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Felix-Pannemann
Mitglied

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Hi,

ich leide, wie es eine Therapeutin mal so schön ausdrückte, an Depressionen und Ängsten.

Um es kurz zu machen, ich bin Student, weiß das ich intellektuell dem Studium gewachsen bin und bin trotzdem unfähig es durch zu ziehen. Ich sitze wie ein Kaninchen vor der Schlange und zittere seit Jahr und Tag vor jeder noch so kleinen Herausforderung. Mein Leben geht immer weiter in die Brüche und ich bin mittlerweile so weit, daß mir ne großzügige Ration Schlaftabletten oder der berühmte Strick attraktiver erscheint als den Tag durchzustehen.

Leider ist mir diese Problemlösung verwehrt, da ich eine Freundin habe (die zumindest offiziell nichts von meinen Problemen weiß [was auch so bleiben soll]) die ich sehr liebe und der ich das nicht an tuen möchte.

Ich habe mich also im Frühling dazu durch gerungen auf Therapeuten-Suche zu gehen. Hab dann auch eine gefunden, die mir dann in Probesitzung Zwei verkündete das sie jetzt in Urlaub geht und bei mir eine Verhaltenstherapie wohl eh besser wäre. Überweisung, ein paar Adressen und dat war's. Dank Quartalswechsel 20 Euro Praxisgebühr für den Ar..
Nachdem ich dann bei der nächsten Such die üblichen Sprüchen der Therapeuten zu hören bekommen hab "Warteliste Minimum ein halbes Jahr" hab ich dann tatsächlich zwei Termin für Erstgespräche bei Verhaltenstherapie-Ambulanzen bekommen. Die eine Ambulanz war dann auch so freundlich mir ein Brief zu schicken, auf dessem Umschlag groß zu lesen stand, woher der Wisch kam. Der Postbote fand's sicherlich interessant, ich weniger und ich hoffe das meine darauf folgende Brüllattacke am Telefon zumindest einen Tinnitus verursacht hat.
Danach war meine Laune hinsichtlich Psychotherapeuten endgültig im Keller, zumal man mir bei der anderen Ambulanz am Telefon verkündet wurde, das man mich gegebenenfalls weiter überweisen würde. Super Leute! Ich ruf an und sach' ich wurde schon überwiesen und die machen mir "Hoffnung" das das Spielchen wieder von vorne losgeht. Ich hab dann dankend verzichtet. Wenn ich mich verwalten lassen will, kann ich auch auf's Amt gehen.

Kurz und gut: Therapeuten nehmen auf meiner persönlichen Beliebtheitsskala mittlerweile den Platz zwischen Bankern und Lepra ein und meine persönliche Bereitschaft jetzt wieder auf die Suche zu gehen, um dann wieder beim Erstgespräch einen Seelenstrip hinlegen zu dürfen tendiert stark gegen null. Mal davon abgesehen das es in meiner Gegend wohl keine freien Therapieplätze gibt und sich das Thema schon aus praktischen Gründen erledigt hat. Von "Vertrauen", "passender Chemie" und anderen schönen Schlagworte auf Ratgeber-Seiten mal ganz zu schweigen.

Daher meine Frage: Gibt es im Internet HPs und Foren die ohne gut gemeinte Ratschläge man möge sich doch bitte an einen Therapeuten wenden auskommen? Ich muss irgendwie aus diesem Tief rauskommen, habe aber bisher keine "Therapeuten-freien" Inhalte gefunden.

Für ein oder zwei Links bzw. verwertbare Schlagworte für Google, wäre ich wirklich dankbar, da ich persönlich mit meinem Latein und meinem Seelenleben ziemlich am Ende bin.

03.08.2009 #1


76 Antworten ↓
P

Pilongo
Gast

Du sagst ja immer, dass du auf dem traditionellen Weg, einer Therapie also, gescheitert bist.
Stimmt aber doch gar nicht, du hast doch noch nie eine ausprobiert
Du weißt doch gar nicht, ob das was für dich ist oder eben nicht, ob es dir helfen kann oder nicht.
Denn ob etwas von Erfolg gekrönt ist, findet man nicht durch Nachdenken heraus, sondern nur dadurch, dass man es ausprobiert.
Ich kann deinen Frust üpber die Ablehnung verstehen, die dir widerfahren ist, aber es ist kein Grund zum Aufgeben.
Es ist leider so, dass Therapeuten und Psychiater voll sind bis obenhin mit den Terminen, da muss man am Telefon zuweilen schon übertreiben, um einen Rückruf zu bekommen.
In deiner situation würde ich klipp und klar am Telefon sagen: "Guten Tag, ich bin der XY, ich bin suizidgefährdet und das einzige, was mich derzeit am Leben hält, ist meine Freundin. Wenn sie innerhalb der nächsten 4 wochen einen Termin haben, und mir auch fortlaufend bei der Behandlung helfen können, dann melden Sie sich bitte bei mir."
Ich hab damals auch 30 Therapeuten durchgerufen, und davon haben auch nur 7 zurück gerufen, und nur 2 hatten sofort einen Termin frei.
Hab an einem Tag 10 und am zweiten 20 ausprobiert.
Und hab auch etwa so geklungen am Telefon: "Guten Tag, mein Name ist XY, seit mein Vater letzte Weihnachten plötzlich verstorben ist leide ich an Angstzuständen und Panikattacken, und ich benötige dringend Hilfe, weil ich in nur 2 Monaten mein Abitur schreiben soll, muss und will -und nicht denke, dass ich es in meinem derzeitigen Zustand schaffe. Wenn Sie innerhalb der nächsten 2 wochen einen Termin frei haben und kontinuierlich mit mir arbeiten können, melden Sie sich bitte. Alles Andere kann ich nicht gebrauchen."
Hart, ja, aber man muss es hart sagen und übertreiben, denn da rufen täglich dutzende von Leuten an, die verzweifelt sind, und man muss einfach mit dringlichkeit heraus stechen.
So makaber es auch sein mag: Deine Todessehnsucht katapultiert dich aber auch direkt auf Platz 1 einer jeden Anruferliste -wenn du sie denn aussprichst und beim Namen nennst.
Hast du mal die Liste der Therapeuten versucht, die hier auf der Website aufgelistet ist? Da hab ich mich nämlich durchgearbeitet.

Wieso hast du denn so große Amngst vor der Zukunft, ist das Studium das Einzige, was dich so quält? Ist es vielleicht einfach nicht das richtige für dich? Dass du intelligent bist, hast du ja mit dem Abi schon bewiesen -aber ein Studium kann man bloß durchziehen, wenn man auch Spaß und Interesse am Thema hat!
Hast du mal in Betracht gezogen, dich von diesem Monster, das dir scheinbar so viel Pein bereitet, zu befreien, und statt dessen einen anderen Weg einzuschlagen?

Hattest du diese Angst schon immer, oder kam das plötzlich?
Gab es ein auslösendes Ereignis?

Ich hab meine Angst nämlich auch zum größten Teil im Alleingang besiegt, aber ich muss dazu sagen, dass mir der Therapeut trotzdem eine große Stütze war. Vei ihm konnte ich mich mal seelisch auskotzen und alle meine Ängste und Probleme dalassen. Das hat mir damals sehr gut getan. Außerdem nahm mich jemand ernst, mir hat jemand zugehört, ich konnte zu meiner Krankheit stehen -das war der erste große Schritt, den ich gegangen bin, ab da ging es steil bergauf.

Ich denke, dort musst auch du ansetzen, so blöd es dir erscheinen mag.
Wieso ist es dir z.B. so wichtig, dass der Brief von der ambulanz deren Stempel drauf hatte und der Postbote das nun weiß?
Fürchtest du, dass du jetzt als Irrer abgestempelt wirst?
Du verheimlichst und versteckst deine Erkrankung, und machst dir dadurch selber den allergrößten Druck, glaub mir.
Steh doch einfach mal dazu. Sag: Ja, ich hab Angst vorm Studium und der Zukunft, und ich lass mich jetzt dagegen behandeln. Punkt.
Der erste große Schritt für mich war damals auch, meiner Familie zu sagen, dass ich echt Probleme hab und jetzt ne Therapie dagegen mache. Und die haben mich alle verstanden. Auch in der Schule hab ich allen Freunden gesagt, das sich zur Therapie gehe -die meisten haben es begrüßt, weil ich so auch erstmal lernen konnte, mit meiner Trauer richtig umzugehen. Und im zweiten Schritt dann auch mit meinen Ängsten.

Wieos verheimlichst du deine Krankheit vor deiner Freundin?
Hast du Angst vor ihrer Ablehnung, dass du kein vollwertiger Mann mehr bist, oder was ist der Grund?
Du schadest dir mit dieser Geheimniskrämerei mehr, als du glaubst.
Du musst lernen, zu deinem Problem zu stehen und es nicht mehr zu verheimlichen.
Denn das macht auf Dauer krank.

Nachdem ich wusste, das sich zur Therapie gehen kann, war ich frohen Mutes und sicher, dass ich die Angst besiegen würde. Beim Therapeuten hab ich nur geredet. Tipps hat er mir kaum gegeben. Die hab ich mir hier im Forum geholt. Aber am Ende muss jeder seine eigene Vorgehensweise entwickeln. Mir hat es z.B. geholfen, der Angst ein Gesicht und ein Bild zu geben, jeden Tag etwa 15 Minuten lang zu meditieren und mich bewusst zu entspannen, auch abendliche Spaziergänge mit dem Hund haben mich beruhigt. Auch tägliche 30 Minuten Sport helfen mir, mental abzuschalten und eine Art inneres gleichgewicht zu finden, und der größte Schritt war aber wirklich, die Angst als etwas Hilfreiches, Gutes zu erkennen, und zu merken, dass sie mir nichts Böses will, sondern nur helfen möchte.

Ich hatte auch mal, wie du vor der Uni Angst hast, Angst vor der Schule. Jede abneigung, jeder Test, jede Note, das sah ich als etwas, das mich verletzt und prüft und abstmepelt und bewertet. Ich ging aus lauter angst vor Versagen gar nicht mehr hin., Ich schwänzte, erst einige Tage, dann einen Tag jede woche, dann ganze wochen lang. Irgendwann hab ich kapiert, dass es so nicht weiter gehen kann.
Und hab mich hingesetzt, und meine Angst auseinander genommen.
Wovor hatte ich Angst? Vor dem Versagen.
Woher kam sie? Weil ich schon einmal wiederholen musste, krankheitsbedingt, und es mir auch in diesem Jahr gesundheitlich sehr shclecht ging.
Tja, und dann hab ich an mir gearbeitet. Hab mich in den Ferien hingesetzt und in jedem Fach, wo ich shclecht war, selbstständig den Stoff wiederholt. Das war mühsam und zermürbend und unsagbar schwer, aber ich hab mich durchgebissen. Und mit jedem kleinen Erfolgserlebnis wuchs mein Selbstbewusstsein. Glichzeitig hab ich begonnen, mich mit meiner Vergangenheit und meiner Krankheit auseinander zu setzen und sie irgendwann einfach akzeptiert. Das konnte ich lange nicht, obwohl ich seit 15 Jahren daran leide. Aber mit einem Mal hab ich kapiert, dass keiner Schuld darna hat, am wenigsten ich, und, dass ich kein zweites Mal scheitern muss, bloß, weil es mir einmal passiert ist.
Tja, und nach diesen 2 Ferienwochen voller Selbsterkenntnis und Büffelei war ich super gut in der Schule, und Versagensängste hatte ich seitdem nie mehr.

Ich hab das damals ohne Therapeut geschafft, aber ich muss sagen, dass es mir diesmal mit Therapeut leichter gefallen ist, mit meinen Ängsten aufzuräumen, als damals ohne.

Liebe Grüße,
Pilongo

23.07.2009 07:23 • #21


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Selbsthilfe statt Therapeuten

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Pilongo
Gast

Ich verstehe deine Abneigung gegen die Therapie nicht.
Du sagst doch, dass du 3 Probestunden bei einem Therapeuten hattest -korrigiere mich, wenn ich es falsch in Erinnerung habe- und danach hast du dann den Gedanken an eine Therapie völlig geschmissen und möchtest es von nun an nie mehr auch nur versuchen?
Ich denke, wie omegaman auch, dass eine Therapie nie schaden kann.
Und ich denke auch, dass du das zu voreilig für dich abgeschrieben hast.

Aber nun gut, wenn du nach Tipps von Betroffenen fragst, die kannst du hier haufenweise bekommen.

Sich zu öffnen und zu seinen Problemen zu stehen, das hat mir am Meisten geholfen.
Sich zu öffnen und zu seinen Problemen zu stehen, das ist ein großer Schritt, den man am Anfang gehen sollte.
Denn es nimmt massiven Druck von der Seele.
Und unter einem enormen Druck scheinst du sehr zu leiden.
Auch mit deiner Partnerin solltest du über deine Ängste und Probleme sprechen können. Dazu ist keine Beziehung da.
Keinem Menschen geht es immer nur gut.
Jeder muss auch mal schwere Zeiten durch machen.
Und die sollte man auch mit dem Partner gemeinsam durchmachen können, denn nur dann ist eine Beziehung auch eine gute Beziehung.
Wenn man sich in guten wie in schlechten Tagen auf den anderen verlassen kann.

Du schreibst auch, dass du große Angst hast, zu versagen, dass du nicht den typischen Mittelklasse-Traum von Haus und Familie und Hund erreichen wirst.
Aber willst du das denn überhaupt?
Würde dich das glücklich machen, ein Haus zwei Kinder und ein Hund?
Du bist doch nicht auf der Welt, um das zu leben, was dir die Gesellschaft als Ideal sugerriert. Du bist auf der Welt, um zu leben.
Und leben heißt, dass du das machst, was dir Spaß machst, dass du deine Träume verfolgst, dass du tust, was dir gut tut.
Nicht das, was Andere von dir erwarten.
Man muss immer nur so viele Erwartungen erfüllen, wie man selber an sich hat. Was Andere, Außenstehende dann über dich denken, ist doch egal. Wichtig ist nicht, dass später dein Nachbar mal sagen kann: "Wow, der hat ein tolles Haus!"
Sondern, dass du am Morgen aufstehen kannst, und sagen kannst: "Mein Leben gefällt mir!"
Ein Weg dorthin könnte sein, dass du dir erst einmal bewusst wirst, was du dir eigentlich vom Leben erwartest.
Dass du dir überlegst, was für dich der Sinn des Lebens sein soll.
Arbeiten und Erwartungen genügen, das ist nicht der Sinn des Lebens, denke ich. Der Sinn des Lebens ist für jeden anders, aber er hat immer eines gemein: Er macht glücklich. Er macht das Leben lebenswert.
Du lebst ja nicht, um zu arbeiten, du arbeitest, um zu leben.
Für mich ist z.B. der Sinn des Lebens das Leben
Ich bin trotzdem ein ehrgeiziger Mensch und bin gut in dem, was ich tue.
Aber ich nehm mir die Zeit, auch neben der Arbeit jeden Tag was Schönes zu tun, etwas, was mir gefällt.
Ich nehme mir viel Zeit für mich und für meine Hobbies.
Ich mache Dinge, nicht, weil ich sie tun muss, sondern einfach, weil sie mir gut tun.
Das ist etwas, was man in unsrer hgeutigen Gesellschaft erst einmal wieder lernen muss.

Willst du diesen Weg alleine gehen, dann wirst du viel über dich selbst nachdenken müssen.
Wirst lernen müssen, deine Ziele und deine Wünsche zu relativieren und zu definieren.
Musst mit dir selber ins Reine kommen.
Mir hat dabei folgende Übung geholfen: Jeden Tag wirklich bewusst Zeit nehmen für entspannung, und dabei zu mir selbst zu sagen: Alles ist gut, so, wie es ist.
Am Anfang hat sich in mir Alles geweigert, das auch wirklich anzunehmen, aber heute, nach einigen Monaten Training, bin ich tatsächlich mit jedem Tag einfach nur zufrieden.
Ich stelle keine so hohen Erwartungen mehr an mich selbst.
Ich plane nichts.
Ich hab das Abi -jetzt kommt die Uni.
Das Danach, darüber mach ich mir keine Gedanken.
Es ist doch im Grunde egal, was Andere über dich denken, über dich sagen.
Ihre ziele sind nicht deine Ziele, du hast eigene Ziele.
Und nur das zählt.
Mein Ziel ist im Moment einfach, die Uni fertig zu machen.
Was danach kommt -mal schauen
Bringt doch nichts, sich über ungelegte eier Gedanken zu machen.
Ich genieße einfach jeden Tag, nehme die Dinge an, wie sie kommen, und bin gespannt, was das Leben noch so für mich zu bieten hat.
Und das hab ich nur dadurch gelernt, dass ich gebetsmühlenartig mir selbst vorgesagt habe, dass Alles einfach gut ist, so, wie es ist, und, indem ich mich sehr intensiv mit mir selbst auseinander gesetzt habe.
Und das wirst du auch tun müssen, um deine Versagensängste in den Griff zu bekommen.
Du musst lernen, dass keiner etwas von dir erwartet, nur du selbst.
Und dass du nur so viel erwarten kannst, wie du auch realisieren kannst.
Und, dass du deine eigenen Ziele leben musst, nicht die der Gesellschaft oder die Anderer.
Zum Thema Zukunftsangst kann ich nur eines sagen:
Es macht keinen sinn, sich über die Zukunft Sorgen zu machen.
Sie kommt, wie sie kommt, sie ist überhaupt nicht planbar.
Das Leben ist unsicher und hält an jeder ecke eine Überraschung bereit.
Du kannst nicht vorher sehen, was dir passieren wird.
Also kannst du auch nichts planen, und gleichzeitig nutzt es auch nichts, davor Angst zu haben.
Das einzige, was man tun kann im Leben, ist wirklich, jeden Tag zu leben, als sei es der letzte, einfach das Hier und Jetzt schätzen.
Mir hat es damals übrigens auch geholfen, eine Liste zu erstellen mit Dingen, für die ich dankbar sein kann -vielleicht hilft es dir auch?

Das sind die Dinge, die ich selber machen konnte, um aus meiner Krise wieder heraus zu kommen.
Vielleicht hilft es dir ja.

Jemand sagte hier mal: Man muss dem Leben die Zähne zeigen -indem man einfach so breit wie möglich grinst und ihm ins Gesicht lacht.

Aber jeder muss seinen eigenen Weg finden.
Ich hab mir damals auch viele Berichte Betroffener angehört, und habe Vieles ausprobiert, was Anderen geholfen hat.
Manches half, Anderes nicht.
Manches entdeckte ich für mich neu.
Das muss jeder selber heraus finden.
Ein Patentrezept, das immer funktioniert, gibt es nicht.
Du kannst nur so viel wie möglich ausprobieren, und dann das machen, was dir gut tut, was dir hilft.

Alles Gute,
Pilongo

27.07.2009 22:36 • #68


Zum Beitrag im Thema ↓


Gundi
Hallo,

das klingt ja sehr desillionisiert. Was ist denn Büchern zum Thema ? Es gibt einige sehr gute Ratgeber. Ansonsten sind die Möglichkeiten ja sehr begrenzt und gutgemeinte Ratschläge sind ja das was sie sind: gutgemeint

#2


F
Zitat von Gundi:
Was ist denn Büchern zum Thema ? Es gibt einige sehr gute Ratgeber.


Zufälligerweise von Therapeuten verfasst?

Zitat:
Ansonsten sind die Möglichkeiten ja sehr begrenzt und gutgemeinte Ratschläge sind ja das was sie sind: gutgemeint


Ein gutgemeinter Ratschlag wäre zumindest schon mal mehr, als das was ich bisher von den selbsternannten Herren der Seele bekommen habe. Man lernt bescheiden zu sein und seine Ansprüche zu reduzieren.

Ich persönlich hoffe auf Links in der "geheilte" Betroffene von ihren Strategien berichten, so daß ich mir eventuell da ein paar Brocken zusammenlesen kann um so weit zu kommen, daß meine alte Tatkraft wieder anspringt.

Mir ist auch klar, daß diese Verhaltensweise suboptimal ist, aber meine Optionen sind halt doch recht begrenzt.

#3


Gundi
Hallo,

es gibt auch Bücher von Betroffenen.

Es gibt aber auch 2 sehr effektive "Randbücher", mit denen man arbeiten kann, wenn man fürs Thema offen ist.

Aussöhnung mit dem inneren Kind
Imagination als heilsame Kraft

Ich komme nicht aus der Eso-Ecke und bin kein Fan von Homöomitteln, aber diese 2 Bücher haben mir wirklich geholfen, weil sie mir Mittel in die Hand gegeben haben, wo ich selbst was tun konnte.

Am effektivsten war später allerdings das Medi Cipralex. Schwuppsiwupps, waren 70 Prozent meiner Probleme erledigt. Dann hab ich es abgesetzt und schwuppsiwupps, waren sie wieder da. Therapien habe ich auch alles durch und die können sinnvoll sein, müssen sie aber nicht

#4


P
Hallo Felix!
Zitat:
Kurz und gut: Therapeuten nehmen auf meiner persönlichen Beliebtheitsskala mittlerweile den Platz zwischen Bankern und Lepra ein und meine persönliche Bereitschaft jetzt wieder auf die Suche zu gehen, um dann wieder beim Erstgespräch einen Seelenstrip hinlegen zu dürfen tendiert stark gegen null.

Hast Du denn für Dich selber schon erkannt, warum Du so unruhig bist?
Was macht Dich so zittrig?
Vor was hast Du Angst oder ein ungutes Gefühl?
warum willst du Deiner Freundin nichts sagen?
Sie wird Dich schon nicht ins Knie beißen.
Wenn doch mußt Dir wohl Trennung überlegen.

#5


F
Zitat von Gundi:
Aussöhnung mit dem inneren Kind
Imagination als heilsame Kraft


Also wenn ich so auf meinen Nachtisch schaue und dort Harry Potter VII sehe und auf meinem Regal meine Sammlung von Playmobil-Rittern, denke ich mit meinem inneren Kind schon ganz gut ausgesöhnt zu sein.

"Wecke den inneren Ork in dir" oder "Panzerangriff in der Tiefebene der Seele" wären wohl effektiver bei meiner Persönlichkeitsstruktur.

Aber Spaß beiseite, danke für die Tips. Man muss nur weit genug mit dem Rücken zur Wand stehen um für alles offen zu sein.

Zitat:
Am effektivsten war später allerdings das Medi Cipralex. Schwuppsiwupps, waren 70 Prozent meiner Probleme erledigt. Dann hab ich es abgesetzt und schwuppsiwupps, waren sie wieder da. Therapien habe ich auch alles durch und die können sinnvoll sein, müssen sie aber nicht


Tja, nichts lieber als das. Ich bin ja mit der Vorstellung in Richtung PT gewandert, daß man dort mit Therapie und Dröhnung geholfen wird. Das Thema Medis hat die Therapeutin da schon von sich aus angesprochen und abgebügelt (sie scheint da kein Fan von zu sein). Zu dem Zeitpunkt war ich allerdings auch noch bereit es nur mit Therapie zu versuche. Mittlerweile ist es halt genau umgekehrt, aber was hilft's. Den roten Wisch bekommt man nur beim Therapeuten und selbst wenn ich bereit wäre, mich noch einmal mit denen auseinander zu setzen, würde das Minimum sechs Monate dauern, bis ich bei dem im Zimmer hocke. Dann die Vorgespräche und dann eventuell mal Stoff. Dagegen ist die Eurokratie ein Hort des Pragmatismus und des Bürgerservices. Zumal ich vermutlich nicht mal mehr die Kraft habe mich da hin zu schleppen. Noch mal alles erzählen, noch mal jede Frage beantworten müssen - ne danke, ich würd' in der S-Bahn kotzen zusammenklappen. Schon vor Gespräch Nummer 1 hab ich binnen kürzester Zeit ein Päckchen wegqualmt und jedem Hund beim Gassi gehen Konkurrenz gemacht.

#6


F
Zitat von pax:
Hast Du denn für Dich selber schon erkannt, warum Du so unruhig bist?
Was macht Dich so zittrig?


Wenn ich das wüsste, wäre mir schon geholfen. Ich tippe darauf das die negativen Eigenschaften die ich schon immer hatte, aus irgendeinem Grund (oder mehreren) die Oberhand gewonnen haben. Klar definieren kann ich sie leider nicht, dazu war ich ja bei der Therapeutin, aber so wie ich ihren Schubs in Richtung "Verhaltenstherapie" verstanden habe, soll ich mich wohl auch besser darauf konzentrieren, meinen seelischen Motor irgendwie zu flicken, anstatt nach dem tatsächlichen Problem zu fahnden.

Zitat von pax:
Vor was hast Du Angst oder ein ungutes Gefühl?


Vor allem? Alles könnte in einer Niederlage enden auch wenn ich logisch weiß das es nicht so ist. Ich habe eine Hausarbeit in einer Nacht runtergefetzt (weil ich mich vor Angst vorher einfach nicht überwinden konnte). Ich hab 13 von 18 Punkte bekommen (drittbeste Arbeit) für etwas wofür ich mir keine drei Punkte geben hätte. Anstatt mich zu freuen, hab ich die Assi des Profs angeschaut und gefragt, wie man den auf so ein Ergebnis für so eine schlechte Arbeit kommen würde. Danach bin ich zittern zur S-Bahn gelaufen und hab zwei Monate lang die Uni nicht betreten. Und das ist nur ein Beispiel.

Zitat von pax:
warum willst du Deiner Freundin nichts sagen?
Sie wird Dich schon nicht ins Knie beißen.
Wenn doch mußt Dir wohl Trennung überlegen.


Das Thema "Freundin" ist sakrosankt.

#7


Gundi
Die Steigerung von Therapie wäre ein Klinikaufenthalt. Aber wie willst Du den Deiner Liebsten verkaufen ? So eine Klinik (Reha) bewirkt zwar auch keine Wunder, aber mir hat es schon geholfen, mal den Teufelskreis zu durchbrechen. Ich bin da jeden Tag schwimmen gegangen und habe viel Fitness gemacht, mich um meine Ernährung gekümmert und an den Therapien teilgenommen, die so doof nicht waren. Es gibt zumindest meistens einen Weg, dass das Licht am Horizont zumindest etwas heller wird.

Du bist doch pfiffig, Du kannst Dir doch im Inet auch Medis raussuchen, wo Du meinst die passen und arrangierst Dich mit Deinem Haus- und Hofarzt.

#8


F
Zitat von Gundi:
ein Klinikaufenthalt


Geht nicht aus fünf Gründen:

1. Freundin
2. Freundin
3. Freundin
4. laufen da wohl ebenfalls Therapeuten rum
5. auch wenn ich die ultimative Lösung zum jetzigen Zeitpunkt ablehne, möchte ich wenigstens die theoretische Möglichkeit der Flucht behalten. Würde mir da ein Therapeut draufkommen, daß ich die Klinik verlassen will um mir einen hübschen Baum zu suchen, würde ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach schnell auf einer Liege mit enganliegenden Lederbändern wiederfinden.

Zumal das Thema auch schon von der Therapeutin angesprochen wurde. Warteliste ebenfalls bis Bagdad, zumal ich mich auch wieder überwinden müsste da überhaupt hinzugehen. *katzebeißtsichindenschwanz*

Zitat von Gundi:
Du bist doch pfiffig, Du kannst Dir doch im Inet auch Medis raussuchen, wo Du meinst die passen und arrangierst Dich mit Deinem Haus- und Hofarzt.


Macht der nicht und ich kenne auch keinen "freigiebigen" Arzt in der Richtung. Zumal bei mir noch das Problem dazu kommt, daß ich der Sohn einer "Person von Rang und Ansehen" bin und schon selbst "in tragender Rolle im Gemeindewesen" mitgewirkt habe. Habe schon miterlebt wie mein Vater mich darauf angesprochen hat, daß ich ja dann und dann beim Arzt wegen xyz war. Ich hab ziemlich schnell gelernt, daß bei Ärzten und Arzthelferinnen die Schweigepflicht einen feuchten Dreck wert ist und das auch eine Bevölkerungszahl von über 30.000 nicht vor Klatsch und Tratsch schützt.

#9


P
Huhu,

Die Zeiten, in denen man in der Klinik ans Bett geschnallt wurde, sind längst vorbei, glaub mir
Wenn du gehen willst, gehst du, auf eigene Verantwortung eben.
Das ist wie in jeder anderen Klinik auch.
Da wird man auch nicht mit Dro. ruhig gestellt und mit Antidepressiva vollgepumpt, die Ärzte versuchen wirklich, dir zu helfen.

Wenn du keinen vollstationären Aufenthalt willst, wie wäre es mit einer Tagesklinik? Da ist man Vormittags in der klinik, Nachmittags und abends ist man Daheim. Man verliert also nie den Alltag aus dem Blick, bekommt aber trotzdem intensive Betreuung jeden Tag.
Vielleicht eine Alternative für dich?

Ich glaube ernsthaft, wenn, wie du schreibst, deine Freundin das Einzige ist, was dich noch am Leben hält, dass du da nicht mehr alleine raus kommst.
Ich denke, dass du Hilfe holen solltest, auch, wenn deine Abneigung aufgrund deiner Erfahrungen groß ist.
Wenn man was am Herz hat, geht man zum Kardiologen, und wenn man was an der Seele hat zum Therapeuten/Psychiater
Die sind eben speziell ausgebildet, dir zu helfen, zeigen dir Wege auf und neue Optionen, die du davor gar nicht gesehen hast.
Natürlich ist es klasse, wenn man als Patient auch von sich aus an sich arbeitet -aber so ein Therapeut kann einen auch sehr dabei unterstützen.

Ich finde es übrigens schade, dass du deiner Freundin deine Probleme verheimlichst. Dadurch machst du dir doch selber noch viel größeren Druck, als du eh schon hast. Ich denke nicht, dass dir das gut tut.
Außerdem ist die Krankheit so immer was Geheimes, was Schlimmes irgendwie -das macht einen auf Dauer kaputt.
Steh einfach dazu: Ja, ich bin krank, aber ich arbeite an mir und ich hole mir Hilfe, und es geht vorbei.
Ich hab auch etwas gebraucht, bis ich zu meinen Ängsten stehen konnte, und zugeben konnte,dass ich mir therapeutische Hilfe hole, aber sobald ich es einmal ausgesprochen hatte fiel eine riesen Last von mir ab.

Alles Gute,
Pilongo

#10


P
Zitat:
Anstatt mich zu freuen, hab ich die Assi des Profs angeschaut und gefragt, wie man den auf so ein Ergebnis für so eine schlechte Arbeit kommen würde. Danach bin ich zittern zur S-Bahn gelaufen und hab zwei Monate lang die Uni nicht betreten. Und das ist nur ein Beispiel.


Hast Du ein Intelligenzproblem? Machst Du dich gerne nieder? Wurde von seitens Deiner Eltern viel verlangt? Würde mit den Fingern auf Dich gezeigt?


Freundin als Grund gilt nicht. Lass mal was anderes hören.

#11


Gundi
Wenn sich soviele Katzen in den schw*** (Das Wort steht echt auf dem Wortfilter) beissen, dann wird es in der Tat schwierig. Ich tendiere dann doch zu Medis wie Cipralex. Das kannst Du Dir auch in der nächstgrösseren Stadt verordenen lassen, denn schliesslich hast Du freie Arztwahl.

Was die Freundin anbelangt, beziehst Du ja ziemlich klare Position, aber in einem Umfeld mit Geheimnissen zu leben, ist natürlich auch nicht förderlich und schafft zusätzlich Stress, der ja gerade bei Ängsten ungünstig ist.

#12


F
Zitat von Pilongo:
Die Zeiten, in denen man in der Klinik ans Bett geschnallt wurde, sind längst vorbei, glaub mir


Meine Informationen besagen das Gegenteil. Zwar könnte ich aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen zum Schluß kommen, daß ich meinen Selbstmord öffentlich ankündigen kann und die Therapeuten erfreut über die Entlastung mir noch die Tür aufhalten, aber ausprobieren möchte ich es ehrlich gesagt nicht.

Zitat von Pilongo:
Da wird man auch nicht mit Dro. ruhig gestellt und mit Antidepressiva vollgepumpt,


Zugedröhnt werden? Gerne. Eine Nacht ohne Alpträume wär mal ne schöne Abwechslung.

Zitat von Pilongo:
die Ärzte versuchen wirklich, dir zu helfen.


Gemachte Erfahrungen besagen das Gegenteil.

Zitat von Pilongo:
Wenn du keinen vollstationären Aufenthalt willst, wie wäre es mit einer Tagesklinik? Da ist man Vormittags in der klinik, Nachmittags und abends ist man Daheim. Man verliert also nie den Alltag aus dem Blick, bekommt aber trotzdem intensive Betreuung jeden Tag.
Vielleicht eine Alternative für dich?


Das Muster wiederholt sich:

1. Therapeuten
2. selbst bei Bereitschaft zum Kontakt, dürfte die Kraft fehlen
3. selbst wenn die Kraft da wäre, sind die Wartelisten entsprechend

Zitat von Pilongo:
Ich denke, dass du Hilfe holen solltest, auch, wenn deine Abneigung aufgrund deiner Erfahrungen groß ist.
Wenn man was am Herz hat, geht man zum Kardiologen, und wenn man was an der Seele hat zum Therapeuten/Psychiater
Die sind eben speziell ausgebildet, dir zu helfen, zeigen dir Wege auf und neue Optionen, die du davor gar nicht gesehen hast.
Natürlich ist es klasse, wenn man als Patient auch von sich aus an sich arbeitet -aber so ein Therapeut kann einen auch sehr dabei unterstützen.


Ich verweigere nicht die Therapie aufgrund grundsätzlicher Vorbehalte, sondern aufgrund negativer Erfahrungen beim Versuch sie zu bekommen. Und selbst wenn ich sie jetzt doch wollte, bekomme ich sie nicht. Ich hab zwei DIN A4-Seiten abtelefoniert. Die Hälfte hat nicht mal zurückgerufen, die anderen Hälfte (bis auf die zwei Ausnahmen) hat von freundlichem Bedauern bis hin zu genervten "ich habe bis nächstes Jahr keinen Therapieplatz mehr frei" reagiert. Vielleicht hatte ich nur Pech und hätte ich mir andere Adressen gesucht in absehbarer Zeit einen Therapieplatz bekommen, aber ich hab für mich beschlossen das es reicht. Ich hab nicht vor um einen Platz zu betteln. Soviel Selbstachtung ist mir noch geblieben.


Ich danke euch für eure Hilfe und bin mir bewusst das ihr es gut meint mit eurem Schubs Richtung "Therapie". Nichts desto gehört das Thema für mich nicht zu meinen Optionen. Ich suche nach Links zur Selbsthilfe, fernab der sogenannten Profis.

#13


F
Zitat von pax:
Hast Du ein Intelligenzproblem?


Schön wär's. Ich hab den studentischen IQ-Durchschnitt von 112. Ich bin bloß auf einigen Feldern ziemlich gut.

Zitat von pax:
Machst Du dich gerne nieder?


Früher nein, heute Dauerzustand.

Zitat von pax:
Wurde von seitens Deiner Eltern viel verlangt?


Mein Eltern sind tatsächlich ein Problem, aber nichts was mich so aus der Bahn geworfen haben kann. Zumal mein Vater seit Jahren versucht seine Fehler bei mir wieder gut zu machen. So schön es wäre die Schuld auf meine Eltern abzuschieben, kann ich ihnen bestenfalls eine geringfügige Mitschuld geben.

Zitat von pax:
Würde mit den Fingern auf Dich gezeigt?


Kurz und gut: Ja, man würde in der Stadt mit dem Finger auf mich zeigen.

Zitat von Gundi:
Wenn sich soviele Katzen in den schw*** (Das Wort steht echt auf dem Wortfilter) beissen, dann wird es in der Tat schwierig. Ich tendiere dann doch zu Medis wie Cipralex. Das kannst Du Dir auch in der nächstgrösseren Stadt verordenen lassen, denn schliesslich hast Du freie Arztwahl.


Hab ich auch schon dran gedacht und auch wenn bekannt ist, daß viele Ärzte nach dem Motto gehen "Smarties sind für alle da!", würde ich mich ehrlich gesagt nicht trauen bei einem Arzt einfach so danach zu fragen.

Zitat:
Was die Freundin anbelangt, beziehst Du ja ziemlich klare Position, aber in einem Umfeld mit Geheimnissen zu leben, ist natürlich auch nicht förderlich und schafft zusätzlich Stress, der ja gerade bei Ängsten ungünstig ist.


Das ist mir bewusst.

#14


Gundi
Zitat:
Hab ich auch schon dran gedacht und auch wenn bekannt ist, daß viele Ärzte nach dem Motto gehen "Smarties sind für alle da!", würde ich mich ehrlich gesagt nicht trauen bei einem Arzt einfach so danach zu fragen.


Ja, aber irgendwo solltest Du schon ansetzen

#15


E
Hallo Felix Pannemann,

Du klingst verdammt zynisch, in Bezug auf Dich und Deine Probleme
Nützt es Dir was, bingt Dich das weiter. Ändere doch mal Dein Blick.
Anlauf Schwierigkeiten können passieren, ist halt dumm gelaufen bei Dir und Du bist vielleicht enttäuscht, aber aufgeben und Dir Selbst die fachliche Hilfe zu verwehren, nützt Dir doch auch nichts außer das Du bei der zynischen Haltung zu Dir und Deinen Problemen bleibt. Selbsthilfe kann natürlich nicht Schaden und es ist ganz nüzlich ersetzt nicht die professionelle Hilfestellung. Bücher gibt es genung davon, auch das Telefon des Vertrauens, hier bei "UNS" findest Du immer ein offenes Ohr.
Ganz viele Leute von hier haben Dir auch ein Rat gegeben.
Wehre doch das nicht so ab, überdenke doch vielleicht noch mal alles.
Lies Dir doch nochmal die Beiträge durch.
Es wird auch für Dich eine Lösung geben.
Gruß Engel33

#16


F
Zitat:
Ja, aber irgendwo solltest Du schon ansetzen


Mein Ansatz ist Selbsthilfe. Das du ihn nicht gut heißt ist OK, ich gönne jedem seine Meinung, aber das ändert nichts daran das ich durchaus bereit bin "irgendwo" anzusetzen, auch wenn du anscheinend Versuche jenseits von Seelenklempner und Dröhnung als untauglich und nicht relevant einstufst.

Zitat:
Aber was suchst Du genau. Andere Foren zum Thema gibt es zuhauf, da brauchst Du nur googeln


Und genau da hakt's. Aufgrund mangelnder Erfahrung mit dem Thema sind zwar ein Haufen Links bei rumgekommen, aber in der Regel bekommt man da zur Begrüßung den Text eines "Profis" serviert. Ich hingegen suche nach Betroffenen die ihre Lösungsstrategien jenseits der Therapeutenpraxis veröffentlicht haben.

Zitat von Engel33:
Anlauf Schwierigkeiten können passieren, ist halt dumm gelaufen bei Dir und Du bist vielleicht enttäuscht, aber aufgeben ... nützt Dir doch auch nichts außer das Du bei der zynischen Haltung zu Dir und Deinen Problemen bleibt.


Ich gebe nicht auf, sondern suche nach Alternativen.

Zitat von Engel33:
Du klingst verdammt zynisch, in Bezug auf Dich und Deine Probleme
Nützt es Dir was, bingt Dich das weiter. Ändere doch mal Dein Blick.


Das tue ich. Der konventionelle Weg ist gescheitert, als richte ich meinen "Blick" auf alternative Lösungsmöglichkeiten. Wenn man den Feind nicht verbrennen kann, versucht man ihn halt zu ersäufen.

Zitat von Engel33:
Selbsthilfe kann natürlich nicht Schaden und es ist ganz nüzlich ersetzt nicht die professionelle Hilfestellung.


Gut, mal angenommen ich wäre bereit mich noch einmal einem Therapeuten auszusetzen - wie überbrücke ich Wartezeit von voraussichtlich mehreren Monaten? Was ist also dagegen zu sagen, solange nach Alternativen zu suchen, anstatt nur auf jemanden zu vertrauen, der aus der Erfahrung heraus sich erst mal das Vertrauen verdienen müsste? Zumal zu bedenken ist, daß jeder Ratgeber davon spricht mehrere Therapeuten auszuprobieren, die Wartezeit bis es zu einer effektiven Behandlung kommt sich also der Theorie nach noch einmal verlängert.

Versteht mich nicht falsch: Psyche ist nun mal kniffliger als Brötchen backen - das ist mir bewusst. Auch der Umstand das ich nicht der einzige bin der Hilfe benötigt und die Wartezeiten auch aus Überlastung resultieren. Aber ich habe nicht vor in Gottvertrauen noch mehr Monate meines Lebens zu verschwenden, darauf zu warten, daß irgend wann vielleicht eine Person willens und fähig ist mir zu helfen. Mal davon abgesehen das mein Leben bisher ein kontinuierlicher Abwärtstrend ist. Ich habe nicht vor auszuprobieren wie tief es noch nach unten gehen kann und wie lange ich noch brauche um der ultima ratio nicht mehr wiederstehen zu können.

Zumal ich das:

Zitat:
ersetzt nicht die professionelle Hilfestellung.


anzweifle. Ich komme familiär aus einer ähnlichen Ecke und habe die Erfahrung gemacht das hier oft der Alleinvertretungsanspruch meist ausgeprägter ist, als die tatsächlich vorhandenen Qualifikationen. "Klappern gehört halt zum Handwerk" wie man so schön sagt.

Zitat von Engel33:
auch das Telefon des Vertrauens, hier bei "UNS" findest Du immer ein offenes Ohr.


Danke, aber ich such nicht nach seelischer, sondern eher nach "technischer" Unterstützung.

Zitat von Engel33:
Ganz viele Leute von hier haben Dir auch ein Rat gegeben.


Ich weiß die guten Absichten dahinter zu schätzen.

Zitat von Engel33:
Wehre doch das nicht so ab, überdenke doch vielleicht noch mal alles.


Versteht mich bitte nicht falsch, aber all diese Vorschläge bin ich schon vor längerem als Option durchgegangen. Entweder habe ich sie verworfen oder sie sind gescheitert.

#17

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Da Sonnenbrille, Perücke und se.xy Oberlippenbart zum Ankleben wohl auch nicht die ultimatie Lösung sind, empfehle ich Dir, doch einfach hier im Forum zu verweilen

Hier kannst Du anonym agieren und solange Du keinen Expertenrat möchtest, werden Dir die Therapeuten hier auch freiwillig aus dem Weg gehen.

Medikamentöse Unterstützung kannst Du auch von Deinem Hausarzt bekommen, das darf der Therapeut sowiso nicht verschreiben, sofern er nicht auch Neurologe oder Psychater ist.

Ansonsten schnapp Dir zuallererst mal Johanniskrautkapseln, bei denen mittlerweile feststeht, dass sie besser wirken als viele Antidepressiva.

Praktische Tips bekommst Du dann von satt und reichlich von uns, sofern Du uns mal ein bischen mehr über Deine Probleme schildern möchtest.

#18


Z
Menno...geballte Rechtschreibfehler....muss wohl an der Uhrzeit liegen

Aber dann mal gleich ein Nachtrag von mir:

Viele hier sind schon durchtherapiert und haben nur eines gelernt:

Keiner kann Dir helfen, nur Du selber!

Das ist schon jahrelang meine Erkenntnis.

Ein Therapeut kann einem nur Denkanstöße und Motivation liefern, den Rest muss man eh alleine bewältigen.
Todlabern der Vergangenheit mag einigen helfen, aber ich vertrete die Meinung, die eigene Historie lässt sich auch mit viel dichterischer Freiheit nicht schöner und besser reden.
Und selbst wenn ich einigen "Verursachern" im Nachhinein die Absolution erteile, löst das meine jetzigen Schwierigkeiten auch nicht.

#19


F
Zitat von Zamira:
Da Sonnenbrille, Perücke und se.xy Oberlippenbart zum Ankleben wohl auch nicht die ultimatie Lösung sind, empfehle ich Dir, doch einfach hier im Forum zu verweilen


Sorry, aber den Gag kapier ich gerade nicht.

Zitat von Zamira:
Hier kannst Du anonym agieren und solange Du keinen Expertenrat möchtest, werden Dir die Therapeuten hier auch freiwillig aus dem Weg gehen.


Wer meint etwas zu wissen und es mir mitteilen möchte, kann das ruhig tun, solang er nicht beleidigt ist, wenn ich seinen Rat nicht annehme.

Zitat von Zamira:
Medikamentöse Unterstützung kannst Du auch von Deinem Hausarzt bekommen, das darf der Therapeut sowiso nicht verschreiben, sofern er nicht auch Neurologe oder Psychater ist.


Die Erklärung zum Thema Dröhnung&Hausarzt hab ich schon weiter oben gegeben.

Zitat von Zamira:
Ansonsten schnapp Dir zuallererst mal Johanniskrautkapseln, bei denen mittlerweile feststeht, dass sie besser wirken als viele Antidepressiva.


Danke für den Tip. Schon in der Größenordnung "nuclear strike" ausprobiert - Ergebnis leider negativ. Zumal ja Johanniskraut mittlerweile als Medikiller verschriehen ist und es meinem Blutdruck wohl gar nicht gut tun würde, wenn mein Bisoprolol plötzlich nicht mehr funzt.

Zitat von Zamira:
Praktische Tips bekommst Du dann von satt und reichlich von uns, sofern Du uns mal ein bischen mehr über Deine Probleme schildern möchtest.


Danke, ich werd drüber schlafen.

#20


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Mira Weyer
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