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In Therapeuten verliebt?

201328.11




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«  1, 2, 3  »
Hallo zusammen,

ich weiß ja nicht, ob sich der Thread für euch jetzt wieder erledigt hat. Wenn nicht, würde ich auch noch gerne meinen Senf dazu geben
Ich bin auch seit ein einhalb Jahren in einer Verhaltenstherapie und ich bin auch davon überzeugt, den absoluten Glücksgriff mit meiner Therapeutin gemacht zu haben. Am Anfang ging es dabei auch "nur" um meine Angststörung, dann später noch so um dies und jenes und weitere mehr oder minder große Baustellen. Es war von Anfang an so, dass wir einen sehr guten Draht zu einander hatten, da wir auch einen recht ähnlichen Humor teilen. Sie ist so witzig, so einfühlsam und hilft mir durch jeden Mist, der mich begleitet und interessiert sich sehr für mein Wohl. Nach einem halben Jahr stellte sich bei mir auch das Gefühl ein, mich in sie verliebt zu haben, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt auch in einer festen und hauptsächlich glücklichen Beziehung war. Das hat mich umgehauen, weil ich es nicht verstanden habe und nicht einordnen konnte.. Von dort an begann der erdrückende Zustand, den du, Florence, auch beschreibst: ich habe mich durch die Wochen gewartet und es war eine Mischung aus Grauen und euphorisierender Vorfreude. Mittlerweile ist es so, dass ich immer noch den Eindruck habe, dass ich verliebt bin. Ich merke aber ganz deutlich, wie sehr mir diese Liebe in der Therapie hilft, weil sie mich anspornt und mir die Energie gibt, die ich benötige. Ich genieße diese Sitzungen mehr als alles andere, weil ich diese tiefe Verbundenheit genieße. Ich weiß ganz genau, dass meine Liebe eher weniger mit S. Verlangen zu tun hat und ich habe mich auch lange gefragt, ob es nicht besser wäre, die Karten auf den Tisch zu legen, als "heimlich" (denn wie heimlich kann so etwas schon sein? Sie liest mich auch in übrigen Belangen wie ein weit geöffnetes Buch) verliebt zu sein. Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden und genieße das Gefühl, das ich bei ihr habe. Sie kompensiert momentan ein Manko, dass sich schon sehr lange durch mein Leben zieht, und das ist okay so! Ich bin fest davon überzeugt, dass, wenn der Zeitpunkt der Beendung meiner Therapie gekommen ist, eine andere Person (oder vielleicht sogar ich selbst!) diesen Posten übernehmen werde. Denn du gehst ja erst, wenn du auch bereit dazu bist. Dass du dich so fühlst, wie du dich fühlst, zeigt doch nur, dass es voran geht und du dich bei deinem Therapeuten wohl fühlst. Ich versuche "einfach", den Zustand, in dem ich mich befinde, nicht zu viel zu zerdenken..

Liebe Grüße!

Auf das Thema antworten
Danke1xDanke




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1
Mittelfranken
6
  28.11.2013 22:30  
Danke Sternenfänger,
stimmt ganz viel was du geschrieben hast.
Gestern hatte ich wieder eine Therapiestunde.
Da sitzt der da, grinst leicht , freut sich mich zu sehen, macht am Anfang immer paar Komplimente und schaut dabei selber verdammt gut aus.
Und ich? Vertraue dem voll und ganz! Fühle mich wohl und einfach gut.
Ich kann ihm Sachen erzählen, die ich nicht mal mir selber erzählen würde.
Dann hilft er mir, erklärt und macht mir Vorschläge, wie ich meine nächsten Angstsituationen angehen könnte.
Und ich, ich merke wie ich mich verändere. Stärker werde, selbstbewusster.
Ich habe das Gefühl, als schäle ich mich zur Zeit.
Wäre da von meiner Seite aus keine Liebe im Spiel, hätte ich das nicht geschafft.
Und ich glaube er weis das! Und weil er klug ist, nutzt er mein Gefühl. Aber er nutzt es nicht aus.

Ich glaube der Mann ist mein Sechser im Lotto. Auch wenn er irgendwann mal nicht mehr da sein wird.

Danke2xDanke


2
1
  29.11.2013 00:19  
Hey Florence,
jetzt bin ich wirklich sehr erstaunt, wie sehr du mir aus der Seele sprichst. Um ehrlich zu sein bin ich sehr froh, dass du diesen Thread eröffnet hast, weil mir das zeigt, dass ich mit meinem Gefühl nicht allein dastehe. Den Eindruck hatte ich nämlich sehr lang, ich hab ohnehin Probleme mit meinem Selbstwert, da war das nicht gerade förderlich.
Meine Therapeutin macht mir auch ganz gezielte Komplimente, von denen sie genau weiß, was für Punkte sie berühren und in welchem Maße sie mir helfen. Wenn ich bei ihr war, dann glaube ich oft, ich kann alles schaffen und fasse mehr Hoffnung. Das ist irgendwie ein ganz besonderer Zauber.. Ich hätte nie gedacht, mich irgendeiner Person so so sehr öffnen zu können - und trotzdem so wie ich bin akzeptiert zu werden. Das ist einfach ein wahnsinnig tolles Gefühl, das mir momentan niemand anders geben kann. Wenn wir zusammen eine meiner Angstsituationen bewältigen, ist das klasse, und sie feiert dann immer so, was mich sehr sehr stark macht.
Ich bin einfach nur glücklich, die Entscheidung, diese Therapie anzufangen, getroffen zu haben. Und irgendwie lehrt mich das Ganze nur, dass trotz der "Dienstleistung" ihrerseits die Beziehung doch sehr sehr menschlich ist. Und das ist doch auch beruhigend.



1
  27.02.2014 22:48  
Hallo ihr Lieben,

als ich diesen Beitrag gelesen habe, kam mir erstmals Hoffnung... Ich bin nicht allein.

Ich habe das selbe Problem, bin seit Ende November in stationärer Behandlung wegen Bulimie.
Hab selbst bemerkt, wie weit ich schon gekommen bin (bin seit satten 13 Wochen kotz-frei ) und fühle mich super...
Nun, da ich schon viele Enttäuschungen bezüglich Therapeuten erlebt habe (fühlte mich nicht als Mensch wahrgenommen, Therapeut/Patient-Prinzip, etc.) habe ich nun in der Tagesklinik für ES einen sehr jungen (kein wirklich großer Altersunterschied) Therapeuten, der mir zum ersten Mal nicht nur sagt, dass er mich versteht, sondern ich auch das Gefühl habe, dass es wirklich so ist.
Anfangs war ich einfach nur heil froh, endlich einen Therapeuten zu haben, bei dem ich auch den Menschen hinter der Therapeutenmasche erkennen kann.
Er erzählt mir auch von sich, macht mir Komplimente ('muss' er ja, ist schließlich mein Therapeut...) wie, dass ich sehr wohl hübsch, intelligent und fleißig bin, begründet diese Behauptungen auch ausführlich, etc.
Wir lachen viel miteinander, er nimmt sich viel Zeit für mich, obwohl er auch andere Patienten zur Betreuung hat, setzt er sich oft mit mir ohne Termin zusammen.
Zuerst dachte ich mir, dass ich spinne. Er ist mein Therapeut, das ist sein Beruf und privat ist er vermutlich auch ganz anders... bla bla.
Gestern, als ich mal wieder echt mies gelaunt, von einer Gruppentherapie kurz verabschiedete um kurz meine Gedanken zu sammeln, kam er zu mir, redete mit mir, sagte, dass auch er von dieser bestimmten Situation die gerade an der TK herrscht, genervt sei und beruhigte mich. Später, als das Gespräch zu Ende war, schauten wir uns tief in die Augen und ich merkte sofort, dass er (etwa verlegen? oder war es nur Unbehagen? ich weiß es nicht) zu Boden schaute. Die Woche zuvor sagte er mir einmal, dass er mich gerade sehr gerne umarmen würde, doch da er mein Therapeut sei, wäre das unangebracht...
Ich habe ein dezent schräges Äußeres (Piercings, auffallende Haare, etc.) und ebenfalls gestern, verriet er mir, er hatte ebenfalls mal so eine "Phase"... bilde ich mir das nur ein, oder versucht er mir vl zu imponieren? Oder macht er diese Dinge nur um mein Vertrauen zu festigen und Fortschritte in der Therapie zu erzielen? die Vernunft sagt auch, ich hätte weit wichtigere Themen, mit denen ich mich z.Z. beschäftigen sollte, doch ich kann nicht aufhören an ihn zu denken.
Wenn ich in seiner Nähe bin, hätte ich so gerne, dass er mich einfach festhaltet und mir zeigt, dass er für mich da ist und ich für ihn weit mehr als nur 'die Patientin' bin...
Wie soll ich nur damit umgehen? ich habe solche Angst vor der Wahrheit, auch wenn ich sie schon kenne. auch habe ich Angst, dass meine Genesung damit verhindert wird.
ich möchte einfach Klarheit und doch möchte ich weiter Träumen dürfen. Ihm es sagen? Ich könnte es glaube ich nicht, da es mir wohl doch das Herz brechen würde und ich Angst habe, dass ich mich wieder komplett zurückziehen würde...
Schließlich WILL ich ja gesund werden...

Danke für die Zeit, die ihr aufbringt, diese Zeilen einer Spätpubertierenden Essgestörten zu lesen...

Eure wind_and_shadow



4
  28.02.2014 11:01  
Hallo Leute,
ich möchte mich gerne austauschen zum Thema "Verliebt in den Therapeuten". Ich finde kein derartiges Forum hier, hatte aber eines im Internet gefunden, das inzwischen geschlossen wurde.
ich würde mich gerne zu dem Thema austauschen, weil ich nicht recht weiß, wohin damit und es mich doch immer wieder ziemlich beschäftigt.
Wie gehen andere Frauen und Männer damit um? Ich weiß von 4 anderen Frauen, denen das passiert ist - aber die sind aus der Situation inzwischen raus.
Wem geht es gerade wie mir? Und will/wollen sich jd./ Leute im Forum daraus austauschen?
Ich freue mich auf Antworten!
Liebe Grüße
Shaira





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Mittelfranken
6
  24.03.2014 16:22  
Hallo,
ich melde mich einfach mal wieder.
Bin überrascht wieviele Zugriffe diese Thema gefunden hat.

Meine Therapie macht in der Richtung gute Fortschritte, als dass meine Angsterkrankung (Zittern, nix Essen usw. vor anderen) immer besser wird.
Aber dieses blöde Sehnen nach meinem Therapeuten ist immer noch da. Im Gegenteil, wird immer mehr. Letztes Mal war ich drauf und dran es ihm zu erzählen.
Habe ihm auch schon erzählt, dass ich zuviel an ihn denke. Dass er in jeder Situation neben mir steht (gedanklich natürlich). Dass ich das nicht richtig finde. Dass ich deswegen ein schlechtes Gewissen habe.
Er sagt dann nur: warum? Die Gedanken sind doch frei.
Ich überlege jetzt, ob ich es aufschreibe und wenn ich wieder eine Therapiestunde habe und zu feige bin es ihm zu sagen, dass ich ihm dann den Zettel geben kann.
Aber irgendwas muss ich tun, das zermürbt mich.



19280
124
891
  24.03.2014 16:42  
Florence hat geschrieben:
Hallo,
ich melde mich einfach mal wieder.
Bin überrascht wieviele Zugriffe diese Thema gefunden hat.

Meine Therapie macht in der Richtung gute Fortschritte, als dass meine Angsterkrankung (Zittern, nix Essen usw. vor anderen) immer besser wird.
Aber dieses blöde Sehnen nach meinem Therapeuten ist immer noch da. Im Gegenteil, wird immer mehr. Letztes Mal war ich drauf und dran es ihm zu erzählen.
Habe ihm auch schon erzählt, dass ich zuviel an ihn denke. Dass er in jeder Situation neben mir steht (gedanklich natürlich). Dass ich das nicht richtig finde. Dass ich deswegen ein schlechtes Gewissen habe.
Er sagt dann nur: warum? Die Gedanken sind doch frei.
Ich überlege jetzt, ob ich es aufschreibe und wenn ich wieder eine Therapiestunde habe und zu feige bin es ihm zu sagen, dass ich ihm dann den Zettel geben kann.
Aber irgendwas muss ich tun, das zermürbt mich.


ok, wenn du das so siehst, dann mach das, schreib es nieder.
Ein guter Therapeut muss auch damit umgehen können.



4
  07.04.2014 20:25  
Nein, ich würde es ihm nicht erzählen, dazu gibt es zuviele Übergriffe. Ich habe jetzt mit einer Psychiaterin gesprochen, die auch Psychotherapien anbietet, weil ich überlegt hatte, die Methode zu wechseln bevor die letzten Stunden auslaufen. Sie meinte, es ist gut, als Frau bei einer Frau Therapie zu machen, da ist die Chance, sich zu verlieben, ungleich geringer. Und dass es manchen Männern gefällt, wenn man in sie verliebt ist. Das glaube ich auch: dass viele Therapeuten Womanizer sind. Es ist sicher schmeichelhaft, wenn 1/3 (schätze ich mal) der Klientinnen ihren Therapeuten schöne Augen machen. - Der Therapeut, an den ich nach wie vor leider unangemessen denke, hat Kinder und ist sicher verheiratet, und von daher werde ich auch zum Ende der Therapie hin nix verdeutlichen. Allerdings ist es das erste mal, dass ich mir unmittelbar im Anschluss eine neue psychologische Begleitung suche, denn das Ganze hat mich doch ungewöhnlich mitgenommen. Und ich konnte das Thema Beziehung, Männer, Verliebtsein bei ihm nicht ansprechen, das war mir einfach zu nahe und peinlich an der unterschwelligen Situation dran. Da nützte es mir auch nix, irgendwo zu lesen, dass ich in Wirklichkeit nicht in den Menschen verliebt bin, sondern dass es eine Übertragung ist und ich tatsächlich in mein eigenes Ich verliebt bin, auf dass ich mit dem Menschen hinarbeite. LOL...



5256
6
Mittelfranken
5186
  08.04.2014 16:32  
Ich war jahrelang in einen Therapeuten verliebt, im Nachhinein weiß ich, dass es eben zu einem therapeutischen

Prozess dazugehört. Vor allem, nachdem mir sehr viele andere ebenso davon erzählt haben. Ein guter Therapeut weiß dies und nutzt es für den therapeutischen Prozess.

Dass das nichts mit "normaler Verliebtheit" zu tun hat, zeigt sich darin, dass man auch genauso in seine Therapeutin (als Frau, ohne gleichgeschlechtliche Tendenzen zu haben) verliebt sein kann.

Es heisst nur, dass ein guter Draht, eine gute Chemie vorhanden ist, eine gute Voraussetzung für eine Therapie.



4
  14.05.2014 08:29  
Ich weiß nicht, ob der Zustand mit der Verliebtheit für mich so gut ist im therapeutischen Prozess. Mir geht es nach der Sitzung mit dem Mann nicht besonders, da fühle ich mich noch alleiniger und auch am nächsten Tag noch immer schlecht. Ich denke dann, es ist besser für mich, den nicht wiederzusehen. Die Sache läuft eh irgendwann aus, aber im Grunde würde ich gerne weiter Therapie machen, bei einer beruhigenden Frau am besten, bei jdm., den ich nicht angucke und während bei dem bei mir beim Gespräch abläuft, ob der auf ner Verliebtheitsebene was aussagt. Mir ist das vorher noch nicht passiert und ich hatte schon mal mit einem Therapeuten einen ähnlich guten Draht ohne meine Chemie und das war sehr gut.
Einmal habe ich den Therapeuten in den Öffentlichen gesehen, da hatte er mich wohl auch bemerkt, hat aber nicht hochgesehen, sondern krampfig nach unten. Da hab ich gedacht, der guckt mich nur im therapeutischen Setting an und sonst nicht. Das war so eine Art Bruch. Und als er kurz darauf mal wieder im Urlaub war, als es mir ganz schlecht ging, habe ich meine "hidden agenda" doch sehr in Frage gestellt. Ich habe mir dann andere therapeutische Gefilde gesucht, in denen ich auch Ansprache habe. Aber eine geregelte wirkliche Therapie ersetzt das nicht.
Ich danke für die Antworten hier. Interessant ist, dass die Leute trotz der Übertragung in den Therapien bleiben. Geht es euch nach diesen Sitzungen nicht schlechter als nach welchen, die ohne diesen Chemie-Faktor waren?



3
1
  20.07.2014 23:39  
Es ist ein Thema, das zur Zeit sehr an mir nagt. Ich habe mich darüber sehr schlau gemacht und bin verblüfft wie vielen Klienten und auch Therapeuten es so geht. Da gibt es Supervisionen ohne Ende!
Bislang habe ich Gefühle, vor allem dieser Art, als hmm..geschwollen gesehen, etwas "heiliges" betrachtet. Ein Zustand aus dem man schöpft, weil man die Hoffnung hat, dass die Gefühle im besten Fall erwidert werden. Aber noch niemals habe ich mich in einer Situation wiedergefunden, in der solch intensive Gefühle gar bewusst erzeugt worden, völlig uneigennützig. Ich finde das sehr verwirrend und auch irgendwie verletzend.
Ich habe mich Hals über Kopf in meinen Therapeuten verliebt, und ja dieser Zustand hatte den Effekt, dass ich so nicht nur die Trennung von meinem Partner eingeleitet habe, sondern mich sogar massiv befreit gefühlt habe.
Ich finde das schon eine ziemlich harte Nummer, dass diese Vorgehensweise ein Teil einer Therapie ist. Obwohl mir die Hintergründe klar sind!

Fakt ist, dass ich nun unglücklicher darüber bin, dass ich die Gefühle, die "bewusst" erzeugt wurden nicht erwidert werden, als die Trennung von meinem langjährigen Partner. Da der Therapeut auch Paar- und S. ist, könnte man im Nachhinein meinen, dass er hätte mehr auf die Konflikte in der Partnerschaft und deren Lösung bedacht gewesen sein muss.
Wie ich erfahren habe, bekam ich nach meiner Offenbarung die gleichen "Floskeln" zu lesen, wie sie in solch einem Fall von einem Therapeuten angemessen sind. "Er hat es geahnt...", "es war erwünscht..."
Dennoch haben wir die Therapie "offiziell" beendet und wir sind so verblieben, dass ich mich melden würde.
Das habe ich auch getan, in dem ich mich ihm offenbart habe, aber nur mit der Gewissheit, dass wir uns nicht mehr Wiedersehen würden.
Daraufhin schrieb er mir, dass man solch unaufgelöste Übertragung nicht einfach stehen lassen kann und wir uns unbedingt wieder zusammensetzten sollen um das professionell zu bearbeiten.

Das ist doch irr...

Gott, habe ich bedauert, dass wir uns unter diesen Umständen kennengelernt haben!



  21.07.2014 10:01  
Du wolltest den Kontakt zum Therapeuten abbrechen, sicher nicht leicht, aber sachlich gesehen die beste Lösung für Dich. Er will ihn aufrechterhalten, um alles" professionell zu bearbeiten"

Fakt ist, dass er sehr viel über Dich weiß, Du aber sehr wenig über ihn. Er weiß auch um Deine Gefühle für ihn.
Das verschafft ihm grosse Vorteile - und ist äußerst unfair, wenn er irgendwelche Absichten hat.

Ich will dem Mann jetzt nichts unterstellen, dass steht mir nicht zu, aber aber ich hätte ein ungutes Gefühl.

Im Extremfall hat er Dich gezielt dahingehend manipuliert, das Du Dich von Deinem langjärigem Partner trennst.

Warum wohl ?

Ja, vielleicht sehe ich alles zu Negativ. Aber pass bitte auf Dich auf !

LG



  21.07.2014 14:54  
Capa hat geschrieben:

Liebe Capa,

dass Dich das in Verwirrung stürzt glaube ich Dir gerne, denn die Therapie soll einem Klarheit bringen und nicht noch die Gefühle durcheinander.


Aber noch niemals habe ich mich in einer Situation wiedergefunden, in der solch intensive Gefühle gar bewusst erzeugt worden, völlig uneigennützig. Ich finde das sehr verwirrend und auch irgendwie verletzend.

Ich finde das schon eine ziemlich harte Nummer, dass diese Vorgehensweise ein Teil einer Therapie ist. Obwohl mir die Hintergründe klar sind!

Also das habe ich noch nie gehört und selbst auch nicht so erlebt. Mein Thera war wie ein helfender Freund und hätte niemals versucht sich grenzüberschreitent zu verhalten. Ich hätte ihm sonst niemals vertrauen können. Und das wäre für mich absolut grenzüberschreitend und auf gar keinen Fall Teil der Therapie !

Wie kommst Du überhaupt darauf dass das bewusst erzeugt wurde und Teil von Deiner Therapie sein soll ?

Ich meine das jetzt nicht böse, aber kann es sein dass Du es nur so aufgefasst hast, weil da Jemand war, der einfühlsam und verständnisvoll mit Dir gesprochen hat. Etwas was Dir so sehr gefehlt hat, denn sonst hättest Du ja nicht mit Deinem Freund schluss gemacht und Dich sogar befreit gefühlt.


Wie ich erfahren habe, bekam ich nach meiner Offenbarung die gleichen "Floskeln" zu lesen, wie sie in solch einem Fall von einem Therapeuten angemessen sind. "Er hat es geahnt...", "es war erwünscht..."

Hmmm...... ? Dieser Satz ist sehr verwirrend.

Wie Du erfahren hast ... sagt aus dass Du es aus dritter Hand weißt passt aber nicht zu ......
bekahm ich die gleichen Floskeln zu lesen wie sie für einen Thera angemessen sind.

Heißt das dass er Dir das schriftlich mitgeteilt hat ? Schon allein das ist absolut unüblich. Normalerweise wird alles in der Therapie besprochen. Auch wenn Du ihm einen Brief schreibst.

Es war erwünscht ist in keinem Fall angemessen. Dafür können Theras richtig viel Ärger bekommen. Bei ihnen gibt es ein sogenanntes Abstinenzgebot (nennt sich so) = immmer eine gesunde Distanz wahren.

Wenn sich nun ein Patient/in in einen Thera verliebt versucht ein seriöser Thera durch ein Gespräch die Situation zu entschärfen. Wenn das nicht möglich ist wird er Dich an einen Kollegen verweisen, denn er kann Dich mit Deiner Problematik nicht alleine lassen. Das kann ja noch mehr Schaden bei Dir anrichten.

Also entweder hast Du seine Empathie falsch interpretiert oder Du solltest ihn anzeigen weil er unseriös ist und Dir einen neuen Thera suchen.

Liebe Grüsse




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  21.07.2014 15:35  
Das verwirrt mich eben so.
Ich glaube zwar nicht, dass er explizit gemeint hat, dass die Gefühle von ihm erwünscht waren, sondern es quasi eine Art Idealzustand in der Therapie darstellt, wenn solch eine Übertragung stattfindet und man sich auf Grund von intensiven Gefühlen so sehr öffnet. Was ich eigentlich nicht mehr konnte, weil meine Gefühle ja so intensiv wurden. Weibliche Schutzfunktion!

Ich habe ihm meine Gefühle erst nach der Beendigung der Therapie mitgeteilt, weil ich mich sicher fühlte, da ich ihn länger nicht sehen würde.
Blöder Weise sind wir im gleichen Alter und besuchen ähnlich Orte in der Stadt (sind uns auch schon privat über den Weg gelaufen)

Na jedenfalls schrieb er mir sofort darauf zurück, dass er gerne mit mir darüber reden würde. Dann erwähnte er eben, dass er es bereits geahnt hat.
Dennoch sei es aus therapeutischer Sicht unverantwortlich einen Klienten mit einer solch unaufgelöster Situation sich selbst zu überlassen.
Ich habe ihm mit einem Schmunzel mitgeteilt, dass es doch recht fahrlässig sei einen Klienten bei solch einer Ahnung ziehen zu lassen...

Ich habe mich nun darauf eingelassen und werde einen erneuten Termin wahrnehmen. Es bleibt spannend!

Ich muss dazu sagen, dass ich auch insgesamt nicht lange bei ihm war, lediglich 3/4 Monate. Ich war dort wegen Panickattacken die er mir innert kürzester Zeit auskuriert hat. Die Verliebtheit setzte erst zum Schluss ein



3
1
  21.07.2014 15:38  
und nein. Ich werde ihn sicherlich nicht anzeigen. Er hat mir die Knie weich gemacht und meinen Geist bis zum Rand des Universums beflügelt. Dafür sollte man danken.
Aber unter natürlichen menschlichen Umständen bekommt man evtl. die Gelegenheit zurückgeliebt zu werden. Die Chancen hier stehen da wohl 10000000 Universen zu eins :/
Das macht mich sehr traurig

Danke1xDanke



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  25.07.2014 16:12  
Interessanter Thread...
Wenn ich da jetzt an meine Therapeutin denke, komme ich zu folgender Erkenntnis. Wir kennen uns schon viele Jahre und ich muss sagen, sie war von Anfang an nett zu mir und sie war mir auch sympathisch. Auch wenn die Abstände in letzter Zeit länger sind, gehe ich weiterhin gerne zu ihr in Therapie, weil mir das guttut, mir alles von der Seele zu reden...Sie stand/steht mir nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite. Auch war ich durch stationäre Aufenthalte auch bei einigen anderen Therapeuten und da hatte ich viele gute Erfahrungen machen können, was ebenfalls sehr gutgetan hatte.

Letztens zum Beispiel hatte ich sie angerufen, weil ich Bescheid sagen wollte, dass ich zum nächsten Termin komme. Und ich laufe da ne halbe Stunde und fahre dann noch ne ca. dreiviertel Stunde mit dem Bus. Dann hatten wir es meistens so gemacht, dass sie mich rückzu mit dem Auto mitnahm. Diesmal meinte sie aber, würde es nicht klappen, mit dem mitnehmen. Ich sollte also wieder mit dem Bus fahren. Daraufhin meinte ich, wir könnten ja den Termin nochmal verschieben, aber wollte sie nicht. Und ich muss sagen, das war richtig so. Denn im Nachhinein sagte ich mir, dass ich doch ganz schön verwöhnt sei, wenn sie mich rückzu öfters mit dem Auto mitnahm. Also, wenn ich es hin schaffte mit dem Bus, dann würde ich es auch zurück schaffen. Das hatten wir auch nochmal besprochen letztens und ich musste darüber lachen. Ich muss aber auch dazu sagen, damals brauchte ich nur ne halbe Stunde mit der Straßenbahn fahren, um zu ihr zu kommen.

LG



4
  19.10.2014 18:29  
Hallo Capa,
nein, verklagen würd ich den auch nicht.
Und mehr als Floskeln als Antwort auf die eigene "Offenbarung" ist in den meisten Fällen wohl nicht zu erwarten. Das habe ich von 2 Frauen gehört, dass die Therapeuten dann so reagieren. Auf die Art: "Es ist eine Übertragung. In Wirklichkeit ist der Mensch ganz anders" oder "das es nicht geht, hat nichts damit zu tun,dass Sie nicht ansprechend sind, es ist ein Gesetz" oder so. - Der eine, von dem ich gehört hatte, wollte nach der "Offenbarung" der Patientin (die sie während und nicht zum Schluss der Therapie gemacht hat), dass sie sich in ihn verliebt habe, jedes mal unbedingt an dem Thema arbeiten. Der ging zu dem Zeitpunkt gerade durch eine Scheidung...

Ich denke, es ist gut, wenn überhaupt, das zum Schluss der Therapie zu sagen, und auch nur, weil es eben wohl nur 1 Leben gibt. Die Frage ist aber auch, ob frau mit einem Typen zusammensein will, der einen Beruf gewählt hat, bei dem normal ist,dass sich über die Hälfte (?) seiner Patientinnen in ihn verknallen. Ist das denn für einen selbst alltagstauglich lebbar, wenn man selbst nicht soviel Liebe im Leben hatte und das Selbstbewußtsein als Frau u.U. nicht so groß ist? Dann ist so ein Mann neben einem doch nur eine Belastung.

In meinem Fall habe ich den Typen noch mal mit seinen Kindern und in männlicher Begleitung auf einem Boot im Fluß in der Nachbarschaft vorbeifahren sehen und bin dann im Sommer ziemlich übel abgefahren. Da hab ich dann ganz viel an den gedacht und irgendwann bin ich in dem Stadtteil, in dem der wohnt, eingeladen gewesen und habe auf der Fahrt mit der Tram die jungen Frauen mit Kids angeguckt und gedacht:"Welche der jungen blonden Frauen ist wohl die, mit der er zusammen ist?" und das war mir dann doch alles zuviel. Der Schmerz, diese extreme Bezogenheit. Bei der nächsten Sitzung habe ich dann - für mich selbst überraschend und also impulsiv- gesagt, dass ich "mit ihm nicht reden könnte und wechseln möchte". Das hab ich dann nach ein paar Wochen von der Vernunft her eher revidiert, - weil er wirklich engagiert und wohlwollend ist- aber jetzt habe ich erstmal gesagt, dass ich Pause machen will, weil der Zustand, in dem ich war, mir nicht mehr gut tat.
Ich kenne das aber auch so, dass ich mich im real life zurückziehe, wenn ich mich verliebe und mir auch schon geschadet habe, weil ich Situationen abgebrochen habe wegen dieser Gefühle. Ich muss mal sehen, vielleicht geht es wieder.

Im übrigen ist der Typ ein schwerer Fall. Ich habe vor über 12 Jahren mal mit dem zusammen einen Kurs gemacht und fand ihn verstiegen und gespreizt, also wirklich arrogant und unangenehm. Zweigesichtig, denn bei einer Bioenergetischen Übung wirkte er dann wieder empathisch und beruhigend. Damals habe ich schon gedacht, typisch Psychologe. Da war er noch in Ausbildung und brauchte den Kurs dafür. - Also im Grunde halte ich nicht viel von PsychologInnen und schon gar nicht von PsychiaterInnen und ich denke auch, dass ich dem gar nicht gewachsen wäre, tatsächlich mit einem liiert zu sein, den jede Woche etliche Frauen großäugig verknallt ansehen - wofür er schlappe über 80Euro erhält- und ich selbst bin im Leben mit der Liebe eher nicht gesegnet gewesen. Das ist ja auch mal zu überlegen.

An Deiner Stelle würde ich mich nicht auf eine längere Bearbeitung der Übertragungsliebe einlassen; ich weiß nicht, ob das soviel bringt. Ich würde eher gepflegt und wie gewohnt durch den Liebeskummer gehen- denn es ist ja einer und das ist es nun mal- und dann denken, es soll so sein. Ich würde nicht- wie eine Freundin von mir- ewig mit ihm zusammen die Übertragung bearbeiten; ich gehe davon aus, dass es vielen Männern gefällt, wenn Frauen auf sie abfahren - und sich aufgrund einer eigenen narzißtischen Störung solche Berufe wählen. Da wäre ich vorsichtig. Eher würde ich das nochmal mit einer Frau oder einem anderen Therapeuten bearbeiten.



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  11.07.2017 16:55  
Hallo zusammen ich hatte vor einer Weile auch das Dilemma in meinen Psychologen verliebt zu sein, habe es ihm dann gestanden und er hat auch total professionell reagiert.
Dann war es auch wieder okay habe dann eine Therapie gemacht stationär, und hatte ihn dann eine Weile nicht gesehen, habe mich dann in einen von der Therapie verliebt ein mitpatient.
Ich muss dazu sagen ich habe ein extremes Vertrauens Problem gegenüber anderen Menschen und leide an bindungsangst.
Und habe mich massiv von allen zurückgezogen, und jetzt ist für mich nur mein Psychologe wichtige er ist der winzigste den ich in meinem Leben haben möchte, und brauche,
Ich habe keine verliebtheits Gefühle für ihn, aber ich mag ihn wirklich sehr empfinde für ihn eine sehr große Zuneigung.
Ich denke das ich das aus selnstschutz tue das er mir wieder unglaublich wichtig ist auf Grund meiner bindungsangst.

In Bezug auf den Kommentar das viele Patienten denken das Psychologen keine Sorgen und Probleme haben, kann ich nur sagen ich weiß das das auch nur Menschen sind und genauso Angst haben, denken und fühlen wie wir. Und die wissen genau wie es uns geht weil das Leben sie auf grausame weise zur Psychologie geführt hat.
So wie es bei mir war, darum sind Psychologen schon mal grundsätzlich besser als der Rest der Welt, ich möchte auch Menschen helfen Psychologie studieren, ich fühle mich irgendwie dafür berufen und das ist der Grund warum ich hier bin, und warum ich das alles durchmachen musste, um diesen weg zu finden für den ich gemacht werden bin um anderen zu helfen.



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  04.11.2017 15:38  
Ihr Lieben,

seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der innigen Verbindungen zu Therapeuten, Psychologen, Sozialpädagogen. Und zwar weil ich mich selbst in einen solchen Menschen im Laufe der Zeit verliebt habe und es eben sehr schwierig war einen Weg zu finden damit umzugehen. Beidseitige Gefühle machen es dabei leider auch nicht gerade einfacher. Dieser schmale Grad zwischen Liebe, Professionalität und Verantwortung ist eine der größten Herausforderungen.

Habt ihr selbst Erfahrungen in dem Bereich? Vernunfts- oder Erfolgsgeschichten?

Liebe Grüße
Cat



  04.11.2017 15:42  
Wenn ich tiefe Gefühle für einen Thera empfinden würde,wäre ich schneller weg, als er gucken kann.
Das bringt doch keinem was. Es soll einem durch eine Therapie schließlich besser gehen,
zusätzlich gefühlsmäßig Verstrickungen, würden bei mir nicht gerade dazu beitragen.
Irgendwie finde ich es auch nicht gerade professionell, von einem Therapeuten, wenn er dann
weiter mit einer Person arbeitet. Der kann doch dann nicht mehr neutral bleiben und alles ist
dann für die Katz.

Danke3xDanke


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