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Hallo zusammen!

Eines vorweg: Ich weiß, dass ich die Entscheidung vollkommen alleine treffen muss - dennoch würde ich mich über einen Rat, Hinweise oder über eigene Erfahrungsberichte freuen:

Ich bin seit 20 Jahren mit meinem Mann zusammen. Seid ca. 15 sind wir verheiratet (ich bin 38 Jahre).
Mein Mann war bis vor etwa zwei Jahren mein absoluter Lebensmittelpunkt. Ich war ihm immer absolut treu, es gab nie auch nur ansatzweise Interesse von mir gegenüber anderen Männer. Ich hab andere Männer noch nicht einmal näher angesehen! Für mich war immer klar: Mein Mann und sonst keiner.

Natürlich gab es immer mal wieder Höhen und Tiefen, aber die haben wir gut gemeistert. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich anfangs - weil jung - sehr unselbständig war und er viel für mich gemacht hat. Je selbständiger ich wurde, desto schwieriger wurde es für ihn. Kinder haben wir keine, dafür Haustiere. Vor ein paar Jahren haben wir gebaut, wir haben außerdem eine kleine Firma zusammen. Eigentlich wie im Märchen.

Nun ja, vor etwa zwei Jahren waren wir gemeinsam auf Reisen. Dort lernte ich einen Mann kennen, der mich von Anfang an geflasht hat. Mein Mann war während dieser Reise krank und so hatte ich demzufolge etwas mehr Kontakt zu dem anderen. Und es kam, wie es kommen musste: Ich habe mich noch in diesem Urlaub, eigentlich sozusagen auf den ersten Blick, ihn diesen Kerl verliebt (passiert ist absolut gar nichts, nicht einmal ein Kuss). Wir verabschiedeten uns, blieben aber über Facebook in Kontakt, schrieben uns hin und wieder. Und obwohl der Kontakt sporadisch war, merkte ich, dass ich diesen Kerl nicht mehr aus dem Kopf bekam. Ich musste ungelogen jeden Tag mehrmals an ihn denken. Mein Leben hatte sich auf dieser Reise vollkommen verändert!

Ich war es letztendlich, die so große Sehnsucht nach diesem Kerl hatte, dass ich wegen einem Treffen angefragt habe. Er stimmte zu und so trafen wir uns ein gutes halbes Jahr später. Kurz davor wurde das Schreiben intensiver, wir flirteten. Nun ja, wir haben uns getroffen und ich hatte wieder beim ersten Blick diese Schmetterlinge im Bauch. Kurz nach dem ersten Umarmen küsste er mich zum ersten Mal. Er gestand mir, dass er sich ebenfalls auf den ersten Blick damals in mich verliebt hätte, wegen meinem Mann aber natürlich nicht weiter gegangen ist.

Nun ja, ich war nicht stark genug ... seitdem schreiben wir uns täglich, intensiv, und es ist eine Beziehung daraus geworden. Mir ist dieser Mann so verdammt wichtig geworden und ich kann wirklich sagen, dass ich ihn wahnsinnig liebe. Wir treffen uns nicht oft, weil es räumlich schwierig ist (wohnen ca. 4 Stunden auseinander, er ist viel beruflich unterwegs), aber wenn wir uns sehen, ist es so, als wären wir schon seit 10 Jahren zusammen. So intensiv, so voller Liebe, so harmonisch, so vertraut. Auch von seiner Seite her ist es genau so. Er schickt mir ganz oft Blumen, wir telefonieren, er schreibt tolle Sachen und ist einfach wundervoll.

Natürlich habe ich dennoch immer wieder versucht, mich zu lösen. Weil ich weiß, dass es eigentlich nicht richtig ist, dass es nicht sein darf. Und dann kommt aber wieder der Gedanke, dass ich doch auch ein Recht auf Glücklichsein habe. Und dieser Mann vermittelt mir so viel, was ich nie hatte.

Soweit so gut. Dennoch schaffe ich es nicht, mich von meinem Mann zu trennen. Aus Gewissensbissen, aus Angst, ihn zu verletzen, ihm finanziell zu schaden, weil wir natürlich gemeinsame Verbindlichkeiten wegen dem Haus haben, dann die Firma zusammen. Denn ich mag ihn ja trotzdem noch, aber einfach nur noch freundschaftlich.

Die Ehe ist natürlich nicht mehr perfekt. Wir streiten uns oft. Er merkt, dass etwas nicht stimmt. Ich habe ihm im letzten Jahr auch gesagt, dass ich mich verliebt habe. Er will/wollte das nicht wahrhaben. Fast jede Woche gibt es Gespräche über Trennung. Wenn ich dann soweit bin und sage, ja, es wäre besser, wenn wir uns trennen, damit jeder seinen Weg gehen kann (er ist ja auch nicht mehr glücklich, wirft mir zig Dinge vor, die ich in seinen Augen falsch mache - betrifft den Alltag etc.), dreht er ab und meint dann, nein, das will er dann doch nicht. Und ich bin nicht stark genug, um den Schlussstrich zu ziehen, weil ich angst habe, dass es in einen Rosenkrieg endet. Ich würde mich gerne "normal" trennen, eben im Einvernehmen, ohne Stress, dass man sich dann trotzdem unterstützt und schaut, dass man alles gut regelt. Ich will auch nichts von ihm. Will keinen Unterhalt oder sonst etwas. Ich weiß aber, dass ich mir allein keine Wohnung leisten kann, mein "Freund" kann aber aktuell auch nicht aus seiner Wohnung. Und Umziehen von mir zu ihm geht aus familiärer (Eltern) und beruflicher Sicht nicht.

Ich sehne mich von Tag zu Tag mehr nach meinem Freund und dass wir endlich richtig zusammen sein können. Und doch habe ich angst, mich zu trennen und einen Menschen zu verletzen, dem ich mein halbes Jahr bisher gewidmet habe und der mir ja nach wie vor als Mensch wichtig ist.

Mein "Freund" ist unglaublich in dieser Hinsicht. Er hätte jeden Grund, mir nach zwei Jahren die Pistole auf die Brust zu setzen. Aber genau das tut er nicht. Für ihn ist es sehr schwer, dass ich noch zu Hause bin, natürlich gibt es hier auch immer wieder Gespräche. Trotzdem akzeptiert er das und lässt mir alle Zeit der Welt. Er meint, er würde auf ewig auf mich warten. Aber ich will es ja selber endlich mal wieder geregelt haben und vor allem ehrlich sein. Ich war immer ein sehr ehrlicher Mensch und jetzt lüge ich Tag für Tag ... meinen Mann und mich selbst an.

Wer war schon einmal in einer ähnlichen Situation? Und bitte keine Vorwürfe. Ich weiß, dass es schei.. ist, was ich da mache, aber die Liebe ist einfach zu groß.

21.02.2019 09:46 • 27.03.2019 #1


22 Antworten ↓


Hallo Savi,

ohje....ich kenne diese Situation sehr gut, stecke Momentan praktisch exakt im gleichen Dilemma, nur bin ich in der Position von deinem Mann, nicht in der von Dir!
Bei uns kommt erschwerend hinzu, dass Kinder im Spiel sind, aber egal.
Im Grunde gibt es hier aus meiner Sicht zwei Sichtweisen:

1) Vernunft / Verstand

Wenn du diesen anderen Mann liebst wird es keinen Sinn machen, nur aus "Vernunftsgründen" oder auf Grund eines schlechten Gewissens mit deinem Mann weiter zusammen zu bleiben. Das geht über kurz oder lang
so oder so nach hinten los, daher kannst du auch gleich die Reißleine ziehen und dem ganzen Spuk ein Ende machen - auch oder gerade aus Rücksicht auf deinen Mann. Das was du da tust ist weder fair gegenüber
ihm noch produktiv im Sinne von, dass ihr eure Beziehung wieder zurecht rückt.
Überlge für dich, ob du wirklich noch einen Sinn in euerer Beziehung siehst und bereit bist, darin zu investieren. Oder ist es vielleicht nur die "Angst" vor dem Neuen, Unbekannten, die Unsicherheit?
Um diese Situation wieder "auszumerzen" ist jede Menge Arbeit nötig - das muss man wollen und können, ggf. mit
externer Unterstützung. Wenn du das mit Ja bantworten kannst musst du aber als erstes hart zu Dir selbst sein, und die Beziehung zum anderen beenden - sonst kann das niemals was werden.
Wenn nein, sei fair und beende das Ganze in Richtung deines Mannes.
Hinweis: Wie gesagt stecke ich im gleichen "Mist" fest - aus der Position deines Mannes. Es verlangt mir viel das so zu sehen, zu schreiben, weil das genau das ist, was ich nicht will, was sicher auch dein Mann nicht
will, was aber - einfach stumpf rational gedacht - wohl dennoch richtig ist.


2) Emphatisch, Emotional

Es ist immer Abhängig vom eigenen Charakter, aber ich kann bis heute nicht verstehen, warum man - wenn man doch praktisch sein halbes Leben miteinander verbracht hat - all das, was man zusammen
aufgebaut hat, aufgeben will? Wenn man so lange zusammen ist, ist man sich vertraut, man kennt sich, man weiß wie der andere reagiert, man kann sich idealerweise 100% aufeinander verlassen, erfährt
gegenseitige Unterstützung, hat ein eingespieltes Leben. Manch einer mag das als die klasssiche "Langweile" ansehen - aber ist es denn nicht das, was eine echte, erwachsene Beziehung ausmacht? Um DAS
aufzubauen brauch es Zeit, das kann eine neue Beziehung niemals leisten. Ist man wirklich bereit, dass alles aufzugeben für ein Gefühl der verliebtheit, dass sicher auch nach 2-3 Jahren (wenn nicht früher) nicht
mehr so intenstiv ist wie aktuell? Ohne dass man auch nur mal ansatzweise so etwas wie den Alltag mit dem neue Partner verbracht hat? Ohne dass man weiß, wie er reagiert, wo die "Macken" liegen, ob er
überhaupt jeamals ein echter Partner wird oder nach dem Verliebtsein nichts mehr kommt?
Ich - aber das ist wirklich meine persönliche Meinung - würde das niemals aufs Spiel setzen, auch wenn nach langer Ehe so etwas natürlich verführerisch wirken kann. Ich bin der Meinung, dass man an
einer Partnerschaft arbeiten kann, arbeiten muss - dazu gehören Höhen wie Tiefen, im Extremfall sicher auch mal "fremd verlieben", ja. Aber wenn eine Beziehung mal so eine reife erreicht hat, dann
ist es einfach nicht mehr das "Ich verlasse dich mal eben" - sondern dann ist das ein Einschnitt für beide Seiten, der extrem ist, das muss einfach bedacht werden.


Ok, ob es Dir hilft weiß ich nicht - das sind jetzt einfach mal zwei Sichtweisen die Dir vielleicht neue Denkansätze liefern soll. Ich vermute einfach mal, dass dein Mann (Wie ich auch) nach der zweiten Sichtweise agiert - du solltest, wenn es denn nicht mehr anders geht, wohl eher nach der ersten Sichtweise handeln.
Raten kann ich dir nur, dass dennoch gut zu überlegen - wenn dein Mann halbwegs "standfest" ist wird es kein Zurück geben. Das neue kann bestimmt super schön, bereichernd, perfekt werden - aber es gibt eben auch die andere Seite.

21.02.2019 11:35 • x 5 #2



Ich schaffe es nicht, mich zu trennen

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kalina
Niemals würde ich eine gute Ehe die bis dahin super funktioniert hat wegen so einer Verliebtheit hinwerfen.

Denn in jeder Beziehung kommt irgendwann der Punkt, wo die Schmetterlinge nicht mehr so stark da sind, der Alltag die Beziehung etwas langweilig werden lässt.

Ich bin sicher, dass Dir das Kribbeln und Abenteuer gefehlt hat und Du deswegen für den anderen Gefühle entwickelt hast. Das war die Sehnsucht nach dem Neuen, Aufregenden im Gegensatz zu dem Alten, vertrauten, langweiligen.

Dieses Neue wird irgendwann auch alt und vertraut und langweilig werden, wirst Du dann wieder nach was Neuem Ausschau halten?

Man projeziert in eine neue Verliebtheit IMMER Wünsche und Sehnsüchte hinein, die einem gerade fehlen.

Ich bin sicher, dass auch der neue Mann auf Dauer im Alltag diese Wünsche und Sehnsüchte nicht mehr befriedigen kann.
Im Rausch der Verliebtheit ist jeder Mann toll. Wie die Beziehung in Wirklichkeit ist stellt sich erst nach etwa 2 Jahren heraus, wenn man den Alltag miteinander gelebt hat und sich dann wirklich kennen lernt ohne die rosa Brille. Im Moment bist Du im Rauschzustand.
Da kann Dein Mann sowieso nicht gut abschneiden.

Ich finde es ziemlich unfair und achtlos Deinem Mann gegenüber, mit dem anderen was angefangen zu haben ohne Dich schon vorher von Deinem Mann zu trennen. Beides geht nun mal nicht. Wie würde es Dir gehen, wenn Dein Mann dasselbe gemacht hätte? Versuch Dir das mal vorzustellen. Warum behandelt man Menschen nicht so, wie man selbst gern behandelt werden möchte? Also normalerweise mit Respekt. Ganz besonders aber diejenigen, die man mag oder liebt. Dass Du Dir trotz der Ehe einen anderen Mann gesucht hast, ist Betrug und absolut respektlos. Warum hast Du nicht VORHER mit Deinem Mann gesprochen und andere Wege gesucht?

Trenne Dich und starte mit dem anderen Mann was Neues. Ich glaub nicht dass Du das Glück hast auch mit dem Neuen nach 20 Jahren noch so glücklich zu sein wie mit dem jetzigen.

Ich kann nicht verstehen, wie man eine so lange und gute Beziehung wegwerfen kann. Manchmal muss man aber erst etwas verlieren, damit man merkt was man Wertvolles hatte.

Zitat von AlexGP:
Es ist immer Abhängig vom eigenen Charakter, aber ich kann bis heute nicht verstehen, warum man - wenn man doch praktisch sein halbes Leben miteinander verbracht hat - all das, was man zusammen
aufgebaut hat, aufgeben will? Wenn man so lange zusammen ist, ist man sich vertraut, man kennt sich, man weiß wie der andere reagiert, man kann sich idealerweise 100% aufeinander verlassen, erfährt
gegenseitige Unterstützung, hat ein eingespieltes Leben. Manch einer mag das als die klasssiche "Langweile" ansehen - aber ist es denn nicht das, was eine echte, erwachsene Beziehung ausmacht? Um DAS
aufzubauen brauch es Zeit, das kann eine neue Beziehung niemals leisten. Ist man wirklich bereit, dass alles aufzugeben für ein Gefühl der verliebtheit, dass sicher auch nach 2-3 Jahren (wenn nicht früher) nicht
mehr so intenstiv ist wie aktuell? Ohne dass man auch nur mal ansatzweise so etwas wie den Alltag mit dem neue Partner verbracht hat? Ohne dass man weiß, wie er reagiert, wo die "Macken" liegen, ob er
überhaupt jeamals ein echter Partner wird oder nach dem Verliebtsein nichts mehr kommt?
Ich - aber das ist wirklich meine persönliche Meinung - würde das niemals aufs Spiel setzen, auch wenn nach langer Ehe so etwas natürlich verführerisch wirken kann. Ich bin der Meinung, dass man an
einer Partnerschaft arbeiten kann, arbeiten muss - dazu gehören Höhen wie Tiefen, im Extremfall sicher auch mal "fremd verlieben", ja. Aber wenn eine Beziehung mal so eine reife erreicht hat, dann
ist es einfach nicht mehr das "Ich verlasse dich mal eben" - sondern dann ist das ein Einschnitt für beide Seiten, der extrem ist, das muss einfach bedacht werden.

Genauso sehe ich das auch.

21.02.2019 12:48 • x 5 #3


kalina
Zitat von Savi:
Ich weiß aber, dass ich mir allein keine Wohnung leisten kann, mein "Freund" kann aber aktuell auch nicht aus seiner Wohnung.


Deswegen bei Deinem Mann zu bleiben ist traurig und das hat er bestimmt nicht verdient. Anscheinend hast Du hauptsächlich Angst die Annehmlichkeiten wie Haus und Geschäft zu verlieren. Dann trenne Dich lieber.

So groß kann die neue Liebe dann ja auch wieder nicht sein, wenn der Freund auch nicht plant zu Dir zu ziehen.

21.02.2019 16:37 • x 1 #4


guteFee
Hier kommt mein Erfahrungsbericht...

Ich war damals in einer langjährigen Beziehung.
Eigentlich lief alles super. Gut, das Kribbeln war nie sehr stark zwischen uns, aber wer braucht das schon? Schließlich funktionierte (fast) alles andere gut.
Uns ging es gut.

Die Antwort kam dann nach ca 8 Jahren.

Ich kürze jetzt mal drastisch ab.
Das im Unterbewusstsein vermisste Kribbeln im Bauch war stärker als das "Geborgenfühlen" und Lügen hasste ich immer schon. Also gab es für mich nur eins, die Trennung!


Das Kribbeln im Bauch hat mir sehr viel gegeben. Nichts war stärker als dieses Gefühl. Ich ließ alles was mir mal Sicherheit gegeben hat zurück und genoss meine neue "Liebe".

Natürlich, hätte ja auch gut gehen können.
Ich will Dir jetzt nicht die Hoffnungen nehmen.

Aber, die Antwort bekommt man meistens erst dann, wenn das Kribbeln im Bauch vergangen ist und Du merkst, dass die Geborgenheit und Vertrautheit viel mehr Wert haben.
Dass es eigentlich erst wahre Liebe ist, wenn man viele Jahre zusammen wächst!
Wenn man die "Macken" des Anderen akzeptiert, die Fehler verzeiht..

Ob es bei dir "die wahre Liebe" ist, wird sich erst raus stellen wenn Du einen neuen Anfang wagst.
Nur wer wagt, der gewinnt, oder wie heißt das so schön?

Nur leider ist es so, dass man dabei auch sehr viel verlieren kann!

21.02.2019 18:37 • x 6 #5


kalina
Zitat von guteFee:
Aber, die Antwort bekommt man meistens erst dann, wenn das Kribbeln im Bauch vergangen ist und Du merkst, dass die Geborgenheit und Vertrautheit viel mehr Wert haben.
Dass es eigentlich erst wahre Liebe ist, wenn man viele Jahre zusammen wächst!
Wenn man die "Macken" des Anderen akzeptiert, die Fehler verzeiht..


Das ist eigentlich der Kern der Sache. Genau das wollte ich auch ausdrücken und guteFee hat das echt super ausgedrückt.
Nur, wenn man verliebt ist, dann sieht man nicht klar. Man ist wie vernebelt.

21.02.2019 21:13 • x 1 #6


Zitat von guteFee:
Aber, die Antwort bekommt man meistens erst dann, wenn das Kribbeln im Bauch vergangen ist und Du merkst, dass die Geborgenheit und Vertrautheit viel mehr Wert haben.
Dass es eigentlich erst wahre Liebe ist, wenn man viele Jahre zusammen wächst!
Wenn man die "Macken" des Anderen akzeptiert, die Fehler verzeiht..

Ob es bei dir "die wahre Liebe" ist, wird sich erst raus stellen wenn Du einen neuen Anfang wagst.
Nur wer wagt, der gewinnt, oder wie heißt das so schön?

Nur leider ist es so, dass man dabei auch sehr viel verlieren kann!


...damit ist eigentlich alles gesagt, genau. Das trifft sehr gut den Kern der Sache und ist auch das, was ich mit meinem Beitrag aussagen will.
Ich bleibe dabei, es muss jeder selbst wissen - die Aussage "wer nicht wagt, der nicht gewinnt" ist sicher richtig. Aber es ist immer ein Abschätzen in Relation - mir wäre der Einsatz einfach zu hoch.

@savi:
Nachvollziehbar ist es für mich nach wie vor nicht, aber ich wünsche Dir trotzdem die richtige Portion "Realität und Mut" bei deiner Entscheidung.

21.02.2019 23:45 • x 2 #7


Rosenroth_
Ich denke, am meisten lernst du dabei über dich selbst.

Früher auf dich zu hören. Früher genau das in deiner Beziehung zu leben, was dich jetzt von außen kommend vom Hocker hauen konnte. Was hast du in deiner Beziehung vermisst, wo konnte dich der andere abholen? Ich bin immer wieder überrascht, dass es bei vielen Aufmerksamkeit ist.

Dieser Wunsch nach entspannter Trennung und fließendem Übergang zum nächsten langfristig aufmerksamen Partner ist fair enough, aber guck auch, was du für die anderen tust, wie aufmerksam du für sie bist. Auch der Titel deines Threads hört sich eher passiv an. Vielleicht kannst du daran für dich arbeiten, sodass du aus vollem Herzen Ja zu Dingen sagst und bei anderen Dingen selbstbewusst den schlussstrich ziehst.

Es ist eigentlich egal was du machst. Folgst du dem anderen, wirst du genauso Verantwortung für dich übernehmen müssen, auch diese Beziehung wird mal Arbeit sein. Nehmt euch viel Zeit, euch kennenzulernen, gerade bei Liebe auf den ersten Blick. Er hat auch keinen Grund Dir Stress zu machen, er wartet ja noch auf den nächsten Schritt, den du ihm versprichst. Und du projizierst ja aktuell noch deine Sehnsucht nach Harmonie auf ihn, daher kann er noch nicht viel falsch machen.

22.02.2019 11:18 • x 1 #8


Hallo zusammen!

Ihr habt definitiv recht ... es ist unfair von mir, wie ich meinen Mann behandle. Das streite ich auch gar nicht ab und das ist mir durchaus bewusst. Deshalb fühle ich mich ja auch nicht gut.

Natürlich schätze ich, was wir 20 lange Jahre hatten, die Vertrautheit etc. Und natürlich mache ich mir meine Gedanken und wäge immer wieder ab, ob das mit dem Neuen auch so wäre. Auch er hat Macken, die ich auch schon kennengelernt habe. Ganz so rosarot ist die Brille nicht mehr.

Auf jeden Fall vielen Dank für die Denkanstöße und den Kopf waschen. Wenn man immer nur für sich selbst grübelt und nachdenkt, verfällt man in einen Tunnel. Genau deshalb habe ich hier nach Euren Sichtweisen gefragt.

22.02.2019 11:48 • x 1 #9


kalina
War es eigentlich Euer Wunsch, keine Kinder zu bekommen? Also auch Dein Wunsch?
Könnte es sein, dass ein Kinderwunsch bei Dir besteht und Du glaubst diesen eventuell mit dem neuen Partner erfüllen zu können?
Das ist nur so ein Gedanke. Könnte ja in Deinem Alter tatsächlich ein Grund fürs neue Verlieben sein.

Ist Dein Ehemann eigentlich viel älter als Du?

22.02.2019 16:47 • #10


Hallo kalina!

Mein Ehemann ist 6 Jahre älter als ich.

Es war tatsächlich der Entschluss meines Mannes, keine Kinder zu bekommen. Ich habe es dann aus Liebe zu ihm und weil ich das Leben mit ihm nicht aufgeben wollte, akzeptiert. Er war mir damals wichtiger als Kinder.

Nein, das Thema "Kinder" ist auch für mich erledigt. Meine "neue Liebe" ist 14 Jahre älter als ich. Da kommt ein Kind definitiv nicht mehr in Frage.

25.02.2019 10:25 • x 1 #11


Bleib bei deinem Mann. Die Schmetterlinge verfliegen, du hast alles aufgegeben und am Ende bist du allein und schwer enttäuscht. Schmeis nicht weg, was du alles hast, das bekommst du nie wieder. Glaube mir, der Punkt wo du deinen Mann vermisst, kommt nach einer Trennung nach den gemeinsamen Jahren schnell.

28.02.2019 16:16 • #12


Oh Weh....14 Jahre älter? Was ist der Grund dafür, dass man sowas macht? Hat er Geld?
Nein im Ernst - ich bleibe auch nach wie vor bei meinem geschriebenen und würde mich der Empfehlung von Tina01 anschließen.
Das macht doch alles keinen Sinn was du da vorhast.
Das mag jetzt im Moment super verführerisch sein, es ist was neues, es löst dich aus deiner Situation. Aber das ist in meinen Augen zu kurz gedacht.
Schau, dass Ihre eure Beziehung wieder auf die Gerade bringt - das ist anstrengend, braucht viel Arbeit, aber ist in meinen Augen der langfristig vielversprechendere Weg.

28.02.2019 16:50 • x 1 #13


Katjaeinfach
Hallo Savi,

Vielleicht ist es gut wenn du mal ne Antwort bekommst von jemanden der im gleichen Boot sitzt wie du.

Auch in meinem Leben gibt es 2 tolle Männer, beide auf ihrer Art, beide wissen voneinander und mein Wunsch ist eine Entscheidung zu treffen, die ich nicht kann, ich habe Angst einen wahnsinnig zu verletzen und ihn zu vermissen.

Beide sind Älter als ich, der mit mir zusammen lebt 8 Jahre und der andere 12 Jahre, das ganze geht schon über 2 Jahre. Du kannst mich gerne Privat anschreiben zum Austausch von Gedanken.

LG katja

01.03.2019 07:39 • #14


Ich bin 10 j verheiratet und lebe in Einer dysfunktionalen Beziehung und seit Jahren reift die Entscheidung zur Scheidung . Ich lasse mir Zeit wegen den Kindern , da ein Kind psychisch krank ist . Mein Mann ist autistisch und ja ich bin mir sicher, meine ganzen Beschwerden kommen daher , dass ich Angst vor dem Schlussstrich hab. Mein Mann ist eine Scheidung egal , er würde niemals um mich kämpfen . Das hat er gesagt , Hauptsache der Alltag funktioniert . Ich kann dir nur raten , dich Selbst zu stärken weil du alle deine inneren stimmen mit ins Boot holen musst .

Ich bin mit nichts in diese Ehe gekommen und werde auch mit nichts rausgehen . Es gibt nicht mal positive Erinnerungen , ich habe nicht aus liebe geheiratet sondern wir haben uns wegen der Schwangerschaft von unseren Müttern wegen wilder Ehe verrückt machen lassen. Ich hab den Kontakt zu meiner Mutter u Schwiegereltern seit Jahren eingestellt .

Eine Sache würde mich stören , dein Freund kann nicht aus seiner Wohnung und ist quasi nicht stRtbereit für Gemeinsame Wohnung oder leben .
Liebst du deinen Mann , würdest du ihn im Krankheitsfall pflegen können oder bei ihm sein ?
Ich nicht und dennoch lass ich mich nicht kopfüber scheiden sondern sammle Kraft in Gesprächen und werde nach 4 Jahren Elternzeit beruflich mich umorientieren .
Danach die nächsten Schritte in Ruhe planen.

Nein ich mag den Spruch von meinen Nachbarn nicht , du weißt hier wenigstens was du hast und nicht was du bekommen wirst .
Es gibt kein sicheres Leben und ich lebe seit 10 j nicht sondern funktioniere nur im Alltag.. Mein Mann u ich reden nicht viel. Er kommt nur oft an wegen Beischlaf . Aber das hab ich eingestellt wegen anderen Gründen , Was er nicht versteht . Ihm fehlt Empathie .

Daher wäre es für mich eher ein emotionaler Befreiungsschlag.
Doch für diese Erkenntnis hab ich Jahre gebraucht.
Daher lass dir Zeit um alle deine inneren stimmen zu reflektieren.

03.03.2019 10:12 • x 1 #15


In deiner Situation ist das wirklich schwierig und ich kann das so gut nachempfinden. Vor 3 Jahre ca. habe ich mich aus einer 9 Jährigen Beziehung getrennt. Irgendwie hat uns der Alltag überrollt und jeder kochte sein eigenes Süppchen. Wenn du unglücklich bist, muss dir nur jemand schöne Augen machen und dein Herz schlägt höher. Das nimmst du unterbewusst wahr und fühlst dich zum neuen "Partner" hingezogen. Der Gedanken gibt dir so viel und gefühlt mehr als du in den letzten Jahren von deinem Mann bekommen hast.

Die Zeit wird kommen und du findest die ersten Ecken an deinem neuen Partner, du fängst an zu zweifeln und wünscht dir dein "altes Zuhause" zurück. Wenn du jetzt gehst ist dies ein One-Way Ticket ins Unbekannt. Du hast den neuen Menschen kennengelernt und dich verliebt. Wie ist das aber in Zeiten in denen das Leben mal etwas "schwerer" ist? Bist du dir zu 100% sicher, dass dieser Mensch hinter dir steht? Das weiß du vermutlich gar nicht genau denn so richtig und live im Alltag kennt ihr euch gar nicht.

Es ist schwer beim alten zu bleiben wenn das neue und aufregende Unbekannte auf dich wartet. Du bist unglücklich und möchtest am liebsten ausbrechen aus den alten langweiligen Marotten und aufblühen und voller Lebensfreude mit dem neuen Menschen ein neues Leben starten. Ich möchte dir ebenfalls die Hoffnun nicht nehmen aber ich glaube eben auch, dass die Ernüchterung schnell einsetzt.

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich sehr darunter gelitten haben diesen Schritt gegangen zu sein - nicht weil ich mit nichts plötzlich da stand, sonder weil mir mein Fels in der Brandung fehlte, der auf den ich mich immer verlassen konnte.... eigentlich mein "Leben"
Freundschaft klappt nicht, weil er oder du immer wieder mit Erinnerungen konfrontiert werden die euch nicht gut tun. Sachlich kann es bleiben aber einer wird immer unter der Situation leiden.

Bitte gehe in dich und schau mal, ob du mit deinem Mann vielleicht mal etwas völlig neues Erleben kannst. Ein Kinobesuch, ein Essen ein Wellnessurlaub nur für euch zwei. Auch eine Paartherapie ist da ganz hilfreich. Manchmal hilft es, wenn jemand neutrales einmal eure Beziehung durchleuchtet und euch perspektiven und verbogene Wünsche aufzeigt die manche Flamme wieder aufleben lassen kann.

Dass dein neuer Partner nicht bereit ist oder nicht die möglichkeit hat, dir entgegen zu kommen Ortstechnisch, macht mich etwas stutzig, wenn die Liebe so groß ist wie beschrieben, ist kein Weg zu weit - er weiß doch das du in Schweirigkeiten steckst wenn du dich für eine Scheidung entscheidest.

Bitte bitte überleg dir das ganz genau - Verliebt sein ist ein unglaublich schönes Gefühl und gibt einen so viel aber letztendlich kennt dein Mann dich so viele Jahre. Es wäre schade wenn das durch etwas Neuem ganz kaputt geht.

Ich tendiere dazu, das ihr mal schaut wo ihr steht. Wenn ihr euch nicht trennen könnt, dann macht das auch nicht (sofern es nicht nur aus finanziellen Aspekten besteht) und wenn ihr euch trennt, schaff dir ein eigenes sicheres Heim und mach dich nicht von irgendjemanden abhängig. Nichts ist schlimmer in eine unbekannte Gegend zu ziehen um dann zu erkennen, dass es doch nicht so schön ist wie geplant/gedacht. Das würde dich, so denke ich, völlig kaputt machen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

Viele Grüße

06.03.2019 05:28 • x 5 #16


Hallo Kiiwie

Herzlichen Dank für Deine nette Nachricht und die Denkanstöße.

Du hast absolut recht. Denn Alltag mit dem "neuen" Partner kenne ich noch nicht, muss aber sagen, dass mir aktuell schon einige Dinge missfallen, mit denen ich nicht ganz so zurecht komme.

Klar, er ist alleine in seiner Wohnung, aber dass er jeden zweiten Tag mit seinen Freunden um die Häuser zieht, stößt mir z. B. etwas auf. Natürlich soll er mal weggehen und Spaß haben. Aber er ist dann oft bis 5 Uhr morgens unterwegs, was ich nicht nachvollziehen kann für einen Mann mit über 50 Jahren. Er schickt mir zwar zwischendurch immer Fotos von sich und wo er ist, schreibt, hält mich also auf dem Laufenden. Aber trotzdem stört mich das irgendwie. Im Gegensatz dazu ist er immer gleich sauer, wenn ich "mal" mich mit Freundinnen zum Abendessen für zwei Stunden treffe.

Dass er mir räumlich nicht entgegen kommt, verstehe ich auch absolut nicht. Die ganze Zeit erzählt er mir, dass er mich für sich haben will, dass er nur mich will, dass ich die Liebe seines Leben bin. Wenn wir zusammen sind, merke ich das auch und glaube ich ihm das auch. Und wenn wir zusammen sind, ist er unglaublich liebevoll, hat wirklich nur Augen für mich und lässt mich am liebsten gar nicht mehr los. Aber wenn es darum geht, was gemeinsames aufzubauen, kommt dann immer ein: Das kommt schon alles, "im Moment" geht das nicht, aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann. Kaum Familie im Ort und die paar wenigen, mit denen hat er kaum Kontakt. Dann über 8 Monate im Jahr beruflich ohnehin nie zu Hause, da steht die Wohnung leer. Da fühlt man sich schon etwas veräppelt. Denn er verlangt von mir, dass ich alles abbreche, mich scheiden lasse, ausziehe, Job etc. hinter mir lasse; er selber ist aber zu absolut gar nichts bereit. Ich habe das Thema jetzt mehrmals bei ihm angesprochen, aber letztes Mal kam auf meinen Kommentar: "Die Situation ändert sich in 10 Jahren nicht" von ihm nur ein: Dazu sage ich jetzt nichts, sorry.

Mir kommt es so vor, als will er mich einfach nur für "zwischendurch" haben. Um mit mir bei seinen Freunden zu prahlen (seine Freunde beneiden ihn anscheinend um eine so viel Jahre jüngere Freundin). Wenn ich dann aber sage, ob er mich als Spaß und Affäre sieht, kommt ein empörtes: Nein, er liebt mich und eine Affäre wäre das auf keinen Fall.

Naja, für einen Mann über 50 Jahren erwartet man eigentlich mehr Entscheidungskraft, ich habe das Gefühl, er will sich alles offen halten. Zwar mich haben, aber auch sein Single-Dasein mit den vielen Vorteilen nicht aufgeben wollen.

Natürlich mache ich mir immer Gedanken und momentan finde ich auch wieder etwas mehr zu meinem Mann. Ich versuche es auf jeden Fall. Er macht es mir oft nicht einfach, weil er auch ein schwieriger Mensch ist. Aber objektiv betrachtet ist das der richtige(re) Weg.

06.03.2019 10:15 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Luna70
@Savi Ist dein neuer Freund ein "ewiger Junggeselle" oder hat er auch schon längere Beziehungen geführt?

06.03.2019 12:10 • #18


kalina
Ich kann Kiiwis Beitrag nur zustimmen.

In den meisten Fällen ist die "neue Liebe" nur deswegen so verlockend, weil das Neue spannender als das Bekannte ist und
vor allen Dingen, weil man da so wunderbar alle seine Wünsche und Sehnsüchte hinein interpretieren kann. Im Rausch der Verliebtheit sowieso.
Was bleibt aber im Endeffekt davon übrig wenn der Rausch verflogen ist und der neue Partner sich im Alltag dann doch nicht als das herausstellt, was man gedacht hat? Meistens nicht viel.
Wahrscheinlich findet der Mann gerade diese unverbindliche Art der Beziehung ganz prickelnd und wäre im Alltag mit all seinen anstrengenden Seiten dann doch nicht mehr so liebevoll und zuvorkommend wie er es jetzt zu sein scheint.

06.03.2019 12:44 • #19


Bleib bei deinem Mann, du wirfst viel zu viel weg. Am Ende lässt er dich fallen, oder es geht schief. Auch wenn deine Ehe keine Leidenschaft mehr so hat, ist Vertrauen und Freundschaft viel mehr wert. Ich bin auch gegangen zwar aus anderen Gründen. Ich hätte noch viel mehr kämpfen müssen , auch ich hab's bereut. Kannst mich auch anschreiben bei Bedarf.

06.03.2019 14:58 • #20



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