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Hi,

ich leide, wie es eine Therapeutin mal so schön ausdrückte, an Depressionen und Ängsten.

Um es kurz zu machen, ich bin Student, weiß das ich intellektuell dem Studium gewachsen bin und bin trotzdem unfähig es durch zu ziehen. Ich sitze wie ein Kaninchen vor der Schlange und zittere seit Jahr und Tag vor jeder noch so kleinen Herausforderung. Mein Leben geht immer weiter in die Brüche und ich bin mittlerweile so weit, daß mir ne großzügige Ration Schlaftabletten oder der berühmte Strick attraktiver erscheint als den Tag durchzustehen.

Leider ist mir diese Problemlösung verwehrt, da ich eine Freundin habe (die zumindest offiziell nichts von meinen Problemen weiß [was auch so bleiben soll]) die ich sehr liebe und der ich das nicht an tuen möchte.

Ich habe mich also im Frühling dazu durch gerungen auf Therapeuten-Suche zu gehen. Hab dann auch eine gefunden, die mir dann in Probesitzung Zwei verkündete das sie jetzt in Urlaub geht und bei mir eine Verhaltenstherapie wohl eh besser wäre. Überweisung, ein paar Adressen und dat war's. Dank Quartalswechsel 20 Euro Praxisgebühr für den Ar..
Nachdem ich dann bei der nächsten Such die üblichen Sprüchen der Therapeuten zu hören bekommen hab "Warteliste Minimum ein halbes Jahr" hab ich dann tatsächlich zwei Termin für Erstgespräche bei Verhaltenstherapie-Ambulanzen bekommen. Die eine Ambulanz war dann auch so freundlich mir ein Brief zu schicken, auf dessem Umschlag groß zu lesen stand, woher der Wisch kam. Der Postbote fand's sicherlich interessant, ich weniger und ich hoffe das meine darauf folgende Brüllattacke am Telefon zumindest einen Tinnitus verursacht hat.
Danach war meine Laune hinsichtlich Psychotherapeuten endgültig im Keller, zumal man mir bei der anderen Ambulanz am Telefon verkündet wurde, das man mich gegebenenfalls weiter überweisen würde. Super Leute! Ich ruf an und sach' ich wurde schon überwiesen und die machen mir "Hoffnung" das das Spielchen wieder von vorne losgeht. Ich hab dann dankend verzichtet. Wenn ich mich verwalten lassen will, kann ich auch auf's Amt gehen.

Kurz und gut: Therapeuten nehmen auf meiner persönlichen Beliebtheitsskala mittlerweile den Platz zwischen Bankern und Lepra ein und meine persönliche Bereitschaft jetzt wieder auf die Suche zu gehen, um dann wieder beim Erstgespräch einen Seelenstrip hinlegen zu dürfen tendiert stark gegen null. Mal davon abgesehen das es in meiner Gegend wohl keine freien Therapieplätze gibt und sich das Thema schon aus praktischen Gründen erledigt hat. Von "Vertrauen", "passender Chemie" und anderen schönen Schlagworte auf Ratgeber-Seiten mal ganz zu schweigen.

Daher meine Frage: Gibt es im Internet HPs und Foren die ohne gut gemeinte Ratschläge man möge sich doch bitte an einen Therapeuten wenden auskommen? Ich muss irgendwie aus diesem Tief rauskommen, habe aber bisher keine "Therapeuten-freien" Inhalte gefunden.

Für ein oder zwei Links bzw. verwertbare Schlagworte für Google, wäre ich wirklich dankbar, da ich persönlich mit meinem Latein und meinem Seelenleben ziemlich am Ende bin.

22.07.2009 15:19 • 03.08.2009 #1


76 Antworten ↓


Gundi
Hallo,

das klingt ja sehr desillionisiert. Was ist denn Büchern zum Thema ? Es gibt einige sehr gute Ratgeber. Ansonsten sind die Möglichkeiten ja sehr begrenzt und gutgemeinte Ratschläge sind ja das was sie sind: gutgemeint

22.07.2009 15:28 • #2



Selbsthilfe statt Therapeuten

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Zitat von Gundi:
Was ist denn Büchern zum Thema ? Es gibt einige sehr gute Ratgeber.


Zufälligerweise von Therapeuten verfasst?

Zitat:
Ansonsten sind die Möglichkeiten ja sehr begrenzt und gutgemeinte Ratschläge sind ja das was sie sind: gutgemeint


Ein gutgemeinter Ratschlag wäre zumindest schon mal mehr, als das was ich bisher von den selbsternannten Herren der Seele bekommen habe. Man lernt bescheiden zu sein und seine Ansprüche zu reduzieren.

Ich persönlich hoffe auf Links in der "geheilte" Betroffene von ihren Strategien berichten, so daß ich mir eventuell da ein paar Brocken zusammenlesen kann um so weit zu kommen, daß meine alte Tatkraft wieder anspringt.

Mir ist auch klar, daß diese Verhaltensweise suboptimal ist, aber meine Optionen sind halt doch recht begrenzt.

22.07.2009 15:37 • #3


Gundi
Hallo,

es gibt auch Bücher von Betroffenen.

Es gibt aber auch 2 sehr effektive "Randbücher", mit denen man arbeiten kann, wenn man fürs Thema offen ist.

Aussöhnung mit dem inneren Kind
Imagination als heilsame Kraft

Ich komme nicht aus der Eso-Ecke und bin kein Fan von Homöomitteln, aber diese 2 Bücher haben mir wirklich geholfen, weil sie mir Mittel in die Hand gegeben haben, wo ich selbst was tun konnte.

Am effektivsten war später allerdings das Medi Cipralex. Schwuppsiwupps, waren 70 Prozent meiner Probleme erledigt. Dann hab ich es abgesetzt und schwuppsiwupps, waren sie wieder da. Therapien habe ich auch alles durch und die können sinnvoll sein, müssen sie aber nicht

22.07.2009 15:43 • #4


Hallo Felix!
Zitat:
Kurz und gut: Therapeuten nehmen auf meiner persönlichen Beliebtheitsskala mittlerweile den Platz zwischen Bankern und Lepra ein und meine persönliche Bereitschaft jetzt wieder auf die Suche zu gehen, um dann wieder beim Erstgespräch einen Seelenstrip hinlegen zu dürfen tendiert stark gegen null.

Hast Du denn für Dich selber schon erkannt, warum Du so unruhig bist?
Was macht Dich so zittrig?
Vor was hast Du Angst oder ein ungutes Gefühl?
warum willst du Deiner Freundin nichts sagen?
Sie wird Dich schon nicht ins Knie beißen.
Wenn doch mußt Dir wohl Trennung überlegen.

22.07.2009 15:50 • #5


Zitat von Gundi:
Aussöhnung mit dem inneren Kind
Imagination als heilsame Kraft


Also wenn ich so auf meinen Nachtisch schaue und dort Harry Potter VII sehe und auf meinem Regal meine Sammlung von Playmobil-Rittern, denke ich mit meinem inneren Kind schon ganz gut ausgesöhnt zu sein.

"Wecke den inneren Ork in dir" oder "Panzerangriff in der Tiefebene der Seele" wären wohl effektiver bei meiner Persönlichkeitsstruktur.

Aber Spaß beiseite, danke für die Tips. Man muss nur weit genug mit dem Rücken zur Wand stehen um für alles offen zu sein.

Zitat:
Am effektivsten war später allerdings das Medi Cipralex. Schwuppsiwupps, waren 70 Prozent meiner Probleme erledigt. Dann hab ich es abgesetzt und schwuppsiwupps, waren sie wieder da. Therapien habe ich auch alles durch und die können sinnvoll sein, müssen sie aber nicht


Tja, nichts lieber als das. Ich bin ja mit der Vorstellung in Richtung PT gewandert, daß man dort mit Therapie und Dröhnung geholfen wird. Das Thema Medis hat die Therapeutin da schon von sich aus angesprochen und abgebügelt (sie scheint da kein Fan von zu sein). Zu dem Zeitpunkt war ich allerdings auch noch bereit es nur mit Therapie zu versuche. Mittlerweile ist es halt genau umgekehrt, aber was hilft's. Den roten Wisch bekommt man nur beim Therapeuten und selbst wenn ich bereit wäre, mich noch einmal mit denen auseinander zu setzen, würde das Minimum sechs Monate dauern, bis ich bei dem im Zimmer hocke. Dann die Vorgespräche und dann eventuell mal Stoff. Dagegen ist die Eurokratie ein Hort des Pragmatismus und des Bürgerservices. Zumal ich vermutlich nicht mal mehr die Kraft habe mich da hin zu schleppen. Noch mal alles erzählen, noch mal jede Frage beantworten müssen - ne danke, ich würd' in der S-Bahn kotzen zusammenklappen. Schon vor Gespräch Nummer 1 hab ich binnen kürzester Zeit ein Päckchen wegqualmt und jedem Hund beim Gassi gehen Konkurrenz gemacht.

22.07.2009 16:09 • #6


Zitat von pax:
Hast Du denn für Dich selber schon erkannt, warum Du so unruhig bist?
Was macht Dich so zittrig?


Wenn ich das wüsste, wäre mir schon geholfen. Ich tippe darauf das die negativen Eigenschaften die ich schon immer hatte, aus irgendeinem Grund (oder mehreren) die Oberhand gewonnen haben. Klar definieren kann ich sie leider nicht, dazu war ich ja bei der Therapeutin, aber so wie ich ihren Schubs in Richtung "Verhaltenstherapie" verstanden habe, soll ich mich wohl auch besser darauf konzentrieren, meinen seelischen Motor irgendwie zu flicken, anstatt nach dem tatsächlichen Problem zu fahnden.

Zitat von pax:
Vor was hast Du Angst oder ein ungutes Gefühl?


Vor allem? Alles könnte in einer Niederlage enden auch wenn ich logisch weiß das es nicht so ist. Ich habe eine Hausarbeit in einer Nacht runtergefetzt (weil ich mich vor Angst vorher einfach nicht überwinden konnte). Ich hab 13 von 18 Punkte bekommen (drittbeste Arbeit) für etwas wofür ich mir keine drei Punkte geben hätte. Anstatt mich zu freuen, hab ich die Assi des Profs angeschaut und gefragt, wie man den auf so ein Ergebnis für so eine schlechte Arbeit kommen würde. Danach bin ich zittern zur S-Bahn gelaufen und hab zwei Monate lang die Uni nicht betreten. Und das ist nur ein Beispiel.

Zitat von pax:
warum willst du Deiner Freundin nichts sagen?
Sie wird Dich schon nicht ins Knie beißen.
Wenn doch mußt Dir wohl Trennung überlegen.


Das Thema "Freundin" ist sakrosankt.

22.07.2009 16:23 • #7


Gundi
Die Steigerung von Therapie wäre ein Klinikaufenthalt. Aber wie willst Du den Deiner Liebsten verkaufen ? So eine Klinik (Reha) bewirkt zwar auch keine Wunder, aber mir hat es schon geholfen, mal den Teufelskreis zu durchbrechen. Ich bin da jeden Tag schwimmen gegangen und habe viel Fitness gemacht, mich um meine Ernährung gekümmert und an den Therapien teilgenommen, die so doof nicht waren. Es gibt zumindest meistens einen Weg, dass das Licht am Horizont zumindest etwas heller wird.

Du bist doch pfiffig, Du kannst Dir doch im Inet auch Medis raussuchen, wo Du meinst die passen und arrangierst Dich mit Deinem Haus- und Hofarzt.

22.07.2009 16:25 • #8


Zitat von Gundi:
ein Klinikaufenthalt


Geht nicht aus fünf Gründen:

1. Freundin
2. Freundin
3. Freundin
4. laufen da wohl ebenfalls Therapeuten rum
5. auch wenn ich die ultimative Lösung zum jetzigen Zeitpunkt ablehne, möchte ich wenigstens die theoretische Möglichkeit der Flucht behalten. Würde mir da ein Therapeut draufkommen, daß ich die Klinik verlassen will um mir einen hübschen Baum zu suchen, würde ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach schnell auf einer Liege mit enganliegenden Lederbändern wiederfinden.

Zumal das Thema auch schon von der Therapeutin angesprochen wurde. Warteliste ebenfalls bis Bagdad, zumal ich mich auch wieder überwinden müsste da überhaupt hinzugehen. *katzebeißtsichindenschwanz*

Zitat von Gundi:
Du bist doch pfiffig, Du kannst Dir doch im Inet auch Medis raussuchen, wo Du meinst die passen und arrangierst Dich mit Deinem Haus- und Hofarzt.


Macht der nicht und ich kenne auch keinen "freigiebigen" Arzt in der Richtung. Zumal bei mir noch das Problem dazu kommt, daß ich der Sohn einer "Person von Rang und Ansehen" bin und schon selbst "in tragender Rolle im Gemeindewesen" mitgewirkt habe. Habe schon miterlebt wie mein Vater mich darauf angesprochen hat, daß ich ja dann und dann beim Arzt wegen xyz war. Ich hab ziemlich schnell gelernt, daß bei Ärzten und Arzthelferinnen die Schweigepflicht einen feuchten Dreck wert ist und das auch eine Bevölkerungszahl von über 30.000 nicht vor Klatsch und Tratsch schützt.

22.07.2009 16:41 • #9


Huhu,

Die Zeiten, in denen man in der Klinik ans Bett geschnallt wurde, sind längst vorbei, glaub mir
Wenn du gehen willst, gehst du, auf eigene Verantwortung eben.
Das ist wie in jeder anderen Klinik auch.
Da wird man auch nicht mit Dro. ruhig gestellt und mit Antidepressiva vollgepumpt, die Ärzte versuchen wirklich, dir zu helfen.

Wenn du keinen vollstationären Aufenthalt willst, wie wäre es mit einer Tagesklinik? Da ist man Vormittags in der klinik, Nachmittags und abends ist man Daheim. Man verliert also nie den Alltag aus dem Blick, bekommt aber trotzdem intensive Betreuung jeden Tag.
Vielleicht eine Alternative für dich?

Ich glaube ernsthaft, wenn, wie du schreibst, deine Freundin das Einzige ist, was dich noch am Leben hält, dass du da nicht mehr alleine raus kommst.
Ich denke, dass du Hilfe holen solltest, auch, wenn deine Abneigung aufgrund deiner Erfahrungen groß ist.
Wenn man was am Herz hat, geht man zum Kardiologen, und wenn man was an der Seele hat zum Therapeuten/Psychiater
Die sind eben speziell ausgebildet, dir zu helfen, zeigen dir Wege auf und neue Optionen, die du davor gar nicht gesehen hast.
Natürlich ist es klasse, wenn man als Patient auch von sich aus an sich arbeitet -aber so ein Therapeut kann einen auch sehr dabei unterstützen.

Ich finde es übrigens schade, dass du deiner Freundin deine Probleme verheimlichst. Dadurch machst du dir doch selber noch viel größeren Druck, als du eh schon hast. Ich denke nicht, dass dir das gut tut.
Außerdem ist die Krankheit so immer was Geheimes, was Schlimmes irgendwie -das macht einen auf Dauer kaputt.
Steh einfach dazu: Ja, ich bin krank, aber ich arbeite an mir und ich hole mir Hilfe, und es geht vorbei.
Ich hab auch etwas gebraucht, bis ich zu meinen Ängsten stehen konnte, und zugeben konnte,dass ich mir therapeutische Hilfe hole, aber sobald ich es einmal ausgesprochen hatte fiel eine riesen Last von mir ab.

Alles Gute,
Pilongo

22.07.2009 16:53 • #10


Zitat:
Anstatt mich zu freuen, hab ich die Assi des Profs angeschaut und gefragt, wie man den auf so ein Ergebnis für so eine schlechte Arbeit kommen würde. Danach bin ich zittern zur S-Bahn gelaufen und hab zwei Monate lang die Uni nicht betreten. Und das ist nur ein Beispiel.


Hast Du ein Intelligenzproblem? Machst Du dich gerne nieder? Wurde von seitens Deiner Eltern viel verlangt? Würde mit den Fingern auf Dich gezeigt?


Freundin als Grund gilt nicht. Lass mal was anderes hören.

22.07.2009 16:56 • #11


Gundi
Wenn sich soviele Katzen in den schw*** (Das Wort steht echt auf dem Wortfilter) beissen, dann wird es in der Tat schwierig. Ich tendiere dann doch zu Medis wie Cipralex. Das kannst Du Dir auch in der nächstgrösseren Stadt verordenen lassen, denn schliesslich hast Du freie Arztwahl.

Was die Freundin anbelangt, beziehst Du ja ziemlich klare Position, aber in einem Umfeld mit Geheimnissen zu leben, ist natürlich auch nicht förderlich und schafft zusätzlich Stress, der ja gerade bei Ängsten ungünstig ist.

22.07.2009 17:10 • #12


Zitat von Pilongo:
Die Zeiten, in denen man in der Klinik ans Bett geschnallt wurde, sind längst vorbei, glaub mir


Meine Informationen besagen das Gegenteil. Zwar könnte ich aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen zum Schluß kommen, daß ich meinen Selbstmord öffentlich ankündigen kann und die Therapeuten erfreut über die Entlastung mir noch die Tür aufhalten, aber ausprobieren möchte ich es ehrlich gesagt nicht.

Zitat von Pilongo:
Da wird man auch nicht mit Dro. ruhig gestellt und mit Antidepressiva vollgepumpt,


Zugedröhnt werden? Gerne. Eine Nacht ohne Alpträume wär mal ne schöne Abwechslung.

Zitat von Pilongo:
die Ärzte versuchen wirklich, dir zu helfen.


Gemachte Erfahrungen besagen das Gegenteil.

Zitat von Pilongo:
Wenn du keinen vollstationären Aufenthalt willst, wie wäre es mit einer Tagesklinik? Da ist man Vormittags in der klinik, Nachmittags und abends ist man Daheim. Man verliert also nie den Alltag aus dem Blick, bekommt aber trotzdem intensive Betreuung jeden Tag.
Vielleicht eine Alternative für dich?


Das Muster wiederholt sich:

1. Therapeuten
2. selbst bei Bereitschaft zum Kontakt, dürfte die Kraft fehlen
3. selbst wenn die Kraft da wäre, sind die Wartelisten entsprechend

Zitat von Pilongo:
Ich denke, dass du Hilfe holen solltest, auch, wenn deine Abneigung aufgrund deiner Erfahrungen groß ist.
Wenn man was am Herz hat, geht man zum Kardiologen, und wenn man was an der Seele hat zum Therapeuten/Psychiater
Die sind eben speziell ausgebildet, dir zu helfen, zeigen dir Wege auf und neue Optionen, die du davor gar nicht gesehen hast.
Natürlich ist es klasse, wenn man als Patient auch von sich aus an sich arbeitet -aber so ein Therapeut kann einen auch sehr dabei unterstützen.


Ich verweigere nicht die Therapie aufgrund grundsätzlicher Vorbehalte, sondern aufgrund negativer Erfahrungen beim Versuch sie zu bekommen. Und selbst wenn ich sie jetzt doch wollte, bekomme ich sie nicht. Ich hab zwei DIN A4-Seiten abtelefoniert. Die Hälfte hat nicht mal zurückgerufen, die anderen Hälfte (bis auf die zwei Ausnahmen) hat von freundlichem Bedauern bis hin zu genervten "ich habe bis nächstes Jahr keinen Therapieplatz mehr frei" reagiert. Vielleicht hatte ich nur Pech und hätte ich mir andere Adressen gesucht in absehbarer Zeit einen Therapieplatz bekommen, aber ich hab für mich beschlossen das es reicht. Ich hab nicht vor um einen Platz zu betteln. Soviel Selbstachtung ist mir noch geblieben.


Ich danke euch für eure Hilfe und bin mir bewusst das ihr es gut meint mit eurem Schubs Richtung "Therapie". Nichts desto gehört das Thema für mich nicht zu meinen Optionen. Ich suche nach Links zur Selbsthilfe, fernab der sogenannten Profis.

22.07.2009 17:22 • #13


Zitat von pax:
Hast Du ein Intelligenzproblem?


Schön wär's. Ich hab den studentischen IQ-Durchschnitt von 112. Ich bin bloß auf einigen Feldern ziemlich gut.

Zitat von pax:
Machst Du dich gerne nieder?


Früher nein, heute Dauerzustand.

Zitat von pax:
Wurde von seitens Deiner Eltern viel verlangt?


Mein Eltern sind tatsächlich ein Problem, aber nichts was mich so aus der Bahn geworfen haben kann. Zumal mein Vater seit Jahren versucht seine Fehler bei mir wieder gut zu machen. So schön es wäre die Schuld auf meine Eltern abzuschieben, kann ich ihnen bestenfalls eine geringfügige Mitschuld geben.

Zitat von pax:
Würde mit den Fingern auf Dich gezeigt?


Kurz und gut: Ja, man würde in der Stadt mit dem Finger auf mich zeigen.

Zitat von Gundi:
Wenn sich soviele Katzen in den schw*** (Das Wort steht echt auf dem Wortfilter) beissen, dann wird es in der Tat schwierig. Ich tendiere dann doch zu Medis wie Cipralex. Das kannst Du Dir auch in der nächstgrösseren Stadt verordenen lassen, denn schliesslich hast Du freie Arztwahl.


Hab ich auch schon dran gedacht und auch wenn bekannt ist, daß viele Ärzte nach dem Motto gehen "Smarties sind für alle da!", würde ich mich ehrlich gesagt nicht trauen bei einem Arzt einfach so danach zu fragen.

Zitat:
Was die Freundin anbelangt, beziehst Du ja ziemlich klare Position, aber in einem Umfeld mit Geheimnissen zu leben, ist natürlich auch nicht förderlich und schafft zusätzlich Stress, der ja gerade bei Ängsten ungünstig ist.


Das ist mir bewusst.

22.07.2009 17:57 • #14


Gundi
Zitat:
Hab ich auch schon dran gedacht und auch wenn bekannt ist, daß viele Ärzte nach dem Motto gehen "Smarties sind für alle da!", würde ich mich ehrlich gesagt nicht trauen bei einem Arzt einfach so danach zu fragen.


Ja, aber irgendwo solltest Du schon ansetzen

22.07.2009 18:19 • #15


Hallo Felix Pannemann,

Du klingst verdammt zynisch, in Bezug auf Dich und Deine Probleme
Nützt es Dir was, bingt Dich das weiter. Ändere doch mal Dein Blick.
Anlauf Schwierigkeiten können passieren, ist halt dumm gelaufen bei Dir und Du bist vielleicht enttäuscht, aber aufgeben und Dir Selbst die fachliche Hilfe zu verwehren, nützt Dir doch auch nichts außer das Du bei der zynischen Haltung zu Dir und Deinen Problemen bleibt. Selbsthilfe kann natürlich nicht Schaden und es ist ganz nüzlich ersetzt nicht die professionelle Hilfestellung. Bücher gibt es genung davon, auch das Telefon des Vertrauens, hier bei "UNS" findest Du immer ein offenes Ohr.
Ganz viele Leute von hier haben Dir auch ein Rat gegeben.
Wehre doch das nicht so ab, überdenke doch vielleicht noch mal alles.
Lies Dir doch nochmal die Beiträge durch.
Es wird auch für Dich eine Lösung geben.
Gruß Engel33

22.07.2009 18:43 • #16


Zitat:
Ja, aber irgendwo solltest Du schon ansetzen


Mein Ansatz ist Selbsthilfe. Das du ihn nicht gut heißt ist OK, ich gönne jedem seine Meinung, aber das ändert nichts daran das ich durchaus bereit bin "irgendwo" anzusetzen, auch wenn du anscheinend Versuche jenseits von Seelenklempner und Dröhnung als untauglich und nicht relevant einstufst.

Zitat:
Aber was suchst Du genau. Andere Foren zum Thema gibt es zuhauf, da brauchst Du nur googeln


Und genau da hakt's. Aufgrund mangelnder Erfahrung mit dem Thema sind zwar ein Haufen Links bei rumgekommen, aber in der Regel bekommt man da zur Begrüßung den Text eines "Profis" serviert. Ich hingegen suche nach Betroffenen die ihre Lösungsstrategien jenseits der Therapeutenpraxis veröffentlicht haben.

Zitat von Engel33:
Anlauf Schwierigkeiten können passieren, ist halt dumm gelaufen bei Dir und Du bist vielleicht enttäuscht, aber aufgeben ... nützt Dir doch auch nichts außer das Du bei der zynischen Haltung zu Dir und Deinen Problemen bleibt.


Ich gebe nicht auf, sondern suche nach Alternativen.

Zitat von Engel33:
Du klingst verdammt zynisch, in Bezug auf Dich und Deine Probleme
Nützt es Dir was, bingt Dich das weiter. Ändere doch mal Dein Blick.


Das tue ich. Der konventionelle Weg ist gescheitert, als richte ich meinen "Blick" auf alternative Lösungsmöglichkeiten. Wenn man den Feind nicht verbrennen kann, versucht man ihn halt zu ersäufen.

Zitat von Engel33:
Selbsthilfe kann natürlich nicht Schaden und es ist ganz nüzlich ersetzt nicht die professionelle Hilfestellung.


Gut, mal angenommen ich wäre bereit mich noch einmal einem Therapeuten auszusetzen - wie überbrücke ich Wartezeit von voraussichtlich mehreren Monaten? Was ist also dagegen zu sagen, solange nach Alternativen zu suchen, anstatt nur auf jemanden zu vertrauen, der aus der Erfahrung heraus sich erst mal das Vertrauen verdienen müsste? Zumal zu bedenken ist, daß jeder Ratgeber davon spricht mehrere Therapeuten auszuprobieren, die Wartezeit bis es zu einer effektiven Behandlung kommt sich also der Theorie nach noch einmal verlängert.

Versteht mich nicht falsch: Psyche ist nun mal kniffliger als Brötchen backen - das ist mir bewusst. Auch der Umstand das ich nicht der einzige bin der Hilfe benötigt und die Wartezeiten auch aus Überlastung resultieren. Aber ich habe nicht vor in Gottvertrauen noch mehr Monate meines Lebens zu verschwenden, darauf zu warten, daß irgend wann vielleicht eine Person willens und fähig ist mir zu helfen. Mal davon abgesehen das mein Leben bisher ein kontinuierlicher Abwärtstrend ist. Ich habe nicht vor auszuprobieren wie tief es noch nach unten gehen kann und wie lange ich noch brauche um der ultima ratio nicht mehr wiederstehen zu können.

Zumal ich das:

Zitat:
ersetzt nicht die professionelle Hilfestellung.


anzweifle. Ich komme familiär aus einer ähnlichen Ecke und habe die Erfahrung gemacht das hier oft der Alleinvertretungsanspruch meist ausgeprägter ist, als die tatsächlich vorhandenen Qualifikationen. "Klappern gehört halt zum Handwerk" wie man so schön sagt.

Zitat von Engel33:
auch das Telefon des Vertrauens, hier bei "UNS" findest Du immer ein offenes Ohr.


Danke, aber ich such nicht nach seelischer, sondern eher nach "technischer" Unterstützung.

Zitat von Engel33:
Ganz viele Leute von hier haben Dir auch ein Rat gegeben.


Ich weiß die guten Absichten dahinter zu schätzen.

Zitat von Engel33:
Wehre doch das nicht so ab, überdenke doch vielleicht noch mal alles.


Versteht mich bitte nicht falsch, aber all diese Vorschläge bin ich schon vor längerem als Option durchgegangen. Entweder habe ich sie verworfen oder sie sind gescheitert.

23.07.2009 00:03 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Da Sonnenbrille, Perücke und se.xy Oberlippenbart zum Ankleben wohl auch nicht die ultimatie Lösung sind, empfehle ich Dir, doch einfach hier im Forum zu verweilen

Hier kannst Du anonym agieren und solange Du keinen Expertenrat möchtest, werden Dir die Therapeuten hier auch freiwillig aus dem Weg gehen.

Medikamentöse Unterstützung kannst Du auch von Deinem Hausarzt bekommen, das darf der Therapeut sowiso nicht verschreiben, sofern er nicht auch Neurologe oder Psychater ist.

Ansonsten schnapp Dir zuallererst mal Johanniskrautkapseln, bei denen mittlerweile feststeht, dass sie besser wirken als viele Antidepressiva.

Praktische Tips bekommst Du dann von satt und reichlich von uns, sofern Du uns mal ein bischen mehr über Deine Probleme schildern möchtest.

23.07.2009 00:51 • #18


Menno...geballte Rechtschreibfehler....muss wohl an der Uhrzeit liegen

Aber dann mal gleich ein Nachtrag von mir:

Viele hier sind schon durchtherapiert und haben nur eines gelernt:

Keiner kann Dir helfen, nur Du selber!

Das ist schon jahrelang meine Erkenntnis.

Ein Therapeut kann einem nur Denkanstöße und Motivation liefern, den Rest muss man eh alleine bewältigen.
Todlabern der Vergangenheit mag einigen helfen, aber ich vertrete die Meinung, die eigene Historie lässt sich auch mit viel dichterischer Freiheit nicht schöner und besser reden.
Und selbst wenn ich einigen "Verursachern" im Nachhinein die Absolution erteile, löst das meine jetzigen Schwierigkeiten auch nicht.

23.07.2009 00:57 • #19


Zitat von Zamira:
Da Sonnenbrille, Perücke und se.xy Oberlippenbart zum Ankleben wohl auch nicht die ultimatie Lösung sind, empfehle ich Dir, doch einfach hier im Forum zu verweilen


Sorry, aber den Gag kapier ich gerade nicht.

Zitat von Zamira:
Hier kannst Du anonym agieren und solange Du keinen Expertenrat möchtest, werden Dir die Therapeuten hier auch freiwillig aus dem Weg gehen.


Wer meint etwas zu wissen und es mir mitteilen möchte, kann das ruhig tun, solang er nicht beleidigt ist, wenn ich seinen Rat nicht annehme.

Zitat von Zamira:
Medikamentöse Unterstützung kannst Du auch von Deinem Hausarzt bekommen, das darf der Therapeut sowiso nicht verschreiben, sofern er nicht auch Neurologe oder Psychater ist.


Die Erklärung zum Thema Dröhnung&Hausarzt hab ich schon weiter oben gegeben.

Zitat von Zamira:
Ansonsten schnapp Dir zuallererst mal Johanniskrautkapseln, bei denen mittlerweile feststeht, dass sie besser wirken als viele Antidepressiva.


Danke für den Tip. Schon in der Größenordnung "nuclear strike" ausprobiert - Ergebnis leider negativ. Zumal ja Johanniskraut mittlerweile als Medikiller verschriehen ist und es meinem Blutdruck wohl gar nicht gut tun würde, wenn mein Bisoprolol plötzlich nicht mehr funzt.

Zitat von Zamira:
Praktische Tips bekommst Du dann von satt und reichlich von uns, sofern Du uns mal ein bischen mehr über Deine Probleme schildern möchtest.


Danke, ich werd drüber schlafen.

23.07.2009 01:11 • #20



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