörung, dann später noch so um dies und jenes und weitere mehr oder minder große Baustellen. Es war von Anfang an so, dass wir einen sehr guten Draht zu einander hatten, da wir auch einen recht ähnlichen Humor teilen. Sie ist so witzig, so einfühlsam und hilft mir durch jeden Mist, der mich begleitet und interessiert sich sehr für mein Wohl. Nach einem halben Jahr stellte sich bei mir auch das Gefühl ein, mich in sie verliebt zu haben, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt auch in einer festen und hauptsächlich glücklichen Beziehung war. Das hat mich umgehauen, weil ich es nicht verstanden habe und nicht einordnen konnte.. Von dort an begann der erdrückende Zustand, den du, Florence, auch beschreibst: ich habe mich durch die Wochen gewartet und es war eine Mischung aus Grauen und euphorisierender Vorfreude. Mittlerweile ist es so, dass ich immer noch den Eindruck habe, dass ich verliebt bin. Ich merke aber ganz deutlich, wie sehr mir diese Liebe in der Therapie hilft, weil sie mich anspornt und mir die Energie gibt, die ich benötige. Ich genieße diese Sitzungen mehr als alles andere, weil ich diese tiefe Verbundenheit genieße. Ich weiß ganz genau, dass meine Liebe eher weniger mit sexuellem Verlangen zu tun hat und ich habe mich auch lange gefragt, ob es nicht besser wäre, die Karten auf den Tisch zu legen, als "heimlich" (denn wie heimlich kann so etwas schon sein? Sie liest mich auch in übrigen Belangen wie ein weit geöffnetes Buch) verliebt zu sein. Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden und genieße das Gefühl, das ich bei ihr habe. Sie kompensiert momentan ein Manko, dass sich schon sehr lange durch mein Leben zieht, und das ist okay so! Ich bin fest davon überzeugt, dass, wenn der Zeitpunkt der Beendung meiner Therapie gekommen ist, eine andere Person (oder vielleicht sogar ich selbst!) diesen Posten übernehmen werde. Denn du gehst ja erst, wenn du auch bereit dazu bist. Dass du dich so fühlst, wie du dich fühlst, zeigt doch nur, dass es voran geht und du dich bei deinem Therapeuten wohl fühlst. Smile Ich versuche "einfach", den Zustand, in dem ich mich befinde, nicht zu viel zu zerdenken.. Smile

Liebe Grüße!

28.11.2013 15:29 • x 1 #21


Zum Beitrag im Thema ↓


kalina
Es passiert sehr häufig, dass man sich in den Therapeuten/Therapeutin verliebt.

Ist mir auch schon mal passiert. Gibt sich wieder; bestes Gegenmittel: sich in einen realen Partner verlieben.

Denn Dein Therapeut ist nicht wirklich als Mensch und Mann so, wie er als Therapeut ist. Er übt seinen Beruf aus und muss achtsam,

geduldig, verständnisvoll, auf Dich konzentriert sein. Ist sein Job!

Glaub mir, er wäre als Partner völlig anders.

Du musst Dir bewusst machen, dass Deine Gefühle nur Teil der Therapie sind.

x 2 #2


M
An deiner Stelle würde ich es ihm nicht jetzt schon sagen.
Du hast erkannt dass es eine postive Übertragung auf den Therapeuten ist. Woher diese Übertragung kommt hat die liebe kalina schon sehr schön beschrieben.

Als Partner ist der Therapeut sicherlich anders als in seinem Beruf.
Sind bei mir auch Welten dazwischen Smile
Meine Patienten sehen mich auch als vollkommen andere Person als ich bin in dieser Hinsicht.
Aber wie gesagt, es ist eben der Job.

Sehr positiv finde ich, dass du die Situation so nüchtern und realistisch, ohne rosa Brille, bewerten kannst!
Das freut mich sehr für dich

x 1 #3


F
Danke für die Hilfe kalina und malory.

Bist du eine Therapeutin malory? Wenn ja, wie kommt man auf der "anderen Seite" damit klar, dass die Leute jeden Tag ihre Seelenqualen bei dir dalassen? Ich könnte das im Leben nicht.

Nächsten Dienstag habe ich wieder eine Stunde. Ich sehn mich einerseits nach den Stunden und dann wieder will ich gar nicht hin. Ist jedesmal danach wieder schlimmer und flaut dann nach einiger Zeit wieder ab. Ich mein dieses Sehnen und Tagträumen nach meinem Therapeuten.
Ich will! mich auf meine Angststörung konzentrieren. Die will ich weghaben und kein neues Problem dazu!
Also realistisch sein. Er ist als Mann ganz anders!

Wie war das:
Wohlan denn,
Herz
Nimm Abschied.... und gesunde

x 1 #4


M
Ja ich bin Therapeutin Smile
das ist komisch damit klar zu kommen....
vor allem dass die Patienten denken man bekommt alles auf die Reihe, dabei ist es gar nicht so.
Mein Fachgebiet ist die Psychiatrie und dadurch dass ich eben auch die andere Seite kenne kann ich mich sehr gut in meine Patienten einfühlen....Wie es ihnen geht und wie sie die Welt sehen.
Aber es ist schon komisch, gerade wenn man eine Gruppentherapie hält und alle denken man ist der Guru, und in Wirklichkeit geht es einem selbst nicht anders als den Patienten.
Dann kommen immer die Kommentare "Frau K. ich fühle mich von ihnen so verstanden" ja kein Wunder, ich kenne mich in den Abgründen der Seele selbst aus.
Wenn ich nur anwenden könnte was ich anderen Menschen rate wäre ich gesund.
Es ist aber auch schön zu sehen dass meine Patienten durch mich Hoffnung schöpfen und Trost erfahren...Sowie Linderung.
Mittlerweile weiß ich dass das meine Lebensaufgabe auf dieser Welt ist
Darum bin ich so gemacht worden wie ich bin, damit ich anderen helfen kann. Mir selbsts zu helfen ist da weit schwieriger.

Dieses Phänomen kenne ich auch von vielen befreundeten Therapeuten, die haben selbst ein großes Päckchen mit sich zu tragen.
Darum hat Forrest Gump so schön gesagt "das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man kriegt"
Heute weiß ich das stimmt. Viele Patienten denken dass ich den ultimativen Durchblick habe und es mir gut geht.
Die Wahrheit sieht leider anders aus.
Ich weiß selbst nicht wohin mit mir, auch wenn ich anderen Leuten helfen kann. Mir kann ich es oft nicht


Mich hat das Zitat von Hermann Hesse sehr berührt.
Denn so ist es, das Herz muss Abschied nehmen, so kann es gesunden. Das habe ich mittlerweile gelernt.
Keiner ist gut oder böse, falsch oder ehrlich....Wir sind alle eins. Und jeder ist Teil des Ganzen.

Das Zitat kommt am Ende vom Lied "Auf das Leben" von Jupiter Jones, hab es neulich gehört als ich ernüchtert und traurig, sogar verzweifelt an einem schönen, warmen Tag mit dem Hund allein und einsam am Fluss spazieren geganen bin. Ich hab mich dann auf eine Bank gesetzt und geweint.....Am Ende kam dieser Satz und ich musste noch mehr weinen....Weil es wahr ist.

Der Abschied des Herzens ist der Weg zur Genesung.

#5


kalina
Warum ist der Abschied des Herzens der Weg zur Genesung?


Das verstehe ich nicht.

#6


F
Das ist echt heftig malory.
Ja man vergisst leicht, dass Therapeuten genauso Sorgen und Probleme haben wie der Rest der Menschen. Muss ich gleich bisschen trösten Trost
Gehst du dann eigentlich selber auch zu einem Therapeuten/in um dir helfen zu lassen?
Darf ich fragen , was du für Probleme hast?

Ich hab ja auch einen Hund mit dem ich sehr viel spazieren gehe, aber geweint habe ich mit dem noch nicht. Also muss der Kummer schon groß sein. Crying or Very sad

#7


M
@Kalina:
wenn das Herz Abschied nimmt von Dingen die belasten und nicht gut tun kann das Herz gesund werden, daran glaube ich.
Ich habe oft und schon sehr lange das Gefühl dass meine Seele krank ist weil ich nicht loslassen kann was mich bedrückt.


@Florence: danke dir! hatte schon die letzten 10 Jahre eigendlich durchgehend Therapie aber das hat mir null gebracht glaube ich. Wirklich etwas besser fühle ich mich erst seit ich mir vorgenommen habe los zu lassen was mich bedrückt....
Oft denke ich dass ich durch das Loslassen in der Lage bin mich selbst mehr zu lieben,

manchmal glaube ich wir sind alle nicht gesund weil es uns an Selbstliebe mangelt.

Wie geht es dir jetzt damit wo du dir vorgenommen hast dich vom Schwärmen für ihn zu distanzieren?

#8


F
Hab mich am Samstag wieder meiner Angst stellen müssen.
Wenn ich mir da im Kopf nicht meinen Therapeuten zur Hilfe nehme, schaffe ich es nicht.

Und zack ist er wieder voll drin. Träum von ihm und stell mir alles mögliche vor.
stirnrunzeln

Wie soll ich den je loskriegen?

#9


M
vielleicht wäre es für deinen Therapieverlauf von Vorteil wenn du dir einen anderen Therapeuten suchen würdest.
Vielleicht eine Frau?
Du kannst dich ja sonst gar nicht voll und ganz auf die Therapie deiner Ängste konzentrieren wenn du für den Therapeuten Gefühle hast.

So wird die Therapie in den Hintergrund treten.

lg

#10


F
Hi malory,

ich kann nicht wechseln!
Ich wohne auf dem Land und mußte auf diese Therapie über ein Jahr warten.

Aber heute war wieder eine Stunde.
Hab ihn mir wirklich genau angesehen.
Er ist nett und ich fühl mich wohl bei ihm. Ich spüre er ist auf meiner Seite.
Und das brauche ich. Jedesmal wenn ich eine Therapiestunde hatte, fühle ich mich stark und mutig .
Wir haben heute gemeinsam beschlossen meine Therapie um 20 Stunden zu verlängern. Ich bin das wert und er macht das gerne für mich. Hat er gesagt!
Das tut so gut.
Aber es ist sein Job. Und er macht auch wirklich keinerlei Andeutungen, daß da irgendwie mehr wäre.
Bin vielleicht doch nicht verliebt.
Hab einfach nur den für mich perfekten Therapeuten gefunden.
Hoffentlich schaffe ich mit seiner Hilfe mein Ziel!

#11


Dubist
Florence, das wär doch mal eine wunderbare gelegenheit zu fragen ob er verheiratet ist so nebnbei und über Männer allgemein mal zu quatschen, vielleicht kann er dir da helfen, schließlich ist er ein Mann und noch dazu Fachmann!
Deine Chance.
Und den perfekten Therapeutein so ein Glück!

#12


F
Also er ist verheiratet.
Und ich glaube ich habe hier die Kleinigkeit zu erwähnen vergessen , dass ich auch verheiratet bin. Rolling Eyes

x 1 #13


Dubist
Florence du bringst mich heute zum lachen, das war süß, vielleicht das als thema machen die Ehe?

x 1 #14


kalina
Zitat von Florence:
Also er ist verheiratet.
Und ich glaube ich habe hier die Kleinigkeit zu erwähnen vergessen , dass ich auch verheiratet bin. Rolling Eyes



Shocked Laughing

Also diese "Kleinigkeit" hättest Du wirklich nicht unterschlagen sollen. Ich lach mich kaputt Wink


Das wirft doch gleich ein ganz anderes Licht auf die Geschichte.

Nein, schon okay! Trotzdem ist es nicht ungewöhnlich dass Du Dich "verliebt" hast.
Das hat mit einer realen Liebe nichts zu tun, sondern ist Teil des Therapieprozesses.
Im Grunde "verliebst Du Dich gerade in Dich selbst".

#15


F
Danke kalina

da bekomme ich gleich feuchte Augen beim lesen.
Ihr seid alle so nett.

#16


Dubist
Florence, vielleicht fehlt was in deiner Ehe. Aber ich glaube das muss gar nicht sein, wenn du den Tip da oben befolgst, dich neu in dich zu verlieben.

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Dubist
neiinm, net weinen, nein, freuen.

#18


F
"Vielleicht verliebst du dich gerade in dich selber"

Das liest sich so schön.

Also meinen Mann mag ich schon sehr. Will auch gar keinen anderen.

Aber meinen Therapeuten , hm.... den mag ich schon auch sehr.
Herz
Doppelliebe...nee.....Trioliebe, wenn ich mich selber auch noch liebe.

#19


Dubist
haha, genau.

#20


A


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